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„Christians for Future“ überreichen Forderungen

Aktivisten fordern vom Bistum Würzburg mehr Engagement für den Klimaschutz – Breit gefächerte Unterstützung aus Theologie, Wissenschaft, Verbänden und Orden

Würzburg (POW) Ihre zwölf Forderungen an das Bistum Würzburg zur Klimagerechtigkeit haben Vertreter von „Christians for Future“ (C4F) am Donnerstag, 16. September, auf dem Würzburger Kiliansplatz an Domkapitular Albin Krämer, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge, und Christof Gawronski, Umweltbeauftragter des Bistums, überreicht. „Wir brauchen für unsere Anliegen ideelle und finanzielle Unterstützung“, erklärte Birgit Hohm als örtliche Vertreterin von „Christians for Future“. Schöpfung sei alles andere als ein Nebenthema. Krämer dankte für das Engagement. In der katholischen Kirche sei das Thema schon seit Jahrzehnten in verschiedenen Gruppierungen und Verbänden präsent. Jetzt gehe es darum, ein breites Bündnis für die Bewusstseinsbildung zu schaffen. Krämer versprach, das Anliegen, das unter anderem auch Papst Franziskus in „Laudato Si‘“ vertrete, im Allgemeinen Geistlichen Rat und bei Bischof Dr. Franz Jung vorzubringen. Umweltbeauftragter Gawronski erklärte, es gebe beispielsweise mit „LIMIT25“ im Bistum Würzburg konkrete Schritte zum Klimaschutz. So würde derzeit der Energieverbrauch in allen Pfarreien des Bistums erfasst, um dann weitere Schritte planen zu können.

C4F ist ein Zusammenschluss von Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen und Teil der Globalen „For-Future“-Bewegung. Mit dem bundesweiten Aktionstag wende sich C4F an die Leitungen der deutschen (Erz-)Bistümer und Landeskirchen. So sollen die Kirchen sich nach den Wünschen von C4F unter anderem lauter in die Politik einmischen, selbst bis 2030 Klimaneutralität bei kirchlichen Gebäuden und Anwesen erreichen und auch nicht mehr in Unternehmen investieren, die mit Öl, Gas und Kohle Umsatz machen. Und sie sollen in der Gemeindearbeit Klimagerechtigkeit zum ständigen Thema machen. Es brauche Menschen, die anwaltschaftlich für die benachteiligten Menschen dieser Erde auftreten, welche die Klimakrise wohl am härtesten treffen werde.

Die „Christians for Future“ erkennen an, dass Klimagerechtigkeit in den Kirchen an vielen Orten schon seit Jahren eine wichtige Rolle spiele. Dieses Handeln sei aber nicht flächendeckend und oft nicht der Größe der Herausforderung angemessen. In einer selbst erstellten Analyse kommt die Gruppe zur Erkenntnis, dass das Handeln der Kirchen nicht ausreiche. In der evangelischen Kirche zum Beispiel gebe es viele positive Beispiele für politisches Engagement für Klimagerechtigkeit, aber nicht in allen Landeskirchen und Gemeinden. Gleichzeitig habe die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) beschlossen, bis zum Jahr 2050 Klimaneutralität zu erreichen, was nicht annähernd konform sei mit dem 1,5-Grad-Ziel. Vielmehr liege die EKD aktuell sogar hinter dem neuen deutschen Klimaschutzgesetz, das die Neutralität bis 2045 anvisiert. Manche Landeskirchen hätten schon schärfere Ziele, andere schwächere.

Auch in der katholischen Kirche gibt es in den Augen der Aktivisten nicht genug Einsatz für Klimagerechtigkeit: Katholische Bischöfe ließen sich kaum auf Klimademos blicken und fänden selten deutliche Worte zum Klimaschutz. Die (Erz-)Bistümer hätten – abgesehen von positiven Ausnahmen wie Freiburg, das sich zum Ziel gesetzt habe, bis 2030 klimaneutral zu sein – größtenteils weder Klimaziele definiert, noch einen hauptamtlichen Umweltbeauftragten eingesetzt.

Neben „Fridays for Future“ und Parents for Future“ unterstützen unter anderem hochrangige Frauen und Männer aus Theologie, Wissenschaft, Verbänden oder Orden die Forderungen von C4F. Zu ihnen zählen unter anderem Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel, Bischöfin a. D. Bärbel Wartenberg-Potter, Pater Bernhard Bürgler, Provinzial der zentraleuropäischen Provinz der Jesuiten, Professor Dr. Dr. Ulrich Hemel vom Bund Katholischer Unternehmer und Professor Dr. Hans Pörtner vom Alfred-Wegener-Institut, Co-Vorsitzender des diesjährigen UNO-Weltklimarat-Berichts. Unterzeichnet haben die Forderungen außerdem beispielsweise der aus dem Bistum Würzburg stammende Moraltheologe Professor Dr. Michael Rosenberger (Linz), die Christliche Sozialethikerin Professorin Dr. Michelle Becka (Würzburg) und Benediktinerpater Dr. Anselm Grün.

mh (POW)

(3821/0890; E-Mail voraus)

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