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Auf den Spuren des heiligen Kilian

Weihbischof Ulrich Boom stellt Bilderbuch „Kilian“ vor – Legende vom heiligen Kilian und seinen Gefährten in kindgerechter Sprache – Begleitmaterial für Lehrer bei der AV-Medienzentrale erhältlich

Würzburg (POW) „Kilian freut sich auf den Ausflug nach Würzburg. Seine Oma hat versprochen, ihm mehr über seinen Namenspatron zu erzählen.“ Warum die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan einst von Irland nach Franken reisten und warum sie in Würzburg den Märtyrertod starben, wird in dem Bilderbuch „Kilian“ erzählt. „Es ist ein schönes Buch mit wunderschönen Bildern geworden. Ich wünsche ihm eine große und weite Verbreitung“, sagte Weihbischof Ulrich Boom bei der Buchvorstellung am Mittwochnachmittag, 8. Juli, dem Hochfest der Frankenapostel, in der Kilianskrypta im Würzburger Neumünster. Das Buch wurde mit Blick auf Grundschulkinder geschrieben. Aber es richtet sich an alle Kinder und Erwachsenen, die mehr über den heiligen Kilian erfahren wollen.

Hinter dem Buch steckt ein bewährtes Autorenteam. Alexandra Eck, Referentin für die Besucherpastoral am Kiliansdom, Dr. Katharina Kindermann, Erziehungswissenschaftlerin und Grundschullehrerin, sowie Diplom-Religionspädagoge Joachim Schroeter haben bereits den Kirchenführer „Der Kiliansdom zu Würzburg“ geschrieben. Der Anstoß für das neue Buch sei von einer Lehrerin gekommen, die sich ein kindgerechtes Buch über die Legende des heiligen Kilian gewünscht habe, erzählte Eck. Von der Idee bis zum fertigen Buch habe es dann rund eineinhalb Jahre gedauert. „Die Herausforderung war, die Geschichte des heiligen Kilian so zu erzählen, dass sie greifbar wird.“ Als Rahmenhandlung habe man einen kleinen Jungen namens Kilian genommen, der mit seiner Oma durch Würzburg wandert, von der Alten Mainbrücke bis zum Kiliansschrein im Neumünster. Dabei erfährt er, wie Kilian und seine Gefährten einst von Irland über das Meer nach Franken kamen, warum Herzogin Gailana die Frankenapostel töten ließ und warum sich ihr Grab nun im Neumünster befindet.

Genauso wichtig wie die Geschichte seien die Zeichnungen der Illustratorin Tanja Erdmann sowie die Gestaltung des Buchs durch den Layouter Felix Konrad. „Kilian konnte nur lebendig werden, wenn ihm jemand ein Gesicht gibt.“ Sie habe einen menschlichen und sympathischen, aber trotzdem historisch authentischen Kilian im Sinn gehabt, sagte Erdmann. „Kilian kommt so ganz menschlich rüber“, lobte Weihbischof Boom. Wichtig war dem Team auch eine realistische Darstellung des mittelalterlichen Lebens, von den Häusern bis hin zur Landschaft. Für die Richtigkeit der historischen Fakten sorgten Professor Dr. Wolfgang Weiß, Professor für Fränkische Kirchengeschichte und Kirchengeschichte der Neuesten Zeit an der Universität Würzburg, und Domkapitular Monsignore Dr. Stefan Rambacher als studierter Kirchenrechtler.

Ergänzend zum Buch gibt es Begleitmaterial für den Religionsunterricht sowie Bildkarten für das Kamishibai-Erzähltheater. „Wir würden uns freuen, wenn das Buch auch im Unterricht eingesetzt wird“, sagte Kindermann. Im Begleitmaterial geht es beispielsweise darum, wie die Menschen in Franken früher gelebt haben, welche Sorgen und Nöte sie hatten, und warum die Botschaft des heiligen Kilian für sie so wertvoll war. „Kilian war ein toller Mann. Es lohnt sich, über ihn zu schreiben“ sagte Schroeter. Das Buch sei nicht nur für Kinder gedacht, sondern für alle Menschen, betonte er. Seine Schwiegermutter wolle die Bildkarten beispielsweise für Seniorennachmittage verwenden. Als weitere Zielgruppe nannte Kindermann unter anderem Kommuniongruppen. Das Begleitmaterial ist bei der AV-Medienzentrale (https://medienzentralen.de/medium45226/Kilian) des Bistums kostenlos zum Download erhältlich.

„Ich finde, das Buch ist wirklich gut geworden. Ich hoffe, dass es eine gute Verbreitung findet“, sagte Thomas Häußner, Leiter des Würzburger Echter-Verlags. Er dankte allen Beteiligten und besonders Weihbischof Boom. „Weihbischof Boom hat das Projekt von Anfang an unterstützt und mit viel Liebe begleitet“, sagte Eck. Im Nachwort verrät der Weihbischof auch, was ihn mit dem heiligen Kilian verbindet. Sein Großvater sei Mesner in einer großen Kilianskirche im Sauerland gewesen und habe immer von der Stadt Würzburg erzählt, in der der heilige Kilian ruhen solle. „Für mich war das alles weit weg“, verriet der Weihbischof. Wichtiger sei für ihn und die anderen Enkelkinder damals die jährliche Kilianskirmes mit Karussell und Riesenrad gewesen. Dass er einmal Weihbischof am Kiliansdom in Würzburg sein werde, habe er damals nicht gedacht: „Gottes Wege zum Evangelium sind ganz unterschiedlich.“

Kindermann, Katharina/Eck, Alexandra/Schroeter, Joachim: „Kilian“. 40 Seiten, farbig bebildert, 14,90 Euro. Echter-Verlag, Würzburg, 2020, ISBN 978-3-429-05472-4.

sti (POW)

(2920/0715; E-Mail voraus)

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