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„Vergessen Sie nicht die Armen!“

Abschiedsvortrag von Christiane Hetterich vom Referat Mission-Entwicklung-Frieden – Blick auf „Propheten, Missionarinnen, Heilige des Alltags“ – Alexander Sitter als Nachfolger begrüßt

Würzburg (POW) Mit einem Vortrag über „Propheten, Missionarinnen, Heilige des Alltags“ hat sich Christiane Hetterich, seit 21 Jahren Referentin des Bistums für Mission-Entwicklung-Frieden, im Würzburger Burkardushaus in ein Sabbatjahr verabschiedet. Vor mehr als 150 Gästen ließ sie am Donnerstag, 27. September, Begegnungen mit Menschen rund um den Globus Revue passieren, deren Einsatz für das Evangelium einen bleibenden Eindruck bei ihr hinterließen. Den Zuhörern gab sie unter anderem einen Satz der indischen Ordensfrau Schwester Ida Lobo mit auf den Weg: „Bitte erinnern Sie sich jeden Tag daran, dass Sie sehr privilegiert sind. Und bitte vergessen Sie nicht die armen Menschen auf der ganzen Welt!“ Im Namen des Bistums dankte Missionsreferent Domkapitular Christoph Warmuth Hetterich für ihren Einsatz, der vielen Menschen das Bild der Welt geweitet habe. Zugleich begrüßte er Gemeindereferent Alexander Sitter als Hetterichs Nachfolger.

Hetterich spannte in ihrem Vortrag einen Bogen von der Begegnung mit Dom Helder Camara während ihrer Studienzeit bis zu ihrem jüngsten Besuch im brasilianischen Partnerbistum Óbidos. Sie bezeichnete Dom Helder als einen der großen Propheten des 20. Jahrhunderts. Bekannt ist von ihm vor allem das Zitat: „Wenn ich den Armen etwas zu essen gebe, dann nennen sie mich einen Heiligen. Wenn ich aber danach frage, warum die Armen nichts zu essen haben, dann bin ich Kommunist.“ Dom Helder sei einer der Bischöfe gewesen, der sich 1965 während des Zweiten vatikanischen Konzils beim sogenannten Katakombenpakt für eine Kirche in den Spuren Jesu, eine arme Kirche für die Armen, ausgesprochen habe. „Ähnliche Worte hören wir heute, über 50 Jahre später, von Papst Franziskus.“

Gleichermaßen beeindruckt zeigte sie sich von vielen weiteren zeitgenössischen Frauen und Männern und deren Einsatz für die Frohe Botschaft. Einige wie der Salesianer Rudolf Lunkenbein aus dem Erzbistum Bamberg und der Indianer Simao bezahlten ihre Unterstützung für die Armen und Schwachen mit dem Leben. Die Benediktinerin Schwester Bertwina Cäsar aus Theilheim im Landkreis Schweinfurt überlebte viereinhalb leidvolle Jahre im kommunistischen Arbeitslager in Nordkorea. Besonders würdigte Hetterich die aus Randersacker stammende Franziskanerin Schwester Brunhilde Henneberger und deren Mitschwester Johannita Sell aus Hammelburg. Durch den Kontakt zu ihnen entstand die Partnerschaft mit dem brasilianischen Bistum Óbidos.

Henneberger habe sich im Amazonasgebiet als echte Franziskanerin sehr für die Armen und Ausgegrenzten eingesetzt. Ihr sei es zum Beispiel zu verdanken, dass das Gebiet, wo heute der US-amerikanische Konzern Alcoa Aluminiumerz abbaut als Gemeinschaftsland deklariert wurde und anderthalb Prozent des Gewinns an die Menschen der Region fließen. „Das ist bis heute einmalig in der Geschichte Brasiliens“, betonte Hetterich. Sell setzte sich unter anderem im Nordosten Brasiliens  für den Aufbau eines großen Sozialzentrums ein und gründete eine neue Region der Sternschwestern im afrikanischen Mosambik mit. In Óbidos engagierte sie sich in der Gefängnispastoral. Seit 2010 wirkt sie in Juruti Velho, wo sie unter anderem „weltwärts“-Freiwillige betreut. Sichtlich überrascht zeigte sich Hetterich, als Video-Grußbotschaften der beiden Ordensfrauen und der von ihnen gewonnenen brasilianischen Mitschwestern gezeigt wurden.

Sitter dankte, dass Hetterich ihn in den vergangenen vier Wochen in die Aufgabe einarbeitete. „Ich hoffe, dass ich dem gerecht werden kann, was Du grundgelegt hast.“ Uta Deitert, Vorsitzende des Sachausschusses Mission-Entwicklung-Frieden des Diözesanrats bezeichnete Hetterich als eine „Menschenfischerin“. Ihrer Beharrlichkeit sei das Zustandekommen der Partnerschaft mit dem Bistum Óbidos zu verdanken. Ihr sei zudem maßgeblich das gute Gelingen des „Tags der Weltkirche“ mit Bischof Erwin Kräutler und des bundesweiten Auftakts der Misereor-Fastenaktion 2016 in Würzburg zu verdanken. Für den Arbeitskreis Óbidos würdigten Elke Wolz-Nagel und Annette Wörner Hetterich als „Prophetin“. Sie sehe mehr als alle anderen. Mit Blick auf die Länder des Südens bedeute das, dass sie nicht nur deren Bedürftigkeit, sondern auch stets deren kulturellen und spirituellen Reichtum gesehen habe. „Du hast den Blick des Bistums Würzburg geweitet, den Schrei des Volkes nach Gerechtigkeit gehört.“

Zur Person

Christiane Hetterich, Jahrgang 1959, wuchs in Zell und Würzburg auf und studierte nach dem Abitur Theologie in Würzburg, München und im brasilianischen Recife, wo sie 1987/88 in pastoralen und sozialen Projekten tätig war. Ab 1989 wirkte sie als Pastoralpraktikantin in Ebern und von 1989 bis 1993 als Pastoralassistentin in Aschaffenburg-Sankt Agatha. Nach der Zweiten Dienstprüfung ging sie für ein Jahr nach Brasilien, wo sie in Sao Paulo bei Paulo Suess studierte und zudem im Indianerpastoralrat (CIMI) wirkte. Im Anschluss war sie zwei Jahre bei Missio Aachen als Bildungsreferentin tätig. 1997 wurde Hetterich zunächst mit halber Stelle Pastoralreferentin im Referat Mission-Entwicklung-Frieden der Diözese Würzburg. Seit 2001 ist sie dort in Vollzeit Pastoralreferentin.

mh (POW)

(4118/1011; E-Mail voraus)

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