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„Glaube verbindet über Länder und Sprachengrenzen hinweg“

Bischof Hofmann eröffnet Aquilinsjahr mit Pontifikalgottesdienst im Kiliansdom – Prozession mit Reliquiar zur Pfarrkirche Sankt Peter und Paul – Erzbischof Angelo Scola: Aquilin als Brücke zwischen den Diözesen Würzburg und Mailand

Würzburg (POW) „Glauben verbindet über Länder und Sprachengrenzen hinweg.“ Das hat Bischof Dr. Friedhelm Hofmann bei der feierlichen Eröffnung des Gedenkjahrs „1000 Jahre Martyrium des heiligen Aquilin“ am Gedenktag des Heiligen, Sonntag, 29. Januar, vor rund 1000 Gläubigen im Würzburger Kiliansdom betont. Der Pontifikalgottesdienst stand unter dem Leitsatz „Glauben verbindet – uniti nella fede“. „Der Glaube an Jesus Christus ist die innere Mitte, die im Leben des heiligen Aquilin Würzburg, Köln und Mailand verbindet“, sagte Bischof Hofmann. Zugleich verbinde der heilige Aquilin Würzburg und Mailand, nahm der Bischof auch Bezug auf das 50-jährige Bestehen der Italienischen Katholischen Mission im Bistum Würzburg. An der Feier nahmen eine Delegation aus Mailand mit Carlo Faccendini, Bischofsvikar für Mailand, und weiteren Vertretern der Erzdiözese Mailand sowie Vertreter der Katholischen Italienischen Mission im Bistum Würzburg teil. Im Rahmen des Gottesdienstes wurde offiziell das Reliquiar mit einer Reliquie des Heiligen – einer Rippe – an das Bistum Würzburg übergeben und anschließend in einer Prozession in die Pfarrkirche Sankt Peter und Paul übertragen.

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel habe beim Diözesanempfang am 23. Januar betont, wie wichtig es in Deutschland und Europa sei, Verbundenheit in einer offenen Gesellschaft zu pflegen, sagte Bischof Hofmann in seiner Begrüßung. Er freue sich, dass nun der heilige Aquilin Würzburg und Mailand miteinander verbinde. Faccendini verlas einen Brief von Kardinal Angelo Scola, Erzbischof von Mailand. Es freue ihn sehr, eine Reliquie des heiligen Aquilin übergeben zu können, schreibt der Erzbischof. Aquilin sei eine Brücke der Einheit im Glauben zwischen den Diözesen Würzburg und Mailand. Sein Glaubenszeugnis trage bis heute reiche Frucht unter den Menschen. Das Beispiel Aquilins möge dazu anspornen, den Glauben an Jesus Christus zu vertiefen, schließt der Brief des Kardinals.

Christen seien mit den Waffen der Liebe und der Wahrheit gut gerüstet, um den Parolen des Hasses und der Feindschaft entgegenzutreten, sagte Bischof Hofmann in seiner Predigt. „So gerüstet brauchen wir uns nicht abzuschotten, sondern können unser Herz öffnen. Als Christen suchen wir das Verbindende, nicht das Trennende, denn unser Glaube schafft ein Netzwerk des Miteinanders. Dafür steht der heilige Aquilin.“ Gerade heute verbinde Aquilin Würzburg und Mailand in einer Zeit, in der viele Italiener, darunter auch Mailänder, schon seit Jahrzehnten in Würzburg und im Bistum lebten, nahm Bischof Hofmann Bezug auf den 50. Jahrestag der Gründung der Italienischen Katholischen Mission, der im vergangenen Jahr gefeiert wurde. „Wir sind dankbar für die gegenseitige Bereicherung, die wir im Zusammenleben erfahren. So baut sich auch das gemeinsame Europa auf. Möge der heilige Aquilin uns dabei auch weiterhin ein Fürsprecher sein.“

Zugleich verbinde der in Würzburg geborene Heilige auch die Würzburger Pfarreien auf ihrem Weg in die Zukunft, betonte Bischof Hofmann. „Alles wird davon abhängen, ob wir diesen Weg als spirituellen Weg im Gebet und im Vertrauen auf Gottes Heiligen Geist miteinander gehen. Wir alle spüren, dass wir unter den heutigen Voraussetzungen noch mehr zur Zusammenarbeit und zu einem spürbaren Miteinander als Kirche in der Stadt Würzburg aufgerufen sind.“ Der heilige Aquilin habe heute alle Würzburger Stadtpfarreien zu einer gemeinsamen Messfeier im Dom versammelt. Es brauche ein über den eigenen Kirchturm hinaus reichendes Engagement, das auch neue Partnerschaften zwischen den Pfarreiengemeinschaften suche, führte der Bischof aus. „Gehen wir behutsam auf diesem Weg weiter und bitten wir dabei den heiligen Aquilin, der mutig Grenzen überschritten hat, um seine Fürsprache.“

Die brutale Gewalt, die Aquilin unschuldig erlitten habe, rufe aber auch die vielen Menschen in Erinnerung, die heute unschuldig Opfer von Krieg und Terror würden, erklärte Bischof Hofmann. Dabei erinnerte er auch an die vielen Christen, denen heute ein Martyrium abverlangt werde. „Mehr als 100 Millionen Christen führen uns in ihrer Bedrängnis und ihrer Lebenshingabe heute vor Augen, dass das Christentum in der jetzigen Zeit die am meisten verfolgte Religion ist“, machte er deutlich. Das Blut der Märtyrer aus den verschiedenen Konfessionen verpflichte auf den gemeinsamen Glauben an Jesus Christus und rufe zur Einheit auf. „Als Christen dürfen wir dem Leid der Welt gegenüber niemals gleichgültig werden. Überwinden wir das Böse mit dem Guten!“, ermutigte der Bischof. Aquilin könne Vorbild und Ansporn sein, als Boten des Friedens in die Welt hineinzuwirken.

In den auf Deutsch und Italienisch vorgetragenen Fürbitten wurde unter anderem um Beistand für die verfolgten Christen weltweit gebetet. Im Anschluss an den Gottesdienst wurde das Reliquiar mit der Reliquie des heiligen Aquilin in einer feierlichen Prozession in die Pfarrkirche Sankt Peter und Paul übertragen. Dort wurde die Reliquie am Choreingang zur Verehrung der Gläubigen aufgestellt. Bischof Hofmann inzensierte den Reliquienschrein. „An Gottes Segen ist alles gelegen. Bitten wir den heiligen Aquilin, für uns Fürsprache bei Gott einzulegen“, sagte der Bischof.

Vor Beginn des Gottesdienstes begrüßte Stadtdekan Domkapitular Dr. Jürgen Vorndran, Pfarrer von Sankt Peter und Paul, unter anderem Landtagspräsidentin Barbara Stamm, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Bürgermeister Dr. Adolf Bauer und Dr. Edda Weise, Dekanin des evangelisch-lutherischen Dekanats Würzburg. An der Feier nahmen außerdem teil Ritter und Damen vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Familiaren des Deutschen Ordens, Studentenverbindungen, Verbände, Vereine und weitere Gruppierungen.

Die Feier wurde musikalisch gestaltet von den Würzburger Domsingknaben und Domorganist Professor Stefan Schmidt unter der Leitung von Domkapellmeister Christian Schmid sowie von der Rochuskapelle Versbach unter der Leitung von Rudi Küth.

Empfang für Mailänder Delegation im Wenzelsaal des Würzburger Rathauses

Bereits am Freitagnachmittag, 27. Januar, empfing Oberbürgermeister Christian Schuchardt die Mailänder Delegation zusammen mit Bischof Dr. Friedhelm Hofmann, Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen, Kunstreferent der Diözese Würzburg, und Stadtdekan Domkapitular Dr. Jürgen Vorndran sowie Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake und Bürgermeister Dr. Adolf Bauer im Wenzelsaal des Würzburger Rathauses. „Aquilin wurde laut seiner Vita ermordet, weil er den Glauben gegen eine Irrlehre verteidigt hatte. Mit seiner Liebe zur Wahrheit kann er uns gerade in der heutigen Zeit als Vorbild dienen“, sagte Schuchardt laut einer Pressemitteilung der Stadt Würzburg. Er freue sich darüber, dass der gebürtige Würzburger Aquilin eine Brücke zwischen seiner mainfränkischen Heimatstadt und Mailand gebaut habe. Wenn das Gedenken an den heiligen Aquilin glaubwürdig sein solle, dann müsse es auch sensibel machen für das Schicksal der Menschen, die durch Krieg und Terror Opfer brutaler Gewalt werden.

 sti (POW)

(0517/0122; E-Mail voraus)

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