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Gebet und Lektüre bestimmen den Tag

Weihbischof em. Helmut Bauer wird 85 Jahre alt und freut sich, wenn bald die Radsaison wieder beginnt

Würzburg (POW) „Meine Berufung im Alter besteht darin, die Sorgen und Nöte der Mitmenschen im Gebet vor Gott zu bringen.“ Das wird Weihbischof em. Helmut Bauer auch am Sonntag, 18. März, so halten, wenn er auf 85 Lebensjahre zurückblicken kann. Seinen Geburtstag wird er in seinem Heimatort Schimborn (Landkreis Aschaffenburg) mit Verwandten, Freunden und Wegbegleitern verbringen.

1933 geboren und aufgewachsen in Schimborn im Kahlgrund, ist Bauer fest in der unterfränkischen Heimat verwurzelt. Der seit 2008 emeritierte Weihbischof ist beliebt im Frankenvolk. Beredter Beweis dafür ist nicht zuletzt die Auszeichnung mit dem „Frankenwürfel“ im Jahr 2003, die den „Unneruffer“ als Wendigen, Witzigen und Widersprüchlichen ehrte. Fast hätte Bauer einen anderen Weg als den zum Priestertum eingeschlagen. Schon als Bub begeistert sein Gesang bei Maiandachten und anderen Gottesdiensten. Kurz vor dem Abitur in Miltenberg ermutigt ihn sein Musiklehrer dazu, Musik zu studieren und Sänger zu werden. Doch der junge Kilianist entscheidet sich für die Theologie und wird Priester. Der Päpstliche Nuntius Erzbischof Dr. Aloys Muench weiht ihn und 23 weitere junge Männer 1957 in der überfüllten Würzburger Seminarkirche Sankt Michael zum Priester.

Der junge Geistliche Bauer wird Kaplan in Schweinfurt-Heilig Geist, ab 1961 Musikpräfekt des Kilianeums in Würzburg und ab 1964 Direktor des Kilianeums in Bad Königshofen. 1968 übernimmt er schließlich die Leitung des Kilianeums in Würzburg. 15 Jahre später wird Bauer zum Dompfarrer und Domkapitular in Würzburg berufen und übernimmt zusätzlich die Aufgabe des Stadtdekans. Papst Johannes Paul II. ernennt ihn am 8. Juli 1988 zum Titularbischof von Velefi und Weihbischof in Würzburg.

Kurz nach seiner Bischofsweihe am Fest des heiligen Burkard, 14. Oktober 1988, übernimmt Bauer die Aufgabe des Bischofsvikars für Liturgie und Kirchenmusik sowie des Dompropsts und leitet die Abteilung Kirchenmusik im Bischöflichen Ordinariat Würzburg. Hinzu kommt die Verantwortung für die Kirchenmusik in der Deutschen Bischofskonferenz, wo er in seiner Amtszeit den Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft Ökumenisches Lied und der Ständigen Kommission für das Gesangbuch „Gotteslob“ innehat. Zwölf Jahre wirkt Bauer zudem als Vorsitzender der Ökumenekommission der bayerischen Bischöfe. Nach der Ruhestandsversetzung von Bischof Dr. Paul-Werner Scheele im Juli 2003 bekleidet er bis zum Amtsantritt von Bischof Dr. Friedhelm Hofmann die Aufgabe des Diözesanadministrators. Mehrere Jahre vertritt Weihbischof Bauer die Freisinger Bischofskonferenz in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AcK).

„Ich habe mich für keine einzige dieser Aufgaben beworben“, sagt Bauer und betrachtet seinen Lebenslauf dankbar als göttliche Fügung. „Es war mir vergönnt, viel mitzugestalten.“ Seine Begabung und seine Aufgaben hätten immer gut zusammengepasst. Nur sein „Ja“ zur Ernennung zum Weihbischof habe ihn wirklich Überwindung gekostet. „Ich bin kein schlechter Theologe, Aber ich war mir in diesem Moment nicht sicher, ob ich theologisch-spirituell der Aufgabe gewachsen bin.“

Was sich in seiner aktiven Zeit als Priester und Bischof bewährt hat, behält der Weihbischof auch im Ruhestand bei. Am Morgen ist die beste Stunde des Tages für die Feier der heiligen Messe reserviert. Dort und beim Brevier- und Rosenkranzgebet sowie bei der Anbetung vor dem Allerheiligsten holt er sich Kraft und bringt die Sorgen und Anliegen, die ihm anvertraut wurden, Gott vor. „Ich wohne ja ganz nahe am Neumünster und verbringe dort gerne Zeit im Gebet.“ Vor seinem Ruhestand bestimmten intensive Begegnungen mit den Menschen des Bistums seinen Alltag: Jährlich rund 7000 jungen Menschen spendete er das Sakrament der Firmung. Eine Vielzahl von Altären, Glocken und Orgeln wurden von ihm geweiht. Visitationen und Pfarrjubiläen, Sitzungen, Gespräche, Bürodienst und viele öffentliche Auftritte bestimmten das Tagesgeschäft. Bis vor wenigen Jahren reiste der Weihbischof gern, begleitete zum Beispiel viele Pilgerfahrten ins Heilige Land, spürte dem Wirken europäischer Missionare in Fernost nach oder besuchte das Partnerbistum Mbinga in Tansania. Damals firmte er dort 500 junge Leute auf einmal. Nicht zu vergessen seinen Einsatz als „Wirtekaplan“ bei der jährlichen Wirtewallfahrt auf dem Kreuzberg. Dort gehörten ganz selbstverständlich Bauers mitreißende Predigten beim Gottesdienst und das Scherzen und Singen bei der anschließenden Begegnung zum festen Ritual.

Öffentliche Auftritte nimmt der Weihbischof heute aus Altersgründen kaum noch war. Neben dem Gebet bestimmt theologische und spirituelle Lektüre seinen Tag. In seinen jungen Jahren war Weihbischof Bauer leidenschaftlicher Bergsteiger. Dem Alter angepasst, hat er sich inzwischen eine andere sportliche Betätigung gesucht: Jeden Nachmittag nimmt er sich ein paar Stunden Zeit und radelt mit seinem E-Bike von der Würzburger Innenstadt aus am Main entlang in Richtung Kleinochsenfurt. Mehr als 4000 Kilometer spulte er so im Jahr 2017 ab. Jetzt hofft er darauf, dass es bald wieder wärmer wird und er wieder seine täglichen Ausfahrten starten kann. „Unterwegs mache ich gerne Pause in den schönen Gotteshäusern am Weg und genieße als Bauersbub die Schönheit der Weinberge und Felder unserer fränkischen Landschaft. “

mh (POW)

(118/0272; E-Mail voraus)

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