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	 xmlns:n="http://typo3.org/ns/GeorgRinger/News/ViewHelpers"><channel><title>Pressestelle Bistum Würzburg - Nachrichten</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de</link><description></description><language>de-DE</language><copyright>Diözese Bistum Würzburg</copyright><pubDate>Mon, 11 May 2026 08:08:31 +0200</pubDate><lastBuildDate>Mon, 11 May 2026 08:08:31 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/buchtipp/feed.rss" rel="self" type="application/rss+xml" /><generator>TYPO3 EXT:news</generator><item><guid isPermaLink="false">news-71080</guid><pubDate>Tue, 10 Mar 2026 12:38:17 +0100</pubDate><title>Mut, der ansteckt</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/mut-der-ansteckt/</link><description>Buch „Hab Mut, steh auf“ zeigt, wie persönlicher Glaube und gemeinschaftliche Erfahrung Menschen heute tragen – Herausgeber Bischof Dr. Franz Jung </description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Was will das biblische Motto „Hab Mut, steh auf“ aus der Erzählung von der Heilung des blinden Bartimäus im Markusevangelium den Menschen von heute sagen? Antworten aus einer Vielzahl von Perspektiven liefert ein gleichnamiges Buch, das Bischof Dr. Franz Jung herausgegeben hat. Es thematisiert die Kraft des Aufbruchs in einer Zeit, in der viele Menschen nach Mut und Hoffnung suchen.</p><p>Auch wenn der Titel identisch ist mit dem Leitwort des 104. Deutschen Katholikentags, der vom 13. bis zum 17. Mai in Würzburg stattfindet: Das Buch weitet das Thema bewusst über das Großereignis hinaus. Die 20 Autorinnen und Autoren, die Bischof Jung für das Projekt gewinnen konnte, erzählen von ihren persönlichen Erfahrungen von Mut. Sie zeigen, wie Menschen in unterschiedlichen Herausforderungen und Lebenssituationen trotz Widerständen neu aufstehen, Wendepunkte meistern und Krisen überwinden.</p><p>Das Spektrum der Themen und Personen ist breit: Beispielsweise berichtet Bruder Andreas Murk, Provinzialminister der Franziskaner-Minoriten und Vorsitzender der Deutschen Ordensoberenkonferenz, vom Mut, der im Miteinander wächst. Aus dem klösterlichen Leben hat er die Erfahrung: „Mut wächst dort, wo Menschen einander tragen. Niemand steht allein auf.“ Wie Wallfahrt zur Schule des Mutes werden kann, beschreiben Pfarrer Andreas Kneitz, Barbara Schebler und Dr. Markus Ewald von der Würzburger Bruderschaft zum Heiligen Kreuz. Jährlich pilgern ihre Mitglieder gemeinsam im August auf den Kreuzberg in der Rhön. Im gemeinsamen Unterwegssein lasse sich lernen „loszulassen, Grenzen anzunehmen und Gemeinschaft zu vertrauen“.</p><p>Aus der Perspektive des Kunstschaffenden blickt der Regisseur, Schauspieler und Sänger Kai Christian Moritz auf das Motto. Theater und Kunst generell sieht er als Räume, in denen Menschen fallen, zweifeln und wieder aufstehen dürfen. „Ich bin überzeugt: Glaube ist nicht das Gegenteil von Zweifel. Glaube ist der Mut, mit dem Zweifel zu leben.“ Geschichten von Frauen, die schwerste Gewalterfahrungen überstanden haben und dennoch wieder aufgestanden sind, erzählen die Ordensfrauen Schwester Dr.&nbsp;Katharina Ganz und Schwester Juliana Seelmann von den Oberzeller Franziskanerinnen und folgern: „Mut ist der Weg zurück ins Leben.“ Solcher Mut aber brauche Beziehungen, sichere Räume und solidarische Begleitung.</p><p>Auch die Ökumene kommt in dem Buch zu Wort: Christoph Schmitter, Pastor der Freien evangelischen Gemeinde „CityChurch“ in Würzburg, beschreibt seine ökumenischen Erfahrungen als Übung, Türen ins Unbekannte zu öffnen, Vielfalt zuzulassen und vertraute Komfortzonen zu verlassen.</p><p>Die Beispiele zeigen, was Bischof Jung in seinem Geleitwort so formuliert: „Ich bin überzeugt: Der bunte Strauß der Lebenszeugnisse reicht weit über den Katholikentag hinaus. Möge die Lektüre des Buches Mut machen, selbst aufzustehen und von der verwandelnden Kraft des Glaubens Zeugnis abzulegen.“</p><p><em>Bischof Franz Jung (Hg.): „Hab Mut, steh auf. Ermutigungen, das Leben in die Hand zu nehmen“. 200&nbsp;Seiten. 16,95 Euro. Echter-Verlag, Würzburg 2026. ISBN: 978-3-429-06877-6.</em></p><p class="text-right">mh (POW)</p><p>(1126/0256; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category><category>Katholikentag 2026</category><category>Bischof Franz Jung</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-67483</guid><pubDate>Mon, 15 Sep 2025 15:46:16 +0200</pubDate><title>Professionell religiöse Bildung gestalten</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/professionell-religioese-bildung-gestalten/</link><description>Neues Buch richtet sich an in der Ausbildung Tätige und gibt zudem Studierenden eine Übersicht darüber, welche Kompetenzen wichtig sind</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Welche Kompetenzen benötigen Religionspädagoginnen und Religionspädagogen, um religiöse Bildung heute professionell zu gestalten? Wie können diese Kompetenzen in der religionspädagogischen Ausbildung vermittelt werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein von Professor Dr. Stefan Heil, Leiter des Religionspädagogischen Instituts des Bistums Würzburg, und Thomas Riebel, stellvertretender Leiter der Abteilung „Schule und Hochschule“ des Bistums, herausgegebenes Buch.</p><p>Der Band richtet sich an alle, die in den drei Phasen der religionspädagogischen Ausbildung tätig sind. Darüber hinaus bietet er für Studierende und Auszubildende eine Übersicht, auf welche Kompetenzen es in einer handlungsorientierten religionspädagogischen Ausbildung ankommt. Die Antworten auf die eingangs gestellten Fragen werden in einem Dreischritt gegeben: Grundlegung, Umsetzung und Vernetzung.</p><p>Im Teil „Grundlegung“ wird das Konzept der religionspädagogischen Professionalisierung durch Handlungssituationen entfaltet. „Handlungssituationen“ bedeutet, dass kleinste Interaktionseinheiten der professionellen Handlung – wie zum Beispiel eine Unterrichtsstunde planen oder eine Gruppenarbeit einleiten – theoretisch präsentiert und im geschützten Rahmen der Ausbildung angewendet werden. So können wirklichkeitsanaloge Formen der Handlung eingeübt werden, ohne sich gleich den komplexen Anforderungen der Praxis stellen zu müssen. Hierzu haben die Herausgeber andere pädagogische Handlungsfelder wie beispielsweise die polizeiliche oder medizinische Ausbildung besucht und Anregungen von dort in die religionspädagogische Ausbildung mitgenommen.</p><p>Der zweite Teil setzt dieses Konzept in die Praxis der Ausbildung der zweiten Bildungsphase um. Es wird ein Modulsystem des Religionspädagogischen Instituts vorgestellt. In diesem Modulsystem lernen die Auszubildenden die Kernkompetenzen, die sie benötigen, um religiöse Bildung professionell zu initiieren. Dabei geht es um fünf Kernkompetenzen: „Religiöse Bildungsprozesse planen und organisieren“, „Religiöse Bildungsprozesse kompetenzorientiert durchführen“, „Religionspädagogisches Handeln professionalisieren und Organisationen mitentwickeln“, „Beurteilen und beraten“ sowie „Spiritualität und Glaubenspraxis wahrnehmen und Teilhabe ermöglichen“. Diese fünf Bereiche werden in dem Buch so operationalisiert, dass sie von den Auszubildenden sicher erlernbar sind.</p><p>Der dritte Teil schließlich stellt die Vernetzung der Ausbildung vor. Religionspädagogische Ausbildung in der zweiten Bildungsphase findet nicht im „luftleeren Raum“ statt, sondern steht in einem Kontext. Hierzu werden Schlaglichter der Vernetzung aufgezeigt und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen erster Phase der Hochschule und dritter Phase der Fort- und Weiterbildung aufgezeigt. Abschließend kommen die Auszubildenden selbst zu Wort. Sie schauen auf die Ausbildung zurück und geben ein Feedback, wie das angestrebte Konzept bei ihnen funktioniert hat.</p><p><em>Stefan Heil, Thomas Riebel (Hg.), „Religionspädagogische Professionalisierung durch Handlungssituationen. Grundlegung – Umsetzung – Vernetzung.“ Echter-Verlag, Würzburg 2025, 190&nbsp;Seiten, 24 Euro, ISBN 978-3-429-06839-4.</em></p><p class="text-right"><em>mh (POW)</em></p><p>(3825/0947; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-60608</guid><pubDate>Tue, 23 Jul 2024 08:25:58 +0200</pubDate><title>Gebete und Impulse, die nachhallen</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/gebete-und-impulse-die-nachhallen/</link><description>Sind das nur Gebete oder schon Gedichte? </description><content:encoded><![CDATA[<p class="western"><strong>Würzburg </strong>(POW) Sind das nur Gebete oder schon Gedichte? In jedem Fall schafft es Frank Greubel, Gemeindereferent im Dienst des Bistums Würzburg, mit seinem Buch „dennoch – brauchbare texte und gebete für heute“, ansprechend Glaubensfragen, Hoffnung und inspirierende Gedanken in prägnante und knappe Worte zu fassen. Insgesamt 103 Texte finden sich in dem Buch. Die inhaltliche Bandbreite reicht dabei von gesellschaftlichen Veränderungen über den Umgang mit Gottes Schöpfung bis hin zum Unfrieden in der Welt und dem „Exodus“ aus den Kirchen. Ein Gebetbuch, bei dem jedes einzelne Gebet lange nachhallt. So zum Beispiel „Vater unser – Upside down“, eine paraphrasierte Version des bekannten Gebets, die sich aber von oben nach unten genauso sinnvoll lesen lässt wie umgekehrt.</p><p><em>Frank Greubel: „dennoch – brauchbare texte und gebete für heute“. Echter-Verlag, Würzburg 2024, 112&nbsp;Seiten, 12,80 Euro, ISBN978-3-429-05954-5.</em></p><p class="text-right">mh (POW)</p><p>(3024/0788; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong></em> Foto abrufbar im Internet</p><p><iframe width="100%" height="166" scrolling="no" frameborder="no" allow="autoplay" src="https://w.soundcloud.com/player/?url=https%3A//api.soundcloud.com/tracks/1891903158&amp;color=%23f9b000&amp;auto_play=false&amp;hide_related=false&amp;show_comments=true&amp;show_user=true&amp;show_reposts=false&amp;show_teaser=true"></iframe></p><div style="font-size: 10px; color: #cccccc;line-break: anywhere;word-break: normal;overflow: hidden;white-space: nowrap;text-overflow: ellipsis; font-family: Interstate,Lucida Grande,Lucida Sans Unicode,Lucida Sans,Garuda,Verdana,Tahoma,sans-serif;font-weight: 100;"><a href="https://soundcloud.com/bistumwuerzburg" title="Bistum Würzburg" target="_blank" style="color: #cccccc; text-decoration: none;" rel="noreferrer">Bistum Würzburg</a> · <a href="https://soundcloud.com/bistumwuerzburg/dennoch-ein-buch-von-frank-greubel" title="dennoch - ein Buch von Frank Greubel" target="_blank" style="color: #cccccc; text-decoration: none;" rel="noreferrer">dennoch - ein Buch von Frank Greubel</a></div>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category><category>Würzburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-50886</guid><pubDate>Wed, 30 Mar 2022 15:25:47 +0200</pubDate><title>Judas – Verräter oder Heiliger?</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/judas-verraeter-oder-heiliger/</link><description>Neues Buch blickt auf den umstrittenen Apostel </description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Er ist bis heute der Apostel, an dem sich die Geister scheiden: Für die einen ist Judas derjenige, der Jesus mit einem Kuss verraten hat. Ernst Wilhelm Hengstenberg schrieb über ihn: „Judas ist der einzige Mensch, von dem wir mit Sicherheit wissen, dass er ewig verdammt ist.“ Sein Zeitgenosse Friedrich Hebbel dagegen war überzeugt: „Judas ist der Allergläubigste.“ Hebbel und viele andere halten für gewiss: Ohne das Tun des Judas wäre Gottes Heilsplan nicht möglich gewesen.</p><p>Licht in die strittige Rolle des Judas bringt ein Büchlein mit dem Untertitel „Was Sie schon immer über den Apostel wissen wollten“. Autor Fabian Brand, der in Würzburg den Doktortitel in Theologie erworben hat, untersucht, was historische und biblische Quellen über Judas Iskariot wissen. Auch apokryphe Texte, also beispielsweise das Judasevangelium, bezieht er dabei mit ein. Er blickt darauf, was mögliche Motive des Verrats sind und wer die Verbündeten des Judas bei der Tat waren. Auch grundlegende theologische Fragen werden erörtert, zum Beispiel die, ob Gottes Heilsplan ohne Judas zu verwirklichen gewesen wäre.</p><p>Die düsteren Folgen der Rede über Judas bis in die Gegenwart hinein haben in dem Buch ebenfalls Platz. Bereits im frühen Mittelalter wurde bei Pseudo-Hieronymus die Legende gepflegt, die Juden seien Kinder des Judas, und somit die Grundlage für Ausgrenzung und Diffamierung geschaffen, deren trauriger Höhepunkt die Pogrome und schließlich der Holocaust waren.</p><p>„Denken wir größer von der Barmherzigkeit, die Gott auch Judas schenkt. Und denken wir größer von diesem Menschen Judas, den wir allzu oft auf einen einzigen Moment in seinem Leben reduzieren und von dort aus das Urteil über ihn fällen“, schreibt der Autor. Sein Buch weiß die dafür nötigen Sachinformationen bestens mit spirituellen Impulsen zu verbinden. Es ist nicht nur für die Karwoche eine lohnende Lektüre.</p><p><em>Fabian Brand: „Judas. Was Sie schon immer über den Apostel wissen wollten.“ Benno-Verlag, Leipzig 2021, 128 Seiten, 7,95 Euro, ISBN 978-3-7462-6107-2.</em></p><p class="text-right"><em>mh (POW)</em></p><p>(1422/0390; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-50435</guid><pubDate>Thu, 24 Feb 2022 14:27:15 +0100</pubDate><title>Bildimpulse für Gottesdienst und Katechese</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/bildimpulse-fuer-gottesdienst-und-katechese/</link><description>Würzburg (POW) Eine Materialsammlung für alle, die mit Hilfe von Impulsen, Bildern und Liedern der Wirklichkeit Gottes im eigenen Leben nachspüren möchten, bietet das Buch „Wo zwei oder drei“ von Bernhard und Doris Hopf. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Bernhard Hopf ist Pastoralreferent und arbeitet im Liturgiereferat des Bistums Würzburg, seine Frau Doris ist Erzieherin. Sie malt Lebenserfahrungen und biblische Geschichten. Die einzelnen Elemente des Buchs sind ein Baukastensystem, das im Blick auf die jeweilige Gemeinde verändert werden kann. So lassen sich schnell und einfach Gottesdienste und kurze Andachten individuell anpassen. Seine Inspiration hat das Autorenduo eigenen Angaben zufolge der zurückliegenden Coronazeit entnommen. „Viele Menschen haben dabei Niederlagen erlitten, mussten ihren Kreuzweg gehen, haben aber auch Auferstehung erfahren in persönlichen Begegnungen, in ihrem Glauben und in Gottesdiensten“, heißt es im Vorwort. Die Bilder zu den einzelnen Themen laden dazu ein, die Texte zu vertiefen. Sie können über den Link im Buch heruntergeladen und so in den Gottesdienst eingebunden oder für Einladungen verwendet werden.</p><p><em>Bernhard Hopf, Doris Hopf: „Wo zwei oder drei. Bildimpulse zum Leben Jesu für Gottesdienst, Gruppenarbeit, Katechese.“ Schwabenverlag, Ostfildern 2022, 112 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-7966-1817-8.</em></p><p class="text-right"><em>mh (POW)</em></p><p>(0922/0236; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-49460</guid><pubDate>Tue, 30 Nov 2021 10:27:36 +0100</pubDate><title>Erlebnisse von A bis Z</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/erlebnisse-von-a-bis-z/</link><description>Buch von Johannes Zang gibt schöne und verstörende Einblicke in das Heilige Land</description><content:encoded><![CDATA[<p class="Dachzeile1"><strong>Würzburg/Goldbach</strong> (POW) Zehn Jahre hat Johannes Zang in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten als Zitronenpflücker, Altenpfleger, Musiklehrer und Reiseleiter gearbeitet. In seinem vor kurzem erschienenen vierten Buch über das Heilige Land bildet er den Reichtum der Region ab, das Bunte, Anziehende und Vielfältige. Zugleich benennt er gleichwohl auch Verstörendes und Widersprüchliches. Im folgenden Interview erläutert er seine Vorgehensweise und verrät unter anderem, welche gängigen Klischees über das Heilige Land in seinen Augen falsch sind.</p><p><em>POW: Herr Zang, Sie haben vor wenigen Tagen ein neues Buch über das Heilige Land veröffentlicht. Was ist Ihr ganz spezieller Ansatz dabei? </em></p><p>Johannes Zang: Es gibt entweder Bücher über heilige Stätten, die Religionen im Heiligen Land oder eben über den Konflikt. Ich wollte alles zusammenbringen – Schönes, Interessantes, aber auch Verstörendes und Himmelschreiendes. Bis auf zwei Geschichten passen alle auf eine Doppelseite. Das Kaleidoskop reicht von Ausgangssperre über Diamantenbranche und Fußball bis zum ernst-heiteren Status Quo in der Grabeskirche, zu Witzen und Zugvögeln, von denen jährlich 500 Millionen durch Israel und Palästina ziehen – auf dem Weg nach Afrika oder zurück nach Europa oder Asien.</p><p><em>POW: Große Sorge bereitet Ihnen die Situation der Christen im Heiligen Land. Warum? </em></p><p>Zang: Christen, einmal zehn Prozent der Gesamtbevölkerung, wandern schon seit über 100 Jahren aus, in Wellen. Die letzte habe ich selbst während der zweiten Intifada (Volksaufstand der Palästinenser gegen die Besatzungsmacht Israel) in Betlehem miterlebt. Christen, vor allem aus dem christlichen Dreieck Betlehem – Beit Sahour – Beit Jala suchen für sich und ihre Kinder eine bessere Zukunft in Nordamerika, Europa oder Australien. Ehemalige Schüler von mir, Lehrerkollegen, Nachbarn, Bekannte – ja, die studieren oder arbeiten heute in Bolivien, Kanada, den USA, Schweden, Österreich, Irland, Spanien und Abu Dhabi. Damit verliert Palästina seine Intelligenzia. Betlehem, das einmal über eine christliche Mehrheit von 80 Prozent verfügte, zählt heute keine 20 Prozent Christen mehr. Damit fehlen nicht nur kluge Köpfe, sollten doch noch einmal – nach ewig langer Eiszeit – ernsthafte Gespräche zwischen Israel und Palästina zu einer Lösung des Konflikts und einem Ende der Besatzung stattfinden. Sie würden auch einem zukünftigen Staat Palästina schmerzhaft fehlen.</p><p><em>POW: Welche gängigen Klischees über das Heilige Land haben sich nach der Lektüre sicher erledigt? </em></p><p>Zang: Dass die Palästinenser die Hauptschuld am Fortbestand des Konflikts trügen und weniger friedensbereit seien als die Israelis. Was das Gros der deutschen Medien überhaupt nicht abbildet: das erschreckende Ausmaß der israelischen Besatzung und allumfassenden Kontrolle über das Leben und Land der Palästinenser. Diese reicht bis ins Schlafzimmer. Ein Beispiel: Wenn ein Palästinenser seine isländische, jordanische oder deutsche Ehefrau zu sich nach Betlehem oder Gaza holen will (Familienzusammenführung), muss Israel als Besatzungsmacht zustimmen. Es gibt Paare, die darauf schon 20 Jahre warten und fünfstellige US-Dollar-Beträge für Anwälte ausgegeben haben – ohne Erfolg. Es gibt auch Paare, die das zermürbt und die sich schwersten Herzens scheiden lassen. Wieder andere leben dauerhaft getrennt: einer mit einem Teil der Kinder in Palästina, der andere zum Beispiel in Jordanien mit den restlichen Kindern, und man sieht sich dreimal im Jahr. Die Besatzung muss endlich aufhören – leider wird sie im 177-seitigen neuen bundesdeutschen Koalitionsvertrag nicht thematisiert. Sie tötet nicht nur Palästinenser und Israelis – seit 1987 im Verhältnis sieben zu eins –, sondern korrumpiert Israel auch seelisch-moralisch. Jeder Bürger unseres Landes sollte das seinem Bundestagsabgeordneten klarmachen und ihn bitten, sich entschieden für ein Ende der Besatzung einzusetzen. Mit dem Fortbestand der Militärbesatzung schießt sich Israel ein riesiges Eigentor.</p><p><strong><em>Zur Person: </em></strong></p><p>Johannes Zang ist studierter Musiktherapeut und arbeitet als freier Referent und Journalist zum Thema Heiliges Land/Nahostkonflikt sowie als Pilgerführer im Heiligen Land. Er hat über 50 Gruppen auf Pilger-, Begegnungs- und politischen Studienreisen durch Israel, Palästina, Jordanien und im Sinai begleitet. Er spricht Arabisch und Hebräisch und wohnt mit Frau und Kindern in Goldbach (Landkreis Aschaffenburg).</p><p><em>Johannes Zang: „Erlebnisse im Heiligen Land. 77 Geschichten aus Israel und Palästina. Von Ausgangssperre bis Zugvögel.“ Promedia-Verlag, Wien 2021, 224 Seiten, Print 19,90 Euro, ISBN 978-3-85371-490-4, E-Book 15,99 Euro, ISBN 978-3-85371-892-6.</em></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><i><span style="font-size:10.0pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">Interview: Markus Hauck (POW)</span></span></span></i></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><span style="font-size:10.0pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">(4821/1170; E-Mail voraus)</span></span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><b><i><u><span style="font-size:10.0pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">Hinweis für Redaktionen:</span></span></span></u></i></b><i><span style="font-size:10.0pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif"> Fotos abrufbar im Internet </span></span></span></i></span></span></span></p>]]></content:encoded><category>Aschaffenburg</category><category>Buch-Tipp</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-48841</guid><pubDate>Wed, 29 Sep 2021 10:46:03 +0200</pubDate><title>„Nur die empathische Hinwendung zum Einzelfall hilft“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/nur-die-empathische-hinwendung-zum-einzelfall-hilft/</link><description>In „Stumme Schreie“ thematisiert der Psychiater Dr. Martin Flesch die Facetten seelischen Leidens vor, während und nach der Flucht</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) „Stumme Schreie“ heißt das neue Buch von Dr. Martin Flesch, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie mit dem Schwerpunkt Forensische Psychiatrie in eigener Gutachterpraxis. Darin beschreibt er die seelischen Leiden, die durch Migration entstehen. Im folgenden Interview erzählt er, was ihn zum Verfassen des Buchs motiviert hat und wo er die besonderen Herausforderungen für Kirche und Gesellschaft im Umgang mit Geflüchteten sieht.</p><p><em>POW: Herr Dr. Flesch, was hat Sie auf die Idee gebracht, ein Buch über die seelischen Nöte von Geflüchteten zu verfassen?</em></p><p>Dr. Martin Flesch: Auf die Idee gebracht haben mich die „Stummen Schreie&quot; der Geflüchteten, somit auch der Titel meines Buches. Ich bot ab dem Jahr 2014 – nach einer Besichtigung der Asylunterkunft in Würzburg – zunächst eine wöchentliche psychiatrische Akutsprechstunde für Migrantinnen und Migranten an, welche hoch frequentiert in Anspruch genommen wurde und sich sehr rasch zu einer sogenannten Sozialpsychiatrischen Migrationsambulanz auswuchs. Diese habe ich mittlerweile in Zusammenarbeit mit dem Team Migrantenmedizin des Missionsärztlichen Instituts in Würzburg meiner eigenen Gutachtenpraxis angegliedert. Ganz offensichtlich leiden sehr viele Geflüchtete psychisch unter den Auswirkungen ihrer Fluchtursachen, ihrer Fluchtrouten und den oft verbesserungsbedürftigen Unterbringungsbedingungen im Zielland. Darüber hinaus sah ich den großen Bedarf an psychiatrischer Versorgung und Begutachtung von Migranten, somit die Notwendigkeit der ärztlich kurativen und empathischen Hinwendung zum Einzelfall. Statistische Daten, Zahlen und Fakten verstellen oft das Ausmaß des psychischen Leidens der einzelnen Betroffenen. Daher beschloss ich, über Einzelschicksale von Geflüchteten, ihre Traumatisierungen sowie ihre Probleme im Asylrechtsverfahren zu schreiben und die Öffentlichkeit verstärkt auf diese vielen ungelösten Probleme in Buchform hinzuweisen.</p><p><em>POW: Wie würden Sie das aus Ihrer Sicht einschätzen: Gibt es mehr körperlich oder mehr psychisch kranke Geflüchtete?</em></p><p>Flesch: Unter den Geflüchteten kommen natürlich die gleichen körperlichen Erkrankungen vor wie bei allen anderen Betroffenen auch. Jedoch sind die Störungen des Erlebens und Verhaltens bei psychischen Erkrankungen von Geflüchteten in ihrem Erscheinungsbild komplexer als bei körperlichen Symptomen und in ihrer Ausgestaltung variabel. Der Anteil von psychischen Störungsbildern bei Migranten und Migrantinnen ist unverändert hoch und meines Erachtens auch zunehmend. Die Ursachen für die Auslöser von erheblichen Traumatisierungen und psychischen Störungsbildern im Rahmen des Migrationsprozesses sind auf vielen Ebenen zu suchen, begonnen bei den oft unerträglichen Ausgangssituationen im Herkunftsland wie Unterernährung, politische Konfliktfelder, Verfolgung, Folter, Lagerhaft und so weiter über die unwägbaren Bedingungen eines Fluchtweges. Dazu gehören Hitze, Kälte, Obdachlosigkeit, Überquerung von Gewässern und damit die Gefahr des Ertrinkungstodes. Das Spektrum reicht bis hin zu den in der Regel wenig empfangend wirkenden Aufnahmebedingungen im Zielland. Als Stichwörter seien hier die Unterkunft, Asylrechtsverfahren und eventuelle Ablehnung, Duldung oder die Ankündigung der Abschiebung genannt. In diesem Zusammenhang präsentieren sich zahlreiche Quellen für posttraumatische Belastungsstörungen, Depressionen, Belastungsreaktionen und suizidale Entwicklungen.</p><p><em>POW: Würzburg wurde am 25. Juni durch die Gewalttat eines psychisch kranken Geflüchteten erschüttert, bei der drei Menschen starben und viele verletzt wurden. Wie beurteilen Sie aus fachlicher Sicht das Geschehen?</em></p><p>Flesch: Zunächst einmal muss im Rahmen eines gutachterlichen Prozesses geklärt werden, ob der am 25. Juni in Würzburg handelnde Täter unter einer klinisch manifesten psychischen Erkrankung gelitten hat, bevor in einem zweiten gutachterlichen Schritt geklärt werden kann, ob er im Rahmen seiner Tathandlungen auch unter der Einwirkung seiner möglichen psychischen Störungsbilder gestanden hat. Dennoch kann bereits zum jetzigen Zeitpunkt sicherlich argumentiert werden, dass wir uns um psychisch schwer erkrankte Geflüchtete rechtzeitig unter Bemühung der einzelnen erforderlichen ärztlich-kurativen und psychosozialen Ebenen kümmern und sorgen müssen. Psychisch erheblich beeinträchtigte Migranten bedürfen rechtzeitig einer adäquaten stationär-psychiatrischen Versorgung, die nicht damit enden kann, dass wir die Betroffenen nach einer Phase der stationären Behandlung sich selbst überlassen, möglicherweise auch unter der Gefahr, dass sie in die Obdachlosigkeit abgleiten. Hier bedarf es einer engen Verzahnung sämtlicher dafür erforderlicher kooperierender Ebenen und behördlicher Strukturen. Nur auf diese Weise können wir mittel- bis langfristig rückfallpräventiv tätig werden. Auch in diesem Zusammenhang wird sich entscheidend auswirken, inwieweit wir die Bereitschaft aufbringen, uns dem jeweiligen Einzelfall engagiert und intensiv zuzuwenden.</p><p><em>POW: Was muss geschehen, um die von Ihnen im Buch beschriebenen Nöte von Geflüchteten zu lindern oder gar zu beseitigen?</em></p><p>Flesch: In erster Linie muss es darum gehen, die Probleme der Geflüchteten anzuerkennen und nicht durch hochakademische und von statistischen Kennwerten gespeiste Argumentationen wegzudiskutieren. Nur die empathische Hinwendung zum Einzelfall führt hier zum Ziel, das kann oft anstrengend sein und viel Energie abfordern. Traumatisierte Geflüchtete bedürfen sehr hoher anhaltender Zuwendung. Oft sind die Unterbringungsbedingungen in Asylaufnahmeeinrichtungen suboptimal und führen zur Verstärkung des psychischen Leidens. Im Rahmen von Asylrechtsverfahren wird den Betroffenen häufig nicht ausreichend zugehört, oder sie werden lediglich an ihrer sogenannten Glaubwürdigkeit gemessen. Die durch die psychischen Störungen bedingten Einschränkungen werden häufig nicht in dem notwendigen Maße anerkannt. Es gibt noch viel zu tun und an Akzeptanz zu gewinnen. Darauf macht das Buch insbesondere aufmerksam.</p><p><em>POW: Welche Rolle kann oder muss die Kirche dabei spielen?</em></p><p>Flesch: Die Kirche muss – wenn sie glaubwürdig wahr- und ernstgenommen werden will – bei dieser Thematik eine klare und ganz eindeutige „Farbe“ bekennen. Eine Farbe, die als solche zu erkennen ist, eben kein „Grau in Grau“ und kein Mischzustand: klare und eindeutige Bekenntnisse zu den Problemen von Geflüchteten, insbesondere zu den Verletzungen von Menschenrechten im Rahmen der Migrationspolitik. Dazu gehört auch die mutige Durchsetzung von Kirchenasylen, wenn Alternativen versagen. Die Kirche ist da aber derzeit sehr still, wenig mutig und nimmt viel zu wenig Einfluss auf die gesellschaftlichen Strukturen und auf die realen Probleme von Geflüchteten. Ich wünsche mir diesbezüglich eine laute, eindeutig vernehmbare Stimme, damit aus stummen Schreien Protestschreie und Aufschreie werden, wo Bedürftige der empathischen Zuwendung ausharren.</p><p><em>Martin Flesch: „Stumme Schreie. Seelische Leiden durch Migration. Plädoyer eines Psychiaters“. 192 Seiten, 16,90 Euro. Echter Verlag, Würzburg 2021, ISBN 978-3-429-05663-6. </em></p><p class="text-right"><em>Interview: Markus Hauck (POW)</em></p><p>(3921/0940; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category><category>Im Gespräch</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-47260</guid><pubDate>Tue, 20 Apr 2021 11:45:33 +0200</pubDate><title>„Ohne Frauen hat Kirche keine Zukunft“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/ohne-frauen-hat-kirche-keine-zukunft/</link><description>Generaloberin Dr. Katharina Ganz über die Frauenfrage in der katholischen Kirche – Synodaler Weg als Chance für die Kirche in Deutschland</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Oberzell</strong> (POW) „Ohne Frauen hat Kirche keine Zukunft.“ Davon ist Schwester Dr. Katharina Ganz, Generaloberin der Franziskanerinnen von Oberzell, promovierte Theologin und Mitglied im Forum „Frauen in Diensten und Ämtern“ des Synodalen Wegs der katholischen Kirche in Deutschland, überzeugt: „Die Frauenfrage ist in der katholischen Kirche eine, wenn nicht sogar die Nagelprobe, an der sich ihre Zukunftsfähigkeit entscheiden wird.“ Welche Erfahrungen sie als Frau in der katholischen Kirche gemacht hat, warum sich die bestehenden Strukturen ändern müssen und was sie sich vom Synodalen Weg erhofft, beschreibt Ganz in ihrem Buch „Frauen stören. Und ohne sie hat Kirche keine Zukunft“.</p><p>Bundesweit bekannt wurde Ganz, als sie 2019 bei der Mitgliederversammlung der Generaloberinnen in Rom Papst Franziskus bei einer Audienz spontan darum bat, dass man die Frage des Frauendiakonats nicht nur anhand von historischen und dogmatischen Quellen beantworten dürfe. Seine Antwort stieß viele Frauen vor den Kopf: „Wir sind doch katholisch. Wir müssen die Offenbarung respektieren. Aber wenn eine von Ihnen eine andere Kirche gründen will…“ Sie habe das zunächst als schlechten Witz gedeutet, schreibt Ganz. Aber es ist eines von mehreren Beispielen, wie Frauen in der katholischen Kirche von oben herab behandelt werden – ob beabsichtigt oder nicht. „Als (Ordens-)Frau bin ich besonders sensibilisiert für Erfahrungen, die mit Abwertung, Verachtung und Ausgrenzung von Frauen in der von Männern dominierten Kirche zu tun haben.“</p><p>Ganz wuchs in Willanzheim auf, einem kleinen Dorf im Landkreis Kitzingen. Die Kirche sei für sie wie ein zweites Zuhause gewesen. Ende der 1980er Jahre habe sie jemanden sagen hören: „Die Erika hat das Zeug für einen Pfarrer!“ Von sich aus wäre sie nie auf diesen Gedanken gekommen: „Ich bin eine Frau. Priester werden nur Männer.“ Damals, als 18-Jährige, habe sie der Satz lediglich irritiert. Doch als sie nach dem Theologiestudium zu den Weihen von Diakonen und Priestern eingeladen wurde, mit denen sie jahrelang dieselben Vorlesungen besucht hatte, „durchzog mich ein Schmerz, der mich bis heute nicht verlassen hat“. Papst Franziskus bescheinige Frauen ein „weibliches Genius“, betone die Notwendigkeit der Reflexion über ihren „spezifischen Platz“ und fordere eine „Theologie der Frau“. „Dabei frage ich mich, was mit dieser theologischen ,Extrawurst‘ gemeint sein soll“, erwidert Ganz in ihrem Buch. Längst habe sich in den verschiedenen Disziplinen der theologischen Wissenschaft, aber auch im Volk Gottes die Erkenntnis durchgesetzt, dass nicht die Zulassung von Frauen zu den kirchlichen Weiheämtern begründungspflichtig sei, sondern das Festhalten an ihrem Ausschluss.</p><p>„Die weltweit aufgedeckten Missbrauchsskandale und ihre Vertuschung haben das Weiheamt dermaßen beschädigt, dass die Plausibilität des christlichen Glaubens insgesamt auf dem Spiel steht“, warnt Ganz. Den Synodalen Weg sieht sie als eine Chance. Doch der Prozess könne nur dann eine Erneuerung der Kirche in Deutschland bewirken, wenn es gelinge, offen und vorurteilsfrei in eine konstruktive Auseinandersetzung einzutreten. Die Frauenfrage sei ein zentrales Thema für das Selbstverständnis der Kirche: „An diesem theologischen Ort wird sich entscheiden, ob die Kirche mit ihrer frohmachenden Botschaft durchdringt oder sich lächerlich macht und belanglos wird.“ Denn der Umgang mit Frauen in der Kirche werde von einem Großteil der Menschen in Deutschland nicht mehr verstanden. „Durch das Mitwirken von Frauen in Leitung werden die Strukturen und das Handeln von Kirche nicht automatisch besser, wohl aber kreativer und diverser“, ist Ganz überzeugt.</p><p>Eines ihrer liebsten Beispiele für eine aufmüpfige Frau ist Antonia Werr (1813-1868), die Gründerin der Gemeinschaft der Oberzeller Franziskanerinnen. Werr setzte sich für strafentlassene Frauen ein – zu ihrer Zeit ein Novum. „Mit ihrem eigenständigen sozial-pastoralen Handeln störte Antonia Werr“, stellt Ganz fest. Auch Werr habe an den kirchlichen Strukturen gelitten und umfassende Kränkungen durch Kleriker erlebt. Sobald Frauen die Autorität der kirchlichen Hierarchie – „das heißt in der katholischen Kirche immer die Autorität der Männer“ – antasteten, sei es zu Konflikten gekommen. Doch sei es Werr gelungen, ihre Frustration in Gestaltungskraft umzuwandeln, und sie fand Unterstützer, die sie in ihrem Vorhaben ermutigten.</p><p>Es rege sich breiter Widerstand an den klerikalen, männerdominierten und männerbündischen Machtstrukturen innerhalb der Kirche, schreibt Ganz gegen Ende ihres Buchs. Ihre Gemeinschaft wünsche sich, dass die Kirche die Zeichen der Zeit nicht nur erkenne, sondern den politischen Willen aufbringe, der Benachteiligung von Frauen in der Kirche „grundsätzlich, mutig, zügig entschieden und dauerhaft“ entgegenzuwirken, indem sie Frauen auf allen Entscheidungsebenen der Kirche sichtbar mache und zu allen Ämtern und Positionen zulasse. „Es wird also Zeit, dass Frauen stören. Es wird Zeit, dass sie aufstehen, statt zu warten, bis man sie gönnerhaft entdeckt. Und es wird höchste Zeit, dass Frauen Stimme und Gehör finden in der Verkündigung, in der Lehre, in der Feier der Sakramente, in allen Diensten und Ämtern und überall, wo Entscheidungen getroffen werden.“</p><p><em>Katharina Ganz: Frauen stören. Und ohne sie hat Kirche keine Zukunft. Echter-Verlag, Würzburg 2021. 200 Seiten, 16,90 Euro. ISBN 978-3-429-05623-0.</em></p><p class="text-right">sti (POW)</p><p>(1621/0385; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46687</guid><pubDate>Thu, 25 Feb 2021 15:48:14 +0100</pubDate><title>40 Marienwallfahrtsorte im Erzbistum Bamberg</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/40-marienwallfahrtsorte-im-erzbistum-bamberg/</link><description>Neuer Pilgerführer erschließt Fränkischen Marienweg in Ober- und Mittelfranken</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg/Bamberg</strong> (POW) Ergänzend zum unterfränkischen Wegenetz des <a href="http://www.fraenkischer-marienweg.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">„Fränkischen Marienwegs“</a> gibt es jetzt auch einen Pilgerführer für den Streckenteil in Ober- und Mittelfranken. Darin sind 40 Marienwallfahrtsorte auf dem Gebiet des Erzbistums Bamberg aufgelistet und beschrieben, die auf rund 1100 Kilometer Wegstrecke und zwei Routen erpilgert werden können. Mit einer Gesamtlänge von über 2000 Kilometern – etwa 900 Kilometer lang ist das Wegenetz in Unterfranken – ist der Fränkische Marienweg damit der längste zusammenhängende Wanderweg in Deutschland.</p><p>„Auf den beiden neuen Ave-Maria- und Magnificat-Routen verbinden sich spiritueller Reichtum, kulturelle Vielfalt und die typisch fränkischen Gasthäuser zu einer organischen Einheit“, schreiben Pfarrer Josef Treutlein, Initiator des Fränkischen Marienwegs, Domkapitular Martin Emge vom Initiativkreis Fränkischer Marienweg im Erzbistum Bamberg und Domkapitular Dr. Norbert Jung, Leiter des Diözesanpilgerbüros Bamberg, in ihrem gemeinsamen Vorwort.</p><p>Das ringgebundene Buch enthält jeweils eine detaillierte Wegbeschreibung von Wallfahrtsort zu Wallfahrtsort sowie Informationen zu Einkehrmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten an der Strecke und Weglänge. Zu den einzelnen Gotteshäusern, bei denen jeweils auch die zuständige kirchliche Stelle verzeichnet ist, gibt es neben Fotos auch historische Hintergründe. Detaillierte Wanderkarten ergänzen das Material. Aufgelistet sind zudem die wichtigsten Marienfeste und deren kirchliche Bedeutung. Dank des kompakten Formats ist der Pilgerführer handlich.</p><p>„Maria kann helfen, in der christlichen Spiritualität und Frömmigkeit reifer zu werden und engagierter in der Nächstenliebe“, schreibt Bambergs Erzbischof Dr. Ludwig Schick in seinem Geleitwort. Wer sich auf die Spuren der Gottesmutter Maria in den Landschaften von Main-, Regnitz- und Pegnitztal, dem Frankenwald, der Fränkischen Schweiz, der Fränkischen Alb, im Nürnberger Land und dem östlichen Teil von Steigerwald und Haßbergen machen möchte, findet in dem Pilgerführer das notwendige Rüstzeug.</p><p><em>Erzbistum Bamberg und Verein der Freunde und Förderer des Fränkischen Marienwegs (Hrsg.). „Pilger- und Wanderführer Fränkischer Marienweg: Oberfranken und Mittelfranken“. Galli-Verlag, Hohenwart 2021. 144 Seiten. Ringbuch. 12,90 Euro. ISBN 978-3-936990-77-5.</em></p><p class="text-right"><em>mh (POW)</em></p><p>(0921/0211; E-Mail voraus)</p><p>Hinweis für Redaktionen: Foto abrufbar im Internet</p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46329</guid><pubDate>Wed, 27 Jan 2021 15:25:17 +0100</pubDate><title>Alles andere als eine Epoche des Verfalls</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/alles-andere-als-eine-epoche-des-verfalls/</link><description>Band 79 der „Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und des Hochstifts Würzburg“ blickt auf Bischof Lorenz von Bibra und seine Zeit</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Bischof Lorenz von Bibra hat vielfache, noch heute sichtbare Spuren hinterlassen. Zum Beispiel sein von Tilman Riemenschneider geschaffenes Grabmal im Kiliansdom oder den nach ihm benannten Bau auf der Festung Marienberg. Sein Episkopat umfasst aber noch weit mehr. Einen umfassenden Blick auf seine Amtszeit und die Umstände, Folgen und Herausforderungen gibt das von den Professoren Dr. Enno Bünz und Dr.&nbsp;Wolfgang Weiß herausgegebene Buch „Bischof Lorenz von Bibra (1495-1519) und seine Zeit. Herrschaft, Kirche und Kultur im Umbruch“.</p><p>Der Band ist das Ergebnis einer Tagung, die von den beiden Herausgebern konzipiert und in Kooperation zwischen dem Würzburger Diözesangeschichtsverein und dem Lehrstuhl für Sächsische Vergleichende Landesgeschichte an der Universität Leipzig sowie dem Hennebergisch-Fränkischen Geschichtsverein im Mai 2019 im Kulturzentrum Kloster Wechterswinkel (Landkreis Rhön-Grabfeld) durchgeführt wurde. Beleuchtet werden in dem mehr als 650 Seiten starken Werk unter anderem das familiäre Umfeld des Bischofs, seine Rolle als Reichspolitiker sowie beispielhaft die zeittypischen Auseinandersetzungen mit einem benachbarten Territorialherren, dem Grafen von Henneberg.</p><p>Die Lektüre liefert außerdem vergleichende Einblicke in die Karrieren von Prälaten in Franken wie in Sachsen. Die wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen der beiden Gegenden werden ebenso näher untersucht wie die auf dem Sektor des Bauwesens. Zudem widmet sich ein Beitrag den Zusammenhängen und Unterschieden, was die Observanz der Regeln bei den Augustiner-Eremiten betrifft.</p><p>Weitere Themen sind der Humanismus im Umkreis des Lorenz von Bibra sowie der Buchdruck in Würzburg in dessen Amtszeit. Aus kunsthistorischer Sicht beleuchtet werden die beiden von Riemenschneider geschaffenen Grabmäler für Johann von Bibra in der Kirche Sankt Leo in Bibra und das des Lorenz von Bibra im Kiliansdom. Ein anderer Aufsatz erläutert, welche Ausstellungselemente im Würzburger Dom aus der Amtszeit des Bischofs stammen.</p><p>Erläutert wird in dem Band darüber hinaus, welche Frauenklöster sich in dieser Epoche im Norden des Bistums Würzburg fanden. Darunter befindet sich auch Wechterswinkel, wo die wissenschaftliche Tagung über Lorenz von Bibra stattfand. Ausführlich dargestellt wird in dem Buch zudem, wie die Bischöfe um 1500 mit weltlichen Herren wegen der Einkünfte aus neuen Wallfahrten in Konflikte gerieten. Fragen aus dem Pfarrwesen aus den Bereichen des heutigen Südthüringens und des nördlichen Unterfrankens werden ebenfalls in den Blick genommen.</p><p>In ihrem gemeinsamen Vorwort betonen die beiden Herausgeber, der Band lasse erkennen, wie wenig sich diese Epoche mit dem auf Johan Huizinga zurückgehenden Diktum vom „Herbst des Mittelalters“ charakterisieren lasse. „Es gibt zweifelsfrei viele Momente des Umbruchs, worauf auch der Untertitel des Werkes hindeutet, aber keineswegs nur Indizien einer Krise, die sich letztlich in jeder Zeit finden, oder vor allem kirchlicher, besonders klerikaler Dekadenzerscheinungen, denn ebenso und wohl noch mehr gibt es Zeichen verantwortungsvollen Bewusstseins und Handelns tiefer und in den Lebensäußerungen konsequenter Religiosität.“ Die Vorstellung einer durchgängigen Verfallsperiode sollte daher endlich aus den Geschichtsbüchern verbannt werden, plädieren Weiß und Bünz.</p><p><em>Enno Bünz, Wolfgang Weiß (Hg.): „Bischof Lorenz von Bibra (1495-1519) und seine Zeit. Herrschaft, Kirche und Kultur im Umbruch“ (Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg, Band 79). 656 Seiten. Gebunden. 49 Euro. ISBN 978-3-429-05497-7.</em></p><p class="text-right"><em>mh (POW)</em></p><p>(0521/0104; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category><category>Dom und Neumünster</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-46323</guid><pubDate>Wed, 27 Jan 2021 08:57:46 +0100</pubDate><title>Plädoyer für eine geerdete Spiritualität</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/plaedoyer-fuer-eine-geerdete-spiritualitaet/</link><description>Moraltheologe Rosenberger: „Nicht alles, was früher einmal hilfreich war, muss es heute noch sein“</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg/Linz</strong> (POW) „Was der Seele Leben schenkt. Spiritualität aus Erde“ heißt das jüngste Buch von Professor Dr. Michael Rosenberger, Priester des Bistums Würzburg und Inhaber des Lehrstuhls für Moraltheologie an der Katholischen Privatuniversität Linz. Im folgenden Interview erklärt er, was er unter „Spiritualität aus Erde“ versteht, und sagt, warum es sich lohnt, einige christliche Traditionen kritisch zu hinterfragen.</p><p><em>POW: Herr Professor Rosenberger, in Ihrem jüngsten Buch plädieren Sie für „eine Spiritualität aus Erde“. Was ist darunter zu verstehen? </em></p><p>Professor Dr. Michael Rosenberger: Ich meine damit eine Spiritualität, die sich vorwiegend aus den Kräften und Begabungen speist, die dem Menschen als Menschen geschenkt sind. Die meisten verstehen unter Spiritualität etwas Abgehobenes, Weltfernes oder auch etwas, was vor allem von dogmatischen Lehren lebt. Dagegen möchte ich die „Spiritualität aus Erde“ so verstehen, dass sie nach den ganz natürlichen Ressourcen fragt, die jedem Menschen offenstehen, und diese zu heben versucht. Ein Beispiel: Es ist für jeden Menschen, auch für einen Atheisten, eine Kraftquelle, am Abend eine Viertelstunde auf den Tag zurückzuschauen und ihn in der eigenen Phantasie noch einmal nachzuerleben, Stunde um Stunde, Ereignis um Ereignis. Da wird man auf vieles aufmerksam, was man während des Tages gar nicht richtig auskosten konnte, weil ein Ereignis dem nächsten folgte. Man entdeckt, wie reich und schön der Tag war, aber auch, was er an Schmerzlichem hatte. Wir Christinnen und Christen können dann Gott danken und ihm unsere Sorgen anvertrauen. Aber auch der Atheist kann seinen Tag auf diese Weise bewusster erleben und schließlich verabschieden. Das Ritual als solches ist nicht vom christlichen Glauben abhängig.</p><p><em>POW: Wie viel der tradierten Lehre und Bräuche können wir aus dem Christentum streichen, ohne den Kern zu verlieren? Und welche Kriterien erachten Sie in diesem Zusammenhang für entscheidend? </em></p><p>Rosenberger: Die Frage enthält schon die Antwort: Den Kern, also vor allem das, was wir im Glaubensbekenntnis bekennen, können wir absolut nicht streichen. Aber 2000 Jahre Tradition haben dem Kern des Christentums eine dicke Schale hinzugefügt, durch die wir oftmals kaum noch zum Kern vorstoßen können. Und wenn das der Fall ist, dann ist die Schale hinderlich und sollte weggenommen werden. Das Zweite Vatikanische Konzil hat in diesem Sinne schon viel getan. Aber mitten auf dem Weg wurde dieser Prozess abgebrochen. Wir erschöpfen uns noch immer viel zu sehr in Äußerlichkeiten. Dabei meint Spiritualität Innerlichkeit: Ich reise in mein intimstes Inneres, denn dort begegne ich Gott, dem verborgenen Geheimnis meines Lebens. Um mich auf diese Reise zu begeben, brauche ich viele Bräuche und Traditionen nicht, die wir in der Kirche entwickelt haben. Viele von ihnen hatten vor Jahrhunderten eine wichtige Bedeutung. Aber nicht alles, was früher einmal hilfreich war, muss es heute noch sein.</p><p><em>POW: Inwiefern hat Sie für das Buch auch die aktuelle Corona-Pandemie inspiriert? </em></p><p>Rosenberger: Ich muss Sie enttäuschen: gar nicht. Denn das Buch war bereits fast fertig geschrieben, als Corona begann. Von der Fertigstellung eines Manuskripts bis zum Druck des Buches ist es ja noch ein langer Weg. Ich finde Ihre Frage aber durchaus treffend, denn in der Tat glaube ich, dass das Buch jetzt in der Corona-Zeit ein Volltreffer ist – ohne dass ich es ahnen konnte. Es leitet Menschen an, sich zu fragen, aus welchen Kraftquellen sie leben. Und es gibt viele Hinweise, welche Kraftquellen da in Frage kämen und wie man die sehr praktisch für sich erschließen kann. Das ist in den Monaten der Pandemie eine absolut passende Überlegung.</p><p><em>POW: Braucht es, wenn man Ihre Ausführungen ernst nimmt, vielleicht knapp 60 Jahre nach dem Zweiten Vatikanum ein neues Konzil?</em></p><p>Rosenberger: Das Konzil hat uns viel mehr Hausaufgaben gegeben als die, die wir schon erledigt haben. An sich bleibt noch eine Menge zu tun, um das Konzil wirklich ganz abzuarbeiten und zu verwirklichen. Allerdings gibt es ein paar Fragen, die uns wie ein Mühlstein um den Hals hängen und die das Konzil noch nicht stellen konnte – dafür kam es ein wenig zu früh. Ich meine die bekannten heißen Eisen wie die Frauenfrage oder die Sexualmoral. Um diese Fragen zu lösen wird es wohl das Gewicht eines neuen Konzils brauchen, weil ansonsten die Einheit der Kirche auf dem Spiel steht. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ein Konzil im Jahr 2021 diese Fragen so entscheiden würde, wie wir uns das in Mitteleuropa mehrheitlich wünschen. Vor allem wenn man daran denkt, dass ein Konzil bislang nur von männlichen Bischöfen entschieden wird. Aber der Heilige Geist wird seine Wege finden!</p><p><em>Michael Rosenberger: Was der Seele Leben schenkt. Spiritualität aus Erde. Echter-Verlag, Würzburg 2020, 216 Seiten, 14,90 Euro, ISBN 978-3-429-05590-5.</em></p><p class="text-right"><em>Interview: Markus Hauck (POW)</em></p><p>(0421/0098; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category><category>Im Gespräch</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-45970</guid><pubDate>Thu, 17 Dec 2020 10:26:59 +0100</pubDate><title>Weihnachten – gerade in Coronazeiten </title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/weihnachten-gerade-in-coronazeiten/</link><description>Buch von Benediktinerpater Dr. Anselm Grün und Musikerin Maite Kelly plädiert für echte Weihnachtsfreude und tiefe Geborgenheit</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Wie Weihnachten feiern, wenn Corona und die damit verbundenen Einschränkungen viel Gewohntes durcheinanderbringen? Steckt darin vielleicht auch die Chance, in diesem Jahr ein besonders schönes und einzigartiges Fest zu feiern?</p><p>Vielfältige und inspirierende Antworten geben in einem sehr persönlich gehaltenen Buch Maite Kelly, Jahrgang 1979, zweijüngstes Kind der Kelly Family und heute Sängerin, Musikproduzentin und Autorin, sowie Benediktinerpater Dr. Anselm Grün, Jahrgang 1945, Bestsellerautor im Bereich Spiritualität. In Essays sinnieren die Autoren abwechselnd über Fragen wie „Die Kunst von Nähe und Distanz“ und „Lob der Einfachheit – oder: Keep it simple!“.</p><p>Grün rät unter anderem dazu, freie Zeit nicht komplett unstrukturiert zu verbringen. „Solche Tage können auch einmal schön und erholsam sein. Aber nur ab und zu. Wird plötzlich die gesamte Woche, der ganze Monat zu einem formlosen Zeitbrei, wird das Leben geschmacklos und schal.“ Kelly blickt aus der Warte des Familienmenschen auf Weihnachten und warnt unter anderem vor Perfektionismus: „Das ist für mich das, was die Weihnachtsgelassenheit ausmacht. Sie beginnt zu wachsen im Advent, durch die Vorbereitung. Wir dürfen gelassen sein, weil wir hineinwachsen in das Weihnachtserlebnis und nicht die Sorge haben müssen, hineinzustolpern. Weil oberflächliches Chaos nicht bedeutet, dass ein Fest nicht unvergesslich und tiefe Erfüllung sein kann.“</p><p>Es liegt nahe, dass das Buch nicht mit allzu großem Vorlauf entstanden sein kann. Fehler wie „Alte und neu: Hitlist für Weihnachten – und unser Leben“ sollten aber bei einem großen Verlag wie Herder nicht durch die Korrektur rutschen.</p><p><em>Maite Kelly, Anselm Grün: Weihnachten für alle. Herder-Verlag, Freiburg 2020, 128 Seiten, 14 Euro, ISBN 978-3-451-03302-5.</em></p><p class="text-right"><em>mh (POW)</em></p><p>(0121/0007; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-45915</guid><pubDate>Tue, 15 Dec 2020 11:08:43 +0100</pubDate><title>Beitrag zur Liborius-Wagner-Verehrung</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/beitrag-zur-liborius-wagner-verehrung/</link><description>Weihbischof erhält erstes Exemplar des Novenen-Büchleins „Gelebte Treue“</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sulzdorf</strong> (POW) Das erste Exemplar des neuen Novenen-Büchleins „Gelebte Treue“ hat Pfarrer Dr.&nbsp;Eugen Daigeler am Mittwoch, 9. Dezember, dem Gedenktag des seligen Liborius Wagner, an Weihbischof Ulrich Boom übergeben. „Die Verehrung des Seligen ist für mich ein echtes Anliegen geworden“, erklärte Daigeler. An diesem Tag im Jahr 1631 erlitt Wagner, der damals Pfarrer von Altenmünster und Sulzdorf war, in Schonungen das Martyrium. „Ich gebe zu, dass ich diesen Seligen aus unserem Diözesankalender nur dem Namen nach kannte, bevor ich Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft ‚Liborius Wagner Markt Stadtlauringen‘ und damit sein Nachfolger wurde.“</p><p>Über eine längere Zeit sei die Idee gewachsen, eine Kurzbiographie Wagners zu veröffentlichen mit einer aktuellen Gebetshilfe. Die vorhandene Novene, verfasst von Domdekan em. Prälat Günter Putz, stammt aus den 1980er Jahren. Durch das Zusammenstellen der Themen für den 2020 eröffneten Liborius-Wagner-Besinnungspfad in Altenmünster sei Daigeler auf die Impulse für das Novenengebet gekommen. So entstand das Büchlein, das auch eine Lebensbeschreibung des Märtyrerpriesters enthält.</p><p>Weihbischof Boom, der Hauptzelebrant des Gottesdiensts an Wagners Gedenktag war, zeigte sich erfreut über diesen Beitrag, die Botschaft des Seligen in die Gegenwart zu übersetzen. Das Büchlein ist beim Echter-Verlag (<a href="http://www.echter.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.echter.de</a>) sowie im Buchhandel erhältlich.</p><p>Eugen Daigeler: Gelebte Treue. Neun Tage mit dem seligen Liborius Wagner. Eine Novene. Echter-Verlag, Würzburg 2020, 56 Seiten, 4,90 Euro, ISBN 978-3-429-05591-2.</p><p>(5120/1304; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Weihbischof Ulrich Boom</category><category>Buch-Tipp</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-45757</guid><pubDate>Fri, 04 Dec 2020 08:29:27 +0100</pubDate><title>Persönliches Zeugnis der Berufung</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/persoenliches-zeugnis-der-berufung/</link><description>Buch gibt Einblick in die geistlichen Wurzeln zahlreicher Priester</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Einblick in die Spiritualität Würzburger Priester gibt ein neues Buch mit dem Titel „,Kommt und seht‘. Priester geben Zeugnis über ihre Berufung“. Bischof Dr. Franz Jung hat das vom Priesterseminar Würzburg herausgegebene Buch am Dienstagabend, 1. Dezember, aus den Händen von Regens Domvikar Stefan Michelberger und Subregens Stefan Fleischmann entgegengenommen. „Die Idee zu dem Buch geht auf Subregens Fleischmann zurück, der im Erzbistum Bamberg ein ähnliches Werk mit einem Mitbruder initiiert hat, in dem dortige Priester ihre Primizsprüche präsentierten“, erläuterte Regens Michelberger. Das Würzburger Buch widme sich aber nicht nur Primizsprüchen. Die beteiligten Priester unterschiedlicher Weihejahrgänge und Aufgabenbereiche erläuterten darin die geistlichen Wurzeln, die in Primizspruch, Primizkelch oder einem Messgewand einen griffigen Niederschlag fanden. „Auf diese Weise sind sehr ausdruckstarke Glaubenszeugnisse entstanden. Diese sind sehr vielfältig, erzählen sie doch ganz persönlich, was den Priester damals motivierte und heute noch trägt, seinen Dienst zur Ehre Gottes und den Menschen zur Freude zu tun“, erklärte Subregens Fleischmann. Erste Ideen zu einem solchen Werk seien Ende 2019 zusammen mit einem Priesterkandidaten gesammelt worden. Die Umsetzung gelang dann in enger Zusammenarbeit mit dem Würzburger Echter-Verlag. „Wir wünschen uns, dass die Glaubenszeugnisse auch all jenen Christen Mut und Zuversicht schenken, die ihre je eigene Berufung suchen und ihr folgen“, sagte der Subregens. Insgesamt 50 Priester, darunter auch die Bischöfe Dr. Franz Jung, Dr. Friedhelm Hofmann und Ulrich Boom, sind in dem Buch mit ihren Beiträgen vertreten. Geistliche Texte von Pfarrer Monsignore Herbert Baumann, früherer Regens des Würzburger Priesterseminars, Spiritual Domvikar Paul Weismantel und Regens Michelberger bereichern die Lektüre, ebenso die einleitenden Artikel zu den einzelnen Abschnitten. Bischof Jung dankte für das Zusammenstellen des Bands und zeigte sich von der Fülle der Beiträge und vom Layout des Buchs sehr angetan. Erhätlich ist das Buch im Buchhandel sowie in der Würzburger Dominfo,&nbsp;Domstraße 40.</p><p><em>Priesterseminar Würzburg (Hg.): „Kommt und seht“ – Priester geben Zeugnis über ihre Berufung. Echter-Verlag, Würzburg 2020, 189 Seiten, 14,90 Euro, ISBN 978-3-429-05581-3.</em></p><p class="text-right"><em>mh (POW)</em></p><p>(5020/1265; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Bischof Franz Jung</category><category>Buch-Tipp</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-45347</guid><pubDate>Fri, 30 Oct 2020 13:24:36 +0100</pubDate><title>Den heiligen Josef im Blick</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/den-heiligen-josef-im-blick/</link><description>Pfarrer Dr. Eugen Daigeler über Hintergründe seines neuen Buchs</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Stadtlauringen</strong> (POW) „Heiliger Josef, schütze die Kirche“ heißt das Buch, das Pfarrer Dr. Eugen Daigeler veröffentlicht hat. Im folgenden Interview erklärt er, warum er es geschrieben hat und was die Leser erwartet.</p><p><em>POW: Herr Dr. Daigeler, Sie haben ein Buch über den heiligen Josef verfasst. Was hat Sie dazu veranlasst?</em></p><p>Pfarrer Dr. Eugen Daigeler: In unserer Pfarreiengemeinschaft halte ich jedes Jahr eine Fastenpredigtreihe. Dazu beschäftige ich mich mit einem Thema, das ich dann in eigenen Predigtgottesdiensten am Sonntagnachmittag weiterzugeben versuche. Dazu bin ich immer auf Themensuche. In einer Zeitschrift bin ich auf den Hinweis gestoßen, dass 2020 für den heiligen Josef eine Art Jubiläum ist. 1870 hat ihn Papst Pius IX. zum Schutzpatron der katholischen Kirche erklärt. Mich selbst hat dieser stille Heilige schon immer beeindruckt, nicht nur weil es mein dritter Name ist. Mein Großvater hieß so. Und daher wurde bei uns daheim der Josefstag am 19. März immer ein wenig gefeiert.</p><p><em>POW: Welche aktuellen Aspekte rücken Sie bei Ihren Betrachtungen besonders in den Blick?</em></p><p>Daigeler: Ursprünglich sollte es sich wegen des Jubiläums vor allem um Josef und die Kirche drehen. Das wird auch bedacht, aber der Blick geht weiter auf Josef als Arbeiter, der uns im täglichen Tun Sinn und Würde erkennen hilft. Daneben geht der Blick auf Sankt Josef als Glaubenden, der auch in schwierigen Situationen das Gottvertrauen nicht verliert. Schließlich habe ich mich noch mit den letzten Fragen, also dem Sterben, befasst, da der heilige Josef seit alters her Patron und Begleiter der Sterbenden ist.</p><p><em>POW: Wie haben Sie die Arbeit für das Buch neben den vielfältigen Aufgaben als Leiter der Pfarreiengemeinschaft &quot;Liborius Wagner Markt Stadtlauringen&quot; bewältigen können?</em></p><p>Daigeler: Das Schreiben macht mir Freude, auch der Versuch, geistliche oder theologische Fragen für andere zu erschließen. Dass aus den ursprünglich angedachten Josefspredigten nun ein kleines Buch geworden ist, ist sozusagen Corona geschuldet. Als wir alle im März/April daheim bleiben mussten, hatte ich ein wenig mehr Zeit als sonst für solche Projekte. Dann dachte ich mir, die angefangenen Recherchen könnte man doch anderen zugänglich machen. Beim Christiana-Verlag bin ich auf offene Ohren gestoßen.</p><p><em>Eugen Daigeler: Heiliger Josef, schütze die Kirche. Betrachtungen über den Patron der Kirche für unsere Zeit. Kisslegg, Christiana-Verlag, 2020, geheftet, 60 Seiten, 2 Euro, ISBN 97837171113294.</em></p><p>Erhältlich ist das Buch unter anderem über die Homepage der Pfarreiengemeinschaft <a href="https://www.pg-stadtlauringen.de/aktuelles/neues-buch-%C3%BCber-den-heiligen-jose" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.pg-stadtlauringen.de/aktuelles/neues-buch-%C3%BCber-den-heiligen-jose</a>f.</p><p class="text-right"><em>Interview: Markus Hauck (POW)</em></p><p>(4520/1152; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category><category>Im Gespräch</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-45143</guid><pubDate>Thu, 15 Oct 2020 08:45:40 +0200</pubDate><title>Folk-Pop mit Tiefgang</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/folk-pop-mit-tiefgang/</link><description>Band „Moment Mal“ hat auf dem Album „Herzensgründe“ 13 Songs eingespielt</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Liedermachermusik mit einfach gehaltener Instrumentierung, eingängigen Melodien und vielfältigen Texten: Das bietet die Folk-Pop-Band „Moment Mal“ um Gemeindereferent und Songschreiber Burkard Vogt aus Aschaffenburg auf ihrer aktuellen CD.</p><p>Da geht es zum Beispiel im Titelstück „Herzensgründe“ darum, sich nicht nur mit dem Verstand dem Leben anzunähern, sondern sich auch im Herzen davon bewegen zu lassen. Bei „Nennst du das schön“ kritisiert Vogt die Oberflächlichkeit der Gegenwart: „So manche Schönheit ist nur Masche, die Leere gähnend mit viel Rouge bedeckt. Lässt du den Schöngeist aus der Flasche, dann wirst du eingelullt mit Deko-Kram, zum Schauen viel, an Inhalt mehr als arm.“ Musikalisch prägen neben den vielfältigen Stimmen von Vogt, Thorsten Kremer, Rebecca Wißmann und Thomas Lorenz die von Lorenz und Vogt gespielten Gitarren zusammen mit Susanne Lentzkows Flöte den Klang. Mit Wißmann und Lorenz spielte Vogt bereits in der Band „Zeitzeichen“, die vor allem auf das Gestalten von Gottesdiensten ausgerichtet war. Dennoch finden sich unter den insgesamt 13 Liedern auch einige, die mit ihren spirituellen Themen auch gut für einen Gottesdienst passen. So behandelt „Der Ruf“ die leise Stimme Gottes, die sich in Ereignissen hören lässt. Bei „Fragen“ geht es um die grundlegenden Sinnfragen des Lebens.</p><p>Die CD ist zum Stückpreis von zehn Euro (zuzüglich Versand) auf der Homepage der Band unter <a href="http://www.moment-mal-ab.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">moment-mal-ab.de</a> erhältlich, außerdem in „Heilands ökumenischem Kirchenladen“, Roßmarkt 23, 63739&nbsp;Aschaffenburg, Telefon 06021/7933144.</p><p class="text-right"><em>mh (POW)</em></p><p>(4320/1079; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category><category>Berichte</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-45127</guid><pubDate>Wed, 14 Oct 2020 11:15:07 +0200</pubDate><title>Ein Song für jeden Tag</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/ein-song-fuer-jeden-tag/</link><description>Adventsbegleiter von Manfred Müller erschließt zeitgenössische Songs</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) Sich auf Weihnachten einstimmen – das geht auch mit Liedern von Lady Gaga &amp; Bradley Cooper, Max Giesinger, Robbie Williams und Mark Forster. Das belegt Manfred Müller, im Hauptberuf Diakon in der Pfarreiengemeinschaft „Sieben Sterne im Hammelburger Land, Hammelburg“, in seinem neuesten Buch.</p><p>Unter dem Titel „Komm, lass uns leben“ blickt er erneut detailliert auf 24 (mit Ausnahme des Beatles-Klassikers „All you need is love“) aktuelle Songs deutscher und internationaler Künstler. Mit gewohnt leichter Feder versteht Müller es, Tiefgründiges aus den Texten zu holen und so passend zum Advent Anregungen zum Nachdenken und Einstimmen zu geben. Für jeden Tag gibt er außerdem einen Handlungsimpuls mit.</p><p>Neben der inneren Schönheit begeistert auch die Aufmachung des Buchs mit stimmungsvollen Fotos. Wer seinen Lieben für den Advent eine Alternative zu den gängigen Schokoladenkalendern schenken möchte, hat hier eine gute Alternative.</p><p><em>Manfred Müller: „Komm, lass uns leben. Mit 24 Songs durch den Advent“. 108 Seiten, 12,90 Euro. Echter-Verlag, Würzburg 2020, ISBN 978-3429055257.</em></p><p class="text-right"><em>mh (POW)</em></p><p>Im Video der Fernsehredaktion des Bistums Würzburg gibt Diakon Manfred Müller einen Einblick in sein neues Buch &quot;Komm, lass uns leben. mit 24 Songs durch den Advent&quot;:</p><p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/FUgCsxISOZM" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen=""></iframe></p><p>(4320/1076; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-44769</guid><pubDate>Thu, 10 Sep 2020 08:34:12 +0200</pubDate><title>Einblicke in ein theologisches Programm</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/einblicke-in-ein-theologisches-programm/</link><description>Buch mit Aufsätzen und Beiträgen aus 30 Jahren akademischer Tätigkeit des verstorbenen Kirchenhistorikers Franz Dünzl</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Anlässlich des 60. Geburtstags des vor zwei Jahren verstorbenen Kirchenhistorikers Professor Dr. Franz Dünzl (1960-2018) haben Dr. Johannes Pfeiff, Dr. Daniel Greb und Michael Bußer ein Buch mit Aufsätzen und Beiträgen aus den 30 Jahren akademischer Tätigkeit Dünzls herausgegeben. Sie zeichnen ein Bild davon, wie Dünzl, langjähriger Inhaber des Würzburger Lehrstuhls für Kirchengeschichte des Altertums, christliche Archäologie und Patrologie, Theologie verstanden, gelehrt und gelebt hat. Der Band aus der Reihe „Würzburger Theologie“ (WTh) ist im Echter-Verlag Würzburg erschienen und Franz Dünzl als Gedenkschrift gewidmet.</p><p>Für den aus Regensburg stammenden Kirchenhistoriker war es ein wesentliches Ziel, die Geschichtlichkeit des christlichen Glaubens verstehbar zu machen. „Diese Geschichtlichkeit prägt alle Lebensäußerungen des Christentums, sei es Glaube und Ethik, Verfassung und Recht oder Liturgie und Pastoral. Dabei war der Blick auf das Vergangene zugleich auch ein Blick nach vorne, ins Jetzt“, schreiben die Herausgeber. Bei der Wahrnehmung der geschichtlichen Ereignisse aus ihren jeweiligen Bezügen heraus gehe es immer auch darum, sie zu den Fragen, Träumen und Sehnsüchten der Gegenwart in Beziehung zu setzen.</p><p>Das Verständnis von Alter Kirchengeschichte, das Dünzl in seiner bisher unveröffentlichten Antrittsvorlesung beschreibt, diene als Fundament und Ausgangspunkt des vorliegenden Sammelbandes. In dieser Vorlesung wird die Historische Theologie zwischen Geschichtswissenschaft und Theologie verortet, woran sich die ersten beiden Bereiche dieses Buches orientieren.</p><p>Zunächst werden unter dem Gesichtspunkt der „Geschichtswissenschaft“ vor allem diejenigen Aufsätze geführt, die sich „klassisch“ historischen Themen widmen, wie der Entstehung des kirchlichen Bußverfahrens, Kaiser Konstantin oder der Geschichte als Gegenstand der Theologie. Im Abschnitt „Theologie“ finden sich neben zwei Schriften zu Dünzls Forschungsschwerpunkt Gregor von Nyssa auch ein Aufsatz zu Spuren theologischer „Aufklärung“ bei Irenäus von Lyon und ein Beitrag zum frühchristlichen Anachoretentum und seiner Spiritualität. Im abschließenden Kapitel „Impulse für heute“ zeigt sich das Postulat Dünzls, die Fragen der Gegenwart zu den Erkenntnissen aus der Vergangenheit in Beziehung zu setzen.</p><p>„Geschichte wird dann lebendig und erfahrbar, wenn dem eigenen Geschichtsbild Tiefenschärfe verliehen wird, historische Entwicklungen aus ihren jeweiligen Bedingungen verstanden und die so gewonnenen Erkenntnisse mit der Gegenwart in Beziehung gesetzt werden – das ist das Erbe des ‚theologischen Programms‘ von Franz Dünzl“, betonen die Herausgeber.</p><p>Michael Bußer, Daniel Greb, Johannes Pfeiff (Hg.): Geschichtlichkeit als religiöses Existenzial. Gedenkschrift für Franz Dünzl (1960-2018). Reihe: Würzburger Theologie, Band 17. Echter-Verlag, Würzburg 2020, 460 Seiten, 29 Euro, ISBN 978-3-429-05534-9.</p><p>(3820/0926; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-44064</guid><pubDate>Thu, 09 Jul 2020 11:47:42 +0200</pubDate><title>Auf den Spuren des heiligen Kilian</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/auf-den-spuren-des-heiligen-kilian-1/</link><description>Weihbischof Ulrich Boom stellt Bilderbuch „Kilian“ vor – Legende vom heiligen Kilian und seinen Gefährten in kindgerechter Sprache – Begleitmaterial für Lehrer bei der AV-Medienzentrale erhältlich</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) „Kilian freut sich auf den Ausflug nach Würzburg. Seine Oma hat versprochen, ihm mehr über seinen Namenspatron zu erzählen.“ Warum die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan einst von Irland nach Franken reisten und warum sie in Würzburg den Märtyrertod starben, wird in dem Bilderbuch „Kilian“ erzählt. „Es ist ein schönes Buch mit wunderschönen Bildern geworden. Ich wünsche ihm eine große und weite Verbreitung“, sagte Weihbischof Ulrich Boom bei der Buchvorstellung am Mittwochnachmittag, 8. Juli, dem Hochfest der Frankenapostel, in der Kilianskrypta im Würzburger Neumünster. Das Buch wurde mit Blick auf Grundschulkinder geschrieben. Aber es richtet sich an alle Kinder und Erwachsenen, die mehr über den heiligen Kilian erfahren wollen.</p><p>Hinter dem Buch steckt ein bewährtes Autorenteam. Alexandra Eck, Referentin für die Besucherpastoral am Kiliansdom, Dr. Katharina Kindermann, Erziehungswissenschaftlerin und Grundschullehrerin, sowie Diplom-Religionspädagoge Joachim Schroeter haben bereits den Kirchenführer „Der Kiliansdom zu Würzburg“ geschrieben. Der Anstoß für das neue Buch sei von einer Lehrerin gekommen, die sich ein kindgerechtes Buch über die Legende des heiligen Kilian gewünscht habe, erzählte Eck. Von der Idee bis zum fertigen Buch habe es dann rund eineinhalb Jahre gedauert. „Die Herausforderung war, die Geschichte des heiligen Kilian so zu erzählen, dass sie greifbar wird.“ Als Rahmenhandlung habe man einen kleinen Jungen namens Kilian genommen, der mit seiner Oma durch Würzburg wandert, von der Alten Mainbrücke bis zum Kiliansschrein im Neumünster. Dabei erfährt er, wie Kilian und seine Gefährten einst von Irland über das Meer nach Franken kamen, warum Herzogin Gailana die Frankenapostel töten ließ und warum sich ihr Grab nun im Neumünster befindet.</p><p><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/3Xz9xts2S0w" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen=""></iframe></p><p>Genauso wichtig wie die Geschichte seien die Zeichnungen der Illustratorin Tanja Erdmann sowie die Gestaltung des Buchs durch den Layouter Felix Konrad. „Kilian konnte nur lebendig werden, wenn ihm jemand ein Gesicht gibt.“ Sie habe einen menschlichen und sympathischen, aber trotzdem historisch authentischen Kilian im Sinn gehabt, sagte Erdmann. „Kilian kommt so ganz menschlich rüber“, lobte Weihbischof Boom. Wichtig war dem Team auch eine realistische Darstellung des mittelalterlichen Lebens, von den Häusern bis hin zur Landschaft. Für die Richtigkeit der historischen Fakten sorgten Professor Dr. Wolfgang Weiß, Professor für Fränkische Kirchengeschichte und Kirchengeschichte der Neuesten Zeit an der Universität Würzburg, und Domkapitular Monsignore Dr. Stefan Rambacher als studierter Kirchenrechtler.</p><p>Ergänzend zum Buch gibt es Begleitmaterial für den Religionsunterricht sowie Bildkarten für das Kamishibai-Erzähltheater. „Wir würden uns freuen, wenn das Buch auch im Unterricht eingesetzt wird“, sagte Kindermann. Im Begleitmaterial geht es beispielsweise darum, wie die Menschen in Franken früher gelebt haben, welche Sorgen und Nöte sie hatten, und warum die Botschaft des heiligen Kilian für sie so wertvoll war. „Kilian war ein toller Mann. Es lohnt sich, über ihn zu schreiben“ sagte Schroeter. Das Buch sei nicht nur für Kinder gedacht, sondern für alle Menschen, betonte er. Seine Schwiegermutter wolle die Bildkarten beispielsweise für Seniorennachmittage verwenden. Als weitere Zielgruppe nannte Kindermann unter anderem Kommuniongruppen. Das Begleitmaterial ist bei der AV-Medienzentrale (https://medienzentralen.de/medium45226/Kilian) des Bistums <span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">k</span></span>ostenlos zum Download erhältlich.</p><p>„Ich finde, das Buch ist wirklich gut geworden. Ich hoffe, dass es eine gute Verbreitung findet“, sagte Thomas Häußner, Leiter des Würzburger Echter-Verlags. Er dankte allen Beteiligten und besonders Weihbischof Boom. „Weihbischof Boom hat das Projekt von Anfang an unterstützt und mit viel Liebe begleitet“, sagte Eck. Im Nachwort verrät der Weihbischof auch, was ihn mit dem heiligen Kilian verbindet. Sein Großvater sei Mesner in einer großen Kilianskirche im Sauerland gewesen und habe immer von der Stadt Würzburg erzählt, in der der heilige Kilian ruhen solle. „Für mich war das alles weit weg“, verriet der Weihbischof. Wichtiger sei für ihn und die anderen Enkelkinder damals die jährliche Kilianskirmes mit Karussell und Riesenrad gewesen. Dass er einmal Weihbischof am Kiliansdom in Würzburg sein werde, habe er damals nicht gedacht: „Gottes Wege zum Evangelium sind ganz unterschiedlich.“</p><p><em>Kindermann, Katharina/Eck, Alexandra/Schroeter, Joachim: „Kilian“. 40 Seiten, farbig bebildert, 14,90&nbsp;Euro. Echter-Verlag, Würzburg, 2020, ISBN 978-3-429-05472-4.</em></p><p class="text-right"><em>sti (POW)</em></p><p>(2920/0715; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category><category>Dom und Neumünster</category><category>Berichte</category><category>Weihbischof Ulrich Boom</category><category>Kiliani</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-36561</guid><pubDate>Fri, 08 Nov 2019 11:22:48 +0100</pubDate><title>Am Puls der Zeit Gott nachspüren</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/am-puls-der-zeit-gott-nachspueren/</link><description>Neues Buch möchte Struktur- und Reformprozesse geistlich gestalten helfen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Struktur- und Reformprozesse, wie sie derzeit im Bistum Würzburg beim Projekt „Pastoral der Zukunft“ oder bundesweit auch beim „Synodalen Weg“ laufen, möchte das Buch „Pastoral am Puls der Zeit“ in ihrer geistlichen Dimension stärken. Neben dem Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber haben der emeritierte Mainzer Pastoraltheologe Hubertus Brantzen sowie die Priester Kurt Faulhaber und Bernhard J. Schmid daran maßgeblich mitgewirkt.</p><p>In 33 Texten erschließt es eine Initiative, die auf die Leitung und Begleitung geistlicher Prozesse ausgerichtet ist. Seit über zehn Jahren haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter südwestdeutscher Diözesen in eine intensive Praxisreflexion investiert. Es wurde ein eigener Ansatz entwickelt, um als Einzelpersonen sowie in Gremien und Gruppen geistliche Prozesse zu gestalten und zu leiten. Bischof Gerber gehört selbst zu den Initiatoren der „Pastoral am Puls“, die sich mit der Frage auseinandersetzen: Was hat Gott mit einer Kirche vor, die von tiefgreifenden Veränderungen und Krisen geprägt wird, in der es zugleich aber auch erstaunliche Neuaufbrüche gibt?</p><p>„Eine gute Antwort, ein guter Weg wächst aus den Erfahrungen der Gläubigen an der Basis. Dies sind nämlich nicht zuerst Empfänger von Empfehlungen oder Vorgaben, sondern die eigentlichen Akteure, die sich vor Ort am besten auskennen und neue Wege gehen. Von dort her wächst das Gesamtbild von Kirche zusammen“, betonen die Herausgeber in ihrem Vorwort. Deswegen war für die vier Herausgeber die positive Resonanz in einer Reihe von Pfarreien und Pastoralverbünden eine Aufforderung, bisherige Erfahrungen im nun vorliegenden Praxisbuch darzustellen und wissenschaftlich aufzuarbeiten.</p><p>Als notwendig für kirchliche Reform- und Entwicklungsprozesse haben die Herausgeber eine Haltung erkannt und ausdifferenziert, die bereits Pallottinerpater Josef Kentenich, Gründer der internationalen Schönstattbewegung, treffend auf den Punkt gebracht hat: „Das Ohr am Herzen Gottes und die Hand am Puls der Zeit.“ „Die entscheidende Frage ist: Glaube ich daran? Glaube ich, dass Gott wirklich in meinem Leben handelt? Ich muss nur täglich die Spuren seiner Gegenwart suchen“, betont Brantzen.</p><p>Das sei kein naiver Vorgang. Vielmehr gehe es um einen reflektierten hermeneutischen Zugang, wie er etwa auch beim Philosophen Hans-Georg Gadamer und dessen Umgang mit historischen Texten zu finden sei, betont Faulhaber, der die wissenschaftliche Reflexion in mehreren Beiträgen zusammengefasst hat: „Ich kann nicht aus Distanz verstehen. Ausgangspunkt ist zunächst meine eigene gegenwärtige Situation. Entscheidend für das Verstehen ist allerdings, die Grenzen des eigenen Horizonts zu weiten, indem eigene Wahrnehmungen mit historischen und existentiellen Erfahrungen anderer sozusagen verschmelzen, wie dies für Gadamers Theorie der Horizontverschmelzung wesentlich ist.“</p><p>„Diese Schule der Wahrnehmung und des geistlichen Austausches ist nicht am grünen Tisch entstanden, sondern aus der Dynamik einer Gruppe und des gelebten Lebens. Wir haben festgestellt, dass unser Austausch eine ungeahnte Tiefe bekommen hat, nach der wir uns in den praktischen Prozessen der Kirchenentwicklung immer gesehnt haben“, erklärt Bischof Gerber. Paulus und Barnabas hätten in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts in Jerusalem davon erzählt, was Gott zusammen mit ihnen auf ihren Missionsreisen getan hat.</p><p>Pfarrer Schmid, der in Eislingen bei Stuttgart für mehrere Gemeinden verantwortlich ist, hat mehrjährige Praxiserfahrung mit dem gemeinsamen Aufzeichnen des Erlebten auf der „Pastoralen Schriftrolle“. „Immer zu Sitzungsbeginn notieren wir Erfahrungen, die in uns eine Resonanz ausgelöst haben.“ Dabei gehe es nicht um eine sachliche Gemeindechronik. „Es ist das Subjektive, Erlebnis- und Erfahrungshafte gefragt. Darin lesen wir dann auch, was Gott mit uns vorhat!“ Eine Wirkung dieses geistlichen Prozesses war, dass zwei bislang eigenständige Pfarreien heute fusioniert sind. „Durch unsere kleinen Geschichten, Ereignisse und Erlebnisse führt Gott uns zusammen! Da war der kirchenrechtliche Akt zuletzt nur noch die Besiegelung eines Vorgangs, den wir im gelebten Leben bereits vollzogen hatten“, erläutert Schmid rückblickend.</p><p>Michael Gerber, Hubertus Brantzen, Kurt Faulhaber, Bernhard J. Schmid (Hg.): Pastoral am Puls. Glaubenswege gehen – geistliche Prozesse leiten. Freiburg, Verlag Herder, 2019, gebunden, 192 Seiten, 20 Euro, ISBN: 978-3-451-38558-2.</p><p>(4619/1204; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-36003</guid><pubDate>Sun, 27 Oct 2019 19:25:41 +0100</pubDate><title> Mit Wein Gott erschmecken</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/mit-wein-gott-erschmecken/</link><description>Theologin Gisela H. Kreglinger hat ein Buch über die Verbindung von Wein und Spiritualität geschrieben – Vorstellung im Beisein der fränkischen Weinkönigin</description><content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:normal"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><b><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">Würzburg</span></span></b><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif"> (POW) „Das Buch ist das Ergebnis meiner Lebensreise“, sagt Gisela H. Kreglinger. Sie lebt und arbeitet in Schottland und Alabama/USA. Aufgewachsen ist sie im gleichnamigen traditionsreichen Weinbaubetrieb der Eltern in Segnitz (Landkreis Kitzingen), als dritte von vier Töchtern. Das Studium der evangelischen Theologie führte sie ins englischsprachige Ausland. Im schottischen St. Andrews erwarb sie ihren Doktortitel in historischer Theologie. Ihre fränkische Heimat und die Weinberge am Main hat sie nicht vergessen. Im Gegenteil: Am Freitag, 25. Oktober, stellte sie im Würzburger Weinhaus Stachel ihr Buch „Wein ist ein Gottesgeschenk“ vor. Darin verbindet sie die beiden zentralen Elemente ihres Lebens zu einer Theologie, die das Sinnliche und die Mystik nicht ausklammert.</span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:normal"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">„Ich habe beim Studieren der evangelischen Theologie viele große und tiefe Gedanken gehört. Vor allem die Innerlichkeit wird dort betont. Einen ganzheitlichen Ansatz aber, der auch Sinneseindrücke einbezieht, oder etwas wie die Erfahrungen von Mystikern habe ich dabei vermisst.“ Ihr selbst sei Hildegard von Bingen, der sie ihren zweiten Namen verdanke, eine große Inspiration. 2016&nbsp;erschien Kreglingers Buch im Original auf Englisch. Zur öffentlichen Vorstellung der vor wenigen Tagen erschienenen deutschsprachigen Ausgabe hatte sie auch viele befreundete Winzer und die fränkische Weinkönigin Carolin Meyer nach Würzburg eingeladen. </span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:normal"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">„Wenn ich ein Glas Wein genieße, wenn ich sehe, wie im Zusammenspiel von Wind, Wetter und der Arbeit des Winzers immer wieder etwas Neues und Einzigartiges entsteht, dann kann mir das helfen, Gott zu entdecken“, sagte Kreglinger. „Wir machen keinen Wein“, sei ein geflügeltes Wort unter vielen Winzern. Dieses Bewusstsein habe auch sie von Kindesbeinen an aufgesogen. „Wer im Weinberg arbeitet weiß, dass viel von Dingen abhängt, auf die er selbst keinen Einfluss hat.“ Als ein „Leben im Spannungsfeld der Schöpfung“ bezeichnete die Autorin daher den Weinbau. Durch Mönchsorden wie Benediktiner und Zisterzienser seien der Weinbau und viele spirituelle Gedanken, die damit verbunden sind, in Europa kultiviert und verbreitet worden. „Vieles davon ging durch Reformation und die Säkularisation verloren.“ </span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:normal"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">Kreglingers umfangreiches Buch gliedert sich in zwei Teile. Im ersten erarbeite sie die theologischen Grundlagen einer Spiritualität des Weines, erläuterte die Autorin. In der Bibel ziehe sich das Getränk wie ein roter Faden vom Buch Genesis, dem ersten des Alten Testaments, bis zur Offenbarung des Johannes, die das Neue Testament abschließt. „Was bedeutet es, dass Jesus beim Abendmahl Wein benutzte? Warum wird in der katholischen Messe daran erinnert, dass der Wein ‚Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit‘ ist?“, seien Fragen, denen sie in der biblischen Betrachtung nachgehe. Westliche Religionen seien sehr zurückhaltend, was Geschmack und Geruch als Inhalte der religiösen Praxis angeht. „Dabei kann ich gerade im Geschmack entdecken, dass Gott gut ist.“ Es könne den persönlichen Glauben beleben, wenn man zum Beispiel beim Genießen von Wein spüre, wie viel der Schöpfer hineingelegt habe, um die Menschen zu beglücken, hob Kreglinger hervor.</span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:normal"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">Der zweite Teil des Buchs fokussiert sich mehr auf die Praxis der Produktion des Weins und thematisiert verschiedene weitere Aspekte unter der Überschrift „Heilsame Nachhaltigkeit“. Dabei verliert die Autorin nie den spirituellen Blick aus dem Auge. Unter anderem hat Kreglinger 30&nbsp;Winzer in Franken, dem Rheingau, dem Burgund, in Oregon und Kalifornien interviewt. „Ich wollte von ihnen wissen, ob sie sich eher als Macher oder Entdecker definieren. Letztere verstehen sich eher als jemand, der seinen Beitrag leistet, dass die ‚Geburt‘ des Weines gut verläuft.“ Auch dunkle Seiten wie den Alkoholmissbrauch spart das Buch nicht aus. „Wein ist zum Feiern gedacht, nicht zum Trösten“, erklärte die Autorin bei der Buchpräsentation. </span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:normal"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">Wie Wein auch für die Seelsorge Anregungen geben kann, zeigt das Buch ebenfalls. Rebstöcke erreichten ihre höchste Produktivität im Alter von etwa 40 Jahren, müssten dafür aber regelmäßig zurückgeschnitten werden, berichtete Kreglinger „Auch wir werden anfälliger und leben ohne Richtung, wenn wir keine Anbindung haben.“ </span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:normal"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><em><span style="font-size:10.0pt"><span style="background:white"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">Gisela H. Kreglinger: „Wein ist ein Gottesgeschenk“, 400 Seiten, 24,90&nbsp;Euro. Echter-Verlag, Würzburg 2019, ISBN </span></span></span></em><span style="font-size:10.0pt"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">978-3429053949</span></span><em><span style="font-size:10.0pt"><span style="background:white"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">.</span></span></span></em></span></span></span></p><p class="text-right"><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:normal"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><em><span style="font-size:10.0pt"><span style="background:white"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">mh (POW)</span></span></span></em></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:normal"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><em><span style="font-size:10.0pt"><span style="background:white"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif"><span style="font-style:normal">(4419/1175; E-Mail voraus)</span></span></span></span></em></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:normal"><span style="font-family:Calibri,sans-serif"><em><b><u><span style="font-size:10.0pt"><span style="background:white"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif">Hinweis für Redaktionen:</span></span></span></u></b></em><em><span style="font-size:10.0pt"><span style="background:white"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,sans-serif"> Fotos abrufbar im Internet</span></span></span></em></span></span></span></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category><category>Kitzingen</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-30439</guid><pubDate>Fri, 28 Jun 2019 12:42:25 +0200</pubDate><title>Ein Bild Würzburgs</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/ein-bild-wuerzburgs/</link><description>Kunsthistoriker Dr. Wolfgang Hegel hat sich mit der Stuckausstattung des Würzburger Doms beschäftigt – Buchvorstellung im Würzburger Museum am Dom</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Rund 250 Jahre war die Stuckausstattung von Giovanni Pietro Magno prägend für den Würzburger Kiliansdom. „Man kann dem verlorenen Stuck nachtrauern, jedoch erfüllt der Dom in seinem heutigen Zustand eine zentrale Funktion: Er ist ein Bild Würzburgs. Ein mittelalterlicher Kern, die Reste der Glanzzeit des Barock und im Kontrast die moderne Überformung nach dem Zweiten Weltkrieg.“ Das hat Dr. Wolfgang Hegel am Donnerstag, 27. Juni, im Würzburger Museum am Dom betont. In einem Vortrag gab er einen Abriss seiner Doktorarbeit, die in der Reihe „Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg“ erschienen ist. Wie Hegel betonte, sei der Würzburger Dom zweigeteilt. Da seien einerseits Querhaus und Chor, „die in ihrer Helligkeit eine Leichtigkeit vermitteln und den Blick in die Höhe ziehen“, und auf der anderen Seite das „dunkle und recht kahle Langhaus mit den Grabmälern der Würzburger Bischöfe, dessen dunkle Decke und Fenster einen schweren Eindruck beim Betrachter erwecken“. Diese Zweiteilung habe ihn seit Beginn seines Studiums vor 15 Jahren fasziniert.</p><p>Professor Dr. Wolfgang Weiß, Herausgeber der Reihe „Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg“, nannte das Thema der Dissertation zentral für die Würzburger Kirchengeschichte. „Denn auch kunstgeschichtliche Fragen und Themen haben in der 1948 vom Würzburger Domkapitular Theodor Kramer gegründeten Reihe immer ihren berechtigten Platz gefunden.“ Unstrittig sei, dass der Barockdom „zusammen mit den das Langhaus besonders rhythmisierenden, am Ende des 18. Jahrhunderts entstandenen klassizistischen Seitenaltären eine harmonische und stimmige Form darstellte“. Das vorliegende Buch sei kein Bildband, die darin enthaltenen Abbildungen hätten in erster Linie eine hinweisende und erklärende Funktion, sagte Weiß.</p><p>Als Ausgangspunkt seiner Forschungen bezeichnete Hegel den Stuckatorarchitekt Magno aus dem kleinen Ort Bruzella im Schweizer Kanton Tessin. Dieser sei primär in den Quellen genannt, wenngleich auch der Würzburger Domstuck die Gemeinschaftsarbeit verschiedener Handwerker und Künstler war. Magno habe in Würzburg viele weitere große Werke geschaffen. „Das Schlösschen am Rennweg musste schon kurz nach Fertigstellung der Würzburger Residenz weichen, das Juliusspital brannte 1745 aus. Von den Werken auf der Festung Marienberg ist nur ein kläglicher Rest in einem der Gartenpavillons der Festung erhalten geblieben“, erklärte Hegel. So sei lediglich der Domstuck bis zum Zweiten Weltkrieg vollständig erhalten geblieben. Durch die barocken Umgestaltungen „war der Würzburger Dom ein auf den Hochaltar gerichteter Einheitsraum im Sinne des Barock. Der Stuck entfaltete hierbei eine architektonische, raumbildende Wirkung.“</p><p>Voraussetzung für die Umgestaltung des ehemals in zwei Kirchenräume geteilten Doms, der aus der Pfarrkirche bis hin zur Vierung sowie der Stiftskirche im Bereich Vierung und Hochchor bestand. Schon 100 Jahre vor der Stuckausstatttung hatte Julius Echter eine Wölbung in Lang- und Querhaus einbringen lassen. „Die Mauern des Doms waren nicht auf eine Wölbung vorbereitet, und so entschied man sich für eine sehr dünne und leichte Wölbung, die zudem mit Zugstangen gegen ein seitliches Ausweichen gesichert wurde. Magno musste bei seiner Ausgestaltung hierauf Rücksicht nehmen.“</p><p>Selbst den verheerenden Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 überstand die fragile Konstruktion. Erst mit dem Aufsetzen des Notdachs auf den Dom fast ein Jahr nach dem Brand ereignete sich das eigentliche Unglück. „In der Nacht vom 19. auf den&nbsp;20. Februar 1946 stürzte die nördliche Langhauswand in sich zusammen und riss große Teile des Langhausstucks mit“, sagte Hegel. Wie aus den Unterlagen ersichtlich sei, hatte es zuvor, trotz entsprechender Hinweise, keine statische Prüfung gegeben. „Unmittelbar nach dem Einsturz, das zeigen die Akten, war wohl für den Wiederaufbau auch eine entsprechende Wiederstuckierung vorgesehen. Mit dem Tod Bischof Matthias Ehrenfrieds 1948&nbsp;drehte jedoch die Stimmung.“ Der junge Bischof Dr. Julius Döpfner erklärte „Wohnungsbau ist Dombau“ und lehnte eine prachtvolle Rebarockisierung des Doms ab. „Die Gestaltung des Barock widersprach modernen Architekturvorstellungen wie der Materialwahrhaftigkeit oder der Forderung nach Monumentalität und Einfachheit“, erklärte Hegel. Auch liturgisch gab es neue Vorstellungen: An die Stelle eines gerichteten Einheitsraums trat das Ideal eines Zentralraums mit einem für alle sichtbaren Volksaltar. „Wir sehen hier also eine Parallele zu den Entwicklungen im Barock. Eine neue liturgische Konzeption verbindet sich mit neuen ästhetischen Vorstellungen. Und der Stuck als Teil des tridentinischen Raumkonzepts stand diesen modernen Vorstellungen im Weg.“</p><p>Ein 1956 im Langhaus eingebautes Tonnengewölbe aus Holz wurde schon kurz später wieder entfernt. Döpfner und Dombaumeister Hans Schädel strebten ein an der Romanik orientiertes monumentales Erscheinungsbild an, während das Landesamt für Denkmalpflege sich für eine Rebarockisierung einsetzte. „Einen heftigen Einschnitt bedeutete der 1956 gefasste Beschluss, die gesamte Südwand des Langhauses aus statischen Gründen auszutauschen, wohlgemerkt, nachdem man schon zehn Jahre mit dem Wiederaufbau beschäftigt war.“ Innerhalb von zehn Tagen sei der Stuck in Tag- und Nachtschichten abgeschlagen worden, berichtete Hegel. „Nur ein kleiner Teil wurde auf Platten aufgebracht und befindet sich heute im Dachboden über dem südlichen Seitenschiff des Doms.“ Diesen Bestand sichtete und erfasste Hegel, zum Teil auch als 3-D-Scans. „Der, sagen wir, nicht eben makellose Zustand vieler Stuckteile erlaubte umfangreiche Einblicke in die Arbeitsweise der Stuckateure“, betonte Hegel. Die massiven Figuren der Langhauswände zum Beispiel seien Unikate, bei denen in mehreren Schichten auf ein Eisenskelett modelliert wurde. „Die großen Atlanten des Gewölbes sind im Gegensatz dazu in geradezu genialer Weise hohl modelliert, um das Gewicht auf die sehr dünne Gewölbeschale zu reduzieren.“</p><p>Beinahe wäre der gesamte Stuck aus dem Dom entfernt worden, wie es das Domkapitel am 7. Januar 1957 beschloss hatte. Mit der Berufung Döpfners nach Berlin knapp eine Woche später kam der Beschluss zunächst nicht zur Ausführung. „Unter seinem Nachfolger Josef Stangl entschied man sich zu einem Richtungswechsel und letztlich zu dem Kompromiss, der den Dom seit 1967 prägt“, sagte Hegel.</p><p><em>Wolfgang Hegel: „Die Stuckausstattung von Giovanni Pietro Magno im Würzburger Dom (1701-1967)“, (Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg 78), 441 Seiten, 39&nbsp;Euro. Echter-Verlag, Würzburg 2019, ISBN 978-3429053901.</em></p><p>mh (POW)</p><p>(2719/0708; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category><category>Dom und Neumünster</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-29696</guid><pubDate>Mon, 10 Jun 2019 16:24:52 +0200</pubDate><title>„Hier sprudelt wacher Glaube!“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/hier-sprudelt-wacher-glaube/</link><description>Buchvorstellung „voll Gott“ in der Pfarrkirche Maria Geburt in Aschaffenburg – Gemeindemitglieder beschreiben ihre Erfahrungen mit dem Kirchenraum</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Aschaffenburg</strong> (POW) „voll Gott“: Der Titel des Buchs, das die Aschaffenburger Kirchengemeinde Maria Geburt anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Neugestaltung ihrer Kirche herausgegeben hat, ist nicht nur Name, sondern auch Programm. 58 Texte von Menschen, die Mitglieder der Pfarrgemeinde oder regelmäßige Teilnehmer an den Gottesdiensten sind, beschreiben ihre gottvollen Erfahrungen mit dem Raum der Pfarrkirche und der Liturgie, die darin gefeiert wird. Im Rahmen einer Feierstunde am Freitagabend, 7. Juni, in der Pfarrkirche Maria Geburt in Aschaffenburg wurde das Buch enthüllt.</p><p>Dazu muss man wissen, dass die Kirche, wie Pfarrer Markus Krauth beschreibt, in den 1990er Jahren zu Beginn des Umbaus vollständig „enträumt“ worden war. Von der alten Einrichtung blieben am Ende nur die Orgel und das Kreuzrelief an der Wand. Heute ist die Kirche in Weiß gehalten, bunte Kirchenfenster verbreiten ein freundliches Licht, Stühle bilden einen Kreis um den Altar, das liturgische Geschehen passiert auf einer Ebene, Stufen werden nicht benötigt. Dr. Jürgen Emmert, kommissarischer Leiter des Kunstreferats der Diözese Würzburg, bezeichnet im Vorwort zum Buch die Pfarrkirche als ein Kunstwerk, das eine große spirituelle Kraft besitzt. Für Pfarrer Krauth und den Liturgiekreis der Gemeinde ist diese Kraft ein Ansporn gewesen, liturgische Formen zu entwickeln, die der Qualität des Raums entsprechen.</p><p>Dass sich dies auf die Besucher auswirkt, dokumentieren die im Buch veröffentlichten Texte. Da wird zum einen der Raum gelobt: „Der Raum lädt mich ein, einfach zu sein“ und „Der Kirchenraum gleicht für mich einer Oase, die mir hilft, zur Ruhe und Achtsamkeit zu kommen“ oder „Der Raum macht mein Herz weit. Er lässt mich atmen, lässt auch mir Raum“. Da gibt es aber auch viele Aussagen zur Liturgie: „Ich freue mich über das frische Brot in der Eucharistie“, „Ich fühle mich gut in einer Gemeinschaft von Suchenden und Findenden“ oder „Die Trennung von Akteur und Zuschauer ist ziemlich geschwunden“. Ein Autor fasst es so zusammen: „Hier ist kein lauwarmes Blubberbad, das ist Wildwasser. Hier sprudelt wacher Glaube!“ In manchen der Texte wird deutlich, dass die Annäherung an das Neue nicht immer Liebe auf den ersten Blick und für so manchen ein Prozess war. Dass einige aus der Pfarrgemeinde diesen Prozess nicht mitgehen wollten, spiegelt sich im Buch nicht wider. Es will vielmehr darauf aufmerksam machen, wie inspiriert die Menschen sind, die sich darauf eingelassen haben.</p><p>Wie Raum und Liturgie in der Pfarrkirche Maria Geburt sehr konsequent das durch die Taufe begründete allgemeine Priestertum eines jeden Christen ernst nehmen, so ist es auch bei diesem Buch. Die Kirchengemeinde wird als Autorin aufgeführt. Ergänzt werden die Texte der Gemeinde lediglich durch zwei größere Beiträge von Professor DDr. Thomas Sternberg, Vorsitzender des Zentralkomitees der Katholiken, und vom Wiener Religionswissenschaftler Professor Dr. Karl Baier. Ein wahrer Schatz sind die zahlreichen Bilder, die das Buch nicht nur ergänzen, sondern auch zeigen, was sich mit Worten nicht wirklich ausdrücken lässt. Sie wurden zum Großteil von Fotograf Bernhard Lippke gemacht und nehmen mit in verschiedene Situationen der Liturgie, bilden den Kirchenraum aus ungewöhnlichen Perspektiven ab, machen Bewegung und Stille sichtbar.</p><p>Insgesamt ist „voll Gott“ ein inspirierendes Buch für alle, die nach neuen Formen und Wegen nicht nur in Fragen des Kirchenraums und der Liturgie, sondern auch in der Frage der Definition von Kirchengemeinde suchen. Michael Kurt, Mitglied des fünfköpfigen Redaktionsteams, ergänzte zu Recht bei der Buchvorstellung die Liste der Mütter und Väter des Buchs: „Der Heilige Geist war ein Co-Autor bei diesem Projekt.“ Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit im Internet unter <a href="http://www.maria-geburt.de" target="_blank" rel="noreferrer">www.maria-geburt.de</a> oder per E-Mail an <a href="mailto:gemeinde@maria-geburt.de">gemeinde@maria-geburt.de</a>.</p><p>Katholische Kirchengemeinde Maria Geburt Aschaffenburg: „voll Gott“. 176 Seiten, 19,50 Euro (Subskriptionspreis bis 8. September 2019). Verlag Schnell + Steiner, Regensburg, ISBN 978-3795434564.</p><p class="align-right"><em>bv (POW)</em></p><p>(2419/0655; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category><category>Aschaffenburg</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-28625</guid><pubDate>Fri, 03 May 2019 12:41:06 +0200</pubDate><title>100-mal auf den Punkt</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/100-mal-auf-den-punkt/</link><description>Theologe Dr. Klaus Roos gibt in seinem neuen Buch kompakte spirituelle Anregungen </description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Mal nachdenklich, mal provokativ, mal augenzwinkernd, aber immer tiefgründig. So sind die insgesamt 100 kurzen Texte, die Dr. Klaus Roos in seinem Buch „Den Punkt treffen“ zusammengestellt hat. Der langjährige&nbsp;Mitarbeiter in Erwachsenenbildung, pastoraler Fortbildung, Supervision und Organisationsberatung im Bistum Würzburg schafft es, darin ansprechende Anregungen zu den kirchlichen Hauptfesten, aber auch zu Themenkreisen wie „Leid und Tod“, „Kirche und Gemeinde“ oder „Leben und Glauben“ zu geben. Man merkt dem promovierten Pastoraltheologen seine Erfahrung als Homiletiker und Gemeindeberater an. „Es geht in der Verkündigung darum, den Punkt zu treffen, an dem ein Lebensnerv berührt wird. Nur dann werden wir empfänglich für die Schwingungen, in denen auf geheimnisvolle Weise Gottes Geist uns in Bewegung bringen will“, schreibt Roos im Vorwort zu seinem Buch. Er verbindet darin den Blick auf die kirchliche (Gemeinde-)Praxis mit seinem enzyklopädisch umfangreichen theologischen Wissen, ohne jeweils einseitig einen der beiden Aspekte zu betonen. Das Buch eignet sich daher sowohl als Anregung für die persönliche Spiritualität&nbsp;als auch für den Einsatz mit Gruppen, damit diese sich selbst neu von der Flamme des christlichen Glaubensschatzes entzünden lassen können. Roos hat jedem Impuls Stichworte beigefügt, die dem Nutzer helfen, für bestimmte Anlässe und Situationen einen passenden Text zu finden. Bei den ebenfalls im Buch zu findenden poetischen Texten hat der Autor auf Verwendungshinweise verzichtet, da diese für sich selbst sprechen.</p><p><em>Klaus Roos: „Den Punkt treffen: Glaubensverkündigung in fünf Minuten“. 184 Seiten, 18&nbsp;Euro. Schwabenverlag, Ostfildern 2019, ISBN 978-3796617751.</em></p><p class="align-right">mh (POW)</p><p>(1919/0481; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-27088</guid><pubDate>Thu, 24 Jan 2019 12:21:55 +0100</pubDate><title>Glaube ist manchmal mehr als Wissen</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/glaube-ist-manchmal-mehr-als-wissen/</link><description>Autoren des Buchs „Womit das Vakuum gefüllt ist“ erklären in der Münsterschwarzacher Klosterbuchhandlung, wie sie eine Brücke zwischen Wissenschaft und Glauben schlagen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Münsterschwarzach </strong>(POW) Bei der Veranstaltung „BuchBesuch“ in der Klosterbuchhandlung „Buch und Kunst im Klosterhof“ in Münsterschwarzach haben die Autoren Benediktinerpater Christoph Gerhard und Christian Lorey am Mittwoch, 23. Januar, gezeigt, dass Wissenschaft ohne Glauben oft gar nicht möglich ist. Und das, obwohl Gerhard gleich zu Beginn klarstellte: „Vom Studium her bin ich mehr Naturwissenschaftler als Theologe.“ Doch das sei kein Widerspruch – im Gegenteil. Gerade weil sich beide, der Münsterschwarzacher Hobby-Astronom und der Oberstudienrat für Chemie, Biologie und Natur &amp; Technik am Friedrich-Koenig-Gymnasium in Würzburg, mit der Naturwissenschaft befassen, glauben sie an Gott.</p><p>Wissenschaftliche Theorien könnten immer nur widerlegt und nicht endgültig bewiesen werden, sagte Lorey, der auch Forschungsprojekte von Schülern mit der Universität Würzburg betreut. Die Wissenschaft sei zwar immer objektiv, doch käme beim letztgültigen Beweis das Glauben hinzu. Rein subjektive Empfindungen lägen im Staunen über die Natur, im Gefühl des Einzelnen. Beim Glauben gehe es vor allem um persönliche Erlebnisse, ergänzte Gerhard. Und doch seien die Erfahrungen und Gottesbilder vergleichbar.</p><p>Mit Beispielen aus der Natur gewährten die Autoren einen Blick ins Buch. So sorgt der Aufbau von Wassermolekülen für die Aggregatszustände (fest, flüssig, gasförmig) bei bestimmten Temperaturen. Bei Kälte verdichtet sich Wasser nicht, sondern wird „leichter“. Am dichtesten und „schwersten“ ist es bei vier Grad Celsius. Im Winter können Wasserlebewesen nur überleben, weil sich am Grund eines Gewässers immer flüssiges Wasser mit einer Temperatur von vier Grad befinde. Soweit die Theorie. Aber warum ist das so? Nicht erklärbar. Ähnlich faszinierend seien etwa Gerüche von Molekülen, die zwar mit den gleichen Atomen aufgebaut sind, sich aber in der Anordnung unterscheiden. Zur Anschauung ließ Lorey Geruchsproben dieser „Spiegelbild-Moleküle“ durchs Publikum gehen.</p><p>Noch weniger lässt sich das „Glück der Erde“ begründen. „Im Gegensatz zu anderen Planeten liegt sie genau im richtigen Abstand zur Sonne“, sagte Gerhard. Aus dem Zusammenspiel von frühzeitlichen Vulkanausbrüchen, dem Verhältnis zum Mond und dem Verhältnis von Wasser und Land entstand der Planet, der Leben in der heutigen Form überhaupt möglich macht. Ein Zufall? „Es ist nicht selbstverständlich, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.“</p><p>Staunen lässt sich auch über die Fortpflanzung in der Tier- und Pflanzenwelt. Lorey nannte das Thermometerhuhn, das sich zum Brüten das Klima in Australien und pflanzliche Verwesungsprozesse zu Nutzen macht. Statt durch den Körper für Wärme zu sorgen, schafft es eine Brutmulde, in welcher Bakterien, Gase und die Sonne im perfekten Zusammenspiel für die optimale Bruttemperatur sorgen. Bei den Pflanzen kümmert sich der Aronstab durch bestimmte Gerüche selbst um seine Bestäubung. Damit lockt er Fliegen an, die innerhalb der Pflanze gefangen werden. Unterschiedliche Reifezeitpunkte von männlichen und weiblichen Blüten sowie die gezielte „Freilassung“ der Insekten sollen eine Bestäubung von anderen Pflanzen garantieren.</p><p>Diese und weitere staunenswerte Fakten stellen die Autoren in ihrem Buch dar. Insgesamt 33&nbsp;Staunensgründe sind dort nachzulesen. Denn beide sind der Überzeugung: „Glaube ist manchmal mehr als Wissen.“</p><p><span style="font-size:10pt"><span style="font-family:Arial,sans-serif"><i><span style="color:black">Christoph Gerhard, Christian Lorey: Womit das Vakuum gefüllt ist. </span></i><i><span style="color:#111111">33 Gründe, das Staunen zu lernen. 160 Seiten, 19,90 Euro. Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach 2018. ISBN </span></i><i><span style="background:white"><span style="color:#333333">978-3736501584. </span></span></i></span></span></p><p class="align-right"><em>Julia Martin (Abtei Münsterschwarzach)</em></p><p>(0519/0127; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-26687</guid><pubDate>Fri, 14 Dec 2018 11:35:20 +0100</pubDate><title>Ein Leben im Dienst der Kranken</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/ein-leben-im-dienst-der-kranken/</link><description>Missionsärztin Dr. Gabriele Köthe veröffentlicht Biographie – Begeistert von Land und Leuten in Afrika</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) Es ist ein Kaleidoskop von Geschichten, das Dr. Gabriele Köthe in ihrer Biographie bietet. Ihr Buch „Vom Sambesi zur Goldküste“ enthält rund 120 kurzweilige Kapitel mit Erinnerungen an ihre Arbeit in Afrika. Die Gynäkologin, Jahrgang 1941, hat zwischen 1972 und 2012 in Rhodesien, dem heutigen Simbabwe, und Ghana für ihre Gemeinschaft der Missionshelferinnen gewirkt. „Wenn ich zum Beispiel im Heimaturlaub am Kiliani-Tag der Missionare etwas von meiner Tätigkeit und meinen Erlebnissen erzählt habe, dann haben mich die Zuhörer immer wieder ermuntert, die Geschichten aufzuschreiben und sie so für die Nachwelt zu erhalten“, sagt Köthe. Unter anderem Bischof Dr.&nbsp;Friedhelm Hofmann und Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele hätten sie einmal am selben Tag dazu aufgefordert. „Nachdem ich vergangenes Jahr zum vierten Mal eine schwere Lungenentzündung hatte – das Organ ist bei mir durch tagelanges Einatmen eines Insektengifts nachhaltig geschädigt –, bin ich zum Entschluss gekommen, dass ich mit dem Vorsatz ernst machen muss.“</p><p>Die Begeisterung für den Kontinent Afrika atmet die Ärztin, die ihren Ruhestand in der Gemeinschaft der Missionshelferinnen neben dem Missionsärztlichen Institut in Würzburg verbringt, aus jeder Pore. „Mich ärgert es immer, dass vielen nur Negatives zum Thema Afrika in den Sinn kommt. Schnell heißt es dann: Bürgerkrieg, Slums, Ausbeutung, Hunger, Aids.“ Das alles gebe es dort. „Mich begeistert aber immer wieder die besondere Gabe der Menschen, die auf dem Schwarzen Kontinent leben.“ Sie hätten eine unbändige Fröhlichkeit, seien dankbar für die kleinen Dinge und besäßen eine außergewöhnliche Leidensfähigkeit. „Ich habe Gottes Schöpfung wie das Meer, den Regenwald mit seinen jahrhundertealten Bäumen, den afrikanischen Busch, die wilden wie die zahmen Tiere sowie die Sonnenauf- und -untergänge immer wieder in wunderbarer Weise erfahren.“</p><p>Diesen und vielen anderen, den meisten unbekannten Aspekten Afrikas widmet sich die 77-jährige Köthe, die in der katholischen Diaspora von Bremerhaven aufwuchs, ausgiebig in ihrem Buch. Nicht weniger interessant sind aber auch die Kapitel, die von ihrem Berufungsweg in das Säkularinstitut der Missionshelferinnen und von ihrem Medizinstudium in Würzburg und Heidelberg berichten. Zentral für ihre Entscheidung, Missionsärztin zu werden, war ein Plakat, berichtet Köthe. „Es zeigte das Bild einer Inderin, die wegen Lepra nur noch Stümpfe statt Hände hatte. Darunter stand: ‚Wer hilft mir?‘ Spontan stieg aus meinem Inneren die Antwort herauf, als wäre sie schon immer da gewesen: Ich helfe Dir!“</p><p>Aber auch weniger existentielle, ausgesprochen lustige Episoden finden sich in dem Buch. Wer hätte gedacht, dass die angehende Ärztin sich in ihrer Würzburger Ausbildungszeit unter anderem länger mit dem Füttern von Schweinen beschäftigte? Oder dass für eine Akademikerin mitunter auch das Backen eines Kuchens eine Herausforderung der besonderen Art darstellt?</p><p>Selbstverständlich nehmen Schilderungen aus Rhodesien und vor allem Ghana den überwiegenden Teil ein. Nach nur drei Jahren musste Köthe damals nach Deutschland zurückkehren, damit sie innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens ihre Facharztausbildung abschließen konnte. Die Hoffnung, im Anschluss wieder nach Rhodesien im Südosten des Kontinents zurückzukehren, zerschlug sich aber jäh. „Als der dortige Bürgerkrieg 1980 beendet war, lautete das traurige Fazit: 20.000 ermordete Zivilisten, darunter viele afrikanische Christen wegen Kooperation mit den Weißen. Sie wurden unter anderem getötet, weil sie auf Missionsstationen arbeiteten oder heilige Messen besuchten, die von weißen Priestern geleitet wurden“, sagt Köthe.</p><p>Weil die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte aus diesem Grund unmöglich war, fand Köthe schließlich ihre Lebensaufgabe im westafrikanischen Ghana, genauer gesagt im Fischerdorf Eikwe. „Von unserem Krankenhaus aus konnte man das Rauschen des Meeres hören.“ Das Buch entfaltet wegen seiner Vielfalt einen ungeheuren Sog auf den Leser: Mal berichtet es von medizinischen Herausforderungen im Klinikalltag, mal von Erlebnissen bei der Fahrt durch Ghanas Hinterland. Fotos zeigen unter anderem, wie viel die Missionshelferin mit ihren Mitschwestern zwischen 1978 und 2012 bewegt hat: Aus dem aus wenigen Gebäuden bestehenden Hospital mit einfachen afrikanischen Häuschen als Quartier für das Personal entstand ein ansehnlicher Krankenhauscampus. Heute haben alle Angestellten Zimmer mit Strom und fließendem Wasser. Und auch das Krankenhaus wurde deutlich erweitert und modernisiert.</p><p>2012 kehrten die Missionshelferin und ihre Mitschwestern aus Ghana nach Würzburg zurück und übergaben das Hospital in einheimische Hände. Die Gemeinschaft in Deutschland brauchte sie für die Pflege der alten und kranken Schwestern. Köthes Resümee ihres Wirkens auf dem afrikanischen Kontinent fällt genauso bescheiden aus, wie die Ärztin im Gespräch auftritt: „Mit Gottes Segen durfte ich vielen Menschen helfen. Für diese Tatsache allein habe ich allen Grund, glücklich zu sein und Gott zu danken.“</p><p>Gabriele Köthe: „Vom Sambesi zur Goldküste. Eine Missionsärztin erinnert sich“. 408 Seiten, 17,95 Euro. J.F. Steinkopf-Verlag, Kiel 2018, ISBN 978-3-7984-0850-0.</p><p>mh (POW)</p><p>(5118/1303; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Fotos abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-25970</guid><pubDate>Wed, 21 Nov 2018 15:28:30 +0100</pubDate><title>Mit Fußball auf Weihnachten einstimmen</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/mit-fussball-auf-weihnachten-einstimmen/</link><description>Würzburg (POW) Fußball als schönste Nebensache der Welt und Weihnachten: Das geht sehr wohl zusammen, macht Thorsten Kapperer, promovierter Pastoralreferent im Dienst des Bistums Würzburg, mit seinem Adventskalender in Buchform klar. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Adventszeit lädt jedes Jahr ein, über das Leben und die persönliche Beziehung zu Gott nachzudenken. Kapperer nimmt den Fußball als Aufhänger, um grundsätzliche Fragen zu reflektieren. Mit gutem Grund. Weisheiten wie „Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten“ sind längst gängige Redewendungen im Alltag. Die immer wieder neuen Bilder, die das Spiel auf dem Rasen, aber auch die Fanchoreographien auf den Rängen erzeugen, sind medial präsent. „Nicht zuletzt kann man beim Fußball in garantierter Regelmäßigkeit das Leben in all seinen Facetten erleben – vom enthusiastischen Jubel bis zur tiefen Enttäuschung“, schreibt Kapperer im Vorwort. Mit seinem Buch spannt er einen Bogen vom breiten Themenpotential, das im Fußball steckt, hin zum Leben des Lesers. Unter der Überschrift „Ohnmacht“ zum Beispiel blickt der Autor auf den Entzug der Lizenz für die Zweite Liga und darauf, wie die Fans des MSV Duisburg damals darauf reagierten. „Wer steht in der Menschenkette gegen meine Ohnmacht(en) neben mir? Wo stehe ich in der Menschenkette gegen Ohnmacht(en) anderer?“, fragt er als Impuls. Vermeintlich banale Fußballweisheiten und Begebenheiten aus dem Sport bringt Kapperer mit kurzen Fragen in ein komplett anderes Licht. Er hilft dem Leser mit 24 kurzweiligen Kapiteln so, dem Leben und Gott immer wieder eine Chance zu geben.</p><p><em>Thorsten Kapperer: „Tooor. 24 Adventsimpulse für Fußballfreunde“. 104 Seiten, 12,90 Euro. Echter-Verlag, Würzburg 2018, ISBN 978-3-429-05320-8.</em></p><p class="align-right">mh (POW)</p><p>(4818/1209; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen: </strong>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-23879</guid><pubDate>Wed, 07 Nov 2018 16:11:11 +0100</pubDate><title>Erinnerungen des Rabbiners Leo Trepp</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/erinnerungen-des-rabbiners-leo-trepp/</link><description>Eine Auseinandersetzung mit dem jüdischen Leben in Deutschland – Wichtiger Beitrag zum Verständnis des Miteinanders – Verbindung zu aktuellen Debatten um Integration von Muslimen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg </strong>(POW) „Der letzte Rabbiner – Das unorthodoxe Leben des Leo Trepp“ heißt die von Leo Trepp (1913-2010) unvollendete Autobiographie, die nach dessen Tod von Trepps Frau, Gunda Trepp, weitergeführt wurde und als Biographie erschienen ist. Diese trägt darin die Erinnerungen ihres Mannes zusammen, „ergänzt, kommentiert und erzählt mit Liebe und Wärme von diesem tief religiösen und so unorthodoxen deutsch-jüdischen Leben“.</p><p>Wie lebten und leben Juden in Deutschland? Was macht das Judentum aus? Und was können wir in den aktuellen Debatten um die Integration von Muslimen und um wiedererstarkenden Antisemitismus von Leo Trepp lernen? Diese Fragen ziehen sich als roter Faden durch das Buch. Trepp war Rabbiner, ein Prediger und Lehrender mit einer „unverbrüchlichen Bindung an das deutsche Judentum, dessen Zerstörung durch die Nationalsozialisten ihn leiden ließ“, schreibt Dr.&nbsp;Johannes Gerster, Vorsitzender des Kuratoriums der Israelstiftung in Deutschland, in seinem Vorwort. Trepp sei über Jahrzehnte der einzige lebende deutsche Landesrabbiner aus der Zeit des NS-Terrors gewesen. Seine Verfolgung und Vertreibung hätten bei ihm nicht Hass und Verbitterung gegen die Deutschen begründet, sondern einen unwiderstehlichen Drang zur Versöhnung und Aussöhnung ausgelöst. Immer wieder sei er nach Deutschland zurückgekehrt, um den Menschen jüdisches Leben näherzubringen und Vorurteile abzubauen. Er habe gelehrt und beraten, im engagierten Dialog mit Kirchenvertretern sowie Muslimen gestanden und beim Aufbau neuer jüdischer Gemeinden geholfen.</p><p>Gunda Trepp zeichnet mit diesem Buch das Leben ihres verstorbenen Mannes nach und hält wichtige Erinnerungen des Rabbiners für folgende Generationen fest. Sie nutzte die bereits fertig geschriebenen Seiten seiner Autobiographie, besprochene Tonträger und Hunderte von Aufzeichnungen, die er für Vorlesungen, Vorträge oder Bücher angefertigt hatte, um seine Philosophie an die Leser weiterzugeben und seine Sicht des Judentums in „all seinen Facetten und all seiner Schönheit“ näherzubringen. Er erinnert sich an seine Familie, Freunde, Nachbarn, erzählt von unterfränkischen Viehhändlern, von tief frommen Männern, von Rabbinern und immer wieder von seinem Vater. Er habe stets als stolzer und religiöser Jude gesprochen, geschrieben und agiert. Gleichzeitig habe er sich dafür eingesetzt, dass auch Angehörige anderer Konfessionen und Kulturen das Gleiche tun konnten. In Anbetracht aktueller Debatten um Identität und Heimat vermag diese Einstellung wichtige Denkanstöße zu geben. Es ist Gunda Trepp ein Anliegen zu zeigen, dass es nicht ungewöhnlich sei, wenn ein orthodoxer Rabbiner für ein Judentum eintrat, das Veränderungen und Weiterentwicklungen begrüßte, und Männer und Frauen als gleichberechtigt betrachtete.</p><p><em>Gunda Trepp: „Der letzte Rabbiner. Das unorthodoxe Leben des Leo Trepp“. 284 Seiten, 39,95 Euro. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Theiss, Darmstadt 2018. ISBN 978-3-8062-3818-1.</em></p><p class="align-right">gr (POW)</p><p>(4618/1157; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-23867</guid><pubDate>Tue, 06 Nov 2018 09:56:25 +0100</pubDate><title>„Zahlen für den Rest?“</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/zahlen-fuer-den-rest/</link><description>Kritische Auseinandersetzung mit Kirchensteuergeldern – Autoren rufen auf, Kirche nicht über Gemeindehäuser oder Pfarrämter zu definieren, sondern über das aktive Leben in ihr</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Würzburg</strong> (POW) „Eine Kirche für Viele“ ist der Titel von Erik Flügges und David Holtes neuem Buch. „90&nbsp;Prozent der Kirchenmitglieder nehmen nicht am Gemeindeleben teil. Sie zahlen nur für die restlichen zehn Prozent“, ist sich Flügge sicher, der als Politikberater arbeitet und in der Kirche ein gefragter Redner zum Thema Glaubenskommunikation ist. Er fragt: „Kann das wirklich die Idee einer Kirche sein?“ Der Autor selbst ordnet sich den 90 Prozent zu und fragt sich regelmäßig, was eigentlich mit seinen Kirchensteuergeldern passiere. Er schiebt die Antwort gleich hinterher: „Wahrscheinlich viel – nur halt nichts für mich.“ Warum dann also nicht aus der Kirche austreten? Er selbst habe oft darüber nachgedacht. Doch noch bleibe er, aus Verbundenheit – weil diese Kirche ihm mal eine Heimat gewesen sei. Sein Co-Autor Holte hingegen ist längst aus der evangelischen Kirche ausgetreten und schildert, warum die Kirche das nicht verhindern konnte. Er habe mehr Zeit in den Austritt aus der Kirche investiert als die Kirche Zeit in ihn, behauptet Holte.</p><p>„Wie lange kann eine Organisation überleben, wenn die meisten Mitglieder, die sie finanziell tragen, keinerlei Nutzen in ihrer Tätigkeit mehr erkennen?“ Eine derartige Organisation würde Mitglieder verlieren, wahrscheinlich sogar sehr viele Mitglieder, sind sich Flügge und Holte einig. Egal, wie groß ihre Bindungskraft früher gewesen sei: Wenn eine Organisation heute nichts mehr zum Leben beitrage, dann würden die Mitglieder sie verlassen. Solch eine Organisation sei die Kirche. Flügge hat das Christentum dennoch nicht aufgegeben. Er glaube noch daran, dass es bestehen kann. Weil für ihn das Christentum vielleicht die faszinierendste unter allen Religionen sei. Die eine Religion, die nicht den Sieger feiere, sondern den Gekreuzigten.</p><p>Das Buch zeigt, was Kirche nach Meinung der Autoren ändern müsse und wie sie das tun könne, wenn sie nicht scheitern wolle. Beide Verfasser stellen Thesen auf, wie Kirche wieder zu einer Kirche der Vielen werden könne und nicht nur zu der eines kleinen, heiligen Rests. In den verschiedenen Kapiteln wird nüchtern und sachlich argumentiert: Die Kirche müsse ihre Ressourcen gerechter verteilen. Die Mittel sollten überall dort investiert werden, wo noch Leben in der Kirche sei und daran geglaubt werde, dass es eine Zukunft gebe. Flügge fordert, mehr Geld und Zeit in die Kontaktarbeit zu investieren, anstatt immer mehr Angebote zu schaffen, an denen laut Flügge nur rund zehn Prozent der Kirchenmitglieder teilnehmen. Das Buch lässt sich dabei weniger als „fertige Anleitung“ verstehen. Es ist vielmehr Inspirationsquelle für eigene lokale Lösungen und Wege hin zu einer aufsuchenden Kirche, in der am Ende die Christenheit mehr über ihren eigenen Gott weiß.</p><p>Erik Flügge und David Holte: „Eine Kirche für Viele – statt Heiligem Rest“. 78 Seiten, 8 Euro. Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2018, ISBN 978-3-451-38327-4.</p><p class="align-right">gr (POW)</p><p>(4518/1143; E-Mail voraus)</p><p><strong><em>Hinweis für Redaktionen: </em></strong><em>Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-23660</guid><pubDate>Tue, 23 Oct 2018 11:59:06 +0200</pubDate><title>Eucharistie genau betrachtet</title><link>https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/eucharistie-genau-betrachtet/</link><description>Würzburg (POW) In seinem neuen Buch „Vom Segen der Zerbrechlichkeit – Grundworte der Eucharistie&quot;, geht Andreas Knapp, Priester und Poet, auf die Bedeutung der Eucharistiefeier ein. </description><content:encoded><![CDATA[<p>„Wir leben mit Gewohnheiten und Riten, deren tieferer Sinn durch Routine und Wiederholung oft verschüttet wird“, schreibt er. Das sei nicht nur im Alltag zu beobachten, auch die „gewohnheitsmäßig gefeierte Eucharistie droht zu einem nichtssagenden Leerlauf zu verkommen“. Um das zu verhindern, betrachtet er die einzelnen Gesten und Worte der Eucharistie und macht diese nachvollziehbar und bedeutsam. In den einzelnen Kapiteln geht er unter anderem auf die Danksagung, die Wandlung, die Versöhnung und das Brotbrechen ein und spannt den Bogen zu den menschlichen Erfahrungen: Liebe und Leid, Zweifel und Hoffnung, Zerbrechen und Dank spiegeln sich in der Eucharistie wider. Zwischen den Betrachtungen und Anregungen werden Gedichte des Autors und anderer Dichter vorgestellt, die zum Innehalten einladen. Seine Wortspiele und Metaphern in den Gedichtversen beschreiben dabei die Wirklichkeit und machen auf verschiedene Facetten aufmerksam. Durch die übersichtliche Unterteilung der Eucharistiefeier in die einzelnen Buchkapitel gelingt es dem Autor, die verschiedenen Bestandteile der Eucharistie zu reflektieren und deren Bedeutung für den Alltag aufzuzeigen. Der Leser wird an die Hand genommen und durch den Ablauf der Eucharistiefeier geführt.</p><p><em>Andreas Knapp: </em> „<em>Vom Segen der Zerbrechlichkeit – Grundworte der Eucharistie&quot;. 179 Seiten, 14,90 Euro. Echter Verlag, Würzburg 2018. ISBN 978-3-429-04451-0.</em></p><p><em>rh (POW)</em></p><p>(4318/1090; E-Mail voraus)</p><p><em><strong>Hinweis für Redaktionen:</strong> Foto abrufbar im Internet</em></p>]]></content:encoded><category>Buch-Tipp</category></item></channel></rss>