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Bischof nimmt Lenssens altersbedingten Rücktritt an

Dr. Jürgen Lenssen, Kunstreferent der Diözese, hat Emeritierung zum 70. Geburtstag gemäß Domkapitelsstatuten schriftlich angetragen

Würzburg (POW) Bischof Dr. Friedhelm Hofmann hat den altersbedingten Rücktritt von Dr. Jürgen Lenssen (69) als Domkapitular und Leiter der Hauptabteilung Kunst zum 31. Mai 2017 angenommen. Das teilte er den Mitgliedern des Allgemeinen Geistlichen Rats am Dienstag, 14. Februar, mit. Bischof Hofmann dankte Lenssen für die langjährigen und guten Dienste in der Diözese Würzburg. Lenssen hatte am 4. November 2016 dem Bischof gemäß Statuten des Domkapitels Würzburg mit Vollendung seines 70. Lebensjahres seine Emeritierung schriftlich angetragen. Lenssen wird am 11. Mai 2017 70 Jahre alt.

Geboren wurde Lenssen 1947 in Mönchengladbach. Die ersten Lebensjahre verbrachte er in Bad Neustadt, anschließend lebte er mit seinen Eltern bis 1962 in Mönchengladbach. Theologie, Kunstgeschichte und Volkskunde studierte er in Würzburg, Münster und Osnabrück. Am 27. November 1971 empfing er in Osnabrück durch Bischof Helmut Herrmann Wittler die Priesterweihe. Nach der Kaplanszeit in Osnabrück und Lingen/Ems kam er 1974 aufgrund familiärer Verbindungen in die Diözese Würzburg. Seine erste Stelle trat er als Kaplan in Alzenau an. 1975 wurde er Kuratus in Dittelbrunn, im gleichen Jahr Jugendseelsorger für das Dekanat Schweinfurt-Nord. 1981 ernannte ihn Bischof Dr. Paul-Werner Scheele zum Pfarrer in Glattbach. 1988 promovierte Lenssen zum Doktor der Theologie in Liturgiewissenschaft. Im gleichen Jahr wurde er stellvertretender Dekan im Dekanat Aschaffenburg-West. Am 1. Oktober 1989 ernannte ihn Bischof Scheele zum Ordinariatsrat und zum Leiter der Hauptabteilung Bau- und Kunstwesen im Bischöflichen Ordinariat Würzburg. Die Leitung des Baureferats gab Lenssen 2015 ab. 1989 übernahm Lenssen zudem die Aufgabe als Personalreferent für die Pastoral- und Gemeindereferenten, die er 1996 aus gesundheitlichen Gründen abgab. Von 1990 bis 2000 war Lenssen außerdem Referent für die Hochschulseelsorge und von 1991 bis 2002 Mitglied der Kommission für Kirchenmusik. Seit 1. Oktober 1991 ist er Mitglied des Domkapitels.

1992 übernahm der Domkapitular auch die Aufgabe des Direktors der Stiftung Kunstsammlung der Diözese Würzburg. Darüber hinaus wurde er 1998 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft kirchlicher Museen und Schatzkammern im deutschsprachigen Raum und war von 1999 bis 2003 Präsident der Deutschen Gesellschaft für zeitgenössische Kunst und christliche Kultur. Außerdem engagierte er sich als Geistlicher Beirat der Diözesangruppe Würzburg des Bunds Katholischer Unternehmer (BKU), als Vertreter des Domkapitels bei der Verwaltung der Ignaz-Kolb’schen Messweinstiftung und als Rektor der ehemaligen Klosterkirche der Kartause Astheim. In der diözesanen Kommission für Liturgie und Kirchenmusik ist er seit 2004 erneut tätig, in der 2006 errichteten Kunstkommission der Diözese hat er einen ständigen Sitz. Auch wurde er in den Wissenschaftlichen Beirat zur Instandsetzung des Speyerer Doms berufen.

Lenssen ist für seine zahlreichen Initiativen zur Kunst- und Kulturförderung wie die Errichtung der diözesanen Museen und die Gestaltung von Gotteshäusern weit über das Bistum Würzburg hinaus bekannt. Die Gegenüberstellung alter und neuer Kunst bestimmt sein Konzept im Reigen der insgesamt 13 Museen, die nach seinen Plänen und unter seiner Regie in den vergangenen Jahren entstanden. Zentrales und umfangreichstes Museum ist das Museum am Dom in Würzburg, das 2003 eröffnet wurde. Nach Lenssens Konzept ist es bestens in eine Landschaft von Museen eingebettet, die über das ganze Bistum verteilt, teils in kommunaler, teils in kirchlicher Trägerschaft, Kunstwerke aus dem Besitz der Diözese präsentieren: zum Beispiel das Kartäusermuseum Tückelhausen, das Museum Kartause Astheim, der Domschatz Würzburg, das Museum Schloss Oberschwappach, das Museum Johanniskapelle in Gerolzhofen, das Pilger- und Wallfahrtsmuseum in Dettelbach, das „Museum. Burg. Miltenberg.“ auf der Mildenburg oder das 2016 eröffnete Krippenmuseum in Baunach.

Lenssens Schaffen ist nicht immer unumstritten. Er vertritt klare Positionen und scheut auch Konflikte nicht. Sehr deutlich war dies bei der Debatte um die Neugestaltung des Kilianshauses um die Jahrtausendwende zu erleben, als Befürworter und Gegner der Neugestaltung heftig miteinander stritten. Auf allgemeine Zustimmung stießen dagegen große Kirchensanierungen unter Lenssens Regie wie von Dom, Stift Haug, der Neumünsterkirche in Würzburg oder der Stadtpfarrkirche Dettelbach.

Den Kontakt zu Künstlern pflegt Lenssen bei Künstlergottesdiensten im Dom, beim traditionellen Aschermittwoch der Künstler oder bei Ausstellungen. Besonders am Herzen liegt ihm dabei die Kunst in der DDR. 1995 sicherte er beispielsweise der Diözese den bedeutenden Nachlass des Dresdner Künstlers Friedrich Press. Zahlreiche Altäre in den Gotteshäusern der Diözese Würzburg und darüber hinaus – selbst in evangelischen Kirchen – tragen Lenssens Handschrift. Seine künstlerischen Arbeiten fanden Interesse bei Ausstellungen in mehreren Städten Deutschlands, Italiens und den USA.

Für die Resakralisierung und Ausstattung der alten Glattbacher Kirche Mariä Himmelfahrt erhielt Lenssen 1985 die Verdienstmedaille der Gemeinde Glattbach und 1988 die Denkmalschutzmedaille des Freistaates Bayern. Das Bundesverdienstkreuz am Bande wurde ihm 2006 verliehen. Für sein „Gesamtkunstwerk“ zeichnete ihn die Stadt Würzburg 2009 mit dem Kulturpreis aus. Das Landesamt für Denkmalpflege verlieh ihm 2011 die „Alte Münze“ für besondere Verdienste im Bereich Denkmalschutz, Denkmalpflege und Museumsarbeit. 2013 erhielt er für sein museales und kulturelles Schaffen den Kulturpreis des Bezirks Unterfranken.

(0717/0190; E-Mail voraus)

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