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Bunte Luftballons werben für Toleranz

Sankt Ursula-Schule in Würzburg erhält Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ – Schülerinnen lassen über 1400 Ballons mit Postkarten in den Himmel schweben – Jedes Jahr Aktion gegen Rassismus geplant

Würzburg (POW) Eine bunte Wolke aus mehr als 1400 Luftballons schwebte zum Abschluss des Schuljahrs über der Sankt-Ursula-Schule in Würzburg. Unter dem Motto „Bunt statt braun“ feierten Schülerinnen und Lehrer am Dienstagmittag, 30. Juli, die Verleihung des Titels „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Mit den Luftballons stiegen Postkarten in den Himmel, auf denen sich die Schülerinnen Gedanken zum Thema Rassismus gemacht hatten. Darauf stand zum Beispiel: „Ich bin gegen Rassismus, weil alle gleichberechtigt sein sollen“ oder: „… weil ich finde, dass alle Menschen das gleiche Recht haben“. Sie finde es schön, dass sich alle Schülerinnen zu diesem Thema Gedanken gemacht haben, sagte Magalie Machbert, Schülersprecherin des Gymnasiums, im Namen der Schülermitverantwortung (SMV). „Wir hoffen, dass das auch weiterträgt.“

„Wir wollen schon immer eine Schule sein, an der die Würde des Einzelnen geachtet wird“, sagte Schulleiterin Schwester Katharina Merz. „Jeder Mensch ist einmalig, wichtig und wertvoll. Vor Gott gibt es keine Unterschiede.“ Sie dankte der SMV dafür, dass sie sich um den Titel als „Schule ohne Rassismus“ bemüht hat. „Es ist gut, wenn man Ziele und Haltungen klar benennt“, betonte die Schulleiterin. „Wir sind nicht nur irgendwie christlich, nicht irgendwie tolerant, sondern wir sagen konkret, was wir an und wie wir unsere Schule gestalten wollen.“

„Man merkt, dass Ihr Euch ganz viele Gedanken gemacht habt, warum Ihr eine Schule ohne Rassismus seid“, sagte Stefan Lutz-Simon, Landeskoordinator Bayern für das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Er selbst finde es „dumm zu denken, dass jemand der anders ist, anders aussieht, anders spricht, weniger wert sein soll“. Er wiederholte die drei Versprechen, die sich die Schülerinnen im Rahmen des Projekts gegeben haben: „Wir gucken hin, wenn uns auffällt, dass jemand gemobbt oder in die Ecke gestellt wird. Wir gucken nicht nur hin, sondern tun etwas dagegen. Jedes Jahr findet eine Aktion statt, die daran erinnert, dass wir eine Schule ohne Rassismus sind.“ Den Vertreterinnen der SMV überreichte er das Schild „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Die Sankt Ursula-Schule sei nun die 215. Schule in Bayern und die 1319. Schule bundesweit, die diesen Titel trage. Um den Titel zu erhalten, müssen mehr als 70 Prozent aller Schüler, Lehrer und des Schulpersonals einer Schule unterschreiben, dass sie gegen Rassismus sind.

„Es ist wunderbar, so viele motivierte und begeisterungsfähige junge Damen kennenzulernen“, sagte Caroline Matthiessen, Tänzerin am Mainfrankentheater Würzburg. Zusammen mit Muchtar Al Ghusain, Schulreferent der Stadt Würzburg, ist sie Pate des Projekts. Sie selbst habe „zum Glück“ keine eigenen Erfahrungen mit Rassismus gemacht, auch wenn sie offiziell Ausländerin sei. „Ich hatte immer das Glück, in einer sehr internationalen Gemeinschaft zu leben“, sagte sie: „Tanz überwindet alle Sprachbarrieren.“ Anders Al Ghusain. Er sei in Würzburg aufgewachsen, spreche fränkisch und sei evangelisch, erzählte er den Schülerinnen. Doch seit er sich als Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters vorgestellt habe, habe er einige „ganz komische Rückmeldungen“ bekommen. Leute hätten ihm geschrieben, dass ihnen sein Name nicht gefalle und ob in Würzburg nun Moscheen gebaut werden sollen. Er finde es komisch, wenn vom Namen auf den Menschen geschlossen werde: „Es fängt ganz klein an, aber wenn man nicht aufpasst, kann es böse enden.“ Er ermutigte die Schülerinnen, das Projekt über die eigene Schule hinaus weiterzutragen: „Wir haben mehr als 40 Schulen in Würzburg, und ihr alle habt Freunde, auch in anderen Schulen.“ Die Schulband „Drugstore“ gestaltete die Feier mit fetziger Rockmusik.

(3213/0812; E-Mail voraus)

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