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Biblischer Dialog in Sankt Johannis: „Ein Liebesbrief Gottes“

104. Deutscher Katholikentag
Würzburg (POW) Katholikentage sind seit vielen Jahrzehnten Orte des ökumenischen Austauschs und der Begegnung. Besonders sichtbar wurde das beim Biblischen Dialog „Ausgießung des Geistes“ am Freitag, 15. Mai, in der Kirche Sankt Johannis.

Dort diskutierten und sinnierten Kirchenkabarettistin Ulrike Böhmer und Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, über die Passage „Ausgießung des Geistes“ aus dem Buch Jesaja (44,1-5). Musikalisch begleitete sie Clemens Bittlinger, der singende evangelische Pfarrer, Liedermacher und Buchautor. „So spricht der Herr, Dein Schöpfer, der Dich im Mutterleib geformt hat, der Dir hilft: Fürchte Dich nicht. Denn ich gieße Wasser auf den dürstenden Boden, rieselnde Bäche auf das trockene Land. Ich gieße meinen Geist über Deine Nachkommen aus und meinen Segen über Deine Sprösslinge.“ Diese Fassung ist gekürzt. Dennoch betonte Böhmer, als Kabarettistin bekannt mit ihrer Kunstfigur Frau Schabiewsky: „Für mich ist das einer der intensivsten Texte der Bibel, weil er Schmerz und Trost thematisiert; weil er auffordert, Schmerz zu erkennen, zuzulassen und auszudrücken. Dann kann man sich vom Trost berühren lassen.“ Latzel las die Zeilen gar als „Liebesbrief Gottes“, in dem sich die Grundbotschaft der Bibel finde: Fürchte Dich nicht, habe Hoffnung. „Gott sagt uns: Du bist liebenswert. Habe keine Angst, auf die Menschen zuzugehen.“ Auch Böhmer sagte: „Es geht hier um die Begleitung, Befreiung und Stärkung durch Gott. Das sind die Geschichten, die wir als Christinnen und Christen erzählen sollten“ – statt über den vermeintlichen Niedergang des Glaubens zu lamentieren.

seh (Würzburger katholisches Sonntagsblatt)

(2126/0502; E-Mail voraus)

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