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Im Gespräch

„Coronakrise ist auch eine Frauenkrise“

Sabine Mehling-Sitter über ihre Arbeit als Leiterin der Frauenseelsorge im Bistum Würzburg und die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie

Würzburg (POW) Gemeindereferentin Sabine Mehling-Sitter ist seit 1. Januar 2021 Referentin für Frauenseelsorge des Bistums Würzburg. Im folgenden Interview spricht sie über die Aufgaben der Frauenseelsorge und die neuen Herausforderungen für Frauen infolge der Corona-Pandemie.

POW: Frau Mehling-Sitter, Sie sind die neue Frauenseelsorgerin des Bistums Würzburg. Wo sehen Sie Ihren Aufgabenschwerpunkt?

Sabine Mehling-Sitter: Seit 1. Januar 2021 darf ich die Frauenseelsorge im Bistum leiten. Viel ist in den vergangenen Jahren gewachsen dank meiner Vorgängerinnen. Viel ist aber auch im Umbruch und Wandel. Es findet ein Generationenwechsel statt, die Digitalisierung macht auch vor der Seelsorgearbeit nicht Halt. Deswegen wird mein Schwerpunkt darin liegen, zeitgemäße Angebote für Frauen in verschiedenen Lebensphasen und Lebenssituationen zu machen. Manche Veranstaltung wird anderen Formaten weichen müssen. Auch in der Frauenseelsorge bieten wir vermehrt Onlinekurse an. Ich sehe meinen Auftrag darin, die Bedürfnisse der Frauen in unserem Bistum wahrzunehmen und ihnen bei ihren Fragen und Anliegen durch spirituelle, seelsorgliche, theologische und ganzheitliche Veranstaltungen Angebote für ihren Glauben und ihr Leben zu machen. Und ich möchte gegenüber der Bistumsleitung das Sprachrohr für Frauen in unserer Kirche sein.

POW: Wie macht sich der Einfluss der Corona-Pandemie bei Ihrer Arbeit bemerkbar?

Mehling-Sitter: Ganz konkret leider durch den Zwang, geplante Veranstaltungen trotz interessierter Teilnehmerinnen absagen zu müssen. Das tut richtig im Herzen weh! Wer weiß, ob die Interessentinnen sich für den nächsten Kurs wieder anmelden werden? Dann natürlich die vielen Videokonferenzen und Onlineveranstaltungen, die zwar praktisch sind, aber die leibhaftige Begegnung mit den Menschen nicht ersetzen können. Zu bemerken ist auch, dass vor allem die Frauen in Erziehungs- oder Pflegeverantwortung doppelt und dreifach belastet sind und sich eigentlich nach Auszeit- und Austauschmöglichkeiten sehnen. Berufstätig sein, Kinder oder pflegebedürftige Angehörige zuhause betreuen und den Haushalt führen, das belastet viele Frauen sehr stark. Festzustellen ist, dass viele Paare und Familien in die alten „Rollenklischees“ zurückfallen – oft aus finanzieller Not. Die Coronakrise ist auch eine Frauenkrise. Und das schlägt sich auf unsere Arbeit nieder.

POW: Kritische Stimmen sagen, dass Frauenseelsorge zu viel Politik und sonstige Themen behandele und die Frömmigkeit und das Wachstum im Glauben vernachlässige. Wie beurteilen Sie solche Aussagen?

Mehling-Sitter: Für mich sind politische oder soziale Themen nicht ausspielbar gegen religiöse oder spirituelle Angebote. Sie ergänzen sich. Wir Menschen sind eine Einheit, Körper und Seele, wir sind soziale und politische Wesen, die auch spirituelle Sehnsüchte haben. Ich denke, es kommt auf die Balance an. Seelsorge bedeutet die Sorge um die Seele, also um den ganzen Menschen. Um mit Karl Rahner zu sprechen, der in „Mystik und Politik“ geschrieben hat: Der Christ der Zukunft wird ein Mystiker sein. Aber wir Christen sind eben auch Gemeinschaftswesen, die das Zusammenleben gestalten und mitgestalten müssen. Deswegen kommt es meiner Meinung nach auf eine gute Mischung von Glaubens-, aber auch sozialen Themen an. Wir haben den Auftrag, als Christen und Christinnen unser Leben aus dem Glauben heraus zu gestalten. Das wollen wir unterstützen.

Interview: Markus Hauck (POW)

(0721/0171; E-Mail voraus)

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