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Blick in das Leben einer Mystikerin

Würzburg (POW) Sie half hungernden Bettlern im zerbombten Würzburg der Nachkriegsjahre. Hilfsbedürftige kannten ihre Adresse. Menschen in der damaligen DDR sandte sie Pakete. Alle Aktionen gingen von nur wenigen Quadratmetern in der Ebracher Gasse aus. Im Pfortenzimmer des Mutterhauses der Erlöserschwestern half Schwester Julitta Ritz allen Menschen, die in Not waren und zu ihr kamen. Eine in diesen Tagen an ihrem Wirkungsort eröffnete Gedenkstätte erinnert an diese Ordensfrau, die 1966 starb und für die derzeit das Seligsprechungsverfahren in Rom läuft.
 
Dr. Veronika Stauch, Generaloberin der Erlöserschwestern und selbst geistlich von Schwester Julitta angesteckt, ist vor allem von deren Strahlkraft begeistert. „Schwester Julitta hatte eine sehr herzliche Art, sie konnte sehr gut auf Menschen zugehen“, erzählt sie bei der Vorstellung der drei neuen Gedenkräume am Donnerstagnachmittag, 5. Dezember. Mit Bischof Dr. Paul-Werner Scheele, der die geistlichen Schriften der Ordensfrau untersuchte, sowie mit Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen und Schwester Caritas Bretz, die das Konzept der Gedenkräume entwarfen, führt sie durch das „Haus Maria Julitta“ inmitten des Klosterkomplexes unweit des Kiliansdoms.
 
„Alle, alle mögen empfangen von der Fülle des Lebens in Gott!“ In Großformat begrüßen die handgeschriebenen Worte von Schwester Julitta den Besucher des Hauses. Sie selbst kommt einem auf der Treppe ins Obergeschoss entgegen: als Abbildung, die sie maßstabsgetreu von Kopf bis Fuß im Ordensgewand zeigt. Eine karge Stube lässt erahnen, wie bescheiden die Schwester lebte: Bett, Tischchen, Stuhl, Schrank. Über dem Bett hängt eine Ikone der Dreifaltigkeit. „Schwester Julitta war eine Dreifaltigkeitsmystikerin mit einem sehr reich begnadeten Innenleben“, erläutert die Generaloberin.
 
Ein Schreibtisch mit Lehnstuhl, ein Telefon aus den 50er Jahren: Originalstücke aus dem Wirken der Pfortenschwester Julitta sind im nächsten Raum zu sehen. Glasvitrinen zeigen handbeschriebene Karten der Mystikerin, geistliche Briefe, ihr spirituelles Vermächtnis. „Schwester Julitta möchte nur eines: sie will zu Gott hinführen“, sagt Generaloberin Veronika und deutet auf die Schriften. Wenige Gegenstände erinnern an das jahrzehntelange Ordensleben Julittas: ein Rosenkranz, ein Professkränzchen, ein Professkreuz. In der Ecke des Raumes schließlich der Stuhl, auf dem Schwester Julitta starb.
 
Eine Fotogalerie mit Stationen des Lebens der Ordensfrau vom Geburtshaus in Uissigheim (Erzdiözese Freiburg) bis hin zum aufgebahrten Leichnam führt in den dritten Raum. Dieser lädt zu Begegnung und Gespräch ein. Das Kreuz in der Mitte, ein Stuhlkreis, eine brennende Kerze, an Wandtafeln sind die Grundhaltungen Schwester Julittas beschrieben: Freude, Dienst und Treue. Dem Besucher bleibt Zeit zum Nachdenken und Nachlesen über das Leben der Julitta Ritz. Über 66 Jahre gehörte die 1882 geborene Frau den Erlöserschwestern an. Von 1910 bis 1940 bildete sie den Ordensnachwuchs aus, ehe sie ihre Aufgabe in der Pforte des Klosters fand. Ein nach außen hin schlichtes Leben, dessen spirituelle Tiefe aber Menschen bis heute begeistert. 2500 Frauen und Männer zählen zum Freundeskreis der verstorbenen Schwester Julitta. In den USA, in Afrika, in Polen und in Österreich wird sie nach den Worten der Generaloberin verehrt. Sie alle bewunderten den geistlichen Weg dieser Ordensfrau, die stets für die Menschen da war.
 
Die Ausstellungsräume sind während der Öffnungszeiten der Klosterpforte werktags von 8 bis 18 Uhr zu besichtigen. Nähere Informationen bei der Kongregation der Schwestern des Erlösers, Ebracher Gasse 6, 97070 Würzburg, Telefon 0931/390140.
 
(5002/1583; Telefax voraus)

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