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Caritas und Kirche unter einem Dach

Haus Sankt Bruno vereint zahlreiche kirchliche Angebote in der Haßfurter Innenstadt – Bischof Dr. Franz Jung kommt zur Segnung der Einrichtung – Tag der offenen Tür am 21. September

Haßfurt (POW) Nach rund fünf Jahren gehen die letzten Bauarbeiten im Haus Sankt Bruno in der Haßfurter Innenstadt jetzt zu Ende. Für insgesamt rund 13 Millionen Euro ist dort in Verantwortung des Diözesan-Caritasverbandes Würzburg ein kirchliches Zentrum entstanden, das künftig unter dem Titel „Haus Sankt Bruno – Caritas und Kirche unter einem Dach“ auftritt. Die Finanzierung erfolgte ohne Fördermittel, rund 5,5 Millionen Euro trägt das Bistum Würzburg.

Der neue Name ist Programm: Zu finden sind in Sankt Bruno Einrichtungen und Beratungsstellen des Kreis-Caritasverbands wie das Seniorenheim mit 81 vollstationären Pflegeplätzen, die Caritas-Sozialstation Rita Wagner, die Suchtberatung und der Sozialpsychiatrische Dienst. Weitere Einrichtungen im Haus sind der Malteser Hospizdienst und die Beratungsstelle des Sozialdiensts katholischer Frauen (SkF). Das Bistum Würzburg ist mit der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL), der Betriebsseelsorge, der Familienseelsorge im Dekanat Haßberge, dem Orgelübungssaal der Kirchenmusik in den Haßbergen, Büros für den Dekanatsreferenten und den Dekan sowie den Dienststellen Öffentlichkeitsarbeit in der Pfarrgemeinde und dem Internetportal „Pfarrbriefservice.de" vertreten. Die Pfarrei Haßfurt nutzt künftig die Seminarräume im Haus mit, ebenso wie die Hauskapelle. Per Videokamera können alle Feiern aus der Kapelle im Haus übertragen werden.

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27.300 Kubikmeter umbauter Raum und etwa 6700 Quadratmeter Nutzfläche zählt das neue Sankt Bruno. Bischof Dr. Franz Jung kommt am Dienstag, 17. September, um bei einer Feier mit geladenen Gästen das neue Zentrum zu segnen. Für alle Interessierten gibt es am Samstag, 21. September, von 10 bis 16 Uhr beim Tag der offenen Tür ein umfangreiches Begleitprogramm, bei dem das Haus und seine Einrichtungen näher erkundet werden können. Ein Gottesdienst um 15 Uhr in der Hauskapelle bildet den geistlichen Abschluss des Tages.

„Das alte Haus Sankt Bruno, für das 1982 der Grundstein gelegt wurde, war als Senioren- und Pflegeheim ein ‚Markenartikel‘ mit gutem Ruf. Den wollten wir erhalten und im Zug der notwendigen Sanierungsarbeiten das Haus zu einem Knotenpunkt ausbauen, in dem Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen zusammenkommen und voneinander lernen“, erklärt Johannes Simon, Vorsitzender des Kreis-Caritasverbands Haßberge. Sankt Bruno verstehe sich als „umfassendes, offenes und vielfältiges“ Angebot. Es gebe vielfältige Synergien, nicht zuletzt weil schon von Beginn der Planungen an alle Beteiligten – wie Caritas, Dekanat, Bischöfliches Ordinariat und an der Baumaßnahme beteiligte Firmen – an einem runden Tisch saßen, betont Simon. Besonders dankbar seien er und alle am Bau Beteiligten für die Geduld der Nachbarn, des Personals und der Bewohner während des langen Bauzeitraums.

Die Herausforderung bestand vor allem darin, das Haus im laufenden Betrieb umzubauen, erklärt Hubert Grauer von der Liegenschaftsabteilung des Diözesan-Caritasverbands Würzburg. Aus den ursprünglich geplanten vier Bauabschnitten seien am Ende drei geworden, mit dem erfreulichen Nebeneffekt, dass die Maßnahme insgesamt ein halbes Jahr schneller als geplant abgeschlossen wurde. „Ein ganzes Knäuel an Aufgaben“ sei zu bewältigen gewesen, unter anderem Brandschutzmaßnahmen und bauliche Änderungen, die durch die Heimgesetzgebung Auflage wurden. Schnell ist laut Grauer deutlich geworden, dass für das Dachgeschoss eine neue Nutzung gefunden werden musste, wenn der Umbau wirtschaftlich abgewickelt werden soll. Dort finden sich jetzt unter anderem die Sozialstation, die Beratungsstellen von EFL, SkF und Caritas, die Öffentlichkeitsarbeit in der Pfarrgemeinde sowie „Pfarrbriefservice.de“.

Statt eines zentralen Speisesaals für alle Heimbewohner gibt es jetzt vier Wohngruppen mit jeweils eigener „kommunikativer Mitte“, die zugleich auch jeweils als Speisesaal der dort lebenden Menschen dient. Die Gruppen sind mit Landschaften tituliert, mit denen die Bewohner etwas verbinden: Sie heißen Maintal, Steigerwald, Heilige Länder und Haßberge. Noch sind nicht alle Plätze wieder belegt, es fehlt, wie Anke Schäflein, Geschäftsführerin des Kreis-Caritasverbands Haßberge, betont, an dem dafür notwendigen qualifizierten Pflegepersonal.

Schäflein lobt das neue Haus, das komplett barrierefrei sei. „Die vielen Schwellen, die eine Sturzgefahr darstellten, sind beseitigt. Zugleich präsentiert sich Sankt Bruno jetzt hell und luftig. Das vermeintliche Schreckensszenario eines Altenheims gibt es hier nicht.“ Davon könne jeder Besucher sich selbst überzeugen. Dank einer umfassenden Informationspolitik hätten auch die meisten Bewohner die fünfjährige Bauphase nicht als störend empfunden. In den zwei Jahren, seit sie selbst in Sankt Bruno lebt, musste Adelinde Dettelbacher aus Gädheim zweimal das Zimmer wechseln. „Es war alles bestens organisiert“, attestiert die 85-Jährige.

Im August stehen die letzten Detailarbeiten an. Danach ist auch der Haupteingang wieder nutzbar, eine Rampe ermöglicht auch Rollstuhlfahrern den Zugang von dieser Seite. „Bauen für die Menschen war unsere Devise“, erläutert Architektin Silja Wiener vom Karlstädter Architekturbüro Wiener und Partner die Grundidee hinter dem „Leuchtturmprojekt“ Sankt Bruno. Um die Vorgaben umsetzen zu können, wurde die ehemals „burgähnliche“ alte Anlage von der U- zur O-Form erweitert, damit auf jeder Ebene im Falle eines Brandes die horizontale Evakuierung des benachbarten Brandabschnitts ermöglicht wird. Wegen der beengten Situation am Rand der Haßfurter Innenstadt sei für die Dauer von rund drei Jahren ein Kran im Innenhof notwendig gewesen, um das Baumaterial transportieren zu können, erklärt Gernot Meyer, der für das Architekturbüro die Arbeiten in Haßfurt betreut hat. Neu seien zahlreiche Außenblickverbindungen in den Fluren und den Treppenhäusern. „Das erleichtert den Nutzern, ebenso wie die abwechslungsreiche Farbgebung, die Orientierung“, sagt Meyer.

Als große Chance betrachtet Dekan Stefan Gessner, dass katholische Kirche und ihre Caritas jetzt „mit einem Gesicht und Ort“ im Landkreis Haßberge sichtbar sind. „Wir können so noch besser unser gemeinsames Angebot sichtbar machen und für die Menschen findet sich vieles zentral an einer Anlaufstelle.“ Außerdem werde so auch die diskrete Nutzung der Beratungsstellen möglich.

mh (POW)

(68 Zeilen/3319/0888; E-Mail voraus)

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