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Aus der Vergangenheit lernen

Pontifikalamt für Aussiedler und Vertriebene mit Weihbischof Boom im Neumünster – Brennende Kerzen erinnern an Herkunftsregionen – „Wach werden für das, was momentan geschieht"

Würzburg (POW) An die vielen Menschen, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten auf der Flucht oder durch die Übersiedlung in ein anderes Land eine neue Heimat zu finden hofften, hat Weihbischof Ulrich Boom beim Kiliani-Tag der Aussiedler und Vertriebenen erinnert. Mit rund 300 Aussiedlern und Vertriebenen feierte er am Samstag, 9. Juli, einen Pontifikalgottesdienst in der Neumünsterkirche in Würzburg. Trachtengruppen und Fahnenabordnungen der Landsmannschaften sorgten für ein farbenfrohes Bild. Einen besonderen Dank sprach der Weihbischof der Ackermann-Gemeinde Würzburg für ihren Beitrag zu Frieden und Versöhnung aus.

In seiner Predigt erinnerte Weihbischof Boom an die Schrecken des Ersten und Zweiten Weltkriegs. „Christen standen sich gegenüber und haben sich gegenseitig umgebracht. Haben wir daraus gelernt?“ Der „Wurzelgrund“ für diese Katastrophen seien ein aufbrechendes nationales Denken gewesen, neue Bündnisse und eine Situation, die den einzelnen Nationen nicht mehr gerecht wurde. „Das müsste uns wach sein lassen für das, was momentan geschieht“, mahnte Weihbischof Boom. Papst Franziskus habe den Menschen mit dem Heiligen Jahr der Barmherzigkeit ans Herz gelegt, barmherzig wie der Vater zu sein. „Gott ist der Vater aller Menschen, wer und wie sie auch immer sind. Das haben wir in die Welt zu tragen“, betonte der Weihbischof.

„Wir versuchen in unseren Gemeinden, Gremien und Gebäude zu retten, und vergessen dabei oft Christus“, sagte der Weihbischof weiter. „Wenn wir den Kopf vergessen, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass wir dann kopflos werden.“ Die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan hätten sich darin geübt, Christus nachzufolgen, ihn in der Fremde und im Fremden zu finden. „Sie ließen sich auf Ungewohntes und Neues ein – das heißt es, in die Zukunft zu gehen.“ Bei ihrer Ankunft in Franken seien sie wohl kaum verstanden worden und hätten auch die Franken nicht verstanden. „Weil sie eine andere Sprache sprachen. Aber sie konnten offensichtlich die Sprache des Herzens.“

Barmherzig zu sein gelinge am besten, wenn man um die eigenen Erbärmlichkeiten im Leben wisse, sagte Weihbischof Boom. Barmherzigkeit im eigenen Leben zu spüren bedeute Unterkunft zu geben, gebrochene Herzen zu heilen, zu vergeben und um Vergebung bitten zu können. „Wir gehen in eine Zeit hinein, die erst einmal beängstigen kann“, sagte der Weihbischof. Doch Gott sage den Menschen, dass sie keine Angst zu haben bräuchten. „Wenn Ihr ein Herz habt und wenn an Euch ausstrahlt, wer Gott ist.“

Zur Gabenbereitung trugen die teils mit Trachten ihrer Herkunftsregionen bekleideten Heimatvertriebenen und Aussiedler große Kerzen mit den Wappen und den Namen ihrer alten und der neuen Heimat Franken zum Altar. Weihbischof Boom entzündete die Kerzen, die dann während der Eucharistiefeier neben dem Altar brannten.

Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich die Gläubigen auf dem Kiliansplatz, um untereinander und mit Weihbischof Boom ins Gespräch zu kommen. Die Feier im Neumünster sei „sehr schön“ gewesen, sagten Christa Kroker und Christine Herrmann aus Würzburg. Sehr gut fanden sie auch die Möglichkeit, sich nach dem Gottesdienst untereinander auszutauschen. Gerlinde Wolff aus Würzburg trug zum ersten Mal die Kerze der Siebenbürger Sachsen zum Altar. „Das war ein bisschen aufregend“, sagte sie.

Der Wallfahrtstag klang mit einer ökumenischen Andacht am Nachmittag mit Pfarrer Adam Possmayer, Diözesan-Vertriebenen- und Aussiedlerseelsorger, Diakon Walter Weiss vom evangelischen Dekanat Würzburg, Subdiakon Johann Ün von der Syrisch-Orthodoxen Glaubensgemeinschaft Würzburg sowie Abay Kiros und Tezera Tulu von der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche Würzburg in der Marienkapelle aus.

sti (POW)

(2816/0792; E-Mail voraus)

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