Die Schau widmet sich der Geschichte der Jüdinnen und Juden in Ochsenfurt und der Region. Sie thematisiert das Spannungsfeld zwischen duldendem Pragmatismus und grausamem Antisemitismus, erinnert aber zugleich an Beispiele von Menschlichkeit und Mut – etwa an Konrad Schweser (1899-1975). Der Ochsenfurter Stadtbaumeister rettete während der NS-Zeit unter Einsatz seines eigenen Lebens zahlreiche jüdische Menschen. 1968 wurde er von Israel als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt. Für die Ausstellung hat Wührl ihm eigens ein Porträt gewidmet. Die Arbeiten der Künstlerin entstehen aus historischen Naturpigmenten wie Lapislazuli und Blattgold. In abstrakter Form greifen sie traditionelle Maltechniken auf und verbinden sie mit einer Auseinandersetzung mit jüdischem Leben im Lauf der Geschichte – von Zeiten der Verfolgung bis hin zu Perspektiven eines zukünftigen, versöhnten Zusammenlebens. Die Ausstellung gliedert sich in vier Teile, die jeweils von biblischen Gottesvorstellungen gerahmt werden und Impulse für ein neues Miteinander geben wollen. Die Michaelskapelle ist täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet.
(1926/0440; E-Mail voraus)
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