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„An Ostern auf unsere Hoffnung besinnen“

Bischof Jung feiert Kar- und Ostertage im Kiliansdom – Jesuitenpater Kügler spricht beim „Tag der Besinnung“ zum Thema „Scheitern“

Würzburg (POW) Für die Christen ist die Heilige Woche von Palmsonntag bis zum Osterfest der Höhepunkt des Kirchenjahrs. Bischof Dr. Franz Jung lädt alle Gläubigen im Bistum Würzburg ein, besonders intensiv die Liturgie mitzuvollziehen. „Gerade in diesem Jahr, in dem uns so viele Ängste bedrängen, die Angst vor dem Krieg, die Angst vor der Klimakatastrophe, die Angst um den gesellschaftlichen Zusammenhalt, ist Ostern eine schöne Gelegenheit, uns wieder auf unsere Hoffnung zu besinnen, die uns Christen erfüllt“, sagt der Bischof. „Kommen Sie in unseren Kiliansdom, feiern Sie mit uns die österlichen Tage vom Tod und der Auferstehung Jesu Christi, damit wir uns gemeinsam in der Hoffnung stärken und mit Christus ins Leben gehen.“ Die Gottesdienste am Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag, in der Osternacht, am Ostersonntag und Ostermontag werden auf TV Mainfranken (Kabel), auf der Bistums-Homepage sowie dem YouTube-Kanal des Bistums Würzburg live aus dem Würzburger Kiliansdom übertragen. Die Chrisammesse ist auf der Homepage und dem YouTube-Kanal des Bistums zu sehen. Bibel TV Fernsehen überträgt zudem den Gottesdienst am Ostermontag.

Palmsonntag

Die Karwoche beginnt mit der feierlichen Prozession am Palmsonntag, 2. April. Nach der Palmweihe um 9.30 Uhr in der Marienkapelle zieht Bischof Jung mit den Mitgliedern des Domkapitels und den Gläubigen zum Kiliansdom. Dort zelebriert er um 10 Uhr das Pontifikalamt. Vorgetragen wird in diesem Jahr das Leiden Jesu, wie es der Evangelist Matthäus berichtet. Die Würzburger Domsingknaben und das Bläserensemble unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth gestalten die Feier mit „Ruhm und Preis und Ehre sei Gott“ von Rolf Rudin, Gesängen zum Palmsonntag von Franz Schubert und der „Missa octavi toni“ von Orlando di Lasso. Domorganist Professor Stefan Schmidt spielt die Klaisorgel.

Die Liturgie des Tages erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. Zum Zeichen seines Königtums streute ihm das Volk Palmzweige und jubelte.

Die Kollekte am Palmsonntag ist für die Unterstützung der Christen im Heiligen Land bestimmt. Bischof Jung bittet die Gläubigen in seinem Aufruf um ihr Gebet und eine großzügige Spende. Die Christen im Heiligen Land seien eine kleine Minderheit. Im Westjordanland, in Gaza und sogar in Jerusalem nehme ihre Zahl kontinuierlich ab. „Für die Gesellschaft, in der sie leben, sind sie jedoch von großer Bedeutung.“ Mit dem Judentum verbinde sie die gemeinsame Hebräische Bibel, mit dem Islam die gemeinsame orientalische Kultur. In ihrem Alltag hätten sie deshalb die Chance, als Vermittler in der konfliktreichen Region zu agieren. Doch viele träumten von einem besseren Leben jenseits ihrer Heimat. „Der Deutsche Verein vom Heiligen Lande und das Kommissariat des Heiligen Landes der Franziskaner eröffnen durch Ihre Spenden den Christen vor Ort Chancen auf Bildung, soziale Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben“, schreibt Bischof Jung.

Chrisammesse

Bischof Jung feiert am Montag, 3. April, um 17.30 Uhr im Kiliansdom die „Missa chrismatis“, die Weihe der heiligen Öle. Am Altar werden Weihbischof Ulrich Boom, Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann, Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran sowie das Domkapitel und die Dekane konzelebrieren. Die Choralschola unter der Leitung von Johannes Zeuch singt die Choralmesse VIII De Angelis und ein Choralproprium. In der „Missa chrismatis“ weiht der Bischof die drei heiligen Öle. Grundstoff ist Olivenöl, das mit wohlriechenden Duftstoffen versehen wird. Mit dem Chrisamöl werden Neugetaufte und Firmlinge gesalbt, ebenso wird es bei der Priester- sowie der Altarweihe verwendet. Mit dem Katechumenenöl werden die Taufbewerber, mit dem Öl für die Krankensalbung Kranke und Sterbende gesalbt. Die Salbung ist ein symbolischer Hinweis auf die Kraft und Gnade, die der Gesalbte empfängt. Im Alten Testament gilt sie als Zeichen der Anerkennung durch Gott und Auszeichnung vor den Menschen. Im Neuen Testament wird die Salbung mit Öl zur Gesundung der Kranken beschrieben.

Bereits um 14.30 Uhr lädt Bischof Jung zum „Tag der Besinnung“ für Priester, Diakone, Alumnen und Diakonatsbewerber. Jesuitenpater Hermann Kügler spricht zum Thema „Scheitern: Wie Jesus gescheitert ist – ein Modell für eigene Ohnmachtserfahrung“. Der „Tag der Besinnung“ beginnt mit der Non, dem Stundengebet am Nachmittag. An den Vortrag schließt sich eine eucharistische Andacht mit stiller Anbetung sowie eine Beichtgelegenheit im Kiliansdom und in der Franziskanerkirche an.

Gründonnerstag mit Fußwaschung

Mit der Messe vom letzten Abendmahl am Gründonnerstag, 6. April, beginnen die drei „österlichen Tage vom Leiden und Sterben, von der Grabesruhe und der Auferstehung des Herrn“. Bischof Jung feiert um 19.30 Uhr ein Pontifikalamt im Kiliansdom. Der Würzburger Domchor unter der Leitung der Musikalischen Assistentin Lena Herber singt „Drop, drop slow tears” von Orlando Gibbons, „Ubi caritas et amor“ von Maurice Duruflé, „In stiller Nacht“ von Johannes Brahms und „Pange lingua“ von Anton Bruckner. Domorganist Schmidt spielt die Klaisorgel. In Erinnerung an die Fußwaschung im Abendmahlssaal wäscht der Bischof Vertretern von Diözesanrat, Dompfarrei, Flüchtlingen, Firmlingen, Menschen mit einer Behinderung und Ordensleuten – sowohl Männern als auch Frauen – die Füße. Am Ende der Messe wird der Altarraum leer geräumt. Bis 22 Uhr ist die Anbetung des Allerheiligsten in der Schönbornkapelle möglich. Bereits am Morgen des Gründonnerstags wird um 8 Uhr im Dom eine Trauermette gefeiert.

Karfreitag

Die Karfreitagsliturgie vom Leiden und Sterben Christi feiert Bischof Jung zur Todesstunde Jesu am Karfreitag, 7. April, um 15 Uhr im Kiliansdom. Die Karfreitagsliturgie sieht neben Lesungen, der Leidensgeschichte und den Großen Fürbitten eine Kreuzverehrung vor, bei der das Kreuz enthüllt, den Gläubigen gezeigt und in stillem Gebet verehrt wird. Zudem wird eine zusätzliche Fürbitte eingefügt für alle Menschen in der Ukraine und in allen Kriegsgebieten der Erde, für alle, die vor der Gewalt geflohen sind, wie auch für alle, die mit ihrem Leben für die Abwehr des Feindes und den Schutz der Schwachen und Verfolgten einstehen. Die Würzburger Domsingknaben unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth singen die „Johannespassion” von Alois Maria Müller, „O crux ave“ von Rihards Dubra, „Eli, Eli!“ von Georgius Bardos und „Popule meus“ von Tomás Luis de Victoria.

Am Karfreitag wird des Kreuzestodes Jesu gedacht. Er ist gebotener Fasten- und Abstinenztag sowie „stiller Tag“. Bereits um 8 Uhr wird im Dom – wie auch am Karsamstag – eine Trauermette gefeiert. Die traditionelle Karfreitagsprozession in Lohr am Main findet wieder ohne Einschränkungen ab 10.30 Uhr in der Lohrer Innenstadt statt.

Ostern

Die Osternacht ist der Höhepunkt der Feier der drei österlichen Tage und des gesamten Kirchenjahrs. Bischof Jung feiert sie am Samstag, 8. April, um 21.30 Uhr im Kiliansdom. Der Konzertchor der Mädchenkantorei unter der Leitung von Domkapellmeister Rüth gestaltet die Feier mit „Antwortgesängen zur Osternacht“ von Alexander Rüth und Otmar Faulstich, „Surrexit pastor bonus, Laudate pueri“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, „O filii et filiae“ (aus Oratorium Christus) von Franz Liszt und der „Messe pour deux voix égales“ von Cecile Chaminade. Nach der Feuerweihe und dem Entzünden der Osterkerze am Feuer ziehen Bischof Jung und die Mitglieder des Domkapitels mit der brennenden Osterkerze in den dunklen Dom. Danach singt der Diakon das sogenannte Exsultet, das Lob auf die Osterkerze. Bei den Lesungen wird an die Heilstaten Gottes seit der Erschaffung der Welt erinnert. Im Zentrum der alttestamentlichen Texte steht der Durchzug durch das Rote Meer. Beim Gloria erklingen wieder die Glocken, und Orgelmusik setzt ein. Die neutestamentliche Lesung aus dem Römerbrief weist auf das neue Leben der Getauften durch die Auferstehung Jesu hin. Im Evangelium mit dem Halleluja-Ruf wird die Botschaft vom leeren Grab verkündet – in diesem Jahr, wie sie der Evangelist Matthäus berichtet. Tauf- und Eucharistiefeier sind weitere Teile dieser Nachtfeier, der „Mutter aller Vigilien“.

Bischof Jung feiert das Pontifikalamt am Ostersonntag, 9. April, um 10 Uhr im Kiliansdom. Es wird begleitet vom Würzburger Domchor sowie dem Philharmonischen Orchester Würzburg und Domorganist Schmidt unter der Leitung von Domkapellmeister Rüth mit der „Messe in C“ von Josef Gabriel Rheinberger sowie dem „Hallelujah“ (aus Messiah) von Georg Friedrich Händel. Solisten sind Anke Hajkova-Endres (Sopran), Nina Schumertl (Alt), Oliver Kringel (Tenor) und Sven Fürst (Bass). Zur Pontifikalvesper mit Bischof Jung um 17 Uhr singt die Schola Cantorum unter der Leitung von Domkapellmeister Rüth. Beim Gottesdienst am Ostermontag, 10. April, um 10 Uhr im Kiliansdom singt „Vox anima“ die Choralmesse I „Lux et origo“ sowie ein Choralproprium. Zelebrant ist Domdekan Dr. Jürgen Vorndran.

Aktuelles Lexikon: Ostern

An Ostern feiern die Christen das Hochfest der Auferstehung Jesu Christi. Es ist das höchste Fest der Christenheit. Seine Wurzeln liegen im jüdischen Passah-(Pessach-)Fest. Ostern wird am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. In der frühchristlichen Zeit war die Osternacht die große Taufnacht der Kirche. In der katholischen Kirche segnet der Priester in der Osternacht das Taufwasser für das Jahr. Die Gläubigen nehmen das Wasser mit nach Hause, es soll sie und ihre Häuser vor Unheil schützen. Weiter werden vielerorts Speisen wie Ostergebäcke, Schinken und Eier gesegnet. Mit dem Osterfest beginnt die 50-tägige Osterzeit, die am Pfingstfest endet.

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