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	 xmlns:n="http://typo3.org/ns/GeorgRinger/News/ViewHelpers"><channel><title>Pressestelle Bistum Würzburg - Nachrichten</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de</link><description></description><language>de-DE</language><copyright>Diözese Bistum Würzburg</copyright><pubDate>Wed, 10 Jun 2026 20:18:54 +0200</pubDate><lastBuildDate>Wed, 10 Jun 2026 20:18:54 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/bischof/feed.rss" rel="self" type="application/rss+xml" /><generator>TYPO3 EXT:news</generator><item><guid isPermaLink="false">news-72996</guid><pubDate>Wed, 10 Jun 2026 14:00:21 +0200</pubDate><title>Bibel TV überträgt Gottesdienst zum Mozartfest aus dem Kiliansdom</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/bibel-tv-uebertraegt-gottesdienst-zum-mozartfest-aus-dem-kiliansdom-2/</link><description>Würzburg (POW) Der Fernsehsender Bibel TV überträgt das Pontifikalamt zum Mozartfest mit Feier des achten Jahrestags der Bischofsweihe von Dr. Franz Jung am Sonntag, 14. Juni, um 10 Uhr live aus dem Würzburger Kiliansdom. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Zelebrant ist Bischof Jung. Für die musikalische Gestaltung sorgen der Domchor Würzburg und die Camerata Würzburg mit Konzertmeister Sören Uhde unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth. Solisten sind Maria Bernius (Sopran), Kea Niedoba (Alt), Lars Tappert (Tenor) und Johannes Hill (Bass). Domorganist Professor Stefan Schmidt spielt die Klais-Orgel. Kantor ist Julian Beutmiller. Es erklingt die Missa in tempore belli Hob. XXII:9 („Paukenmesse“) von Joseph Haydn. Der Gottesdienst ist auch auf TV Mainfranken (Kabel), Bibel TV online, dem YouTube-Kanal des Bistums und unter <a href="http://www.livestreams.bistum-wuerzburg.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.livestreams.bistum-wuerzburg.de</a> im Internet zu sehen.</p><p>(2526/0590; E-Mail voraus)<br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Veranstaltungen</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72946</guid><pubDate>Mon, 08 Jun 2026 15:11:13 +0200</pubDate><title>„Für unsere Gemeinde ist heute ein Tag der Freude“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/fuer-unsere-gemeinde-ist-heute-ein-tag-der-freude/</link><description>Bischof Jung weiht den Altar in der neu gebauten Pfarrkirche Sankt Bartholomäus – Altarweihe erinnere daran, „dass Gottes Barmherzigkeit keine Grenzen kennt“ – Grußworte spiegeln Stolz und Freude über das gelungene Projekt</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Motten</strong> (POW) 15 Jahre nach dem Beschluss, die alte Pfarrkirche durch einen Neubau zu ersetzen, hat die Gemeinde Motten (Landkreis Bad Kissingen) nun die Verwirklichung gefeiert. Bei einem feierlichen Pontifikalgottesdienst weihte Bischof Dr. Franz Jung am Sonntag, 7. Juni, den Altar der neu gebauten Pfarrkirche Sankt Bartholomäus. Das Kirchenschiff konnte die vielen Gläubigen kaum fassen, die diesen feierlichen Moment miterleben wollten. „Für unsere Gemeinde ist heute ein Tag der Freude und einer großen Errungenschaft“, sagte Pfarrer Tadeusz Krawczyk. Nach einer langen Zeit „der Vorbereitung und der Vorfreude“ habe die Kirche im Ort nun ein „neues, sichtbares Zeichen“ erhalten. Das Motto „Hab Mut, steh auf!“ des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg stehe auch für den Anfang „dieses wunderbaren Projekts“, sagte Bischof Jung. Er dankte der Kirchenverwaltung und allen, die an der Umsetzung und am Umbau beteiligt waren, für den aufgebrachten Mut. Nun brauche es Menschen, die diesen Ort mit ihrem Gebet füllen: „Die Kirche besteht nicht aus Steinen, sondern aus Menschen.“</p><p>In seiner Predigt betrachtete Bischof Jung das Wort Jesu aus dem Matthäusevangelium: „Geht und lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer! Denn ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.“ Damit habe er die Opferpraxis im Tempel kritisiert, bei der man sich vor Gott freikaufe, ohne etwas im eigenen Leben zu ändern. Christus dagegen habe sich selbst als das einmalige und einzige Opfer dargebracht. „Deshalb steht in jeder Kirche ein Altar, um auf dieses Opfer hinzuweisen.“ Der Altar sei der Mahltisch, zu dem Jesus bewusst alle Sünder einlade, fuhr der Bischof fort: „Durch das Mahl der Eucharistie werden die Sünder geheilt.“</p><p>„Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken“, sage Jesus. Deshalb sei dieser Altar ein Ort der Heilung. Zeichen dafür sei die Salbung mit Chrisamöl, „mit dem jeder von uns gesalbt wurde bei der Taufe und bei der Firmung“, erläuterte Bischof Jung. „Diese Salbung verbindet uns mit dem Herrn und will uns heilen an Leib und Seele.“ Dieser Altar sei auch ein Zeichen des stellvertretenden Gebets für alle Menschen und für die ganze Welt, fuhr der Bischof fort. Als Zeichen dafür werde an fünf Stellen auf dem Altar Weihrauch entzündet – ein Sinnbild für die fünf Wundmale Christi, aus denen neues Leben hervorgegangen sei. Auch die Gläubigen sollen zum „Wohlgeruch Christi“ werden, der den Verwesungsgeruch des Todes gewandelt habe.</p><p><em><strong>Bischof Jung: Die Kirche ist kleiner, „aber die Herzen sollen nicht enger werden“</strong></em></p><p>Die Pharisäer hätten sich darüber empört, dass Jesus mit Zöllnern und Sündern esse. „Wir leben in Zeiten permanenter Empörung&quot;, sagte der Bischof. Aber es sei doch ein Tag der Freude und Glückseligkeit gewesen, als Gott gerade die berief, auf die alle anderen herabschauen. Dieser Altar werde mit Weihwasser besprengt, „damit wir immer Quelle der Freude seien für diese Gemeinde und alle, die hier Eucharistie feiern“. Durch die Aufforderung Jesu „Geht und lernt…“ werde der Altar zur Glaubensschule, sagte der Bischof. „Jedes Mal, wenn wir zum Altar treten, lernen wir, dass Christus die Sünder ruft, weil er das Verlorene liebt und niemanden aufgibt.“ Hier lerne man Barmherzigkeit, Engagement und die Freude über die Gemeinschaft, die am Altar gestiftet und gelebt werden solle.</p><p>Die verkleinerte Kirche sei wunderbar geworden, sagte Bischof Jung. „Es hat seine Gründe, dass die Kirche kleiner geworden ist. Aber die Herzen sollen nicht enger werden!“ Barmherzigkeit ende nicht an den Kirchentüren. „Die Barmherzigkeit Gottes ist größer als unser Herz. Wenn wir jetzt den Altar weihen, dann zur Erinnerung daran, dass die Barmherzigkeit Gottes keine Grenzen kennt.“ Christus rufe nicht wenige Auserwählte und baue nicht nur auf den „harten Kern“, sondern wolle die Herzen weit machen. Er hoffe, schloss der Bischof, dass die neue Kirche ein offener Ort bleibe, ein Ort der Sendung wie der Einkehr, „ein Ort, an dem der Herr unsere Herzen in Barmherzigkeit verwandelt. Dann wird auch dieses kleine Haus in Motten zu einem Ort des Gebetes, an dem etwas aufstrahlt von dem, was Christus uns gebracht hat. Das wünsche ich Ihnen und uns allen.“</p><p>Bei der Weiheliturgie wurden Reliquien des heiligen Burkard, der heiligen Crescentia und des heiligen Euganius im Altar beigesetzt. Bischof Jung besprengte den Altar mit Weihwasser, salbte ihn mit Chrisamöl und entzündete zusammen mit Pfarrer Krawczyk an den vier Ecken und in der Mitte Weihrauch. Nachdem das Feuer auf dem Altar verloschen und der Altar gereinigt war, feierte Bischof Jung die erste Eucharistie in der neuen Kirche. Zu Beginn des Gottesdienstes segnete der Bischof zudem die Orgel und den Ambo.</p><p>Die Messe wurde musikalisch begleitet vom Chor „Let’s sing together“ und Dekanatskantor Dieter Blum (Orgel). Zur Begegnung auf dem Kirchplatz spielte der Musikverein Döllautaler Motten. Er freue sich, dass die neue Kirche gemütlich und hell sei, erzählte ein Mann. Er und seine Frau seien zwar in der alten Kirche getraut worden, die Kinder seien dort getauft und zur Erstkommunion gegangen. „Und ich war damals bei der Einweihung als Ministrant dabei.“ Aber schön sei sie nicht gewesen. Die neue Kirche finden sie „uneingeschränkt gut“. Jetzt müssten nur genügend Menschen kommen.</p><p><em><strong>Staatssekretär Kirchner: „Habt Mut, steht auf, macht Euch sichtbar!“</strong></em></p><p>Aus den Grußworten nach dem Gottesdienst sprachen Freude und Stolz, verbunden mit zigfachem Dank an alle, die an dem Projekt mitgewirkt haben. „Dass wir heute in dieser wunderschönen neuen Kirche zusammenkommen dürfen, ist keineswegs selbstverständlich“, sagte Kirchenpfleger Michael Mahr. Das Projekt sei anfangs belächelt worden, der Weg sei lang und von intensiver Arbeit geprägt gewesen. Doch in einer Zeit, in der Kirchen „abgerissen oder zu Kletterhallen umfunktioniert“ werden, sei es einem kleinen Dorf gelungen, eine neue Kirche zu errichten. Man habe dabei auf „die besten Unterstützer“ zählen dürfen, sagte Mahr und appellierte: „Mit dem Gebäude selbst sind wir für die Zukunft gut aufgestellt. Es liegt nun an uns, dieses Gotteshaus mit Leben zu füllen.“</p><p>„Habt Mut, steht auf, macht Euch sichtbar!“, sagte Sandro Kirchner, Staatssekretär im bayerischen Innenministerium. Eine Altarweihe sei ein besonderer Moment: „Der Altar ist das Herzstück einer Kirche.“ Er sei allgegenwärtig, wenn die Gemeinschaft zusammenkomme – bei Taufen, Kommunionen, Firmung, Eheschließung, aber auch bei Beerdigungen. Kirche sei aber mehr als ein Gotteshaus und als ein Altar, fuhr Kirchner fort. „Die Kirche lebt von unserer Gemeinschaft.“ Diese Gemeinschaft zu pflegen und das Fundament der Nächstenliebe zu erhalten, sei ein Auftrag. Der Neubau stehe für „die Zukunft unserer Kirche in Motten, in der Rhön und darüber hinaus“.</p><p>Er sei heute voller Freude und Dankbarkeit, sagte Architekt Friedrich Staib. „Mir war klar, dass ich mich mit den Mottenern nicht nur auf einen gemeinsamen Weg mache, sondern dass ich mich auch in das Begehen eines gemeinsamen Weges einzureihen habe, der schon vor Urzeiten begonnen hat.“ Das vorherige Kirchenschiff aus dem Jahr 1967 sei „mindestens der fünfte Kirchenraum“ an dieser Stelle gewesen. Staib machte auf einige Besonderheiten aufmerksam. So entwickle etwa das Beton-Glas-Bild „Blutendes Herz Mariens“ von Ernst Tesar durch das einfallende Licht nun eine „unfassbare, strahlende Wirkung“. Die großen Fenster nach Norden schüfen eine Verbindung zur Natur und zur Schöpfung. Wer genau hinsehe, könne noch die Spuren vergangener Architektur entdecken.</p><p><em><strong>Bürgermeisterin Habersack: Ein Ort voller Leben, Begegnungen und Gemeinschaft</strong></em></p><p>„Gemeinschaft braucht nicht zwingend einen bestimmten Ort. Aber sie braucht Orte, die ihr Heimat geben“, sagte Bürgermeisterin Katja Habersack. Die neu gestaltete Pfarrkirche sei ein solcher Ort mitten in Motten. „Dass wir heute diesen besonderen Tag gemeinsam feiern können, verdanken wir vielen Menschen, die an dieses Projekt geglaubt und es über Jahre hinweg begleitet haben.“ Ihr Dank galt allen voran Michael Mahr für sein „großes Engagement, bemerkenswertes Durchhaltevermögen und starke Nerven. Ich wünsche unserer Pfarrgemeinde, dass diese Kirche nie nur ein schönes Gebäude bleibt, sondern immer ein Ort voller Leben, Begegnungen und Gemeinschaft ist. Ein Ort, an dem Menschen gerne zusammenkommen und an dem Glaube spürbar wird.“</p><p>Sie wolle heute drei Dinge tun, kündigte Diözesanbaumeisterin Katja Mark-Engert an. Sie wolle Bewusstsein schaffen für die historische Bausubstanz und die Schätze der Pfarrkirche, die Spuren ihrer bauzeitlichen Entwicklung sowie die neuen Formen und Materialien, die sie zu einem „neuen, wertvollen Ort“ machten. Sie wolle sich über ein gelungenes Bauvorhaben freuen: „Ich wünsche allen Mottenern, dass die Kirche ein Ort der Ruhe, der Besinnung, aber auch des Miteinanders und der Freude wird“. Und sie wolle danken – den Fachleuten, Firmen, der Kirchenverwaltung und noch vielen mehr. „Zusammen haben wir Maßstäbe gesetzt. Wir haben Altes bewahrt, Neues neu gedacht und das meiner Meinung nach bestens gemacht.“</p><p>Domkapitular Armin Haas, Moderator im Pastoralen Raum Bad Brückenau, ging auf die besondere Bedeutung des Abendmahlssaals ein. Dieser habe einen besonderen Auftrag. Dort habe Jesus zu den Jüngerinnen und Jüngern gesagt: Bleibt beieinander, ihr müsst erst noch die Kraft des Geistes empfangen. „Diesen Raum des Gebetes und der Gemeinschaft brauchen wir ganz notwendig.“ Er wünschte allen Anwesenden, dass sie sich von der Frohen Botschaft Jesu entflammen lassen und gegenseitig für die Begeisterung für das Evangelium entzünden. „Ich wünsche Euch, dass dieses Pfingstwunder geschieht.“</p><p><em>Einen Bericht über den Neubau der Pfarrkirche Sankt Bartholomäus in Motten gibt es auf der Homepage des Würzburger katholischen Sonntagsblatts (<a href="https://sobla.de/aktuelles/detail/ansicht/die-pfarrgemeinde-motten-hat-ihre-kirche-verkleinert/" target="_blank" class="external-link">https://sobla.de/aktuelles/detail/ansicht/die-pfarrgemeinde-motten-hat-ihre-kirche-verkleinert/</a>).</em></p><p class="text-right"><em>sti (POW)</em></p><p>(2426/0576; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:</strong><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1780924057qbA75JZ7ZFnoXz" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1780924057qbA75JZ7ZFnoXz</a></em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72881</guid><pubDate>Thu, 04 Jun 2026 15:09:38 +0200</pubDate><title>„Die Eucharistie setzt neue Maßstäbe“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/die-eucharistie-setzt-neue-massstaebe/</link><description>Katholikinnen und Katholiken im Bistum Würzburg feiern Fronleichnam mit Gottesdiensten und Prozessionen – Bischof Jung: Fortschritt misst sich an der Würde jedes Einzelnen und am Wohlergehen aller Völker – Begegnung vor dem Burkardushaus mit Geburtstagsständchen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Unter einem bedeckten Himmel, aber bei angenehmen Temperaturen haben die Katholikinnen und Katholiken in Würzburg an Fronleichnam, Donnerstag, 4. Juni, das eucharistische Brot durch die Straßen begleitet. „Danke, dass Sie Zeugnis gegeben haben für Ihren Glauben. Es ist ein wunderbares Zeugnis an diesem Fronleichnamstag“, sagte Bischof Dr. Franz Jung. Die Prozession durch die Würzburger Innenstadt im Anschluss an den Pontifikalgottesdienst im Kiliansdom stand unter dem Leitwort „Hab Mut, steh auf!“, unter dem auch schon der 104. Deutsche Katholikentag begangen wurde. Nach Schätzungen der Polizei nahmen rund 850 Menschen teil. Im Anschluss waren alle anlässlich des 60. Geburtstags von Bischof Jung zu einer Begegnung auf der Terrasse des Burkardushauses eingeladen. Der Gottesdienst wurde auf TV Mainfranken (Kabel), Bibel TV online sowie dem YouTube-Kanal des Bistums Würzburg übertragen.</p><p>In seiner Predigt betrachtete Bischof Jung die „eucharistische Spiritualität“, von der Papst Leo XIV. in seiner ersten Enzyklika „Magnifica Humanitas“ spricht. Erlösung komme nicht durch technische Selbstoptimierung, sondern dadurch, dass „Gott unsere Schwachheit annimmt und sie so in neues Leben verwandelt, wie wir es in der Eucharistie feiern“. Gegen alle Versuche, den Menschen durch Technik immer besser zu machen, sage der Papst: Wir sind und wir bleiben endliche Menschen. Der Mensch sei keine Maschine, deren Funktionsfähigkeit permanent verbessert werden müsse. Gott dagegen steige in die Geschichte der Menschen hinab und werde Mensch, um die Menschennatur von innen her zu verwandeln. In der Eucharistie werde Christus in Leib und Blut gegenwärtig, „mitten unter uns, um uns Anteil zu geben an seinem göttlichen Leben“.</p><p>Der Wert einer Zivilisation messe sich an der Fürsorge, die sie zu leisten vermöge, fuhr Bischof Jung fort. Kein noch so ausgeklügeltes Computersystem „erschafft ein Herz, das sich hingibt, oder ein Gewissen, das das Gute erkennt“, schreibe Papst Leo. „Technik ist und bleibt herzlos, was aber die Welt rettet ist ein mitfühlendes, empfindsames Herz, das Herz Jesu“, sagte der Bischof. Das Wachstum einer wahrhaft zivilisierten Gesellschaft zeige sich im Wachstum gegenseitiger Fürsorge. Wahre Erfüllung entstehe nicht aus der Beseitigung von Schwäche, sondern wenn Fortschritt an der Würde jedes Einzelnen und am Wohlergehen aller Völker gemessen werde.</p><p><em><strong>„Eucharistische Frömmigkeit ist immer sozial“</strong></em></p><p>Der Papst rufe dazu auf, konkrete Beziehungen zueinander zu pflegen, sagte Bischof Jung weiter. In der digitalen Welt sei man weltweit unendlich vernetzt, doch paradoxerweise wachse die Vereinsamung der Menschen von Jahr zu Jahr. Papst Leo lade dazu ein, „an Orten und Zeiten festzuhalten, wo die physische Anwesenheit zählt: am gemeinsamen Tisch, an der christlichen Gemeinschaft, die sich versammelt, am Besuch bei einsamen Menschen und am Dienst an den Armen“. Darum gehe es auch an Fronleichnam, dem „großen Fest der Begegnung – mit dem Herrn, untereinander, in der Prozession mit allen Menschen in dieser Stadt“. Der Bischof ermutigte dazu, sich physisch an konkreten Orten und zu konkreten Zeiten zu begegnen, „nicht nur durch Skype und Videokonferenzen“.</p><p>Der Papst betone, dass „das eine Brot der Eucharistie uns alle zu einem Leib macht. Eucharistische Frömmigkeit ist immer sozial und niemals nur die Frömmigkeitsübung des Einzelnen.“ Alle seien aufgerufen, einen anderen Maßstab in dieser Welt sichtbar zu machen, der die Bindungen bewahre, den unsichtbaren Armen ein Gesicht und eine Stimme gebe und die Entwicklung der Würde aller Menschen fördere. „Die Eucharistie setzt neue Maßstäbe. Was für eine Aufforderung gerade heute an Fronleichnam, durch unser Handeln als Kirche diese neuen Maßstäbe der Fürsorge und Achtung zu leben und sichtbar zu machen in der Gesellschaft dieser Stadt.“</p><p>Papst Leo warne vor einem naiven Idealismus, der nur die Vorteile der Technik sehe, ebenso wie vor einem Fatalismus, der vor der Übermacht der Technik resigniere. „Es braucht einen neuen Realismus – den Realismus der Eucharistie. Der Glaube daran, dass diese Welt zum Guten wandelbar ist und dass Gott sie schon längst gewandelt hat.“ Der Papst fordere dazu auf, zum „Baumeister einer neuen Zivilisation der Liebe“ zu werden, aus dem Glauben heraus, dass jede und jeder Einzelne in der Lage sei, diese Welt zu verwandeln. „Habt Mut, steht auf! Werdet Baumeister dieser Zivilisation der Liebe. Denn Christus hat diese Welt gewandelt und will sie durch Euch in Liebe verwandeln“, schloss der Bischof.</p><p>Begleitet von den Gläubigen aus den Würzburger Innenstadtpfarreien trug Bischof Jung im Anschluss an den Pontifikalgottesdienst die Monstranz mit dem Allerheiligsten durch die Straßen. Weihbischof Paul Reder und Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran assistierten dem Bischof unter dem Tragehimmel. Vom Residenzplatz bis zum Neumünster trug Weihbischof Reder die Monstranz, assistiert von Generalvikar Vorndran und Dompfarrer Domkapitular Stefan Gessner. Mitglieder des Domkapitels, Ordensleute, Mitglieder der Ritterorden sowie Verbände, Vereine, Studentenverbindungen und Innungen gingen dem Allerheiligsten voran. Hinter dem Tragehimmel liefen Vertreter des öffentlichen Lebens, Ordensfrauen sowie Gläubige, vor allem aus den Innenstadtpfarreien Dom, Neumünster, Sankt Peter und Paul, Sankt Gertraud und Stift Haug. Erstmals nahmen auch die Pfarreien Sankt Adalbero und Sankt Andreas (Sanderau) sowie Sankt Burkard, Sankt Elisabeth und Heiligkreuz (Zellerau) teil. Einige Häuser entlang des Prozessionswegs waren mit Blumen und Fahnen geschmückt. Die Texte der Prozession hatte das Referat Verkündigung und Liturgie vorbereitet. Der Weg führte vom Dom über die Schönbornstraße, Juliuspromenade und Theaterstraße zum Stationenaltar im Ehrenhof der Residenz. Dort wurde Statio gehalten, ehe der Zug über die Balthasar-Neumann-Promenade, Neubaustraße, Schönthal- und Plattnerstraße zum Neumünster führte. Auf der Treppenanlage der Grabeskirche der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan erteilte Bischof Jung, wie bereits an der Residenz, den eucharistischen Segen mit der Monstranz. Mit dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“ klang die knapp dreistündige Feier aus. Bischof Jung dankte allen, die zum reibungslosen Ablauf der Prozession beigetragen hatten, vor allem auch den Rettungskräften und der Polizei für ihren Einsatz seit dem 104. Deutschen Katholikentag.</p><p>Das Pontifikalamt sowie die Feier vor dem Stationsaltar an der Residenz gestalteten der Würzburger Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth sowie das Symphonische Blasorchester Kürnach unter der Leitung von Stefan Wunderlich unter anderem mit der „Missa Aeterna Christi munera“ von Giovanni P. da Palestrina, „O magnum mysterium“ von Tomas Luis de Victoria, „Beati quorum via“ von Charles V. Stanford und „Exsultate Deo“ von Alessandro Scarlatti. Domorganist Professor Stefan Schmidt spielte die Klais-Orgel, Kantorin war Juliane Zeuch.</p><p>Im Anschluss an die Prozession nutzten viele Menschen die Begegnung vor dem Burkardushaus bei Bratwürsten und Getränken, um Bischof Jung persönlich zum Geburtstag zu gratulieren. Der Domchor intonierte „Viel Glück und viel Segen“, das Blasorchester Kürnach spielte „Happy Birthday“.</p><p class="text-right"><em>sti (POW)</em></p><p>(2426/0571; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:</strong><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/17804889900Z5INOtX5wuQ1Y" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/17804889900Z5INOtX5wuQ1Y</a></em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72791</guid><pubDate>Tue, 02 Jun 2026 17:30:00 +0200</pubDate><title>„Die Eucharistie ist mein Dankesort“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/vergiss-nicht-was-er-dir-gutes-getan-hat/</link><description>Zum 60. Geburtstag spricht Bischof Dr. Franz Jung über prägende Jahre, ruhigeres Fahrwasser und Hoffnungsorte im Bistum</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Bischof Dr. Franz Jung wird am Donnerstag, 4. Juni, 60 Jahre alt. Im Interview spricht er über Wendepunkte in seinem Leben, prägende Jahre, Hoffnungsorte im Bistum und seinen Leitspruch „Lobe den Herrn meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat“ (Psalm 103,2). Die Geburtstagsfeier wird am Sonntag, 14. Juni, nachgeholt, an dem zugleich das Pontifikalamt anlässlich des Mozartfests gefeiert wird.</p><p><em>POW: Herr Bischof, Sie haben dieses Jahr an Fronleichnam Geburtstag, aber an diesem Tag sind Sie trotzdem ganz normal im Einsatz?</em></p><p>Bischof Dr. Franz Jung: Ja (lacht).</p><p><em>POW: Wie werden Sie Ihren 60. Geburtstag feiern?</em></p><p>Bischof Jung: Der Geburtstag fällt dieses Jahr in die Festwochen des Mozartfestes. Ich feiere am Sonntag, 14. Juni. Das ist der Sonntag, an dem ich zudem meiner Bischofsweihe am 10. Juni 2018 gedenke. Zugleich findet an diesem Sonntag auch das Pontifikalamt anlässlich des Mozartsfestes statt. Ich freue mich, dass an diesem Tag viele Weggefährten und die Familie zusammenkommen. Nach dem Pontifikalamt gibt es einen Sektempfang und im Anschluss daran noch ein Mittagessen für geladene Gäste im Burkardushaus.</p><p><em>(Die Pontifikalmesse zum Mozartfest mit Bischof Dr. Franz Jung am Sonntag, 14. Juni, um 10 Uhr im Würzburger Kiliansdom wird live auf Bibel TV Fernsehen, TV Mainfranken Kabel sowie dem YouTube-Kanal des Bistums Würzburg übertragen.)</em></p><p><em>POW: Wie wurden Geburtstage in Ihrer Kindheit gefeiert?</em></p><p>Bischof Jung: Wir haben die Geburtstage eigentlich immer klein gefeiert, im Rahmen der Familie mit ein, zwei Freunden. Aber es war immer sehr schön und auch immer sehr behütet.</p><p><em>POW: Gibt es eine Tradition aus Ihrer Familie, die Sie bis heute gerne beibehalten?</em></p><p>Bischof Jung: Es gab keine großen Traditionen. Es war aber immer im Juni, daher musste ein schöner frischer Erdbeerkuchen her – mit Schlagsahne, versteht sich! – und das war immer wunderbar.</p><p><em>POW: Welche Bibelstelle passt aus Ihrer Sicht zu Ihrem 60. Geburtstag?</em></p><p>Bischof Jung: Das Wort, das ich mir damals für die Priesterweihe als Primizwort gewählt habe. Es ist dem Psalm 103 entnommen und lautet: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ Es ist ein Wort, das mich immer wieder mit tiefer Dankbarkeit und Freude erfüllt, aus der Erfahrung heraus, dass vieles, was war, mir geschenkt worden ist. Die Eucharistie ist der Ort der großen Danksagung der Kirche und auch mein persönlicher Dankesort.</p><p><em>POW: Gibt es ein Lied, zu dem Sie besonders gerne anstoßen?&nbsp;</em></p><p>Bischof Jung: Ich habe mir für den Gottesdienst, wie schon zum 50. Geburtstag und zur Bischofsweihe, von John Rutter „The Lord bless you and keep you“ gewünscht. Es enthält den wunderbaren Segenszuspruch des aaronitischen Segens. Zugleich ist das eine Melodie, in der ich mich wiederfinde und die so etwas Trostreiches hat.</p><p><em>POW: Was steht auf Ihrer persönlichen To-do-Liste für die kommenden zehn Jahre?</em></p><p>Bischof Jung: Ich habe keine große To-do-Liste. Wir haben jetzt vieles geschafft. Wir hatten in diesem Jahr die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz und den 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg. Vielleicht wird es ein bisschen ruhiger im kommenden Jahr, das würde ich mir wünschen (lacht). Was ich gerne mache und auch jedes Jahr zu tun versuche, ist, einen Artikel für die Würzburger Diözesangeschichtsblätter zu schreiben und mich persönlich mit unserer Bistumsgeschichte auseinanderzusetzen. Wir haben so eine reiche und inspirierende Geschichte hier im Bistum. Daneben gibt es noch meine große Liebe zu den Kirchenvätern. Ich habe eine ganze Liste von patristischen Texten, die noch nicht ins Deutsche übertragen worden sind und an die ich mich gerne dransetzen möchte. Derzeit arbeite ich an einer neuen Edition der Kiliansviten, die demnächst erscheinen soll. Das sind Dinge, die mir persönlich viel Spaß machen. Aber dafür bleibt leider immer nur in den späten Abendstunden ein bisschen Zeit.</p><p><em>POW: Gibt es ein Land, das Sie gerne noch bereisen möchten?</em></p><p>Bischof Jung: Was ich vielleicht noch mal genauer anschauen will ist Indien. Dort war ich zweimal. Das ist ein faszinierendes, kulturell reiches Land. Ansonsten ist mein Aktionsradius eigentlich Europa. Mir fehlen in England und Spanien noch einige Landschaften. Ich bin ein großer Frankreich-, Romanik- und Zisterzienserfan – kein Urlaub ohne Zisterzienserkirche. In Italien habe ich schon viel gesehen, aber auch hier fehlt mir noch einiges. Ich habe in den vergangenen Jahren interessanterweise viele Orte, die ich vor 20 oder noch mehr Jahren schon einmal bereist hatte, erneut besucht. Und es war immer wieder überraschend neu und beeindruckend schön. Als große Wallfahrt ist in diesem Jahr die Kreuzbergwallfahrt geplant. Schauen wir mal, ob ich das schaffe. Große Pläne mache ich eigentlich nicht. Nur ein Ziel steht schon seit Jahren auf meiner To-do-Liste: einmal nach New York, zum „Big Apple“. Ansonsten zieht es mich nicht besonders nach Amerika, auch wenn alle sagen, dass das Land so toll wäre, vor allem landschaftlich.</p><p><em>POW: Welche Hoffnungen verbinden Sie mit dem kommenden Lebensjahrzehnt?</em></p><p>Bischof Jung: Unser und mein Bestreben geht dahin, den Menschen die Freude am Glauben zu vermitteln. Wir wollen sie darin unterstützen, in ihren Gemeinden den Glauben weiterzutragen, und suchen dazu nach tragfähigen Strukturen. Die Frage wird sein, was wir als Bistum dazu beitragen können, dass es gut wird, und wie es uns gelingt, Menschen diese innere Freude an Jesus Christus zu vermitteln – auch in den Formaten, die wir jetzt eingeführt haben. Ich denke an die geistliche Schriftlesung in Form der „Lectio Divina“ und die Anbetung in Form der „Nacht der Hoffnung“. Die vielen Wallfahrten im Bistum bieten die Gelegenheit, sich persönlich über den eigenen Glauben auszutauschen. Ich glaube, das fehlt am meisten. Ich habe jetzt wieder die Begeisterung der Leute beim Katholikentag gesehen. Es war gut, gemeinsam den Glauben zu feiern, aber auch Menschen zu haben, mit denen man sich unmittelbar über den Glauben austauschen kann: Was bedeutet das eigentlich für dich persönlich? Was sagt dir das? Und wo verändert dieses Wort des Evangeliums auch dein Leben? Dahin muss es gehen.</p><p><em>POW: Zum 60. Geburtstag möchten wir einen kurzen Rückblick wagen. Worauf blicken Sie in den vergangenen Jahrzehnten besonders gerne zurück?</em></p><p>Bischof Jung: Ich blicke gerne zurück auf meinen Werdegang. Ich hatte den Eindruck, dass die Aufgaben, die mir anvertraut worden sind, eigentlich immer zur rechten Zeit kamen. Das ist mir aber auch erst in den vergangenen Jahren deutlich geworden. Ich bin mit 42 Jahren Generalvikar geworden, also der Leiter einer großen bischöflichen Behörde. Die Pfarrer haben alle gesagt: „Wenn der Generalvikar jünger ist als wir, dann merkt man, wie die Zeit vergeht.“ (lacht) Die zehn Jahre als Generalvikar waren für mich die geistlich fruchtbarste Zeit meines Lebens. In diesen zehn Jahren wurde ich mit vielen neuen Fragestellungen, mit vielen neuen Problemen konfrontiert, begegnete vielen Menschen in konfliktiven Situationen, lernte aber auch die organisatorischen Herausforderungen der Institution Kirche kennen. In dieser Zeit habe ich gelernt, systemisch zu denken. Natürlich musste ich auch in die Abgründe der Organisation Kirche schauen. Das hat sehr geerdet. Aber über all den Problemen, die immer mit einem Leitungsamt verbunden sind, habe ich auch das viele Gute schätzen gelernt, was oft so unauffällig und unaufgeregt in unseren Gemeinden, Verbänden und Ordensgemeinschaften geschieht. Immer wieder hat mich die Frage umgetrieben, wie ich die Menschen mitnehmen kann in all den Veränderungen und Umbrüchen, in denen wir stehen.</p><p><em>POW: 2018 kam die Ernennung zum Bischof von Würzburg. Was prägte diese Zeit?</em></p><p>Bischof Jung: Es war kein ganz einfacher Start. Kurz nach der Bischofsweihe wurde im September 2018 die MHG-Studie veröffentlicht, daneben gab es ein erhebliches Defizit im Bistumshaushalt, dann kam die Coronazeit. Jetzt erst merke ich so langsam, dass wir wieder in ein etwas ruhigeres Fahrwasser kommen und dass vieles bearbeitet werden konnte, was liegengeblieben ist, vor allem während Corona. Darüber bin ich sehr glücklich. Worauf ich gerne zurückschaue in den vergangenen Jahren sind natürlich vor allem die schönen Begegnungen mit den Gläubigen unseres Bistums – sei es bei den großen Wallfahrten, bei denen ich immer gerne mitgegangen bin und mitgehe, die begeisternden Ministrantenwallfahrten nach Rom, die Begegnung in Irland mit den Reliquien unserer Bistumspatrone Kilian, Kolonat und Totnan. Es war ein großes Fest des Glaubens. Natürlich denke ich auch gerne an die Vorbereitung auf das Heilige Jahr und im Heiligen Jahr selbst an unsere Feiern und die großen Wallfahrten mit den Mitarbeitenden und die wunderbare Familienwallfahrt. Mir kommt jetzt auch der Katholikentag in den Sinn, der seit 1907 wieder einmal in Würzburg stattgefunden hat: Der Dank und die Begeisterung der Menschen hier in Würzburg klingen noch in mir nach zusammen mit der Freude darüber, dass wir uns als Bistum so einladend präsentiert haben, dass wir so viele Menschen begeistern konnten. Die zahllosen positiven Rückmeldungen sind einfach überwältigend. Das erfüllt mich mit einer großen Dankbarkeit und Freude.</p><p><em>POW: Welche prägenden Ereignisse fallen Ihnen zu den einzelnen Jahrzehnten ihres Lebens ein?</em></p><p>Bischof Jung: Ich habe eine sehr schöne, sehr behütete Kindheit gehabt. Dafür bin ich heute noch dankbar. Ich hatte ein gutes Elternhaus, habe viel von zu Hause mitbekommen. Davon zehrt man, glaube ich, ein ganzes Leben lang: an innerer Haltung, an innerer Stärke, aber auch an innerer Entschiedenheit. Im zweiten Lebensjahrzehnt war es natürlich das Abitur, und dann das Geschenk, in Rom studieren zu dürfen. Es waren sehr schöne Jahre in Rom, verbunden mit der Weihe zum Diakon und zum Priester. Die Zeit der Promotion, Anfang des dritten Lebensjahrzehnts. Dann natürlich die Herausforderungen in der Seelsorge. Die Ernennung zum Generalvikar hat mich damals überrascht. Wir mussten im Bistum Speyer einen großen Reorganisationsprozess bewältigen, der enorm viel Kraft gekostet hat. Ich hatte bis dahin in meinem Leben nie so viel gearbeitet wie in dieser Zeit.</p><p><em>POW: Dann sind wir beim Rückblick schon im Jahrzehnt nach dem 50. Geburtstag.</em></p><p>Bischof Jung: Natürlich war die Bischofsweihe einer der großen Höhepunkte. Aber auch das Silberne Priesterjubiläum 2017 und der 50. Geburtstag 2016. Ich bin kein großer Geburtstagsfeierer. Aber ein guter Freund hat damals zu mir gesagt: „Franz, lade die Leute ein, sonst trifft man sich am Ende immer nur noch bei den Beerdigungen.“ Da habe ich mir zu Herzen genommen. Und habe dann zum 50. Geburtstag ein richtig schönes, großes Fest gefeiert. Daran denke ich sehr gerne zurück. 50 Jahre sind eine gute Zeit, Danke zu sagen für so vieles, was einem geschenkt wurde und was gut gelaufen ist.</p><p><em>POW: Mit welchem Gefühl gehen Sie in den 60. Geburtstag?</em></p><p>Bischof Jung: Mit dem 60. Geburtstag verbinde ich den Dank, dass ich in all den Herausforderungen, in denen man als Bischof steht, in all den Konflikten, in den persönlichen Anfeindungen und Zerreißproben, auch angesichts der Fragen, die man nicht lösen kann, physisch und psychisch gesund geblieben bin. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Einige Bischofskollegen sind in den vergangenen Jahren krank geworden. Da merkt man: Dieses Amt zehrt enorm an der eigenen Kraft. Es ist die Aufgabe des Bischofs, in den Zentrifugalkräften unserer Zeit die Menschen immer neu zusammenzuführen. Und wie immer geht es darum, als Mensch und Bischof dabei authentisch zu bleiben. Das ist eine große Aufgabe, eine geistliche Aufgabe, die es immer neu im Gebet zu reflektieren gilt, die einen aber auch lebendig hält.</p><p><em>POW: Sie sind jetzt schon seit acht Jahren als Bischof in Würzburg. Welche Orte im Bistum bringen bei Ihnen etwas zum Klingen?</em></p><p>Bischof Jung: Ein wichtiger Ort ist für mich die Kapelle im Bischofshaus, in der wir jeden Montagmorgen gemeinsam als Hausgemeinschaft in die Woche starten mit der Eucharistiefeier und dem Austausch über das Evangelium. Die Kapelle ist für mich auch ein persönlicher Rückzugsort zum Gebet, für den ich sehr dankbar bin, mit dem wunderbaren Altarbild, das Christus zeigt, der am Ölberg betet. Dieser betende Christus am Ölberg ist etwas, was mich immer neu tief berührt, wenn wir Messe feiern. Jesus ringt um die eigene Sendung und betet: „Vater, nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“ Das ist sehr beeindruckend und lädt dazu ein, über die Treue zur eigenen Sendung nachzudenken und sich im eigenen Beten vom Herrn getragen zu wissen. Zu den wichtigen Orten im Bistum zählt natürlich auch unser Kiliansdom, in dem ich die großen Gottesdienste feiern darf. Dann unsere herrlichen Wallfahrtskirchen: der Kreuzberg, zu dem wir schon mehrfach von Würzburg aus in der großen Wallfahrt gepilgert sind, dann Dettelbach, die großen Marienwallfahrtsorte unseres Bistums und natürlich der Engelberg. Ich bin für diese Orte sehr dankbar, weil es auch Hoffnungsorte in unserem Bistum sind, wie im Heiligen Jahr deutlich geworden ist. Dort schöpfen unsere Gläubigen als „Pilger der Hoffnung“ seit Jahrhunderten Kraft, vergewissern sich im Glauben über ihren weiteren Weg und erfahren in der Gemeinschaft der Kirche Vertrauen und Zuversicht.</p><p class="text-right"><em>Das Gespräch führte Judith Reinders (POW)</em></p><p><em><strong>Zur Person:</strong></em></p><p>Franz Jung wurde am 4. Juni 1966 in Mannheim geboren und wuchs in Ludwigshafen auf. Ab 1986 studierte er Theologie in München und dann in Rom, wo Bischof Dr. Franz Kamphaus ihn am 10. Oktober 1992 zum Priester weihte. 1998 wurde er Kaplan in Pirmasens, 2001 folgten die Promotion und die Versetzung in die Dompfarrei Speyer, in der er auch Bischof Dr. Anton Schlembach als Sekretär diente. 2008 wurde Jung ins Speyerer Domkapitel gewählt und 2009 von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann zum Generalvikar ernannt. Erzbischof Dr. Ludwig Schick weihte Jung am 10. Juni 2018 zum 89. Bischof von Würzburg. Jung ist Komtur mit Stern des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. In der Deutschen Bischofskonferenz ist er der Vorsitzende des „Verbandsrats des Verbandes der Diözesen Deutschlands“, Mitglied der „Kommission Arbeitsrecht“, Mitglied der „Bischöflichen Fachgruppe für Fragen des sexuellen Missbrauchs und von Gewalterfahrungen“ und Mitglied der „Caritaskommission“.</p><p>(2326/0552; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:</strong><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779968634goIaR40bcndTR6" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779968634goIaR40bcndTR6</a></em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Im Gespräch</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72857</guid><pubDate>Tue, 02 Jun 2026 13:03:37 +0200</pubDate><title>Ehrenmitglied Bischof Jung gratuliert Würzburger Kickers zum Aufstieg</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/ehrenmitglied-bischof-jung-gratuliert-wuerzburger-kickers-zum-aufstieg/</link><description>Würzburg (POW) „Ein tolles Spiel!“ Voller Begeisterung gratuliert Ehrenmitglied Bischof Dr. Franz Jung den Würzburger Kickers zum Aufstieg in die 3. Liga.</description><content:encoded><![CDATA[<p>„Es war bis zum Schluss ein total spannendes Spiel. Ich wünsche ihnen das Durchhaltevermögen und den Schwung, den sie in der Relegation gezeigt haben, für den Start in die neue Liga.“ Der Bischof war beim Relegationsspiel gegen Lok Leipzig am Montag, 1. Juni, in der AKON Arena in Würzburg live dabei. Das Rückspiel entschieden die Kickers mit 2:1 für sich. Bischof Jung lobte die „tolle Stimmung“ und das „Fair Play“ im ausverkauften Stadion. „Das Publikum ist mitgegangen und die Freude war wirklich überschäumend“, beschrieb er voller Begeisterung. Der Aufstieg in die 3. Liga und damit in den Profifußball bringe aber auch andere Herausforderungen mit sich. „Da muss man noch einmal Mut zusammennehmen“, sagte Bischof Jung mit Bezug auf das Motto „Hab Mut, steh auf!“ des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg. „Das haben sie jetzt bei diesem Spiel gezeigt.“ Bischof Jung war beim Weihnachtssingen 2025 der Würzburger Kickers zu deren Ehrenmitglied ernannt worden.</p><p>(2326/0565; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Kurzmeldungen</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72694</guid><pubDate>Sun, 24 May 2026 13:36:57 +0200</pubDate><title>„Der Glaube kuscht nicht vor den Mächtigen“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/der-glaube-kuscht-nicht-vor-den-maechtigen/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung feiert an Pfingsten Pontifikalgottesdienst im Kiliansdom –Der Freimut als besondere Gabe des Heiligen Geistes</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Bischof Dr. Franz Jung hat die Christen zu mehr Mut bei der Verkündigung des Glaubens aufgerufen. In seiner Predigt am Pfingstsonntag, 24. Mai, im Würzburger Kiliansdom stellte er den „Freimut“ der Apostel in den Mittelpunkt. Dieser sei eine Gabe des Heiligen Geistes und bedeute, „den Mut zu haben, die Wahrheit zu sagen – auch wenn sie unpopulär ist und wie so oft nicht allen gefällt“. Die Feier wurde live auf TV Mainfranken (Kabel), Bibel TV online, der Bistums-Homepage sowie dem YouTube-Kanal des Bistums Würzburg übertragen.</p><p>Der Bischof knüpfte damit an das Motto „Hab Mut, steh auf!“ des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg an. Der Freimut der Apostel habe sich in der Osterzeit wie ein roter Faden durch die Lesungen aus der Apostelgeschichte gezogen. Nach den Worten des Bischofs verkündeten Petrus und Johannes die Botschaft von Tod und Auferstehung Jesu „unerschrocken“ und das auch vor den religiösen Autoritäten Jerusalems, obwohl sie „ungebildete und einfache Leute“ gewesen seien.</p><p>Oftmals lasse man sich in öffentlichen Diskussionen einschüchtern, wenn andere Menschen durch ihre akademische Sprache überlegen schienen, sagte Bischof Jung. Doch die Geschichte zeige, dass es „am Ende oft einfache Leute waren, die ganz tief die Wahrheit des Evangeliums verstanden hatten und sich davon auch nicht abbringen ließen“. Der Freimut des Glaubens brauche keine akademische Bildung, betonte der Bischof. Entscheidend sei die innere Überzeugung von der Wahrheit des Glaubens. „Die Logik von Kreuz und Auferstehung leuchtet der Weisheit dieser Welt nie ein.“ Die Wahrheit des Glaubens könne nur im Heiligen Geist erkannt werden.</p><p>Freimut bedeute auch, sich nicht einschüchtern zu lassen. Der Glaube kusche nicht vor den Mächtigen und lasse sich auch nicht einschüchtern. Bischof Jung verwies dabei auf Papst Leo XIV., der das Evangelium auch angesichts von Drohungen und Beschimpfungen durch US-Präsident Donald Trump mit Freimut verkünde. Auch innerhalb der Kirche brauche es Offenheit und Freimut, sagte Bischof Jung mit Verweis auf Papst Franziskus. Nur wenn in aller Offenheit um die Weiterentwicklung von Kirche und Lehre gerungen werde, komme die Kirche voran. Der Freimut sei auch die Gabe der Märtyrer, die im Angesicht des Todes mutig auf das Kreuz und die Auferstehung geschaut hätten. „Gerade in Situationen, in denen menschliche Weisheit verstummt – am Sterbebett, am Krankenbett oder in einer Lebenskrise – erhalten die Worte der Heiligen Schrift plötzlich ein ungeheures Gewicht.“</p><p>Zum Schluss erzählte der Bischof von einem Kindergartenbesuch. Als er nur ein Playmobil-Paket mit den Frankenaposteln Kilian, Kolonat und Totnan mitgebracht hatte, habe ein Junge protestiert: „Herr Bischof, das ist nur ein Paket, aber wir sind doch drei Gruppen!“ „Ertappt!“, sei es ihm durch den Kopf geschossen. Zum Glück hätten seine Mitarbeiter noch zwei Pakete dabeigehabt. Das Kind habe gezeigt, wie Freimut gehe: „Unerschrocken, im Angesicht der Mächtigen, ohne akademische Bildung, sondern nur mit einer Portion gesundem Menschenverstand und einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn die Wahrheit sagen. Von Kindern lernen, die Wahrheit zu sagen, und mit ihnen den Freimut der Kinder Gottes einzuüben, das wünsche ich uns allen an diesem Pfingstfest.“</p><p>Musikalisch gestaltete die Mädchenkantorei unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth den Gottesdienst mit „Missa in simplicitate“ von Jean Langlais, „Veni Creator Spiritus“ von Cesar Franck und der Gregorianischen Pfingstsequenz „Veni sancte spiritus“.</p><p class="text-right"><em>sti (POW)</em></p><p>(2226/0548; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72689</guid><pubDate>Sat, 23 May 2026 15:08:53 +0200</pubDate><title>Anderen „Wegweiser und Begleiter“ sein</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/anderen-wegweiser-und-begleiter-sein/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung weiht Diakon Benedict Dürrlauf (33) zum Priester – Festlicher Gottesdienst im Kiliansdom – Neupriester für Pastoralen Raum Bad Kissingen angewiesen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Bei einem festlichen Pontifikalgottesdienst am Samstag, 23. Mai, im Würzburger Kiliansdom hat Bischof Dr. Franz Jung den Diakon Benedict Dürrlauf (33) aus der Pfarrei Sankt Andreas in Ochsenfurt zum Priester geweiht. Die Priesterweihe sei „das persönliche Pfingstfest“ für Dürrlauf, sagte Bischof Jung in seiner Begrüßung. Der Apostel Paulus habe im ersten Korintherbrief gesagt: „Wer sich an den Herrn bindet, der wird ein Geist mit ihm. Darum geht es am heutigen Tag, in der Weihe.“ Der Gottesdienst wurde live auf der Bistums-Homepage (livestreams.bistum-wuerzburg.de) sowie dem YouTube-Kanal des Bistums Würzburg übertragen.</p><p>„Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich. Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“ So tröstet der scheidende Jesus im Johannesevangelium seine Jünger. Die vielen Wohnungen böten „die Herausforderung, nach der eigenen Wohnung zu suchen“, sagte Bischof Jung in seiner <a href="https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/priesterweihe-ist-uebereignung-des-lebens-an-gott/" target="_blank" class="external-link">Predigt</a>. „Jeder kennt das aus dem eigenen Leben: Wo führt die Reise hin? Wo ist der Ort, wo ich nicht nur räumlich, sondern auch geistlich ankommen kann?“ Diese Suche sei anstrengend. Auch Dürrlauf habe einen langen Weg hinter sich gebracht: vom technischen Zeichner über den Maschinenbau und die Religionspädagogik bis zum Priesterseminar. „Ich habe immer bewundert, mit welcher Entschiedenheit Sie Ihren Weg gegangen sind, um zu merken: Das ist es noch nicht. Ich freue mich sehr, dass Sie angekommen sind bei sich und bei Gott“, sagte der Bischof. Das sei ein großer Schatz und ein Geschenk. Bei allen anstehenden Veränderungen sei die eine Bleibe eine Zuflucht in Zeiten der Not und der Bedrängnis. „Das wünsche ich Ihnen von Herzen.“</p><p>Jesus sage seinen Jüngern zu, zu kommen und sie zu holen „damit auch ihr dort seid, wo ich bin“. Im eigenen Suchen geführt zu werden vom Herrn, zu spüren, dass der Herr einem entgegenkommt und vom Herrn gefunden zu werden: „Das ist das Geheimnis der Berufung“, fuhr der Bischof fort. Viele Menschen seien heute auf der Suche. Aber nur wer selber gesucht habe und wisse, welche Herausforderung diese Suche sei, könne „anderen ein Wegweiser und Begleiter sein auf der Suche nach Sinn und Erfüllung“. Dürrlauf tue das jetzt schon mit dem „Night Prayer“ in Bad Kissingen.</p><p>Jesus bekenne, er sei „der Weg, die Wahrheit und das Leben“, fuhr Bischof Jung fort. Aber man müsse sich auch auf diesen Weg begeben und dem Sohn Gottes nachfolgen. Nur dann werde man selbst erfahren, dass in ihm das Leben ist. Das sei auch Dürrlauf wichtig, der sich das Primizwort gewählt habe: „Christus ist das Leben.“ In den Sakramenten begegne der Gläubige dieser Wahrheit immer wieder neu: In der Spendung der Taufe feiere man die Wahrheit, von Christus geliebt zu werden. In jeder heiligen Messe feiere man die Wahrheit, „dass nur der sein Leben gewinnt, der bereit ist, es für diesen Christus zu verlieren“. In der Beichte erfahre man, dass es eine Vergebung der Sünden gibt, und in der Krankensalbung, dass man gerade in Krankheit und Leid nicht von Gott verlassen sei, sondern teilhabe an den Leiden Christi. „Christus selbst wirkt in seiner Kirche durch den Dienst der Priester.“</p><p>Worte alleine genügten nicht, sagte Bischof Jung. „Es ist das Lebenszeugnis, an dem man ablesen kann, ob das wirklich stimmt und stimmig ist, was einer lebt und verkündet. Zeigen Sie den Menschen den Vater, indem Sie Christus zu Ihrer Lebensmitte machen. Dann wird alles gut.“ Es gehe darum, die größeren Werke, die Jesus verheiße, immer neu sichtbar zu machen. „Danke, dass Sie sich heute zur Verfügung stellen. Der Herr vollende das gute Werk, dass er in Ihnen begonnen hat.“</p><p>Zu Beginn der Feier stellte Subregens Domvikar Dr. Christian Lutz den Weihekandidaten vor und bat ihn, vor den Bischof zu treten. Der Diakon bekundete seine Bereitschaft zur Priesterweihe mit den Worten: „Hier bin ich.“ Der Subregens versicherte sodann, dass der Kandidat für das Priesteramt geeignet sei, und bestätigte dessen guten Leumund. Vor der Erteilung der Priesterweihe versprach Dürrlauf, seinen Dienst gegenüber dem Bischof und seinen Nachfolgern in Ehrfurcht und Gehorsam zu tun. Dabei erklärte er unter anderem, sich mit seinem ganzen Leben an Christus zu binden und aus dieser Beziehung zum Heil der Menschen zu leben.</p><p>Bei der Anrufung der Heiligen lag der Weihekandidat ausgestreckt am Boden und zeigte seine Bereitschaft, sich Gott ganz hinzugeben. Dann legten ihm Bischof Jung, Weihbischof Reder sowie mehr als 30 Priester aus der ganzen Diözese Würzburg die Hände auf – seit urchristlicher Zeit Zeichen für die Beauftragung und Bevollmächtigung. Im Weihegebet bat Bischof Jung schließlich um den Geist Gottes für den Neupriester. Als „ausdeutende Zeichen“ der Weihehandlungen zog Pfarrer Oswald Sternagel, Moderator des Pastoralen Raums Ochsenfurt, dem Geweihten das priesterliche Gewand an, salbte ihm Bischof Jung die Hände, überreichte Kelch und Hostienschale und umarmte ihn zum Friedensgruß.</p><p>Am Ende des Gottesdienstes dankte Dürrlauf seiner Familie, Freunden und allen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben „für Eure Unterstützung, viele Gespräche, fürs Mittragen und einfach für Euer Dasein“. Besonders dankte er Bischof Jung für das Vertrauen und die Bestärkung auf seinem Weg. Pfarrer Gerd Greier dankte er für die „offene und herzliche Art, mit der Du mich seit September 2024 begleitet hast. Du hast mir Vertrauen geschenkt, mich gefordert und gefördert und mich ganz selbstverständlich am priesterlichen und pastoralen Alltag teilnehmen lassen. Ich durfte bei Dir viel lernen, fachlich, menschlich und geistlich.“ Er sei überzeugt, das Gott Leben schenke, trage und immer wieder neu aufrichte, sagte Dürrlauf. „Ich möchte den Menschen mit offenem Herzen und der Hoffnung begegnen, dass Gott durch den Heiligen Geist mitten unter uns wirkt. Tragen soll mein Dienst nicht meine eigene Stärke, sondern der dreifaltige Gott, in dessen Vertrauen ich diesen Weg gehe und meinen Dienst für die Menschen gestalten möchte.“ Im Anschluss erteilte Dürrlauf den allgemeinen Primizsegen.</p><p>Verwandte, Freunde und Gläubige aus der Heimat- und Praktikumspfarrei des Weihekandidaten, Mitglieder des Domkapitels und Priester aus allen Teilen des Bistums nahmen an der Feier teil. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Würzburger Domchor und dem Bläserensemble am Würzburger Dom unter der Leitung von Domkantor Julian Beutmiller mit „O magnum mysterium“ von Tomas Luis de Victoria, „Beati quorum via“ von Charles V. Stanford und „Fanfare“ von Jacques Nicolas Lemmens. Domorganist Professor Stefan Schmidt spielte die Klais-Orgel.</p><p>Die Primiz feiert der Neupriester am Pfingstsonntag, 24. Mai, um 13.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche Sankt Andreas in Ochsenfurt. Primizprediger ist Domvikar Christoph Wittmann (München). Um 17.30 Uhr folgt ein Abendlob, danach besteht die Möglichkeit, den Einzelprimizsegen zu empfangen. Die Nachprimiz in Kleinochsenfurt wird am Fronleichnamstag, Donnerstag, 4. Juni, um 9 Uhr in der Pfarrkirche Maria Schnee gefeiert. Am Sonntag, 7. Juni, feiert Dürrlauf um 10 Uhr in der Pfarrkirche Herz Jesu in Bad Kissingen eine Nachprimiz.</p><p>Mit Wirkung vom 23. Mai ist Dürrlauf als Kaplan im Pastoralen Raum Bad Kissingen angewiesen worden.</p><p class="text-right"><em>sti (POW)</em></p><p>(2226/0543; E-Mail voraus)</p><p><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:</strong><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779444554RxAEFHMZnSVKij" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779444554RxAEFHMZnSVKij</a><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72582</guid><pubDate>Tue, 19 May 2026 11:36:01 +0200</pubDate><title>Priesterweihe von Benedict Dürrlauf am Samstag im Kiliansdom</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/priesterweihe-von-benedict-duerrlauf-am-samstag-im-kiliansdom/</link><description>Würzburg/Ochsenfurt/Bad Kissingen (POW) Bischof Dr. Franz Jung weiht am Samstag vor Pfingsten, 23. Mai, um 9.30 Uhr Benedict Dürrlauf (33) aus Kleinochsenfurt im Würzburger Kiliansdom zum Priester.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im Anschluss an die Weiheliturgie sind die Gläubigen zu einem Empfang im Priesterseminar Würzburg eingeladen. Am Pfingstsonntag, 24. Mai, feiert Dürrlauf um 13.30&nbsp;Uhr in der Stadtpfarrkirche Sankt Andreas in Ochsenfurt seine Primiz, die erste heilige Messe nach der Priesterweihe. Danach sind alle zu einem Empfang auf dem Kirchplatz eingeladen. Um 17.30 Uhr folgt ein Abendlob, danach besteht die Möglichkeit, den Einzelprimizsegen zu empfangen. Am Fronleichnamsfest, 4. Juni, feiert <a href="https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/schwimmer-im-fluss-des-lebens/" target="_blank" class="external-link">Dürrlauf</a> in der Maria-Schnee-Kirche in Kleinochsenfurt eine Nachprimiz. Die Nachprimiz für den Pastoralen Raum Bad Kissingen ist für Sonntag, 7. Juni, um 10&nbsp;Uhr in der Herz-Jesu-Kirche in Bad Kissingen angesetzt. Wer den Einzelprimizsegen empfangen möchte, hat auch bei diesen Feiern die Möglichkeit dazu.</p><p>(2126/0528; E-Mail voraus)</p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Kurzmeldungen</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72546</guid><pubDate>Sun, 17 May 2026 15:43:56 +0200</pubDate><title>Katholikentags-Kaleidoskop</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/katholikentags-kaleidoskop/</link><description>Der 104. Deutsche Katholikentag ist zu Ende – Interessantes, Nachdenkliches und Amüsantes aus fünf Tagen voller Veranstaltungen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Der 104. Deutsche Katholikentag in Würzburg ist zu Ende. Über die Großereignisse wurde ausführlich berichtet. Doch was war noch so los in den vergangenen fünf Tagen? Die Redaktionen des Medienhauses der Diözese haben gesammelt: Einblicke in spannende Workshops und besondere Gottesdienste, Blicke hinter die Kulissen und nette Begegnungen.</p><p><em><strong>Ein Gänseblümchen für Bischof Jung</strong></em></p><p>Mit einem Empfang im Innenhof des Hauses der Ausbildung in der Domerschulstraße hat Bischof Dr.&nbsp;Franz Jung am Sonntag, 17. Mai, den vielen Menschen gedankt, die durch ihren Einsatz den Katholikentag in Würzburg ermöglicht haben. Dr. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, dankte ihrerseits für die Gastfreundschaft des Bistums Würzburg. „Der größte Blumenstrauß könnte meinen Dank nicht ausreichend widerspiegeln.“ Da sie als Bauerstochter auch „das Kleine“ sehr zu schätzen wisse, überreichte sie dem Bischof zu dessen Erheiterung ein selbst gepflücktes Gänseblümchen vom Innenhofrasen.</p><p><strong>Weitere Fotos vom Bischofsempfang finden Sie hier:</strong><em><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779025271L7VaXgR3skASMc" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779025271L7VaXgR3skASMc</a></em></p><p><em><strong>„Hab Mut – steig ein“: Der Weihbischof im Polizeihubschrauber</strong></em></p><p>Bei seinem Besuch am Samstag, 16. Mai, in der Einsatzzentrale der Malteser während des 104.&nbsp;Deutschen Katholikentags in der Staatlichen Feuerwehrschule bekam Weihbischof Paul Reder spontan die Einladung, in einem Polizeihubschrauber Platz zu nehmen. Dort erfuhr er beispielsweise, dass nicht einmal eine Maus, die durch ein Feld läuft, vor der Technik sicher ist – sogar aus 350 Metern Höhe. Der Weihbischof dankte allen Einsatzkräften für ihren wertvollen Dienst beim Katholikentag.</p><p>###GALERIE###</p><p><em><strong>70 Jahre Einsatz für Menschen mit einer Hörbehinderung</strong></em></p><p>Bei der Feier zum 70-jährigen Bestehen der Katholischen Gehörlosengemeinschaft des Bistums Würzburg am Samstag, 16. Mai, im Pfarrsaal Sankt Josef im Stadtteil Grombühl beglückwünschte Weihbischof Paul Reder die Gründungsmitglieder Marga Christ und Katharina Gölz und überreichte ihnen im Namen von Bischof Dr. Franz Jung jeweils eine Ehrenurkunde. „Ich finde es ganz wichtig, dass wir Gemeinschaft pflegen und immer wieder erfahren, was uns im Glauben trägt“, sagte der Weihbischof. Die Gehörlosengemeinschaft hatte während des Katholikentags auch zwei Workshops angeboten.</p><p><em><strong>Podium zum Thema Antifeminismus: Wider den Spaltpilz</strong></em></p><p>„Wer hat das Wort? Wie Antifeminismus Diskursräume verengt. Und wie wir sie wieder öffnen können“: Darüber wurde bei einem Podium am Samstag, 16. Mai, in der evangelisch-lutherischen Pfarrkirche Sankt Johannis diskutiert. Laut Katharina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, seien die „rechtsextremen Parteien inzwischen gut vernetzt und nutzen alle Themen, bei denen sich die demokratischen Parteien uneins sind, um als Spaltpilz zu wirken und uns auseinanderzudividieren. Das betrifft vor allem die Themen Umwelt- und Minderheitenschutz“. Bischof Dr. Peter Kohlgraf sah das Bistum Mainz inzwischen deutlich offener aufgestellt für geschlechtergerechte Themen. Zuletzt seien Stellen für queersensible Pastoral eingerichtet worden. Doch dauere es „keine fünf Minuten, bis online meine theologische Kompetenz angezweifelt oder mein Rücktritt gefordert wird“. Anna Klüsener, Bundesvorsitzende der Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg, möchte Räume bieten, in denen sich Mädchen und junge Frauen frei entfalten können, geschützt vor Geschlechterrollen und Leistungsdruck.</p><p><em><strong>Der Tipp (nicht nur) für alle Ehrenamtlichen: „Gott fordert keinen Burnout von Dir“</strong></em></p><p>Das machten Pastoraltheologin Philippa Haase und Benediktinerpater Wolfgang Siegler im Workshop „Gott fordert keinen Burnout von dir. Engagieren, ohne sich zu verlieren“ am Samstag, 16. Mai, im Siebold-Gymnasium klar. Sie gaben Tipps zur Burnout-Prävention. Sie rieten unter anderem dazu, vorhandenen Erwartungsdruck bewusst wahrzunehmen und zu den eigenen Grenzen zu stehen. Da auch Schönes belastend und energiezehrend sein könne, müsse jede zusätzliche Aufgabe abgewogen und eventuell abgelehnt werden.</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/330-glaube-debatten-begegnungen-das-fazit-zum-katholikentag-in-wurzburg/embed?context=external" style="border: 0" border="0" height="380" width="100%"></iframe></p><p><em><strong>„Orgel rockt“: Gänsehaut, Ehrfurcht, Weihnachten</strong></em></p><p>Zweimal im Dom, einmal in der Kirche Sankt Michael, und immer wegen Überfüllung vorzeitig geschlossen: Das Format „Orgel rockt“ mit Organist Patrick Gläser und Sängerin Miriam Henkel aus Öhringen zog Tausende an. Gläser präsentierte Werke von den Rolling Stones, Metallica oder Queen. Bei „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen sangen alle mit. Per Handy konnte man Gefühle schicken, die als Wortwolke auf Bildschirmen angezeigt wurden, oder über die Auswahl der gespielten Stücke abstimmen.</p><p><em><strong>„Danke fürs Erkennen“ – Promis einmal anders</strong></em></p><p>Selten einen derart bescheidenen Promi erlebt: Auf dem Weg zwischen Residenz und Siebold-Gymnasium kam ZDF-Nachrichtensprecherin Gundula Gause entgegen. Markus Hauck bat sie um ein Foto, sie stimmte zu und sagte dann „Danke fürs Erkennen – und fürs Bild.“</p><p><em><strong>Engagierte Menschen erkennt man an bunten Buttons</strong></em></p><p>Birke Schmidt, Referentin für Ehrenamtsförderung im Bistum Würzburg, verteilte am Bistumsstand am Oberen Markt an Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, verschiedenfarbige Buttons, ganz nach Art der Tätigkeit. Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gab es eine andere Farbe als für den Einsatz für Senioren oder Umwelt. „Die Leute reißen uns die Anstecker förmlich aus den Händen.“ Auch sonst herrschte reger Betrieb an Bistumsbühne und -stand. Passanten lauschten der Musik, informierten sich am Stand vom Verein Würzburger Partnerkaffee über die Vorzüge fair gehandelten Kaffees und ließen sich am Bistumsstand ein Gläschen Frankenwein kredenzen.</p><p><em><strong>Ein bisschen Luft schnappen im Trubel des Katholikentags…</strong></em></p><p>… das war am Spirituellen Rastplatz im Innenhof des Kiliansdoms mit Liegestühlen und Palettensofas möglich. Es gab Impulskarten, Kaffee und Brezen. „Man merkt schon, dass die Leute eine Viertelstunde, eine halbe Stunde ausruhen wollen“, sagte Objektleiter Alexander Schmidt. „Man geht in den Dom rein, geht hier nach hinten und hat einfach Stille, Ruhe“, beschrieb Claudia Jörder vom Katholischen Sportverband in Freiburg die Atmosphäre. Sie war mit ihrem Mann auf ein Getränk zum Rastplatz gekommen – um dem „Jubel und Trubel“ in der Stadt einen Moment zu entfliehen. Philipp Koch (14) aus Bremen hatte mit drei Freundinnen und Freunden hier einen Platz zum Mittagessen gefunden. „Wenn man den ganzen Tag rumläuft, weil es ja viel zu sehen gibt, ist es ein schöner Ort, um sich auszuruhen.“</p><p><em><strong>Wegen Überfüllung geschlossen…</strong></em></p><p>… war am Freitag, 15. Mai, das Neumünster beim Gottesdienst unter dem Motto „Wer Mut zeigt, macht Mut. Wie Adolph Kolping: Vorangehen und Andere mitnehmen“. Die Audiospur des Gottesdienstes musste sogar auf den Kiliansplatz übertragen werden, wo nochmals 200 Personen mit Kolping-Bezug Platz genommen hatten.</p><p><em><strong>„Wir haben es geschafft und die Wolken vertrieben.“</strong></em></p><p>Angela M. Lixfeld, Leiterin des Chors des Diözesan-Caritasverbands, nach dem gelungenen Auftritt auf der Bistumsbühne am Oberen Markt am Freitag, 15. Mai. Der Auftritt begann im Regen, der aber schon nach wenigen Minuten versiegte. Rund 150 Menschen lauschten unter anderem „With a little help from my friends&quot;, „Keinen Tag soll es geben“ und „May the road rise to meet you&quot;.</p><p><em><strong>„Das ist die erste Veranstaltung, bei der es von oben trocken ist.“</strong></em></p><p>Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag, 14. Mai, beim Podium „Wir sind die Demokratie“ in der Posthalle. Beim Rundgang mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender und Weihbischof Paul Reder auf der Kirchenmeile hatte es auf den letzten Metern noch dicke Tropfen geregnet. Was Steinmeier trocken kommentierte mit: „Es regnet nicht!“</p><p><em><strong>Was „materialbasierter Distanzunterricht“ mit dem Katholikentag zu tun hat</strong></em></p><p>Bischof Dr. Franz Jung besuchte nach dem Eröffnungsgottesdienst auf dem Residenzplatz am Donnerstag, 14.&nbsp;Mai, gemeinsam mit Schulreferent Leitender Schulamtsdirektor im Kirchendienst Jürgen Engel und den unterfränkischen Ministerialbeauftragten Marcus Ramsteiner (Realschulen) und Dr. Robert Christof (Gymnasien) das Siebold-Gymnasium, um der dortigen Schulleitung stellvertretend für alle Würzburger Schulen Danke für die Erlaubnis zu sagen, die Räumlichkeiten als Orte für den Katholikentag nutzen zu können. Möglich war das unter anderem, weil am Freitag „materialbasierter Distanzunterricht“ stattfindet – ein Wort, das der Bischof so deutsch fand, dass er es vor Ort gleich zweimal wiederholte. Schulleiter Oberstudiendirektor Hansgeorg Binsteiner freute sich, dass so viele nette Leute während des Katholikentags in das Schulhaus kämen. Bischof Jung schaute im Anschluss noch bei Angeboten für Jugendliche im Schulhaus und dem angrenzenden Ringpark vorbei.</p><p><em><strong>Clowns an die Macht</strong></em></p><p>Clowns und Kirche? In der Kirche Stift Haug passte das am Donnerstag, 14. Mai, bestens zusammen. Bei „Übermütig und aufrecht – ein Gottesdienst von und mit Clown*s“ tummelten sich etwa 15 Clowns um den Altar. Pantomimisch stellten sie Botschaften dar wie: „Zusammen ist man stärker“, „Hab Mut“ oder „Jeder Mensch ist wertvoll“. Beim Singen eines Psalms strömten sie bei „Das Wort verbreitete sich in die Welt“ in den Kirchenraum aus. Der erste Clown wisperte einem Besucher etwas ins Ohr, der drehte sich zu seinem Sitznachbarn und flüsterte etwas in dessen Ohr. Per Flüsterpost verbreiteten sich Botschaften: „Du bist ein Geschenk Gottes“ – „Freude“ – „Etwas Wunderbares ist passiert“. Es sei nicht einfach gewesen, zu entscheiden, wie die Clowns den Gottesdienst gestalten, sagte eine Darstellerin später. Aber eines wollten sie weitergeben: Freude und Heiterkeit. „Clowns bringen Verspieltheit mit, und das ist das Allerwichtigste: Loslassen und ein bisschen kindliche Verspieltheit an alle weitergeben.“</p><p><em><strong>„Eine Kirche, die in der Tradition von Jesus steht, der sich für die Armen, Bedrängten und Ausgestoßenen eingesetzt hat, muss sich deutlich für die Menschen- und Bürgerrechte aller positionieren.“</strong></em></p><p>Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, beim politischen Nachtgebet „Aufstehen für Menschenrechte“ am Donnerstag, 14. Mai, in der Augustinerkirche. „Wir dürfen Meinungsfreiheit nicht mit Gewissensfreiheit gleichsetzen. Mit Meinungsfreiheit geht die Verpflichtung einher, die Menschenwürde jedes Einzelnen zu achten.“ Es gehe nicht darum, die Position derer zu teilen, die gegen etwas protestieren, sondern darum, dass die Freiheitsrechte von Mitbürgern nicht eingeschränkt werden dürften.</p><p><em><strong>Ein Wimmelbild-Truck für das Erzbistum Berlin</strong></em></p><p>Der Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch segnete im Innenhof des Areals der Erlöserschwestern den neuen Truck der „Jubiläums-Pastoralley“ des Erzbistums Berlin. 2030 feiert die Erzdiözese ihr 100-jähriges Bestehen. Der Fläche nach ist sie mehr als drei Mal so groß wie das Bistum Würzburg. Um besser präsent zu sein, haben Mitarbeiter des Bereichs Pastoral die Idee eines Trucks entwickelt. Foliert ist das Fahrzeug mit Wimmelbildern im Scribble-Style, welche die drei Bistumsteile Berlin, Brandenburg und Vorpommern zeigen: von der Hedwigs-Kathedrale in Berlin bis zum Ozeaneum in Stralsund. Dargestellt sind unter anderem das Benediktinerinnenkloster Sankt Gertrud und eine Feier zu Ehren des heiligen Otto von Bamberg, der vor 900 Jahren Pommern missionierte.</p><p><em><strong>Eine Auszeit bei Knoblauchsrauke und Vogelstimmen…</strong></em></p><p>…boten die spirituellen Naturerlebnisexkursionen am Nikolausberg mit Moraltheologe Professor Dr.&nbsp;Michael Rosenberger und Karl-Georg Schönmüller, Leiter des Forstbetriebs der Stadt Würzburg. Die jeweils rund 35 Teilnehmer entdeckten die Schöpfung mit allen Sinnen, fühlten die Rinde von Bäumen, rochen an Knoblauchsrauke, lauschten Wind und Vogelstimmen. Dazu gab es inspirierende Texte und den Hinweis auf die Enzyklika Laudato Si', in der Papst Franziskus zur Bewahrung der Schöpfung aufruft. Weihbischof Rolf Lohmann (Münster), Vorsitzender der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, segnete einen frisch gepflanzten Amber-Baum.</p><p><em><strong>Für die Solidarität mit und die Gebete für das ukrainische Volk…</strong></em></p><p>… dankte Bischof Dr. Bohdan Dzyurakh, Apostolischer Exarch für die katholischen Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien, bei einem Abendgebet im byzantinischen Ritus am Donnerstag, 14. Mai, in der Franziskanerkirche.</p><p><em><strong>Bischöflicher Segen für die Rettungskräfte</strong></em></p><p>Am Mittwoch, 13. Mai, begrüßten die Malteser Bischof Dr. Franz Jung in der Helfendenunterkunft an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg. Der Bischof nahm an der morgendlichen Stabsbesprechung teil und erhielt einen umfassenden Einblick in den Einsatz sowie in die vielfältigen Aktivitäten rund um den Katholikentag. Zum Abschluss spendete Bischof Jung den Segen und betete gemeinsam mit den Maltesern für einen sicheren und reibungslosen Verlauf des Einsatzes.</p><p><em>Auch die Eisheiligen packen ihre Koffer und verabschieden sich vom 104. Deutschen Katholikentag. Erstmals seit Beginn des Großereignisses heißt es am Sonntag, 17. Mai, kurz nach 14 Uhr in der Wettervorhersage: „Es wird wärmer…“</em></p><p class="text-right">mh/sti/chd/seh/raru/ub/hela (POW)</p><p>(2126/0510; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72545</guid><pubDate>Sun, 17 May 2026 14:59:53 +0200</pubDate><title>„Brandherde löscht man nicht durch Zuschauen“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/brandherde-loescht-man-nicht-durch-zuschauen/</link><description>Katholikentag endet mit Appell für Frieden und Gerechtigkeit – Bischof Wilmer, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, mahnt im Schlussgottesdienst, Christen dürften angesichts von Krieg, Leid und Judenhass nicht schweigen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Mit einem eindringlichen Appell zu mehr Engagement für Frieden und Gerechtigkeit hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, den 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg beendet. „Die Welt brennt“, sagte der ernannte Bischof von Münster am Sonntag, 17. Mai, im Abschlussgottesdienst. Christen dürften angesichts von Kriegen und humanitären Katastrophen nicht tatenlos bleiben. Das ZDF übertrug die Feier live.</p><p>Besonders verwies Wilmer auf die Lage im Sudan. Dort erlebten 33 Millionen Menschen die größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart, sagte er. Rund zwölf Millionen Menschen seien auf der Flucht. „Brandherde löscht man nicht durch Zuschauen.“ Der christliche Glaube sei kein Rückzug aus der Welt, sondern ein Auftrag zum Handeln, betonte Wilmer. Hoffnung sei „Gabe und Aufgabe“. Wer hoffe, sehe die Wirklichkeit und wolle sie verändern. Christen seien dazu aufgerufen, Frieden zu stiften und Verantwortung für die Welt zu übernehmen.</p><p>Die Kirche dürfe keine Angst vor den Herausforderungen der Zeit haben, sagte Bischof Wilmer weiter. „Habt keine Angst, eine verbeulte Kirche zu sein.“ Eine Kirche, die hinausgehe und sich den Nöten der Menschen stelle, werde vielleicht angegriffen und missverstanden, „aber sie wird leuchten“.</p><p>Lobend erwähnte der Bischof auch Papst Leo XIV. als „unerschrockenen Anwalt des Friedens“. Dieser lasse sich auch dann nicht einschüchtern, wenn Mächtige versuchten, ihn lächerlich zu machen. Für diese und weitere Passagen spendeten ihm die Gläubigen spontan Applaus. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Katholikentags rief der Bischof zum Abschluss der Veranstaltung auf, den Schwung der vergangenen Tage mit in ihren Alltag zu nehmen. „Hab Mut, steh auf!“, sagte er. Kirche und Welt bräuchten immer wieder neue Aufbrüche.</p><p>Zu den Fürbitten waren die Gottesdienstbesucher eingeladen, via QR-Code und Handy ihre persönlichen Gebetsanliegen zu senden. Auf der großen Videoleinwand entstand daraus eine imposante Wortwolke.</p><p>Vor dem Schlusssegen luden Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, und Torsten Zugehör, Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentags, zum 40. Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 5. bis 9. Mai 2027 nach Düsseldorf ein. Dieser steht unter dem Motto „Du bist kostbar“.</p><p>Paderborns Erzbischof Dr. Udo Bentz und Nadine Mersch, Vorsitzende des Diözesankomitees Paderborn, sprachen eine Einladung zum 105. Deutschen Katholikentag aus, „den wir vom 24. bis 28.&nbsp;Mai 2028 im schönen Paderborn begehen, der Stadt an den Quellen. Noch nie zuvor fand ein Katholikentag in unserer Stadt und unserer Region statt – es ist also höchste Zeit dafür!“, sagte der Erzbischof. Mersch ergänzte: „Im Sommer leben wir beim weithin bekannten Liborifest seit jeher die drei Ks – Kirche, Kirmes und Kultur. Wir sind also bestens vorbereitet auf ein viertes K – den Katholikentag!“</p><p>Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, rief dazu auf, auch im Einsatz gegen Antisemitismus Mut zu haben und aufzustehen. Antisemitismus bedrohe nicht nur jüdisches Leben in Deutschland, sondern richte sich auch gegen Demokratie, Freiheit und das Fundament des Zusammenlebens. Der Kampf gegen Judenhass brauche Mut, Ausdauer und den Glauben an die Würde jedes Menschen. Schuster appellierte an die Gläubigen: „Stehen Sie auf gegen Judenhass und für unsere Werte.“</p><p>Dr. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, erklärte zum Ende, „die Würzburger Gastgeber*innen haben uns das Bistumsmotto ‚Christsein unter den Menschen‘ spürbar erleben lassen“. Gemeinsam sei das Katholikentags-Leitwort „Hab Mut, steh auf!“ mit Leben gefüllt worden. „Dabei haben wir uns auch gemeinsam gegen Hass und Hetze gestellt. Denn wir sagen: nicht mit uns! Gemeinsam stehen wir auf für die Demokratie, für Frieden und Gerechtigkeit!“ Stetter-Karp ermunterte, genau das mitzunehmen für die Herausforderungen der Gegenwart und gemeinsam daran zu arbeiten sowie auf Möglichkeiten der Veränderung zu vertrauen.</p><p>Musikalisch gestalteten die Junge Domkantorei Würzburg sowie das Björn-Becker-Oktett unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth und Domkantor Julian Beutmiller, das Singer-Songwriter-Duo „Carolin No“ sowie ein Gemeindechor unter der Leitung von Martin Rathmann den Gottesdienst. Die Arrangements waren von Björn Becker, das Jazzarrangement des Schlusslieds „Mache dich auf, werde Licht“ stammte von Stephan König.</p><p class="text-right">mh (POW)</p><p>(2126/0521; E-Mail voraus)</p><p><strong>Weiter Bilder finden Sie hier: </strong><em><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779022746xKnI5Mkaf8GPBQ" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1779022746xKnI5Mkaf8GPBQ</a></em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72536</guid><pubDate>Sat, 16 May 2026 20:13:39 +0200</pubDate><title>Wie aus Menschen Helfer werden</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/wie-aus-menschen-helfer-werden/</link><description>Biblischer Dialog mit Bischof Jung und Bundestagsabgeordneter Ricarda Lang – Was bedeutet die Geschichte von Bartimäus heute?</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Bischof Dr. Franz Jung und Bundestagsabgeordnete Ricarda Lang haben am Samstag, 16. Mai, einen Biblischen Dialog auf dem 104. Deutschen Katholikentag geführt. Rund 1200&nbsp;Menschen besuchten die Veranstaltung in der Posthalle, bei der es um ausgewählte Momente in der Geschichte des blinden Bettlers Bartimäus aus dem Markusevangelium ging sowie um die Frage, was die Bibelstelle, aus der das Katholikentags-Motto stammt, für die heutige Gesellschaft bedeutet.</p><p>Der erste Moment, den Bischof Jung und Lang diskutierten, war der laute Ruf des Bartimäus. Lang bezeichnete diese Szene als einen Moment der Selbstwirksamkeit. „Dieses Bild spricht für mich für den Grundsatz: Jeder ist Jemand.“ Bischof Jung stellte angesichts des lauten Rufens von Bartimäus die Frage in den Raum, wann die Rufe von Bedürftigen in der Gesellschaft, aber auch in der Kirche gehört werden. „Bartimäus muss ja mehrmals laut rufen und sagt sich, entweder jetzt oder nie.“ Bischof Jung nannte die Corona-Krise als einen exemplarischen Moment, als Probleme in der Gesellschaft sichtbar wurden, obwohl diese schon länger existierten. „Plötzlich kam die Frage: Wie ist das denn mit den älteren Menschen in der Gesellschaft, wie ist das mit dem Pflegenotstand und was ist mit den Künstlern?“ Es sei die Aufgabe von Politik und Kirche, ein offenes Ohr für diesen Notschrei zu haben.</p><p>Die zweite wichtige Stelle war zugleich das Motto des Katholikentags. „Hab Mut, steh auf“ – die Worte, welche die Jünger Jesu Bartimäus im Evangelium zurufen. Lang betonte in diesem Zusammenhang die anfängliche Reaktion der Jünger, welche Bartimäus zunächst befohlen hatten, zu schweigen. „Die erste Reaktion der Jünger, und das können wir auch auf die heutige Gesellschaft übertragen, ist, die Person, die als außenstehende Figur sich Gehör verschaffen möchte, zum Schweigen zu bringen. Erst als Jesus sich Bartimäus zuwendet, sagen die Jünger: Hab Mut, steh auf.“ In der Bibelstelle sei nicht nur Bartimäus der Blinde, sondern auch die Jünger und die Menschenmenge. „Sie sind blind für sein Leiden und seine Not. Doch die Jünger zeigen auch Mut, indem sie sich für Bartimäus öffnen.“ Im Blick auf das gesellschaftliche Zusammenleben in Deutschland sei es laut Lang eine zentrale Frage, wie Menschen, die weghören, zu Helfern werden können.</p><p>Bischof Jung erklärte, dass „Hab Mut, steh auf“ auch ein Wort der Umkehr der Kirche sei. „Die Menge reagiert erst, als Jesus stehenbleibt“. Es sei auch die Rolle der Kirche und des Bistums Würzburg, die Rolle der Ermächtigten zu sein. „Unsere Mission besteht darin, Menschen Mut zu machen, Christus zu begegnen und ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen“, betonte Bischof Jung. Jesus sei in dieser Geschichte ein Exempel dafür, wie man Hilfesuchenden begegnen solle. „Jesus sagt nicht: Ich weiß, was für dich gut ist. Sondern er fragt: Was wäre für dich gut?“ Bischof Jung zog Parallelen zu Hilfsangeboten und mahnte, dass diese nicht an den eigentlichen Bedürfnissen von Hilfesuchenden vorbeigehen dürften. Das sei auch der Grund, warum das Bistumsmotto „Christsein unter den Menschen“ laute. Es gehe darum, mit den Menschen zu fragen, was in einem bestimmten Moment guttun würde.</p><p>Lang betonte, wie viel Demut die vorrausgegangene Frage von Jesus zeige, indem er Bartimäus zunächst fragt. Aber auch der Wunsch von Bartimäus zeige Demut. Er sei nicht an Macht oder Reichtum interessiert, sondern daran, erkennen zu können. Lang bezeichnete Demut als etwas, was in der Gesellschaft immer seltener zu sehen sei. „Ich habe das Gefühl, dass wir in unserer Gesellschaft sehr auf das Individuum fokussiert sind und erwarten, dass das Individuum in alle Richtungen handlungsfähig ist.“ Gerade die Demut zu sagen, dass man selbst nicht das Größte sei, sondern Teil von etwas Größerem, sei für sie eine enorme Kraft.</p><p class="text-right">pdf (POW)</p><p>(2126/0515; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72527</guid><pubDate>Sat, 16 May 2026 14:07:11 +0200</pubDate><title>Lichtshow, Lobpreis und Anbetung</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/lichtshow-lobpreis-und-anbetung/</link><description>„The Tabernacle“ verbindet moderne Inszenierung mit klassischen Formen katholischer Spiritualität – Gottesdienst mit Bischof Dr. Franz Jung</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Von Lobpreis bis Lichtshow, von persönlichen Glaubensbekenntnissen bis zu eucharistischer Anbetung: Das Event „The Tabernacle“ in der Würzburger Tectake-Arena hat am Freitag, 15. Mai, während des 104. Deutschen Katholikentags Jugendliche aus ganz Deutschland nach Würzburg gelockt. Auffällig war, dass die wenigsten der rund 600 Besucher am eigentlichen Katholikentag teilnahmen, sondern eigens für die Veranstaltung des Vereins „Charismatische Erneuerung“ und der Initiative „Jugend für Kirche“ anreisten. Bischof Dr. Franz Jung hielt den Gottesdienst und übernahm bei der anschließenden Anbetung persönlich die Aussetzung des Allerheiligsten.</p><p>„Bist du bereit für eine Begegnung, die alles verändert?“, fragte Moderator Samuel Hartl (21) zu Beginn des gut dreistündigen Events. Volker Sehy, Priester aus dem Bistum Speyer, verlas vor dem Gottesdienst ein Grußwort von Papst Leo XIV., übermittelt von Paolo Rudelli, Substitut des Staatssekretariats im Vatikan. „In diesen Tagen vor Pfingsten betet die ganze Kirche in besonderer Weise um den Heiligen Geist“, heißt es in dem Schreiben aus Rom. „Er möge unsere Herzen besuchen, unsere Zungen reden machen, unsere Sinne erhellen, uns Liebe eingießen, uns an Leib und Seele stärken und den Frieden schenken, nach dem sich die Welt und jeder Einzelne im Herzen sehnt.“ Die Teilnehmer ermunterte der Papst, sich fest zu machen im Glauben, „um in den Herausforderungen des Lebens zu bestehen, ja, um sie mutig und hoffnungsvoll anzugehen, weil wir erfahren haben und darauf vertrauen, dass der Herr mit uns ist, dass er bei uns bleibt und dass er alles, was wir in seinem Namen beginnen, zur Vollendung führen wird“. Papst Leo XIV. wünschte ein „gnadenreiches Treffen“ und erteilte den apostolischen Segen.</p><p>„Wir glauben, dass sich Gott über uns freut“, sagte Hartl. Glaube werde in Gemeinschaft lebendig, da, wo Menschen zusammenkommen, „und genau das machen wir heute“, ergänzte Co-Moderatorin Helena Vettermann (24). Mehrere Redner gaben zudem ganz persönliche Glaubenszeugnisse ab. Lukas Golla (34) etwa berichtete von Selbstzweifeln und Sorgen, die er mit Lebenstipps aus dem Handy überdeckte. „Es ist einfach, in einer Welt zu versinken, in der alles schön ist“, erzählte er. Die Begegnung mit Jesus dagegen gehe tiefer. Moderator Hartl kündigte den Gottesdienst und die eucharistische Anbetung als „zertifizierte Momente der Gottesbegegnung“ und als „echte Momente in schwierigen Zeiten“ an.&nbsp;</p><p>„Gott wird immer größer sein als die Box, in die wir Menschen ihn hineinzustecken versuchen“, sagte Rednerin Elisabeth Regnet (28) aus Salzburg. Sie berichtete, dass sie beim Beten durch die Wohnung tanze, vor dem Bett knie oder mit dem Fahrrad unterwegs sei. „Gott hat die Fülle für dich“, lautete eine ihrer Botschaften. Das Leben müsse nicht immer perfekt und „instagramable“ sein: „Das ist dein Leben, kein anderer kann es leben, Gott hat dich berufen.“</p><p>In seiner Predigt zitierte Bischof Jung den heiligen Augustinus: „Am Ende werden wir in seiner Gegenwart ruhen und schauen, schauen und lieben, lieben und loben, und das bis zum Ende ohne Ende.“ In Kapitel 16 des Johannesevangeliums gehe es um die Urangst, einen Menschen zu verlieren. Jesus Christus sei jedoch immer da und begleite uns in allen Abschnitten unseres Lebens. „Immer dann, wenn Menschen mit dem Herzen beisammen sind, erübrigen sich alle Fragen“, sagte der Bischof und rief die Jugendlichen dazu auf, den Herrn als die Mitte des Lebens zu finden.</p><p>Auch Initiator und Projektleiter Samuel Tussing (21) aus der Pfalz berichtete von seinem Glaubensweg und seinem frommen Elternhaus. Er rief die Teilnehmer auf, mit ihm gemeinsam das Taufversprechen zu erneuern und so Gott neu zu begegnen. Vor zwei Jahren hatte er die Idee, während des Katholikentags ein Jugendevent mit charismatischer Ausrichtung zu organisieren. Als er Bischof Jung erzählte, dass er dafür die Tectake-Arena angemietet habe, sagte der Bischof seine Teilnahme spontan zu. „Mir war von Anfang an wichtig, dass der Katholikentag auch ein spirituelles Ereignis wird“, begründete der Bischof &nbsp;seine Unterstützung. Dazu würden unterschiedliche Formate gehören. Es sei ihm wichtig gewesen, in diesem Rahmen die Eucharistie als „das große Geschenk des Lebens“ zu feiern. „Alle Erneuerung kommt aus der Anbetung und aus der stillen Zeit vor dem Allerheiligsten“, sagte er unter anderem mit Blick auf die Zunahme von Erwachsenentaufen in Frankreich.</p><p>Initiator Tussing berichtete, dass das Event in Würzburg nur mit Unterstützung durch rund 140 Ehrenamtliche möglich war. Die Kosten lägen bei mehr als 100.000 Euro, trotzdem sei es der Initiative „Jugend für Kirche“ wichtig, dass der Eintritt kostenlos war. Während der Messe wurde um Spenden gebeten. Hinter der Veranstaltung stehen laut Tussing rund 25 Unterstützer, die sich zum Teil an dem Abend präsentierten, darunter katholische Medien wie die Fernsehsender EWTN und K-TV oder die Zeitung „Die Tagespost“. Tussing hoffte, dass die Kosten durch Spenden noch gedeckt würden und somit „The Tabernacle“ spätestens beim nächsten Katholikentag 2028 in Paderborn wiederholt werden könne.</p><p>Die Veranstaltung ist auf YouTube abrufbar unter <a href="https://www.youtube.com/live/a6nBNGW-FO0" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.youtube.com/live/a6nBNGW-FO0</a>.</p><p class="text-right"><em>raru (Würzburger katholisches Sonntagsblatt)</em></p><p>(2126/0511; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:</strong><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778933151RY5J2ZEtayebkJ" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778933151RY5J2ZEtayebkJ</a></em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72519</guid><pubDate>Fri, 15 May 2026 23:27:17 +0200</pubDate><title>Zeichen des guten Miteinanders</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/zeichen-des-guten-miteinanders/</link><description>Kardinal László Német und drei Bischöfe tragen sich ins Goldene Buch der Stadt Würzburg ein</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Dachzeile1"><strong>Würzburg </strong>(POW) Die Stadt Würzburg hat beim 104. Deutschen Katholikentag hochrangige Kirchenvertreter im Wappensaal des Rathauses empfangen. Kardinal László Német, serbischer Ordensgeistlicher von den Steyler Missionaren und Erzbischof von Belgrad, trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Ebenso Bischof Heiner Wilmer, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und ernannter Bischof von Münster, Bischof Dr. Franz Jung und Christoupolis Emmanuel Sfiatkos, Vikarbischof der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland. „Mit Ihrer Unterschrift reihen Sie sich ein in die Chronik einer Stadt, die seit dem Wirken der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan tief im christlichen Glauben verwurzelt und gleichzeitig eine moderne, weltoffene europäische Kommune ist“, sagte Oberbürgermeister Martin Heilig. Er dankte den Kirchenmännern für den Besuch und die Wertschätzung, die sie damit gegenüber der Stadt zeigten. Bischof Jung wiederum dankte für die „schöne Geste“, die zeige, wie gut das Miteinander von Stadt und Kirche sei.</p><p>Es sei ein besonderes Privileg für ihn, den Kardinal und die drei Bischöfe gemeinsam mit Tausenden von Menschen während des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg begrüßen zu dürfen. Der Wappensaal als Ort passt nach den Worten Heiligs dazu hervorragend. Hier kämen regelmäßig Menschen zusammen. Die Fahnen der Partnerstädte stünden zudem für „lebendige Verbindungen in alle Welt mit vielen wunderbaren Kontakten und Traditionen“.</p><p>Würzburg zeige sich aktuell von seiner lebendigsten Seite, erklärte Heilig weiter. „Als Ausrichtungsort dieses tollen christlichen Treffens erleben wir, wie sich unsere Straßen und Plätze in Orte der Begegnung, des Gebets und des intensiven Dialogs verwandeln. Ihr Besuch ist ein Moment des Innehaltens und der gegenseitigen Wertschätzung zwischen der Stadt und der Kirche.“</p><p>Heilig würdigte Kardinal Német, 2022 zum Erzbischof von Belgrad ernannt und von Papst Franziskus 2024 zum ersten serbischen Kardinal der jüngeren Kirchengeschichte ernannt, als Vertreter einer synodalen und dialogorientierten Kirche. Er fungiere als Brückenbauer zwischen Ost- und Westeuropa. Diese Erfahrung als Brückenbauer mache seine Anwesenheit in einer Zeit, die nach Orientierung und Zusammenhalt sucht, „unschätzbar wertvoll“.</p><p>Bischof Wilmer leite künftig mit Münster das mittlerweile größte Bistum Deutschlands. Im Februar wurde er in Würzburg zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt. „Das unterstreicht das enorme Vertrauen, das Ihre Mitbrüder in Ihre Person, Ihre theologische Klugheit und Ihre Gabe zur Moderation setzen.“ Für das verantwortungsvolle Amt in einer Phase großer Transformationsprozesse in der Kirche wünschte der Oberbürgermeister Wilmer viel Kraft.</p><p>Bischof Jung charakterisierte Heilig als „entscheidungsstark, empathisch und wortgewandt, gerade auch gegenüber den Engagierten in den Gemeinden vor Ort“. Er sei zudem sehr sportlich, was er beim Residenzlauf vor drei Wochen bewiesen habe.</p><p>Bischof Sfiatkos wirke in Berlin in der Griechisch-Orthodoxen Gemeinde mit dem „wunderbaren Namen ‚Christi Himmelfahrt‘“ und sei zugleich der erste in Deutschland geborene Vikarbischof der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland. „Sie sind also ein wahrer Brückenbauer über Glaubensrichtungen hinweg und ein absoluter Fürsprecher der Demokratie.“ Dieses Bekenntnis passe hervorragend zum Katholikentag mit seinen Demokratie-Schwerpunkten.</p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i>mh (POW)</i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(2126/0505; E-Mail voraus)</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i><u>Hinweis für Redaktionen:</u></i></b><i> Fotos abrufbar im Internet </i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72517</guid><pubDate>Fri, 15 May 2026 21:55:36 +0200</pubDate><title>Podium, Protest und eine Kickerpartie</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/podium-protest-und-eine-kickerpartie/</link><description>Bundeskanzler Friedrich Merz auf dem 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg – Podium „Gemeinsam Zukunft gestalten“ mit jungen Menschen – Demonstration vor dem Congress Centrum – Spaziergang über die Kirchenmeile – Begegnung mit Helferinnen und Helfern</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Dachzeile1"><strong>Würzburg </strong>(POW) Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Freitag, 15. Mai, den 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg besucht. Bei einem Podium zum Thema „Gemeinsam Zukunft gestalten“ diskutierte er am Vormittag mit jungen Leuten, bevor er auf der Kirchenmeile das Gespräch mit engagierten Menschen suchte. Zum Abschluss schaute er in der Zentrale für die Helferinnen und Helfer bei den Erlöserschwestern vorbei. Der Besuch verlief nicht ohne Störungen. Vor Beginn des Podiums kam es zu Protesten vor dem Congress Centrum, und auch in der Diskussion gab es Zwischenrufe, Plakate und Trillerpfeifen. Zwei Personen wurden des Raumes verwiesen.</p><p>Klimaschutz, die aktuelle Situation der USA, die Wirtschaftslage, Rechtsruck, KI und Social-Media-Verbot: Beim Podium „Gemeinsam Zukunft gestalten“ im Congress Centrum wird eine große Themenpalette diskutiert. Mit Merz auf dem Podium sitzen Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, und Lisa Quarch, Geistliche Leiterin des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Was sie dem Bundeskanzler empfehlen würde, um der jungen Generation Zukunftsängste zu nehmen, will Moderator Professor Manuel Hartung von Kirchhoff wissen. „Ich glaube, dass man Jugendliche sehr, sehr gut über soziale Medien erreichen kann. Und ich glaube, dass das ein Weg ist, der sehr viel stärker genutzt werden muss“, antwortet diese. Insbesondere eine Partei sei dort sehr groß vertreten. „Ich glaube, dass man sich diesen Raum auch als demokratischen Raum zurückholen muss, weil man auch genau da Kinder und Jugendliche erreicht.“</p><p>Merz kann die Argumentation verstehen, äußert jedoch Bedenken. „KI-gesteuerte Fake-News-Filme“ etwa seien auf den ersten Blick gar nicht als Fälschungen erkennbar. Quarch macht einen Vorschlag, wie man den demokratischen Raum in den sozialen Medien zurückgewinnen könnte. Sie würde selbst viel „religiöse und demokratische Bildung“ auf TikTok machen und erlebe dabei, „dass es was bringt. Gerade auf TikTok sind so viele junge Menschen, die in einem engen Weltbild gefangen sind, und gute Aufklärungsarbeit führt dazu, dass sich Menschen daraus befreien können.“</p><p><iframe src="https://bistumwuerzburg.podigee.io/329-im-fragenhagel-bundeskanzler-friedrich-merz-beim-katholikentag/embed?context=external" style="border: 0" border="0" height="380" width="100%"></iframe></p><p>Einige Jugendliche und junge Erwachsene dürfen dem Bundeskanzler Fragen stellen. Johanna Chwalczyk (17), Oberministrantin in Lengfurt im Landkreis Main-Spessart, will beispielsweise wissen, wie er zur Herabsetzung des Wahlalters steht. „Was qualifiziert denn jemanden in Baden-Württemberg, ab 16 Jahren zu wählen, und in Bayern erst ab 18? Sind wir in Bayern weniger gebildet?“ Im Bezug auf die Bundestagswahl hat Merz eine eindeutige Meinung: „Ich würde es für den Deutschen Bundestag gerne dabei belassen, dass wir das aktive und das passive Wahlrecht bei 18 Jahren lassen.“ Er begründet das mit der hohen Verantwortung. Er habe noch keine Gegenargumente gefunden, die ihn wirklich überzeugt hätten. Zufrieden ist Chwalczyk mit dieser Antwort nicht. Merz habe gesagt, dass er es gut fände, dass bei Landtags- und Kommunalwahlen das Alter gesenkt werde. „Warum sind denn Landtagswahlen mit weniger Verantwortung verknüpft?“</p><p>Susanne Ackva (21) hätte den Kanzler gerne gefragt, welche konkreten Vorschläge er habe, um jungen Menschen eine Perspektive in der demokratischen Mitte zu geben. Ackva kommt aus Würzburg, studiert Lehramt in Leipzig und ist im Eine-Welt-Team der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) aktiv. Durch ihr Studium habe sie viel Kontakt zu Schülerinnen und Schülern und dabei die Erfahrung gemacht, dass viele „rechts“ seien. Ackva kommt jedoch nicht an die Reihe.</p><p>Merz erklärt in der Diskussion auch, dass er mehr Optimismus verbreiten wolle. Er sei überzeugt, dass es wenige Länder auf der Welt gebe, die so großartige Chancen böten wie Deutschland, auch für junge Menschen. „Ich bin ein großer Bewunderer Amerikas. Meine Bewunderung nimmt im Augenblick nicht zu“, sagt er. Er würde seinen Kindern heute nicht empfehlen, dort ausgebildet zu werden. „Heute haben die Bestausgebildeten in Amerika große Schwierigkeiten, einen Job zu finden.“</p><p>Zu seiner Kommunikation zeigt sich der Kanzler nachdenklich. „Ich beschäftige mich in den letzten Wochen mit immer größerer Intensität mit der Frage: Woran liegt es, dass es mir offensichtlich nicht gelingt, die Menschen im Lande hinreichend zu erreichen? Auch zu überzeugen, dass der Weg, den wir versuchen, in der Regierung einzuschlagen, den ich versuche einzuschlagen, der Richtige ist?“ Er wisse, dass er in seiner Kommunikation etwas verbessern müsse, damit diese Botschaft besser verstanden werde. Der erste Schritt sei, den Menschen die weit verbreitete Zukunftsangst zu nehmen.</p><h3>Gespräche und Kickerpartie auf der Kirchenmeile</h3><p>Wo es zuvor auf den Wegen zwischen den Zelten auf der Kirchenmeile am Viehmarkt lediglich gut besucht war, wird es nach zwölf Uhr Mittag plötzlich sehr eng. Begleitet von einem großen Aufgebot an Sicherheitskräften betritt der Bundeskanzler nach dem Überschreiten der Friedensbrücke die Kirchenmeile. Am Stand des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) warten ein Dutzend Fotografen und Kameraleute auf ihn – und Anja Karliczek, Präsidentin des KDFB Deutschland, Bundestagsabgeordnete und ehemalige Bildungs- und Forschungsministerin, sowie Vizepräsidentin Dr. Monika Arzberger.</p><p>An einem Prägeautomaten laden sie den Kanzler an, sich ein Medaillon mit dem Gesicht von Ellen Amman zu prägen. Der frauenbewegten Katholikin ist es maßgeblich zu verdanken, dass der Katholische Deutsche Frauenbund bis heute in Bayern der bedeutendste und mitgliederstärkste Frauenverband ist. „Klappt wohl net“, höhnt einer der Zuschauer, als Merz gefühlt zum zwölften Mal die Kurbel gedreht hat, ohne dass etwas passiert ist. Dann greift Karliczek ein, die entdeckt hat, dass zwar das zu prägende 5-Cent-Stück in der Maschine ist, die 1-Euro-Münze, die an die Bahnhofsmission in Würzburg geht, aber noch im Schlitz klemmt. Zwei Meter weiter im Pavillon steht ein besonderer Tischkicker: Statt der üblichen Männerfiguren sind hier nur Spielerinnen vertreten. Merz und Karliczek spielen im Team gegen Dr. Irme Stetter-Karp und Bischof Dr. Franz Jung. Mit 1:0 für das Team Merz endet die schnelle Partie.</p><p>„Ohne Frauen ist kein Staat zu machen“, steht auf der Stellwand hinter dem Stehtisch, an dem Merz zwischen Karliczek und Arzberger für eine Unterhaltung Platz nimmt. Wegen des Sicherheitsabstands ist wenig davon mitzubekommen. „Ich habe ihm gesagt, dass wir bei der Parität auch in unserer CDU Fortschritte machen müssen“, erzählt die Bundestagsabgeordnete später. Das sei aber schwierig, wenn nur jedes vierte Mitglied eine Frau sei. „Und wir haben dem Kanzler gesagt, dass die Anrechnungsgrenze bei der Hinterbliebenenversorgung für Frauen sehr nachteilig ist. Kurz gesagt: Wir müssen überprüfen, ob sich Arbeit an jeder Stelle lohnt.“ Küsschen links, Küsschen rechts für Karliczek, dann ziehen der Kanzler und sein Tross weiter.</p><p>Die vielen Handys, die nach oben gereckt werden, um ein Bild zu machen oder ein kurzes Video zu drehen, sind kaum zu zählen. Ein Fotograf hat einen Moment nicht aufgepasst: Schwupps, ist er zur Seite gedrängt und kann nur noch von hinten verfolgen, wie der Kanzler den Stand von Renovabis besucht.</p><p>Bei den Maltesern begrüßen Georg Kheverhüller, Präsident des Malteser Hilfsdienstes, und Joachim Gold, ehrenamtlicher Stadtbeauftragter der Malteser Würzburg, den Kanzler. Christine Freitag vom Würzburger Hospizdienst der Malteser berichtetet vom Herzenswunschrankenwagen, der Menschen auf dem letzten Lebensweg besondere Erlebnisse ermöglicht. „Ein junger Mann aus der Gegend wollte noch einmal die Weite spüren. Er hat vergangenen Freitag einen Rundflug mit einer einmotorigen Maschine über seinem Heimatdorf gehabt.“ Merz dankt allen, die sich bei den Maltesern engagieren: „Es ist toll, was Sie ehrenamtlich leisten.“ Malteser-Priester Markus Polders ruft Merz zu: „Wir beten für Sie.“ „Das hat mich sehr berührt“, sagt der Besucher, eher er zur wartenden Limousine weitereilt.</p><h3>Dank an die Helferinnen und Helfer: „Ich habe mich jederzeit sicher gefühlt“</h3><p>In der Zentrale für die Helferinnen und Helfer bei den Erlöserschwestern wird der Bundeskanzler bereits erwartet. In einem kleinen Raum sind drei Tische gedeckt. Die Wände sind mit bunten Bannern dekoriert: „Jetzt ist die Zeit“, „Zukunft hat der Mensch des Friedens“ und natürlich „Hab Mut, steh auf!“. Auf den Tischen stehen Teller mit Brezeln und Hörnchen, hinten an der Wand verschiedene Blechkuchen. Eine orange Kordel trennt die Fotografen und Kamerateams von den rund 20 Männern und Frauen, die wenige Minuten vor dem Kanzler gut gelaunt in den Raum strömen. Auch Merz scheint bester Laune. Zusammen mit Bischof Jung betritt er den Raum, geht von Tisch zu Tisch und begrüßt die Helferinnen und Helfer mit Handschlag, bevor er sich auf einen freien Stuhl setzt. „Sind Sie die ganze Zeit dabei?“, fragt er in die Runde. Ein Mann antwortet ausführlich und gestenreich, Merz hört aufmerksam zu. Leider ist aufgrund des Sicherheitsabstands kein Wort zu verstehen. Ein Mann in Anzug schiebt sich hinter die Kordel und deutet zur Tür: „Herzlichen Dank, wir lassen jetzt das Gespräch ohne Presse weiterlaufen, bitte.“</p><p>Draußen ist es wieder mal nass und kalt. Von innen ist Klatschen und Lachen zu hören. Nach rund einer halben Stunde kommt der Bundeskanzler wieder nach draußen. Dort wartet schon eine weitere Gruppe von Helferinnen und Helfern für ein Gruppenfoto, gekleidet im aktuellen Katholikentags-Outfit – knallgelbe Regenponchos. Merz blickt von einem zum anderen und sagt: „Ich habe mich jederzeit sicher gefühlt. Es war alles wunderbar. Vielen Dank für Ihre Hilfe!“</p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i>ils/mh/sti (POW)</i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(2126/0499; E-Mail voraus)</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i>Weitere Bilder zur Podiumsdiskussion finden Sie hier: </i></b><i><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778869970O1Xd9tHeIy6xwC" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778869970O1Xd9tHeIy6xwC</a></i></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i>Weitere Bilder zur Kirchenmeile finden Sie hier:</i></b><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778869993uBQH0OSlx7Hqhg" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer"></a><em><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778869993uBQH0OSlx7Hqhg" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778869993uBQH0OSlx7Hqhg</a></em></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i>Weitere Bilder zum Helfertreffen finden Sie hier: </i></b><i><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778870010FzXOeor3MJ9lZn" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778870010FzXOeor3MJ9lZn</a></i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72514</guid><pubDate>Fri, 15 May 2026 19:25:35 +0200</pubDate><title>Auf einen Chai mit Bischof Jung</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/auf-einen-chai-mit-bischof-jung/</link><description>Muslimisch-christlicher Dialog mit Bischof Dr. Franz Jung und Dr. Timo Güzelmansur bei einer Tasse schwarzem Tee</description><content:encoded><![CDATA[<p>Würzburg (POW) Bischof Dr. Franz Jung hat am Freitagnachmittag, 15. Mai, im Marokkanischen Königszelt am Würzburger Rathaus anlässlich des 104. Deutschen Katholikentags bei der Veranstaltung „Auf einen Chai mit Bischof Dr. Franz Jung“ über die Verbindung von Christen und Muslimen gesprochen. Zusammen mit Dr. Timo Güzelmansur, Geschäftsführer der Christlich-Islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle der Deutschen Bischofskonferenz (CIBEDO), beantwortete Bischof Jung bei einer Tasse schwarzem Tee die Fragen von Besuchern zum christlich-islamischen Austausch und hob vor allem Gemeinsamkeiten der Religionen hervor.</p><p>Auf die Frage, wie ein Dialog zwischen den Religionen gelingen kann, betonte Bischof Jung die Bedeutung des eigenen Glaubens. „Ich kann erst einen interreligiösen Dialog führen, wenn ich weiß, was ich glaube.“ Erst danach könne man die Berührungspunkte im Glauben hervorbringen und Gemeinsamkeiten finden. Beim einstündigen Gespräch ging es auch um die Frage, wie Integration gelingen und religiöser Radikalismus verhindert werden kann. Güzelmansur betonte, dass der Grund für Radikalismus oft fehlende religiöse Sozialisation sei, die durch die Organisationsstruktur von muslimischen Vereinen und Moscheen schwer zu koordinieren sei.</p><p>Bei den Gemeinsamkeiten hob Bischof Jung vor allem die Nächstenliebe und die Sorge umeinander hervor, die in beiden Religionen eine große Rolle spielten. Dabei bezeichnete er die Sure im Islam, wonach Muslime ihre Nachbarn, unabhängig von der Religionszugehörigkeit, mit bestem Benehmen behandeln sollen, als eine kluge Idee. „Diese Regel hat mich immer sehr begeistert, weil sie so praktisch umzusetzen ist und auch einen Unterschied macht“, betonte Bischof Jung.</p><p class="text-right">pdf (POW)</p><p>(2126/0503; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72511</guid><pubDate>Fri, 15 May 2026 18:58:53 +0200</pubDate><title>Besuch an einem „Hoffnungsort“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/besuch-an-einem-hoffnungsort-2/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung und Caritaspräsidentin Eva Welskop-Deffaa besuchen den „Hoffnungsort“ Bahnhofsmission – Urkunde für den Bischof als Dank für ehrenamtliches Engagement</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Bischof Dr. Franz Jung und Eva Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes (DCV), haben anlässlich des 104. Deutschen Katholikentags am Freitag, 15. Mai, die Bahnhofsmission am Würzburger Hauptbahnhof besucht. Beide betonten, wie wichtig es sei, Menschen am Rande der Gesellschaft im Sozialraum Bahnhof zur Seite zu stehen. Bischof Jung wurde zudem vom Verein Bahnhofsmission Deutschland mit einer Urkunde ausgezeichnet.</p><p>„Wenn man gar nicht mehr weiß, was man machen soll, dann kommen die Leute zur Bahnhofsmission“, sagte der Bischof in den Räumen der Bahnhofsmission. Die Bahnhofsmission biete einen sicheren Ort, Essen, ein Gesprächsangebot und „einen Ratschlag, wie es jetzt weitergehen kann“.</p><p>Der Bischof leistet selbst einen Nachmittag pro Monat Dienst als Ehrenamtlicher in der Bahnhofsmission. Nach seinem ersten Dienst habe er plötzlich die „unsichtbaren“ Menschen am Rand der Gesellschaft in der Stadt wahrgenommen, erzählte er. Auch der Austausch mit den anderen Ehrenamtlichen sei bereichernd. Er bezeichnete die Bahnhofsmission als „Hoffnungsort“.</p><p>Ein Ort, an dem rund 200 Gäste pro Tag mit unterschiedlichem Hilfebedarf eine Anlaufstelle finden, wie Leiterin Johanna Anken erklärte. In einer Zeit „multipler Krisen“, in der vielen Menschen die Sorgen über den Kopf wüchsen, seien die Bahnhofsmissionen, getragen von Caritas und Diakonie, besonders wichtig, sagte Welskop-Deffaa. Kirche sei hier „Teil der Lösung“. Die Bahnhofsmissionen böten als Teil der Caritas-Familie „ein offenes Ohr und eine helfende Hand“.</p><p>Dieses Engagement verleihe auch „Glaubwürdigkeit, um sich im politischen Diskurs zu Wort zu melden“, sagte die DCV-Präsidentin. Angesichts der Sozialstaatsreform sei das „im Kampf für den Erhalt der Hilfen“ besonders wichtig. Josef Lüttig, Vorsitzender des Vereins Bahnhofsmission Deutschland, betonte die Funktion der rund 100 Bahnhofsmissionen in Deutschland als „Schutzraum“ und dankte den Ehrenamtlichen und Hautberuflichen für ihren Einsatz.</p><p>Für den ehrenamtlich engagierten Bischof hatte Lüttig eine Urkunde dabei. Als Botschafter der Bahnhofsmission schenke Bischof Jung den Menschen „Zuversicht und Mut in Wort und Tat“. „Wir sind stolz und dankbar, Sie an unserer Seite zu wissen“, sagte Lüttig im Namen von Bahnhofsmission Deutschland. Nach den Worten von Michael Lindner-Jung, Geschäftsführer der Bahnhofsmission Würzburg gGmbH, erschließe die Bahnhofsmission „ein Stück von dem, was Kirche ist“.</p><p>An die Gäste verteilte Lindner-Jung das von Bischof Jung zum Katholikentag herausgegebene Buch „Hab Mut, steh auf. Ermutigungen, das Leben in die Hand zu nehmen“, in dem auch die Bahnhofsmission gewürdigt wird. Darunter waren Dr. Sven Schultheiß, Leiter der Bundespolizeiinspektion Würzburg, Heike Steinhoff, Leiterin des Bahnhofsmanagements Nordfranken, und Monika Kleinfenn, Vorständin von In Via Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit – Deutschland.</p><p class="text-right"><em>hela (Diözesan-Caritasverband)</em></p><p>(2126/0501; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72504</guid><pubDate>Fri, 15 May 2026 14:48:26 +0200</pubDate><title>Bischof Jung bittet um Spenden für Pfingstaktion Renovabis</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/bischof-jung-bittet-um-spenden-fuer-pfingstaktion-renovabis/</link><description>Würzburg (POW) Um eine großzügige Spende bei der Kollekte am Pfingstsonntag, 24. Mai, für die Pfingstaktion „Renovabis“ bittet Bischof Dr. Franz Jung. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa steht in diesem Jahr unter dem Leitwort „zusammen_wachsen. damit Europa menschlich bleibt“. Viele Länder in Mittel-, Ost- und Südosteuropa stünden vor großen Herausforderungen: Politische Polarisierung, wirtschaftliche Unsicherheit, soziale Spannungen sowie die Erfahrungen von Gewalt, Krieg und Flucht belasteten den gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Die Kirchen im Osten Europas sind in diesem Sinne engagiert. Durch soziale Hilfen, Bildungsangebote, Versöhnungsinitiativen und die Förderung des interreligiösen Dialogs bauen sie Brücken über Gräben und Grenzen hinweg“, schreibt Bischof Jung in dem Aufruf, der am Sonntag, 17. Mai, in den Gottesdiensten im Bistum Würzburg verlesen wird. Pfingsten erinnere daran, dass der Heilige Geist Menschen zusammenführt. „Seine Gaben, um die wir heute besonders bitten, stiften Gemeinschaft.“ Die Welt brauche diesen Geist der Solidarität und Verbundenheit dringend. „Unterstützen Sie die wichtige Arbeit von Renovabis durch Ihre großzügige Spende und Ihr Gebet. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!“</p><p>(2126/0497; E-Mail voraus)</p>]]></content:encoded><category>Weltkirche</category><category>Kurzmeldungen</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72494</guid><pubDate>Fri, 15 May 2026 10:32:15 +0200</pubDate><title>Gemeinsam gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/gemeinsam-gegen-antisemitismus-und-menschenfeindlichkeit/</link><description>Jüdisch-christliche Gemeinschaftsfeier mit Bischof Dr. Franz Jung und Rabbiner Professor Dr. Andreas Nachama – Dr. Josef Schuster: „Der Einsatz für unsere Werte lebt von Taten“</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) „Stehen wir gemeinsam auf, haben wir gemeinsam Mut!“ Dazu haben Rabbiner Professor Dr. Andreas Nachama (Berlin) und Bischof Dr. Franz Jung bei der Jüdisch-Christlichen Gemeinschaftsfeier am Donnerstagabend, 14. Mai, im Maritim-Hotel in Würzburg anlässlich des 104.&nbsp;Deutschen Katholikentags aufgerufen. Sie stand unter dem Motto „Verbunden im Gebet für eine bessere Welt“. Nachama und Bischof Jung appellierten gemeinsam, mutig aufzustehen für ein friedliches Zusammenleben und für die Demokratie.</p><p>Vor 56 Jahren, beim Katholikentag im Bistum Trier im Jahr 1970, habe diese Feier zum ersten Mal stattgefunden, erinnerte Dr. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), in ihrem Grußwort. Seitdem sei sie aus dem Programm des Katholikentags nicht mehr wegzudenken. „Ich bin froh und dankbar über diese Geschichte, die geprägt ist von echtem Austausch, Diskussion und dem Einsatz für eine gerechtere Welt.“ Zugleich kritisierte sie das „unfassbare Erstarken der rechten Parteien und Bewegungen in ganz Europa. Juden sind teils tödlichem Antisemitismus ausgesetzt. Wir wollen verbunden bleiben, gerade jetzt!“</p><p>Der Katholikentag sei „eine große und verdiente Würdigung für unsere Stadt“, sagte Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Das Motto „Hab Mut, steh auf!“ erfasse den Geist der Zeit. „Was unserem Zeitgeist heute oft fehlt ist Zivilcourage. Der Einsatz für unsere Werte lebt von Taten, und für diese ist es höchste Zeit.“ Das jüdische Leben werde zunehmend aus dem öffentlichen Raum verdrängt, während der Antisemitismus sein Haupt erhebe. „Stehen Sie an der Seite der Juden, kämpfen Sie gegen den Judenhass und für die Werte unseres Zusammenlebens und unserer Demokratie“, forderte Schuster auf. „Das Motto des Katholikentags muss Taten prägen an jedem einzelnen Tag des Jahres. Haben Sie Mut, stehen Sie auf, bleiben Sie standhaft!“</p><p>In ihren Ansprachen betrachteten Rabbiner Nachama und Bischof Jung die Worte des Propheten Jesaja an das Volk im babylonischen Exil. Die Israeliten hätten unter schweren Bedingungen gelebt, sagte Nachama. Doch der Prophet habe eine Vision: Nach all dem Leiden, dem Zug ins ferne Babylon und der Ferne der Heimat, komme nunmehr die Besinnung auf die Überlieferung der Auszugsgeschichte und damit die Hoffnung auf Rückkehr und Erlösung aus babylonischer Gefangenschaft. „Der Prophet könnte auch gesagt haben: ,Hab Mut, steh auf!‘“, sagte der Rabbiner. In den Worten des Propheten seien die Exilierten die „dürstende Flur und das trockene Erdreich“. Dann komme die Erlösung: Der Herr gieße Wasser auf die dürstende Flur und lasse Fluten auf trockenes Erdreich rieseln. „Könnten wir das nicht auch für uns heute so verstehen? Der ausgetrocknete Bundeshaushalt, die bröselnden Brücken, das regenarme, sprich dürstende Land?“</p><p>„Das, was wir jetzt tun, wird Segen für die nächste Generation bringen“, fuhr Nachama fort. Er selbst würde heute hier nicht stehen, „wenn am 27. Februar 1943 nicht eine mutige Christin aufgestanden wäre und meine Mutter für zwei Jahre, zwei Monate und fünf Tage versteckt und versorgt hätte“, erzählte Nachama. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten Konrad Adenauer und Charles de Gaulle aus den jahrhundertealten deutsch-französischen Kriegen eine deutsch-französische Freundschaft gestiftet. „Das wäre doch ein kopierbares Modell – wenn man auf göttlichen Frieden vertraut, aus der Finsternis unserer Gefangenschaft in Krieg und Gewalt herausfindet, versteht, dass alle Nachkommen der biblischen Vorfahren einander auf Augenhöhe begegnen“, sagte er und schloss: „Stehen wir gemeinsam auf, haben wir gemeinsam Mut und beten oder hoffen wir gemeinsam. Kurz: ,Hab Mut, steh auf!‘“</p><p>„Was war das Schlimmste am Exil? Das Schlimmste war, dass das Volk sich daran gewöhnt hatte“, sagte Bischof Jung. „Wir kennen das aus unserem Alltag.“ Man gewöhne sich an den rauen Ton der Machthaber dieser Welt, an neue zweifelhafte Begriffe wie „Remigration“ oder an die zunehmende Gewalt in den sozialen Netzwerken wie auf den Straßen: „Die Gewöhnung an die wachsende Zahl antisemitischer Übergriffe in unserem Land, die scheinbar kommentarlos hingenommen werden als ein Phänomen gesellschaftlichen Wandels, ohne dem weitere Aufmerksamkeit zu schenken.“ Gegen die scheinbare Übermacht des weltlichen Geschehens erinnere Gott sein Volk daran, dass er sein Schöpfer sei. Er allein vermöge, einen Neuanfang zu setzen, und er wolle Menschen, die mit ihm an einen Neuanfang glauben.</p><p>Das kommende Heil gründe in „Wasser“ und „Geist“, fuhr der Bischof fort. Die jüdische wie die christliche Tradition bauten auf die göttliche Heilszusage: „Im Wasser muss die alte Unreinheit abgewaschen werden. In der Kraft des Geistes blüht der Mensch wieder auf.“ Die Welt bedürfe der Reinigung: der Reinigung der Gedanken, die weltweit Schmutz und Unrat in den sozialen Netzwerken verbreiteten, der Reinigung von Kriegsgerät, das ganze Länder zu Todeszonen mache, der Reinigung von Vorurteilen und Feindbildern. Im Buch Jesaja gießt Gott Wasser auf den dürstenden Boden, es sprießt zwischen dem Gras. Der Kampf um die Ressource Wasser in vielen Gebieten der Erde und die Versteppung ganzer Regionen zeigten, wie weit man von diesem „seligen Endzustand“ noch entfernt sei. Bischof Jung rief dazu auf: „Ihr alle, die ihr auf Gott vertraut, habt Mut und steht auf! Sein Mut, diese Welt nicht sich selbst zu überlassen, muss mit unserem Mut belohnt werden.“</p><p>Die Feier schloss mit dem Aaronitischen Segen auf Hebräisch und Deutsch, erteilt durch Rabbiner Nachama und Bischof Jung.</p><p><em><strong>Schuster: Abend ist „wichtiges Signal“ für den jüdisch-christlichen Dialog</strong></em></p><p>Beim anschließenden Empfang im Kilianeum stand die Bedeutung des jüdisch-christlichen Dialogs im Mittelpunkt. Dagmar Mensink, Vorsitzende des Gesprächskreises „Juden und Christen“ beim ZdK, dankte für die Möglichkeit zum Austausch und Beisammensein. Zentralrats-Präsident Schuster würdigte den Abend als „wichtiges Signal“ für den jüdisch-christlichen Dialog. „Der Dialog ist gegenwärtig so wichtig wie seit Jahrzehnten nicht mehr.“ Auch mehr als 55 Jahre nach der Konzilserklärung Nostra Aetate sei das Gespräch „nicht im sicheren Hafen“. Es gehe darum, Antisemitismus zu bekämpfen und jüdisches Leben zu stärken.</p><p>Schuster betonte zudem die gesellschaftliche Verantwortung des Austauschs. Der Dialog sei „nicht nur freundlicher Austausch zwischen Religionen, sondern Verantwortung“. Wer einander wirklich begegne, rede auch anders übereinander. Das Katholikentagsmotto „Hab Mut, steh auf!“ solle auch im Alltag Haltung und Taten prägen. Vertrauen helfe dabei, auch in schwierigen Zeiten beieinander zu bleiben. Beim Empfang wurden unter anderem zwei Sorten koscheren Weins aus Iphofen serviert.</p><p class="text-right">sti/jr (POW)</p><p>(2126/0490; E-Mail voraus)</p><p><strong>Weitere Bilder finden Sie hier: </strong><em><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778834245rAdKNTjF76CTXx" target="_blank" rel="noreferrer">bistum-wuerzburg.px.media/share/1778834245rAdKNTjF76CTXx</a></em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72490</guid><pubDate>Fri, 15 May 2026 09:31:49 +0200</pubDate><title>Mit Mut für Gott und die Kirche eintreten</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/mit-mut-fuer-gott-und-die-kirche-eintreten/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung feiert im Neumünster einen Gottesdienst mit katholischen Studentenverbindungen – Gedenken an die Seligsprechung von Pfarrer Georg Häfner am 15. Mai 2011</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Leid und Umbrüche sind „Geburtsschmerzen“ eines neuen Lebens. Das hat Bischof Dr. Franz Jung am Freitag, 15. Mai, beim Gottesdienst für katholische Studentenverbindungen im Würzburger Neumünster betont. Er rief die Mitglieder der Verbindungen auf, aus dem Glauben heraus in Freundschaft und gesellschaftlicher Verantwortung zu handeln, im Einstehen für eine christliche Lebensführung, in der Verteidigung der Würde des Lebens, im politischen Engagement, von dem jede Demokratie lebt, und im Mut, in aktuellen Debatten für Gott und die Kirche die Stimme zu erheben „wie viele es bereits seit Jahren tun“. Denn der erhöhte Herr rufe den Menschen zu: „In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt“, erklärte der Bischof. An dem Gottesdienst nahm auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann teil, seit 1980 Mitglied der KDStV Frankonia (Czernowitz) zu Erlangen im Cartellverband (CV). Insgesamt neun Verbindungen waren mit ihren Fahnen vertreten.</p><p>Bischof Jung nahm Jesu Abschiedsrede mit den Worten „Ihr werdet weinen und klagen“ zum Ausgangspunkt seiner Predigt. Er sprach von der Erfahrung, dass Gott fern erscheine, die Kirche an Glaubwürdigkeit verliere und die Welt religiöse Hoffnung oft ablehne. Zugleich betonte er, dass Trauer nicht das letzte Wort habe.</p><p>Die Argumente der Gottesleugner seien seit Jahrtausenden die gleichen: Krieg und Gewalt, Krankheit und Pandemien, grassierende Ungerechtigkeit und Verbrechen, Armut und Verelendung ganzer Länder und Nationen. Mit dem Bild der Geburtswehen deutete der Bischof die schmerzhaften Entwicklungen in Kirche und Welt als Durchgang zu neuem Leben und neuer Freude.</p><p>Im Blick auf die vier Prinzipien des Cartellverbandes verband der Bischof diese Hoffnung mit konkreten Erwartungen an katholische Studentenverbindungen. Unter „Religio“ forderte er einen glaubenden Blick auf Krisen, unter „Amicitia“ tragfähige Freundschaft in schwierigen Zeiten. Zu „Scientia“ sagte der Bischof, Kirche und Gesellschaft brauchten die besten Köpfe, wissenschaftliche Exzellenz, Problemlösungskraft und Mut zu neuen Wegen. Unter dem Stichwort „Patria“ rief er zu christlichem Engagement in Gesellschaft und Politik auf und verwies auf die Verantwortung von Christen als Bürger zweier Welten. In der Welt sei Bedrängnis, aber Christus habe die Welt besiegt, schreibe der Evangelist Johannes. Bischof Jung leitete daraus den Auftrag ab, sich für Gott und Kirche einzusetzen und „aufzustehen“.</p><p>Im Anschluss an den Schlusssegen gedachten der Bischof, die Konzelebranten und Mitglieder der Unitas-Hetania ihres am 15. Mai 2011 seliggesprochenen Bundesbruders Pfarrer Georg Häfner. Dieser wurde nach kritischen Äußerungen über die damaligen nationalsozialistischen Machthaber 1941 verhaftet und kurz darauf ins Konzentrationslager Dachau gebracht. Dort starb er nach Misshandlungen und Quälereien am 20. August 1942 den Hungertod. „Auch er war einer, der Mut hatte und aufstand gegen Gewalt und Terror“, betonte Pfarrer i. R. Robert Borawski. Er zitierte aus einem Brief, den Häfner noch aus dem Würzburger Gefängnis an seine Eltern schrieb: „Keinem Menschen wollen wir fluchen, keinem etwas nachtragen, mit allen wollen wir gut sein.“ Das sei die Botschaft des Seligen.</p><p class="text-right">mh (POW)</p><p>(2126/0492; E-Mail voraus)</p><p><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:&nbsp;</strong><em><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/17788311127bluft0JsD21LI" target="_blank" rel="noreferrer">bistum-wuerzburg.px.media/share/17788311127bluft0JsD21LI</a></em></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72474</guid><pubDate>Thu, 14 May 2026 15:30:45 +0200</pubDate><title>Appell zu Hoffnung und Engagement</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/appell-zu-hoffnung-und-engagement/</link><description>Bischof Dr. Franz feiert Eröffnungsgottesdienst auf dem Residenzplatz – „Kirche muss aus dem Glauben heraus mutig die Fragen stellen, die auf Antwort aus dem Glauben warten“</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Zu Mut, Engagement und geistlicher Erneuerung hat Bischof Dr. Franz Jung beim Eröffnungsgottesdienst des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg aufgerufen. Unter dem Leitwort „Hab Mut, steh auf!“ deutete er am Donnerstag, 14. Mai, auf dem Residenzplatz mit 11.000 Gläubigen das Hochfest Christi Himmelfahrt als Zuspruch und Auftrag für Kirche und Gläubige. Die Feier wurde vom ZDF bundesweit live übertragen.&nbsp;</p><p>An der Seite von Bischof Jung konzelebrierten als Vertreter der Partnerbistümer Mbinga in Tansania dessen Bischof John C. Ndimbo und als Vertreter von Óbidos in Brasilien der Priester Érisson Silva Santos. Aus Mullagh, dem irischen Geburtsort des heiligen Kilian, nahm Father Paul Prior an der Feier teil. Die Reihen der Politik führten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Innenminister Alexander Dobrindt an. Die evangelische Kirche war unter anderem mit Bischöfin Kirsten Fehrs, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Anna-Nicole Heinrich, Präses der EKD-Synode, vertreten. Parkour-Läufer und von Sprechern vor vier Säulen mit den Worten „Hab Mut steh auf!“ im Rund der zentralen Altarinsel vorgetragene Fürbitten sorgten für besondere Akzente in der Liturgie.</p><p>Bischof Jung nannte in seiner Predigt Christus einen „Hoffnungsanker“, an dem man sich festhalten könne, wenn das eigene Leben aus dem Gleichgewicht gerate. Zugleich rief er zum Gebet auf: Seit der Himmelfahrt verhallten Gebete nicht ungehört, sagte Bischof Jung. Mit Blick auf Politik und Gesellschaft warnte er vor Machthabern mit Allmachtsphantasien und vor einer religiösen Rechtfertigung von Gewalt. Das Reich Christi gründe nicht auf Unterdrückung, sondern auf Dienst und Frieden. „Überall da, wo Menschen für sich in Anspruch nahmen, im Namen Gottes zu herrschen, haben sie Blutbäder angerichtet.“</p><p>Der Bischof verband die Botschaft außerdem mit dem Einsatz für die Würde des Lebens. Christen sollten sich für ungeborene, kranke, behinderte und sterbende Menschen einsetzen, sagte er. „Denn wir leben nicht einfach ab, sondern an Christi Himmelfahrt leben wir auf. Wir vertrauen fest darauf, dass unser Schöpfer auch unser Erlöser ist. Er nimmt uns auf in seine Herrlichkeit, in die er uns vorausgegangen ist.“ Die Kollekte für den Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser nannte er ein Zeichen dafür. Durch dieses Angebot würden diese Menschen, die vom Tod gezeichnet sind, in ihrer Würde gestärkt und ihnen auf dem letzten Weg nochmals Lebensfreude geschenkt.</p><p>Bischof Jung ermahnte die Gläubigen, die Zeit bis zur Wiederkunft Christi nicht zu vertrödeln, sondern sie zu nutzen. Die Kirche müsse auch offene Fragen angehen, etwa zur Rolle der Frau, zur Synodalität und zum Umgang mit Machtmissbrauch. „Vergessen wir nicht: All diese Probleme kamen nur auf den Tisch, weil Menschen mutig aufgestanden sind und ihre Geschichten im Raum der Kirche erzählt haben. Und weil andere zum Glück den Mut hatten, diese Geschichten auch anzuhören und in Respekt vor diesen Menschen aufzustehen.“ Der Bischof verwies auf die Eucharistie als Stärkung für den Weg. Wie einst der Prophet Elija brauche die Kirche das Brot vom Himmel, um weitergehen und die Welt verändern zu können. Auch jetzt rufe Gott den Gläubigen, wenn sie müde werden, zu: „Habt also Mut, steht auf und esst!“</p><p>Musikalisch gestalteten unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth und Domkantor Julian Beutmiller das Orchester Camerata Würzburg und die Junge Domkantorei den musikalischen Rahmen. Der zwischendurch einsetzende Regen wich mit dem Friedensgruß dem Sonnenschein.</p><p class="text-right"><em>mh (POW)</em></p><p>(2126/0485; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:</strong>&nbsp;<a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778766643o6oy3iHT0cxGd8" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778766643o6oy3iHT0cxGd8</a></em></p>]]></content:encoded><category>Weltkirche</category><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72472</guid><pubDate>Thu, 14 May 2026 11:00:00 +0200</pubDate><title>„Jetzt mutig seinem Reich den Weg in diese Welt bahnen“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/jetzt-mutig-seinem-reich-den-weg-in-diese-welt-bahnen/</link><description>Predigt von Bischof Dr. Franz Jung beim Eröffnungsgottesdienst des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg am Donnerstag, 14. Mai 2026, auf dem Residenzplatz in Würzburg</description><content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!</p><p><strong>Christus als mutmachender Hoffnungsanker zum Aufstehen</strong></p><p>„Hab Mut, steh auf!“ Dieses Wort der Aufmunterung ist die kürzeste Zusammenfassung dessen, was die Kirche an „Christi Himmelfahrt“ feiert. Der auferstandene Christus wird in den Himmel aufgenommen. Mit ihm haben wir einen „festen Anker im Himmel“, wie es der Hebräerbrief sagt (Hebr 6,19). Der erhöhte Christus ist unser Hoffnungsanker. An ihm können wir uns festhalten, wenn der Boden unter unseren Füßen wankt. An ihm können wir uns hinaufziehen, wenn wir unterzugehen drohen in den Nöten und Ängsten unseres Lebens. Welch ein Zuspruch und welch eine Freude!</p><p><strong>Hab Mut, steh auf und bete</strong></p><p>Hab Mut, steh auf und bete! Denn mit Christus, der zur Rechten des Vaters erhöht ist, haben wir einen Mittler, der bei Gott für uns eintritt. Seit Christi Himmelfahrt verhallt kein Gebet mehr ungehört. Der erhöhte Christus ruft uns zu: Lasst die Hände nicht sinken! Werdet nicht müde wie die Jünger im Garten Gethsemani, die keine Kraft mehr hatten zum Beten. Sondern habt Mut und steht auf, um die Hände zum Himmel zu erheben. Denn durch das Gebet bleibt eure Gottesbeziehung lebendig und ihr werdet mit Christus den Weg ins Leben finden.</p><p><strong>Hab Mut, steh auf gegen alle, die sich in Allmachtsphantasien ergehen</strong></p><p>Hab Mut, steh auf und wage den Widerspruch gegen alle Machthaber dieser Welt, die sich in Allmachtsphantasien ergehen und diese auch noch religiös verbrämen. Mit der Himmelfahrt Christi ist sein Reich aufgerichtet. „Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde“, sagt der scheidende Christus (Mt 28,18). Sein Reich hat auf ewig Bestand. Es ist aber nicht von dieser Welt (Joh 18,36). Es gründet auch nicht auf Gewalt, noch auf Unterdrückung oder Einschüchterung. Seine Botschaft vom Gottesreich darf deshalb auch nicht missbraucht werden zur Rechtfertigung irdischer Herrschaftsansprüche. Denn die Erfahrung zeigt: Überall da, wo Menschen für sich in Anspruch nahmen, im Namen Gottes zu herrschen, haben sie Blutbäder angerichtet. Der erhöhte Christus ist der wahre Weltenherrscher. Er ruft dazu auf, einander zu dienen und nicht einander zu unterdrücken. Er preist diejenigen selig, die Frieden stiften, und nicht die Kriegstreiber (Mt 5,9).</p><p><strong>Hab Mut, steh auf für die Würde des Lebens</strong></p><p>Hab Mut, steh auf! Denn Christus ist für dich aufgestanden, um ins „Leben in Fülle“ einzugehen (Joh 10,10), das er uns allen verheißen hat. Das Leben des Menschen bekommt durch die Himmelfahrt Christi ein Ziel und eine Perspektive. Hoffnungsfroh wissen wir, dass wir zur Gemeinschaft mit Gott gerufen sind. Daraus gewinnen wir eine Würde, die uns niemand nehmen kann. Eine Würde, für die wir als Christen aber auch eintreten müssen, die wir verteidigen müssen gegen alle, die keine Hoffnung haben. Weil wir zur Gemeinschaft mit Gott berufen sind und zu einer Erfüllung, die die Welt nicht geben kann, setzen wir uns ein für den Schutz des ungeborenen Lebens. Wir setzen uns auch ein für die Würde der kranken Menschen, der Menschen mit Behinderung und der sterbenden Menschen. Denn wir leben nicht einfach ab, sondern an Christi Himmelfahrt leben wir auf. Wir vertrauen fest darauf, dass unser Schöpfer auch unser Erlöser ist. Er nimmt uns auf in seine Herrlichkeit, in die er uns vorausgegangen ist.&nbsp;</p><p><strong>Hab Mut, steh auf und nutze die Zeit</strong></p><p>Hab Mut, steh auf und verliere keine Zeit! Denn den Männern von Galiläa wird am Himmelfahrtstag gesagt, dass dieser Jesus, der in den Himmel aufgenommen wurde, ebenso wiederkommen wird (Apg 1,11). Bis zu seiner Wiederkunft gilt es, die Zeit zu nutzen, die er uns als Kirche schenkt. „Kauft also die Zeit aus“, ruft uns der Apostel Paulus im Epheserbrief zu (Eph 5,16). Schiebt nicht alles auf die lange Bank. Vertagt nicht das, was heute getan werden kann. Vertröstet einander nicht auf den Nimmerleinstag. Denn der Herr wird „an einem Tag kommen, an dem ihr es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die ihr nicht kennt“ (Mt 24,50). Deshalb sollen wir nicht untätig in den Himmel schauen wie die Männer von Galiläa, sondern jetzt mutig seinem Reich den Weg in diese Welt bahnen.<br />Hab Mut, steh auf und ringe um die Durchdringung der Offenbarung</p><p>Mit der Himmelfahrt Christi ist die Offenbarung des irdischen Jesus abgeschlossen. Nun beginnt die Zeit der Pfingstnovene. In den neun Tagen bis Pfingsten bittet die Kirche darum, das Geheimnis Jesu Christi tiefer zu verstehen. Die Kirche bittet um den Heiligen Geist. Er hilft seiner Kirche, das Christus-Geheimnis immer umfassender auszuloten. Aber dazu muss man Mut haben und aufstehen. Wir müssen mutig aufstehen, um die Fragen zu stellen, die jetzt nach einer Antwort aus dem Glauben harren. Die Frage nach der Stellung der Frau im Blick auf die kirchlichen Ämter. Die Frage nach einem tieferen Verständnis dessen, was Synodalität heißt. Die Frage, wie Missbrauch von Macht verhindert werden kann. Vergessen wir nicht: All diese Probleme kamen nur auf den Tisch, weil Menschen mutig aufgestanden sind und ihre Geschichten im Raum der Kirche erzählt haben. Und weil andere zum Glück den Mut hatten, diese Geschichten auch anzuhören und in Respekt vor diesen Menschen aufzustehen. Ja, der Herr „erleuchte die Augen unseres Herzens, damit wir verstehen, zu welcher Hoffnung wir durch ihn berufen sind und welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt“ (Eph 1,18).</p><p><strong>Hab Mut, steh auf, denn der Herr reicht uns das Brot vom Himmel zum Weitergehen</strong></p><p>Hab Mut, steh auf! Denn der Herr ist erhöht über Raum und Zeit. In den Sakramenten bleibt er seiner Kirche allezeit gegenwärtig. „Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich“ (1Kön 19,7). So sagte einst der Engel zum Propheten Elija, der an seiner Sendung zu zerbrechen drohte. Auch jetzt reicht uns der Herr das Himmelsbrot als Speise zum ewigen Leben. Er ruft auch uns immer neu zu, wenn wir müde werden: Habt Mut, steht auf und esst! Dann wird der Weg für euch nicht zu weit sein. Nein, in der Kraft dieser Speise werdet auch ihr euch dem Herrn immer enger verbinden. In der Kraft dieser Speise werdet auch ihr den Mut haben, die Welt zu verändern. In der Kraft dieser Speise geht auch ihr ein in das ewige Leben. Habt also Mut, steht auf und esst! Denn der Herr ist uns in der Eucharistie nahe, heute und alle Tage, bis zum Ende der Welt. Halleluja!<br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Dokumentationen</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72471</guid><pubDate>Thu, 14 May 2026 09:38:00 +0200</pubDate><title>„Kirchen sind Orte der Hoffnung“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/kirchen-sind-orte-der-hoffnung/</link><description>Festakt von Stadt Würzburg und Freistaat Bayern in der Würzburger Residenz vor der Eröffnung des 104. Deutschen Katholikentags – Oberbürgermeister Heilig: Kirchen leisten enorm wichtigen gesellschaftlichen Beitrag – Bischof Jung: Glaube ist Quelle der Hoffnung und Ermutigung zum Leben</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Der 104. Deutsche Katholikentag versteht sich nicht nur als ein Treffpunkt des Glaubens, sondern auch als ein Ort, an dem die Herausforderungen der heutigen Gesellschaft diskutiert werden, als Begegnungsplattform über Konfessionsgrenzen hinweg und Impulsgeber für Gesellschaft, Demokratie, Politik und Gemeinschaft. Das sei beim Festakt am Mittwoch, 13. Mai, in der Würzburger Residenz deutlich geworden, zu dem die Stadt Würzburg und der Freistaat Bayern vor der Eröffnung auf dem Residenzplatz eingeladen hatten, schreibt die Stadt Würzburg in einer Pressemitteilung.</p><p>Oberbürgermeister Martin Heilig wünschte dem 104. Deutschen Katholikentag bei dem Festakt nicht nur Freude, sondern auch mutige Debatten: „Es geht darum, kritisch zu sein und wirklich ins Gespräch zu kommen. Nicht nur seichte Konversationen zu führen, sondern sich wirklich auch tief auf die Fragen des Lebens und der gesellschaftlichen Herausforderungen einzulassen.“ Kirchen würden gerade heute gebraucht, „als Orte, die Menschen zusammenbringen, Halt geben, daran erinnern, dass jeder Mensch Würde hat“. Kirchen leisteten einen enorm wichtigen gesellschaftlichen Beitrag: „Sie sind Orte der Begegnung, Orte des Zuhörens, Orte der Hoffnung – gerade in schwierigen Zeiten. Und wir brauchen Mut, um uns den Herausforderungen unserer Zeit zu stellen.“ Man spüre jedoch gerade in diesen Tagen in Würzburg Hoffnung, so Heilig weiter. „Es gibt in unserem Land unglaublich viele Menschen, die jeden Tag dafür sorgen, dass Zusammenhalt gelingt. Menschen, die helfen, zuhören und für andere da sind. Gerade darin liegt die große Stärke unserer Gesellschaft.“</p><p>Ministerpräsident Dr. Markus Söder betonte, dass das Bekenntnis zu Gott verbinde und der Glaube eine Botschaft sei, zusammenzukommen. Er würdigte in diesem Zusammenhang das ehrenamtliche Engagement vieler Menschen gegen Krieg, Leid und vermeintliche Hoffnungslosigkeit: „Wo viel Dunkel, da viel Licht.“ Der Katholikentag stehe für ein offenes, respektvolles und friedvolles Miteinander. Diese Werte seien zugleich wesentlich für die Demokratie.</p><p>Dr. Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), betonte in ihrem Grußwort die Herausforderungen in Deutschland, aber auch in der Welt: „Mit Blick auf die Krisenherde unseres Planeten scheint zunehmend das Recht des Stärkeren fundamentale völkerrechtliche Prinzipien abzulösen. Die Angst vor Krieg und Gewalt ist ins Herz Europas zurückgekehrt, während zeitgleich zentrale Pfeiler unserer Sicherheitsarchitektur ins Wanken geraten.“ Sie rief, den Leitsatz des 104. Deutschen Katholikentags betonend, zu „Mut zur Kontroverse und Mut zur Gemeinschaft“ auf. „Katholikentage tragen zu den Gelingensbedingungen einer pluralistischen Demokratie bei und stärken das gesellschaftliche Fundament unseres Landes, das in diesen Tagen so gefragt ist wie lange nicht mehr. Sie erfüllen aber auch ein ganz individuelles Bedürfnis – eine Sehnsucht, die vermutlich jede und jeder in sich spürt: nach Gemeinschaft, nach Zusammenhalt, nach Mut. Denn uns verbindet mehr als uns trennt.“</p><p>Gemeinschaft, Zusammenhalt, Mut, aber auch Hoffnung sei Antrieb, schloss Bischof Dr. Franz Jung an: „In Jesus Christus haben wir eine Hoffnung, die nicht von dieser Welt ist und weit über die Heilsversprechen dieser Welt hinausgeht. Ein wichtiger Impuls für unsere Gesellschaft in Zeiten der Angst, der Verunsicherung und wachsender Polarisierung. Die Welt braucht nicht noch mehr Hoffnungslosigkeit. Im Gegenteil. Als Kirchen bieten wir den Menschen unseren Glauben an als Quelle der Hoffnung und als Ermutigung zum Leben. Ohne diese Botschaft wäre unsere Gesellschaft ärmer!“ Bewusst sei daher als biblisches Leitwort für den 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg „Hab Mut, steh auf!“ gewählt worden, als Auftrag „Menschen zu ermutigen, Christus zu begegnen, Dein Leben in die Hand zu nehmen und die Augen zu öffnen für die Möglichkeiten in Deinem Leben“.</p><p class="text-right"><em>clap (Stadt Würzburg)</em></p><p>(2126/0484; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em><br />&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72468</guid><pubDate>Thu, 14 May 2026 01:14:18 +0200</pubDate><title>Gute Laune und spürbare Gastfreundschaft</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/gute-laune-und-spuerbare-gastfreundschaft/</link><description>Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier genießt mit seiner Gattin den „Abend der Begegnung“ – Weihbischof Paul Reder und Domkapitular Albin Krämer besuchen Dekanate</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Praktisch mit Ende der Eröffnungsfeier hat auch der Regen aufgehört, und an neun Plätzen in der Innenstadt begann der „Abend der Begegnung“: Musik, Unterhaltung und Speisen und Getränken aus den neun Dekanaten des Bistums Würzburg machten am Mittwochabend, 13. Mai, das gastgebende Bistum auf eindrückliche Weise erlebbar.</p><p>Gemeinsam mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender, Bischof Dr. Franz Jung und Oberbürgermeister Martin Heilig unternahm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einen etwa anderthalbstündigen Rundgang. Erste Station war das Dekanat Schweinfurt auf dem Kardinal-Döpfner-Platz. Dort überreichte Dekan Stefan Kömm den Besuchern in Anlehnung an den Ortsnamen Glücksschwein-Nudeln und fair gehandelte Schokolade. „Wir sind Fair-Trade-Landkreis“, erklärte er. Zudem sei von den beiden Katholikentags-Botschaftern aus dem Dekanat – passend zu Steinmeiers Aufruf, mehr Ökumene zu wagen – je einer evangelisch und einer katholisch. Nach einem Schluck Bier marschierte das Staatsoberhaupt ins Lusamgärtchen neben dem Neumünster.</p><p>Dort erzählte Bischof Jung ihm vom berühmten Minnesänger Walter von der Vogelweide, dessen Grab dort ist, von Kiliani, das an die irischen Mönche erinnert, die im siebten Jahrhundert in Würzburg für den Glauben starben. Domkapitular em. Helmut Gabel berichtete als Zeitzeuge von der Würzburger Synode. Diese habe eine neue Kirche gezeigt: Bischöfe, die auf Augenhöhe mit Laien redeten, und eine Kirche, die sich nicht von der Gesellschaft abgrenzt, sondern mit Politik, Wissenschaft und sozialen Fragen im Dialog steht und nach dem Leitmotiv „Sehen – Urteilen – Handeln“ die Welt mitgestalten will.</p><p>Auf dem Kiliansplatz beim Dekanat Miltenberg lief gerade das große Finale des integrativen „Circus Blamage“. Kurzerhand rief der Zirkusdirektor den Bundespräsidenten und den Bischof in die Manege und ließ sie ihr Können am Diabolo zeigen. Für die spontane Einlage gab es neben viel Applaus auch noch eine Warnweste mit dem Aufdruck „Circus Blamage“, „für den Fall, dass Sie mal zu spät sind und irgendwo unerkannt bleiben wollen“. Kabarettist Freddy Breunig auf der Bühne des Dekanats Rhön-Grabfeld unterbrach sein Programm, um dem Bundespräsidenten zu entlocken, ob er die Rhön kenne.&nbsp; „Nordheim?“, zeigte sich Breunig überrascht. Angelika Ochs vom Kreis-Caritasverband Rhön-Grabfeld führte ein längeres Gespräch mit Steinmeier, in dem sie ihm von den Herausforderungen der Caritas beispielsweise in der ambulanten Pflege mit langen Fahrstrecken und staatlichen Sparvorgaben berichtete. Nach einem Erinnerungsfoto an großen Buchstaben mit dem Katholikentagsmotto – mit dem Dom als Hintergrund –, ging der Tross weiter zum Burkardushaus. Dort stieg der Bundespräsident ins Auto. Zuvor absolvierte er geduldig so einige Selfies und ein Gruppenfoto mit den Katholikentags-Helferinnen und -Helfern, die um die Promigruppe und die Personenschützer immer ein Seil gespannt gehalten hatten, um Fotografen und die Menge auf Abstand zu halten. Wohin der Bundespräsident auch kam: Ein Meer aus in die Luft gereckten Handys wartete schon darauf, ein Foto zu schießen.</p><p>Wen das nicht interessierte, der konnte sich von den vielen Menschen, die durch die Stadt schlenderten, dem Klang der verschiedenen Bands und Kapellen oder dem Wohlgeruch der angebotenen Speisen durch die Innenstadt treiben lassen. So wie Weihbischof Paul Reder, der von einem Dekanat zum anderen schlenderte, unterwegs unzählige Bekannte traf, vielen weiteren Menschen die Hand schüttelte und die vielen unterschiedlichen Musikstile genoss. Bei der Bühne des Dekanats Bad Kissingen am Vierröhrenbrunnen wurde er von Pfarrer Gerd Greier empfangen und bekam sofort ein Mikrofon in die Hand gedrückt. „Schön, dass Ihr der Rhön ein sympathisches Gesicht gebt. Ich wünsche Euch schöne Tage und einen einigermaßen temperierten Abend. Macht was daraus! Habt Mut und steht auf!“, rief Weihbischof Reder der Menge zu. Auf dem Kiliansplatz spendete er kräftig Applaus für die jungen Artisten vom inklusiven Kinder- und Jugend-Circus Blamage, die auf Bällen balancierten oder mit Bällen und Keulen jonglierten. Und eine ökumenische Bratwurst musste vor dem Abendsegen auch noch sein.</p><p>„Ich bin froh, dass das Wetter noch gehalten hat und die Plätze der Altstadt so gut besucht waren“, sagte Domkapitular Albin Krämer, Bischofsvikar für den Katholikentag. Alle paar Meter schüttelte er Hände, führte Gespräche, umarmte vertraute Menschen. Dankbar sei er allen, die den „Abend der Begegnung“ erst möglich gemacht haben: dem Team aus dem Katholikentagsbüro der Diözese, dazu den hunderten Helferinnen und Helfern an den neun Plätzen in der Innenstadt. „Ich spüre bei allen Beteiligten eine große Dankbarkeit und Begeisterung, mit dabei zu sein“, sagte Krämer.</p><p>Pünktlich um 22 Uhr startete das Abendgebet, das dezentral an den neun Veranstaltungsplätzen des „Abends der Begegnung“ von Seelsorgerinnen und Seelsorgern gestaltet wurde. Auf allen Plätzen tauchte ein Meer aus Kerzenlicht die Umgebung in eine mystische und friedvolle Stimmung. „Das war ein schöner Abend und ein noch schönerer Ausklang, oder?“, raunte eine Frau mit Katholikentagsschal ihrer Nachbarin auf dem Weg zur Straßenbahn zu.</p><p class="text-right">mh/sti/seh (POW)</p><p>(2126/0483; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:&nbsp;</strong><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778714284sSQOEelKOWQFDT" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778714284sSQOEelKOWQFDT</a></em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72467</guid><pubDate>Thu, 14 May 2026 00:47:17 +0200</pubDate><title>Zwischen Regenschauern und Aufbruchsstimmung</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/zwischen-regenschauern-und-aufbruchsstimmung/</link><description>104. Deutscher Katholikentag in Würzburg eröffnet – Mutige Worte zu Demokratie, Menschenwürde und Synodalität – ZdK-Präsidentin Stetter-Karp: Aufstehen für die Demokratie – Bundespräsident Steinmeier: „Die Welt braucht Orte und Menschen, die mutig sind“</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Erst Sonne, dann ein kräftiger Schauer, und zwischendurch hat es auch mal gedonnert. Aber nichts konnte der guten Stimmung auf dem Würzburger Residenzplatz Abbruch tun: Rund 9000 Menschen haben nach Angaben der Veranstalter am Mittwochabend, 13. Mai, die Eröffnung des 104. Deutschen Katholikentags gefeiert. Mit Musik, Performances und prominenten Gästen begann das fünftägige Großereignis. „Endlich ist es so weit. Wir feiern Katholikentag“, erklärte Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).</p><p>Die Showtanzgruppe „Turedancer“ aus Zellingen, angekündigt als „das momentan beste Männer-Ballett in ganz Deutschland“, eröffnete die Feier. Unter dem Applaus des Publikums fegten sie als Nussknacker verkleidet über die Bühne. Dann ging es auch schon mitten hinein in das Katholikentags-Motto „Hab Mut, steh auf!“. „Ich freue mich auf den Katholikentag wie ein kleines Kind auf Weihnachten. Es ist toll, so viele Gäste in der Stadt zu haben. Herzlich willkommen in Würzburg“, sagte Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig, als er zu seinen Gedanken zu Mut und Demokratie gefragt wurde. „Es wird vor Ort erlebt, ob Demokratie funktioniert.“ Dann gehe es zum Beispiel darum, ob das Wohngeld pünktlich ausbezahlt werde oder darum, dass die Toiletten in der Schule in einem guten Zustand sind.</p><p>Pia Helmel, Mitgründerin vom „Democrazy Studio“ in München, einem Modelabel, das sich die Werbung für Demokratie auf die Fahnen geschrieben hat, berichtete von ihren Wurzeln in der Jugendarbeit beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). „Dort habe ich Demokratie kennen- und lieben gelernt“ – und auch die damit verbundenen Herausforderungen, ebenso wie die Selbstwirksamkeit, sagte sie. „Wenn ich gerade das Wetter sehe, wäre statt Socken und T-Shirts auch eine Regenjacke im Sortiment gut gewesen.“ Von der friedlichen Revolution in der ehemaligen DDR berichtete die Zeitzeugin Dr. Angela Kunze-Beiküfner aus Magdeburg. Demokratie habe sie in der evangelischen Kirche einüben und erleben dürfen. Als im Oktober 1989 immer mehr Menschen gegen den Unrechtsstaat aufstanden, seien die damaligen Machthaber überfordert gewesen. „Die haben mit allem gerechnet, aber nicht mit Kerzen und Gebeten.“ Für die bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am 6. September hoffe sie, dass „die Demokratie bei uns erhalten bleibt“, erklärte die Mitbegründerin der örtlichen „Omas gegen rechts“.</p><p>Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann kommentierte bei seinem Auftritt auf der Bühne den massiven Regen lakonisch mit: „Wir sind nicht aus Zucker und werden mit Regen fertig.“ Es sei höchste Zeit, dass der Katholikentag wieder einmal nach Bayern gekommen sei.&nbsp; Das Motto „Hab Mut, steh auf!“ der Großveranstaltung sei sehr treffend. Es brauche Mut, auf Menschen mit Handicap zuzugehen oder aufzustehen gegen Menschen, die Rassismus und Hetze verbreiten. Zum Thema „Mut und Menschenwürde“ erklärte Dominic Weiss-Grein von der Initiative „Würzburg Solidarisch“, dass es bei geflüchteten Menschen immer nur um Zahlen, Quoten und Abschiebungen gehe. Sie bekämen zu spüren, dass sie nicht willkommen seien. „Ich glaube, dass ich und jeder von Ihnen einen Unterschied machen kann. Menschenwürde gilt für alle, oder sie gilt für niemanden“, betonte Weiss-Grein.</p><p>Christine Thaler, Leiterin der Bezirksgruppe Würzburg des bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbunds, schilderte die alltäglichen Barrieren, denen sich Menschen mit einem Handicap gegenübersehen. Es reiche zum Beispiel nicht, Bodenindikatoren anzubringen, wenn diese dann vollgestellt werden, oder einen Aufzug ohne taktile Beschriftung einzurichten. Barrieren gebe es auch bei der Digitalisierung. Auch ihr Wunsch lautete: „Nicht über uns reden, sondern mit uns reden. Wir wissen, was wir brauchen. Und dann gemeinsam nach Lösungen suchen.“</p><p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/-ra_apKxb-w?si=ehKNQrOmmAAHtM90" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen=""></iframe></p><p>ZdK-Präsidentin Stetter Karp erklärte in ihrer mehrfach von Applaus unterbrochenen Rede, die Veranstaltung finde inmitten unruhiger Zeiten statt. Krieg, Armut und Ungerechtigkeit prägten viele Regionen in der Welt – in der Ukraine, im Sudan oder im Nahen und Mittleren Osten. Zum fünften Mal finde das Treffen seit 1848 in Unterfranken statt.&nbsp; In Deutschland mache die Zukunft des Sozialstaats Sorgen. Die Worte an den blinden Bartimäus ermutigten und aktivierten. „Aufstehen müssen wir für unsere Demokratie.“ Diese sei bedroht wie selten zuvor. „Wir stehen kompromisslos zu unserer demokratischen Verfassungsordnung“, betonte Stetter-Karp. Das umfasse auch den Einsatz für ein starkes, vereintes Europa. „Das Gift von Hass, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und jeder Form von Menschenverachtung darf den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft nicht zersetzen.“ Jedes Leben sei wertvoll und schützenswert – „von seinem Beginn bis zu seinem Ende“. Auf dem Katholikentag lebe das Engagement und die Bereitschaft so vieler. „Und gemeinsam mit ihnen wollen wir für eine Kirche einstehen, die Zukunft hat.“ Sie freue sich auf fünf Tage mit Begegnungen, fairen Debatten, Musik, Kultur und „Gottes guter Gegenwart“.</p><p>„Unsere Leute freuen sich sehr auf diesen Abend der Begrüßung und Begegnung“, erklärte Bischof Dr.&nbsp;Franz Jung. Vom Katholikentag erwarte er sich das, „was wir beim Synodalen Weg eingeübt haben – miteinander auf dem Weg zu sein. Wo stehen wir? Wie gehen wir miteinander um? Wie reden wir miteinander?“ Das sei ein großer Lernweg. „Da liegt noch viel vor uns und das können wir die nächsten Tage wunderbar einüben.“ „Veränderungen entstehen nur da, wo ich mich auch traue, zu kritisieren, und wenn ich bereit bin, Verantwortung zu übernehmen“, sagte Nina Breitenbach, Mitglied des Gemeindeteams im Pastoralen Raum Gemünden: „Nicht schweigen, Haltung zeigen.“ Für die kommenden zehn Jahre wünschte sie sich mehr Wertschätzung für das Ehrenamt sowie eine mutigere und offenere Kirche, „dass jeder, der möchte, Verantwortung übernehmen kann und jeder seine Fähigkeiten gleichwertig einbringen kann“. Regionalbischöfin Gisela Bornowski beschrieb Synodalität als gemeinsamen Weg hin zu Entscheidungen und geteilter Verantwortung. „Ich erlebe viel Aufbruchstimmung bei den jungen Leuten. Die packen mutig an.“ Sie erzählte zudem von den „Mutprojekten“ – Ideen, um als Kirche nahe bei den Menschen zu sein.</p><p>Er freue sich, wieder beim Katholikentag dabei zu sein, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. „Ich bin der Überzeugung, dass wir Christen nicht nur zusammengehören, sondern das auch häufiger erlebbar machen müssen. Festigen wir in Würzburg weiterhin diese Zusammengehörigkeit.“ Sein Wunsch lautete: „Mehr Ökumene wagen.“ Der Katholikentag und sein Motto „Hab Mut, steh auf!“ kämen zur rechten Zeit, fuhr Steinmeier fort. „Wir müssen aufhören, uns selbst in die Ohnmacht und das Land in den Abgrund zu reden. Gerade Christen müssen aufstehen gegen eine täglich neu befeuerte Weltuntergangsstimmung, gegen die Vorstellung einer Welt ohne Hoffnung und Zuversicht. Das ist nicht die Welt von Christen!“ Das Motto verspreche keine einfachen Lösungen, aber gebe Anstoß, trotz Müdigkeit noch einen Schritt zu probieren. „Die Welt braucht Orte und Menschen die mutig sind, die aufstehen und sich anstrengen, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.“ Er erinnerte an den Ausspruch von Bischof Dr. Julius Döpfner nach dem Zweiten Weltkrieg: Wohnungsbau ist Dombau. „Glauben und der Einsatz für das praktische Zusammenleben von Menschen gehören zusammen“, erklärte Steinmeier. Auch der neue Papst mache Mut als „unerschrockener Verkünder einer Botschaft von Gerechtigkeit und Frieden“. Er wünschte allen „viele gute Begegnungen, einen nachdenklichen, einen fröhlichen, einen ermutigenden Katholikentag und einen gnädigen Wettergott“.</p><p class="text-right">sti/mh (POW)</p><p>(2126/0482; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Weitere Bilder finden Sie hier:&nbsp;</strong><a href="https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778713560fi25HDDBdI5fvw" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778713560fi25HDDBdI5fvw</a></em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72418</guid><pubDate>Tue, 12 May 2026 08:28:19 +0200</pubDate><title>„Stationen“ am 13. Mai: Warum noch katholisch?</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/stationen-am-13-mai-warum-noch-katholisch/</link><description>Würzburg (POW) Zu Beginn des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg widmet sich die Reihe „Stationen&quot; im Bayerischen Fernsehen am Mittwoch, 13. Mai, um 19 Uhr der Frage „Warum noch katholisch?“. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Wenn sich Tausende Menschen zum Deutschen Katholikentag in Würzburg versammeln, geht es nicht nur um ihren Glauben, sondern um die gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit: Wofür stehen wir ein? Wie wollen wir zusammenleben? Welche Rolle spielt die katholische Kirche heute noch? In der halbstündigen Sendung von „Stationen“ werden Menschen vorgestellt, die bei aller Kritik und Zweifeln an ihrer Kirche noch dabeibleiben: Eine Familie, die während des Katholikentags Gäste beherbergt, junge Erwachsene, die sich bewusst taufen lassen; eine junge Frau, die Theologie studiert, obwohl die Kirche Frauen nach wie vor Weiheämter versagt; und Menschen, die das Motto des Katholikentags „Hab Mut, steh auf“ wörtlich nehmen und sich als Christinnen und Christen politisch engagieren. Moderatorin Irene Esmann geht der Frage nach, warum der Katholikentag Menschen anzieht, und sucht Antworten auf die Frage grundsätzliche Frage „Warum noch katholisch?“ Zu Wort kommt unter anderem auch Bischof Dr. Franz Jung, der sich ehrenamtlich in der Bahnhofsmission Würzburg engagiert. Er erläutert, was er aus den Besuchen dort für sich und seine Überzeugungen mitnimmt. Außerdem erklärt der Bischof, was sich hinter dem Thema Sozialraumorientierung als Leitgedanke für das Bistum Würzburg verbirgt.</p><p>(2026/0472; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Kurzmeldungen</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72378</guid><pubDate>Sun, 10 May 2026 15:51:37 +0200</pubDate><title>Generationenwechsel braucht Mut zur Veränderung</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/generationenwechsel-braucht-mut-zur-veraenderung/</link><description>Partnerschaften mit Tansania und Brasilien als Beispiel „lebendiger Tradition“– Bischof Dr. Franz Jung warnt vor Stillstand in Kirche und Gesellschaft – Bronzeplaketten für die Kathedralen als Zeichen der Verbundenheit</description><content:encoded><![CDATA[<p class="MsoBodyText"><strong>Würzburg </strong>(POW) Bischof Dr. Franz Jung hat einen gelingenden Generationenwechsel in Kirche und Gesellschaft als große Herausforderung bezeichnet. Übergänge zwischen alten und neuen Verantwortungsträgern seien „immer ein prekärer Moment“, sagte er am Sonntag, 10. Mai, in seiner Predigt beim Pontifikalamt anlässlich der Partnerschaft mit Mbinga und Óbidos im Würzburger Kiliansdom. Das gelte für Familienunternehmen ebenso wie für Vereine, Behörden oder Ordensgemeinschaften. An dem Gottesdienst nahmen auch Delegationen aus den Partnerbistümern Mbinga in Tansania und Óbidos in Brasilien teil, die für den 104. Deutschen Katholikentag angereist sind. Im Burkardushaus überreichte Bischof Jung im Anschluss Vertretern der beiden Partnerbistümer jeweils eine bronzene Plakette. Diese sollen in den Kathedralen von Würzburg, Mbinga und Óbidos angebracht werden und so auch ein sichtbares Zeichen der Verbindung über drei Kontinente hinweg sein. Bei einer Statio in der Krypta des Doms gedachte der Bischof auch seines am 10. Mai 2019 verstorbenen Vor-Vorgängers Dr. Paul-Werner Scheele.</p><p>Häufig scheitere ein Generationenwechsel daran, dass die bisher Verantwortlichen nicht loslassen könnten, erklärte Bischof Jung in seiner Predigt. Zugleich müssten die Nachfolgenden die Freiheit haben, „Dinge anders zu machen“, sagte er. Veränderung sei notwendig, um der ursprünglichen Mission treu zu bleiben. Mit Blick auf das Evangelium sagte Bischof Jung, auch Jesus habe seine Jünger auf die Zeit nach seinem Weggang vorbereitet. Entscheidend sei dabei der „Geist der Wahrheit“, der helfe, zwischen bloßer Anpassung an den Zeitgeist und starrem Traditionalismus zu unterscheiden.</p><p>Als Beispiel für eine gelungene Weiterentwicklung nannte der Bischof die Partnerschaften des Bistums Würzburg mit den Diözesen Mbinga in Tansania und Óbidos in Brasilien. Aus früheren missionarischen „Patenschaften“ sei eine „echte Partnerschaft auf Augenhöhe“ geworden. Heute profitierten alle Seiten von einem gegenseitigen Lernen und direktem Austausch zwischen Gemeinden, Schulen und Ordensgemeinschaften. „Das ist lebendige Tradition: die Dankbarkeit für den Ursprung und die früheren Verantwortungsträger, die Freude über die Weiterentwicklung über die Jahre, und jetzt das schöne Miteinander im Geben und Nehmen, von dem alle profitieren.“ Die Kirche müsse sich immer wieder neu positionieren, ohne ihre Grundlagen zu verraten, sagte der Bischof. Dazu gehörten auch schwierige ethische Fragen etwa zum assistierten Suizid oder zur politischen Haltung der Kirche.</p><p>Für den wegen Problemen bei den diözesanen Krankenhäusern verhinderten Bischof Bernardo Johannes Bahlmann von Óbidos grüßte der Priester Érisson Silva Santos die Gläubigen. „Möge unsere Partnerschaft in den Punkten Gemeinschaft, Missionarschaft und gegenseitige Fürsorge ein Vorbild sein für andere Diözesen.“ Den Gottesdienst gestalteten die Gäste aus Óbidos und Mbinga unter anderem mit einem brasilianischen Tanz, bei dem das Evangeliar durch den Dom zum Altar gebracht wurde, und einer Gabenprozession, bei der eine Gruppe aus Mbinga Kaffee, Avocados und Bananen nach vorne trug. Außerdem gaben beide Nationen musikalische Einlagen aus ihrer Heimat. Die beiden Lesungen im Gottesdienst und die Fürbitten wurden auf Portugiesisch und Kisuaheli vorgetragen.</p><p>Domkapitular Albin Krämer, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge, wünschte beim Empfang im Burkardushaus den drei Partnerbistümern Würzburg, Mbinga und Óbidos, dass sie immer mehr von den jeweiligen Lebensbedingungen wissen, füreinander beten und sich im Glauben getragen wissen sowie aus dem Geist des Evangeliums heraus handeln, ganz nach dem Motto des 104. Deutschen Katholikentags: „Hab Mut, steh auf!“ Videos aus Óbidos und Mbinga gaben Einblicke in den Alltag der Menschen in Brasilien und Tansania.</p><p>Die Weltwärts-Freiwilligen Ryan Gustavo Souza da Silva aus Óbidos und Oliva Paulus Hyera aus Mbinga dankten für die in ihrer jeweiligen Heimat besondere Gelegenheit, in Deutschland eine neue Kultur und Sprache kennenzulernen. Maria Zepke, Referentin für den Weltfreiwilligendienst beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Würzburg, erklärte, durch den Einsatz von jungen Menschen aus Deutschland in Brasilien und Tansania und umgekehrt seien viele tiefe Freundschaften entstanden, die zum Teil schon seit Jahrzehnten Bestand hätten. Lameck Lawrence Nilongo aus Mbinga erklärte, zwischen den Partnerbistümern herrsche heute gegenseitiges Vertrauen und echter Zusammenhalt.</p><p>Nach den vielen vertrauensvollen Besuchen der Bischöfe in den drei Bistümern – beispielsweise besuchte Bischof Jung gemeinsam mit Bischof Ndimbo Óbidos – sei es jetzt an der Zeit, die Partnerschaft zwischen den drei Bistümern dauerhaft sichtbar zu machen, erklärte Bischof Jung. Er habe seit seinem Amtsantritt nicht zuletzt auch beim Weltjugendtag 2023 in Lissabon, zu dem Würzburg Gruppen aus beiden Partnerdiözesen mitnahm, erlebt, wie bereichernd und verbindend das Miteinander sich entwickele. Er übergab die Partnerschaftsplaketten an Bischof Ndimbo und Pfarrer Jorge Armado Pereira. Die Kunstwerke haben jeweils einen Durchmesser von etwa 30&nbsp;Zentimetern, sind aus Bronze und wiegen etwa acht Kilogramm. Zu sehen sind die drei beteiligten Kontinente, verbunden mit einer Linie, die einem großen Dreieck gleicht. Am Rand sind die Namen der Diözesen verzeichnet. Entworfen und hergestellt wurden die Plaketten von der Goldschmiede in Münsterschwarzach. Alexander Sitter vom Referat Weltkirche dankte dem Goldschmied Andreas Jurowski für die gute Zusammenarbeit.</p><p>Bischof Ndimbo sagte, die Bistumspartnerschaft habe die vor 37 Jahren angezielten Erwartungen mehr als erfüllt. Dafür sei er Gott und allen Menschen, die sich dafür einsetzten, sehr dankbar. Bischof Ndimbo zeigte sich sicher: „Die nächsten 37 Jahre werden nochmals besser. Dafür erbitte ich Gottes Segen.“</p><p>Susanne Warmuth und Klaus Veeh, welche die Partnerschaften mit Óbidos und Mbinga in den Anfängen begleiteten, zeigten sich zuversichtlich, dass sich die Verbindung weiter vertiefe. „Unsere Begegnungen – hoffentlich immer mit genügend Zeit für angenehme Dinge wie Tanz und Musik – sind ein gutes Gegenbeispiel für die leider allgegenwärtigen Konflikte in der Welt“, sagte Warmuth. „Wenn wir wie Jesus mit den Emmaus-Jüngern auf dem Weg miteinander gehen, dann bin ich mir sicher, dass alle Beteiligten die Begeisterung spüren, die wir in den Anfängen gespürt haben“, erklärte Veeh.</p><p>Am Nachmittag schloss sich ein Partnerschaftsfest im Würzburger Kilianeum an.</p><p class="MsoBodyText text-right"><span style="font-size:10pt"><span style="line-height:normal"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i>mh (POW)</i></span></span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(2026/0468; E-Mail voraus)</span></span></p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><b><i><u>Hinweis für Redaktionen:</u></i></b><i> Fotos abrufbar im Internet </i></span></span></p>]]></content:encoded><category>Weltkirche</category><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Mbinga</category><category>Obidos</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72368</guid><pubDate>Sat, 09 May 2026 13:40:37 +0200</pubDate><title>Ein Kompass für Kirche und Gesellschaft</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/ein-kompass-fuer-kirche-und-gesellschaft/</link><description>Festakt zum 25-jährigen Bestehen des ökumenischen Fernsehmagazins „Kirche in Bayern“ – Lob für gelebte Ökumene und nahbaren Lokaljournalismus</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Seit 25 Jahren gibt es das ökumenische Fernsehmagazin „Kirche in Bayern“. Am Gründungsort Würzburg haben das Vertreter der elf Gesellschafter am Freitag, 8. Mai, mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Sepultur des Kiliansdoms und einer Podiumsdiskussion im Burkardushaus gefeiert.</p><p>„Ansprache auf Augenhöhe ist unverzichtbar. Deswegen ist das Interesse an lokalen journalistischen Inhalten ungebrochen.“ Und genau dafür stehe „Kirche in Bayern“ als unverzichtbarer Bestandteil des Angebots im Lokalfernsehen, erklärte Dr. Thorsten Schmiege, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien und Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten. „Kirche in Bayern“ betone die Gemeinsamkeiten der Beteiligten und stehe für Lokaljournalismus, der Engagement, Gemeinschaft und das Übernehmen von Verantwortung fördere. „Hier wird authentisch und nah an den Menschen berichtet.“ Dadurch würden Brücken innerhalb der Gesellschaft gebaut und dem Publikum ein Perspektivwechsel ermöglicht. „Es geht im Kern um das demokratische Wertefundament der Gesellschaft.“</p><p>Mit „Kirche in Bayern“ werde das Wirken der beiden christlichen Kirchen in seiner Vielfalt sichtbar, betonte Bischof Dr. Franz Jung. Über die Lokalsender und Bibel TV würden via Fernsehen und Internet jeden Sonntag rund 100.000 Zuschauerinnen und Zuschauer erreicht. „Seit Oktober 2025 auch mit Gebärdensprache – ein wichtiger Schritt für mehr Teilhabe und Barrierefreiheit“, sagte der Bischof. Das ökumenische Fernsehmagazin mache außerdem sichtbar, wie das Gebot Jesu, „einander zu lieben“, im Alltag umgesetzt werden könne. In Reportagen, Nachrichten und Porträts zeige das Magazin die Vielfalt kirchlichen Engagements – von Gemeinden und Schulen bis zu Verbänden und Initiativen. Dadurch eröffne die Sendung neue Perspektiven und ermutige Menschen, eigene Handlungsspielräume zu entdecken, sagte der Bischof.</p><p>Er betonte zudem, christliches Engagement brauche nachvollziehbare Motive. „Kirche in Bayern“ zeige, aus welchen Beweggründen Menschen handelten – etwa aus der Begegnung mit konkreter Not oder durch kreative Ideen. Wer erklären könne, warum sein Engagement erfüllend sei, könne auch andere motivieren. Mit Blick auf gesellschaftliche Veränderungen sagte Bischof Jung, bleibend seien vor allem Taten der Liebe. Er wünsche der Sendung deshalb, nicht nur zu informieren, sondern Zuschauerinnen und Zuschauer dazu anzuregen, über ihre eigene Berufung nachzudenken und selbst Verantwortung zu übernehmen. Seine Glückwünsche zum Silberjubiläum des Magazins verband der Bischof mit dem Appell des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg: „Hab Mut, steh auf!“ Die Sendung solle Menschen an ihre eigene „Sendung“ und ihre Fähigkeiten erinnern.</p><p>Die evangelische Regionalbischöfin Gisela Bornowski hob im Gottesdienst die Bedeutung kirchlicher Medienarbeit hervor. Die Sendung stehe seit einem Vierteljahrhundert für gelebte Ökumene, Dialog und eine Kirche nah bei den Menschen, sagte Bornowski. Das Magazin bringe christliche Themen und Werte niedrigschwellig in die Wohnzimmer der Zuschauerinnen und Zuschauer. Die Bischöfin würdigte die große Themenvielfalt der Sendung – von Klimaschutz und Nachbarschaftshilfe bis hin zu spirituellen Impulsen und sozialen Projekten. Kirchliche Medien müssten heute die Lebenswirklichkeit der Menschen aufgreifen, um relevant zu bleiben. Angesichts rückläufiger Auflagen gedruckter Medien und wachsender Bedeutung sozialer Netzwerke müssten die Kirchen in allen Medienformaten präsent sein. Zum Jubiläum wünschte Bornowski den Mitarbeitenden von „Kirche in Bayern“, weiterhin „Glaube, Hoffnung und Liebe in die Welt zu tragen“ und das Magazin als Zeichen gelebter Ökumene fortzuführen.</p><p>Das unterstrich auch Stefan Eß, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Arbeitsgemeinschaft Kirchenmagazin im bayerischen Privatfernsehen und Direktor des Sankt Michaelsbunds. „Dieses christliche Fernsehmagazin war nie nur ein Programm, es war immer auch ein Kompass.“ Zwar hätten sich die Umstände in den vergangenen 25 Jahren massiv gewandelt. Damals seien das Fernsehen linear, die Sendezeiten fest und die Strukturen linear gewesen. Heute reichten ein Bildschirm, ein Sendeplatz nicht mehr. „Und genau deswegen braucht es diese Sendung.“ Gleichgeblieben sei das Finden des Kurses durch die elf Gesellschafter mit ihren elf Perspektiven und der Anspruch, jede Woche die bestmögliche Sendung zu liefern.</p><p>Christoph Rolf, Geschäftsführer von Oberpfalz TV Amberg und wotsch.tv sowie Vorsitzender des Verbands Bayerischer Lokalrundfunk, sagte, durch das Bereitstellen aller Sendungen in der gemeinsamen Medienplattform der bayerischen Lokalsender <a href="http://wotsch.tv" target="_blank" rel="noreferrer">wotsch.tv</a> trage „Kirche in Bayern“ nun auch den geänderten Sehgewohnheiten der Zuschauerinnen und Zuschauer Rechnung. Zusätzliche Reichweite werde durch das gezielte Bewerben der Beiträge in den sozialen Medien generiert.</p><p>Bernhard Schweßinger, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Kirchenmagazin im bayerischen Privatfernsehen und Leiter der Abteilung Medien der Diözese Würzburg, dankte am Ende der Feststunde allen Mitwirkenden und Unterstützern von „Kirche in Bayern“. Sein besonderer Dank galt BLM-Präsident Schmiege. „Danke für alle Unterstützung und für die konstruktive Zusammenarbeit der Bayerischen Landeszentrale mit ‚Kirche in Bayern‘ als Spartenanbieter. Ohne die BLM wäre ‚Kirche in Bayern' nicht leistbar!“</p><h3>Stichwort: Kirche in Bayern</h3><p>Das ökumenische Fernsehmagazin „Kirche in Bayern“ ist ein bunter Querschnitt durch das Leben der beiden großen Kirchen in Bayern. Es wird seit 2001 an jedem Sonntag im Jahr auf 15 lokalen Fernsehsendern in Bayern über Kabel und Satellit sowie bundesweit auf Bibel TV ausgestrahlt. Die Sendung wird durch eine Gebärdendolmetscherin übersetzt und zudem unter der Woche wiederholt. Sie steht außerdem unter wotsch.tv zum Abruf im Internet bereit. Die Finanzierung der Arbeitsgemeinschaft Kirchenmagazin im bayerischen Privatfernsehen GbR erfolgt durch das Förderprogramm für die Programmherstellung und -verbreitung der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien (BLM) und Finanzierungsanteile der Gesellschafter. Diese sind: die fünf katholischen (Erz-)Diözesen Bamberg, Eichstätt, München und Freising, Regensburg und Würzburg, die evangelische Kirche in Bayern, die Katholische Akademie in Bayern, die Don Bosco Medien GmbH München sowie die Hilfswerke „Kirche in Not“, Missio München und Renovabis. Die Geschäftsführung und die Koordinierungsstelle liegen im Medienhaus der Diözese Würzburg. Hier wird die Sendung moderiert und die zugelieferten Beiträge der beteiligten Fernsehredaktionen zur fertigen Magazinsendung zusammengefügt. Nähere Informationen im Internet unter <a href="http://www.kircheinbayern.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.kircheinbayern.de</a>.</p><p class="western text-right"><span style="line-height:100%"><font color="#000000"><i>mh (POW)</i></font></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><font color="#000000">(</font><font color="#000000">2026/0465; E-Mail voraus)</font></span></p><p class="western"><span style="line-height:100%"><font color="#000000"><i><u><b>Hinweis für Redaktionen:</b></u></i></font><font color="#000000"><i> Fotos abrufbar im Internet</i></font></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72314</guid><pubDate>Thu, 07 May 2026 11:37:37 +0200</pubDate><title>Gäste aus Tansania und Brasilien im Bischofshaus </title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/gaeste-aus-tansania-und-brasilien-im-bischofshaus/</link><description>Bischof Dr. Franz Jung empfängt Katholikentagsteilnehmende aus der Weltkirche</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg/Njombe/Mbinga/Óbidos</strong> (POW) Rund 30 Gäste aus Tansania und Brasilien hat Bischof Dr.&nbsp;Franz Jung am Mittwoch, 6. Mai, im Würzburger Bischofshaus empfangen. Sie werden am 104.&nbsp;Deutschen Katholikentag in Würzburg teilnehmen und zuvor ein umfangreiches Rahmenprogramm absolvieren.</p><p>Die Gruppen stammen aus den Würzburger Partnerbistümern Mbinga (Tansania) und Óbidos (Brasilien) sowie dem Bistum Njombe (Tansania), mit dem die Katholische junge Gemeinde (KjG) im Bistum Würzburg eine Partnerschaft pflegt. Bischof Jung erklärte, er freue sich sehr, dass Gäste aus Afrika und Südamerika am Katholikentag teilnehmen. Er wünschte allen einen angenehmen und anregenden Aufenthalt.</p><p>Zum Dank für die herzliche Begrüßung sangen die Gruppen jeweils ein geistliches Lied aus ihrer Heimat: Die Frauen und Männer aus Tansania ließen ein Loblied auf die Auferstehung erklingen, die Gäste vom Amazonas besangen die Verkündigung der Frohen Botschaft.</p><p>Bischof John C. Ndimbo, Bischof von Mbinga, dankte im Namen beider Landesgruppen für den herzlichen Empfang. Er freue sich auf den Katholikentag. Eine ähnliche Veranstaltung gebe es in Tansania nicht. Bischof Jung aß nach der Begegnung noch mit den Gästen im Priesterseminar zu Mittag.</p><p>Bis zum Katholikentag stehen verschiedene Aktivitäten auf dem Programm der Delegationen. Unter anderem gestalten die Gäste aus Brasilien eine Firmung in der Aschaffenburger Stiftskirche mit und besuchen die Pfarrei Hammelburg, die eine Partnerschaft mit dem Ort Juruti Velho unterhält. Die Gäste aus Tansania sind in verschiedenen Pfarreien zu Besuch und besichtigen das Müllheizkraftwerk in Würzburg.</p><p class="text-right">mh (POW)</p><p>(2026/0448; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Weltkirche</category><category>Berichte</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72309</guid><pubDate>Thu, 07 May 2026 09:43:38 +0200</pubDate><title>Schutz Geflüchteter kein „gutmenschliches Hirngespinst“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/schutz-gefluechteter-kein-gutmenschliches-hirngespinst/</link><description>Bischof Jung bei Katholischem Flüchtlingsgipfel: Kirchliche Einrichtungen und Ehrenamtliche in Unterfranken leisten einen wichtigen Beitrag weit über professionelle Fachdienste hinaus</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Beim zehnten Katholischen Flüchtlingsgipfel hat Bischof Dr. Franz Jung die Flüchtlingshilfe als Einsatz für Grundrechte bezeichnet. Der Schutz Geflüchteter sei kein „gutmenschliches Hirngespinst“. Es gehe vielmehr um die Wahrung grundlegender Rechte, die Gläubige aus der gottgegebenen Würde des Menschen ableiteten, sagte Bischof Jung am Dienstag, 5. Mai, im Würzburger Burkardushaus. Gerade in der politischen Debatte um Asyl und Migration sei das für die Kirchen ein zentraler Punkt.</p><p>Der Bischof verwies auf die Arbeit kirchlicher Einrichtungen und vieler Ehrenamtlicher in Unterfranken. Sie leisteten einen wichtigen Beitrag weit über professionelle Fachdienste hinaus. Als Beispiel nannte er die Flüchtlings- und Integrationsberatung der Caritas. Diese habe in Bayern im vergangenen Jahr ein sehr gutes Ergebnis in einer wissenschaftlichen Evaluation erhalten.</p><p>Auch die Gesundheitsversorgung in Asyleinrichtungen sei wichtig, sagte Bischof Jung. Im Ankerzentrum Geldersheim und in der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft in der Veitshöchheimer Straße gebe es entsprechende Hilfsangebote. Das Institut medmissio und Ehrenamtliche setzten sich dort für das Recht auf Gesundheit ein. Zugleich hob der Bischof Projekte zur Integration hervor. Bei „Rad &amp; Tat“ beispielsweise würden ausrangierte Fahrräder für Geflüchtete wieder fit gemacht. Katholische Flüchtlingshilfe sei oft praktischer Einsatz für die Grundrechte von Menschen, sagte Bischof Jung. Der Flüchtlingsgipfel biete eine wichtige Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung.</p><p>Auf Einladung des Sonderbeauftragten für Flüchtlingsfragen und Vorsitzenden der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), kamen beim Flüchtlingsgipfel in Würzburg rund 150 Fachleute der kirchlichen Flüchtlingsarbeit unter dem Titel „Auf sicherem Grund? Menschenrechte und Flüchtlingsschutz – politische Entwicklungen und kirchliche Handlungsansätze“ zusammen.&nbsp;</p><p>„Auch unter schwierigen Bedingungen setzen wir uns für einen Flüchtlingsschutz ein, dessen Maßstab die Menschenwürde und die Menschenrechte sind!“, betonte Erzbischof Heße. Trotz vieler Schwierigkeiten und teils auch Anfeindungen engagierten sich weiterhin zahlreiche Menschen im Raum der Kirche für Schutzsuchende: Allein im Jahr 2025 wurden durch den Einsatz von über 5000&nbsp;Hauptamtlichen und 34.000 Ehrenamtlichen mindestens 443.000 Geflüchtete unterstützt. Der Sonderbeauftragte ermutigte die Engagierten, weiter mit vereinten Kräften die Menschenwürde Schutzsuchender zu verteidigen.</p><p class="text-right">mh (POW)</p><p>(2026/0451; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Berichte</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-72253</guid><pubDate>Mon, 04 May 2026 16:34:38 +0200</pubDate><title>Weitere Liveübertragungen vom Katholikentag </title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/weitere-liveuebertragungen-vom-katholikentag/</link><description>​​​​​​​Würzburg (POW) Beim 104. Deutschen Katholikentag werden am Freitag, 15. Mai, und Samstag, 16. Mai, jeweils um 7.30 Uhr die heiligen Messen aus dem Würzburger Kiliansdom bei Bibel TV Fernsehen, auf dem lokalen Fernsehsender TV Mainfranken per Kabel, auf Bibel TV online sowie dem YouTube-Kanal des Bistums Würzburg übertragen. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Den Gottesdienst am 15. Mai zelebriert Weihbischof Paul Reder, die Messfeier am 16. Mai Bischof Dr. Franz Jung. Das Glockenkonzert an Christi Himmelfahrt, 14. Mai, wird von 11.30 bis 12.15 Uhr live auf TV Mainfranken sowie im YouTube-Kanal des Bistums ausgestrahlt.</p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif">(1926/0438; E-Mail voraus)</span></span></p>]]></content:encoded><category>Dom und Neumünster</category><category>Kurzmeldungen</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Weihbischof Paul Reder</category><category>Bischof Franz Jung</category></item></channel></rss>