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Betasten der Kunstwerke erwünscht

„Barrierefreiheit ist mehr als die Rampe am Eingang“ – Tagung der Bayerischen Museumsakademie im Museum am Dom

Würzburg (POW) Unter dem Motto „Barrierefreiheit ist mehr als die Rampe am Eingang: Auf dem Weg zum inklusiven Museum“ ist am Donnerstagvormittag, 23. April, im Museum am Dom in Würzburg die Frühjahrstagung der Bayerischen Museumsakademie eröffnet worden. Zwei Tage lang werden sich rund 120 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet mit den vielfältigen Aspekten der Inklusion befassen und Museumsprojekte zu diesem Thema kennenlernen. Das Museum am Dom wird beispielsweise die Ergebnisse des Seminars „Blind im Museum – wie geht das?“ vorstellen. Studenten der Museologie und der Sonderpädagogik an der Universität Würzburg entwarfen und realisierten hierbei Tastfiguren sowie ein Spiel für Blinde und Sehbehinderte.

„Inklusion ist eine Haltung, die wir entwickeln müssen“, sagte Bernd Sibler, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Es gehe um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft und am kulturellen Leben. Dr. Wolfgang Schneider, stellvertretender Kunstreferent der Diözese Würzburg, erzählte dazu eine Geschichte. Bei einer Ausstellung mit Werken von Tilman Riemenschneider an Pfingsten 2004 sei unter den Besuchern auch ein älteres Ehepaar gewesen. „Die Frau führte ihren Mann vor die hoch versicherten Meisterwerke eines der bedeutendsten Bildschnitzer der Spätgotik. Während sie ihm die Figur erklärte, tastete er mit den Fingern die subtil geschnitzten Strukturen. Die Aufregung war groß und der Schreck war heilsam.“ Es brauche wohl jeder sein Schlüsselerlebnis, damit sich neue Zugänge und Sensibilitäten für Lebenswirklichkeiten entwickeln könnten, sagte Schneider.

Seit diesem Tag sei viel geschehen. So wurden etwa in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Museologie an der Universität Würzburg Projekte durchgeführt, die sich mit der Vermittlung von Kunst für Blinde und Sehbehinderte beschäftigen. Wie sich die Zeiten geändert haben, wird auch die Ausstellung mit Werken des Schweizer Bildhauers Albert Schilling zeigen, die am 13. Mai im Museum am Dom eröffnet wird. Einige der ausgestellten Marmorskulpturen könnten betastet werden, kündigte Schneider an. Für die Tagung sei bereits eine Marmorarbeit aus den 1970er Jahren aufgestellt worden. „Scheuen Sie sich nicht, sie zu berühren“, ermunterte Schneider.

Bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der Eröffnung hatten die Veranstalter der Tagung – neben der Bayerischen Museumsakademie sind das der Bezirk Unterfranken, das Museum am Dom und die Professur für Museologie an der Universität Würzburg – ihre Positionen zur Inklusion vorgestellt. Barrierefreiheit sei nur ein erster Schritt, sagte Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel. Zur Inklusion gehörten auch eine barrierefreie Sprache oder audiovisuelle Hilfsmittel wie zum Beispiel Induktionsschleifen für Träger von Hörgeräten. Der Bezirk sehe die Inklusion als eine besondere Aufgabe an, die unter anderem durch die Einrichtung eines „Inklusionskoordinators“ weiter gestärkt werden solle. „Es geht nicht nur um die reine Teilhabe, sondern um die Teilhabe in allen Facetten“, sagte auch Sibler. Er bezeichnete Inklusion als ein „Generationenprojekt“.

„Inklusion muss sich selber überflüssig machen“, lautete die These von Professor Dr. Guido Fackler vom Lehrstuhl für Museologie an der Universität Würzburg. Sein Lehrstuhl befasse sich seit fünf Jahren intensiv mit dem Thema Inklusion. Dr. Astrid Pellengahr, Leiterin der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, bezeichnete die Arbeit des Studiengangs Museologie als „vorbildlich“. Es sei wichtig, frühzeitig für das Thema Inklusion zu sensibilisieren und den Mitarbeitern in den Museen entsprechende Kompetenzen zu vermitteln. Schneider dankte Fackler für die „fruchtbare Zusammenarbeit“. „Diese Tagung ist eine Bestätigung unseres Wegs und zugleich ein Ansporn“, betonte er.

(1815/0412; E-Mail voraus)

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