Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

Fast schon Baden-Württemberg

Die Pfarrei Sankt Vitus in Tauberrettersheim im Ochsenfurter Gau ist die Südspitze des Bistums Würzburg – Rosenkranzgebet, Andachten und Werktagsmessen hoch im Kurs – Kirchliche Bindung hat hier Tradition

Tauberrettersheim (POW) 16 Kilometer in Richtung Westen, und man erreicht Bad Mergentheim im Bistum Rottenburg-Stuttgart, 16 Kilometer in Richtung Osten sind es nach Hemmersheim im Erzbistum Bamberg. Von Bayern aus ist die einzige Zufahrt in den Ort über die Tauberbrücke möglich, die von Balthasar Neumann erbaut wurde: Die Pfarrei Sankt Vitus in Tauberrettersheim ist laut der Zentralen Datenbank des Bistums Würzburg die südlichste. Rund 850 Menschen leben hier, etwa 730 von ihnen sind katholisch. Kirchlich sei die Orientierung in Richtung Würzburg klar vorgegeben, die nächsten weiterführenden Schulen dagegen befinden sich in Creglingen und Weikersheim, also nach Baden-Württemberg.

„Wir sind in der Pfarreiengemeinschaft TauberGau mit ihren insgesamt rund 3300 Gläubigen nach Röttingen die größte Pfarrei“, sagt Pfarrgemeinderatsvorsitzender Dieter Melzer. Den in Tauberrettersheim wohnenden Pfarrvikar der Pfarreiengemeinschaft, Pfarrer Wolfgang Zopora, nennen die Leute im Ort „unseren Pfarrer“. Leiter der Pfarreiengemeinschaft ist Pfarrer Gerhard Hanft. „Es gibt hier praktisch jeden Sonntag oder Samstagabend eine Eucharistiefeier. Etwa alle sechs Wochen gestaltet einer der zwei Gottesdienstbeauftragten aus Tauberrettersheim vor Ort eine Wort-Gottes Feier“, erläutert Hanft.

Ohnehin ist die Tradition von Gottesdienstformen, die von Laien verantwortet werden, in Tauberrettersheim groß: Rosenkränze und Andachten werden gut besucht. „An die 50 Leute kommen im Durchschnitt, auch bei Werktagsmessen.“ Maiandachten werden zum Teil an der Grotte gehalten oder an der Kapelle, die über dem Ort zu finden ist, und von der aus die 40 Hektar Weinberge von Tauberrettersheim bestens zu überblicken sind. Errichtet wurde die Kapelle im Jahr 1936, am Weg hinauf entstand nach dem Krieg Zug um Zug ein Kreuzweg, dessen Stationen von Stiftern finanziert wurden. „Auch heute noch fühlen sich deren Familien dem Erbe verpflichtet und halten die jeweilige Station in Schuss“, berichtet Kirchenpfleger Ludwig Fries, dessen Tätigkeitsschwerpunkt die Liegenschaften sind. Bei der Kapelle am Berg kümmert sich bis heute die Stifterfamilie um den Schließdienst und die Pflege des umliegenden Gartens.

Der örtliche Kindergarten Sankt Maria musste zum September die bisherige Kinderkrippe aussetzen. „Von den ehemals zehn Kindern wechseln neun in den Kindergarten, der dann 25 Kinder zählt“, berichtet Monika Schmid, Leiterin des Kindergartens und Vorsitzende des Koordinationsrats der Pfarreiengemeinschaft. Statt der vormals zwei Gruppen gibt es daher nur noch eine. „Wir versuchen aber das Personal durch Stundenreduktion zu halten“, sagt Pfarrer Hanft. Der Caritasverein Sankt Marien ist Träger der Einrichtung. Die politische Gemeinde errichtete 1997 für den Kindergarten einen Neubau, der Verein fungiert als Pächter. „Wenn wir Veranstaltungen haben, merken wir immer, wie stark sich zum Beispiel die Eltern ehemaliger Kindergartenkinder der Einrichtung verbunden wissen“, erklärt Schmid.

Im Bereich der Jugendarbeit gibt es auf Pfarreiengemeinschaftsebene die Katholische Landjugendbewegung (KLJB), die ihren Schwerpunkt auf das Organisieren von Events wie Discoabenden legt. Sehr engagiert sind auch die Ministranten: Mehr als 40 Jungen und Mädchen leisten regelmäßig Altardienst. „Wenn bei der Sternwallfahrt in der Pfarreiengemeinschaft am Bittsonntag mehr als zwei Drittel der über 150 Ministranten aus der Pfarreiengemeinschaft in Röttingen anwesend sind, muss ich ihnen beim Sommerfest ein Eis spendieren“, sagt der Pfarrer schmunzelnd.

Überhaupt wallen die Tauberrettersheimer nach eigener Einschätzung äußerst gerne. „An der Laudenbachwallfahrt im September nehmen immer rund 130 Leute teil, den Gottesdienst für die Pfarrei feiern wir dann an diesem Sonntag auch dort“, erklärt Kirchenrechner Martin Nörpel. Und auch nach Hause werde von dort ganz selbstverständlich wieder zurückgelaufen. Zu der Ortschaft in Baden-Württemberg hat Tauberrettersheim eine lange und sprichwörtlich innige Beziehung: In der ehemals hohenlohischen Umgebung war Laudenbach als einzige Gemeinde auch katholisch. Es gab daher viele Ehen zwischen Paaren aus diesen Orten.

Die Pfarrkirche Sankt Vitus ist mit ihren rund 500 Sitzplätzen die größte in der Pfarreiengemeinschaft. Sie wurde 1869 geweiht und ersetzte am gleichen Standort die vormals dort platzierte Kirche, die klassisch in Ost-West-Richtung errichtet war. Aus Platzgründen ist die neue Kirche in Nord-Süd-Richtung orientiert, was sie zusätzlich zu etwas Besonderem macht. Für die Pflege des Grüns rund um das Gotteshaus sorgt übrigens die örtliche Gymnastikgruppe mit meist drei großen Aktionen pro Jahr.

mh (POW)

(3815/0863; E-Mail voraus)

Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet 

Weitere Bilder

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung