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	 xmlns:n="http://typo3.org/ns/GeorgRinger/News/ViewHelpers"><channel><title>Pressestelle Bistum Würzburg - Nachrichten</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de</link><description></description><language>de-DE</language><copyright>Diözese Bistum Würzburg</copyright><pubDate>Mon, 11 May 2026 07:53:41 +0200</pubDate><lastBuildDate>Mon, 11 May 2026 07:53:41 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/aktuelles-lexikon/feed.rss" rel="self" type="application/rss+xml" /><generator>TYPO3 EXT:news</generator><item><guid isPermaLink="false">news-72317</guid><pubDate>Thu, 07 May 2026 12:10:29 +0200</pubDate><title>Eisheilige</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/eisheilige/</link><description>(POW) Als Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius oder Sophia kennt sie kaum jemand. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Schon eher unter der volkstümlichen Bezeichnung „Eisheilige“. So werden die Heiligen genannt, deren Gedenktage auf die Zeit zwischen dem 11. und dem 15. Mai fallen – in diesem Jahr teilweise ausgerechnet auf den 104. Deutschen Katholikentag vom 13. bis 17. Mai in Würzburg. In dieser Zeit gibt es in Mitteleuropa mit großer Regelmäßigkeit einen plötzlichen Kälteeinbruch mit Nachfrösten. Bauern und Gärtner fürchten die Tage als letztmögliche Termine für eine späte Rückkehr von Frost und Schnee. Doch seit Jahren sind die Eisheiligen eigentlich wenig zuverlässig und pünktlich: Die „Trefferquote“ liegt nach Aussagen von Meteorologen nur noch bei rund 60 Prozent. Ein genaues Datum für die erstmalige gemeinsame Verehrung der so genannten Eisheiligen lässt sich nicht feststellen. Sicher steht sie im Zusammenhang mit bestimmten Legenden. So soll Mamertus für die Einführung von Bittprozessionen vor Christi Himmelfahrt verantwortlich sein. Bei Servatius soll gemäß der Legende kein Schnee auf dem Grab liegen geblieben sein. Bauernregeln besagen: „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.“ „Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sofie kein Frost.“ „Und zum Schluss fehlt nie – die kalte Sofie.“</p><p>(2026/0455; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72143</guid><pubDate>Wed, 29 Apr 2026 08:36:04 +0200</pubDate><title>Marienmonat Mai</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/marienmonat-mai-5/</link><description>(POW) Der Monat Mai ist in besonderer Weise der Verehrung der Gottesmutter Maria geweiht. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Grundlage der Verehrung ist Marias gläubiges Vertrauen und ihr Gehorsam auf den Anruf Gottes hin. Dadurch wurde Maria zur Mutter aller Glaubenden und zum Urbild der Kirche. Eine Form der Wertschätzung der „Maienkönigin“ ist die Maiandacht, bei der Gläubige meist an den Abenden Maria mit Gebeten und Gesängen ehren. Die Freude über die Blütenpracht des Frühlings mischt sich hier mit dem Lob auf die „schönste Himmelsblüte“, wie Maria in einem Maienlied bezeichnet wird. Der Gottesmutter wird alles empfohlen, „was grünt und blüht auf Erden“. Die fromme Andachtsübung entwickelte sich in der Barockzeit und erfuhr ihre allgemeine Verbreitung im 19. Jahrhundert. Seinen Ursprung hat der Lobpreis Marias aber bereits im neutestamentlichen Lobgesang der Mutter Jesu, dem Magnifikat. In der Diözese Würzburg setzte sich die Maiandacht im Jahr 1858 durch. Aus dieser Zeit stammen auch die gängigen Marienlieder zur Maienzeit. Das bekannteste Lied „Maria Maienkönigin“ textete Guido Görres 1842, die Melodie stammt von Joseph Mohr. Im Volksbrauchtum bildete sich vor allem bei Kindern der fromme Brauch heraus, sich zuhause selbst einen so genannten Maialtar zu bauen und mit Blumen zu schmücken. Der Würzburger Bischof und spätere Kardinal Julius Döpfner sprach vom „Frankenland“ als „Marienland“. Die Maiandachten werden auch für thematische Predigtreihen zum Thema Maria genutzt. An zahlreichen Wallfahrtsorten der Diözese Würzburg finden in den kommenden Wochen Maifeiern zu Ehren der Gottesmutter statt. Bekannte Wallfahrtsorte sind beispielsweise die Wallfahrtskirche Mariabuchen (Landkreis Main-Spessart), die Wallfahrtskirche „Maria im Sand“ in Dettelbach (Landkreis Kitzingen), Maria Ehrenberg im Truppenübungsplatz Wildflecken (Landkreis Bad Kissingen) oder das Würzburger Käppele. Sie alle sind Teil des „<a href="http://www.fraenkischer-marienweg.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Fränkischen Marienwegs</a>“. Dieser rund 1920 Kilometer lange Fernwanderweg berührt 87 Wallfahrtsorte im Bistum Würzburg und im Erzbistum Bamberg.</p><p>(1826/0413; E-Mail voraus) &nbsp;</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-67097</guid><pubDate>Mon, 11 Aug 2025 16:31:24 +0200</pubDate><title>Hochfest Mariä Himmelfahrt</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/hochfest-mariae-himmelfahrt-1/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>(POW) In den rund 1700 überwiegend katholischen Gemeinden Bayerns haben am Freitag, 15. August, Fabriken und Geschäfte geschlossen: Gefeiert wird das Hochfest „Mariä Himmelfahrt“. In Unterfranken sind nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik 269 von 308&nbsp;Gemeinden überwiegend katholisch.</p><p>Hinter „Mariä Himmelfahrt“ verbirgt sich theologisch korrekt gesprochen das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel: Maria ist mit Leib und Seele als ganzer Mensch in die Herrlichkeit Gottes aufgenommen worden. Diesen Glaubenssatz erhob Papst Pius XII. nach Befragung aller Bischöfe am Allerheiligenfest 1950 zum Dogma.</p><p>Traditionell mit dem Hochfest verbunden ist der Brauch der Kräuterweihe. Sieben, neun oder gar bis zu 77 Kräuter sind es, die traditionell in den Weih- oder Würzbüschel, Marienwisch, Würzwisch oder Sangen genannten Sträußen zu finden sind. Darunter Johanniskraut, Kamille, Frauenmantel, Minze, Wermut, Wohlmut, Majoran, Holunder, Schafgarbe, Basilikum und Sonnwendkraut. Beifuß und Lavendel etwa sollen Ungeziefer abwehren, Rosmarin zu einem guten Schlaf verhelfen. Dazwischen sind mitunter auch eine Königskerze, eine Rose oder Getreideähren vertreten. Die Kräuterbüschel sollen nach Volksglauben vor Unwettern oder Krankheiten schützen, indem sie auf dem Dachboden aufgehängt, im Herd verbrannt oder dem Essen oder Viehfutter beigemischt werden. In manchen Gegenden werden die Pflanzen und Kräuter, die am Mariä-Himmelfahrts-Tag in den Kirchen geweiht werden, auch Kindern und Jungvermählten ins Bett oder Toten in den Sarg gelegt. Das Marienfest war einst auch der Tag der Apotheker und Drogisten, der Gärtner und Blumenhändler, der Gewürzkrämer und Parfümeure.</p><p>Der Brauch der Kräuterweihe geht bis in die vorchristliche Zeit zurück. Schon die Ägypter, Griechen, Römer und die germanischen Völker kannten die Heilkraft bestimmter Pflanzen. Im Mittelalter wurde der Brauch christianisiert, indem die Wirkung der Gewächse auf Gott und die Fürsprache Marias zurückgeführt wurde. Die frühesten Belege stammen aus dem zehnten Jahrhundert. Die christliche Legende, die der Kräuterweihe zu Grunde liegt, dreht sich um die Himmelfahrt Marias: Als die Apostel nach drei Tagen das Grab der Muttergottes öffneten, fanden sie statt des Leichnams duftende Blumen und Kräuter darin.</p><p>Zu Mariä Himmelfahrt beginnt der „Frauendreißiger“, der bis zum Fest Mariä Geburt am 8. September beziehungsweise bis Mariä Schmerzen am 15. September gezählt wird. In dieser Zeit sind die hiesigen Kräuter voll ausgereift. Die teils darin vorhandenen Gifte sollen ihre Schärfe verloren haben. Auch dieses christliche Brauchtum lässt sich auf das Fasten der Germanen vor den Erntefesten zurückführen. An zahlreichen Wallfahrtsorten im Bistum Würzburg werden Mariä Himmelfahrt und die folgenden Marienfeste besonders feierlich begangen. Beeindruckend ist die Feier am Maria Ehrenberg in der Rhön.</p><p class="western"><span style="line-height:100%">(3325/0864; E-Mail voraus)</span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><i><u><b>Hinweis für Redaktionen:</b></u></i><i> Foto abrufbar im Internet</i></span></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-62416</guid><pubDate>Fri, 29 Nov 2024 08:14:06 +0100</pubDate><title>Der heilige Nikolaus</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/der-heilige-nikolaus-5/</link><description>(POW) „Äpfel, Nuss und Mandelkern essen fromme Kinder gern“, heißt es im Volksmund. Das gilt vor allem an einem ganz bestimmten Tag im Jahr:</description><content:encoded><![CDATA[<p>Am 6. Dezember zieht traditionell der heilige Nikolaus von Haus zu Haus, liest aus seinem <span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">„G</span></span>oldenen Buch&quot; und beschenkt artige Kinder mit Leckereien aus seinem Nikolaussack.</p><p>Der heilige Nikolaus ist laut kritischen Textanalysen eine fiktive Figur. Sie verbindet in sich die Eigenschaften der realen Personen des Bischofs Nikolaus von Myra aus Lykien (heutige Türkei) und des gleichnamigen Abts von Sion. Die Legenden besagen, dass Nikolaus von Myra unter anderem drei zu Unrecht eingesperrte Offiziere befreite und drei unschuldig zum Tode verurteilte Jünglinge rettete. Er ermöglichte auch drei armen Mädchen die Heirat, indem er ihnen in den Kamin jeweils einen Goldklumpen als Mitgift warf. Auch gilt er als Schutzpatron der Schiffer, da er der Legende nach ein Schiff aus größter Seenot rettete. Er zählt wie der heilige Martin zu den ersten Heiligen, die keine Märtyrer waren.</p><p>Nikolausbräuche gibt es viele. Der älteste stammt aus der Zeit des Mittelalters. Am 28. Dezember feierten damals Schüler an Kloster- und Domschulen das Knabenbischofsspiel, das sich später mit dem Nikolausbrauch vermischte. Bei dem ursprünglichen Narrenfest wählten die Kinder einen Abt oder Bischof, der ein pompöses Fest und Umzüge durchführte und wie ein Bischof mit Chorkleidung, Mitra und einem Stab ausgestattet war. Ab dem 13. Jahrhundert wanderte der Brauch allmählich auf den 6.&nbsp;Dezember. Im 15. Jahrhundert kam die Tradition des Wurf- und Streuabends sowie des Nikolaus-Schiffs auf. Am Nikolausabend wurden Äpfel, Nüsse oder andere Leckereien in einen Raum geworfen, in dem die Familie zusammensaß, oder über Nacht heimlich Kleinigkeiten vorbeigebracht. Kinder bastelten dafür aus Papier Schiffchen, in die der Heilige seine Gaben legte. Hintergrund dieses Brauchtums ist sein Schifferpatronat. Später wurden die Schiffchen durch Stiefel, Schuhe, Strümpfe oder Gabenteller ausgetauscht.</p><p>Der sogenannte Einlegebrauch wurde im 17. Jahrhundert in katholischen Regionen vom Einkehrbrauch abgelöst. Der Nikolaustag bekam ein katechetisch-pädagogisches Gepräge. Der heilige Nikolaus spielt dabei die Rolle des gütigen Richters, der aus katechetischen Gründen lobt oder tadelt. Aus seinem „Goldenen Buch“ bezieht er sein Wissen, welches Kind artig war und welches nicht. Mit dabei ist meist ein Begleiter. Knecht Ruprecht stellt das Böse dar, das böse und unartige Kinder straft, aber im Dienste des Guten steht, also des heiligen Nikolaus.</p><p>Mit der Kunstfigur des Weihnachtsmannes hat der heilige Nikolaus nichts zu tun. Der Weihnachtsmann taucht erst seit 1923 in der Werbung auf. Er steht für Handel und Konsum, während der heilige Nikolaus als Nothelfer und Schutzpatron für Kinder, Schüler und Schiffsleute gilt.</p><p>(4924/1269; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-50963</guid><pubDate>Wed, 06 Apr 2022 13:57:52 +0200</pubDate><title>Heilige Woche</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/heilige-woche-1/</link><description>Im Bewusstsein der Öffentlichkeit ist Weihnachten das wichtigste Kirchenfest im Jahr. Im kirchlichen Jahreskreis ist jedoch Ostern das bedeutsamste Fest. </description><content:encoded><![CDATA[<p>In den Feiern der drei österlichen Festtage Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern wird das Werk der Rettung von Welt und Mensch vergegenwärtigt: Die Kirche wird durch die Kulthandlung der Mahlfeier gestiftet. Das Sterben Jesu ist tiefster Ausdruck der Gemeinschaft Gottes mit den Leidenden und ungerecht Verfolgten. Mit seiner Hingabe an den Vater bis zum Tod stellt Jesus die Kommunikation zwischen Gott und den Menschen wieder her. Die Auferweckung ist Bestätigung und Verherrlichung des Sohnes durch den Vater. Schmerz und Verlassenheit schlagen um in ein neues Leben mit Gott.</p><p>Die Feier der Kartage hat eine längere Tradition im Christentum als Weihnachten. Während zunächst das Osterfest allein gefeiert wurde, bildeten sich im vierten Jahrhundert der Palmsonntag, der Gründonnerstag und der Karfreitag als Festtage mit eigenem Gottesdienst heraus. Ostern steht in direktem Zusammenhang mit dem jüdischen Paschafest, an dem Jesus wahrscheinlich hingerichtet wurde. Hinweise auf Ostern sind aus dem zweiten Jahrhundert überliefert. Seit dem Konzil von Nizäa im Jahr 325 wird Ostern immer am ersten Sonntag nach dem Frühjahrsvollmond gefeiert. Durch diese Regelung unterliegt der Ostertermin einer Schwankungsbreite von fünf Wochen zwischen dem 22. März und dem 25. April. Die abweichenden Termine für das Osterfest in den orthodoxen Kirchen gehen auf verschiedene Kalender und damit abweichende Berechnungsweisen für den Frühlingsanfang zurück.</p><p>Der Ursprung des Palmsonntags liegt vermutlich in Jerusalem, wo sich eigene Feiern und Riten entwickelten, mit denen man der Ereignisse des Leidensweges Jesu gedachte. Der Palmsonntag erinnert an den Jubel des Volkes beim Einzug Jesu in Jerusalem: „Hosanna, dem Sohn Davids!“ Die Herkunft des Namens Gründonnerstag leitet sich möglicherweise vom mittelhochdeutschen Wort ab, das in „greinen“ und „grienen“ noch heute fortlebt. In diesem Fall bezieht sich der Name auf die Wiedereingliederung der Büßer, die als „Weinende“ betrachtet wurden. Weil sie an diesem Tag aus dem Büßerstand entlassen wurden, führte das auch zur Bezeichnung „Antlasstag“. Eine andere Erklärung für den Namen ist, dass im Mittelalter an diesem Tag grüne Messgewänder getragen wurden. Schon im vierten Jahrhundert gab es einen Gedächtnisgottesdienst der Abendmahlfeier. Zum Kernbereich der österlichen Tage wurde der Gründonnerstag aber erst ab dem Mittelalter gerechnet.</p><p>Der Karfreitag wurde anfangs ohne einen Gottesdienst begangen. In Jerusalem entstand die Verehrung des Kreuzes, das 320 von der Kaiserin Helena wieder gefunden worden war. Im Westen entwickelte sich ein Gottesdienst mit Lesungen und Gebeten. Die Kreuzverehrung wurde schon früh an den Orten gepflegt, die eine Reliquie des Kreuzes erhalten hatten. Am Karfreitag findet bis heute keine Eucharistiefeier statt. Eine Kommunionfeier wurde erst im siebten Jahrhundert an den Gebetsgottesdienst angeschlossen. Entsprechend den Berichten im Evangelium beginnt der Karfreitagsgottesdienst um die Todesstunde, also 15 Uhr.</p><p>Der Karsamstag ist heute ohne eigene Liturgie. In der alten Kirche wurde er als Tag der Grabesruhe mit Fasten gehalten. Bis ins fünfte Jahrhundert gab es am Ostertag keine eigenen Gottesdienste, weil die Auferstehungsfeier die ganze Nacht hindurch dauerte. Heute ist die Osternachtfeier der zentrale Gottesdienst des Jahres. Sie soll frühestens in der Zeit nach der Abenddämmerung beginnen und spätestens vor dem Morgengrauen enden.</p><p>Die Liturgie der Osternacht verwendet eine Reihe von Symbolen, um den Glauben an die Auferstehung zu verdeutlichen: Das Licht, das am Osterfeuer entzündet wird, wird mit Christus als Licht der Welt identifiziert. Das während der Feier gesegnete Wasser erinnert an die Taufe.</p><p>Ein besonderer Gottesdienst innerhalb der Karwoche ist die sogenannte Chrisammesse („Missa chrismatis“). Im Bistum Würzburg wird sie am Montagabend nach dem Palmsonntag gefeiert. Der Name leitet sich vom Chrisam ab, einem Salböl. Im Rahmen dieser Messe weiht der Bischof die drei heiligen Öle: Chrisam (Salböl), Katechumenenöl und Krankenöl. Die Öle werden im kommenden Jahr im ganzen Bistum bei Taufen, Krankensalbungen sowie bei der Priester- und Diakonenweihe verwendet. Auch für Altar- und Glockenweihen wird Chrisam verwendet.</p><p>(1422/0406; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Kar- und Ostertage</category><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-50474</guid><pubDate>Mon, 28 Feb 2022 10:35:05 +0100</pubDate><title>Österliche Bußzeit</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/oesterliche-busszeit-7/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Am Aschermittwoch beginnt die Österliche Bußzeit, gemeinhin bekannt als Fastenzeit. An diesem Mittwoch vor dem ersten Fastensonntag empfangen Christen im Gottesdienst das Aschenkreuz als Zeichen der Umkehr und Vergänglichkeit. „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium“ oder „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“, spricht der Seelsorger beim Auflegen der Asche. Mit diesem Ritus wird die Zeit eingeleitet, die zur Vorbereitung auf Ostern und zur Umkehr und Buße dienen soll.</p><p>Aufgrund der Corona-Pandemie unterliegt auch in diesem Jahr das Auflegen des Aschenkreuzes den geltenden Schutzmaßnahmen. Im Bistum Würzburg spricht der Priester beziehungsweise der oder die Leiter/in des Gottesdienstes das Segensgebet über die Asche und besprengt sie ohne weitere Begleitworte mit Weihwasser. Alle Personen, die beim Auflegen der Asche mithelfen, tragen eine Maske, reinigen und desinfizieren sich die Hände. Die Gläubigen können in der gleichen Weise zur Auflegung der Asche nach vorne kommen wie beim Kommuniongang. Alternativ können sie am Platz bleiben und die Person, welche die Asche auflegt, kommt zu ihnen. Dabei ist der Abstand von 1,50 Metern so weit wie möglich einzuhalten. Während des Auflegens der Asche tragen die Gläubigen eine Maske. Die Person, welche die Asche auflegt, lässt sie auf das Haupt des oder der Gläubigen fallen und spricht dabei die Worte „Kehr um und glaub an das Evangelium!“ oder „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“.</p><p>Im zweiten Jahrhundert noch auf ein zweitägiges Trauerfasten vor Ostern beschränkt, war es bereits im vierten Jahrhundert fester Brauch, sich 40 Tage auf das Hochfest der Auferstehung des Herrn vorzubereiten. Dieses Zeitmaß leitet sich aus der Bibel ab; vor allem von der 40-tägigen Zeit des Betens und Fastens, die Jesus nach der Taufe im Jordan in der Wüste auf sich nahm. Der Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch rührt daher, dass am Sonntag nicht gefastet wird und dennoch 40 Fastentage erreicht werden sollen. Das neue Verhältnis zu Gott, das neue Leben, die Vergebung der Schuld – alles, was an Ostern gefeiert wird, ist schon Thema der Fastenzeit. Für Katholiken gehört der Empfang des Bußsakraments zur Österlichen Bußzeit – neben dem Verzicht, zum Beispiel auf Sucht- und Genussmittel, aber auch auf Luxus. Das Geben von Almosen in den Wochen vor Ostern hat in der bischöflichen Aktion Misereor eine weltweite Dimension bekommen. Allgemein wird eine Intensivierung des Glaubenslebens angestrebt. So widmet sich der Kreuzweg als besonderes Gebet der Österlichen Bußzeit dem Leiden und Sterben Jesu. Aschermittwoch als Beginn der Österlichen Bußzeit sowie Karfreitag sind die streng gebotenen Fasten- und Abstinenztage. Katholiken sind angehalten, an diesen Tagen nur eine Mahlzeit zu sich zu nehmen und auf Fleisch und Alkohol zu verzichten.</p><p>(0922/0240; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-50020</guid><pubDate>Mon, 24 Jan 2022 15:47:14 +0100</pubDate><title>Mariä Lichtmess – Darstellung des Herrn</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/mariae-lichtmess-darstellung-des-herrn-7/</link><description>(POW) Am 2. Februar, 40 Tage nach Weihnachten, feiert die Kirche das Fest der Darstellung des Herrn, im Volksmund auch Mariä Lichtmess genannt.</description><content:encoded><![CDATA[<p>In den Schriften der Bibel taucht die Zahl 40 oft in Verbindung mit verschiedenen Zeiteinheiten auf: 40 Jahre zog das Volk Israel durch die Wüste, bevor es das gelobte Land erreichte. Jesus verbrachte 40 Tage und Nächte in der Wüste, bevor er begann, in der Öffentlichkeit von Galiläa zu wirken. All den verschiedenen 40er-Fristen ist eines gemeinsam: Es geht um Zeiten der Klärung und Vorbereitung. Sie werden durchlebt, bevor Gott sich zeigt. Darauf verweist in der biblischen Symbolsprache die Zahl 40.</p><p>In der Lebensgeschichte Jesu, wie sie im Evangelium des Lukas überliefert wird, war die „Darstellung Jesu im Tempel“ ein solches Ereignis, bei dem Gottes gute Absicht offenbar wurde. Wie es für jede jüdische Familie Brauch ist, wurde Jesus als der erstgeborene Sohn 40 Tage nach seiner Geburt in den Tempel nach Jerusalem gebracht. Das erinnert an die rettende Tat Gottes, durch die Israel aus dem Elend Ägyptens wunderbar herausgeführt wurde. Für die Mutter erfolgte ein Reinigungs- und Segensritus. Die 40 Tage waren zudem ein wichtiger Schutzraum zwischen Mutter und Neugeborenem für die Entfaltung und Festigung ihrer Beziehung.</p><p>„Darstellung des Herrn“ meint, dass Jesus Gott geweiht, übereignet ist. Es wird öffentlich bezeugt, dass er Gottes Eigentum ist und bleibt. Im Tempel kommt es zur Begegnung mit dem Propheten Simeon und der alten Prophetin Hannah, die schon viele Jahre ihren Dienst an diesem heiligen Ort versehen. Simeon preist Jesus als das Licht der Welt. Seine Worte wurden von der Kirche in ein Gebet aufgenommen, das bei der Komplet, dem kirchlichen Nachtgebet, gesprochen wird. Auch die Prophetin Hannah lobt angesichts des Kindes Gott und beginnt als erste Frau mit der Verkündigung dieser Heilsbotschaft an alle, die auf die Erlösung Israels harren.</p><p>Ab dem vierten Jahrhundert werden am Lichtmesstag die für das nächste Jahr benötigten Kerzen geweiht, weshalb Wachsmärkte, eben Licht(er)messen, durchgeführt wurden. Daher hat sich der Name „Mariä Lichtmess“ eingebürgert. Die weihnachtliche Lichtsymbolik kommt noch einmal zur Geltung – in vielen Kirchen finden Kerzenweihen und Lichterprozessionen statt. Mit Einführung des neuen Allgemeinen Römischen Kalenders von 1969 wurde dieses Fest in „Darstellung des Herrn“ umbenannt, um die biblische Wurzel des Festes zu unterstreichen.</p><p>Im Volksbrauch und im bäuerlichen Leben ist Lichtmess ein besonderer Tag: Die Herrschaften können wieder bei Tag, ohne „künstliches“ Licht, zu Abend essen. Traditionell wurden zu diesem Termin die Dienstverträge für Knechte und Mägde erneuert. Das Wetter des Lichtmesstages gibt laut alter Bauernregel Auskunft über die Dauer des Winters: „Wenn’s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit; ist es aber klar und hell, kommt der Lenz noch nicht so schnell.“</p><p>Traditionell wird im Anschluss an die Heilige Messe am Fest der Darstellung des Herrn der Blasiussegen erteilt. Die Spendung des Segens ist seit dem 16. Jahrhundert nachgewiesen. Andere Segnungen am Blasiustag wie die von Wasser, Brot, Wein und Früchten sind dagegen heute nicht mehr gebräuchlich. Der Segen aus dem Benediktionale heißt: „Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.“ Eine andere Segensformel lautet: „Der allmächtige Gott schenke dir Gesundheit und Heil. Er segne dich auf die Fürsprache des heiligen Blasius durch Christus, unsern Herrn.“</p><p>Aufgrund der Coronapandemie unterliegt auch in diesem Jahr der Blasiussegen den geltenden Schutzmaßnahmen. Im Bistum Würzburg ist ein Einzelsegen einschließlich der gesprochenen Segensformel möglich. Wichtig sind die eineinhalb Meter Abstand und das Tragen der vorgeschriebenen Schutzmasken. Die brennenden Kerzen werden dem Segensempfänger auf Kopfhöhe entgegengehalten und die jeweilige Segensgeste gezeichnet.</p><p>Der Gedenktag des heiligen Blasius ist am 3. Februar. Blasius von Sebaste war der Überlieferung zufolge Bischof von Sebaste in Kleinasien und erlitt 316 das Martyrium. Der Heilige zählt zu den 14 Nothelfern. Die bekannteste Erzählung über Blasius berichtet, wie er während seiner Gefangenschaft in einem römischen Gefängnis einem jungen Mann das Leben gerettet hat, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte. Die Kirche spendet daher den Blasiussegen zum Schutz gegen Halskrankheiten. Darin kommt das gläubige Vertrauen auf die Heilszusage Gottes gerade auch für das leibliche Wohlergehen des erlösungsbedürftigen Menschen zum Ausdruck.</p><p>(0422/0117; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p><p><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" allow="autoplay" src="https://w.soundcloud.com/player/?url=https%3A//api.soundcloud.com/tracks/1208475412&amp;color=%23f9b000&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=false&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false&amp;show_teaser=true"></iframe></p><div style="font-size: 10px; color: #cccccc;line-break: anywhere;word-break: normal;overflow: hidden;white-space: nowrap;text-overflow: ellipsis; font-family: Interstate,Lucida Grande,Lucida Sans Unicode,Lucida Sans,Garuda,Verdana,Tahoma,sans-serif;font-weight: 100;"><a href="https://soundcloud.com/bistumwuerzburg" title="Bistum Würzburg" target="_blank" style="color: #cccccc; text-decoration: none;" rel="noreferrer">Bistum Würzburg</a> · <a href="https://soundcloud.com/bistumwuerzburg/maria-lichtmess-und-die-kerzen" title="Mariä Lichtmess und die Kerzen" target="_blank" style="color: #cccccc; text-decoration: none;" rel="noreferrer">Mariä Lichtmess und die Kerzen</a></div>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-49240</guid><pubDate>Tue, 09 Nov 2021 15:31:40 +0100</pubDate><title>Sankt Martin am 11. November</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/sankt-martin-am-11-november-4/</link><description>(POW) Der heilige Martin von Tours – Sankt Martin – ist der erste Heilige, der in der Kirche öffentlich verehrt wurde, obwohl er kein Märtyrer war. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Über sein Leben berichtet unter anderem sein Freund Sulpicius Severus in seinen Aufzeichnungen, festgehalten schon zu Lebzeiten des Heiligen.</p><p>Als Martin 316/17 zu Sabaria in Pannonien, im heutigen Ungarn, einer Provinz des römischen Reiches, geboren wird, befindet sich dieses Reich mitten in einem großen Umbruch, der auch die Christen betrifft. Drei Jahre zuvor ist die christliche Religion durch ein Gesetz, das so genannte Mailänder Edikt, staatlich zugelassen und anerkannt worden. In der Folge lassen sich nicht nur viele Menschen taufen, sondern auch der Einfluss der Kirche im Reich wächst: Kirchengebote werden zu Reichsgesetzen, und Kirchenstrafen haben staatliche Ächtung und sogar Verbannung zur Folge. Martin wächst im oberitalienischen Pavia auf. Mit zwölf Jahren bewirbt er sich gegen den Willen seiner Eltern um die Aufnahme als Taufbewerber ins Katechumenat. Er lässt sich im Glauben unterweisen.</p><p>Die legendäre Begegnung mit dem Bettler fällt in seine Zeit als Offizier im römischen Heer noch als Ungetaufter. Martin sieht den Bettler am Stadttor von Amiens und gibt ihm die Hälfte seines Mantels. Nachts sieht Martin im Traum Jesus vor sich stehen. Jesus ist eingehüllt in Martins roten Mantel und spricht: „Martin, der erst auf dem Weg zur Taufe ist, hat verstanden: Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Mit 18 Jahren empfängt Martin die Taufe und verlässt die Armee; er will Gott mehr dienen als dem kaiserlichen Befehlshaber. Als junger Geistlicher stellt sich Martin zuerst in den Dienst des Bischofs von Poitiers. Dieser muss wegen Glaubensstreitigkeiten der jungen Kirche, die angesichts der neuen Stellung der Kirche plötzlich auch Folgen für die Einheit des Reiches haben, vorübergehend fliehen. Nach einer Missionstätigkeit in Pannonien entschließt sich Martin, als Einsiedler zu leben und so Gott näher zu kommen. 360 gründet er bei Poitiers das erste Mönchskloster in Gallien. Er wird schließlich im Jahr 371 von der großen Mehrheit der Diözese gedrängt, den Bischofssitz von Tours anzunehmen.</p><p>Am 8. November 397 stirbt Martin auf einer Missionsreise in Candes, am 11. November wird sein Leichnam von Bürgern von Tours dorthin überführt. Über seinem Grab wird eine erste Kapelle errichtet und zwischen 470 und 474 eine große Basilika, die ein Nationalheiligtum Galliens war; sein Grab ist noch heute eine bedeutende Wallfahrtsstätte. Der heilige Martin wurde zum bedeutendsten Heiligen und Schutzpatron des Frankenreichs, das große Teile des heutigen Frankreichs umfasste. Viele Klöster und Kirchen im fränkischen Gebiet sind nach ihm benannt. Martins Mantel wird von den fränkischen Königen auf ihren Reisen von einem Residenzort, Pfalz genannt, zum anderen mitgeführt – als ein symbolisches Zeichen für Barmherzigkeit und Schutz. Aufbewahrt wird der Mantel jeweils in einem eigenen Raum der Pfalz: der Kapelle (von lateinisch capella für Kapuzenmantel).</p><p>In vielen Bräuchen lebt die Erinnerung an Sankt Martin fort und hat seinen Tod weit überdauert. Im weltweiten kirchlichen Abendgebet heißt es deshalb an diesem Tag: „O unvergleichlicher Mann! Die Mühsal des Lebens konnte dich nicht bezwingen, der Tod dich nicht besiegen!“ Bei den traditionellen Laternenumzügen der Kinder rund um den Sankt Martinstag erklingen meist die Lieder „Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind“ und „Ich geh’ mit meiner Laterne“. Wegen der Corona-Schutzvorschriften werden auch in diesem Jahr häufig Alternativprogramme angeboten.</p><p>(4521/1087; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-48468</guid><pubDate>Wed, 11 Aug 2021 16:38:55 +0200</pubDate><title>Hochfest Mariä Himmelfahrt</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/hochfest-mariae-himmelfahrt-6/</link><description>Bibel TV überträgt live Gottesdienst aus dem Würzburger Kiliansdom – Traditioneller katholischer Feiertag fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Das Hochfest Mariä Himmelfahrt wird&nbsp;in diesem Jahr am&nbsp;Sontag, 15. August, gefeiert. Der traditionelle katholische Feiertag wird sonst nur in den rund 1700 überwiegend katholischen Gemeinden Bayerns begangen. In Unterfranken sind nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik 268 von insgesamt 308 Gemeinden überwiegend katholisch. Domdekan Dr. Jürgen Vorndran feiert an diesem Tag um 10 Uhr eine heilige Messe zum Hochfest Mariä Himmelfahrt im Würzburger Kiliansdom. Die Feier wird live auf dem Fernsehsender <a href="http://www.bibeltv.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Bibel TV</a>&nbsp;übertragen. Der Fernsehsender Bibel TV ist auch über Satellit zu empfangen, Informationen unter <a href="https://www.bibeltv.de/empfang" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.bibeltv.de/empfang</a>. TV Mainfranken überträgt den Gottesdienst um 10 Uhr über Kabel, Smart TV und Internet. Weitere Informationen unter <a href="http://www.tvmainfranken.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.tvmainfranken.de</a>. Die Feier wird auch auf der <a href="http://livestreams.bistum-wuerzburg.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Homepage des Bistums Würzburg</a>&nbsp;gestreamt.</p><p>Hinter „Mariä Himmelfahrt“ verbirgt sich theologisch korrekt gesprochen das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel: Maria ist mit Leib und Seele als ganzer Mensch in die Herrlichkeit Gottes aufgenommen worden. Diesen Glaubenssatz erhob Papst Pius XII. nach Befragung aller Bischöfe am Allerheiligenfest 1950 zum Dogma.</p><p>Traditionell mit dem Hochfest verbunden ist der Brauch der Kräuterweihe. Sieben oder neun bis 77 Kräuter sind es, die traditionell in den Weih- oder Würzbüschel, Marienwisch, Würzwisch oder Sangen genannten Sträußen zu finden sind. Darunter Johanniskraut, Kamille, Minze, Wermut, Wohlmut, Majoran, Holunder, Beifuß, Schafgarbe, Basilikum und Sonnwendkraut. Dazwischen sind mitunter auch eine Königskerze, eine Rose oder Getreideähren vertreten. Die Kräuterbüschel sollen nach Volksglauben vor Unwettern oder Krankheiten schützen, indem sie auf dem Dachboden aufgehängt, im Herd verbrannt oder dem Essen oder Viehfutter beigemischt werden. In manchen Gegenden werden die Pflanzen und Kräuter, die am Mariä-Himmelfahrts-Tag in den Kirchen geweiht werden, auch Kindern und Jungvermählten ins Bett oder Toten in den Sarg gelegt. Das Marienfest war einst auch der Tag der Apotheker und Drogisten, der Gärtner und Blumenhändler, der Gewürzkrämer und Parfümeure.</p><p>Der Brauch der Kräuterweihe geht bis in die vorchristliche Zeit zurück. Schon die Ägypter, Griechen, Römer und die germanischen Völker kannten die Heilkraft bestimmter Pflanzen. Im Mittelalter wurde der Brauch christianisiert, indem die Wirkung der Gewächse auf Gott und die Fürsprache Marias zurückgeführt wurde. Die frühesten Belege stammen aus dem 10. Jahrhundert. Die christliche Legende, die der Kräuterweihe zu Grunde liegt, dreht sich um die Himmelfahrt Marias: Als die Apostel nach drei Tagen das Grab der Muttergottes öffneten, fanden sie statt des Leichnams duftende Blumen und Kräuter darin.</p><p>Zu Mariä Himmelfahrt beginnt der „Frauendreißiger“, der bis zum Fest Mariä Geburt am 8. September beziehungsweise bis Mariä Schmerzen am 15. September gezählt wird. In dieser Zeit sind die hiesigen Kräuter voll ausgereift. Die teils darin vorhandenen Gifte sollen ihre Schärfe verloren haben. Auch dieses christliche Brauchtum lässt sich auf das Fasten der Germanen vor den Erntefesten zurückführen.</p><p>(3321/0791; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Würzburg</category><category>Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran</category><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47436</guid><pubDate>Fri, 07 May 2021 10:40:50 +0200</pubDate><title>Eisheilige</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/eisheilige-1/</link><description>(POW) Als Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius oder Sophia kennt sie kaum jemand. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Schon eher unter der volkstümlichen Bezeichnung „Eisheilige“. So werden die Heiligen genannt, deren Gedenktage auf die Zeit zwischen dem 11. und dem 15. Mai fallen – mit regionalen Unterschieden in der Verehrung. In dieser Zeit gibt es in Mitteleuropa mit großer Regelmäßigkeit einen plötzlichen Kälteeinbruch mit Nachfrösten. Bauern und Gärtner fürchten die Tage als letztmögliche Termine für eine späte Rückkehr von Frost und Schnee. Doch seit Jahren sind die Eisheiligen eigentlich wenig zuverlässig und pünktlich: Die „Trefferquote“ liegt nur noch bei rund 60 Prozent, sagen die Meteorologen. Ein genaues Datum für die erstmalige gemeinsame Verehrung der so genannten Eisheiligen lässt sich nicht feststellen. Sicher steht sie im Zusammenhang mit bestimmten Legenden. So soll Mamertus für die Einführung von Bittprozessionen vor Christi Himmelfahrt verantwortlich sein. Bei Servatius soll gemäß der Legende kein Schnee auf dem Grab liegen geblieben sein. Bauernregeln besagen: „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.“ „Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sofie kein Frost.“ „Und zum Schluss fehlt nie – die kalte Sofie.“</p><p>(1821/0420; E-Mail voraus)</p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46534</guid><pubDate>Fri, 12 Feb 2021 11:34:21 +0100</pubDate><title>Österliche Bußzeit</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/oesterliche-busszeit-6/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Am Aschermittwoch beginnt die Österliche Bußzeit, gemeinhin bekannt als Fastenzeit. An diesem Mittwoch vor dem ersten Fastensonntag empfangen Christen im Gottesdienst das Aschenkreuz als Zeichen der Umkehr und Vergänglichkeit. „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium“ oder „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“, spricht der Seelsorger beim Auflegen der Asche. Mit diesem Ritus wird die Zeit eingeleitet, die zur Vorbereitung auf Ostern und zur Umkehr und Buße dienen soll.</p><p>Aufgrund der Corona-Pandemie unterliegt in diesem Jahr auch das Auflegen des Aschenkreuzes den geltenden Schutzmaßnahmen. Im Bistum Würzburg spricht der Priester beziehungsweise der oder die Leiter/in des Gottesdienstes das Segensgebet über die Asche und besprengt sie ohne weitere Begleitworte mit Weihwasser. Dann spricht er einmal für alle Anwesenden die Formel „Kehrt um und glaubt an das Evangelium“ oder „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“. Er legt denjenigen, die zu ihm herantreten, die Asche auf oder nähert sich, wenn es angebracht ist, denjenigen, die an ihrem Platz stehen. Er nimmt die Asche und lässt sie auf das Haupt des- oder derjenigen fallen, ohne etwas zu sagen.</p><p>Im zweiten Jahrhundert noch auf ein zweitägiges Trauerfasten vor Ostern beschränkt, war es bereits im vierten Jahrhundert fester Brauch, sich 40 Tage auf das Hochfest der Auferstehung des Herrn vorzubereiten. Dieses Zeitmaß leitet sich aus der Bibel ab; vor allem von der 40-tägigen Zeit des Betens und Fastens, die Jesus nach der Taufe im Jordan in der Wüste auf sich nahm. Der Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch rührt daher, dass am Sonntag nicht gefastet wird und dennoch 40 Fastentage erreicht werden sollen. Das neue Verhältnis zu Gott, das neue Leben, die Vergebung der Schuld – alles, was an Ostern gefeiert wird, ist schon Thema der Fastenzeit. Für Katholiken gehört der Empfang des Bußsakraments zur Österlichen Bußzeit – neben dem Verzicht, zum Beispiel auf Sucht- und Genussmittel, aber auch auf Luxus. Das Geben von Almosen in den Wochen vor Ostern hat in der bischöflichen Aktion Misereor eine weltweite Dimension bekommen. Allgemein wird eine Intensivierung des Glaubenslebens angestrebt. So widmet sich der Kreuzweg als besonderes Gebet der Österlichen Bußzeit dem Leiden und Sterben Jesu. Aschermittwoch als Beginn der Österlichen Bußzeit sowie Karfreitag sind die streng gebotenen Fasten- und Abstinenztage. Katholiken sind angehalten, an diesen Tagen nur eine Mahlzeit zu sich zu nehmen und auf Fleisch und Alkohol zu verzichten.</p><p>(0721/0153; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Kar- und Ostertage</category><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46319</guid><pubDate>Tue, 26 Jan 2021 14:09:16 +0100</pubDate><title>Mariä Lichtmess – Darstellung des Herrn</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/mariae-lichtmess-darstellung-des-herrn-4/</link><description>(POW) Am 2. Februar, 40 Tage nach Weihnachten, feiert die Kirche das Fest der Darstellung des Herrn, im Volksmund auch Mariä Lichtmess genannt. </description><content:encoded><![CDATA[<p>In den Schriften der Bibel taucht die Zahl 40 oft in Verbindung mit verschiedenen Zeiteinheiten auf: 40 Jahre zog das Volk Israel durch die Wüste, bevor es das gelobte Land erreichte. Jesus verbrachte 40 Tage und Nächte in der Wüste, bevor er begann, in der Öffentlichkeit von Galiläa zu wirken. All den verschiedenen 40er-Fristen ist eines gemeinsam: Es geht um Zeiten der Klärung und Vorbereitung. Sie werden durchlebt, bevor Gott sich zeigt. Darauf verweist in der biblischen Symbolsprache die Zahl 40.</p><p>In der Lebensgeschichte Jesu, wie sie im Evangelium des Lukas überliefert wird, war die „Darstellung Jesu im Tempel“ ein solches Ereignis, bei dem Gottes gute Absicht offenbar wurde. Wie es für jede jüdische Familie Brauch ist, wurde Jesus als der erstgeborene Sohn 40 Tage nach seiner Geburt in den Tempel nach Jerusalem gebracht. Das erinnert an die rettende Tat Gottes, durch die Israel aus dem Elend Ägyptens wunderbar herausgeführt wurde. Für die Mutter erfolgte ein Reinigungs- und Segensritus. Die 40 Tage waren zudem ein wichtiger Schutzraum zwischen Mutter und Neugeborenem für die Entfaltung und Festigung ihrer Beziehung.</p><p>„Darstellung des Herrn“ meint, dass Jesus Gott geweiht, übereignet ist. Es wird öffentlich bezeugt, dass er Gottes Eigentum ist und bleibt. Im Tempel kommt es zur Begegnung mit dem Propheten Simeon und der alten Prophetin Hannah, die schon viele Jahre ihren Dienst an diesem heiligen Ort versehen. Simeon preist Jesus als das Licht der Welt. Seine Worte wurden von der Kirche in ein Gebet aufgenommen, das bei der Komplet, dem kirchlichen Nachtgebet, gesprochen wird. Auch die Prophetin Hannah lobt angesichts des Kindes Gott und beginnt als erste Frau mit der Verkündigung dieser Heilsbotschaft an alle, die auf die Erlösung Israels harren.</p><p>Ab dem vierten Jahrhundert werden am Lichtmesstag die für das nächste Jahr benötigten Kerzen geweiht, weshalb Wachsmärkte, eben Licht(er)messen, durchgeführt wurden. Daher hat sich der Name „Mariä Lichtmess“ eingebürgert. Die weihnachtliche Lichtsymbolik kommt noch einmal zur Geltung – in vielen Kirchen finden Kerzenweihen und Lichterprozessionen statt. Mit Einführung des neuen Allgemeinen Römischen Kalenders von 1969 wurde dieses Fest in „Darstellung des Herrn“ umbenannt, um die biblische Wurzel des Festes zu unterstreichen.</p><p>Im Volksbrauch und im bäuerlichen Leben ist Lichtmess ein besonderer Tag: Die Herrschaften können wieder bei Tag, ohne „künstliches“ Licht, zu Abend essen. Traditionell wurden zu diesem Termin die Dienstverträge für Knechte und Mägde erneuert. Das Wetter des Lichtmesstages gibt laut alter Bauernregel Auskunft über die Dauer des Winters: „Wenn’s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit; ist es aber klar und hell, kommt der Lenz noch nicht so schnell.“</p><p>Traditionell wird im Anschluss an die Heilige Messe am Fest der Darstellung des Herrn der Blasiussegen erteilt. Die Spendung des Segens ist seit dem 16. Jahrhundert nachgewiesen. Andere Segnungen am Blasiustag wie die von Wasser, Brot, Wein und Früchten sind dagegen heute nicht mehr gebräuchlich. Der Segen aus dem Benediktionale heißt: „Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.“ Eine andere Segensformel lautet: „Der allmächtige Gott schenke dir Gesundheit und Heil. Er segne dich auf die Fürsprache des heiligen Blasius durch Christus, unsern Herrn.“</p><p>Aufgrund der Corona-Pandemie unterliegt in diesem Jahr auch der Blasiussegen den geltenden Schutzmaßnahmen. Im Bistum Würzburg spricht der Priester beziehungsweise der oder die Leiter/in des Gottesdienstes die Segensformel laut vom Altar oder Sitz aus. Der Einzelsegen wird in Stille und mit eineinhalb Metern Abstand empfangen. Die brennenden Kerzen werden dem Segensempfänger auf Kopfhöhe entgegengehalten und die jeweilige Segensgeste gezeichnet.</p><p>Der Gedenktag des heiligen Blasius ist am 3. Februar. Blasius von Sebaste war der Überlieferung zufolge Bischof von Sebaste in Kleinasien und erlitt 316 das Martyrium. Der Heilige zählt zu den 14 Nothelfern. Die bekannteste Erzählung über Blasius berichtet, wie er während seiner Gefangenschaft in einem römischen Gefängnis einem jungen Mann das Leben gerettet hat, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte. Die Kirche spendet daher den Blasiussegen zum Schutz gegen Halskrankheiten. Darin kommt das gläubige Vertrauen auf die Heilszusage Gottes gerade auch für das leibliche Wohlergehen des erlösungsbedürftigen Menschen zum Ausdruck.</p><p>(0421/0101; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-45752</guid><pubDate>Thu, 03 Dec 2020 14:15:45 +0100</pubDate><title>Der heilige Nikolaus</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/der-heilige-nikolaus-2/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>(POW) Äpfel, Nuss und Mandelkern, essen fromme Kinder gern. Und das vor allem an einem ganz bestimmten Tag im Jahr. Am 6. Dezember zieht traditionell der heilige Nikolaus von Haus zu Haus, liest aus seinem goldenen Buch und beschenkt artige Kinder mit Leckereien aus seinem Nikolaussack. In diesem Jahr muss sich allerdings auch der Heilige an die coronabedingten Abstands- und Hygieneregeln halten. „Die Kontaktbeschränkungen des Lockdown light gelten auch für den Nikolaus“, erklärt Gesundheitsministerin Melanie Huml auf der Homepage der Bayerischen Landesregierung. Das Liturgiereferat des Bistums Würzburg stellt auf seiner Homepage (<a href="http://liturgie.bistum-wuerzburg.de/corona/weihnachten-2020/" target="_blank" class="external-link">https://liturgie.bistum-wuerzburg.de/corona/weihnachten-2020/</a>) Materialien für die liturgische Gestaltung der Advents- und Weihnachtstage zur Verfügung, inklusive einer Vorlage für den zweiten Adventssonntag, 6. Dezember.</p><p>Der heilige Nikolaus ist laut kritischen Textanalysen eine fiktive Figur. Sie verbindet in sich die Eigenschaften der realen Personen des Bischofs Nikolaus von Myra aus Lykien (heutige Türkei) und des gleichnamigen Abts von Sion. Die Legenden besagen, dass Nikolaus von Myra unter anderem drei zu Unrecht eingesperrte Offiziere befreite und drei unschuldig zum Tode verurteilte Jünglinge rettete. Er ermöglichte auch drei armen Mädchen die Heirat, indem er ihnen in den Kamin jeweils einen Goldklumpen als Mitgift warf. Auch gilt er als Schutzpatron der Schiffer, da er der Legende nach ein Schiff aus größter Seenot rettete. Er zählt wie der heilige Martin zu den ersten Heiligen, die keine Märtyrer waren.</p><p>Nikolausbräuche gibt es viele. Sie werden schon lange Zeit praktiziert. Der älteste stammt aus der Zeit des Mittelalters. Am 28. Dezember feierten damals Schüler an Kloster- und Domschulen das Knabenbischofsspiel, das sich später mit dem Nikolausbrauch vermischte. Bei dem ursprünglichen Narrenfest wählten die Kinder einen Abt oder Bischof, der ein pompöses Fest und Umzüge durchführte und wie ein Bischof mit Chorkleidung, Mitra und einem Stab ausgestattet war. Ab dem 13. Jahrhundert wanderte der Brauch allmählich auf den 6. Dezember. Im 15. Jahrhundert kam die Tradition des Wurf- und Streuabends sowie des Nikolaus-Schiffs auf. Am Nikolausabend wurden Äpfel, Nüsse oder andere Leckereien in einen Raum geworfen, in dem die Familie zusammensaß, oder über Nacht heimlich Kleinigkeiten vorbeigebracht. Kinder bastelten dafür aus Papier Schiffchen, in die der Heilige seine Gaben legte. Hintergrund dieses Brauchtums ist sein Schifferpatronat. Später wurden die Schiffchen durch Stiefel, Schuhe, Strümpfe oder Gabenteller ausgetauscht.</p><p>Der sogenannte Einlegebrauch wurde im 17. Jahrhundert in katholischen Regionen vom Einkehrbrauch abgelöst. Der Nikolaustag bekam ein katechetisch-pädagogisches Gepräge. Der heilige Nikolaus spielt dabei die Rolle des gütigen Richters, der aus katechetischen Gründen lobt oder tadelt. Aus seinem „Goldenen Buch“ bezieht er sein Wissen, welches Kind artig war und welches nicht. Mit dabei ist meist ein Begleiter. Knecht Ruprecht stellt das Böse dar, das böse und unartige Kinder straft, aber im Dienste des Guten steht, also des heiligen Nikolaus.</p><p>Mit der Kunstfigur des Weihnachtsmannes hat der heilige Nikolaus nichts zu tun. Der Weihnachtsmann taucht erst seit 1923 in der Werbung auf. Er steht für Handel und Konsum, während der heilige Nikolaus als Nothelfer und Schutzpatron für Kinder, Schüler und Schiffsleute gilt.</p><p>(5020/1264; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-44532</guid><pubDate>Wed, 12 Aug 2020 14:26:26 +0200</pubDate><title>Hochfest Mariä Himmelfahrt</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/hochfest-mariae-himmelfahrt-3/</link><description>TV Mainfranken überträgt live Gottesdienst aus dem Würzburger Kiliansdom</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) In den rund 1700 überwiegend katholischen Gemeinden Bayerns haben am Samstag, 15. August, Fabriken und Geschäfte geschlossen: Gefeiert wird das Hochfest „Mariä Himmelfahrt“. In Unterfranken sind nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik 268 von insgesamt 308 Gemeinden überwiegend katholisch. Domdekan Dr. Jürgen Vorndran feiert an diesem Tag um 10 Uhr eine heilige Messe zum Hochfest Mariä Himmelfahrt im Würzburger Kiliansdom. Die Feier wird live auf dem Fernsehsender TV Mainfranken ausgestrahlt und um 21 Uhr wiederholt. Nähere Informationen im Internet unter <a href="http://www.tvmainfranken.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.tvmainfranken.de</a>. Außerdem wird der Gottesdienst im Internet auf den Seiten des Bistums Würzburg (<a href="http://www.bistum-wuerzburg.de" target="_blank" class="external-link">www.bistum-wuerzburg.de</a>) und von BibelTV (<a href="http://www.bibeltv.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.bibeltv.de</a>) live gestreamt.</p><p>Hinter „Mariä Himmelfahrt“ verbirgt sich theologisch korrekt gesprochen das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel: Maria ist mit Leib und Seele als ganzer Mensch in die Herrlichkeit Gottes aufgenommen worden. Diesen Glaubenssatz erhob Papst Pius XII. nach Befragung aller Bischöfe am Allerheiligenfest 1950 zum Dogma.</p><p>Traditionell mit dem Hochfest verbunden ist der Brauch der Kräuterweihe. Sieben oder neun bis 77 Kräuter sind es, die traditionell in den Weih- oder Würzbüschel, Marienwisch, Würzwisch oder Sangen genannten Sträußen zu finden sind. Darunter Johanniskraut, Kamille, Minze, Wermut, Wohlmut, Majoran, Holunder, Beifuß, Schafgarbe, Basilikum und Sonnwendkraut. Dazwischen sind mitunter auch eine Königskerze, eine Rose oder Getreideähren vertreten. Die Kräuterbüschel sollen nach Volksglauben vor Unwettern oder Krankheiten schützen, indem sie auf dem Dachboden aufgehängt, im Herd verbrannt oder dem Essen oder Viehfutter beigemischt werden. In manchen Gegenden werden die Pflanzen und Kräuter, die am Mariä-Himmelfahrts-Tag in den Kirchen geweiht werden, auch Kindern und Jungvermählten ins Bett oder Toten in den Sarg gelegt. Das Marienfest war einst auch der Tag der Apotheker und Drogisten, der Gärtner und Blumenhändler, der Gewürzkrämer und Parfümeure.</p><p>Der Brauch der Kräuterweihe geht bis in die vorchristliche Zeit zurück. Schon die Ägypter, Griechen, Römer und die germanischen Völker kannten die Heilkraft bestimmter Pflanzen. Im Mittelalter wurde der Brauch christianisiert, indem die Wirkung der Gewächse auf Gott und die Fürsprache Marias zurückgeführt wurde. Die frühesten Belege stammen aus dem 10. Jahrhundert. Die christliche Legende, die der Kräuterweihe zu Grunde liegt, dreht sich um die Himmelfahrt Marias: Als die Apostel nach drei Tagen das Grab der Muttergottes öffneten, fanden sie statt des Leichnams duftende Blumen und Kräuter darin.</p><p>Zu Mariä Himmelfahrt beginnt der „Frauendreißiger“, der bis zum Fest Mariä Geburt am 8. September beziehungsweise bis Mariä Schmerzen am 15. September gezählt wird. In dieser Zeit sind die hiesigen Kräuter voll ausgereift. Die teils darin vorhandenen Gifte sollen ihre Schärfe verloren haben. Auch dieses christliche Brauchtum lässt sich auf das Fasten der Germanen vor den Erntefesten zurückführen. Traditionell werden an zahlreichen Wallfahrtsorten im Bistum Würzburg Mariä Himmelfahrt und die folgenden Marienfeste besonders feierlich begangen. In diesem Jahr sind aufgrund der Corona-Epidemie keine Wallfahrten möglich. Einige Wallfahrtsorte bieten ein alternatives Programm unter Berücksichtigung der Corona-Schutzmaßnahmen an.</p><p>(3320/0827; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-40926</guid><pubDate>Mon, 18 May 2020 14:44:16 +0200</pubDate><title>Christi Himmelfahrt</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/christi-himmelfahrt-6/</link><description>(POW) Am Donnerstag, 21. Mai, ist der Feiertag Christi Himmelfahrt. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Er weckt meist weltliche Assoziationen: Für viele ist er in erster Linie Vatertag, Ausflugstag oder Wandertag. Seine Bedeutung als kirchliches Hochfest der Himmelfahrt Christi gerät oft in den Hintergrund. Die Tradition des Festes ist schon über 1500 Jahre alt: 40 Tage nach Ostern und zehn Tage vor Pfingsten etablierte sich um das Jahr 400 ein Festtag, der die Erfahrung feiert, dass Gott sich ohne Bindung an Raum und Zeit zeigt. Das Evangelium nach Lukas und die Apostelgeschichte schildern den Übergang des Auferstandenen von der Erde in den Himmel als sichtbaren Aufstieg, lateinisch „ascensio“. Während Jesus die Jünger segnete, schreibt Lukas, „schied er von ihnen und wurde in den Himmel emporgehoben“ (Lk 24,52).</p><p>Seit Entstehung des Festes Christi Himmelfahrt ist auch die Tradition nachgewiesen, die Tage vor Christi Himmelfahrt als Bitttage zu gestalten und Bittprozessionen durchzuführen. Dieses Jahr entfallen wegen der Corona-Pandemie viele der Wallfahrten oder Flurprozessionen, bei denen die Gläubigen durch die Felder ziehen und um eine gute Ernte beten. Diese Flurumgänge gehen wohl ursprünglich darauf zurück, den Gang der Jünger nach Galiläa auf den Berg nachzuahmen, den Jesus ihnen genannt hatte, um dort den Sendungsauftrag zu empfangen.</p><p>Dafür, dass es bei den Prozessionen oft recht munter zuging, gibt es bereits Zeugnisse aus dem frühen 16. Jahrhundert. Aus der Tradition der „Apostelgänge“ sind dann die „Herrenpartien“ entstanden, die später als Gegenstück zum im 19. Jahrhundert eingeführten Muttertag am zweiten Sonntag im Mai als Vatertag umgedeutet wurden. Gleichwohl liegt das in der theologischen Interpretation von Christi Himmelfahrt, die auch als die Heimkehr Jesu Christi, des Sohnes, zum Vater zu verstehen ist. Damit wird dieser Tag zum Vatertag schlechthin: Er lenkt den Blick auf Gott, den Vater, der sich als Lebensgrund und -erhalt erweist.</p><p>Der Linzer Theologe Professor Dr. Michael Rosenberger schreibt in seiner Vorlage für eine solche Bittprozession: „Wenn wir bei dieser Prozession über den Boden unserer Felder gehen und Gott um seinen Segen bitten, dann stehen wir auf diesem Boden, der uns trägt und nährt, und wissen sehr nüchtern und realistisch, dass wir keine Überflieger sind. Hochmut lässt einen gedanklich abheben, so dass der Hochmütige über den Dingen schwebt und den Bezug zur Wirklichkeit verliert. Demut bindet uns an die Wirklichkeit, lässt uns aber auch spüren, dass diese Wirklichkeit gut ist und uns birgt. Die Erde nimmt uns in ihren mütterlichen Schoß. Der Schöpfer nimmt uns in seinen mütterlichen Schoß.“</p><p>Die Tage nach dem Himmelfahrtsfest werden als Vorbereitung auf die Herabkunft des Heiligen Geistes an Pfingsten begangen. Sie werden als Pfingstnovene bezeichnet.</p><p>(2120/0550; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-38268</guid><pubDate>Thu, 30 Jan 2020 10:23:00 +0100</pubDate><title>Mariä Lichtmess – Darstellung des Herrn</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/mariae-lichtmess-darstellung-des-herrn-3/</link><description>(POW) Am 2. Februar, 40 Tage nach Weihnachten, feiert die Kirche das Fest der Darstellung des Herrn, im Volksmund auch Mariä Lichtmess genannt. </description><content:encoded><![CDATA[<p>In den Schriften der Bibel taucht die Zahl 40 oft in Verbindung mit verschiedenen Zeiteinheiten auf: 40 Jahre zog das Volk Israel durch die Wüste, bevor es das gelobte Land erreichte. Jesus verbrachte 40 Tage und Nächte in der Wüste, bevor er begann, in der Öffentlichkeit von Galiläa zu wirken. All den verschiedenen 40er-Fristen ist eines gemeinsam: Es geht um Zeiten der Klärung und Vorbereitung. Sie werden durchlebt, bevor Gott sich zeigt. Darauf verweist in der biblischen Symbolsprache die Zahl 40.</p><p>In der Lebensgeschichte Jesu, wie sie im Evangelium des Lukas überliefert wird, war die „Darstellung Jesu im Tempel“ ein solches Ereignis, bei dem Gottes gute Absicht offenbar wurde. Wie es für jede jüdische Familie Brauch ist, wurde Jesus als der erstgeborene Sohn 40 Tage nach seiner Geburt in den Tempel nach Jerusalem gebracht. Das erinnert an die rettende Tat Gottes, durch die Israel aus dem Elend Ägyptens wunderbar herausgeführt wurde. Für die Mutter erfolgte ein Reinigungs- und Segensritus. Die 40 Tage waren zudem ein wichtiger Schutzraum zwischen Mutter und Neugeborenem für die Entfaltung und Festigung ihrer Beziehung.</p><p>„Darstellung des Herrn“ meint, dass Jesus Gott geweiht, übereignet ist. Es wird öffentlich bezeugt, dass er Gottes Eigentum ist und bleibt. Im Tempel kommt es zur Begegnung mit dem Propheten Simeon und der alten Prophetin Hannah, die schon viele Jahre ihren Dienst an diesem heiligen Ort versehen. Simeon preist Jesus als das Licht der Welt. Seine Worte wurden von der Kirche in ein Gebet aufgenommen, das bei der Komplet, dem kirchlichen Nachtgebet, gesprochen wird. Auch die Prophetin Hannah lobt angesichts des Kindes Gott und beginnt als erste Frau mit der Verkündigung dieser Heilsbotschaft an alle, die auf die Erlösung Israels harren.</p><p>Ab dem vierten Jahrhundert werden am Lichtmesstag die für das nächste Jahr benötigten Kerzen geweiht, weshalb Wachsmärkte, eben Licht(er)messen, durchgeführt wurden. Daher hat sich der Name „Mariä Lichtmess“ eingebürgert. Die weihnachtliche Lichtsymbolik kommt noch einmal zur Geltung – in vielen Kirchen finden Kerzenweihen und Lichterprozessionen statt. Mit Einführung des neuen Allgemeinen Römischen Kalenders von 1969 wurde dieses Fest in „Darstellung des Herrn“ umbenannt, um die biblische Wurzel des Festes zu unterstreichen.</p><p>Im Volksbrauch und im bäuerlichen Leben ist Lichtmess ein besonderer Tag: Die Herrschaften können wieder bei Tag, ohne „künstliches“ Licht, zu Abend essen. Traditionell wurden zu diesem Termin die Dienstverträge für Knechte und Mägde erneuert. Das Wetter des Lichtmesstages gibt laut alter Bauernregel Auskunft über die Dauer des Winters: „Wenn’s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit; ist es aber klar und hell, kommt der Lenz noch nicht so schnell.“</p><p>Traditionell wird im Anschluss an die Heilige Messe am Fest der Darstellung des Herrn der Blasiussegen erteilt. Der Gedenktag des heiligen Blasius ist am 3. Februar. Blasius von Sebaste war der Überlieferung zufolge Bischof von Sebaste in Kleinasien und erlitt 316 das Martyrium. Der Heilige zählt zu den 14 Nothelfern. Die bekannteste Erzählung über Blasius berichtet, wie er während seiner Gefangenschaft in einem römischen Gefängnis einem jungen Mann das Leben gerettet hat, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte. Die Kirche spendet daher den Blasiussegen zum Schutz gegen Halskrankheiten. Darin kommt das gläubige Vertrauen auf die Heilszusage Gottes gerade auch für das leibliche Wohlergehen des erlösungsbedürftigen Menschen zum Ausdruck.</p><p>Die Spendung des Segens ist seit dem 16. Jahrhundert nachgewiesen. Andere Segnungen am Blasiustag wie die von Wasser, Brot, Wein und Früchten sind dagegen heute nicht mehr gebräuchlich. Bei der Spendung des Blasiussegens hält der Priester oder der Diakon dem Gläubigen zwei gekreuzte brennende Kerzen in Höhe des Halses vor. „Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist“, heißt der Segen aus dem Benediktionale. Eine andere Segensformel lautet: „Der allmächtige Gott schenke dir Gesundheit und Heil. Er segne dich auf die Fürsprache des heiligen Blasius durch Christus, unsern Herrn.“ Der Gläubige antwortet mit „Amen“.</p><p>(0620/0133; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-37545</guid><pubDate>Tue, 03 Dec 2019 15:24:29 +0100</pubDate><title>Der heilige Nikolaus</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/der-heilige-nikolaus/</link><description>(POW) Äpfel, Nuss und Mandelkern, essen fromme Kinder gern. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Und das vor allem an einem ganz bestimmten Tag im Jahr. Am 6. Dezember zieht der heilige Nikolaus von Haus zu Haus, liest aus seinem goldenen Buch und beschenkt artige Kinder mit Leckereien aus seinem Nikolaussack.</p><p>Der heilige Nikolaus ist laut kritischen Textanalysen eine fiktive Figur. Sie verbindet in sich die Eigenschaften der realen Personen des Bischofs Nikolaus von Myra aus Lykien (heutige Türkei) und des gleichnamigen Abts von Sion. Die Legenden besagen, dass Nikolaus von Myra unter anderem drei zu Unrecht eingesperrte Offiziere befreite und drei unschuldig zum Tode verurteilte Jünglinge rettete. Er ermöglichte auch drei armen Mädchen die Heirat, indem er ihnen in den Kamin jeweils einen Goldklumpen als Mitgift warf. Auch gilt er als Schutzpatron der Schiffer, da er der Legende nach ein Schiff aus größter Seenot rettete. Er zählt wie der heilige Martin zu den ersten Heiligen, die keine Märtyrer waren.</p><p>Nikolausbräuche gibt es viele. Sie werden schon lange Zeit praktiziert. Der älteste stammt aus der Zeit des Mittelalters. Am 28. Dezember feierten damals Schüler an Kloster- und Domschulen das Knabenbischofsspiel, das sich später mit dem Nikolausbrauch vermischte. Bei dem ursprünglichen Narrenfest wählten die Kinder einen Abt oder Bischof, der ein pompöses Fest und Umzüge durchführte und wie ein Bischof mit Chorkleidung, Mitra und einem Stab ausgestattet war. Ab dem 13. Jahrhundert wanderte der Brauch allmählich auf den 6. Dezember. Im 15. Jahrhundert kam die Tradition des Wurf- und Streuabends sowie des Nikolaus-Schiffs auf. Am Nikolausabend wurden Äpfel, Nüsse oder andere Leckereien in einen Raum geworfen, in dem die Familie zusammensaß, oder über Nacht heimlich Kleinigkeiten vorbeigebracht. Kinder bastelten dafür aus Papier Schiffchen, in die der Heilige seine Gaben legte. Hintergrund dieses Brauchtums ist sein Schifferpatronat. Später wurden die Schiffchen durch Stiefel, Schuhe, Strümpfe oder Gabenteller ausgetauscht.</p><p>Der sogenannte Einlegebrauch wurde im 17. Jahrhundert in katholischen Regionen vom Einkehrbrauch abgelöst. Der Nikolaustag bekam ein katechetisch-pädagogisches Gepräge. Der heilige Nikolaus spielt dabei die Rolle des gütigen Richters, der aus katechetischen Gründen lobt oder tadelt. Aus seinem „Goldenen Buch“ bezieht er sein Wissen, welches Kind artig war und welches nicht. Der Einkehrbrauch wird heute noch in vielen Regionen praktiziert. Mit dabei ist meist ein Begleiter. Knecht Ruprecht stellt das Böse dar, das böse und unartige Kinder straft, aber im Dienste des Guten steht, also des heiligen Nikolaus.</p><p>Mit der Kunstfigur des Weihnachtsmannes hat der heilige Nikolaus nichts zu tun. Der Weihnachtsmann taucht erst seit 1923 in der Werbung auf. Er steht für Handel und Konsum, während der heilige Nikolaus als Nothelfer und Schutzpatron für Kinder, Schüler und Schiffsleute gilt.</p><p>(4919/1299; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-36547</guid><pubDate>Thu, 07 Nov 2019 14:11:11 +0100</pubDate><title>Sankt Martin am 11. November</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/sankt-martin-am-11-november/</link><description>(POW) Der heilige Martin von Tours – Sankt Martin – ist der erste Heilige, der in der Kirche öffentlich verehrt wurde, obwohl er kein Märtyrer war. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Über sein Leben berichtet unter anderem sein Freund Sulpicius Severus in seinen Aufzeichnungen, festgehalten schon zu Lebzeiten des Heiligen.</p><p>Als Martin 316/17 zu Sabaria in Pannonien, im heutigen Ungarn, einer Provinz des römischen Reiches, geboren wird, befindet sich dieses Reich mitten in einem großen Umbruch, der auch die Christen betrifft. Denn drei Jahre zuvor ist die christliche Religion durch ein Gesetz, das so genannte Mailänder Edikt, staatlich zugelassen und anerkannt worden. In der Folge lassen sich nicht nur viele Menschen taufen, sondern auch der Einfluss der Kirche im Reich wächst: Kirchengebote werden zu Reichsgesetzen, und Kirchenstrafen haben staatliche Ächtung und sogar Verbannung zur Folge. Martin wächst im oberitalienischen Pavia auf. Mit zwölf Jahren bewirbt er sich gegen den Willen seiner Eltern um die Aufnahme als Taufbewerber ins Katechumenat. Er lässt sich im Glauben unterweisen.</p><p>Die legendäre Begegnung mit dem Bettler fällt in seine Zeit als Offizier im römischen Heer noch als Ungetaufter. Martin sieht den Bettler am Stadttor von Amiens und gibt ihm die Hälfte seines Mantels. Nachts sieht Martin im Traum Jesus vor sich stehen. Jesus ist eingehüllt in Martins roten Mantel und spricht: „Martin, der erst auf dem Weg zur Taufe ist, hat verstanden: Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Mit 18 Jahren empfängt Martin die Taufe und verlässt die Armee; er will Gott mehr dienen als dem kaiserlichen Befehlshaber. Als junger Geistlicher stellt sich Martin zuerst in den Dienst des Bischofs von Poitiers. Dieser muss wegen Glaubensstreitigkeiten der jungen Kirche, die angesichts der neuen Stellung der Kirche plötzlich auch Folgen für die Einheit des Reiches haben, vorübergehend fliehen. Nach einer Missionstätigkeit in Pannonien entschließt sich Martin, als Einsiedler zu leben und so Gott näher zu kommen. 360 gründet er bei Poitiers das erste Mönchskloster in Gallien. Er wird schließlich im Jahr 371 von der großen Mehrheit der Diözese gedrängt, den Bischofssitz von Tours anzunehmen.</p><p>Am 8. November 397 stirbt Martin auf einer Missionsreise in Candes, am 11. November wird sein Leichnam von Bürgern von Tours dorthin überführt. Über seinem Grab wird&nbsp;eine erste Kapelle errichtet und zwischen 470 und 474 eine große Basilika, die ein Nationalheiligtum Galliens war; sein Grab ist noch heute eine bedeutende Wallfahrtsstätte. Der heilige Martin wurde zum bedeutendsten Heiligen und Schutzpatron des Frankenreichs, das große Teile des heutigen Frankreichs umfasste. Viele Klöster und Kirchen im fränkischen Gebiet sind nach ihm benannt. Martins Mantel wird von den fränkischen Königen auf ihren Reisen von einem Residenzort, Pfalz genannt, zum anderen mitgeführt – als ein symbolisches Zeichen für Barmherzigkeit und Schutz. Aufbewahrt wird der Mantel jeweils in einem eigenen Raum der Pfalz: der Kapelle (von lateinisch capella für Kapuzenmantel).</p><p>In vielen Bräuchen lebt die Erinnerung an Sankt Martin fort und hat seinen Tod weit überdauert. Im weltweiten kirchlichen Abendgebet heißt es deshalb an diesem Tag: „O unvergleichlicher Mann! Die Mühsal des Lebens konnte dich nicht bezwingen, der Tod dich nicht besiegen!“ Bei den Laternenumzügen der Kinder rund um den Sankt Martinstag erklingen meist die Lieder „Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind“ und „Ich geh’ mit meiner Laterne“.</p><p>(4619/1203; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-32294</guid><pubDate>Mon, 12 Aug 2019 10:50:11 +0200</pubDate><title>Hochfest Mariä Himmelfahrt</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/hochfest-mariae-himmelfahrt/</link><description>(POW) In den rund 1700 überwiegend katholischen Gemeinden Bayerns haben am Donnerstag, 15. August, Fabriken und Geschäfte geschlossen: Gefeiert wird das Hochfest „Mariä Himmelfahrt“. </description><content:encoded><![CDATA[<p>In Unterfranken sind nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik 268 von insgesamt 308&nbsp;Gemeinden überwiegend katholisch. Hinter „Mariä Himmelfahrt“ verbirgt sich theologisch korrekt gesprochen das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel: Maria ist mit Leib und Seele als ganzer Mensch in die Herrlichkeit Gottes aufgenommen worden. Diesen Glaubenssatz erhob Papst Pius XII. nach Befragung aller Bischöfe am Allerheiligenfest 1950 zum Dogma.</p><p>Traditionell mit dem Hochfest verbunden ist der Brauch der Kräuterweihe. Sieben oder neun bis 77&nbsp;Kräuter sind es, die traditionell in den Weih- oder Würzbüschel, Marienwisch, Würzwisch oder Sangen genannten Sträußen zu finden sind. Darunter Johanniskraut, Kamille, Minze, Wermut, Wohlmut, Majoran, Holunder, Beifuß, Schafgarbe, Basilikum und Sonnwendkraut. Dazwischen sind mitunter auch eine Königskerze, eine Rose oder Getreideähren vertreten. Die Kräuterbüschel sollen nach Volksglauben vor Unwettern oder Krankheiten schützen, indem sie auf dem Dachboden aufgehängt, im Herd verbrannt oder dem Essen oder Viehfutter beigemischt werden. In manchen Gegenden werden die Pflanzen und Kräuter, die am Mariä-Himmelfahrts-Tag in den Kirchen geweiht werden, auch Kindern und Jungvermählten ins Bett oder Toten in den Sarg gelegt. Das Marienfest war einst auch der Tag der Apotheker und Drogisten, der Gärtner und Blumenhändler, der Gewürzkrämer und Parfümeure.</p><p>Der Brauch der Kräuterweihe geht bis in die vorchristliche Zeit zurück. Schon die Ägypter, Griechen, Römer und die germanischen Völker kannten die Heilkraft bestimmter Pflanzen. Im Mittelalter wurde der Brauch christianisiert, indem die Wirkung der Gewächse auf Gott und die Fürsprache Marias zurückgeführt wurde. Die frühesten Belege stammen aus dem 10. Jahrhundert. Die christliche Legende, die der Kräuterweihe zu Grunde liegt, dreht sich um die Himmelfahrt Marias: Als die Apostel nach drei Tagen das Grab der Muttergottes öffneten, fanden sie statt des Leichnams duftende Blumen und Kräuter darin.</p><p>Zu Mariä Himmelfahrt beginnt der „Frauendreißiger“, der bis zum Fest Mariä Geburt am 8. September beziehungsweise bis Mariä Schmerzen am 15. September gezählt wird. In dieser Zeit sind die hiesigen Kräuter voll ausgereift. Die teils darin vorhandenen Gifte sollen ihre Schärfe verloren haben. Auch dieses christliche Brauchtum lässt sich auf das Fasten der Germanen vor den Erntefesten zurückführen. An zahlreichen Wallfahrtsorten im Bistum Würzburg werden Mariä Himmelfahrt und die folgenden Marienfeste besonders feierlich begangen. Beeindruckend ist die Feier am Maria Ehrenberg in der Rhön.</p><p>(3319/0886; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-30430</guid><pubDate>Thu, 27 Jun 2019 13:40:50 +0200</pubDate><title>Die drei Frankenapostel</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/die-drei-frankenapostel/</link><description>(POW) Kilian, Kolonat und Totnan heißen die drei Frankenapostel. Sie werden als Patrone des Bistums Würzburg verehrt, weil sie in der Stadt am Main vor über 1300 Jahren den Märtyrertod erlitten haben. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Während der Kiliani-Wallfahrtswoche sind ihre Häupter ab 7. bis 14. Juli wieder in der Kathedralkirche aufgestellt und Ziel tausender Menschen aus der gesamten Diözese. Um 686 kamen die Missionare Kilian, Kolonat und Totnan aus Irland an den Main, um den christlichen Glauben zu verkünden, zu taufen und zu firmen. Im damals schon befestigten Ort Würzburg fanden sie dabei guten Anklang, bis sie durch ihre Lehre mit dem regierenden Herzogshaus in Konflikt gerieten und deshalb im Jahr 689 umgebracht wurden. Zeugin der Mordtat war die Christin Burgunda, die – durch die Missionspredigten stark beeindruckt – den Glaubensboten half und ihre Zelle an die Kapelle anbauen ließ, in der bei Nacht der dreifache Mord geschah. Näheres zur Vita der Frankenapostel findet sich in den beiden ältesten Lebensbeschreibungen der Heiligen, der „Passio minor“ aus dem achten Jahrhundert und der „Passio maior“ aus dem neunten Jahrhundert. „Fest miteinander vereint ließen sie alles zurück und brachen von ihrem Vaterland auf“, heißt es in der „Passio minor“ über die Fahrt von Irland nach Germanien. Über ihr Martyrium ist in der „Passio minor“ zu lesen: „Zur Nachtzeit, als sie einmütig zum Lob Gottes vereint waren, trat der Henker zu ihnen, das Schwert gezückt, gewissermaßen gerüstet, sie, die Freunde Gottes, nach dem Befehl der Geilana, der Gattin des Herzogs Gozbert, zu töten.“ Das Grab der Frankenapostel zog über die Jahrhunderte hinweg Landsleute und Pilger an. Reliquien der Heiligen ruhen im Kiliansschrein in der Kiliansgruft der Neumünsterkirche, die Häupter werden während des Jahres in einem Bergkristallschrein im Altar des Domes aufbewahrt. Zahlreiche Patrozinien fränkischer Gotteshäuser weisen auf die besondere Wertschätzung der Frankenapostel hin. Rund um das Hochfest der Frankenapostel am 8. Juli haben sich neben der Kiliani-Wallfahrtswoche auch weltliches Feiern und Handeln angesiedelt: das Kiliani-Volksfest in Würzburg mit Fahrgeschäften und Unterhaltung sowie die Kilianimesse im Herzen Würzburgs.</p><p>(2719/0701; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category><category>Kiliani</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-29563</guid><pubDate>Mon, 27 May 2019 14:05:34 +0200</pubDate><title>Christi Himmelfahrt</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/christi-himmelfahrt/</link><description>(POW) Am Donnerstag, 30. Mai, ist der Feiertag Christi Himmelfahrt. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Er weckt meist weltliche Assoziationen: Für viele ist er in erster Linie Vatertag, Ausflugstag oder Wandertag. Seine Bedeutung als kirchliches Hochfest der Himmelfahrt Christi gerät oft in den Hintergrund. Die Tradition des Festes ist schon über 1500 Jahre alt: 40 Tage nach Ostern und zehn Tage vor Pfingsten etablierte sich um das Jahr 400 ein Festtag, der die Erfahrung feiert, dass Gott sich ohne Bindung an Raum und Zeit zeigt. Das Evangelium nach Lukas und die Apostelgeschichte schildern den Übergang des Auferstandenen von der Erde in den Himmel als sichtbaren Aufstieg, lateinisch „ascensio“. Während Jesus die Jünger segnete, schreibt Lukas, „schied er von ihnen und wurde in den Himmel emporgehoben“ (Lk 24,52).</p><p>Seit Entstehung des Festes Christi Himmelfahrt ist auch die Tradition nachgewiesen, die Tage vor Christi Himmelfahrt als Bitttage zu gestalten und Bittprozessionen durchzuführen. Auch heute noch finden vielerorts Wallfahrten oder Flurprozessionen statt, bei denen die Gläubigen durch die Felder ziehen und um eine gute Ernte beten. Diese Flurumgänge gehen wohl ursprünglich darauf zurück, den Gang der Jünger nach Galiläa auf den Berg nachzuahmen, den Jesus ihnen genannt hatte, um dort den Sendungsauftrag zu empfangen.</p><p>Dafür, dass es bei den Prozessionen oft recht munter zuging, gibt es bereits Zeugnisse aus dem frühen 16. Jahrhundert. Aus der Tradition der „Apostelgänge“ sind dann die „Herrenpartien“ entstanden, die später als Gegenstück zum im 19. Jahrhundert eingeführten Muttertag am zweiten Sonntag im Mai als Vatertag umgedeutet wurden. Gleichwohl liegt dies in der theologischen Interpretation von Christi Himmelfahrt, die auch als die Heimkehr Jesu Christi, des Sohnes, zum Vater zu verstehen ist. Damit wird dieser Tag zum Vatertag schlechthin: Er lenkt den Blick auf Gott, den Vater, der sich als Lebensgrund und -erhalt erweist.</p><p>Die Tage nach dem Himmelfahrtsfest werden als Vorbereitung auf die Herabkunft des Heiligen Geistes an Pfingsten begangen. Sie werden als Pfingstnovene bezeichnet.</p><p>(2219/0603; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-27913</guid><pubDate>Fri, 01 Mar 2019 10:18:09 +0100</pubDate><title>Österliche Bußzeit</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/oesterliche-busszeit/</link><description>Am Aschermittwoch beginnt die Österliche Bußzeit, gemeinhin bekannt als Fastenzeit.</description><content:encoded><![CDATA[<p>An diesem Mittwoch vor dem ersten Fastensonntag empfangen Christen im Gottesdienst das Aschenkreuz als Zeichen der Umkehr und Vergänglichkeit. „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium“ oder „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“, spricht der Seelsorger beim Auflegen der Asche. Mit diesem Ritus wird die Zeit eingeleitet, die zur Vorbereitung auf Ostern und zur Umkehr und Buße dienen soll. Im zweiten Jahrhundert noch auf ein zweitägiges Trauerfasten vor Ostern beschränkt, war es bereits im vierten Jahrhundert fester Brauch, sich 40 Tage auf das Hochfest der Auferstehung des Herrn vorzubereiten. Dieses Zeitmaß leitet sich aus der Bibel ab; vor allem von der 40-tägigen Zeit des Betens und Fastens, die Jesus nach der Taufe im Jordan in der Wüste auf sich nahm. Der Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch rührt daher, dass am Sonntag nicht gefastet wird und dennoch 40 Fastentage erreicht werden sollen. Das neue Verhältnis zu Gott, das neue Leben, die Vergebung der Schuld – alles, was an Ostern gefeiert wird, ist schon Thema der Fastenzeit. Für Katholiken gehört der Empfang des Bußsakraments zur Österlichen Bußzeit – neben dem Verzicht, zum Beispiel auf Sucht- und Genussmittel, aber auch auf Luxus. Das Geben von Almosen in den Wochen vor Ostern hat in der bischöflichen Aktion Misereor eine weltweite Dimension bekommen. Allgemein wird eine Intensivierung des Glaubenslebens angestrebt. So widmet sich der Kreuzweg als besonderes Gebet der Österlichen Bußzeit dem Leiden und Sterben Jesu. Aschermittwoch als Beginn der Österlichen Bußzeit sowie Karfreitag sind die streng gebotenen Fasten- und Abstinenztage. Katholiken sind angehalten, an diesen Tagen nur eine Mahlzeit zu sich zu nehmen und auf Fleisch und Alkohol zu verzichten.</p><p>(1019/0275; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category><category>Kar- und Ostertage</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-27236</guid><pubDate>Mon, 18 Feb 2019 10:14:16 +0100</pubDate><title>Was Doppik und Kameralistik unterscheidet</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/was-doppik-und-kameralistik-unterscheidet/</link><description>(POW) Bei der Haushaltspressekonferenz am Montag, 18. Februar, sind unter anderem die wesentlichen Änderungen bei der Erstellung des aktuellen Haushaltsplans vorgestellt worden.</description><content:encoded><![CDATA[<p>So wird mit Doppik die kaufmännische Rechnungslegung bezeichnet, mit Kameralistik die traditionelle Rechnungslegung der öffentlichen Körperschaft. Beide Methoden führen bei konsequenter und richtiger Anwendung zu einer zutreffenden Darstellung des Jahresabschlusses. Die Kameralistik hat dabei aber im Fokus, ob eine Körperschaft aktuell ihre Zahlungspflichten erfüllen kann. Der Jahresabschluss (Doppik) stellt daneben auch stark auf die künftige Zahlungsfähigkeit ab. Bestehende und mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende Verbindlichkeiten, die erst in künftigen Jahren zu Zahlungsabflüssen führen werden, sind in der Kameralistik nicht erfasst. Zukunftslasten lassen sich so leichter auf künftige Generationen verschieben. Im handelsrechtlichen Abschluss werden sie dagegen erkennbar. Im Jahresabschluss werden mit Lagebericht und Anhang Erläuterungen zu der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und Entwicklung gegeben, die im kameralistischen Abschluss so nicht enthalten sind. Durch die Verbindung von Vermögensdarstellung und Ertragsrechnung im Jahresabschluss wird ein Gesamtbild vermittelt, das in der getrennten Darstellung von laufendem Haushalt und Vermögenshaushalt so nicht erreichbar ist.</p><p>(0819/0206; E-Mail voraus)</p>]]></content:encoded><category>Haushalt und Finanzen</category><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-27235</guid><pubDate>Mon, 18 Feb 2019 10:11:21 +0100</pubDate><title>Kontrolle und Aufsicht in Finanzfragen</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/kontrolle-und-aufsicht-in-finanzfragen/</link><description>(POW) Zur Kontrolle und Aufsicht der Finanzen im Bistum Würzburg sind drei Gremien von zentraler Bedeutung: der Diözesansteuerausschuss, das Konsultorenkollegium (Domkapitel) und der Diözesanvermögensverwaltungsrat. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Außerdem werden der Haushalt der Diözese Würzburg und der Haushalt des Bischöflichen Stuhls zu Würzburg jeweils einer Prüfung durch eine externe unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterzogen.</p><p>Der Diözesansteuerausschuss prüft die Jahresrechnung der Diözese Würzburg und entscheidet, ebenso wie das Konsultorenkollegium (Domkapitel), über den Diözesanhaushalt. Er sichert einen verantwortungsvollen Umgang mit den Geldern, die Kirchensteuerzahlerinnen und -zahler dem Bistum zur Verfügung stellen, damit diese möglichst vielen Menschen zugutekommen. Für die Amtsperiode vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2019 gehören folgende Personen dem Diözesansteuerausschuss an: Von den Priestern in den Steuerausschuss gewählt wurden Pfarrer Markus Lang (Region Aschaffenburg), Pfarrer Robert Borawski (Region Würzburg) und Dekan Werner Kirchner (Region Schweinfurt). Gewählte weltliche Mitglieder sind Jürgen Weiß (Goldbach), Hans Dieter Arnold (Miltenberg), Johannes Wagenpfahl (Gräfendorf), Hans-Dieter Greulich (Würzburg), Christoph Vierheilig (Burkardroth), Norbert Denninger (Ochsenfurt), Karl-Heinz Baumeister (Unsleben), Wolfgang Fähr (Grettstadt) und Dieter Köpf (Zeil am Main). Kraft Amtes gehören Bischof Dr. Franz Jung sowie Bischöflicher Finanzdirektor (komm.) Andreas Hammer zu dem Gremium. Vom Bischof ernannte Mitglieder sind Generalvikar Thomas Keßler und der frühere Diözesanratsvorsitzende Karl-Peter Büttner. Die Mitglieder des Diözesansteuerausschusses engagieren sich auch in den Unterausschüssen für Kirchensteuerfragen und für Stellenplanfragen, im Rechnungsprüfungsausschuss und im Bauausschuss.</p><p>Der Diözesanvermögensverwaltungsrat berät laut Ordnung den Diözesanbischof in grundsätzlichen und wichtigen Fragen, die das Vermögen der Diözese und des Bischöflichen Stuhls zu Würzburg betreffen. Er genehmigt den Haushalt des Bischöflichen Stuhls zu Würzburg und hat Kontrollfunktion in der diözesanen Vermögensverwaltung. Dem Gremium gehören in Würzburg folgende Personen an: Bischof Dr. Franz Jung, Generalvikar Thomas Keßler, Weihbischof Ulrich Boom, Bischöflicher Finanzdirektor (komm.) Andreas Hammer sowie die externen Fachleute Hans-Dieter Greulich und Hans Dieter Arnold. Verwaltet wird der Bischöfliche Stuhl von der Bischöflichen Finanzkammer. Das geschieht nach Maßgabe des Bischofs von Würzburg unter Beachtung der kirchenrechtlichen Bestimmungen.</p><p>(0819/0203; E-Mail voraus)</p>]]></content:encoded><category>Haushalt und Finanzen</category><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-27121</guid><pubDate>Mon, 28 Jan 2019 12:39:29 +0100</pubDate><title>Mariä Lichtmess – Darstellung des Herrn</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/mariae-lichtmess-darstellung-des-herrn/</link><description>(POW) 40 Tage nach Weihnachten, am 2. Februar, feiert die Kirche das Fest der Darstellung des Herrn, im Volksmund auch Mariä Lichtmess genannt.</description><content:encoded><![CDATA[<p>In den Schriften der Bibel taucht die Zahl 40 oft in Verbindung mit verschiedenen Zeiteinheiten auf: 40 Jahre zog das Volk Israel durch die Wüste, bevor es das gelobte Land erreichte. Jesus verbrachte 40 Tage und Nächte in der Wüste, bevor er begann, in der Öffentlichkeit von Galiläa zu wirken. All den verschiedenen 40-Tage-Fristen ist etwas gemeinsam: Es geht um Zeiten der Klärung und Vorbereitung. Sie werden durchlebt, bevor Gott sich zeigt. Darauf verweist in der biblischen Symbolsprache die Zahl 40.</p><p>In der Lebensgeschichte Jesu, wie sie im Evangelium des Lukas überliefert wird, war die „Darstellung Jesu im Tempel“ ein solches Ereignis, bei dem Gottes gute Absicht offenbar wurde. Wie es für jede jüdische Familie Brauch ist, wurde Jesus als der erstgeborene Sohn 40 Tage nach seiner Geburt in den Tempel nach Jerusalem gebracht. Das erinnert an die rettende Tat Gottes, durch die Israel aus dem Elend Ägyptens wunderbar herausgeführt wurde. Für die Mutter erfolgte ein Reinigungs- und Segensritus. Die 40 Tage waren zudem ein wichtiger Schutzraum zwischen Mutter und Neugeborenem für die Entfaltung und Festigung ihrer Beziehung.</p><p>„Darstellung des Herrn“ meint, dass Jesus Gott geweiht, übereignet ist. Es wird öffentlich bezeugt, dass er Gottes Eigentum ist und bleibt. Im Tempel kommt es zur Begegnung mit dem Propheten Simeon und der alten Prophetin Hannah, die schon viele Jahre ihren Dienst an diesem heiligen Ort versehen. Simeon preist Jesus als das Licht der Welt. Seine Worte wurden von der Kirche in ein Gebet aufgenommen, das bei der Komplet, dem kirchlichen Nachtgebet, gesprochen wird. Auch die Prophetin Hannah lobt angesichts des Kindes Gott und beginnt als erste Frau mit der Verkündigung dieser Heilsbotschaft an alle, die auf die Erlösung Israels harren.</p><p>Ab dem vierten Jahrhundert werden am Lichtmesstag die für das nächste Jahr benötigten Kerzen geweiht, weshalb Wachsmärkte, eben Licht(er)messen, durchgeführt wurden. Daher hat sich der Name „Mariä Lichtmess“ eingebürgert. Die weihnachtliche Lichtsymbolik kommt noch einmal zur Geltung – in vielen Kirchen finden Kerzenweihen und Lichterprozessionen statt. Mit Einführung des neuen Allgemeinen Römischen Kalenders von 1969 wurde dieses Fest in „Darstellung des Herrn“ umbenannt, um die biblische Wurzel des Festes zu unterstreichen.</p><p>Im Volksbrauch und im bäuerlichen Leben ist Lichtmess ein besonderer Tag: Die Herrschaften können wieder bei Tag, ohne „künstliches“ Licht, zu Abend essen. Traditionell wurden zu diesem Termin die Dienstverträge für Knechte und Mägde erneuert. Das Wetter des Lichtmesstages gibt laut alter Bauernregel Auskunft über die Dauer des Winters: „Wenn’s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit; ist es aber klar und hell, kommt der Lenz noch nicht so schnell.“</p><p>(0519/0143; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-26598</guid><pubDate>Fri, 30 Nov 2018 10:33:55 +0100</pubDate><title>Rorate-Messe</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/rorate-messe/</link><description>(POW) Frühmorgens vor Sonnenaufgang, zum Teil auch abends, aber immer im Licht des Kerzenscheins und daher besonders stimmungsvoll: So werden an den Werktagen im Advent die Rorate-Messen gefeiert. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Name dieser Gottesdienste kommt vom Anfang eines ins Lateinische übersetzten Verses aus dem Buch Jesaja (Jes 45,8). Dieser Text bildet den Anfang einer Antiphon, also eines Kehrverses, der in der katholischen Liturgie ein Psalmgebet rahmt. Der Text lautet: „Rorate caeli desuper, et nubes pluant iustum: aperiatur terra, et germinet Salvatorem“ (Tauet Himmel, von oben, ihr Wolken, regnet den Gerechten: Es öffne sich die Erde und sprosse den Heiland hervor). Wegen des Eröffnungsgesangs, der eben diesen Vers enthält, werden werktägliche Votivmessen zu Ehren der Gottesmutter Maria im Advent als Rorate-Messen bezeichnet. Ursprünglich wurden diese an den Samstagen, später auch an den anderen Werktagen des Advents und heute bis zum 16. Dezember gefeiert. Nach altem Brauch dient bei der Feier nur Kerzenschein als Lichtquelle. Die Flammen bringen in besonderer Weise die Sehnsucht nach der Ankunft Gottes in der Welt zum Ausdruck. Der Ursprung dieser besonderen Gottesdienste liegt sehr lange zurück. Forscher vermuten, dass bereits kurz nach der Ausbildung der Adventsliturgie erstmals Rorate-Gottesdienste gefeiert wurden. Als ein Beitrag zur Entstehung dieser Messfeiern gilt das Dogma „Maria als Gottesgebärerin“ aus dem Jahre 451. In Bayern sind erste Rorate-Messen am Ende des 15.&nbsp;Jahrhunderts nachgewiesen. Zum aktuellen Brauchtum rund um die Rorate-Messen gehört es neben der ausschließlichen Beleuchtung mit Kerzen, dass diese Gottesdienste möglichst früh gefeiert werden, während es draußen noch dunkel ist. Anschließend kommen alle Gottesdienstteilnehmer mit dem Priester noch zu einem gemeinsamen Frühstück zusammen. &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p><p class="align-right">mh (POW)</p><p>(4918/1256; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-23866</guid><pubDate>Tue, 06 Nov 2018 09:25:56 +0100</pubDate><title>Sankt Martin am 11. November</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/sankt-martin-am-11-november-2/</link><description>(POW) Der heilige Martin von Tours – Sankt Martin – ist der erste heilige Nichtmärtyrer, der in der Kirche öffentlich verehrt wurde. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Über sein Leben unterrichtet unter anderem sein Freund Sulpicius Severus in seinen Aufzeichnungen, festgehalten schon zu Lebzeiten des Heiligen.</p><p>Als Martin 316/17 zu Sabaria in Pannonien, im heutigen Ungarn, einer Provinz des römischen Reiches, geboren wurde, befand sich dieses Reich mitten in einem großen Umbruch, der auch die Christen betraf. Denn drei Jahre zuvor war die christliche Religion durch ein Gesetz, das so genannte Mailänder Edikt, staatlich zugelassen und anerkannt worden. In der Folge ließen sich nicht nur viele Menschen taufen, sondern auch der Einfluss der Kirche im Reich wuchs: Kirchengebote wurden zu Reichsgesetzen, und Kirchenstrafen hatten staatliche Ächtung und sogar Verbannung zur Folge. Martin wuchs im oberitalienischen Pavia auf. Mit zwölf Jahren bewarb er sich gegen den Willen seiner Eltern um die Aufnahme als Taufbewerber ins Katechumenat: Er ließ sich im Glauben unterweisen.</p><p>Die legendäre Begegnung mit dem Bettler fällt in seine Zeit als Offizier im römischen Heer noch als Ungetaufter. Martin sieht den Bettler am Stadttor von Amiens und gibt ihm die Hälfte seines Mantels. Nachts sieht Martin im Traum Jesus vor sich stehen. Jesus ist eingehüllt in Martins roten Mantel und spricht: „Martin, der erst auf dem Weg zur Taufe ist, hat verstanden: Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Mit 18 Jahren empfängt Martin die Taufe und verlässt die Armee; er will Gott mehr dienen als dem kaiserlichen Befehlshaber. Als junger Geistlicher stellt sich Martin zuerst in den Dienst des Bischofs von Poitiers. Dieser muss wegen Glaubensstreitigkeiten der jungen Kirche, die angesichts der neuen Stellung der Kirche plötzlich auch Folgen für die Einheit des Reiches haben, vorübergehend fliehen. Nach einer Missionstätigkeit in Pannonien entschließt sich Martin, als Einsiedler zu leben und so Gott näher zu kommen. 360 gründet er bei Poitiers das erste Mönchskloster in Gallien. Im Jahre 371 schließlich wird er von der großen Mehrheit der Diözese gedrängt, den Bischofssitz von Tours anzunehmen.</p><p>Am 8. November 397 stirbt Martin auf einer Missionsreise in Candes, am 11. November wird sein Leichnam von Bürgern von Tours dorthin überführt. Über seinem Grab wurde eine erste Kapelle errichtet und zwischen 470 und 474 eine große Basilika, die ein Nationalheiligtum Galliens war; sein Grab ist noch heute eine bedeutende Wallfahrtsstätte. Der heilige Martin wurde zum bedeutendsten Heiligen und Schutzpatron des Frankenreichs, das große Teile des heutigen Frankreichs umfasste. Viele Klöster und Kirchen im fränkischen Gebiet sind nach ihm benannt. Martins Mantel wurde von den fränkischen Königen auf ihren Reisen von einem Residenzort, Pfalz genannt, zum anderen mitgeführt – als ein symbolisches Zeichen für Barmherzigkeit und Schutz. Aufbewahrt wurde der Mantel jeweils in einem eigenen Raum der Pfalz: der Kapelle.</p><p>In vielen Bräuchen lebt die Erinnerung an Sankt Martin fort und hat seinen Tod weit überdauert. Im weltweiten kirchlichen Abendgebet heißt es deshalb an diesem Tag: „O unvergleichlicher Mann! Die Mühsal des Lebens konnte dich nicht bezwingen, der Tod dich nicht besiegen!“ Bei den Laternenumzügen der Kinder rund um den Sankt Martinstag erklingen meist die Lieder&nbsp;„Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind“ und „Ich geh’ mit meiner Laterne“.</p><p>(4518/1144; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-21332</guid><pubDate>Tue, 07 Aug 2018 15:38:26 +0200</pubDate><title>Hochfest Mariä Himmelfahrt</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/hochfest-mariae-himmelfahrt-2/</link><description>(POW) In den rund 1700 überwiegend katholischen Gemeinden Bayerns haben am Mittwoch, 15. August, Fabriken und Geschäfte geschlossen: Gefeiert wird das Hochfest „Mariä Himmelfahrt“. </description><content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">In Unterfranken sind nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik 268 von insgesamt 308 Gemeinden überwiegend katholisch. Hinter „Mariä Himmelfahrt“ verbirgt sich theologisch korrekt gesprochen das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel: Maria ist mit Leib und Seele als ganzer Mensch in die Herrlichkeit Gottes aufgenommen worden. Diesen Glaubenssatz erhob Papst Pius XII. nach Befragung aller Bischöfe am Allerheiligenfest 1950 zum Dogma.</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">Traditionell mit dem Hochfest verbunden ist der Brauch der Kräuterweihe. Sieben oder neun bis 77 Kräuter sind es, die traditionell in den Weih- oder Würzbüschel, Marienwisch, Würzwisch oder Sangen genannten Sträußen zu finden sind. Darunter Johanniskraut, Kamille, Minze, Wermut, Wohlmut, Majoran, Holunder, Beifuß, Schafgarbe, Basilikum und Sonnwendkraut. Dazwischen sind mitunter auch eine Königskerze, eine Rose oder Getreideähren vertreten. Die Kräuterbüschel sollen nach Volksglauben vor Unwettern oder Krankheiten schützen, indem sie auf dem Dachboden aufgehängt, im Herd verbrannt oder dem Essen oder Viehfutter beigemischt werden. In manchen Gegenden werden die Pflanzen und Kräuter, die am Mariä-Himmelfahrts-Tag in den Kirchen geweiht werden, auch Kindern und Jungvermählten ins Bett oder Toten in den Sarg gelegt. Das Marienfest war einst auch der Tag der Apotheker und Drogisten, der Gärtner und Blumenhändler, der Gewürzkrämer und Parfümeure.</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">Der Brauch der Kräuterweihe geht bis in die vorchristliche Zeit zurück. Schon die Ägypter, Griechen, Römer und die germanischen Völker kannten die Heilkraft bestimmter Pflanzen. Im Mittelalter wurde der Brauch christianisiert, indem die Wirkung der Gewächse auf Gott und die Fürsprache Marias zurückgeführt wurde. Die frühesten Belege stammen aus dem 10. Jahrhundert. Die christliche Legende, die der Kräuterweihe zu Grunde liegt, dreht sich um die Himmelfahrt Marias: Als die Apostel nach drei Tagen das Grab der Muttergottes öffneten, fanden sie statt des Leichnams duftende Blumen und Kräuter darin.</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">Zu Mariä Himmelfahrt beginnt der „Frauendreißiger“, der bis zum Fest Mariä Geburt am 8. September beziehungsweise bis Mariä Schmerzen am 15. September gezählt wird. In dieser Zeit sind die hiesigen Kräuter voll ausgereift. Die teils darin vorhandenen Gifte sollen ihre Schärfe verloren haben. Auch dieses christliche Brauchtum lässt sich auf das Fasten der Germanen vor den Erntefesten zurückführen. An zahlreichen Wallfahrtsorten im Bistum Würzburg werden Mariä Himmelfahrt und die folgenden Marienfeste besonders feierlich begangen. Beeindruckend ist die Feier am Maria Ehrenberg in der Rhön.</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(3218/0791; E-Mail voraus)</span></span></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-20963</guid><pubDate>Tue, 08 May 2018 09:11:06 +0200</pubDate><title>Christi Himmelfahrt</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/christi-himmelfahrt-2/</link><description>(POW) Am Donnerstag, 10. Mai, ist der Feiertag Christi Himmelfahrt. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Er weckt meist weltliche Assoziationen: Für viele ist er in erster Linie Vatertag, Ausflugstag oder Wandertag. Seine Bedeutung als kirchliches Hochfest der Himmelfahrt Christi gerät oft in den Hintergrund. Die Tradition des Festes ist schon über 1500 Jahre alt: 40 Tage nach Ostern und zehn Tage vor Pfingsten etablierte sich um das Jahr 400 ein Festtag, der die Erfahrung feiert, dass Gott sich ohne Bindung an Raum und Zeit zeigt. Das Evangelium nach Lukas und die Apostelgeschichte schildern den Übergang des Auferstandenen von der Erde in den Himmel als sichtbaren Aufstieg, lateinisch „ascensio“. Während Jesus die Jünger segnete, schreibt Lukas, „schied er von ihnen und wurde in den Himmel emporgehoben“ (Lk 24,52).</p><p>Seit Entstehung des Festes Christi Himmelfahrt ist auch die Tradition nachgewiesen, die Tage vor Christi Himmelfahrt als Bitttage zu gestalten und Bittprozessionen durchzuführen. Auch heute noch finden vielerorts Wallfahrten oder Flurprozessionen statt, bei denen die Gläubigen durch die Felder ziehen und um eine gute Ernte beten. Diese Flurumgänge gehen wohl ursprünglich darauf zurück, den Gang der Jünger nach Galiläa auf den Berg nachzuahmen, den Jesus ihnen genannt hatte, um dort den Sendungsauftrag zu empfangen.</p><p>Dafür, dass es bei den Prozessionen oft recht munter zuging, gibt es bereits Zeugnisse aus dem frühen 16. Jahrhundert. Aus der Tradition der „Apostelgänge“ sind dann die „Herrenpartien“ entstanden, die später als Gegenstück zum im 19. Jahrhundert eingeführten Muttertag am zweiten Sonntag im Mai als Vatertag umgedeutet wurden. Gleichwohl liegt dies in der theologischen Interpretation von Christi Himmelfahrt, die auch als die Heimkehr Jesu Christi, des Sohnes, zum Vater zu verstehen ist. Damit wird dieser Tag zum Vatertag schlechthin: Er lenkt den Blick auf Gott, den Vater, der sich als Lebensgrund und -erhalt erweist.</p><p>Die Tage nach dem Himmelfahrtsfest werden als Vorbereitung auf die Herabkunft des Heiligen Geistes an Pfingsten begangen. Sie werden als Pfingstnovene bezeichnet.</p><p>(1918/0471; E-Mail voraus)</p><p><strong><em>Hinweis für Redaktionen:</em></strong><em> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-20168</guid><pubDate>Fri, 16 Feb 2018 12:16:22 +0100</pubDate><title>Bischofsernennung in Bayern</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/bischofsernennung-in-bayern/</link><description>(POW) Für das Bistum Würzburg gilt bei der Bischofsernennung das Bayerische Konkordat von 1924. Die bayerischen Domkapitulare und die von Speyer haben demnach das Recht, eine Liste mit geeigneten Bischofskandidaten unmittelbar „nach Erledigung des Bischöflichen Stuhls“ zu erstellen. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Das Domkapitel übermittelt die Liste dem Apostolischen Nuntius, der Informationen über die vorgeschlagenen Kandidaten bei verschiedenen Personen seiner Wahl – Priester und Laien – einholt und dann kommentiert nach Rom weiterleitet. Dieser Vorgang kann mehrere Monate dauern. Darüber hinaus reichen die bayerischen Domkapitel sowie die Bischöfe der Freisinger Bischofskonferenz, zu der auch das Bistum Speyer aus historischen Gründen gehört, alle drei Jahre eine Liste mit geeigneten Kandidaten für das Bischofsamt beim Apostolischen Stuhl ein. Im Vatikan ist dann die Bischofskongregation für die Bischofsernennung zuständig. Da Bayern Konkordatsland ist, ist auch das vatikanische Staatssekretariat am Auswahlverfahren beteiligt. Am Ende des Verfahrens bekommt der Papst die Vorschläge vorgelegt. Er hat dann die volle Freiheit, aus den vorliegenden Listen einen geeigneten Bischof auszuwählen und zu ernennen. Hat sich der Papst für einen Kandidaten entschieden, holt der Nuntius die Zustimmung des vom Papst vorgeschlagenen Bischofs ein. Vor der Veröffentlichung der Ernennungsbulle ist der Heilige Stuhl in Bayern verpflichtet, sich bei der Staatsregierung zu vergewissern, dass gegen den Kandidaten keine Bedenken politischer Art bestehen. Die Ernennung selbst wird dann zeitgleich mittags um 12 Uhr in Rom und im betroffenen Bistum bekannt gegeben. Bis zur Amtsübernahme des neuen Bischofs leitet weiterhin der Diözesanadministrator das Bistum Würzburg.</p><p>(0818/0185; E-Mail voraus)</p>]]></content:encoded><category>Aktuelles Lexikon</category></item></channel></rss>