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Mut zu Veränderungen angemahnt

Lebhafte Diskussionen beim Kolping-Zukunftsforum in Würzburg

Würzburg (POW) Was muss Kolping tun, um auch in Zukunft ein starker Verband zu bleiben? Insgesamt 85 Kolping-Mitglieder, überwiegend aus Unter- und Oberfranken, haben am Samstag, 7. April, beim Regionalforum des bundesweiten Zukunftsprozesses „Kolping Upgrade“ im Würzburger Kolping-Center Mainfranken über diese Frage diskutiert. Ausgetauscht wurden unter anderem konkrete Erfahrungen aus der Arbeit vor Ort. Diese sind schon innerhalb der Diözese Würzburg komplett unterschiedlich, heißt es in einer Pressemitteilung des Kolpingwerks.

Güntersleben im Landkreis Würzburg ist ein besonderer Ort. Mehr als jeder fünfte Einwohner gehört hier Kolping an. „Allein in der Jugend haben wir 172 Mitglieder“, sagte Dieter Geißler, Vorsitzender der Kolpingsfamilie. Aktuell laufe es für Kolping in der 4400-Einwohner-Gemeinde gut. Dennoch nahmen mehrere Günterslebener Mitglieder am Regionalforum teil. Die gesamtgesellschaftliche Entwicklung gebe auch in ihrem Heimatort Anlass zur Sorge.

„Wir waren zu unserer Hochphase 60 Mitglieder und sind jetzt nur noch 40“, berichtete Reinhard Stühler aus Königshofen im Kreis Aschaffenburg. Er gehört seit 1970 Kolping an. Es kämen kaum noch junge Familien nach. Über steigende Mitgliederzahlen erfreut zeigte sich hingegen Gernot Winter aus Großheubach bei Miltenberg. „Wir sind in den vergangenen zwölf Jahren um die Hälfte gewachsen“, sagte der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Großheubach.

Im Laufe der Diskussion wurde deutlich, dass es überall dort, wo Kolping vor Ort stark ist, eine sehr gute Kinder- und Jugendarbeit gibt. Durch attraktive Angebote, angefangen von Zeltlagern bis hin zu attraktiven Gruppenstunden, würden junge Menschen für Kolping begeistert, berichtete Manuel Hörmeyer, stellvertretender Bundesvorsitzender des Kolpingwerks Deutschland, aus eigener Erfahrung. Der 26-Jährige stammt aus dem Cloppenburger Ortsteil Emstekerfeld. Mit 14 Jahren kam er zu Kolping, weil dort viel „Action“ war. Allmählich wuchs er in den Verband hinein.

„Wir müssen als Kolping-Mitglieder viel sichtbarer werden“, sagte Heike Roßkamp von der Kolpingsfamilie Alzenau. Die 48-Jährige kam im Jahr 2004 durch die von Kolping organisierte Krabbelgruppe zu dem Verband. Aufgrund dieser Erfahrung versuche sie heute, Menschen an öffentlichen Treffpunkten, etwa im Park oder auf dem Kirchvorplatz, auf Kolping-Angebote anzusprechen. Sei sie mit anderen Kolping-Mitgliedern unterwegs, habe sie immer ihren orangen Kolping-Schal umgebunden: „Ich finde, das müssten wir alle noch viel öfter tun, damit man uns erkennt.“

Beim Vorstellen der ersten Diskussionsergebnisse wurde deutlich: Überall in Deutschland stoßen Kolping-Mitglieder auf ähnliche Herausforderungen. Der Nachwuchs breche weg, die Gruppen vor Ort überalterten. Gesellschaftliche Veränderungen und demographischer Wandel seien auch im Verband sichtbar.

Was geschehen müsste und was geschehen könnte, damit es Kolping auch in Zukunft noch gibt, war bei den Diskussionen ein strittiges Thema. Ganz ähnlich diskutiert wurde auch über die Frage, wer in Zukunft bei Kolping Mitglied werden dürfe und wem es erlaubt sein solle, Vorstands- und Leitungsfunktionen zu übernehmen. Kolping solle Kolping bleiben. Der Verband werde seine christlichen Werte und seine soziale Ausrichtung auf keinen Fall aufgeben. Doch solle sich zum Beispiel auch ein Ungetaufter oder ein Muslim, der diese Werte mitzutragen bereit sei, im Verband engagieren dürfen? Auch über zukünftige Formen von Mitgliedschaften und Betätigungsfeldern als Sozialverband wurde lebhaft diskutiert.

Auf Stellwänden konnte sich jeder schriftlich zu verschiedenen Zukunftsthesen äußern. Einig zeigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Regionalforums vor allem in einem Punkt: Auch wenn es Mut zu notwendigen Veränderungen brauche, werde das Kolpingwerk weiterhin Gesellschaft und Kirche aktiv mitgestalten. Der Zukunftsprozess werde gelingen, denn „Kolping lebt!“, lautet das abschließende Fazit der Teilnehmer.

Der aktuelle Zukunftsprozess „Upgrade“ geht auf einen Antrag aus dem Bundesausschuss an den Bundesvorstand des Kolpingwerks im Jahr 2013 zurück. Den Auftakt von „Upgrade“ bildete eine Mitgliederbefragung im Sommer 2017. Für das kommende Jahr ist ein bundesweites Zukunftsforum in Fulda geplant. Dabei sollen alle bis dahin gesammelten Ideen zusammengeführt werden. Im Jahr 2020 will die Bundesversammlung über die Neuausrichtung von Kolping beschließen.

(1518/0378; E-Mail voraus)

Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet 

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