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Bischof kritisiert „Selbstzerfleischung“

Besinnungstag für Priester und Diakone im Würzburger Neumünster – Bischof Dr. Franz Jung: Hysterie kein guter Berater beim Aufarbeiten des sexuellen Missbrauchs

Würzburg (POW) Die Außendarstellung der katholischen Kirche im Zusammenhang mit der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs hat Bischof Dr. Franz Jung am Montag, 15. April, beim diözesanen Besinnungstag vor rund 230 Priestern und Diakonen im Würzburger Neumünster kritisiert. „Was geben wir öffentlich für ein Schauspiel ab in der Selbstzerfleischung bezüglich der Situationsanalyse?“ Diese reiche im Extrem von der Feststellung, Kirche sei eine „Täterorganisation“ bis hin zur vernichtenden Diagnose, der Missbrauch reiche in die „DNA der Kirche“.

Laut Bischof Jung haben diese Aussagen, die aus Betroffenheit heraus gesprochen seien, eine gewisse Berechtigung. Aber sie neigten zugleich „wie immer in krisenhaften Situationen zum Tunnelblick“ und blendeten die Wirklichkeit in ihrer Fülle aus. „Mir geht es nicht darum, das Problem des Missbrauchs klein zu reden oder in irgendeiner Weise zu beschönigen. Die aufgeheizte Stimmung und die momentane Hysterie jedoch sind kein guter Berater und führen erfahrungsgemäß auch nicht zu guten Lösungen.“

Es bestehe zweifelsohne dringender Handlungsbedarf. „Und wir sind mit Hochdruck dabei, uns aktuell einen Überblick über die Vorfälle von 1946 bis heute zu verschaffen und mit den Strafverfolgungsbehörden eng zu kooperieren“, betonte der Bischof. Gerade des Versagen derjenigen, die eine Leitungsfunktion innerhalb der Kirche innehaben, wiege sehr schwer und zerstöre Vertrauen, das nur mühsam zurückzugewinnen sein. „Und wenn es jenseits des Versagens Einzelner systemische Ursachen wie Selbstgenügsamkeit, Machtgefälle, trügerische Selbstsicherheit gibt, dann muss man mit aller Entschiedenheit hier ansetzen, um missbräuchliches Handeln zu unterbinden.“

Jeder Priester sei aufgefordert, Christus darzustellen. Jesus heische nicht nach dem Beifall der Menschen. „Er erweist sich als absolut unbestechlich. Er nimmt seine Ehre nicht von Menschen, wie es im Johannesevangelium heißt. Deshalb ist er innerlich frei, den Willen des Vaters zu erfüllen, auch wenn das bedeutet, unbeachtet und allein gelassen zu sein. Auch wenn damit einhergeht, unangenehme Dinge anpacken zu müssen, bei denen man in der Öffentlichkeit nicht punkten kann.“

In der Passion zeige sich Jesus als Meister der Kommunikation, dessen Worte ganz aus seinem Inneren kommen. „Er tröstet die weinenden Frauen. Er spart nicht mit Vorwürfen. Er weiß falsches Gerede als solches zu entlarven. Er lässt sich von Pilatus den Schneid nicht abkaufen. Er spricht Worte der Vergebung zu. Er weiß aber genauso zu schweigen, wenn er merkt, dass Worte nichts ausrichten und sein Schweigen mehr sagt als alle Worte.“ Vor allem bete Jesus. „Das Gebet ist der Ort, aus dem alle weitere Kommunikation hervorgeht und wohin sie mündet.“

Die Rolle des Priesters ist nach den Worten von Bischof Jung eine schiere Überforderung. „Und das ist gut so. Denn das bewahrt uns vor der Einbildung, schon perfekt zu sein. Jeden Tag erfahren wir, wieviel Luft nach oben noch ist.“ Nur als Wachsender werde der Priester seiner Rolle gerecht, wenn er aus der Zuversicht lebe, dass der Herr sich seiner als wirksames Instrument des Heils bedient. „In allem Ungenügen und unserer menschlichen Schwachheit bringt er seine göttliche Kraft zu Geltung, sofern wir uns nur täglich neu einstimmen in den österlichen Lobgesang auf den, der am Kreuz uns das Heil erworben hat, dessen Darsteller zu sein wir berufen sind.“

mh (POW)

(1619/0420; E-Mail voraus)

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