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Bischof Jung zeigt Solidarität mit Pflegekräften

Bischof Dr. Franz Jung beim Aktionsbündnis „Dienst-Tag für Menschen“ – Rund 30 Personen demonstrieren für bessere Rahmenbedingungen in der Pflege

Würzburg (POW) „Ich will meine Solidarität mit den Anliegen der Aktion zum Ausdruck bringen.“ Das hat Bischof Dr. Franz Jung am Dienstagabend, 27. Juli, beim „Dienst-Tag für Menschen“ gesagt. Es genüge nicht, in der Pandemie für die Pflegekräfte zu klatschen, und dann ändere sich doch nichts. Rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer demonstrierten rund eine halbe Stunde lang auf der Würzburger Juliuspromenade. Im Anschluss sprach der Bischof mit Verantwortlichen in der Pflege.

„Wir demonstrieren hier jeden Dienstag für bessere Rahmenbedingungen in den sozialen Arbeitsfeldern“, erläuterte eine Vertreterin des Aktionsbündnisses „Dienst-Tag für Menschen“. Der Mensch müsse wieder im Mittelpunkt stehen und nicht die Bürokratie, die sich in einer übermäßigen Dokumentationspflicht und einem behördlichen Kontrollwahn zeige. „Wir müssen alles daransetzen, die sozialen Berufe für junge Menschen attraktiver zu machen.“ Das Bündnis umfasst inzwischen 27 Träger aus unterschiedlichen Bereichen in der Region und hat Ableger in München und Nürnberg.

Passantinnen und Passanten lasen die Forderungen auf den grün-weißen Bannern und stimmten zu. Viele haben Angehörige, Freunde und Verwandte, die in der Pflege arbeiten oder in einer Einrichtung betreut werden. „Da muss sich was tun, denn das Personal ist notorisch überlastet oder fehlt gleich ganz“, sagte eine Pflegedienstleiterin. Harsche Kritik richtete sich gegen kommerzielle Unternehmen, die minimale Löhne zahlten, um maximale Rendite zu erzielen.

An die Demonstration schloss sich ein Hintergrundgespräch mit Bischof Jung, Verantwortlichen der großen Würzburger Stiftungen – Juliusspitalstiftung, Bürgerspitalstiftung, Blindeninstitutsstiftung –, der Diakonie und Caritas sowie Leiterinnen und Leitern kleinerer Dienste und Einrichtungen an. Der Wahlkampf biete die Chance, das Thema endlich voranzubringen. Man steuere auf eine menschliche Katastrophe zu, wenn es nicht gelinge, die Pflege und andere soziale Berufe attraktiver zu machen. Dazu wurden konkrete Vorschläge und Forderungen genannt. „Wir brauchen schrittweise die 35-Stunden-Woche“, hieß es. „Die Freizeit der Pflegekräfte muss sicher sein“, ergänzte die Leiterin einer großen Einrichtung. Viel zu schnell müssten Kolleginnen und Kollegen einspringen, um Personallücken zu schließen. „Wie wäre es, besonders anstrengende Schichtdienste, etwa in der Nacht, steuerlich zu entlasten?“, lautete ein weiterer Vorschlag.

Der Austausch machte deutlich: „Geld ist nicht das Thema Nummer eins.“ Gerade jungen Leuten, die früher im Zivildienst Kontakt zum Sozialen gehabt hätten, fehle heute der Einblick. „Das Image vieler Berufsbilder muss verbessert werden“, war sich die Runde einig. Das sei Aufgabe der Pflegekräfte selbst, aber ebenso Aufgabe der Politik und der ganzen Gesellschaft. „Wir sehen es jeden Tag: Die Frauen und Männer arbeiten gerne in ihrem Beruf. Und wir müssen alles tun, damit es so bleibt und sich mehr Menschen für diesen Dienst entscheiden.“

„Wir bitten Sie, unsere Anliegen immer wieder an geeigneter Stelle in der Bischofskonferenz und Politik einzubringen“, appellierten die Teilnehmer an Bischof Jung. „Ich kann vor Ihrem Engagement nur den Hut ziehen. Ich werde mich für Ihre Anliegen weiterhin einsetzen“, sagte der Bischof und bot an: „Wenn Sie wollen, hängen Sie eines der großen Banner ans Bischofshaus.“

Mehr Informationen zum Aktionsbündnis gibt es im Internet unter https://dienst-tag.de/ sowie auf der Homepage des Diözesan-Caritasverbands.

sescho (Caritas)

(3121/0749; E-Mail voraus)

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