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„Ostern ist das Fest der Hoffnung!“

Predigt von Bischof Dr. Friedhelm Hofmann am Ostersonntag, 27. März 2016, im Kiliansdom

Liebe Schwestern und Brüder,

liebe Mitbrüder,

„Manchmal feiern wir mitten am Tag ein Fest der Auferstehung“ heißt es in einem modernen geistlichen Lied. Gemeint ist, dass wir in der Feier der heiligen Messe - wie in einem kleinen Ostern - die Auferstehung Jesu als Grundlage für unsere eigene Auferstehungshoffnung feiern. Das, was wir in jeder Eucharistiefeier begehen, hat am heutigen Ostersonntag noch einmal eine verdichtete Bedeutung. Dieses Osterfest sprengt alle Aussichtslosigkeiten, alle Resignation vor dem Leben, alle Angst vor der Zukunft und sogar alle Todesfurcht.

Aber trotz dieser frohen Botschaft, die nun schon fast 2000 Jahre verkündet wird, sieht es auf unserer Erde doch sehr betrüblich aus. Ich brauche hier nicht eigens wieder alle Krisen- und Kriegsgebiete mit den schrecklichen Folgen, die inzwischen über die Flüchtlinge bis vor unsere Haustüre gelangt sind, aufzuzählen. Sie wissen sicherlich bestens darüber Bescheid. Wieso ist das so? 

Eine ganz einfache Antwort: Weil diese frohe Botschaft jedem einzelnen Menschen neu verkündet werden und von diesem angenommen werden muss. Zwar hat diese christliche Auferstehungsbotschaft in Teilen auch unsere Geschichte und Kultur geprägt. Aber weitestgehend hängt es von jedem einzelnen Menschen ab, ob er diese Botschaft annimmt oder nicht.

Bei Joseph Haydn kommt uns in der Musik, und in dieser Stunde auch speziell durch das Erklingen der Missa Sancti Nicolai diese Botschaft entgegen. Unsere Heiligen haben, wie hier der erwähnte heilige Nikolaus, aus der Auferstehungsbotschaft heraus gelebt und so vom Ziel der Ewigkeit her ihr ‚Heute’ gestaltet.  Dieser in die Musik gegossene Glaube öffnet uns eine Dimension des ‚Dazwischens’, d.h. ein Feld zwischen Wissenschaft und Glaube, zwischen Zeit und Ewigkeit.

Bei vielen Menschen in unserem Land scheinen die Frohe Botschaft der Auferstehung Jesu und damit der Glaube an unsere eigene Auferstehung nicht mehr anzukommen. Ich will davon schweigen, was viele unserer Mitmenschen heute noch unter ‚Ostern’ verstehen. Es ist zum Teil absurd und beschämend.

Dabei läuft die Lebensuhr eines jeden Menschen unabhängig von seiner Einstellung ab. Jeder von uns geht auf den Tod zu. Und was dann? Ist es nicht entscheidend, eine weitere Perspektive, eine tragfähige Hoffnung zu haben?

Ich las irgendwo den folgenden Satz: „Der wahre Zeitmesser ist nicht die Uhr, der wahre Zeitmesser ist die Hoffnung. Das macht die Zeit strittig: ob sie leere oder erfüllte, hoffnungsvolle, gleichsam bis an den Rand mit Zukunft geladene Zeit ist.“ (Gerhard Ebeling)

Liebe Schwestern und Brüder,

Ostern ist das Fest der Hoffnung!

Die Frauen und Männer, die die Osterbotschaft verkündet haben, haben aufgrund der Begegnungen mit dem Auferstandenen ihr ganzes Leben verändert und im Blick auf den Himmel hin gestaltet.

Es hängt also davon ab, ob wir uns von dieser Botschaft der Auferstehung ergreifen lassen und aus dieser Perspektive heraus unsere Lebensentscheidungen fällen. Nur dann wird diese sensationelle, hoffnungsvolle Nachricht auch ihre Wirkung zur Verbesserung der Welt entfalten können.

Die vielen Flüchtlinge, die großenteils einen anderen Glauben als wir haben, werden erst von dieser Hoffnungsbotschaft berührt und erfüllt, wenn sie glaubhaft deren Auswirkung konkret in unserem Leben erfahren. Amen.  

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