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Auf „Spurensuche“ nach dem Heiligen

Besinnungstag für Mesnerinnen und Mesner mit Weihbischof Paul Reder – Gottesdienst und Vortrag mit rund 100 Männern und Frauen aus dem ganzen Bistum – Zwei Termine mit insgesamt fast 200 Teilnehmern

Würzburg (POW) Mit rund 100 Mesnerinnen und Mesnern aus dem ganzen Bistum hat Weihbischof Paul Reder am Samstag, 28. Februar, einen Besinnungstag im Exerzitienhaus Himmelspforten in Würzburg begangen. Aufgrund des großen Interesses waren zwei Termine mit zusammen 170 Plätzen angeboten worden – insgesamt kamen fast 200 Männer und Frauen. Weihbischof Reder machte sich mit ihnen auf eine „Spurensuche“ nach dem Heiligen. Dabei komme den Mesnerinnen und Mesnern eine besondere Aufgabe zu, sagte der Weihbischof. „Sie machen in unserer Welt Heiliges sichtbar, damit die Menschen eine Ahnung davon bekommen, dass es mehr gibt als den weltlichen Bereich.“

„Heiligkeit ist nicht nur eine Angelegenheit Gottes“, sagte der Weihbischof in seiner Predigt in der Hauskapelle des Exerzitienhauses. „Gottes Initiative, dass er unser Gott werden möchte, hat etwas damit zu tun, dass wir ihm heilig sind, dass jeder von uns heilig ist.“ Heilig sei das, was kostbar ist: Gott sei kostbar, und jeder Mensch sei in Gottes Augen wertvoll. Niemand vermöge aus eigener Kraft seine Feinde zu lieben. Doch wenn man sich auf den Bund mit Gott einlasse, lasse man sich auf eine Beziehung mit Jesus ein, der am Kreuz für seine Feinde betete. „Wir empfangen eine Gnade, die Gott uns schenken will – nicht nur, um unser Herz zu ändern, sondern um unsere Welt zu ändern.“

An den Gottesdienst schloss sich ein Impulsvortrag mit dem Titel „Heilig ist Gott und was zu ihm gehört – vom Umgang mit heiligen Dingen, Orten und Handlungen“ an. Wäre Gott in der Rateshow „Was bin ich“ aufgetreten, würde seine Antwort lauten: Ich bin heilig. Doch was verbindet man alles mit dem Begriff „heilig“? Die Antworten reichten von Redewendungen wie „heiliger Strohsack“ über die „Heilige Nacht“ und die „heilige Kommunion“ bis zur „Heiligen Schrift“ und dem Allerheiligsten. „Immer, wenn wir etwas als heilig bezeichnen, bekommt es einen besonderen Charakter“, sagte Weihbischof Reder. In der katholischen Kirche gebe es viele Weihehandlungen, die Dinge betreffen, zum Beispiel die Glocken- oder die Altarweihe. „Ab der Weihe ist dieser Gegenstand dem weltlichen Zugriff entzogen und hat nur noch den Sinn, auf Gott hinzuweisen.“

Das wesentliche Merkmal des christlichen Glaubens sei, dass Gott aus der Heiligkeit heraustrete in die Welt, fuhr der Weihbischof fort. „Die Heiligkeit bekommt ein menschliches Gesicht, eine Stimme, einen Blick.“ Jesus gebe sich hin, damit die Mauer zwischen dem Profanen und dem Heiligen eingerissen und Gott sichtbar gemacht werde. Das Vaterunser beginne mit den Worten „geheiligt werde Dein Name“. Wenn das für Jesus das Wichtigste sei, dann „sollte für uns zumindest eine Idee vorhanden sein, was er damit meint“, sagte Weihbischof Reder. Wer sündige, trenne sich von Gott und von seinen Mitmenschen. „Alles, was uns von Gott und voneinander trennt, trennt uns von der Heiligkeit.“

Für den Dienst als Mesnerin oder Mesner folge daraus die Frage: „Wie kann ich in meinem Dienst Heiligkeit sichtbar machen? Wie kann ich erfahrbar werden lassen, dass Gott heilig ist?“ Der Weihbischof riet den Männern und Frauen, ihren Dienst mit dem Kreuzzeichen zu beginnen. „Machen Sie es langsam und bewusst. Es kommt darauf an, das, was wir machen, ganzheitlich zu machen.“ Der Mesner führe die Gläubigen durch seinen Dienst in die Feier ein. Das beginne mit der Art, wie man sich im Raum bewege, dem Aufsperren der Sakristei, einem gepflegten Weihwasserschälchen, in dem sich kein Kalk abgesetzt hat, nannte der Weihbischof einige Beispiele. Ein gebeugtes Knie oder eine Verneigung seien Zeichen, dass man es mit etwas Heiligem zu tun habe. Je größer die Räume werden, in denen sich ein Priester bewegen muss, desto wichtiger werde der Dienst der Mesnerinnen und Mesner. Der Weihbischof verglich die Liturgie mit einem „heiligen Spiel“: „Wenn der Schlüssel zum Tabernakel fehlt, verpufft die Spannung.“

Wilhelm Karg, Diözesanleiter des Mesnerverbands, gab einen Überblick über die kommenden Veranstaltungen. Der Diözesantag wird am 7. November in Würzburg begangen, auf der Tagesordnung steht unter anderem die Neuwahl des Vorstands. Der nächste Besinnungstag ist am 13. Februar 2027 geplant. Die Süddeutsche Mesnerwallfahrt findet am 2. Juni 2027 in Würzburg statt.

sti (POW)

(1026/0232; E-Mail voraus)

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