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Berufen zum Dienst an den Menschen

Bischof Dr. Franz Jung weiht Robert Gerber und Thomas Wolf im Kiliansdom zu Ständigen Diakonen

Würzburg (POW) Offene Augen, ein mitfühlendes Herz, helfende Hände: Das hat Bischof Dr. Franz Jung bei der Diakonenweihe am Samstag, 12. Oktober, im Würzburger Kiliansdom den neuen Diakonen gewünscht. Unter Handauflegung und Gebet weihte der Bischof Robert Gerber (54) aus Laufach und Thomas Wolf (34) aus Fuchsstadt bei Hammelburg zu Ständigen Diakonen. „Im Diakon geht Jesus vorüber“, sagte der Bischof. Wer dienen wolle, wisse aber auch als Erster, wie sehr er auf die Barmherzigkeit Gottes angewiesen sei. Der Weihegottesdienst stand unter dem Satz aus dem Lukasevangelium „Was willst Du, dass ich dir tue?“.

An der Feier nahmen Generalvikar Thomas Keßler, Personalreferent Domkapitular Monsignore Dietrich Seidel, Spiritual Dekan Albin Krämer, Diakon Dr. Klaus Eckert, Ausbildungsleiter Ständige Diakone, Diakon Peter Hartlaub, zahlreiche Priester und Diakone sowie Verwandte, Freunde und Bekannte der neuen Diakone teil. Insgesamt feierten rund 500 Gläubige den Weihegottesdienst mit.

In seiner Predigt zog Bischof Jung Parallelen zwischen dem Evangelium von der Heilung des blinden Bettlers und der Berufung zum Diakon. Schon die Nachricht, dass Jesus komme, lasse den Bettler aus seiner Lethargie erwachen und wecke in ihm die Sehnsucht nach einem neuen Leben. Der Blinde spüre auf einmal, dass er es satt habe, immer nur am Rand zu sitzen, ausgeschlossen vom normalen Leben. Auch in Person des Diakons gehe Jesus vorüber, sagte Bischof Jung. Hoffnung könne aber nur erwachen, wenn man wisse: „Da kommt einer, der ein Auge hat für die Not, der ein Herz hat für die Armen, der sich Zeit nimmt und zur Verfügung steht. Nur dann wird auf einmal im Anderen die Sehnsucht, dass da etwas geschehen könnte, plötzlich wach werden.“

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Jesus begegne dem Bettler auf Augenhöhe, fuhr der Bischof fort. Er habe kein fertiges Rezept, sondern frage den Blinden: „Was willst du, dass ich dir tun soll?“ So wie Jesus müsse auch der Diakon den Raum für die Begegnung öffnen und nachfragen, was wirklich Not tue. Das habe man auch in der Flüchtlingskrise gelernt, sagte Bischof Jung. „Wir kamen mit unseren Rezepten. Aber wir mussten erst einmal hören, was diese Menschen überhaupt brauchen. Wir meinen so oft, wir wüssten schon, was zu machen ist. Aber es tut gut, mal wirklich zu fragen, was das eigentliche Problem ist.“ Man müsse die Welt aus der Sichtweise der Bedürftigen betrachten, erläuterte der Bischof. „Wir müssen verstehen, wie es einem Menschen geht und warum er sich so fühlt, wie er sich fühlt.“

Als Jesus stehen bleibe und den Raum öffne, formuliere der Bettler das Unmögliche: „Ich will wieder sehen können!“ Bartimäus wolle keine falsch verstandene Barmherzigkeit, sondern dringe vor zu der eigentlichen Sehnsucht seines Lebens, sagte der Bischof. „Es gelingt ihm zu sagen, was er wirklich will.“ Das Wunder ereigne sich genau in dem Moment, in dem der Mann wieder in Kontakt mit sich und seinem eigenen Leben komme. „Der Diakon ist berufen, genau so ein Mensch zu sein: Anderen zu helfen, noch einmal die Sehnsucht ihres Herzens zu formulieren, und dann ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, mit ihnen vom Dunkel ans Licht zu gehen.“

Der sehend gewordene Bettler folgt Jesus nach und wird ihn am Karfreitag am Kreuz hängen sehen. „Es ist der Tag, an dem die Bitte umgedreht wird, an dem wir gefragt werden: Herr, was sollen wir Dir tun, wenn wir Dir begegnen in den vielen Kreuzen der Mitmenschen in unserer Welt?“, erläuterte Bischof Jung. Das Stundengebet des Diakons, in dem so oft der Notschrei der Armen, der Verfolgten Thema sei, sei keine private Übung, betonte der Bischof. „Es ist das stellvertretende Gebet der Kirche.“ Der Diakon bete es für jene, die nicht beten können, um in den Psalmen den Ruf der Armen zu hören.

Schließlich kam Bischof Jung auf den Ausruf des Bettlers: „Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“ Das sei der Gebetsruf des Herzensgebets, wie es die Ostkirche übe. „Wer dienen will, weiß als Erster, wie sehr er auf die Barmherzigkeit Gottes angewiesen ist“, sagte der Bischof und formulierte den Wunsch: „Herr, öffne mir die Augen, gib mir ein mitfühlendes Herz, dass ich helfende und gute Hände habe. Hilf mir, im Gebet die Welt mit Deinen Augen zu sehen und Dein Diener zu sein.“

Zu Beginn der Weihe wurden die beiden Kandidaten einzeln aufgerufen. Sie versprachen, ihr Leben an Jesus Christus auszurichten und ihm besonders in Armen, Kranken, Heimatlosen, Notleidenden und allen Ausgegrenzten zu dienen. Dem Bischof gelobten sie Gehorsam. Während der Anrufung der Heiligen lagen die Männer als Zeichen der Hingabe an Christus ausgestreckt auf dem Boden. Danach legte ihnen Bischof Jung schweigend die Hände auf und sprach das Weihegebet. Nach der Weihe wurden die Diakone mit Stola und Dalmatik bekleidet und bekamen das Evangelienbuch überreicht. Anschließend umarmten der Bischof und die Verantwortlichen für die Ausbildung der Ständigen Diakone die Neugeweihten als Zeichen der brüderlichen Verbundenheit. Die Ehefrauen von Gerber und Wolf erklärten bereits zu Beginn der Messe ihre Bereitschaft, den Dienst ihres Mannes zu unterstützen. Mit ihren Kindern und Verwandten feierten sie die Weihe im Dom mit.

Am Ende des Gottesdienstes dankte Gerber allen, die ihn und Wolf auf dem Weg zum Diakon begleitet und den heutigen Weihetag mit ihnen gefeiert haben. Wenn man ihn in den vergangenen drei Jahren gefragt habe, wann er denn geweiht werde, habe er immer gesagt: „Wenn es der liebe Gott, meine Frau und der Bischof wollen. Heute ist der Tag.“ Er und Wolf seien sehr dankbar für die Berufung, die Gott ihnen geschenkt habe. Gerbers besonderer Dank galt den beiden Ehefrauen: „Eure Zustimmung zu diesem Weg und Eure Unterstützung sind sehr wertvoll für uns.“ Domorganist Professor Stefan Schmidt begleitete den Weihegottesdienst auf der Klais-Orgel. Ein Empfang auf dem Kiliansplatz zwischen Dom und Neumünster schloss sich an.

Mit den Neugeweihten gibt es aktuell 203 Ständige Diakone im Bistum Würzburg. 67 von ihnen wirken hauptberuflich, 74 nebenberuflich, 62 sind im Ruhestand.

sti (POW)

(4219/1121; E-Mail voraus)

Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet

Zum Autor: Kerstin Schmeiser-Weiß (POW) (pow@bistum-wuerzburg.de)

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