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	 xmlns:n="http://typo3.org/ns/GeorgRinger/News/ViewHelpers"><channel><title>Pressestelle Bistum Würzburg - Nachrichten</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de</link><description></description><language>de-DE</language><copyright>Diözese Bistum Würzburg</copyright><pubDate>Tue, 19 May 2026 09:24:10 +0200</pubDate><lastBuildDate>Tue, 19 May 2026 09:24:10 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/berichte/feed.rss" rel="self" type="application/rss+xml" /><generator>TYPO3 EXT:news</generator><item><guid isPermaLink="false">news-72562</guid><pubDate>Mon, 18 May 2026 14:12:10 +0200</pubDate><title>Probleme von Frauen sichtbar machen</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/probleme-von-frauen-sichtbar-machen/</link><description>SkF-Landesverband Bayern feiert sein 80-jähriges Bestehen – Kardinal Marx: Große Bedeutung für Kirche und gesellschaftlichen Zusammenhalt</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Im Rahmen des 104. Deutschen Katholikentages hat der Landesverband Bayern des Sozialdiensts katholischer Frauen (SkF) sein 80-jähriges Bestehen am Freitag, 15. Mai, im Caritashaus in Würzburg gefeiert. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen drei prägende Frauen der SkF-Geschichte in Bayern, schreibt der Verband in einer Pressemitteilung. An die Feier schloss sich ein Besuch auf der Kirchenmeile des Katholikentags an.</p><p>SkF-Landesvorsitzende Astrid Paudtke sagte in ihrer Begrüßung, dass der SkF das unverzichtbare weibliche Gesicht der Kirche sei, für Hilfe für Frauen und ihre Familien in Not stehe und damit Ausdruck von Nächstenliebe sei. Die Vertretung der Interessen der 16 bayerischen Ortsvereine in Gesellschaft, Kirche und Politik sowie eine zukunftsfähige Finanzierung benannte sie als Hauptaufgaben und setzte damit die Botschaft des Tages.</p><p>Kardinal Reinhard Marx sprach in seinem Grußwort von der großen Bedeutung des SkF für die Kirche, aber auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Dann sagten die Frauen des SkF 1946: Ohne die christliche Prägung werden wir dieses Gemeinwesen nicht wieder aufbauen können. Und die christliche Prägung besteht nicht nur aus äußeren Symbolen, sondern darin, wie wir auf die Menschen und für den SkF im Besonderen auf die Frauen in Not schauen.“</p><p>Judith Gerlach, bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, überbrachte die Grüße der Bayerischen Sozialministerin Ulrike Scharf. Gerlach betonte die enge politische Zusammenarbeit des SkF mit den bayerischen Ministerien und hob hervor, wie wichtig es sei, dass sich Frauen gegenseitig stärken und unterstützen, um gesellschaftlich und beruflich voranzukommen. Es bleibe entscheidend, spezifische Probleme von Frauen sichtbar zu machen und klar zu benennen. Genau dafür steht der SkF seit Jahrzehnten.</p><p>Die Geschichte des SkF-Landesverbands Bayern sei eng mit dem Wiederaufbau nach 1946 verknüpft und ein Wirken, das bis heute zunehmend an Bedeutung und Wichtigkeit gewonnen hat, sagte Moderatorin Juliana Sitzmann. Besonders drei starke und beeindruckende Frauen hätten in den vergangenen Jahrzehnten auf der hauptamtlichen Seite den Verband geprägt: Dr. Luise Jörsissen, Thea Schroff und Monika Meier-Pojda.</p><p>Pointiert setzte Meike Harms, Poetry-Slam-Künstlerin, mit ihren überraschenden, nachdenklichen und poetischen Texten Akzente. Sie knüpfte an die Gründerinnenzeit des SkF-Landesverbandes unmittelbar nach dem Krieg im zerstörten Bayern an: „Es gibt sie, die das alles sehen, und es in ihre Hände nehmen, die gegen Widerstand antreten und als Frauen ihren Mann stehen – nein sie stehen ihre Frau. Mit Weisheit und Weitblick und finden ihren Weg in Engagement und Politik. Sie haben trotz allem ihren Glauben nicht verloren und wagen voller Tatkraft den Weg zurück nach vorn.“</p><p>(2126/0524; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72557</guid><pubDate>Mon, 18 May 2026 11:29:12 +0200</pubDate><title>Gemeinsam für die Menschen</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/gemeinsam-fuer-die-menschen-3/</link><description>Weihbischof Reder beim „Abend der regionalen Politik“ im Caritashaus – ZdK-Präsidentin Stetter-Karp besucht Caritas-Stand auf der Kirchenmeile</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Das Caritas-Motto „Zusammen geht was“ sei auf allen Ebenen zu spüren. Das hat Weihbischof Paul Reder beim „Abend der regionalen Politik“ am Freitag, 15. Mai, im Würzburger Caritashaus betont. Die gegenseitige Wertschätzung sei dabei wichtiger denn je. „Dazu dienen Orte der Begegnung wie dieser hier. Darüber bin ich sehr froh“, sagte der Weihbischof. Eingeladen hatte der Diözesan-Caritasverband Würzburg (DiCV) im Rahmen des 104. Deutschen Katholikentags.</p><p>Die Kirche trage viel dazu bei, ein lebenswertes Miteinander zu gestalten, sagte Domkapitular Monsignore Clemens Bieber, Vorsitzender des DiCV. Dabei seien Caritasverbände das Rückgrat der Gesellschaft, von einst bis heute. Die Menschen in den Gemeinden leisteten auch weiterhin eine großartige Arbeit für die Gemeinschaft. Die Kommunalpolitikerinnen und -politiker trügen immer wieder dazu bei, dass „unsere Städte und Dörfer sowie ganz Unterfranken eine hohe Lebensqualität aufweisen“. Das Ergebnis sei ein breitgestreutes Netzwerk des Miteinanders.</p><p>Eva Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, sagte: „,Not sehen und handeln‘ ist das Leitwort der Caritas seit vielen Jahren. Die Voraussetzung dafür ist, den Mut dazu zu haben.“ Konflikte könnten nur im Miteinander gelöst werden, und nur im Miteinander werde auch die Zukunft zu gewinnen sein. In Bezug auf die Nöte der Menschen passe die Caritas-Jahreskampagne „Zusammen geht was“: „Nur im Miteinander kann man die Zukunft gewinnen.“</p><p>SPD-Bundestagsabgeordneter Bernd Rützel (Main-Spessart/Miltenberg) sagte, dass Hoffnung stärker sein solle als Zweifel und Liebe größer als Hass. Gerade Verbandsarbeit benötige einen Vertrauensvorschuss, damit das Zusammenstehen, Zusammenhalten und Füreinander einstehen auch gelinge.</p><p>CSU-Bundestagsabgeordneter Alexander Hoffmann (Main-Spessart/Miltenberg) rief zur Demokratie auf. Die Gefahr von Autokratisierung nehme stetig zu. Menschen würden getrieben von Ungeduld und Unruhe, gerade in der heutigen Zeit. „Die Demokratie hat unser Land geformt, sie lässt die Schwachen nicht zurück. Wichtig sind Kommunalpolitiker mit ihrem Tun und Handeln sowie ihrer Glaubwürdigkeit. Demokratie muss man aushalten. Jeder kann und darf mitreden und auch gehört werden.“</p><p>Als Dankeschön überreichte Bieber den Rednern ein kleines biblisches Bronze-Relief.</p><p><em><strong>Positives Fazit der Caritas-Mitarbeiter auf der Kirchenmeile</strong></em></p><p>Dr. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), besuchte am Freitag, 15. Mai, den Stand des Diözesan-Caritasverbands auf der Kirchenmeile. Sie sprach über die Vielfalt der Angebote auf der Kirchenmeile und dass Menschen mit wichtigen und zentralen Fragen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas herantreten. Für Angela M. Lixfeld, Leiterin der Abteilung Verband und Personal im Würzburger Caritashaus, war es der zweite Besuch eines Deutschen Katholikentages, und auch sie war begeistert. Iris Schmidt, Leiterin des Goldenen Kinderdorfes, sagte: „Am Katholikentag bleibt man nicht weg, auch wenn es regnet.“</p><p>Sabrina Göpfert, Caritas-Referentin Jugend und Familie, freute sich über die vielen guten Gespräche. „Schön, wenn dann Kolleginnen und Kollegen aus anderen Landesteilen neue Ansätze für ihre Arbeit mitnehmen.“ Anne Schwalbe, Geschäftsführerin des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Schweinfurt, lobte die gute Laune, das tolle Miteinander und die große Geduld der Besucherinnen und Besucher. „Zuerst war ich skeptisch, wie die Großveranstaltung verläuft, doch nun bin ich von dem friedlichen Miteinander sehr beeindruckt“, sagte Wolfgang Meixner, Geschäftsführer des SkF Würzburg. „Auch der dritte Tag des Katholikentages zeigt sich bunt und harmonisch“, ergänzte Frank Kupfer-Mauder, hauptamtlicher Caritas-Vorstand für die Stadt und den Landkreis Schweinfurt.</p><p class="text-right">sl (Diözesan-Caritasverband)</p><p>(2126/0523; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Weihbischof Paul Reder</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72548</guid><pubDate>Sun, 17 May 2026 16:49:36 +0200</pubDate><title>„Dafür bin ich extrem dankbar“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/dafuer-bin-ich-extrem-dankbar/</link><description>Verantwortliche aus dem Bistumsbüro für den Katholikentag ziehen Resümee</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Welches Resümee ziehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Bistumsbüro für den 104. Deutschen Katholikentag am Ende der fünftägigen Großveranstaltung?</p><p><em><strong>Domkapitular Albin Krämer, Bischofsvikar für den 104. Deutschen Katholikentag: </strong></em>„Das Bistum wurde auf dem Katholikentag sehr positiv wahrgenommen. Dafür bin ich extrem dankbar. Dankbar bin ich vor allem für den Einsatz von vielen Ehrenamtlichen und vielen Hauptamtlichen, die sich hier mit eingebracht haben, damit wir die Rolle als Gastgeber gut ausgefüllt haben. Sei es beim Rastplatz, sei es beim ,Abend der Begegnung‘, sei es bei der Kneipenseelsorge, aber gerade auch hier in der Demokratiekirche, die noch einmal deutlich macht, dass wir auch einige inhaltliche Akzente als Bistum innerhalb des Katholikentages setzen konnten. Gerade auch die Frage: Wie können wir als Kirche Demokratie stärken? Wie können wir Zivilgesellschaft gut aufbauen, miteinander aufbauen? Wie können wir auch im Sozialraum als Christen unter den Menschen gute Mitbürgerinnen und Mitbürger sein und unseren Teil dazu beitragen, dass wir in einer Gesellschaft leben, wo für jede und jeden Platz ist?“</p><p><em><strong>Dominik Großmann, Referent für den Katholikentag:</strong></em> „Ich hoffe, dass die Erfahrung darüber hinauswirkt, was Katholikentag eigentlich ist. Da haben wir im Vorfeld viel erzählt, und für viele war es nicht vorstellbar. Ich habe erlebt, dass Leute gespürt haben: Es ist so viel mehr und so viel anders, als sie es sich vorgestellt haben – ganz konkret Projekte, die wir mit angestoßen haben, wie die Demokratiekirche oder die Kneipenseelsorge. Da kamen so viele positive Rückmeldungen. Ich bin gespannt und hoffe darauf, dass diese Ideen irgendwie weitergehen.“</p><p><strong><em>Sigrid Traub, Mitarbeiterin im Bistumsbüro für den Katholikentag: </em></strong>„Für unser Bistum war der Katholikentag auf jeden Fall ein großer Erfolg. Die Menschen, die sich mit uns auf den Weg gemacht haben zu den Tagen seit Mittwoch bis zum Abschlussgottesdienst. Es war eine große Erfahrung für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bistum, die sich mit uns auf den Weg gemacht haben, diese Tage zu gestalten. Das war für viele nicht so einfach, sich am Anfang überhaupt vorzustellen: Was tue ich hier eigentlich, was bereite ich hier vor, was brauche ich dafür? Wie viele Menschen brauche ich dafür? Ist es überhaupt cool, da mitzumachen? Die Katholikentagsbesucherinnen und -besucher kommen und sind glücklich, besuchen diese Veranstaltungen und sprechen auch Lob aus. Jeder von uns hier ist beseelt zu erleben, was man sich vorher nicht vorstellen konnte. Viele Kolleginnen und Kollegen im Bistum haben auch mit dem Katholikentag vorher keine Berührungspunkte gehabt. Selbst wenn sie nicht am Programm beteiligt sind, erleben sie zum ersten Mal einen Katholikentag und sagen: Wow, das konnten wir uns nicht vorstellen, dass wir so etwas in Würzburg haben. Das, finde ich, ist ein großer Erfolg für unser Bistum und hoffentlich auch nachhaltig.“</p><p><em><strong>Elisabeth Schulz, Referentin für den „Abend der Begegnung“:</strong></em> „Der Start in den Katholikentag war sehr schön. Die Eröffnung mit dem Erinnerungsstück vom letzten Würzburger Katholikentag im Jahr 1907 war ein richtiger Wow-Moment auf dem Residenzplatz. Trotz des schlechten Wetters und viel Regen und Nässe sind die Menschen im Anschluss einfach in die Innenstadt geströmt und haben die Vielfalt unseres Bistums kennenlernen dürfen – vom Zirkus über Alphornbläser die große Bandbreite dessen, was unser Bistum zu bieten hat. Ich habe bis jetzt sehr viele positive Rückmeldungen bekommen. Alle Besucherinnen und Besucher gingen beseelt und fröhlich nach Hause. Auch ich bin jetzt sehr entspannt und wirklich sehr zufrieden mit dem Abend.“</p><p class="text-right">chd (POW)</p><p>(2126/0520; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72546</guid><pubDate>Sun, 17 May 2026 15:43:56 +0200</pubDate><title>Katholikentags-Kaleidoskop</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/katholikentags-kaleidoskop/</link><description>Der 104. Deutsche Katholikentag ist zu Ende – Interessantes, Nachdenkliches und Amüsantes aus fünf Tagen voller Veranstaltungen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Der 104. Deutsche Katholikentag in Würzburg ist zu Ende. Über die Großereignisse wurde ausführlich berichtet. Doch was war noch so los in den vergangenen fünf Tagen? Die Redaktionen des Medienhauses der Diözese haben gesammelt: Einblicke in spannende Workshops und besondere Gottesdienste, Blicke hinter die Kulissen und nette Begegnungen.</p><p><em><strong>Ein Gänseblümchen für Bischof Jung</strong></em></p><p>Mit einem Empfang im Innenhof des Hauses der Ausbildung in der Domerschulstraße hat Bischof Dr.&nbsp;Franz Jung am Sonntag, 17. Mai, den vielen Menschen gedankt, die durch ihren Einsatz den Katholikentag in Würzburg ermöglicht haben. Dr. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, dankte ihrerseits für die Gastfreundschaft des Bistums Würzburg. „Der größte Blumenstrauß könnte meinen Dank nicht ausreichend widerspiegeln.“ Da sie als Bauerstochter auch „das Kleine“ sehr zu schätzen wisse, überreichte sie dem Bischof zu dessen Erheiterung ein selbst gepflücktes Gänseblümchen vom Innenhofrasen.</p><p><strong>Weitere Fotos vom Bischofsempfang finden Sie hier:</strong><em><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779025271L7VaXgR3skASMc" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779025271L7VaXgR3skASMc</a></em></p><p><em><strong>„Hab Mut – steig ein“: Der Weihbischof im Polizeihubschrauber</strong></em></p><p>Bei seinem Besuch am Samstag, 16. Mai, in der Einsatzzentrale der Malteser während des 104.&nbsp;Deutschen Katholikentags in der Staatlichen Feuerwehrschule bekam Weihbischof Paul Reder spontan die Einladung, in einem Polizeihubschrauber Platz zu nehmen. Dort erfuhr er beispielsweise, dass nicht einmal eine Maus, die durch ein Feld läuft, vor der Technik sicher ist – sogar aus 350 Metern Höhe. Der Weihbischof dankte allen Einsatzkräften für ihren wertvollen Dienst beim Katholikentag.</p><p>###GALERIE###</p><p><em><strong>70 Jahre Einsatz für Menschen mit einer Hörbehinderung</strong></em></p><p>Bei der Feier zum 70-jährigen Bestehen der Katholischen Gehörlosengemeinschaft des Bistums Würzburg am Samstag, 16. Mai, im Pfarrsaal Sankt Josef im Stadtteil Grombühl beglückwünschte Weihbischof Paul Reder die Gründungsmitglieder Marga Christ und Katharina Gölz und überreichte ihnen im Namen von Bischof Dr. Franz Jung jeweils eine Ehrenurkunde. „Ich finde es ganz wichtig, dass wir Gemeinschaft pflegen und immer wieder erfahren, was uns im Glauben trägt“, sagte der Weihbischof. Die Gehörlosengemeinschaft hatte während des Katholikentags auch zwei Workshops angeboten.</p><p><em><strong>Podium zum Thema Antifeminismus: Wider den Spaltpilz</strong></em></p><p>„Wer hat das Wort? Wie Antifeminismus Diskursräume verengt. Und wie wir sie wieder öffnen können“: Darüber wurde bei einem Podium am Samstag, 16. Mai, in der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche Sankt Johannis diskutiert. Laut Katharina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, seien die „rechtsextremen Parteien inzwischen gut vernetzt und nutzen alle Themen, bei denen sich die demokratischen Parteien uneins sind, um als Spaltpilz zu wirken und uns auseinanderzudividieren. Das betrifft vor allem die Themen Umwelt- und Minderheitenschutz“. Bischof Dr. Peter Kohlgraf sah das Bistum Mainz inzwischen deutlich offener aufgestellt für geschlechtergerechte Themen. Zuletzt seien Stellen für queersensible Pastoral eingerichtet worden. Doch dauere es „keine fünf Minuten, bis online meine theologische Kompetenz angezweifelt oder mein Rücktritt gefordert wird“. Anna Klüsener, Bundesvorsitzende der Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg, möchte Räume bieten, in denen sich Mädchen und junge Frauen frei entfalten können, geschützt vor Geschlechterrollen und Leistungsdruck.</p><p><em><strong>Der Tipp (nicht nur) für alle Ehrenamtlichen: „Gott fordert keinen Burnout von Dir“</strong></em></p><p>Das machten Pastoraltheologin Philippa Haase und Benediktinerpater Wolfgang Siegler im Workshop „Gott fordert keinen Burnout von dir. Engagieren, ohne sich zu verlieren“ am Samstag, 16. Mai, im Siebold-Gymnasium klar. Sie gaben Tipps zur Burnout-Prävention. Sie rieten unter anderem dazu, vorhandenen Erwartungsdruck bewusst wahrzunehmen und zu den eigenen Grenzen zu stehen. Da auch Schönes belastend und energiezehrend sein könne, müsse jede zusätzliche Aufgabe abgewogen und eventuell abgelehnt werden.</p><p><em><strong>„Orgel rockt“: Gänsehaut, Ehrfurcht, Weihnachten</strong></em></p><p>Zweimal im Dom, einmal in der Kirche Sankt Michael, und immer wegen Überfüllung vorzeitig geschlossen: Das Format „Orgel rockt“ mit Organist Patrick Gläser und Sängerin Miriam Henkel aus Öhringen zog Tausende an. Gläser präsentierte Werke von den Rolling Stones, Metallica oder Queen. Bei „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen sangen alle mit. Per Handy konnte man Gefühle schicken, die als Wortwolke auf Bildschirmen angezeigt wurden, oder über die Auswahl der gespielten Stücke abstimmen.</p><p><em><strong>„Danke fürs Erkennen“ – Promis einmal anders</strong></em></p><p>Selten einen derart bescheidenen Promi erlebt: Auf dem Weg zwischen Residenz und Siebold-Gymnasium kam ZDF-Nachrichtensprecherin Gundula Gause entgegen. Markus Hauck bat sie um ein Foto, sie stimmte zu und sagte dann „Danke fürs Erkennen – und fürs Bild.“</p><p><em><strong>Engagierte Menschen erkennt man an bunten Buttons</strong></em></p><p>Birke Schmidt, Referentin für Ehrenamtsförderung im Bistum Würzburg, verteilte am Bistumsstand am Oberen Markt an Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, verschiedenfarbige Buttons, ganz nach Art der Tätigkeit. Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gab es eine andere Farbe als für den Einsatz für Senioren oder Umwelt. „Die Leute reißen uns die Anstecker förmlich aus den Händen.“ Auch sonst herrschte reger Betrieb an Bistumsbühne und -stand. Passanten lauschten der Musik, informierten sich am Stand vom Verein Würzburger Partnerkaffee über die Vorzüge fair gehandelten Kaffees und ließen sich am Bistumsstand ein Gläschen Frankenwein kredenzen.</p><p><em><strong>Ein bisschen Luft schnappen im Trubel des Katholikentags…</strong></em></p><p>… das war am Spirituellen Rastplatz im Innenhof des Kiliansdoms mit Liegestühlen und Palettensofas möglich. Es gab Impulskarten, Kaffee und Brezen. „Man merkt schon, dass die Leute eine Viertelstunde, eine halbe Stunde ausruhen wollen“, sagte Objektleiter Alexander Schmidt. „Man geht in den Dom rein, geht hier nach hinten und hat einfach Stille, Ruhe“, beschrieb Claudia Jörder vom Katholischen Sportverband in Freiburg die Atmosphäre. Sie war mit ihrem Mann auf ein Getränk zum Rastplatz gekommen – um dem „Jubel und Trubel“ in der Stadt einen Moment zu entfliehen. Philipp Koch (14) aus Bremen hatte mit drei Freundinnen und Freunden hier einen Platz zum Mittagessen gefunden. „Wenn man den ganzen Tag rumläuft, weil es ja viel zu sehen gibt, ist es ein schöner Ort, um sich auszuruhen.“</p><p><em><strong>Wegen Überfüllung geschlossen…</strong></em></p><p>… war am Freitag, 15. Mai, das Neumünster beim Gottesdienst unter dem Motto „Wer Mut zeigt, macht Mut. Wie Adolph Kolping: Vorangehen und Andere mitnehmen“. Die Audiospur des Gottesdienstes musste sogar auf den Kiliansplatz übertragen werden, wo nochmals 200 Personen mit Kolping-Bezug Platz genommen hatten.</p><p><em><strong>„Wir haben es geschafft und die Wolken vertrieben.“</strong></em></p><p>Angela M. Lixfeld, Leiterin des Chors des Diözesan-Caritasverbands, nach dem gelungenen Auftritt auf der Bistumsbühne am Oberen Markt am Freitag, 15. Mai. Der Auftritt begann im Regen, der aber schon nach wenigen Minuten versiegte. Rund 150 Menschen lauschten unter anderem „With a little help from my friends&quot;, „Keinen Tag soll es geben“ und „May the road rise to meet you&quot;.</p><p><em><strong>„Das ist die erste Veranstaltung, bei der es von oben trocken ist.“</strong></em></p><p>Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag, 14. Mai, beim Podium „Wir sind die Demokratie“ in der Posthalle. Beim Rundgang mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender und Weihbischof Paul Reder auf der Kirchenmeile hatte es auf den letzten Metern noch dicke Tropfen geregnet. Was Steinmeier trocken kommentierte mit: „Es regnet nicht!“</p><p><em><strong>Was „materialbasierter Distanzunterricht“ mit dem Katholikentag zu tun hat</strong></em></p><p>Bischof Dr. Franz Jung besuchte nach dem Eröffnungsgottesdienst auf dem Residenzplatz am Donnerstag, 14.&nbsp;Mai, gemeinsam mit Schulreferent Leitender Schulamtsdirektor im Kirchendienst Jürgen Engel und den unterfränkischen Ministerialbeauftragten Marcus Ramsteiner (Realschulen) und Dr. Robert Christof (Gymnasien) das Siebold-Gymnasium, um der dortigen Schulleitung stellvertretend für alle Würzburger Schulen Danke für die Erlaubnis zu sagen, die Räumlichkeiten als Orte für den Katholikentag nutzen zu können. Möglich war das unter anderem, weil am Freitag „materialbasierter Distanzunterricht“ stattfindet – ein Wort, das der Bischof so deutsch fand, dass er es vor Ort gleich zweimal wiederholte. Schulleiter Oberstudiendirektor Hansgeorg Binsteiner freute sich, dass so viele nette Leute während des Katholikentags in das Schulhaus kämen. Bischof Jung schaute im Anschluss noch bei Angeboten für Jugendliche im Schulhaus und dem angrenzenden Ringpark vorbei.</p><p><em><strong>Clowns an die Macht</strong></em></p><p>Clowns und Kirche? In der Kirche Stift Haug passte das am Donnerstag, 14. Mai, bestens zusammen. Bei „Übermütig und aufrecht – ein Gottesdienst von und mit Clown*s“ tummelten sich etwa 15 Clowns um den Altar. Pantomimisch stellten sie Botschaften dar wie: „Zusammen ist man stärker“, „Hab Mut“ oder „Jeder Mensch ist wertvoll“. Beim Singen eines Psalms strömten sie bei „Das Wort verbreitete sich in die Welt“ in den Kirchenraum aus. Der erste Clown wisperte einem Besucher etwas ins Ohr, der drehte sich zu seinem Sitznachbarn und flüsterte etwas in dessen Ohr. Per Flüsterpost verbreiteten sich Botschaften: „Du bist ein Geschenk Gottes“ – „Freude“ – „Etwas Wunderbares ist passiert“. Es sei nicht einfach gewesen, zu entscheiden, wie die Clowns den Gottesdienst gestalten, sagte eine Darstellerin später. Aber eines wollten sie weitergeben: Freude und Heiterkeit. „Clowns bringen Verspieltheit mit, und das ist das Allerwichtigste: Loslassen und ein bisschen kindliche Verspieltheit an alle weitergeben.“</p><p><em><strong>„Eine Kirche, die in der Tradition von Jesus steht, der sich für die Armen, Bedrängten und Ausgestoßenen eingesetzt hat, muss sich deutlich für die Menschen- und Bürgerrechte aller positionieren.“</strong></em></p><p>Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, beim politischen Nachtgebet „Aufstehen für Menschenrechte“ am Donnerstag, 14. Mai, in der Augustinerkirche. „Wir dürfen Meinungsfreiheit nicht mit Gewissensfreiheit gleichsetzen. Mit Meinungsfreiheit geht die Verpflichtung einher, die Menschenwürde jedes Einzelnen zu achten.“ Es gehe nicht darum, die Position derer zu teilen, die gegen etwas protestieren, sondern darum, dass die Freiheitsrechte von Mitbürgern nicht eingeschränkt werden dürften.</p><p><em><strong>Ein Wimmelbild-Truck für das Erzbistum Berlin</strong></em></p><p>Der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch segnete im Innenhof des Areals der Erlöserschwestern den neuen Truck der „Jubiläums-Pastoralley“ des Erzbistums Berlin. 2030 feiert die Erzdiözese ihr 100-jähriges Bestehen. Der Fläche nach ist sie mehr als drei Mal so groß wie das Bistum Würzburg. Um besser präsent zu sein, haben Mitarbeiter des Bereichs Pastoral die Idee eines Trucks entwickelt. Foliert ist das Fahrzeug mit Wimmelbildern im Scribble-Style, welche die drei Bistumsteile Berlin, Brandenburg und Vorpommern zeigen: von der Hedwigs-Kathedrale in Berlin bis zum Ozeaneum in Stralsund. Dargestellt sind unter anderem das Benediktinerinnenkloster Sankt Gertrud und eine Feier zu Ehren des heiligen Otto von Bamberg, der vor 900 Jahren Pommern missionierte.</p><p><em><strong>Eine Auszeit bei Knoblauchsrauke und Vogelstimmen…</strong></em></p><p>…boten die spirituellen Naturerlebnisexkursionen am Nikolausberg mit Moraltheologe Professor Dr.&nbsp;Michael Rosenberger und Karl-Georg Schönmüller, Leiter des Forstbetriebs der Stadt Würzburg. Die jeweils rund 35 Teilnehmer entdeckten die Schöpfung mit allen Sinnen, fühlten die Rinde von Bäumen, rochen an Knoblauchsrauke, lauschten Wind und Vogelstimmen. Dazu gab es inspirierende Texte und den Hinweis auf die Enzyklika Laudato Si', in der Papst Franziskus zur Bewahrung der Schöpfung aufruft. Weihbischof Rolf Lohmann (Münster), Vorsitzender der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, segnete einen frisch gepflanzten Amber-Baum.</p><p><em><strong>Für die Solidarität mit und die Gebete für das ukrainische Volk…</strong></em></p><p>… dankte Bischof Dr. Bohdan Dzyurakh, Apostolischer Exarch für die katholischen Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien, bei einem Abendgebet im byzantinischen Ritus am Donnerstag, 14. Mai, in der Franziskanerkirche.</p><p><em><strong>Bischöflicher Segen für die Rettungskräfte</strong></em></p><p>Am Mittwoch, 13. Mai, begrüßten die Malteser Bischof Dr. Franz Jung in der Helfendenunterkunft an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg. Der Bischof nahm an der morgendlichen Stabsbesprechung teil und erhielt einen umfassenden Einblick in den Einsatz sowie in die vielfältigen Aktivitäten rund um den Katholikentag. Zum Abschluss spendete Bischof Jung den Segen und betete gemeinsam mit den Maltesern für einen sicheren und reibungslosen Verlauf des Einsatzes.</p><p><em>Auch die Eisheiligen packen ihre Koffer und verabschieden sich vom 104. Deutschen Katholikentag. Erstmals seit Beginn des Großereignisses heißt es am Sonntag, 17. Mai, kurz nach 14 Uhr in der Wettervorhersage: „Es wird wärmer…“</em></p><p class="text-right">mh/sti/chd/seh/raru/ub/hela (POW)</p><p>(2126/0510; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72545</guid><pubDate>Sun, 17 May 2026 14:59:53 +0200</pubDate><title>„Brandherde löscht man nicht durch Zuschauen“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/brandherde-loescht-man-nicht-durch-zuschauen/</link><description>Katholikentag endet mit Appell für Frieden und Gerechtigkeit – Bischof Wilmer, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, mahnt im Schlussgottesdienst, Christen dürften angesichts von Krieg, Leid und Judenhass nicht schweigen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Mit einem eindringlichen Appell zu mehr Engagement für Frieden und Gerechtigkeit hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, den 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg beendet. „Die Welt brennt“, sagte der ernannte Bischof von Münster am Sonntag, 17. Mai, im Abschlussgottesdienst. Christen dürften angesichts von Kriegen und humanitären Katastrophen nicht tatenlos bleiben. Das ZDF übertrug die Feier live.</p><p>Besonders verwies Wilmer auf die Lage im Sudan. Dort erlebten 33 Millionen Menschen die größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart, sagte er. Rund zwölf Millionen Menschen seien auf der Flucht. „Brandherde löscht man nicht durch Zuschauen.“ Der christliche Glaube sei kein Rückzug aus der Welt, sondern ein Auftrag zum Handeln, betonte Wilmer. Hoffnung sei „Gabe und Aufgabe“. Wer hoffe, sehe die Wirklichkeit und wolle sie verändern. Christen seien dazu aufgerufen, Frieden zu stiften und Verantwortung für die Welt zu übernehmen.</p><p>Die Kirche dürfe keine Angst vor den Herausforderungen der Zeit haben, sagte Bischof Wilmer weiter. „Habt keine Angst, eine verbeulte Kirche zu sein.“ Eine Kirche, die hinausgehe und sich den Nöten der Menschen stelle, werde vielleicht angegriffen und missverstanden, „aber sie wird leuchten“.</p><p>Lobend erwähnte der Bischof auch Papst Leo XIV. als „unerschrockenen Anwalt des Friedens“. Dieser lasse sich auch dann nicht einschüchtern, wenn Mächtige versuchten, ihn lächerlich zu machen. Für diese und weitere Passagen spendeten ihm die Gläubigen spontan Applaus. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Katholikentags rief der Bischof zum Abschluss der Veranstaltung auf, den Schwung der vergangenen Tage mit in ihren Alltag zu nehmen. „Hab Mut, steh auf!“, sagte er. Kirche und Welt bräuchten immer wieder neue Aufbrüche.</p><p>Zu den Fürbitten waren die Gottesdienstbesucher eingeladen, via QR-Code und Handy ihre persönlichen Gebetsanliegen zu senden. Auf der großen Videoleinwand entstand daraus eine imposante Wortwolke.</p><p>Vor dem Schlusssegen luden Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, und Torsten Zugehör, Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentags, zum 40. Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 5. bis 9. Mai 2027 nach Düsseldorf ein. Dieser steht unter dem Motto „Du bist kostbar“.</p><p>Paderborns Erzbischof Dr. Udo Bentz und Nadine Mersch, Vorsitzende des Diozesankomitees Paderborn, sprachen eine Einladung zum 105. Deutschen Katholikentag aus, „den wir vom 24. bis 28.&nbsp;Mai 2028 im schönen Paderborn begehen, der Stadt an den Quellen. Noch nie zuvor fand ein Katholikentag in unserer Stadt und unserer Region statt – es ist also höchste Zeit dafür!“, sagte der Erzbischof. Mersch ergänzte: „Im Sommer leben wir beim weithin bekannten Liborifest seit jeher die drei Ks – Kirche, Kirmes und Kultur. Wir sind also bestens vorbereitet auf ein viertes K – den Katholikentag!“</p><p>Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, rief dazu auf, auch im Einsatz gegen Antisemitismus Mut zu haben und aufzustehen. Antisemitismus bedrohe nicht nur jüdisches Leben in Deutschland, sondern richte sich auch gegen Demokratie, Freiheit und das Fundament des Zusammenlebens. Der Kampf gegen Judenhass brauche Mut, Ausdauer und den Glauben an die Würde jedes Menschen. Schuster appellierte an die Gläubigen: „Stehen Sie auf gegen Judenhass und für unsere Werte.“</p><p>Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, erklärte zum Ende, „die Würzburger Gastgeber*innen haben uns das Bistumsmotto ‚Christsein unter den Menschen‘ spürbar erleben lassen“. Gemeinsam sei das Katholikentags-Leitwort „Hab Mut, steh auf!“ mit Leben gefüllt worden. „Dabei haben wir uns auch gemeinsam gegen Hass und Hetze gestellt. Denn wir sagen: nicht mit uns! Gemeinsam stehen wir auf für die Demokratie, für Frieden und Gerechtigkeit!“ Stetter-Karp ermunterte, genau das mitzunehmen für die Herausforderungen der Gegenwart und gemeinsam daran zu arbeiten sowie auf Möglichkeiten der Veränderung zu vertrauen.</p><p>Musikalisch gestalteten die Junge Domkantorei Würzburg sowie das Björn-Becker-Oktett unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth und Domkantor Julian Beutmiller, das Singer-Songwriter-Duo „Carolin No“ sowie ein Gemeindechor unter der Leitung von Martin Rathmann den Gottesdienst. Die Arrangements waren von Björn Becker, das Jazzarrangement des Schlusslieds „Mache dich auf, werde Licht“ stammte von Stephan König.</p><p class="text-right">mh (POW)</p><p>(2126/0521; E-Mail voraus)</p><p><strong>Weiter Bilder finden Sie hier: </strong><em><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779022746xKnI5Mkaf8GPBQ" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779022746xKnI5Mkaf8GPBQ</a></em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72543</guid><pubDate>Sun, 17 May 2026 13:00:00 +0200</pubDate><title>„Würzburg, wir sagen Danke!“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/wuerzburg-wir-sagen-danke/</link><description>Über 70.000 Menschen besuchen den 104. Deutschen Katholikentag</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) „Es war der größte Katholikentag seit 2018. Das Leitwort ‚Hab Mut, steh auf!‘ hat offenbar den Nerv getroffen. Ein Katholikentag des Engagements und des Zusammenhalts geht heute zu Ende, der mir auch ganz persönlich Mut macht“, hat die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Dr. Irme Stetter-Karp, am Sonntag 17. Mai, zum Abschluss des Glaubensfestes in Würzburg gesagt.</p><p>Es sei ein Katholikentag gewesen, bei dem viele ihre klare Haltung zum Ausdruck gebracht hätten, so Stetter-Karp weiter. „Wir wollen eine gerechte, eine solidarische und eine offene Gesellschaft. Die Demokratie in unserem Land ist uns sehr viel wert. Wir sind bereit, sie zu verteidigen. Unser tiefer Antrieb dazu kommt aus unserem Glauben an einen liebenden Gott, der uns Auferstehung auch mitten im Leben schenken kann. Schon morgen können Glaube, Hoffnung und Liebe gewinnen! Hass und Hetze, Mut- und Lieblosigkeit werden verlieren, wenn wir uns im Alltag wechselseitig Kraft und Energie geben, um das Richtige zu tun. Brechen wir also auf!“</p><p>Bischof Dr. Heiner Wilmer, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, sagte: „Würzburg hat gezeigt: Wir sind gemeinsam unterwegs, jeder und jede mit seinem Charisma. Die Brücken über den Main sind sinnbildlich für unseren kirchlichen Weg zu verstehen. Wir müssen Brücken bauen, um andere zu erreichen. Deshalb ist es gut, dass dieser Katholikentag starke politische Statements gesetzt und ein unmissverständliches Bekenntnis zur Demokratie abgelegt hat. Wir als Kirche werden auch weiterhin unsere auf einer christlichen Wertebasis errungene Freiheit und Demokratie schützen, gegen alle Parolen, die uns anderes verheißen wollen. Hab Mut, steh auf! Das ist ein Ansporn für jeden von uns, auch für mich. Von Würzburg gehe ich mit Zuversicht und Gottvertrauen in die Zukunft. Und ich freue mich, dass wir in unserem kirchlichen Leben weitere Brücken zum nächsten Katholikentag nach Paderborn schlagen werden.“</p><p>Bischof Dr. Franz Jung legte den Fokus auf die Atmosphäre des Katholikentags, der echte Begegnung gefördert habe: „In den Veranstaltungen mit den Vertreterinnen und Vertretern des politischen Lebens habe ich stets eine gegenseitige Wertschätzung gespürt und vor allem ein Interesse daran, miteinander wirklich in Austausch zu kommen. Wenn heute immer wieder gefordert wird, die Demokratie zu stärken, bin ich überzeugt, dass dieser Katholikentag eine sehr wertvolle Plattform war, die Menschen zu einem konstruktiven Dialog darüber zusammenzubringen.“ Er freue sich auch, dass das Interesse der Besucherinnen und Besucher an den vielen geistlichen und liturgischen Angeboten „riesig“ gewesen sei. „Dass hier in Würzburg erstmals der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland an einem Großgottesdienst zum Katholikentag mitgewirkt hat“, sei ihm sehr zu Herzen gegangen. „Ich bin Herrn Dr. Josef Schuster und allen Beteiligten sehr dankbar, dass wir in diesen Tagen so starke Zeichen der interreligiösen Verbundenheit setzen konnten.“</p><p>„Rund 34.000 Menschen“ hätten ein Ticket zum Katholikentag erworben, sagte dessen Geschäftsführer Roland Vilsmaier. „Darüber&nbsp;hinaus&nbsp;waren 40.000 bei Veranstaltungen ohne Ticketbindung sowie auf der Kirchenmeile unterwegs.“ Vilsmaier lobte die große Bereitschaft der Würzburger und des Umlands, Gäste bei sich aufzunehmen. „Fast 700 Gastgeberinnen und Gastgeber haben wir gefunden, die 2500 Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt haben. Würzburg, wir sagen Danke!“</p><p>„Unser Leitwort war der Protagonist unseres Katholikentags“, fasste ZdK-Generalsekretär Marc Frings zusammen. „Es wurde wieder und wieder aufgegriffen – auf unseren Podien, in den Workshops, bei Gesprächen auf der Kirchenmeile, bei den vielen spirituellen Angeboten.“ Es sei „ein breit aufgestellter Katholikentag“ gewesen. „Wir haben säkularen Wertepartnern Bühnen und Plätze auf der Kirchenmeile gegeben. Wir haben auch jenen eine Mitwirkung geboten, mit denen wir binnenkirchlich möglicherweise wenig Überschneidungen haben. Das macht uns nicht beliebig, sondern gesprächsoffen.“</p><p>Frings nannte drei persönliche Highlights aus dem Kulturprogramm, das in Würzburg einen prominenten Platz einnahm: „Susanne Wagners Installation ‚Schmerzpunkt‘, das Gewinner-Projekt unseres Künstlerwettbewerbs zum Umgang mit Missbrauch und Vertuschung. Die Performance von Emanuella Amichai, Mohammad Kundos und Bernhard Stengele zum Nahostkonflikt. Und ein 120&nbsp;Quadratmeter großes Wandgemälde, das ,innerfields‘ aus Berlin realisiert hat. ‚Unser großes Bild der Zukunft‘ ist sein Titel. Mein persönliches Bild der nahen Zukunft ist ein zuversichtliches. Meine Stimme ist fast weg und mein Herz ist ziemlich voll. Danke!“</p><p>(2126/0519; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weiter Bilder finden Sie hier:</strong>&nbsp;https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779019769u4PvBZAEQPtAFf</em></p>

]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72541</guid><pubDate>Sun, 17 May 2026 10:08:34 +0200</pubDate><title>„Gemeinsam sind wir stark“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/gemeinsam-sind-wir-stark-2/</link><description>Generationengottesdienst der Caritas feiert „Geschenk der Gemeinschaft“ – Wort-Gottes-Feier mit Bischof Bätzing und Caritas-Präsidentin Welskopp-Deffaa</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Gemeinschaft als tragenden Wert haben rund 300 Menschen beim Generationengottesdienst der Caritas in der Kirche Sankt Michael am Samstagabend, 16. Mai, gefeiert. Bischof Georg Bätzing (Limburg), der mit Stephanie Feder von In Via Deutschland der Wort-Gottes-Feier vorstand, sagte: „Gemeinsam sind wir stark.“</p><p>Eva Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes (DCV), eröffnete die Feier zusammen mit der 15-jährigen Emma Pscheidl. Mit einer kleinen Fragerunde – Laufen oder E-Scooter? Anruf oder Sprachnachricht? Glaube oder Zweifel? – veranschaulichten sie die Unterschiede zwischen den Generationen. „Wenn man die Vielfalt zulässt, dann kann man das Gemeinsame viel mehr schätzen“, sagte die DCV-Präsidentin.</p><p>Das Miteinander der Generationen sei eine „Superkraft, gerade auch angesichts von Fragen und Sorgen“, sagte Welskop-Deffaa. Mit Bezug auf das Jahresmotto der Caritas in Deutschland „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“ erklärte sie: „Wir feiern miteinander, denn zusammen geht was.“ Vom „Geschenk der Gemeinschaft“ sprach auch Bischof Bätzing, bevor er zu den fetzigen „Halleluja“-Klängen der Band Effata mit Saxophonist Laurits Thelen mitwippte.</p><p>Nach dem Evangelium zur Offenbarung des Gottessohnes auf dem Wasser folgte ein Dialog zwischen Bätzing und Feder zur zentralen Aussage des Textes: „Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!“ Es gehe darum, den ersten Schritt auf ein Miteinander hin zu wagen, auch um Notleidenden zu helfen. Der Bischof unterstrich: „Gemeinsam sind wir stark!“ Das „Komm!“ im Evangelium fordere dazu auf, zusammen zu gehen, sagte Feder.</p><p>Es folgten die Fürbitten, die Caritasler aus ganz Deutschland vortrugen. Darunter war auch Christiane Holtmann, Referentin für Sozialpastoral und Engagementförderung beim Caritasverband für die Diözese Würzburg, die den Gottesdienst mit vorbereitet hatte. Gebetet wurde etwa für „Anliegen unserer Zeit“, „Menschen in Armut“ oder „kranke Menschen“. Wer wollte notierte, ein Herzensanliegen auf einer Karte, die abgegeben und später von anderen zur Reflexion mitgenommen werden konnte.</p><p>Vor dem Vaterunser forderte Bätzing: „Habt Mut! Habt Vertrauen! Miteinander geht etwas!“ Zum Abschluss erteilte er mit Feder den Segen: Gesegnet wurden Füße für den Mut, loszugehen, Herzen für den Mut zu vertrauen und Hände für mutiges Handeln. Bischof Bätzing schloss: „Gehet hin – mit Mut – in Frieden.“</p><p class="text-right">hela (Diözesan-Caritasverband)</p><p>(2126/0517; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72539</guid><pubDate>Sun, 17 May 2026 09:25:51 +0200</pubDate><title>„Ich bin überwältigt von dem Zuspruch“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/ich-bin-ueberwaeltigt-von-dem-zuspruch/</link><description>Demokratiekirche in der Marienkapelle bietet Angebot zum Austausch über Kirche, Politik und Gesellschaft – Großes Interesse – Hochschulpfarrer Burkhard Hose zeigt sich berührt</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Ines Kreutzer (26) und ihr Patenonkel Dr. Wynfrith Batzner setzen sich in der Marienkapelle auf zwei kleine Papphocker. Sie sind Teil eines ganzen Kreises aus Hockern, auf denen Menschen sitzen – ein Gesprächskreis. Hier diskutieren etwa zehn Menschen gerade die Frage: „Braucht unsere Gesellschaft noch die Kirche?“</p><p>Die Marienkapelle auf dem Marktplatz hat sich zum 104. Deutschen Katholikentag in die Demokratiekirche verwandelt. Am Montag, 11. Mai, haben Schreiner die Bänke abgebaut und aus der Kirche getragen. Stattdessen finden hier nun Diskussionsrunden statt. In der Mitte des Raumes hängt ein gelber Vorhang. Kreisrund umschließt er eine weitere Sitzgruppe, in der Workshops stattfinden. Der Blick fällt auf die Säulen der Kirche: Hier steht in großen Buchstaben „StreitBar“. Um diese herum hängen die Fragen, die in den vergangenen Tagen bereits besprochen wurden: „Wäre Jesus Klimaaktivist?“ „Wie wird unsere Kirche wieder attraktiver?“ „Ist Wehrdienst gerechtfertigt?“ Die Fragen können die Besucherinnen und Besucher selbst aufschreiben, sich in einen Hockerkreis setzen und zur Diskussion stellen. Wer Lust hat, setzt sich dazu.</p><p>Für Kreutzer und Batzner ist es bereits die dritte Diskussionsrunde in der Demokratiekirche. „Es ist ja toll, dass man sich zu verschiedenen Themen informieren kann“, sagt Batzner. Das sollte öfter stattfinden. „Die Kirche heute hat sehr gute demokratische Strukturen.“ Als er jung war, sei die Kirche nicht demokratisch gewesen. „Da kommen tolle Leute zusammen, jeden Alters“, ergänzt Kreutzer zum Angebot der Demokratiekirche. Auch Lars Schäfer saß in der Gesprächsrunde zu Kirche und Gesellschaft. Ihm gefallen die offenen Gesprächskreise. Die Menschen teilten ihre eigene Sicht, positive wie negative Erfahrungen und auch Frust. Doch die Menschen, mit denen er gesprochen habe, seien alle auch interessiert gewesen, neue Meinungen zu hören. „Es ist auch interessant, dass die Kirche, in der normalerweise Bänke sind, jetzt ganz anders aussieht.“</p><p>Ein Umbau für fünf Tage: Für die Veranstalter hat sich das gelohnt. „Ich bin überwältigt von dem Zuspruch und großen Interesse“, sagt Hochschulpfarrer und Mitorganisator Burkhard Hose. Schon am ersten Tag habe sich eine Schlange vor der Tür gebildet. Vor allem, dass die Menschen bereit sind, sich selbst zusammenzusetzen und ihre eigenen Themen zu besprechen, habe ihn berührt. Auch viele Gespräche zu zweit seien entstanden – über kircheninterne, gesellschaftliche und politische Themen. „Dieser hohe Gesprächsbedarf und auch die Bereitschaft, miteinander zu sprechen, hat mich sehr berührt. Dafür hat diese Kirche einen wunderbaren Raum eröffnet.“ Er wünscht sich, dass das Angebot mit ähnlichen Projekten weiterläuft.</p><p class="text-right">chd (POW)</p><p>(2126/0516; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72536</guid><pubDate>Sat, 16 May 2026 20:13:39 +0200</pubDate><title>Wie aus Menschen Helfer werden</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/wie-aus-menschen-helfer-werden/</link><description>Biblischer Dialog mit Bischof Jung und Bundestagsabgeordneter Ricarda Lang – Was bedeutet die Geschichte von Bartimäus heute?</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Bischof Dr. Franz Jung und Bundestagsabgeordnete Ricarda Lang haben am Samstag, 16. Mai, einen Biblischen Dialog auf dem 104. Deutschen Katholikentag geführt. Rund 1200&nbsp;Menschen besuchten die Veranstaltung in der Posthalle, bei der es um ausgewählte Momente in der Geschichte des blinden Bettlers Bartimäus aus dem Markusevangelium ging sowie um die Frage, was die Bibelstelle, aus der das Katholikentags-Motto stammt, für die heutige Gesellschaft bedeutet.</p><p>Der erste Moment, den Bischof Jung und Lang diskutierten, war der laute Ruf des Bartimäus. Lang bezeichnete diese Szene als einen Moment der Selbstwirksamkeit. „Dieses Bild spricht für mich für den Grundsatz: Jeder ist Jemand.“ Bischof Jung stellte angesichts des lauten Rufens von Bartimäus die Frage in den Raum, wann die Rufe von Bedürftigen in der Gesellschaft, aber auch in der Kirche gehört werden. „Bartimäus muss ja mehrmals laut rufen und sagt sich, entweder jetzt oder nie.“ Bischof Jung nannte die Corona-Krise als einen exemplarischen Moment, als Probleme in der Gesellschaft sichtbar wurden, obwohl diese schon länger existierten. „Plötzlich kam die Frage: Wie ist das denn mit den älteren Menschen in der Gesellschaft, wie ist das mit dem Pflegenotstand und was ist mit den Künstlern?“ Es sei die Aufgabe von Politik und Kirche, ein offenes Ohr für diesen Notschrei zu haben.</p><p>Die zweite wichtige Stelle war zugleich das Motto des Katholikentags. „Hab Mut, steh auf“ – die Worte, welche die Jünger Jesu Bartimäus im Evangelium zurufen. Lang betonte in diesem Zusammenhang die anfängliche Reaktion der Jünger, welche Bartimäus zunächst befohlen hatten, zu schweigen. „Die erste Reaktion der Jünger, und das können wir auch auf die heutige Gesellschaft übertragen, ist die Person, die als außenstehende Figur sich Gehör verschaffen möchte, zum Schweigen zu bringen. Erst als Jesus sich Bartimäus zuwendet, sagen die Jünger: Hab Mut, steh auf.“ In der Bibelstelle sei nicht nur Bartimäus der Blinde, sondern auch die Jünger und die Menschenmenge. „Sie sind blind für sein Leiden und seine Not. Doch die Jünger zeigen auch Mut, indem sie sich für Bartimäus öffnen.“ Im Blick auf das gesellschaftliche Zusammenleben in Deutschland sei es laut Lang eine zentrale Frage, wie Menschen, die weghören, zu Helfern werden können.</p><p>Bischof Jung erklärte, dass „Hab Mut, steh auf“ auch ein Wort der Umkehr der Kirche sei. „Die Menge reagiert erst, als Jesus stehenbleibt“. Es sei auch die Rolle der Kirche und des Bistums Würzburg, die Rolle der Ermächtigten zu sein. „Unsere Mission besteht darin, Menschen Mut zu machen, Christus zu begegnen und ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen“, betonte Bischof Jung. Jesus sei in dieser Geschichte ein Exempel dafür, wie man Hilfesuchenden begegnen solle. „Jesus sagt nicht: Ich weiß, was für dich gut ist. Sondern er fragt: Was wäre für dich gut?“ Bischof Jung zog Parallelen zu Hilfsangeboten und mahnte, dass diese nicht an den eigentlichen Bedürfnissen von Hilfesuchenden vorbeigehen dürften. Das sei auch der Grund, warum das Bistumsmotto „Christsein unter den Menschen“ laute. Es gehe darum, mit den Menschen zu fragen, was in einem bestimmten Moment guttun würde.</p><p>Lang betonte, wie viel Demut die vorrausgegangene Frage von Jesus zeige, indem er Bartimäus zunächst fragt. Aber auch der Wunsch von Bartimäus zeige Demut. Er sei nicht an Macht oder Reichtum interessiert, sondern daran, erkennen zu können. Lang bezeichnete Demut als etwas, was in der Gesellschaft immer seltener zu sehen sei. „Ich habe das Gefühl, dass wir in unserer Gesellschaft sehr auf das Individuum fokussiert sind und erwarten, dass das Individuum in alle Richtungen handlungsfähig ist.“ Gerade die Demut zu sagen, dass man selbst nicht das Größte sei, sondern Teil von etwas Größerem, sei für sie eine enorme Kraft.</p><p class="text-right">pdf (POW)</p><p>(2126/0515; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72534</guid><pubDate>Sat, 16 May 2026 16:47:07 +0200</pubDate><title>Einblick in den Islam aus erster Hand</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/einblick-in-den-islam-aus-erster-hand/</link><description>Moscheeführung zeigt, wie Austausch und gegenseitiger Respekt gelingen</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Dachzeile1"><strong>Würzburg </strong>(POW) Auf großes Interesse ist beim 104. Deutschen Katholikentag die Moscheeführung bei der ältesten islamischen Gemeinde Würzburgs in der Erthalstraße gestoßen. Gut 70&nbsp;Katholikentagsteilnehmerinnen und -nehmer kamen am Samstag, 16. Mai, in die Moschee und wollten mehr wissen über diese Religion und das Leben der Muslime in Deutschland. Die Gemeinde dort gehört dem Verband Islamischen Kulturzentren an (VKIZ).</p><p>Nachdem die Besucher am Eingang ihre Schuhe ausgezogen hatten, nahmen sie auf dem weichen Teppich des Gebetsraumes Platz. Emre Kaya, stellvertretender Vorsitzender des Integrations-, Kultur- und Bildungsvereins in Würzburg und zugleich stellvertretende Sprecher des Würzburger Moscheen-Bündnisses, gab einen kurzen Einblick in die wichtigsten Eigenheiten des muslimischen Glaubens. So ging er beispielsweise kurz auf die Entstehungsgeschichte des Islam ein, erklärte die fünf Säulen des Islam vom Glaubensbekenntnis bis zur Pilgerfahrt nach Mekka und Elemente der Glaubenspraxis wie die rituellen Waschungen vor dem Gebet oder das Fasten.</p><p>„Die Vernetzung mit den anderen Religionsgemeinschaften hier in der Stadt ist wunderbar“, antwortete Kaya auf die Frage nach der interreligiösen Zusammenarbeit. Es gebe in enger Abstimmung mit der Stadt Würzburg regelmäßige Treffen zum Austausch und gegenseitiger Information. „Wir Muslime werden in Würzburg tatsächlich gesehen und anerkannt und versuchen auch, einiges zurückzugeben“, sagte Kaya. Würzburg sei bislang in Deutschland auch die einzige Stadt, in der es gelungen sei, mit den fünf ansässigen Islamgemeinden ein gemeinsames Gremium zu entwickeln, das im Namen aller Muslime sprechen kann. Was sich noch verbessern könnte? Kaya erklärte, dass auch seine Glaubensgeschwister ihren Teil leisten müssten, damit das Zusammenleben der Religionen gelinge. „Wir können nicht immer nur Toleranz erwarten und selber keine geben“, sagte Kaya. Dazu gehöre auch, sich selbst auf den Weg zu machen, um die anderen Religionsgemeinschaften kennenzulernen. Das habe auch das Würzburger Moscheenbündnis im Blick.</p><p>Für die Gäste waren die eineinhalb Stunden in der Moschee auf jeden Fall erhellend. Die Offenheit, mit denen Kaya den vielen Fragen begegnete, die im Anschluss an den Vortrag noch gestellt wurden, kam sehr gut an. „Es ist wichtig, dass man sich über das, was man nicht kennt, informiert und dadurch Vorurteile abgebaut werden“, zog einer der Teilnehmer für sich das Fazit. Und eine Würzburgerin erklärte: „Ich wusste bis heute Morgen nicht, dass hier eine Moschee ist, obwohl ich an der Straße immer vorbeigehe.“</p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i>bv (POW))</i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(2126/0514; E-Mail voraus)</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i><u>Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet</u></i></b></span></span></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72532</guid><pubDate>Sat, 16 May 2026 16:01:50 +0200</pubDate><title>Wenn der Alltag auf einmal abstürzt</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/wenn-der-alltag-auf-einmal-abstuerzt/</link><description>Die Welt aus der Sicht eines Autisten erleben – Was Depression und Angst mit dem Körper machen – Zwei Mitmachangebote im Caritas-Don Bosco-Berufsbildungswerk zum Katholikentag</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Sirenen heulen, ein Baby schreit, die Farben knallen förmlich in die Augen. Wortfetzen von Unterhaltungen klingen in den Ohren, doch beim Umdrehen lehnt da nur eine Person neben der Tür der Straßenbahn. Dafür sitzt auf einmal jemand auf dem Platz gegenüber, am rechten Ellenbogen macht sich ein weiterer Mann breit, die Straßenbahn ist auf einmal mit Menschen angefüllt, die immer näher rücken – wo kommen die nur auf einmal alle her? Beim Mitmachangebot „Das reizt mich besonders. Sensorische Überlastung erleben in virtueller Realität“ im Caritas-Don Bosco-Berufsbildungswerk am Würzburger Schottenanger können die Besucherinnen und Besucher des 104. Deutschen Katholikentags mit Hilfe einer Virtual-Reality-Brille für ein paar Minuten die Welt aus der Sicht eines Menschen mit Autismus sehen und hören.</p><p>„Es ist für Autisten enorm anstrengend, Lärm oder Gerüche auszublenden“, sagt Patrick Kollmann, Referent Autismus beim Bildungszentrum der Caritas-Don Bosco gGmbH in Würzburg. Im Berufsbildungswerk versuche man darum, möglichst viele ruhige Orte zu schaffen, an denen diese Menschen eine Auszeit von der Umwelt nehmen können, beispielsweise mit Hilfe von Stellwänden oder einer Ruhezone mit schallabsorbierenden Möbeln. Ein großer, offener Raum mit vielen Menschen sei „maximale Reizüberflutung“, sagt Kollmann. Mit Hilfe der VR-Brille könne man verschiedene Alltagssituationen aus der Sicht einer Person mit Autismus erleben. Neben der Straßenbahnfahrt kann man zwischen einer Kaffeebar, einer Schule und einem Großraumbüro wählen.</p><p>Kaum in der virtuellen Schule angekommen, fällt der Blick auf den vibrierenden Bücherstapel links auf dem Tisch. Ein Buch liegt nicht ganz gerade und bewegt sich hektisch hin und her. Mit einem Klick fügt es sich in den Stapel ein, doch nun ruckelt ein Stift und stört die Aufmerksamkeit. Mit einem weiteren Klick sind auch die Stifte des Banknachbarn auf Linie gebracht, der genervt in sich zusammensinkt. Plötzlich steht die Lehrerin vor dem Tisch. „Answer the question“ – „Beantworte die Frage.“ Nur, welche Frage? Und worum geht es eigentlich gerade? Der Simulator blendet zwei Bücher ein, ein wahlloser Klick, und die Klasse bricht in schallendes Gelächter aus. War wohl die falsche Antwort.</p><p>Noch schnell weiter zum Großraumbüro. Ein Kollege bittet um technische Hilfe, doch mitten in seinem Wortschwall verschwimmt erst der Computer und dann das halbe Büro in einem weißen Nebel. „Die Brille simuliert eine sensorische Überlastung“, erklärt Kollmann. Er vergleicht das Gehirn mit einem Computer mit vielen offenen Tabs, der auf einmal abstürzt. „Das Gehirn macht nichts anderes. Es schaltet sich ab und startet neu.“ Es ist ein kurzer, aber eindrücklicher Einblick, wie anders sich der ganz normale Alltag für Menschen mit Autismus anfühlt.</p><p>Wie sich eine Depression anfühlt, simulieren die Moodsuits in einem anderen Raum. Das rund vier Kilo schwere Cape, das über die Schultern gelegt wird, fühlt sich noch nicht so schlimm an. Der „Beuger“, der auf den ersten Blick wie eine Auflage für einen Sonnenstuhl aussieht, zwingt Kopf und Schultern in eine gebeugte Haltung. „Der Blick bleibt am Boden kleben, man sieht die schönen Dinge nicht mehr“, sagt Sandra Schulze vom Case Management. „Das fühlt sich ziemlich scheiße an“, sagt ein junger Mann und lässt sich sofort wieder aus dem „Beuger“ befreien.</p><p>Die Moodsuits seien zusammen mit Betroffenen entwickelt worden, um erlebbar zu machen, wie sich eine psychische Erkrankung anfühlt – auch körperlich. Neben dem „Cape“ und dem „Beuger“ gibt es noch die „Glocke“ und den „Würger“. Die „Glocke“ ist eine Art durchsichtiger Helm, der auf die Schultern gelegt wird. Die Welt ist auf einmal verschwommen, ebenso Schulzes Stimme. Während die eigene Stimme überlaut zu dröhnen scheint. Betroffene hätten das Gefühl als „Watte im Kopf“ beschrieben – sie könnten nicht klar denken, fühlten sich isoliert. „Für Menschen mit Depressionen kann das zum Alltag gehören“, steht auf einer Infotafel. Der „Würger“, ein dicker, schwerer Schlauch, drückt auf den Hals. Kloß im Hals, Herzrasen, Händezittern: So würden Menschen eine Angstattacke beschreiben, sagt Schulze.</p><p>„Psychische Erkrankungen sind ein schambehaftetes Thema. Aber sie kommen in jeder Gesellschaftsschicht vor, und es werden immer mehr“, sagt Schulze. Sie findet, dass die Moodsuits „eine tolle Sache“ sind, um darauf hinzuweisen und Verständnis zu wecken. Psychische Erkrankungen könne man nicht sehen. Aber man könne sehen, wenn es einem Menschen nicht gutgeht. „Haben Sie den Mut, Hilfe anzubieten“, sagt Schulze. Das Katholikentags-Motto sei dafür perfekt: „Hab Mut, steh auf, ich bin für Dich da.“</p><p class="text-right"><em>sti (POW)</em></p><p>(2126/0513; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72527</guid><pubDate>Sat, 16 May 2026 14:07:11 +0200</pubDate><title>Lichtshow, Lobpreis und Anbetung</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/lichtshow-lobpreis-und-anbetung/</link><description>„The Tabernacle“ verbindet moderne Inszenierung mit klassischen Formen katholischer Spiritualität – Gottesdienst mit Bischof Dr. Franz Jung</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Von Lobpreis bis Lichtshow, von persönlichen Glaubensbekenntnissen bis zu eucharistischer Anbetung: Das Event „The Tabernacle“ in der Würzburger Tectake-Arena hat am Freitag, 15. Mai, während des 104. Deutschen Katholikentags Jugendliche aus ganz Deutschland nach Würzburg gelockt. Auffällig war, dass die wenigsten der rund 600 Besucher am eigentlichen Katholikentag teilnahmen, sondern eigens für die Veranstaltung des Vereins „Charismatische Erneuerung“ und der Initiative „Jugend für Kirche“ anreisten. Bischof Dr. Franz Jung hielt den Gottesdienst und übernahm bei der anschließenden Anbetung persönlich die Aussetzung des Allerheiligsten.</p><p>„Bist du bereit für eine Begegnung, die alles verändert?“, fragte Moderator Samuel Hartl (21) zu Beginn des gut dreistündigen Events. Volker Sehy, Priester aus dem Bistum Speyer, verlas vor dem Gottesdienst ein Grußwort von Papst Leo XIV., übermittelt von Paolo Rudelli, Substitut des Staatssekretariats im Vatikan. „In diesen Tagen vor Pfingsten betet die ganze Kirche in besonderer Weise um den Heiligen Geist“, heißt es in dem Schreiben aus Rom. „Er möge unsere Herzen besuchen, unsere Zungen reden machen, unsere Sinne erhellen, uns Liebe eingießen, uns an Leib und Seele stärken und den Frieden schenken, nach dem sich die Welt und jeder Einzelne im Herzen sehnt.“ Die Teilnehmer ermunterte der Papst, sich fest zu machen im Glauben, „um in den Herausforderungen des Lebens zu bestehen, ja, um sie mutig und hoffnungsvoll anzugehen, weil wir erfahren haben und darauf vertrauen, dass der Herr mit uns ist, dass er bei uns bleibt und dass er alles, was wir in seinem Namen beginnen, zur Vollendung führen wird“. Papst Leo XIV. wünschte ein „gnadenreiches Treffen“ und erteilte den apostolischen Segen.</p><p>„Wir glauben, dass sich Gott über uns freut“, sagte Hartl. Glaube werde in Gemeinschaft lebendig, da, wo Menschen zusammenkommen, „und genau das machen wir heute“, ergänzte Co-Moderatorin Helena Vettermann (24). Mehrere Redner gaben zudem ganz persönliche Glaubenszeugnisse ab. Lukas Golla (34) etwa berichtete von Selbstzweifeln und Sorgen, die er mit Lebenstipps aus dem Handy überdeckte. „Es ist einfach, in einer Welt zu versinken, in der alles schön ist“, erzählte er. Die Begegnung mit Jesus dagegen gehe tiefer. Moderator Hartl kündigte den Gottesdienst und die eucharistische Anbetung als „zertifizierte Momente der Gottesbegegnung“ und als „echte Momente in schwierigen Zeiten“ an.&nbsp;</p><p>„Gott wird immer größer sein als die Box, in die wir Menschen ihn hineinzustecken versuchen“, sagte Rednerin Elisabeth Regnet (28) aus Salzburg. Sie berichtete, dass sie beim Beten durch die Wohnung tanze, vor dem Bett knie oder mit dem Fahrrad unterwegs sei. „Gott hat die Fülle für dich“, lautete eine ihrer Botschaften. Das Leben müsse nicht immer perfekt und „instagramable“ sein: „Das ist dein Leben, kein anderer kann es leben, Gott hat dich berufen.“</p><p>In seiner Predigt zitierte Bischof Jung den heiligen Augustinus: „Am Ende werden wir in seiner Gegenwart ruhen und schauen, schauen und lieben, lieben und loben, und das bis zum Ende ohne Ende.“ In Kapitel 16 des Johannesevangeliums gehe es um die Urangst, einen Menschen zu verlieren. Jesus Christus sei jedoch immer da und begleite uns in allen Abschnitten unseres Lebens. „Immer dann, wenn Menschen mit dem Herzen beisammen sind, erübrigen sich alle Fragen“, sagte der Bischof und rief die Jugendlichen dazu auf, den Herrn als die Mitte des Lebens zu finden.</p><p>Auch Initiator und Projektleiter Samuel Tussing (21) aus der Pfalz berichtete von seinem Glaubensweg und seinem frommen Elternhaus. Er rief die Teilnehmer auf, mit ihm gemeinsam das Taufversprechen zu erneuern und so Gott neu zu begegnen. Vor zwei Jahren hatte er die Idee, während des Katholikentags ein Jugendevent mit charismatischer Ausrichtung zu organisieren. Als er Bischof Jung erzählte, dass er dafür die Tectake-Arena angemietet habe, sagte der Bischof seine Teilnahme spontan zu. „Mir war von Anfang an wichtig, dass der Katholikentag auch ein spirituelles Ereignis wird“, begründete der Bischof &nbsp;seine Unterstützung. Dazu würden unterschiedliche Formate gehören. Es sei ihm wichtig gewesen, in diesem Rahmen die Eucharistie als „das große Geschenk des Lebens“ zu feiern. „Alle Erneuerung kommt aus der Anbetung und aus der stillen Zeit vor dem Allerheiligsten“, sagte er unter anderem mit Blick auf die Zunahme von Erwachsenentaufen in Frankreich.</p><p>Initiator Tussing berichtete, dass das Event in Würzburg nur mit Unterstützung durch rund 140 Ehrenamtliche möglich war. Die Kosten lägen bei mehr als 100.000 Euro, trotzdem sei es der Initiative „Jugend für Kirche“ wichtig, dass der Eintritt kostenlos war. Während der Messe wurde um Spenden gebeten. Hinter der Veranstaltung stehen laut Tussing rund 25 Unterstützer, die sich zum Teil an dem Abend präsentierten, darunter katholische Medien wie die Fernsehsender EWTN und K-TV oder die Zeitung „Die Tagespost“. Tussing hoffte, dass die Kosten durch Spenden noch gedeckt würden und somit „The Tabernacle“ spätestens beim nächsten Katholikentag 2028 in Paderborn wiederholt werden könne.</p><p>Die Veranstaltung ist auf YouTube abrufbar unter <a href="https://www.youtube.com/live/a6nBNGW-FO0" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/live/a6nBNGW-FO0</a>.</p><p class="text-right"><em>raru (Würzburger katholisches Sonntagsblatt)</em></p><p>(2126/0511; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:</strong><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778933151RY5J2ZEtayebkJ" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778933151RY5J2ZEtayebkJ</a></em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72526</guid><pubDate>Sat, 16 May 2026 13:27:38 +0200</pubDate><title>Kirchliche Gäste im Rathaus empfangen</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/kirchliche-gaeste-im-rathaus-empfangen/</link><description>Kardinal Mario Grech und Deutschland-ACK-Vorsitzender Reverend Christopher Easthill tragen sich ins Goldene Buch der Stadt Würzburg ein</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Die Stadt Würzburg hat beim 104. Deutschen Katholikentag Kurienkardinal Mario Grech, Generalsekretär der Bischofssynode, und Reverend Christopher Easthill, Pfarrer der anglikanischen Kirche von Saint Augustine of Canterbury in Wiesbaden, im Rathaus empfangen. Dort trugen sich die beiden in das Goldene Buch ein. „Mit Ihrer Unterschrift reihen Sie sich ein in die Chronik einer Stadt, die seit dem Wirken der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan tief im christlichen Glauben verwurzelt und gleichzeitig eine moderne, weltoffene europäische Kommune ist“, sagte Oberbürgermeister Martin Heilig auf Englisch. Er dankte den Kirchenmännern für den Besuch und die Wertschätzung, die sie damit gegenüber der Stadt zeigten.&nbsp;</p><p>„Sie bringen den Geist des Mittelmeers an den Main“, sprach Heilig zu Kardinal Grech. Viele Jahre lang habe er als Bischof der Diözese Gozo auf der kleineren Schwesterinsel im Staat Malta das Geschick der Kirche auf dieser geschichtsträchtigen Insel geprägt. „Malta ist eine Brücke zwischen Kulturen und Kontinenten und steht wie kaum ein anderer Ort für christliche Gastfreundschaft.“ Die Erfahrung des Brückenbauens sei auch während des Katholikentags in Würzburg zu erleben. „In einer Zeit, in der die Welt nach Orientierung und Einheit sucht, sind Ihre Präsenz und Ihr Wirken, insbesondere in Ihrer wichtigen Aufgabe als Generalsekretär der Bischofssynode im Vatikan, für uns alle eine wertvolle Inspiration.“</p><p>Der Oberbürgermeister würdigte Easthill, der deutscher Staatsbürger und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland ist, als Verkörperung eines Glaubens, der verbindet und „der für diese große Zusammenkunft von unschätzbarem Wert ist“.&nbsp;</p><p>Würzburg zeige sich aktuell von seiner lebendigsten Seite, erklärte Heilig. „Als Ausrichtungsort dieses tollen christlichen Treffens erleben wir, wie sich unsere Straßen und Plätze in Orte der Begegnung, des Gebets und des intensiven Dialogs verwandeln. Ihr Besuch ist ein Moment des Innehaltens und der gegenseitigen Wertschätzung zwischen der Stadt und der Kirche.“&nbsp;</p><p>Es sei ein besonderes Privileg für ihn, die beiden Geistlichen gemeinsam mit Tausenden von Menschen während des Katholikentags in Würzburg begrüßen zu dürfen, betonte der Oberbürgermeister. Der Wappensaal als Ort passt nach den Worten Heiligs dazu hervorragend. Hier kämen regelmäßig Menschen zusammen. Die Fahnen der Partnerstädte stünden zudem für „lebendige Verbindungen in alle Welt mit vielen wunderbaren Kontakten und Traditionen“.</p><p class="text-right"><em>mh (POW)</em></p><p>(2126/0509; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72521</guid><pubDate>Sat, 16 May 2026 09:23:14 +0200</pubDate><title>Katholikentag zum Mitraten</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/katholikentag-zum-mitraten/</link><description>Kneipenquiz verbindet Wissen, Musik und neue Bekanntschaften – „Big Kev“ Murphy bringt ausgelassene Quizstimmung in die Würzburger Innenstadt</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Katholikentag macht Spaß – und schlau. So lautet das Fazit der rund 50 Personen, die am Freitagabend, 15. Mai, am Kneipenquiz mit Kevin „Big Kev“ Murphy teilgenommen haben. Im Keller der Kneipe „Standard“ in der Würzburger Innenstadt stellten sie sich in drei Runden insgesamt 24&nbsp;Fragen.</p><p>Für den Großteil bot Murphy vier Antwortmöglichkeiten an, aus denen die insgesamt zwölf Teams dann ihre Lösung auswählten. Ein anderer Teil waren Ja/Nein-Fragen. Schließlich gab es auch in jeder Runde mindestens eine offene Frage, bei der die Ratenden selbst eine Lösung finden und auf den Antwortzettel schreiben mussten.</p><p>Die Spielgruppen mit Namen wie „Die Verlierer“, „Team Rainer“ oder „Hakuna Matata“ grübelten gemeinsam über Fragen wie dieser: Wann fand der erste deutsche Katholikentag überhaupt damals in Mainz statt: 1799, 1848, 1885 oder 1902? Oder Murphy spielte ein Musikstück ein und wollte wissen, wer denn bitte von den Komponisten Bach, Händel, Haydn und Telemann der Urheber ist. Eine Frauengruppe vom Niederrhein kannte Händels „Halleluja“ nicht nur. Sie stimmte auch fröhlich und passgenau mit Sopran- und Altstimmen darin ein. „Kriegen wir jetzt eigentlich einen Bonuspunkt?“, erklang es aus der Runde in Richtung Quizmaster.</p><p>Der sorgte mit seinem schelmischen Grinsen und seiner Moderation mit hörbar irischem Akzent automatisch für gute Laune. Beim Auflösen der Frage, der wievielte Katholikentag in Würzburg aktuell stattfindet, sagte Murphy: „Es ist der fünfte. Beim vierten 1907 war ich auch schon dabei und hab ein Quiz veranstaltet.“</p><p>Während die älteren Quizzerinnen und Quizzer sich leicht damit taten, Marianne Rosenberg als Sängerin von „Er gehört zu mir“ zu erkennen, hatten die Jüngeren sicher einen Vorteil, als die Musik des Computerspiels „Tetris“ in bester 8-Bit-Soundqualität aus den Boxen tönte. Wann immer die Musik dazu animierte, wurde lauthals mitgesungen und Arme in die Höhe gerissen. Trotz zum Teil wirklich kniffliger Fragen – wer weiß schon sicher, dass Rot die Farbe am oberen Rand des Regenbogens ist – erreichten immer wieder Teams die vollen acht Punkte pro Runde. „Ihr alten Streber“, kommentierte Murphy.</p><p>Nach weniger als 90 Minuten war das Quiz auch schon durchgespielt. Team „Mini El Flora“ holte sich Sieg und Ehre, gefolgt von den punktgleichen Teams „Malitabe“ und „Plusquamperfekt“ aus Rang zwei und ebenfalls punktgleich auf Rang vier „Jesus Christus“ und „Veeze Krähe“.</p><p>„Wir haben uns gerade erst zu Spielbeginn kennengelernt und als Team gefunden“, erklärte Ralf aus Ostheim/Rhön, das „ra“ im Teamnamen von „Mini El Flora“. „Wir haben einfach schnell die Anfangsbuchstaben unserer Vornamen zusammengestückelt“, verriet Elisabeth aus Trier, die mit ihrer Studienfreundin Nicole aus Berlin zum Quiz kam. Michael und Florian aus Geldersheim bei Schweinfurt komplettierten die Reihen. „Das hat großen Spaß gemacht. Wir kamen übers Spiel schnell ins Gespräch“, zogen die fünf Bilanz und lächelten fürs Siegerfoto in Murphys Handy.</p><p class="text-right">mh (POW)</p><p>(2126/0507; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72520</guid><pubDate>Fri, 15 May 2026 23:56:19 +0200</pubDate><title>„Realität, die uns herausfordert“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/realitaet-die-uns-herausfordert/</link><description>Partizipatives Theater zum Thema Obdachlosigkeit im Caritashaus</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Dachzeile1"><strong>Würzburg </strong>(POW) Beim Katholikentag hat der Diözesan-Caritasverband Würzburg (DiCV) mit einem Schauspielduo am Freitagabend, 15. Mai, das partizipative Theaterstück „Heimat? Straße!“ angeboten. Rund 50 Zuschauerinnen und Zuschauer nahmen teil und ließen sich gedanklich in die Welt von Obdachlosen mitnehmen.</p><p>Von der Marienkapelle am Unteren Markt zogen die Katholikentagsbesucherinnen und -besucher in Kleingruppen zur „Notunterkunft“. Im Seminarraum des Caritashauses bekamen sie dann ihre „Schlafplätze“ in Form von Pappkartons und Decken zugewiesen. Und schon war die Perspektive eine völlig neue.</p><p>Das Duo Julia Stephanie Schmitt und Boris Ben Siegel nahm sie in eine Welt am Rande der Gesellschaft mit. Da ging es um persönliche Schicksalsschläge, Flaschensammeln, familiäre Verluste und Co. In eindrücklichen Dialogen und Monologen machten die aus Würzburg stammende Schauspielerin und ihr Mannheimer Kollege Obdachlosigkeit erfahrbar. Auch die Besuchenden wurden einbezogen und lasen Kurztexte zum Thema vor.</p><p>Im nächtlichen Dunkel der „Notunterkunft“ unterhielten sich die beiden Schauspieler realitätsnah über Ausgrenzungserfahrungen. Für ihr Stück hatten sie in Einrichtungen der Obdachlosenhilfe recherchiert, in Würzburg etwa in der Wärmestube der von Caritas und Diakonie getragenen Christophorus Gesellschaft, wo sie mit Betroffenen sprachen. Im Stück wurde deutlich: Vor Obdachlosigkeit ist niemand gefeit. Trennung, Krankheit, Arbeitsplatzverlust oder Altersarmut – die Wege in die Obdachlosigkeit sind vielfältig.</p><p>Sogar die Pause war mit Schlangestehen in einer Suppenküche Teil des Stücks, an deren Ende plötzlich ein heftiger Streit über gestohlene Brotstücke entflammte. Anschließend erklärte Siegel in der Rolle eines helfenden Pfarrers: „Was ich mir wünsche ist, dass diese Menschen ernst genommen werden“. Wer suche sich schon freiwillig eine solche Lebenssituation aus?</p><p>Dann machten Schmitt und Siegel – gleichsam als Mahnung an das Publikum – noch darauf aufmerksam, wie einfach es sich manche Menschen machten, die Obdachlose pauschal als „Nichtsnutze“ abstempelten und mitleidlos die Straßenseite wechselten. Zum Schluss spendeten die zuschauenden Katholikentagsbesucherinnen und -besucher kräftigen Applaus für ein eindrückliches Theaterstück zu einer „Realität, die uns herausfordert“, wie Kilian Bundschuh, Referent für Besondere Lebenslagen beim DiCV Würzburg, es formulierte.</p><p><em>Das Theaterstück „Heimat? Straße!“ wird beim 104. Deutschen Katholikentag am Samstag, 16. Mai, ein weiteres Mal aufgeführt. Start ist um 19 Uhr an der Marienkapelle am Unteren Markt.</em></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i>hela (Caritas)</i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(2126/0506; E-Mail voraus)</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i><u>Hinweis für Redaktionen</u></i></b><i>: Fotos abrufbar im Internet</i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72519</guid><pubDate>Fri, 15 May 2026 23:27:17 +0200</pubDate><title>Zeichen des guten Miteinanders</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/zeichen-des-guten-miteinanders/</link><description>Kardinal László Német und drei Bischöfe tragen sich ins Goldene Buch der Stadt Würzburg ein</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Dachzeile1"><strong>Würzburg </strong>(POW) Die Stadt Würzburg hat beim 104. Deutschen Katholikentag hochrangige Kirchenvertreter im Wappensaal des Rathauses empfangen. Kardinal László Német, serbischer Ordensgeistlicher von den Steyler Missionaren und Erzbischof von Belgrad, trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Ebenso Bischof Heiner Wilmer, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und ernannter Bischof von Münster, Bischof Dr. Franz Jung und Christoupolis Emmanuel Sfiatkos, Vikarbischof der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland. „Mit Ihrer Unterschrift reihen Sie sich ein in die Chronik einer Stadt, die seit dem Wirken der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan tief im christlichen Glauben verwurzelt und gleichzeitig eine moderne, weltoffene europäische Kommune ist“, sagte Oberbürgermeister Martin Heilig. Er dankte den Kirchenmännern für den Besuch und die Wertschätzung, die sie damit gegenüber der Stadt zeigten. Bischof Jung wiederum dankte für die „schöne Geste“, die zeige, wie gut das Miteinander von Stadt und Kirche sei.</p><p>Es sei ein besonderes Privileg für ihn, den Kardinal und die drei Bischöfe gemeinsam mit Tausenden von Menschen während des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg begrüßen zu dürfen. Der Wappensaal als Ort passt nach den Worten Heiligs dazu hervorragend. Hier kämen regelmäßig Menschen zusammen. Die Fahnen der Partnerstädte stünden zudem für „lebendige Verbindungen in alle Welt mit vielen wunderbaren Kontakten und Traditionen“.</p><p>Würzburg zeige sich aktuell von seiner lebendigsten Seite, erklärte Heilig weiter. „Als Ausrichtungsort dieses tollen christlichen Treffens erleben wir, wie sich unsere Straßen und Plätze in Orte der Begegnung, des Gebets und des intensiven Dialogs verwandeln. Ihr Besuch ist ein Moment des Innehaltens und der gegenseitigen Wertschätzung zwischen der Stadt und der Kirche.“</p><p>Heilig würdigte Kardinal Német, 2022 zum Erzbischof von Belgrad ernannt und von Papst Franziskus 2024 zum ersten serbischen Kardinal der jüngeren Kirchengeschichte ernannt, als Vertreter einer synodalen und dialogorientierten Kirche. Er fungiere als Brückenbauer zwischen Ost- und Westeuropa. Diese Erfahrung als Brückenbauer mache seine Anwesenheit in einer Zeit, die nach Orientierung und Zusammenhalt sucht, „unschätzbar wertvoll“.</p><p>Bischof Wilmer leite künftig mit Münster das mittlerweile größte Bistum Deutschlands. Im Februar wurde er in Würzburg zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt. „Das unterstreicht das enorme Vertrauen, das Ihre Mitbrüder in Ihre Person, Ihre theologische Klugheit und Ihre Gabe zur Moderation setzen.“ Für das verantwortungsvolle Amt in einer Phase großer Transformationsprozesse in der Kirche wünschte der Oberbürgermeister Wilmer viel Kraft.</p><p>Bischof Jung charakterisierte Heilig als „entscheidungsstark, empathisch und wortgewandt, gerade auch gegenüber den Engagierten in den Gemeinden vor Ort“. Er sei zudem sehr sportlich, was er beim Residenzlauf vor drei Wochen bewiesen habe.</p><p>Bischof Sfiatkos wirke in Berlin in der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde mit dem „wunderbaren Namen ‚Christi Himmelfahrt‘“ und sei zugleich der erste in Deutschland geborene Vikarbischof der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland. „Sie sind also ein wahrer Brückenbauer über Glaubensrichtungen hinweg und ein absoluter Fürsprecher der Demokratie.“ Dieses Bekenntnis passe hervorragend zum Katholikentag mit seinen Demokratie-Schwerpunkten.</p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i>mh (POW)</i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(2126/0505; E-Mail voraus)</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i><u>Hinweis für Redaktionen:</u></i></b><i> Fotos abrufbar im Internet </i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72517</guid><pubDate>Fri, 15 May 2026 21:55:36 +0200</pubDate><title>Podium, Protest und eine Kickerpartie</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/podium-protest-und-eine-kickerpartie/</link><description>Bundeskanzler Friedrich Merz auf dem 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg – Podium „Gemeinsam Zukunft gestalten“ mit jungen Menschen – Demonstration vor dem Congress Centrum – Spaziergang über die Kirchenmeile – Begegnung mit Helferinnen und Helfern</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Dachzeile1"><strong>Würzburg </strong>(POW) Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Freitag, 15. Mai, den 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg besucht. Bei einem Podium zum Thema „Gemeinsam Zukunft gestalten“ diskutierte er am Vormittag mit jungen Leuten, bevor er auf der Kirchenmeile das Gespräch mit engagierten Menschen suchte. Zum Abschluss schaute er in der Zentrale für die Helferinnen und Helfer bei den Erlöserschwestern vorbei. Der Besuch verlief nicht ohne Störungen. Vor Beginn des Podiums kam es zu Protesten vor dem Congress Centrum, und auch in der Diskussion gab es Zwischenrufe, Plakate und Trillerpfeifen. Zwei Personen wurden des Raumes verwiesen.</p><p>Klimaschutz, die aktuelle Situation der USA, die Wirtschaftslage, Rechtsruck, KI und Social-Media-Verbot: Beim Podium „Gemeinsam Zukunft gestalten“ im Congress Centrum wird eine große Themenpalette diskutiert. Mit Merz auf dem Podium sitzen Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, und Lisa Quarch, Geistliche Leiterin des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Was sie dem Bundeskanzler empfehlen würde, um der jungen Generation Zukunftsängste zu nehmen, will Moderator Professor Manuel Hartung von Kirchhoff wissen. „Ich glaube, dass man Jugendliche sehr, sehr gut über soziale Medien erreichen kann. Und ich glaube, dass das ein Weg ist, der sehr viel stärker genutzt werden muss“, antwortet diese. Insbesondere eine Partei sei dort sehr groß vertreten. „Ich glaube, dass man sich diesen Raum auch als demokratischen Raum zurückholen muss, weil man auch genau da Kinder und Jugendliche erreicht.“</p><p>Merz kann die Argumentation verstehen, äußert jedoch Bedenken. „KI-gesteuerte Fake-News-Filme“ etwa seien auf den ersten Blick gar nicht als Fälschungen erkennbar. Quarch macht einen Vorschlag, wie man den demokratischen Raum in den sozialen Medien zurückgewinnen könnte. Sie würde selbst viel „religiöse und demokratische Bildung“ auf TikTok machen und erlebe dabei, „dass es was bringt. Gerade auf TikTok sind so viele junge Menschen, die in einem engen Weltbild gefangen sind, und gute Aufklärungsarbeit führt dazu, dass sich Menschen daraus befreien können.“</p><p>Einige Jugendliche und junge Erwachsene dürfen dem Bundeskanzler Fragen stellen. Johanna Chwalczyk (17), Oberministrantin in Lengfurt im Landkreis Main-Spessart, will beispielsweise wissen, wie er zur Herabsetzung des Wahlalters steht. „Was qualifiziert denn jemanden in Baden-Württemberg ab 16 Jahren zu wählen, und in Bayern erst ab 18? Sind wir in Bayern weniger gebildet?“ Im Bezug auf die Bundestagswahl hat Merz eine eindeutige Meinung: „Ich würde es für den Deutschen Bundestag gerne dabei belassen, dass wir das aktive und das passive Wahlrecht bei 18 Jahren lassen.“ Er begründet das mit der hohen Verantwortung. Er habe noch keine Gegenargumente gefunden, die ihn wirklich überzeugt hätten. Zufrieden ist Chwalczyk mit dieser Antwort nicht. Merz habe gesagt, dass er es gut fände, dass bei Landtags- und Kommunalwahlen das Alter gesenkt werde. „Warum sind denn Landtagswahlen mit weniger Verantwortung verknüpft?“</p><p>Susanne Ackva (21) hätte den Kanzler gerne gefragt, welche konkreten Vorschläge er habe, um jungen Menschen eine Perspektive in der demokratischen Mitte zu geben. Ackva kommt aus Würzburg, studiert Lehramt in Leipzig und ist im Eine-Welt-Team der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) aktiv. Durch ihr Studium habe sie viel Kontakt zu Schülerinnen und Schülern und dabei die Erfahrung gemacht, dass viele „rechts“ seien. Ackva kam jedoch nicht an die Reihe.</p><p>Merz erklärt in der Diskussion auch, dass er mehr Optimismus verbreiten wolle. Er sei überzeugt, dass es wenige Länder auf der Welt gebe, die so großartige Chancen böten wie Deutschland, auch für junge Menschen. „Ich bin ein großer Bewunderer Amerikas. Meine Bewunderung nimmt im Augenblick nicht zu“, sagt er. Er würde seinen Kindern heute nicht empfehlen, dort ausgebildet zu werden. „Heute haben die Bestausgebildeten in Amerika große Schwierigkeiten, einen Job zu finden.“</p><p>Zu seiner Kommunikation zeigt sich der Kanzler nachdenklich: „Ich beschäftige mich in den letzten Wochen mit immer größerer Intensität mit der Frage: Woran liegt es, dass es mir offensichtlich nicht gelingt, die Menschen im Lande hinreichend zu erreichen? Auch zu überzeugen, dass der Weg, den wir versuchen, in der Regierung einzuschlagen, den ich versuche einzuschlagen, der Richtige ist?“ Er wisse, dass er in seiner Kommunikation etwas verbessern müsse, damit diese Botschaft besser verstanden werde. Der erste Schritt sei, den Menschen die weit verbreitete Zukunftsangst zu nehmen.</p><h3>Gespräche und Kickerpartie auf der Kirchenmeile</h3><p>Wo es zuvor auf den Wegen zwischen den Zelten auf der Kirchenmeile am Viehmarkt lediglich gut besucht war, wird es nach zwölf Uhr Mittag plötzlich sehr eng. Begleitet von einem großen Aufgebot an Sicherheitskräften betritt der Bundeskanzler nach dem Überschreiten der Friedensbrücke die Kirchenmeile. Am Stand des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) warten ein Dutzend Fotografen und Kameraleute auf ihn – und Anja Karliczek, Präsidentin des KDFB Deutschland, Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bildungs- und Forschungsministerin, sowie Vizepräsidentin Dr. Monika Arzberger.</p><p>An einem Prägeautomaten laden sie den Kanzler an, sich ein Medaillon mit dem Gesicht von Ellen Amman zu prägen. Der frauenbewegten Katholikin ist es maßgeblich zu verdanken, dass der Katholische Deutsche Frauenbund bis heute in Bayern der bedeutendste und mitgliederstärkste Frauenverband ist. „Klappt wohl net“, höhnt einer der Zuschauer, als Merz gefühlt zum zwölften Mal die Kurbel gedreht hat, ohne dass etwas passiert ist. Dann greift Karliczek ein, die entdeckt hat, dass zwar das zu prägende 5-Cent-Stück in der Maschine ist, die 1-Euro-Münze, die an die Bahnhofsmission in Würzburg geht, aber noch im Schlitz klemmt. Zwei Meter weiter im Pavillon steht ein besonderer Tischkicker: Statt der üblichen Männerfiguren sind hier nur Spielerinnen vertreten. Merz und Karliczek spielen im Team gegen Dr. Irme Stetter-Karp und Bischof Dr. Franz Jung. Mit 1:0 für das Team Merz endet die schnelle Partie.</p><p>„Ohne Frauen ist kein Staat zu machen“, steht auf der Stellwand hinter dem Stehtisch, an dem Merz zwischen Karliczek und Arzberger für eine Unterhaltung Platz nimmt. Wegen des Sicherheitsabstands ist wenig davon mitzubekommen. „Ich habe ihm gesagt, dass wir bei der Parität auch in unserer CDU Fortschritte machen müssen“, erzählt die Bundestagsabgeordnete später. Das sei aber schwierig, wenn nur jedes vierte Mitglied eine Frau sei. „Und wir haben dem Kanzler gesagt, dass die Anrechnungsgrenze bei der Hinterbliebenenversorgung für Frauen sehr nachteilig ist. Kurz gesagt: Wir müssen überprüfen, ob sich Arbeit an jeder Stelle lohnt.“ Küsschen links, Küsschen rechts für Karliczek, dann ziehen der Kanzler und sein Tross weiter.</p><p>Die vielen Handys, die nach oben gereckt werden, um ein Bild zu machen oder ein kurzes Video zu drehen, sind kaum zu zählen. Ein Fotograf hat einen Moment nicht aufgepasst: Schwupps, ist er zur Seite gedrängt und kann nur noch von hinten verfolgen, wie der Kanzler den Stand von Renovabis besucht.</p><p>Bei den Maltesern begrüßen Georg Kheverhüller, Präsident des Malteser Hilfsdienstes, und Joachim Gold, ehrenamtlicher Stadtbeauftragter der Malteser Würzburg, den Kanzler. Christine Freitag vom Würzburger Hospizdienst der Malteser berichtetet vom Herzenswunschrankenwagen, der Menschen auf dem letzten Lebensweg besondere Erlebnisse ermöglicht. „Ein junger Mann aus der Gegend wollte noch einmal die Weite spüren. Er hat vergangenen Freitag einen Rundflug mit einer einmotorigen Maschine über seinem Heimatdorf gehabt.“ Merz dankt allen, die sich bei den Maltesern engagieren: „Es ist toll, was Sie ehrenamtlich leisten.“ Malteser-Priester Markus Polders ruft Merz zu: „Wir beten für Sie.“ „Das hat mich sehr berührt“, sagt der Besucher, eher er zur wartenden Limousine weitereilt.</p><h3>Dank an die Helferinnen und Helfer: „Ich habe mich jederzeit sicher gefühlt“</h3><p>In der Zentrale für die Helferinnen und Helfer bei den Erlöserschwestern wird der Bundeskanzler bereits erwartet. In einem kleinen Raum sind drei Tische gedeckt. Die Wände sind mit bunten Bannern dekoriert: „Jetzt ist die Zeit“, „Zukunft hat der Mensch des Friedens“ und natürlich „Hab Mut, steh auf!“. Auf den Tischen stehen Teller mit Brezeln und Hörnchen, hinten an der Wand verschiedene Blechkuchen. Eine orange Kordel trennt die Fotografen und Kamerateams von den rund 20 Männern und Frauen, die wenige Minuten vor dem Kanzler gut gelaunt in den Raum strömen. Auch Merz scheint bester Laune. Zusammen mit Bischof Jung betritt er den Raum, geht von Tisch zu Tisch und begrüßt die Helferinnen und Helfer mit Handschlag, bevor er sich auf einen freien Stuhl setzt. „Sind Sie die ganze Zeit dabei?“, fragt er in die Runde. Ein Mann antwortet ausführlich und gestenreich, Merz hört aufmerksam zu. Leider ist aufgrund des Sicherheitsabstands kein Wort zu verstehen. Ein Mann in Anzug schiebt sich hinter die Kordel und deutet zur Tür: „Herzlichen Dank, wir lassen jetzt das Gespräch ohne Presse weiterlaufen, bitte.“</p><p>Draußen ist es wieder mal nass und kalt. Von innen ist Klatschen und Lachen zu hören. Nach rund einer halben Stunde kommt der Bundeskanzler wieder nach draußen. Dort wartet schon eine weitere Gruppe von Helferinnen und Helfern für ein Gruppenfoto, gekleidet im aktuellen Katholikentags-Outfit – knallgelbe Regenponchos. Merz blickt von einem zum anderen und sagt: „Ich habe mich jederzeit sicher gefühlt. Es war alles wunderbar. Vielen Dank für Ihre Hilfe!“</p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i>ils/mh/sti (POW)</i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(2126/0499; E-Mail voraus)</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i>Weitere Bilder zur Podiumsdiskussion finden Sie hier: </i></b><i><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778869970O1Xd9tHeIy6xwC" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778869970O1Xd9tHeIy6xwC</a></i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i>Weitere Bilder zur Kirchenmeile finden Sie hier:</i></b><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778869993uBQH0OSlx7Hqhg" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer"></a><em><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778869993uBQH0OSlx7Hqhg" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778869993uBQH0OSlx7Hqhg</a></em></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i>Weitere Bilder zum Helfertreffen finden Sie hier: </i></b><i><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778870010FzXOeor3MJ9lZn" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778870010FzXOeor3MJ9lZn</a></i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72513</guid><pubDate>Fri, 15 May 2026 19:31:07 +0200</pubDate><title>Wo nicht nur das Amen donnert</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/wo-nicht-nur-das-amen-donnert/</link><description>Bei einem Heavy-Metal-Gottesdienst in Stift Haug treffen Judas Priest, Bibeltexte und Glaube aufeinander</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) „Amen“ hallt es aus über 500 Kehlen. „Es wird, es wird“, kommentiert Pastoralreferent Mathias Fuchs süffisant grinsend die Antwort auf seine Predigt. Beim Kreuzzeichen zu Beginn hat er sich noch beschwert: „Das war ja nicht zu hören.“ Nicht nur diese Reaktion der Gläubigen bei einem Gottesdienst ist ungewöhnlich. Auch der Zuspruch und die Musik sind es an diesem Nachmittag. Im weiträumigen Barockbau der Pfarrkirche von Stift Haug nahe am Würzburger Hauptbahnhof wird an diesem Freitag, 15. Mai, ein Heavy-Metal-Gottesdienst gefeiert. Die Band „Metal GodZ powered by Gelbsucht and friends“ gibt den Ton an, und das mit mächtig Druck aus den Lautsprechern: verzerrte Gitarren, wummernder Bass, treibendes Schlagzeug. Statt frommem Liedgut spielen sie Metal-Klassiker wie „Metal Gods“ von Judas Priest oder „Let There Be Rock“ von AC/DC. Die Menschen in der Kirche rocken begeistert mit: Teenager mit roten und grünen Haaren lassen den Kopf enthusiastisch mitwippen, ein Rentner tanzt mit einer Unbekümmertheit, als wäre er allein. Als das erste Lied zu Ende ist, hallt donnernder Applaus durchs Kirchenschiff.</p><p>Dass Fuchs Metal-Fan ist, sieht man ihm auch gleich an, als er in Albe nach vorne tritt: graues langes Haar, Kinnbärtchen, Ringe in den Ohren. „Eines vorneweg: Die ‚Pommesgabel‘ ist kein satanisches Symbol, wie viele meinen. Ich käme auch nie auf die Idee, ein solches zu zeigen“, sagt Fuchs. Er habe recherchiert. Die nach oben gereckten Ring- und Zeigefinger fußten auf einer aus Italien stammenden Geste zur Abwehr des Bösen. Dann erzählt er davon, dass sein Team und er vor drei Jahren in Obergrombach, einem Stadtteil von Bruchsal im Erzbistum Freiburg, erstmals Metal-Gottesdienste anboten.</p><p>Die Sehnsucht nach einem Gottesdienst der anderen Art scheint groß: Schon zehn Minuten vor Beginn der Feier ist kein freier Sitzplatz mehr zu finden. Wer jetzt noch kommt, sucht sich einen Stehplatz an den Wänden oder setzt sich kurzerhand auf den Steinboden. „Wir sind extra aus Fulda angereist“, erzählt ein Ehepaar. „Christ bin ich seit meiner Taufe, Metal-Fan seit ich 15 bin. Hier kann ich mal alles feiern“, erklärt der Mann.&nbsp;Seine Frau ergänzt: „In der Headbangers‘ Church teilen Leute meine Begeisterung und Freude an meiner Lieblingsmusik und ihren Glauben an Gott. Es ist eine andere Form von Gottesdienst, die einfach Spaß macht.“</p><p>Dann steht Fuchs auf. „Wir sind die Headbangers‘ Church und freuen uns riesig, dass diese Kirche heute so gut gefüllt ist. Wir glauben, dass Gott und Heavy Metal sehr gut zusammenpassen. Und wir hoffen, dass wir miteinander das Leben, die Musik und Gott feiern werden.“ Und dann noch der Hinweis: „Es wird laut!“</p><p>Nach Queens „We will rock you“ und weiteren Songs werden zwei Bibeltexte vorgetragen. Fuchs erklärt, wann sich das Leben des Zöllners Zachäus zum Besseren ändert: „In dem Moment, als Jesus ihn wahrnimmt.“ Jesus habe ein Herz für jeden Menschen, „egal ob er tätowiert ist, Leiterin eines Gebetskreises oder Metalhead“. Dass die Gottesdienstbesucher, vom Kleinkind bis zum Greis, nicht nur wegen der Musik da sind, wird beim Vaterunser deutlich: Laut und mit großer Ernsthaftigkeit betet die versammelte Gemeinde, auch hier das Amen ein gutes Stück lauter als sonst üblich.</p><p>Mit dem Segen entlässt Fuchs die Versammelten. Zuvor erzählt er noch, wie er vor drei Jahren die Idee des Metal-Gottesdiensts ersponnen habe und sein Mentor ihm geraten habe: „Denk nicht so viel. Mach einfach, es könnte ja gut werden.“ Die „Metal GodZ“ lassen es zum Schluss noch mal richtig krachen: mit „Rock’n’Roll All Night“ und „God Gave Rock’n’Roll To You“, beides von Kiss. Der Schlagzeuger reicht seine Sticks einem kleinen Mädchen als Geschenk, ein noch kleinerer Junge strahlt ebenfalls, als der Gitarrist ihm sein Plektrum überreicht. Sabine Steinmüller, die mit ihrem Mann und ihrer 91-jährigen Mutter Erika Herzmansky aus Kitzingen gekommen ist, lächelt begeistert. „Es war super. Und Mama hab‘ ich im Vorfeld die Hörgeräte rausgemacht. So war’s auch nicht zu laut.“</p><p class="text-right"><em>Markus Hauck (POW)</em></p><p>(2126/0504; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:&nbsp;</strong><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778876377lKJP2MkCUkih6n" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778876377lKJP2MkCUkih6n</a></em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72514</guid><pubDate>Fri, 15 May 2026 19:25:35 +0200</pubDate><title>Auf einen Chai mit Bischof Jung</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/auf-einen-chai-mit-bischof-jung/</link><description>Muslimisch-christlicher Dialog mit Bischof Dr. Franz Jung und Dr. Timo Güzelmansur bei einer Tasse schwarzem Tee</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Bischof Dr. Franz Jung hat am Freitagnachmittag, 15. Mai, im Marokkanischen Königszelt am Rathaus anlässlich des 104. Deutschen Katholikentags bei der Veranstaltung „Auf einen Chai mit Bischof Dr. Franz Jung“ über die Verbindung von Christen und Muslimen gesprochen. Zusammen mit Dr. Timo Güzelmansur, Geschäftsführer der Christlich-Islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle der Deutschen Bischofskonferenz (CIBEDO), beantwortete Bischof Jung bei einer Tasse schwarzen Tee die Fragen von Besuchern zum christlich-islamischen Austausch und hob vor allem Gemeinsamkeiten der Religionen hervor.</p><p>Auf die Frage, wie ein Dialog zwischen den Religionen gelingen kann, betonte Bischof Jung die Bedeutung des eigenen Glaubens. „Ich kann erst einen Interreligiösen Dialog führen, wenn ich weiß, was ich glaube.“ Erst danach könne man die Berührungspunkte im Glauben hervorbringen und Gemeinsamkeiten finden. Beim einstündigen Gespräch ging es auch um die Frage, wie Integration gelingen und religiöser Radikalismus verhindert werden kann. Güzelmansur betonte, dass der Grund für Radikalismus oft fehlende religiöse Sozialisation sei, die durch die Organisationsstruktur von muslimischen Vereinen und Moscheen schwer zu koordinieren sei.</p><p>Bei den Gemeinsamkeiten hob Bischof Jung vor allem die Nächstenliebe und die Sorge umeinander hervor, die in beiden Religionen eine große Rolle spiele. Dabei bezeichnete er die Sure im Islam, wonach Muslime ihre Nachbarn, unabhängig von der Religionszugehörigkeit, mit bestem Benehmen behandeln sollen, als eine kluge Idee. „Diese Regel hat mich immer sehr begeistert, weil sie so praktisch umzusetzen ist und auch einen Unterschied macht“, betonte Bischof Jung.</p><p class="text-right">pdf (POW)</p><p>(2126/0503; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72511</guid><pubDate>Fri, 15 May 2026 18:58:53 +0200</pubDate><title>Besuch an einem „Hoffnungsort“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/besuch-an-einem-hoffnungsort-2/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung und Caritaspräsidentin Eva Welskop-Deffaa besuchen den „Hoffnungsort“ Bahnhofsmission – Urkunde für den Bischof als Dank für ehrenamtliches Engagement</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Bischof Dr. Franz Jung und Eva Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes (DCV), haben anlässlich des 104. Deutschen Katholikentags am Freitag, 15. Mai, die Bahnhofsmission am Würzburger Hauptbahnhof besucht. Beide betonten, wie wichtig es sei, Menschen am Rande der Gesellschaft im Sozialraum Bahnhof zur Seite zu stehen. Bischof Jung wurde zudem vom Verein Bahnhofsmission Deutschland mit einer Urkunde ausgezeichnet.</p><p>„Wenn man gar nicht mehr weiß, was man machen soll, dann kommen die Leute zur Bahnhofsmission“, sagte der Bischof in den Räumen der Bahnhofsmission. Die Bahnhofsmission biete einen sicheren Ort, Essen, ein Gesprächsangebot und „einen Ratschlag, wie es jetzt weitergehen kann“.</p><p>Der Bischof leistet selbst einen Nachmittag pro Monat Dienst als Ehrenamtlicher in der Bahnhofsmission. Nach seinem ersten Dienst habe er plötzlich die „unsichtbaren“ Menschen am Rand der Gesellschaft in der Stadt wahrgenommen, erzählte er. Auch der Austausch mit den anderen Ehrenamtlichen sei bereichernd. Er bezeichnete die Bahnhofsmission als „Hoffnungsort“.</p><p>Ein Ort, an dem rund 200 Gäste pro Tag mit unterschiedlichem Hilfebedarf eine Anlaufstelle finden, wie Leiterin Johanna Anken erklärte. In einer Zeit „multipler Krisen“, in der vielen Menschen die Sorgen über den Kopf wüchsen, seien die Bahnhofsmissionen, getragen von Caritas und Diakonie, besonders wichtig, sagte Welskop-Deffaa. Kirche sei hier „Teil der Lösung“. Die Bahnhofsmissionen böten als Teil der Caritas-Familie „ein offenes Ohr und eine helfende Hand“.</p><p>Dieses Engagement verleihe auch „Glaubwürdigkeit, um sich im politischen Diskurs zu Wort zu melden“, sagte die DCV-Präsidentin. Angesichts der Sozialstaatsreform sei das „im Kampf für den Erhalt der Hilfen“ besonders wichtig. Josef Lüttig, Vorsitzender des Vereins Bahnhofsmission Deutschland, betonte die Funktion der rund 100 Bahnhofsmissionen in Deutschland als „Schutzraum“ und dankte den Ehrenamtlichen und Hautberuflichen für ihren Einsatz.</p><p>Für den ehrenamtlich engagierten Bischof hatte Lüttig eine Urkunde dabei. Als Botschafter der Bahnhofsmission schenke Bischof Jung den Menschen „Zuversicht und Mut in Wort und Tat“. „Wir sind stolz und dankbar, Sie an unserer Seite zu wissen“, sagte Lüttig im Namen von Bahnhofsmission Deutschland. Nach den Worten von Michael Lindner-Jung, Geschäftsführer der Bahnhofsmission Würzburg gGmbH, erschließe die Bahnhofsmission „ein Stück von dem, was Kirche ist“.</p><p>An die Gäste verteilte Lindner-Jung das von Bischof Jung zum Katholikentag herausgegebene Buch „Hab Mut, steh auf. Ermutigungen, das Leben in die Hand zu nehmen“, in dem auch die Bahnhofsmission gewürdigt wird. Darunter waren Dr. Sven Schultheiß, Leiter der Bundespolizeiinspektion Würzburg, Heike Steinhoff, Leiterin des Bahnhofsmanagements Nordfranken, und Monika Kleinfenn, Vorständin von In Via Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit – Deutschland.</p><p class="text-right"><em>hela (Diözesan-Caritasverband)</em></p><p>(2126/0501; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72509</guid><pubDate>Fri, 15 May 2026 18:01:06 +0200</pubDate><title>Mit Eseln über den Katholikentag</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/mit-eseln-ueber-den-katholikentag/</link><description>Biblischer Eselspaziergang von Würzburg zum Kloster Oberzell</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg/Kloster Oberzell</strong> (POW) Kauende Esel, gemütliches Getrotte und viel Streicheln und Kraulen: So kann der 104. Deutsche Katholikentag auch aussehen – zumindest am Freitag, 15. Mai, direkt am Mainufer. Dort fand ein biblischer Eselspaziergang unter dem Motto „Was Esel und Menschen tragen“ statt. Vom Zollhaus an der Frankfurter Straße ging es zwischen Bäumen und an Wiesen entlang nach Zell am Main vor die Mauern von Kloster Oberzell.</p><p>Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten bildlich sehen, was es heißt, sich an Kreuzungen zu entscheiden, Grenzen zu erkennen und vorauszuschauen. Die bedächtigen Esel überlegten an manchen Stellen auch mal länger, ob sie jetzt weiterlaufen wollten. Verschiedene Impulse unterstützten das Nachdenken auf dem Weg. Wie treffen Sie Entscheidungen? Haben Sie schon einmal überstürzt Entscheidungen getroffen? Darüber machten sich die Männer und Frauen auf dem Weg Gedanken und kamen miteinander ins Gespräch.</p><p>Nach dem Spaziergang sagte Annika Knöller aus Emmedingen: „Die Esel sind ganz zutraulich und man richtet sich nach dem Tempo der Esel. Das ist einfach was Besonderes.“ Heinz Schmidt war überrascht, „dass der Esel mich akzeptiert hat und auch mit mir gelaufen ist“. Ein paar Gedanken blieben ebenfalls hängen. „Manchmal ein bisschen langsamer machen, einen Schritt zurücktreten und dann überlegen, wie es weitergeht“, sagte Katharina Knöller aus Freiburg. Birte Schulze aus Schwerin war das erste Mal mit einem Esel spazieren. Sie fand den Gedanken hilfreich, sich „auch bremsen zu lassen und nicht die eigenen Gedanken unbedingt durchsetzen zu müssen“.</p><p>Der Spaziergang war ein Angebot des Martinusforums Aschaffenburg-Schmerlenbach. Die Esel stammen aus einem Pensionsstall in Schmerlenbach – sie wurden aus Qualhaltungen befreit. Bildungsreferentin Anna Staps betonte, dass sie immer wieder prüfen würden, wie die Esel, die bei Spaziergängen dabei sind, gehalten werden. Und: „Die Esel müssen nichts tun, was sie nicht wollen. Das würden sie sowieso nicht machen“. Die Esel seien die Chefs: „Sie laufen, wann sie wollen, und wir gucken, dass wir mitkommen. So hat eigentlich jeder Spaß.“</p><p class="text-right">chd (POW)</p><p>(2126/0500; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72494</guid><pubDate>Fri, 15 May 2026 10:32:15 +0200</pubDate><title>Gemeinsam gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/gemeinsam-gegen-antisemitismus-und-menschenfeindlichkeit/</link><description>Jüdisch-christliche Gemeinschaftsfeier mit Bischof Dr. Franz Jung und Rabbiner Professor Dr. Andreas Nachama – Dr. Josef Schuster: „Der Einsatz für unsere Werte lebt von Taten“</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) „Stehen wir gemeinsam auf, haben wir gemeinsam Mut!“ Dazu haben Rabbiner Professor Dr. Andreeas Nachama (Berlin) und Bischof Dr. Franz Jung bei der Jüdisch-Christlichen Gemeinschaftsfeier am Donnerstagabend, 14. Mai, im Maritim-Hotel in Würzburg anlässlich des 104.&nbsp;Deutschen Katholikentags aufgerufen. Sie stand unter dem Motto „Verbunden im Gebet für eine bessere Welt“. Nachama und Bischof Jung appellierten gemeinsam, mutig aufzustehen für ein friedliches Zusammenleben und für die Demokratie.</p><p>Vor 56 Jahren, beim Katholikentag im Bistum Trier im Jahr 1970, habe diese Feier zum ersten Mal stattgefunden, erinnerte Dr. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), in ihrem Grußwort. Seitdem sei sie aus dem Programm des Katholikentags nicht mehr wegzudenken. „Ich bin froh und dankbar über diese Geschichte, die geprägt ist von echtem Austausch, Diskussion und dem Einsatz für eine gerechtere Welt.“ Zugleich kritisierte sie das „unfassbare Erstarken der rechten Parteien und Bewegungen in ganz Europa. Juden sind teils tödlichem Antisemitismus ausgesetzt. Wir wollen verbunden bleiben, gerade jetzt!“</p><p>Der Katholikentag sei „eine große und verdiente Würdigung für unsere Stadt“, sagte Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Das Motto „Hab Mut, steh auf!“ erfasse den Geist der Zeit. „Was unserem Zeitgeist heute oft fehlt ist Zivilcourage. Der Einsatz für unsere Werte lebt von Taten, und für diese ist es höchste Zeit.“ Das jüdische Leben werde zunehmend aus dem öffentlichen Raum verdrängt, während der Antisemitismus sein Haupt erhebe. „Stehen Sie an der Seite der Juden, kämpfen Sie gegen den Judenhass und für die Werte unseres Zusammenlebens und unserer Demokratie“, forderte Schuster auf. „Das Motto des Katholikentags muss Taten prägen an jedem einzelnen Tag des Jahres. Haben Sie Mut, stehen Sie auf, bleiben Sie standhaft!“</p><p>In ihren Ansprachen betrachteten Rabbiner Nachama und Bischof Jung die Worte des Propheten Jesaja an das Volk im babylonischen Exil. Die Israeliten hätten unter schweren Bedingungen gelebt, sagte Nachama. Doch der Prophet habe eine Vision: Nach all dem Leiden, dem Zug ins ferne Babylon und der Ferne der Heimat, komme nunmehr die Besinnung auf die Überlieferung der Auszugsgeschichte und damit die Hoffnung auf Rückkehr und Erlösung aus babylonischer Gefangenschaft. „Der Prophet könnte auch gesagt haben: ,Hab Mut, steh auf!‘“, sagte der Rabbiner. In den Worten des Propheten seien die Exilierten die „dürstende Flur und das trockene Erdreich“. Dann komme die Erlösung: Der Herr gieße Wasser auf die dürstende Flur und lasse Fluten auf trockenes Erdreich rieseln. „Könnten wir das nicht auch für uns heute so verstehen? Der ausgetrocknete Bundeshaushalt, die bröselnden Brücken, das regenarme, sprich dürstende Land?“</p><p>„Das, was wir jetzt tun, wird Segen für die nächste Generation bringen“, fuhr Nachama fort. Er selbst würde heute hier nicht stehen, „wenn am 27. Februar 1943 nicht eine mutige Christin aufgestanden wäre und meine Mutter für zwei Jahre, zwei Monate und fünf Tage versteckt und versorgt hätte“, erzählte Nachama. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten Konrad Adenauer und Charles de Gaulle aus den jahrhundertealten deutsch-französischen Kriegen eine deutsch-französische Freundschaft gestiftet. „Das wäre doch ein kopierbares Modell – wenn man auf göttlichen Frieden vertraut, aus der Finsternis unserer Gefangenschaft in Krieg und Gewalt herausfindet, versteht, dass alle Nachkommen der biblischen Vorfahren einander auf Augenhöhe begegnen“, sagte er und schloss: „Stehen wir gemeinsam auf, haben wir gemeinsam Mut und beten oder hoffen wir gemeinsam. Kurz: ,Hab Mut, steh auf!‘“</p><p>„Was war das Schlimmste am Exil? Das Schlimmste war, dass das Volk sich daran gewöhnt hatte“, sagte Bischof Jung. „Wir kennen das aus unserem Alltag.“ Man gewöhne sich an den rauen Ton der Machthaber dieser Welt, an neue zweifelhafte Begriffe wie „Remigration“ oder an die zunehmende Gewalt in den sozialen Netzwerken wie auf den Straßen: „Die Gewöhnung an die wachsende Zahl antisemitischer Übergriffe in unserem Land, die scheinbar kommentarlos hingenommen werden als ein Phänomen gesellschaftlichen Wandels, ohne dem weitere Aufmerksamkeit zu schenken.“ Gegen die scheinbare Übermacht des weltlichen Geschehens erinnere Gott sein Volk daran, dass er sein Schöpfer sei. Er allein vermöge, einen Neuanfang zu setzen, und er wolle Menschen, die mit ihm an einen Neuanfang glauben.</p><p>Das kommende Heil gründe in „Wasser“ und „Geist“, fuhr der Bischof fort. Die jüdische wie die christliche Tradition bauten auf die göttliche Heilszusage: „Im Wasser muss die alte Unreinheit abgewaschen werden. In der Kraft des Geistes blüht der Mensch wieder auf.“ Die Welt bedürfe der Reinigung: der Reinigung der Gedanken, die weltweit Schmutz und Unrat in den sozialen Netzwerken verbreiteten, der Reinigung von Kriegsgerät, das ganze Länder zu Todeszonen mache, der Reinigung von Vorurteilen und Feindbildern. Im Buch Jesaja gießt Gott Wasser auf den dürstenden Boden, es sprießt zwischen dem Gras. Der Kampf um die Ressource Wasser in vielen Gebiete der Erde und die Versteppung ganzer Regionen zeigten, wie weit man von diesem „seligen Endzustand“ noch entfernt sei. Bischof Jung rief dazu auf: „Ihr alle, die ihr auf Gott vertraut, habt Mut und steht auf! Sein Mut, diese Welt nicht sich selbst zu überlassen, muss mit unserem Mut belohnt werden.“</p><p>Die Feier schloss mit dem Aaronitischen Segen auf Hebräisch und Deutsch, erteilt durch Rabbiner Nachama und Bischof Jung.</p><p><em><strong>Schuster: Abend ist „wichtiges Signal“ für den jüdisch-christlichen Dialog</strong></em></p><p>Beim anschließenden Empfang im Kilianeum stand die Bedeutung des jüdisch-christlichen Dialogs im Mittelpunkt. Dagmar Mensink, Vorsitzende des Gesprächskreises „Juden und Christen“ beim ZdK, dankte für die Möglichkeit zum Austausch und Beisammensein. Zentralrats-Präsident Schuster würdigte den Abend als „wichtiges Signal“ für den jüdisch-christlichen Dialog. „Der Dialog ist gegenwärtig so wichtig wie seit Jahrzehnten nicht mehr.“ Auch mehr als 55 Jahre nach der Konzilserklärung Nostra Aetate sei das Gespräch „nicht im sicheren Hafen“. Es gehe darum, Antisemitismus zu bekämpfen und jüdisches Leben zu stärken.</p><p>Schuster betonte zudem die gesellschaftliche Verantwortung des Austauschs. Der Dialog sei „nicht nur freundlicher Austausch zwischen Religionen, sondern Verantwortung“. Wer einander wirklich begegne, rede auch anders übereinander. Das Katholikentagsmotto „Hab Mut, steh auf!“ solle auch im Alltag Haltung und Taten prägen. Vertrauen helfe dabei, auch in schwierigen Zeiten beieinander zu bleiben. Beim Empfang wurden unter anderem zwei Sorten koscheren Weins aus Iphofen serviert.</p><p class="text-right">sti/jr (POW)</p><p>(2126/0490; E-Mail voraus)</p><p><strong>Weitere Bilder finden Sie hier: </strong><em><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778834245rAdKNTjF76CTXx" target="_blank" rel="noreferrer">bistum-wuerzburg.px.media/share/1778834245rAdKNTjF76CTXx</a></em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72490</guid><pubDate>Fri, 15 May 2026 09:31:49 +0200</pubDate><title>Mit Mut für Gott und die Kirche eintreten</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/mit-mut-fuer-gott-und-die-kirche-eintreten/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung feiert im Neumünster einen Gottesdienst mit katholischen Studentenverbindungen – Gedenken an die Seligsprechung von Pfarrer Georg Häfner am 15. Mai 2011</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Leid und Umbrüche sind „Geburtsschmerzen“ eines neuen Lebens. Das hat Bischof Dr. Franz Jung am Freitag, 15. Mai, beim Gottesdienst für katholische Studentenverbindungen im Würzburger Neumünster betont. Er rief die Mitglieder der Verbindungen auf, aus dem Glauben heraus in Freundschaft und gesellschaftlicher Verantwortung zu handeln, im Einstehen für eine christliche Lebensführung, in der Verteidigung der Würde des Lebens, im politischen Engagement, von dem jede Demokratie lebt, und im Mut, in aktuellen Debatten für Gott und die Kirche die Stimme zu erheben „wie viele es bereits seit Jahren tun“. Denn der erhöhte Herr rufe den Menschen zu: „In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt‘“, erklärte der Bischof. An dem Gottesdienst nahm auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann teil, seit 1980 Mitglied der KDStV Frankonia (Czernowitz) zu Erlangen im Cartellverband (CV). Insgesamt neun Verbindungen waren mit ihren Fahnen vertreten.</p><p>Bischof Jung nahm Jesu Abschiedsrede mit den Worten „Ihr werdet weinen und klagen“ zum Ausgangspunkt seiner Predigt. Er sprach von der Erfahrung, dass Gott fern erscheine, die Kirche an Glaubwürdigkeit verliere und die Welt religiöse Hoffnung oft ablehne. Zugleich betonte er, dass Trauer nicht das letzte Wort habe.</p><p>Die Argumente der Gottesleugner seien seit Jahrtausenden die gleichen: Krieg und Gewalt, Krankheit und Pandemien, grassierende Ungerechtigkeit und Verbrechen, Armut und Verelendung ganzer Länder und Nationen. Mit dem Bild der Geburtswehen deutete der Bischof die schmerzhaften Entwicklungen in Kirche und Welt als Durchgang zu neuem Leben und neuer Freude.</p><p>Im Blick auf die vier Prinzipien des Cartellverbandes verband der Bischof diese Hoffnung mit konkreten Erwartungen an katholische Studentenverbindungen. Unter „Religio“ forderte er einen glaubenden Blick auf Krisen, unter „Amicitia“ tragfähige Freundschaft in schwierigen Zeiten. Zu „Scientia“ sagte der Bischof, Kirche und Gesellschaft brauchten die besten Köpfe, wissenschaftliche Exzellenz, Problemlösungskraft und Mut zu neuen Wegen. Unter dem Stichwort „Patria“ rief er zu christlichem Engagement in Gesellschaft und Politik auf und verwies auf die Verantwortung von Christen als Bürger zweier Welten. In der Welt sei Bedrängnis, aber Christus habe die Welt besiegt, schreibe der Evangelist Johannes. Bischof Jung leitete daraus den Auftrag ab, sich für Gott und Kirche einzusetzen und „aufzustehen“.</p><p>Im Anschluss an den Schlusssegen gedachten der Bischof, die Konzelebranten und Mitglieder der Unitas-Hetania ihres am 15. Mai 2011 seliggesprochenen Bundesbruders Pfarrer Georg Häfner. Dieser wurde nach kritischen Äußerungen über die damaligen nationalsozialistischen Machthaber 1941 verhaftet und kurz darauf ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Dort starb er nach Misshandlungen und Quälereien am 20. August 1942 den Hungertod. „Auch er war einer, der Mut hatte und aufstand gegen Gewalt und Terror“, betonte Pfarrer i. R. Robert Borawski. Er zitierte aus einem Brief, den Häfner noch aus dem Würzburger Gefängnis an seine Eltern schrieb: „Keinem Menschen wollen wir fluchen, keinem etwas nachtragen, mit allen wollen wir gut sein.“ Das sei die Botschaft des Seligen.</p><p class="text-right">mh (POW)</p><p>(2126/0492; E-Mail voraus)</p><p><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:&nbsp;</strong><em><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/17788311127bluft0JsD21LI" target="_blank" rel="noreferrer">bistum-wuerzburg.px.media/share/17788311127bluft0JsD21LI</a></em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72483</guid><pubDate>Thu, 14 May 2026 19:34:15 +0200</pubDate><title>„Es ist eine große Dynamik in der Diskussion“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/es-ist-eine-grosse-dynamik-in-der-diskussion/</link><description>Große Kirchen, kleine Gemeinden. Was tun?</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Beispiele für Kirchen, die zu wenig genutzt werden, die für verkleinerte Gemeinden zu groß sind oder die in direkter räumlicher Konkurrenz zu anderen Sakralbauten stehen, gibt es in Würzburg mehrere. Grund genug für die Werkstatt „Liturgische Räume für kleiner werdende Kirchengemeinden“ beim 104. Deutschen Katholikentag. Im Mutterhausareal der Erlöserschwestern diskutierten an Christi Himmelfahrt, 14. Mai, 120 interessierte Gäste, die Theologie-Professoren Dr.&nbsp;Stephan Winter (Tübingen) und Dr. Martin Stuflesser (Würzburg) sowie der Mainzer Diözesanbaumeister Johannes Krämer.</p><p>„Wir haben zu viele und zu große Kirchen“, erklärte Krämer, wenngleich ihm bewusst sei, dass ein fehlendes Kirchengebäude große Lücken reißen könne. „Ich komme selbst aus einem 300-Seelen-Dorf. Wenn wir dort die Kirche abreißen, reißen wir dem Dorf die Seele aus dem Leib.“ Drei Möglichkeiten gebe es, mit einem Überangebot an Kirchen umzugehen: Weiternutzen wie bisher, gänzlich profanieren und – das sei die spannendste wie spannungsreichste Variante – die geteilte Nutzung mit geteilter Verantwortung und Trägerschaft. „So haben wir die Chance, mit Gruppen ins Gespräch zu kommen, mit denen wir als Kirche bisher wenig oder gar keinen Kontakt haben.“ Damit zusammen hingen Fragen, die entscheidend seien für das Verständnis der Kirche von sich selbst: Muss sich Heiligkeit zwingend in einem (ab-)geschlossenen Kirchenraum abspielen? Was lädt Menschen ein, sich mit dieser Heiligkeit auseinanderzusetzen?</p><p>Im Bistum Mainz beispielsweise werde derzeit ein Konzept für eine Art „Kirchenbox“ entwickelt, die in einen Kirchenraum eingesetzt werden kann. Darin könnten dann auch nichtkirchliche Angebote im sakralen Raum angeboten werden – oder womöglich, in extrem kleinen Gemeinden oder heute überdimensionierten Kirchen, auch umgekehrt. „Es ist eine große Dynamik in der Diskussion, in ganz Europa, aus der wir viel lernen können. Einfach ist sie aber nicht, und auch nicht frei von Konflikten“, meinte Winter. Sein Würzburger Kollege Stuflesser ergänzte die Frage, die sich auch im Raum einige Gäste stellten: „Wenn über die Profanierung der Kirche diskutiert wird, in der ich selbst getauft wurde, die meine Eltern womöglich nach dem Krieg selbst mit aufgebaut haben – was dann?“</p><p>In der Diskussion wurde deutlich: Die Kirche muss, wenn schon nicht im Dorf, dann zumindest erreichbar für alle bleiben – entsprechende Mobilitäts- und Nutzungskonzepte inklusive.</p><p class="text-right">seh (Würzburger katholisches Sontagsblatt)</p><p>(2126/0489; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72482</guid><pubDate>Thu, 14 May 2026 19:20:11 +0200</pubDate><title>Eine Oase mitten in Würzburg</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/eine-oase-mitten-in-wuerzburg/</link><description>Impressionen aus dem CariCafé</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Nach Regen hat sich die Sonne gezeigt. Zumindest ein paarmal täglich. Das bekamen auch die Besucherinnen und Besucher des 104. Deutschen Katholikentags an Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 14. Mai, zu spüren. Inmitten der Würzburger Altstadt zog der Innenhof des Gebäudes des Diözesan-Caritasverbands Gäste aus ganz Deutschland an. Bereit standen Streusel-Apfelgebäck, Mandarinen-Schmandkuchen und Rotweinkuchen, sowie Tee und Kaffee. Wer mochte und zufrieden war, gab eine Spende für das Caritas Kinder- und Jugenddorf Sankt Anton in Riedenberg. Mit dem Erlös wird ein Freizeitzimmer zum Wohlfühlen eingerichtet.</p><p>Caritas-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter wiesen an beliebten Orten in der Innenstadt Besucher aus Nah und Fern auf die versteckte Idylle im Hof des Caritashauses hin. Christine Bussieweke aus Nordrhein-Westfalen kommt auch in den nächsten Tagen wieder vorbei: „Zwischen Musikbeiträgen und Podiumsdiskussionen tut dieser ruhige Ort einfach gut.“</p><p>Hermann-Josef Wienken genoss mit Frau und Tochter den Streusel-Apfelkuchen. Klar, dass ein Betrag auch in die Spendendose wandert. Konzerte seien sein Ding. „Am liebsten zum Mitsingen. Auch für unsere Tochter spielt Musik eine große Rolle“, betonte der Familienvater aus Neuss, der bis 2018 im Caritasverband Düsseldorf tätig war. Das CariCafé sei ein Ort der Ruhe. Hier könne man die Seele baumeln lassen, zumindest bis zum nächsten Ansturm.</p><p>Mechthild und Edgar Terhorst sind aus Unna mit dem Rad angereist. „Wir besuchen alle Katholikentage mit dem Fahrrad.“ Sechs Tage hat das Ehepaar dafür benötigt. Viele gute Themen werden ihrer Meinung nach in den nächsten Tagen angeboten. „Vor allem die Fragen rund um die Zukunft der Kirche, Migration und Demokratieaspekte interessieren uns. Wir wollen Impulse mit nach Hause nehmen.“ Im CariCafé kämen sie zur Ruhe und würden die Verschnaufpause im Trubel des Großereignisses genießen. „Und letztendlich hoffen wir auf ein schönes spirituelles Erlebnis, das bleibt. Gerne auch hier im CariCafé.“</p><p>Maria Koder-Höfig vom CariCafé freut sich über die Besucher am Kuchenstand. „Der Streusel-Apfelkuchen ist zurzeit am beliebtesten“, lacht sie und schenkt den nächsten Tee ein. Glaube und Gemeinschaft erleben ist für eine Besuchsgruppe aus Cleve in diesen Tagen am wichtigsten. „Beides trifft man hier im CariCafé, auf das wir durch eine Caritas-Mitarbeiterin aufmerksam geworden sind.“</p><p>Einfach neugierig auf die Großveranstaltung und auf etwas Spiritualität ist Anitra Harbeke aus dem Saarland, die durch Zufall den Platz entdeckte. Dazu lachen für ein paar Momente auch die Sonnenstrahlen, die sich hinter dunklen Wolken hervorbahnen und den Anwesenden ein Lächeln ins Gesicht zaubern.</p><p class="text-right">sl (Caritas)</p><p>(2126/0488; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p><h1 style="margin-top:8px; margin-bottom:8px"></h1>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72480</guid><pubDate>Thu, 14 May 2026 18:56:22 +0200</pubDate><title>Trost im Nicht-Wegsehen</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/trost-im-nicht-wegsehen/</link><description>Kunstintervention „Schmerzpunkt“ von Susanne Wagner zum Missbrauch in der katholischen Kirche eröffnet</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(ZdK/POW) Mit einer Vernissage an der Treppe zum Hauptportal des Würzburger Kiliansdoms ist am Donnerstag, 14. Mai, im Rahmen des 104. Deutschen Katholikentags die Kunstintervention „Schmerzpunkt“ der Künstlerin Susanne Wagner eröffnet worden. Das Projekt wurde im Rahmen eines Kunstwettbewerbs des 104. Deutschen Katholikentags ausgewählt. Zahlreiche Katholikentagsbesucherinnen und -besucher sowie Vertreterinnen und Vertreter des lokalen Betroffenenbeirats, Professorin Dr. Claudia Nothelle, Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Würzburgs dritter Bürgermeister Joachim Spatz sowie Dompropst Weihbischof Paul Reder und Kerstin Klaus, Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, nahmen an der Eröffnung teil.</p><p>Die Künstlerin setzt sich in ihrem Werk mit sexualisierter Gewalt und dem Missbrauch geistlicher Autorität in der katholischen Kirche auseinander. Die Intervention versteht sich als eindrückliche Unterbrechung im Dienst einer aktiven Erinnerungskultur. Die Installation arbeitet mit einem einfachen, eindrücklichen Bild: „Schmerz wird häufig durch einen roten Punkt markiert. Eine rot gesprühte Markierung wird über einem Umhängekreuz gesetzt. So wird imaginär eine Stelle im Bereich des Herzens einer Person markiert“, erklärte Benita Meißner, Kuratorin der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst. Die paradoxe Darstellung des Kreuzes – zugleich abwesend und anwesend – markiere den religiösen und kirchlichen Kontext und wolle Solidarität ausdrücken, nicht Stigma.</p><p>„Schmerzpunkt“ verstehe sich nicht als abgeschlossenes Kunstwerk, sondern als offene Intervention. Während des Katholikentags werden Schmerzpunkte als Hinterglasobjekte an 14 Kirchen und Orten des Katholikentags in Würzburg sichtbar sein. „Mir ist der dezentrale Charakter wichtig: Erinnerung und Verantwortung sind nicht an einen einzigen Ort gebunden. Zugleich wird die Verantwortung der Institution sichtbar“, erklärte Wagner.</p><p>Das Konzept ist bewusst so angelegt, dass es weitergetragen werden kann – in Gemeinden, Einrichtungen mit dem jeweiligen konkreten Kontext. Für die Weiternutzung der Objekte nach dem Katholikentag haben sich bereits verschiedene Verbände und Gemeinden deutschlandweit gemeldet. „Meine Hoffnung ist, dass diese Intervention nicht elegant integriert wird in das große Narrativ vom Weg nach vorn. Denn der Schmerzpunkt bleibt. Vielleicht beginnt Trost genau dort: im Nicht-Wegsehen“, sagte der Schauspieler, Regisseur und Sänger Kai Christian Moritz, Mitglied des Arbeitskreises Kultur des 104.&nbsp;Deutschen Katholikentags, Betroffener und einer der Sprecher des neu gegründeten Betroffenenbeirats der Deutschen Bischofskonferenz. Die Vernissage wurde von der Cellistin Milena Milatinova Ivanova virtuos und einfühlsam musikalisch umrahmt.</p><p class="text-right">mh (POW)</p><p>(2126/0487; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hier: </strong><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778777701YcjgH25Ob3ijPj" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778777701YcjgH25Ob3ijPj</a></em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72479</guid><pubDate>Thu, 14 May 2026 18:08:12 +0200</pubDate><title>„Krisen kann man auch überwinden“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/krisen-kann-man-auch-ueberwinden/</link><description>Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Gattin auf der Kirchenmeile – Podium in der Posthalle zum Thema „Wir sind die Demokratie“ – ZdK-Präsidentin Stetter-Karp: „Wir fühlen uns geehrt, dass Sie immer da waren“</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Einen intensiven Tag hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Feiertag Christi Himmelfahrt am Donnerstag, 14. Mai, auf dem 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg erlebt. Am Vormittag besuchte er nach dem Eröffnungsgottesdienst auf dem Residenzplatz mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender und Weihbischof Paul Reder die Kirchenmeile am Mainufer. Dort informierte er sich über die Vielfalt des kirchlichen Engagements informierte. Am Nachmittag diskutierte er beim Podium „Wir sind die Demokratie“ in der vollbesetzten Posthalle über die Bedeutung des Ehrenamts für die Demokratie.</p><p>Ein großes Aufgebot an Fotografen und Fernsehkameras erwartete Steinmeier am Pavillon der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW). Manuel Koch, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, erläuterte dem Gast die Projekte und Ziele des Hilfswerks. „Unser Herz schlägt für Menschen, die marginalisiert werden. Gemeinsam können wir etwas schaffen“, sagte er. Doch sei die DAHW dafür angewiesen auf Spenden und auf Menschen, die sich engagieren. „Wozu Sie gehören“, sagte Steinmeier an das Team gerichtet. Auf weißen Herzen können Besucherinnen und Besucher aufschreiben, wofür ihr Herz schlägt. Steinmeiers Wunsch lautete „Verständigung zwischen den Völkern“, und der prangt nun auf einer Tafel zwischen weiteren Wünschen. Spontan schaute der Bundespräsident in den Pavillon des Bundesverbands der Organtransplantierten und wechselte einige Worte mit dem überraschten Team.</p><p>Nach einem kurzen Aufenthalt bei „Justitia et Pax“ ging es weiter zur Dominikanischen Familie. Auf dem Weg wurde der Bundespräsident immer wieder angesprochen. „Sie haben gestern so einen schönen Einstieg gemacht!“, rief ihm eine Frau zu. Viele, vor allem junge Leute baten um ein Selfie: „Hallo Herr Steinmeier, können wir vielleicht ein Foto machen?“ Immer wieder blieb er stehen, um einige Worte mit Besucherinnen und Besuchern der Kirchenmeile zu wechseln oder Fotowünsche zu erfüllen. Die Vinzentinerinnen reichten zur Stärkung Kekse. Die Missionsärztlichen Schwestern überreichten einen Anhänger in Form einer Friedenstaube: „Wir brauchen die Friedensbotschaft, damit wir sie weitergeben können.“ Die Schwestern führten die Gäste zu zwei Stühlen im hinteren Teil Pavillons. „Sie dürfen gerne eine Botschaft darauf schreiben.“ Steinmeier und Weihbischof Reder kamen der Aufforderung bereitwillig nach. Leider ließ sich auf die Entfernung nicht entziffern, was sie schrieben. So leicht und unbeschwert der Spaziergang wirkte, überall war Security und achtete darauf, dass um den Bundespräsidenten herum ein Sicherheitsabstand gewahrt blieb.</p><p>Noch ein Gruppenfoto, dann verabschiedete sich Steinmeier von den Schwestern: „Wir müssen weiter, Ihr Lieben.“ Letzte Station war der Pavillon der Bayerischen Landfrauen. Nun hatten auch viele andere Kirchenmeilen-Besucher mitbekommen, wer da gerade unterwegs war, und zückten die Handys für ein Erinnerungsfoto. Die Landfrauen holten Steinmeier und seine Frau kurzerhand in ihren Pavillon hinein, hinter die Auslage mit den Blechkuchen. Noch ein letztes Gruppenbild, dann war nach rund einer Stunde für den Bundespräsidenten der Besuch auf der Kirchenmeile auch schon wieder vorbei.</p><p><em><strong>Steinmeier: Keine Demokratie ohne gesellschaftlichen Zusammenhalt</strong></em></p><p>Vor der Posthalle wand sich die Schlange der Wartenden indes schon bis an den Fuß der Rampe, obwohl es noch mehr als eine Stunde bis zum Beginn des Podiums dauerte. Dort wurde der Bundespräsident mit großem Applaus begrüßt. „Demokratie geht nicht ohne gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie hängt davon ab, wie viele bereit sind, für sich, für andere, für das Gemeinwesen Verantwortung zu übernehmen“, erklärte Steinmeier. Er ist Initiator der Kampagne „Der Ehrentag. Für dich. Für uns. Für alle“ am 23. Mai, dem Geburtstag des Grundgesetzes. An diesem Tag wolle man allen Menschen Gelegenheit geben, in das Ehrenamt „hineinzuschnuppern“.</p><p>Auf dem Podium saßen auch junge, ehrenamtlich engagierte Menschen. Christiane Müller, Vorstand des Regionalverbands Aschaffenburg des BDKJ, engagiert sich ehrenamtlich, „weil es mir Spaß macht“. Sie sieht im persönlichen Kontakt den „Schlüssel gegen die Unverbindlichkeit“. Es sei „Wertschätzung“, wenn sich Eltern nach einem Zeltlager bedanken, erklärte Henner Gädtke, ehrenamtlicher Bundesvorsitzender des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und ZdK-Mitglied. Er könne aber auch Menschen verstehen, denen ein Ehrenamt zu anstrengend sei. Man brauche Zeit, um ein Ehrenamt auszuüben, gab Nadine Mersch zu bedenken, Vorsitzende des Diözesankomitees im Erzbistum Paderborn und ZdK-Mitglied. „Es muss auch einen Wert in der Gesellschaft haben.“ Alle seien gefragt, das Ehrenamt „nicht als Selbstverständlichkeit“ anzusehen. Steinmeier nannte Angriffe auf Sanitäter und andere Hilfsdienste „eine Schande“.</p><p>In Kurzinterviews kamen Professorin Dr. Karin Böllert von der Universität Münster und Dr. Tobias Kläden von der katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral in Erfurt zu Wort. Laut Kläden habe die Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung gezeigt, dass Mitglieder einer Kirche häufiger ein Ehrenamt ausüben als der Durchschnitt der Befragten: „Je religiöser, desto mehr ehrenamtliches Engagement.“ Böllert erläuterte, dass junge Menschen sich trotz widriger Umstände, wie etwa während der Coronapandemie, ehrenamtlich engagierten.</p><p>Gegensätzliche Meinungen wurden zum Thema „Pflicht“ sichtbar. Während Gädtke eine „Pflicht zum Dienst“ ablehnte, mochte Steinmeier eine Rückkehr der Wehrpflicht angesichts der aktuellen Entwicklungen in der Welt nicht ausschließen. Böllert forderte dazu auf, sich rechtem Gedankengut entschieden entgegenzustellen: Die Alltäglichkeit, mit der es praktiziert werde, sei für sie erschreckend: „Man darf nicht aufhören, in alltäglichen Situationen dagegenzuhalten.“</p><p>Steinmeier schloss die Diskussion mit ermutigenden Worten. Er sei nun 70 Jahre alt geworden: „Man hat erlebt, dass man Krisen auch überwinden kann, und das macht mich zuversichtlich für die kommenden Jahre.“ Es ist auch der letzte Katholikentag in seiner Amtszeit als Bundespräsident. Dr. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), überraschte Steinmeier mit einer Katholikentags-Tasse: „Es war Ihnen immer ein wichtiges Anliegen, Menschen zur Mitgestaltung des gesellschaftlichen Lebens zu ermutigen. Wir fühlen uns geehrt, dass Sie immer da waren. Alles Gute und Gottes Segen!“</p><p class="text-right"><em>sti (POW)</em></p><p>(2126/0486; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:</strong>&nbsp;https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778774959wePedsMWUsvhze</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Weihbischof Paul Reder</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72474</guid><pubDate>Thu, 14 May 2026 15:30:45 +0200</pubDate><title>Appell zu Hoffnung und Engagement</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/appell-zu-hoffnung-und-engagement/</link><description>Bischof Dr. Franz feiert Eröffnungsgottesdienst auf dem Residenzplatz – „Kirche muss aus dem Glauben heraus mutig die Fragen stellen, die auf Antwort aus dem Glauben warten“</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Zu Mut, Engagement und geistlicher Erneuerung hat Bischof Dr. Franz Jung beim Eröffnungsgottesdienst des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg aufgerufen. Unter dem Leitwort „Hab Mut, steh auf!“ deutete er am Donnerstag, 14. Mai, auf dem Residenzplatz mit 11.000 Gläubigen das Hochfest Christi Himmelfahrt als Zuspruch und Auftrag für Kirche und Gläubige. Die Feier wurde vom ZDF bundesweit live übertragen.&nbsp;</p><p>An der Seite von Bischof Jung konzelebrierten als Vertreter der Partnerbistümer Mbinga in Tansania dessen Bischof John C. Ndimbo und als Vertreter von Óbidos in Brasilien der Priester Érisson Silva Santos. Aus Mullagh, dem irischen Geburtsort des heiligen Kilian, nahm Father Paul Prior an der Feier teil. Die Reihen der Politik führten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Innenminister Alexander Dobrindtan. Die evangelische Kirche war unter anderem mit Bischöfin Kirsten Fehrs, Ratsvorsitende der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und Anna-Nicole Heinrich, Präses der EKD-Synode, vertreten. Parkour-Läufer und von Sprechern vor vier Säulen mit den Worten „Hab Mut steh auf!“ im Rund der zentralen Altarinsel vorgetragene Fürbitten sorgten für besondere Akzente in der Liturgie.&nbsp;</p><p>Bischof Jung nannte in seiner Predigt Christus einen „Hoffnungsanker“, an dem man sich festhalten könne, wenn das eigene Leben aus dem Gleichgewicht gerate. Zugleich rief er zum Gebet auf: Seit der Himmelfahrt verhallten Gebete nicht ungehört, sagte Bischof Jung. Mit Blick auf Politik und Gesellschaft warnte er vor Machthabern mit Allmachtsphantasien und vor einer religiösen Rechtfertigung von Gewalt. Das Reich Christi gründe nicht auf Unterdrückung, sondern auf Dienst und Frieden. „Überall da, wo Menschen für sich in Anspruch nahmen, im Namen Gottes zu herrschen, haben sie Blutbäder angerichtet.“</p><p>Der Bischof verband die Botschaft außerdem mit dem Einsatz für die Würde des Lebens. Christen sollten sich für ungeborene, kranke, behinderte und sterbende Menschen einsetzen, sagte er. „Denn wir leben nicht einfach ab, sondern an Christi Himmelfahrt leben wir auf. Wir vertrauen fest darauf, dass unser Schöpfer auch unser Erlöser ist. Er nimmt uns auf in seine Herrlichkeit, in die er uns vorausgegangen ist.“ Die Kollekte für den Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser nannte er ein Zeichen dafür. Durch dieses Angebot würden diese Menschen, die vom Tod gezeichnet sind, in ihrer Würde gestärkt und ihnen auf dem letzten Weg nochmals Lebensfreude geschenkt.</p><p>Bischof Jung ermahnte die Gläubigen, die Zeit bis zur Wiederkunft Christi nicht zu vertrödeln, sondern sie zu nutzen. Die Kirche müsse auch offene Fragen angehen, etwa zur Rolle der Frau, zur Synodalität und zum Umgang mit Machtmissbrauch. „Vergessen wir nicht: All diese Probleme kamen nur auf den Tisch, weil Menschen mutig aufgestanden sind und ihre Geschichten im Raum der Kirche erzählt haben. Und weil andere zum Glück den Mut hatten, diese Geschichten auch anzuhören und in Respekt vor diesen Menschen aufzustehen.“ Der Bischof verwies auf die Eucharistie als Stärkung für den Weg. Wie einst der Prophet Elija brauche die Kirche das Brot vom Himmel, um weitergehen und die Welt verändern zu können. Auch jetzt rufe Gott den Gläubigen, wenn sie müde werden, zu: „Habt also Mut, steht auf und esst!“</p><p>Musikalisch gestalteten unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth und Domkantor Julian Beutmiller das Orchester Camerata Würzburg und die Junge Domkantorei den musikalischen Rahmen. Der zwischendurch einsetzende Regen wich mit dem Friedensgruß dem Sonnenschein.</p><p class="text-right"><em>mh (POW)</em></p><p>(2126/0485; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:</strong>&nbsp;<a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778766643o6oy3iHT0cxGd8" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778766643o6oy3iHT0cxGd8</a></em></p>]]></content:encoded><category>Weltkirche</category><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72471</guid><pubDate>Thu, 14 May 2026 09:38:00 +0200</pubDate><title>„Kirchen sind Orte der Hoffnung“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/kirchen-sind-orte-der-hoffnung/</link><description>Festakt von Stadt Würzburg und Freistaat Bayern in der Würzburger Residenz vor der Eröffnung des 104. Deutschen Katholikentags – Oberbürgermeister Heilig: Kirchen leisten enorm wichtigen gesellschaftlichen Beitrag – Bischof Jung: Glaube ist Quelle der Hoffnung und Ermutigung zum Leben</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Der 104. Deutsche Katholikentag versteht sich nicht nur als ein Treffpunkt des Glaubens, sondern auch als ein Ort, an dem die Herausforderungen der heutigen Gesellschaft diskutiert werden, als Begegnungsplattform über Konfessionsgrenzen hinweg und Impulsgeber für Gesellschaft, Demokratie, Politik und Gemeinschaft. Das sei beim Festakt am Mittwoch, 13. Mai, in der Würzburger Residenz deutlich geworden, zu dem die Stadt Würzburg und der Freistaat Bayern vor der Eröffnung auf dem Residenzplatz eingeladen hatten, schreibt die Stadt Würzburg in einer Pressemitteilung.</p><p>Oberbürgermeister Martin Heilig wünschte dem 104. Deutschen Katholikentag bei dem Festakt nicht nur Freude, sondern auch mutige Debatten: „Es geht darum, kritisch zu sein und wirklich ins Gespräch zu kommen. Nicht nur seichte Konversationen zu führen, sondern sich wirklich auch tief auf die Fragen des Lebens und der gesellschaftlichen Herausforderungen einzulassen.“ Kirchen würden gerade heute gebraucht, „als Orte, die Menschen zusammenbringen, Halt geben, daran erinnern, dass jeder Mensch Würde hat“. Kirchen leisteten einen enorm wichtigen gesellschaftlichen Beitrag: „Sie sind Orte der Begegnung, Orte des Zuhörens, Orte der Hoffnung – gerade in schwierigen Zeiten. Und wir brauchen Mut, um uns den Herausforderungen unserer Zeit zu stellen.“ Man spüre jedoch gerade in diesen Tagen in Würzburg Hoffnung, so Heilig weiter. „Es gibt in unserem Land unglaublich viele Menschen, die jeden Tag dafür sorgen, dass Zusammenhalt gelingt. Menschen, die helfen, zuhören und für andere da sind. Gerade darin liegt die große Stärke unserer Gesellschaft.“</p><p>Ministerpräsident Dr. Markus Söder betonte, dass das Bekenntnis zu Gott verbinde und der Glaube eine Botschaft sei, zusammenzukommen. Er würdigte in diesem Zusammenhang das ehrenamtliche Engagement vieler Menschen gegen Krieg, Leid und vermeintliche Hoffnungslosigkeit: „Wo viel Dunkel, da viel Licht.“ Der Katholikentag stehe für ein offenes, respektvolles und friedvolles Miteinander. Diese Werte seien zugleich wesentlich für die Demokratie.</p><p>Dr. Imre Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), betonte in ihrem Grußwort die Herausforderungen in Deutschland, aber auch in der Welt: „Mit Blick auf die Krisenherde unseres Planeten scheint zunehmend das Recht des Stärkeren fundamentale völkerrechtliche Prinzipien abzulösen. Die Angst vor Krieg und Gewalt ist ins Herz Europas zurückgekehrt, während zeitgleich zentrale Pfeiler unserer Sicherheitsarchitektur ins Wanken geraten.“ Sie rief, den Leitsatz des 104. Deutschen Katholikentags betonend, zu „Mut zur Kontroverse und Mut zur Gemeinschaft“ auf. „Katholikentage „tragen zu den Gelingensbedingungen einer pluralistischen Demokratie bei und stärken das gesellschaftliche Fundament unseres Landes, das in diesen Tagen so gefragt ist wie lange nicht mehr. Sie erfüllen aber auch ein ganz individuelles Bedürfnis – eine Sehnsucht, die vermutlich jede und jeder in sich spürt: nach Gemeinschaft, nach Zusammenhalt, nach Mut. Denn uns verbindet mehr als uns trennt.“</p><p>Gemeinschaft, Zusammenhalt, Mut, aber auch Hoffnung sei Antrieb, schloss Bischof Dr. Franz Jung an: „In Jesus Christus haben wir eine Hoffnung, die nicht von dieser Welt ist und weit über die Heilsversprechen dieser Welt hinausgeht. Ein wichtiger Impuls für unsere Gesellschaft in Zeiten der Angst, der Verunsicherung und wachsender Polarisierung. Die Welt braucht nicht noch mehr Hoffnungslosigkeit. Im Gegenteil. Als Kirchen bieten wir den Menschen unseren Glauben an als Quelle der Hoffnung und als Ermutigung zum Leben. Ohne diese Botschaft wäre unsere Gesellschaft ärmer!“ Bewusst sei daher als biblisches Leitwort für den 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg „Hab Mut, steh auf!“ gewählt worden, als Auftrag „Menschen zu ermutigen, Christus zu begegnen, Dein Leben in die Hand zu nehmen und die Augen zu öffnen für die Möglichkeiten in Deinem Leben“.</p><p class="text-right"><em>clap (Stadt Würzburg)</em></p><p>(2126/0484; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72468</guid><pubDate>Thu, 14 May 2026 01:14:18 +0200</pubDate><title>Gute Laune und spürbare Gastfreundschaft</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/gute-laune-und-spuerbare-gastfreundschaft/</link><description>Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier genießt mit seiner Gattin den „Abend der Begegnung“ – Weihbischof Paul Reder und Domkapitular Albin Krämer besuchen Dekanate</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Praktisch mit Ende der Eröffnungsfeier hat auch der Regen aufgehört, und an neun Plätzen in der Innenstadt begann der „Abend der Begegnung“: Musik, Unterhaltung und Speisen und Getränken aus den neun Dekanaten des Bistums Würzburg machten am Mittwochabend, 13. Mai, das gastgebende Bistum auf eindrückliche Weise erlebbar.</p><p>Gemeinsam mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender, Bischof Dr. Franz Jung und Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig unternahm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einen etwa anderthalbstündigen Rundgang. Erste Station war das Dekanat Schweinfurt auf dem Kardinal-Döpfner-Platz. Dort überreichte Dekan Stefan Kömm den Besuchern in Anlehnung an den Ortsnamen Glücksschwein-Nudeln und fair gehandelte Schokolade. „Wir sind Fair-Trade-Landkreis“, erklärte er. Zudem sei von den beiden Katholikentags-Botschaftern aus dem Dekanat – passend zu Steinmeiers Aufruf, mehr Ökumene zu wagen – je einer evangelisch und einer katholisch. Nach einem Schluck Bier marschierte das Staatsoberhaupt ins Lusamgärtchen neben dem Neumünster.</p><p>Dort erzählte Bischof Jung ihm vom berühmten Minnesänger Walter von der Vogelweide, dessen Grab dort ist, von Kiliani, das an die irischen Mönche erinnert, die im 7. Jahrhundert in Würzburg für den Glauben starben. Domkapitular em. Helmut Gabel berichtete als Zeitzeuge von der Würzburger Synode. Diese habe eine neue Kirche gezeigt: Bischöfe, die auf Augenhöhe mit Laien redeten, und eine Kirche, die sich nicht von der Gesellschaft abgrenzt, sondern mit Politik, Wissenschaft und sozialen Fragen im Dialog steht und nach dem Leitmotiv „Sehen – Urteilen – Handeln“ die Welt mitgestalten will.</p><p>Auf dem Kiliansplatz beim Dekanat Miltenberg lief gerade das große Finale des integrativen „Circus Blamage“. Kurzerhand rief der Zirkusdirektor den Bundespräsidenten und den Bischof in die Manege und ließ sie ihr Können am Diabolo zeigen. Für die spontane Einlage gab es neben viel Applaus auch noch eine Warnweste mit dem Aufdruck „Circus Blamage“, „für den Fall, dass sie mal zu spät sind und irgendwo unerkannt bleiben wollen“. Kabarettist Freddy Breunig auf der Bühne des Dekanats Rhön-Grabfeld unterbrach sein Programm, um dem Bundespräsidenten zu entlocken, ob er die Rhön kenne.&nbsp; „Nordheim?“, zeigte sich Breunig überrascht. Angelika Ochs vom Kreis-Caritasverband Rhön-Grabfeld führte ein längeres Gespräch mit Steinmeier, in dem sie ihm von den Herausforderungen der Caritas beispielsweise in der ambulanten Pflege mit langen Fahrstrecken und staatlichen Sparvorgaben berichtete. Nach einem Erinnerungsfoto an großen Buchstaben mit dem Katholikentagsmotto – mit dem Dom als Hintergrund –, ging der Tross weiter zum Burkardushaus. Dort stieg der Bundespräsident ins Auto. Zuvor absolvierte er geduldig so einige Selfies und ein Gruppenfoto mit den Katholikentags-Helferinnen und -helfern, die um die Promigruppe und die Personenschützer immer ein Seil gespannt gehalten hatten, um Fotografen und die Menge auf Abstand zu halten. Wohin der Bundespräsident auch kam: Ein Meer aus in die Luft gereckten Handys wartete schon darauf, ein Foto zu schießen.</p><p>Wen das nicht interessierte, der konnte sich von den vielen Menschen, die durch die Stadt schlenderten, dem Klang der verschiedenen Bands und Kapellen oder dem Wohlgeruch der angebotenen Speisen durch die Innenstadt treiben lassen. So wie Weihbischof Paul Reder, der von einem Dekanat zum anderen schlenderte, unterwegs unzählige Bekannte traf, vielen weiteren Menschen die Hand schüttelte und die vielen unterschiedlichen Musikstile genoss. Bei der Bühne des Dekanats Bad Kissingen am Vierröhrenbrunnen wurde er von Pfarrer Gerd Greier empfangen und bekam sofort ein Mikrofon in die Hand gedrückt. „Schön, dass Ihr der Rhön ein sympathisches Gesicht gebt. Ich wünsche Euch schöne Tage und einen einigermaßen temperierten Abend. Macht was daraus! Habt Mut und steht auf!“, rief Weihbischof Reder der Menge zu. Auf dem Kiliansplatz spendete er kräftig Applaus für die jungen Artisten vom inklusiven Kinder- und Jugend-Circus Blamage, die auf Bällen balancierten oder mit Bällen und Keulen jonglierten. Und eine ökumenische Bratwurst musste vor dem Abendsegen auch noch sein.</p><p>„Ich bin froh, dass das Wetter noch gehalten hat und die Plätze der Altstadt so gut besucht waren“, sagte Domkapitular Albin Krämer, Bischofsvikar für den Katholikentag. Alle paar Meter schüttelte er Hände, führte Gespräche, umarmte vertraute Menschen. Dankbar sei er allen, die den „Abend der Begegnung“ erst möglich gemacht haben: dem Team aus dem Katholikentagsbüro der Diözese, dazu den hunderten Helferinnen und Helfern an den neun Plätzen in der Innenstadt. „Ich spüre bei allen Beteiligten eine große Dankbarkeit und Begeisterung, mit dabei zu sein“, sagte Krämer.</p><p>Pünktlich um 22 Uhr startete das Abendgebet, das dezentral an den neun Veranstaltungsplätzen des „Abends der Begegnung“ von Seelsorgerinnen und Seelsorgern gestaltet wurde. Auf allen Plätzen tauchte ein Meer aus Kerzenlicht die Umgebung in eine mystische und friedvolle Stimmung. „Das war ein schöner Abend und ein noch schönerer Ausklang, oder?“, raunte eine Frau mit Katholikentagsschal ihrer Nachbarin auf dem Weg zur Straßenbahn zu.</p><p class="text-right">mh/sti/seh (POW)</p><p>(2126/0483; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:&nbsp;</strong><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778714284sSQOEelKOWQFDT" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778714284sSQOEelKOWQFDT</a></em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Bischof Franz Jung</category></item></channel></rss>