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Aquilin als verbindendes Element

Delegation aus Mailand bringt Reliquie des in Würzburg geborenen Heiligen nach Würzburg – Neue deutsch-italienische Verbindung – Diözesen stellen sich im Exerzitienhaus Himmelspforten gegenseitig ihre pastoralen Zukunftskonzepte vor

Würzburg (POW) Anlässlich des Gedenkjahrs „1000 Jahre Martyrium des heiligen Aquilin“ hat eine 13‑köpfige Delegation aus Mailand eine Reliquie des einzigen in Würzburg geborenen Heiligen – eine Rippe – nach Würzburg gebracht. Am Samstag, 28. Januar, wurde diese im Beisein von Carlo Faccendini, Bischofsvikar für Mailand, weiteren Vertretern der Erzdiözese Mailand sowie Bischof Dr. Friedhelm Hofmann und Generalvikar Thomas Keßler im Exerzitienhaus Himmelspforten in ein neues Reliquiar eingesetzt.

In einer feierlichen Zeremonie in der Kilianskapelle platzierte Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen, Kunstreferent der Diözese Würzburg, die Reliquie des heiligen Aquilin gemeinsam mit Goldschmied Markus Engert in dem dafür vorgesehenen Schrein. Engert fertigte diesen nach einem Entwurf Lenssens. Bischof Hofmann versiegelte die Reliquie gemeinsam mit der neuen Authentik, der Bestätigung der Herkunft und Echtheit, die er zuvor verlesen hatte. Am Sonntag, 29. Januar, dem Gedenktag des Heiligen, eröffnet Bischof Hofmann das Aquilinsjahr mit einem Pontifikalgottesdienst um 10 Uhr im Würzburger Kiliansdom.

Die Reliquie ist ein Geschenk der Erzdiözese Mailand an das Bistum Würzburg. Für die Reliquienentnahme wurde der Kristallsarkophag in der Aquilinskapelle der Basilika San Lorenzo Maggiore geöffnet. Im Beisein von Benigno Mörlin Visconti, Dombaumeister am Mailänder Dom, Monsignore Giordano Ronchi, Wächter der Reliquien der Erzdiözese Mailand, Monsignore Gianni Zappa, Pfarrer von San Lorenzo Maggiore, sowie Pfarrvikar Don Luca Camisana wurde die Reliquie aus der rechten Seite des Leichnams des heiligen Aquilin mit einer kleinen Säge herausgetrennt. Nach Würzburg wurde die Reliquie von Monsignore Giordano Ronchi, Organist Matteo Galli sowie Pfarrvikar Don Luca Camisana mit dem Auto transportiert. „Mit dem Zoll hat es keine Probleme gegeben. Sie hatten die Authentik dabei“, sagte Domkapitular Dr. Jürgen Vorndran.

Generalvikar Keßler stellte der Mailänder Delegation unter der Überschrift „Wie lässt sich heute das kirchliche Leben im Bistum gestalten?“ das Würzburger Konzept der „Pastoral der Zukunft“ vor. „Wir erleben eine zunehmende Urbanisierung. Wir haben drei große Städte in der Diözese: Würzburg, Aschaffenburg und Schweinfurt. In den Dörfern auf dem Land haben wir Leerstand, die Menschen ziehen weg.“ In den Städten allerdings sei der Wohnraum knapp und die Mietpreise erhöhten sich. Familien lebten sich auseinander, Arbeitsplatz und Lebensraum fielen auseinander. „In diese Situation hinein möchten wir die Frohe Botschaft verkünden. Das ist der Hintergrund, vor dem Kirche lebt“, sagte Keßler. Die Kirche sei kein geschlossener Zirkel, sie habe die Sendung Jesu. Ein jeder habe somit den Auftrag, kreativ zu sein und das Christsein zu entdecken. „Alle Menschen suchen Nähe und Beheimatung. Alle Christen sind dazu berufen.“ Außerdem sei es elementar, offen zu sein, sich gerade in der säkularen Gesellschaft zu fragen, wie der Glaube verkündet werden könne und neue Formen von Glauben und Leben auszuprobieren. Das Konzept „Pastoral der Zukunft“ sehe vor, die Diözese langfristig in rund 40 Pfarreien zu gliedern und damit größere pastorale Räume zu schaffen. In den Pfarreien solle es laut Generalvikar Keßler eine zentrale Verwaltung geben. Mit diesem Konzept könne man die Vernetzung untereinander fördern.

Bischofsvikar Carlo Faccendini stellte die pastoralen Grundlinien von Kardinal Angelo Scola für die Erzdiözese Mailand vor. Einer seiner Hauptanliegen sei es gewesen, sich gemäß dem Denken Christi zu bilden. „Es ist ein großes Anliegen von Kardinal Scola, dass Glaube und Leben nicht auseinanderfallen“, sagte Faccendini. Kardinal Scola habe zahlreiche Pfarreien in Mailand besucht und gemerkt, dass die Menschen zwar glaubten, aber diese Kraft in bestimmten Lebenssituationen nicht zu ihnen durchdringe. Es sei außerdem ein falsches Bild, zu denken, die Kirche sei das himmlische Jerusalem. „Die Kirche besteht immer in Beziehung zu Christus. Ihre Aufgabe besteht darin, jeden Menschen zu einer persönlichen Begegnung mit ihm zu führen“, sagte Faccendini. Insbesondere junge Leute hegten heutzutage eine große Zerrissenheit, hervorgerufen durch verschiedene Bereiche ihrer Existenz mit bruchstückhaften Perspektiven. „Die Kirche soll Gemeinschaften unterhalten, die erziehen“, erklärte er. Das bedeute zu verstehen, dass die Kirche erziehe und nicht der Einzelne, und dass Erziehung eine Mannschaftsdisziplin sei. Er sagte, ein Priester solle sich „als ein Diener der Gemeinschaft verstehen“, und hob die Bedeutung des Laienapostolats hervor. Ein Laie solle die neuen Aufgaben der Kirche und ihre Zukunft mitträumen. „Das alles braucht Beweglichkeit und viel Demut, um den Weg zu überprüfen und Schritte nach vorne, aber auch nach hinten zu machen“, sagte Faccendini.

„Den besonderen Blick möchte ich im Blick auf das Jahr der Barmherzigkeit auf die hohe Zahl der Bestattungen richten: Trauernde zu trösten und Tote zu begraben sind Werke der Barmherzigkeit“, sagte Pater Alberto Onofri von der Franziskanischen Gemeinschaft von Betanien in Aschaffenburg, Leiter der Italienischen Katholischen Mission in der Diözese Würzburg. Es sei ein wichtiger Dienst der Kirche, den Menschen in schweren Stunden einfühlsam und mit christlicher Hoffnung zu begegnen.

bw (POW)

(0517/0120; E-Mail voraus)

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