Würzburg (POW) Zu Mut, Engagement und geistlicher Erneuerung hat Bischof Dr. Franz Jung beim Eröffnungsgottesdienst des 104. Deutschen Katholikentags in Würzburg aufgerufen. Unter dem Leitwort „Hab Mut, steh auf!“ deutete er am Donnerstag, 14. Mai, auf dem Residenzplatz mit 11.000 Gläubigen das Hochfest Christi Himmelfahrt als Zuspruch und Auftrag für Kirche und Gläubige. Die Feier wurde vom ZDF bundesweit live übertragen.
An der Seite von Bischof Jung konzelebrierten als Vertreter der Partnerbistümer Mbinga in Tansania dessen Bischof John C. Ndimbo und als Vertreter von Óbidos in Brasilien der Priester Érisson Silva Santos. Aus Mullagh, dem irischen Geburtsort des heiligen Kilian, nahm Father Paul Prior an der Feier teil. Die Reihen der Politik führten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Innenminister Alexander Dobrindt an. Die evangelische Kirche war unter anderem mit Bischöfin Kirsten Fehrs, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Anna-Nicole Heinrich, Präses der EKD-Synode, vertreten. Parkour-Läufer und von Sprechern vor vier Säulen mit den Worten „Hab Mut steh auf!“ im Rund der zentralen Altarinsel vorgetragene Fürbitten sorgten für besondere Akzente in der Liturgie.
Bischof Jung nannte in seiner Predigt Christus einen „Hoffnungsanker“, an dem man sich festhalten könne, wenn das eigene Leben aus dem Gleichgewicht gerate. Zugleich rief er zum Gebet auf: Seit der Himmelfahrt verhallten Gebete nicht ungehört, sagte Bischof Jung. Mit Blick auf Politik und Gesellschaft warnte er vor Machthabern mit Allmachtsphantasien und vor einer religiösen Rechtfertigung von Gewalt. Das Reich Christi gründe nicht auf Unterdrückung, sondern auf Dienst und Frieden. „Überall da, wo Menschen für sich in Anspruch nahmen, im Namen Gottes zu herrschen, haben sie Blutbäder angerichtet.“
Der Bischof verband die Botschaft außerdem mit dem Einsatz für die Würde des Lebens. Christen sollten sich für ungeborene, kranke, behinderte und sterbende Menschen einsetzen, sagte er. „Denn wir leben nicht einfach ab, sondern an Christi Himmelfahrt leben wir auf. Wir vertrauen fest darauf, dass unser Schöpfer auch unser Erlöser ist. Er nimmt uns auf in seine Herrlichkeit, in die er uns vorausgegangen ist.“ Die Kollekte für den Herzenswunsch-Krankenwagen der Malteser nannte er ein Zeichen dafür. Durch dieses Angebot würden diese Menschen, die vom Tod gezeichnet sind, in ihrer Würde gestärkt und ihnen auf dem letzten Weg nochmals Lebensfreude geschenkt.
Bischof Jung ermahnte die Gläubigen, die Zeit bis zur Wiederkunft Christi nicht zu vertrödeln, sondern sie zu nutzen. Die Kirche müsse auch offene Fragen angehen, etwa zur Rolle der Frau, zur Synodalität und zum Umgang mit Machtmissbrauch. „Vergessen wir nicht: All diese Probleme kamen nur auf den Tisch, weil Menschen mutig aufgestanden sind und ihre Geschichten im Raum der Kirche erzählt haben. Und weil andere zum Glück den Mut hatten, diese Geschichten auch anzuhören und in Respekt vor diesen Menschen aufzustehen.“ Der Bischof verwies auf die Eucharistie als Stärkung für den Weg. Wie einst der Prophet Elija brauche die Kirche das Brot vom Himmel, um weitergehen und die Welt verändern zu können. Auch jetzt rufe Gott den Gläubigen, wenn sie müde werden, zu: „Habt also Mut, steht auf und esst!“
Musikalisch gestalteten unter der Leitung von Domkapellmeister Alexander Rüth und Domkantor Julian Beutmiller das Orchester Camerata Würzburg und die Junge Domkantorei den musikalischen Rahmen. Der zwischendurch einsetzende Regen wich mit dem Friedensgruß dem Sonnenschein.
mh (POW)
(2126/0485; E-Mail voraus)
Weitere Bilder finden Sie hier: https://bistum-wuerzburg.px.media/share/1778766643o6oy3iHT0cxGd8






