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„Danke für zehn Jahre Kreativität, Spiritualität und Musikalität“

Domkantor Alexander Rüth bei Evensong im Kiliansdom verabschiedet – Minutenlanger Applaus und so manche Träne bei Sängerinnen und Sängern der Würzburger Dommusik

Würzburg (POW) Minutenlangen donnernden Applaus für den scheidenden Domkantor Alexander Rüth (35) hat es bei dessen Verabschiedung am Freitagabend, 23. Juli, bei einem Evensong im Würzburger Kiliansdom gegeben. Die eine oder andere Träne, die am Ende bei den Sängerinnen und Sängern von Domchor, Mädchenkantorei und Domsingknaben floss, zeigte, wie viel Wertschätzung Rüth sich in den vergangenen zehn Jahren in Würzburg erarbeitet hat. Zum 1. September 2021 wechselt er als Münsterchordirektor nach Konstanz am Bodensee. Dem Gottesdienst, der live im Internet übertragen wurde, stand Domdekan Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran als Offiziant vor.

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„Danke für zehn Jahre voller Kreativität, Spiritualität und Musikalität“, sagte der Domdekan. Rüth habe sich als Eigengewächs der Region Untermain schon in seiner ersten Ausbildungsphase zum Kirchenmusiker als Sänger, Chorleiter und Organist „auf hohem Niveau und aus Überzeugung“ engagiert. Unter Prälat Günter Putz, Vorndrans Vorgänger als Domdekan, sei Rüth dann als Domkantor nach Würzburg gekommen. „Musik auf sehr hohem Niveau und aus tiefster christlicher Überzeugung“ sei bis heute sein Markenzeichen. Zudem seien bei ihm „Menschen, Musik und Organisation in besten Händen“, attestierte Vorndran. Deswegen kamen auch Bischof Dr. Franz Jung, Weihbischof Ulrich Boom und das Domkapitel, um Rüth Danke zu sagen.

Domkapellmeister Professor Christian Schmid attestierte seinem Domkantor: „Dein Name steht für den guten Klang der Dommusik, den viele Menschen weit über die Bistumsgrenzen hinaus kennen. Du hast Maßstäbe gesetzt!“ So habe Rüth mit seinem pädagogischen Geschick wesentlich zur Etablierung der Chorklassen im ElisabethenHeim und dem Wirsberg-Gymnasium beigetragen und zudem mit seiner Arbeit eine Generation von Nachwuchssängerinnen und -sängern ausgebildet und geprägt. Davon gaben die persönlichen Dankesworte und Geschenke von Mädchenkantorei, Domsingknaben und Domchor eindrucksvoll Zeugnis. „Alex, Du wirst uns fehlen!“, formulierte eine Sprecherin des Domchors.

Manfred Goldkuhle vom Diözesanverband der Pueri Cantores sprach Lob und Anerkennung für Rüths Leistungen und Verdienste aus. Er freue sich, dass sich wieder ein echter Unterfranke für eine bundesweit beachtete Kirchenmusikstelle qualifiziert habe. Das dafür erforderliche menschliche, organisatorische und musikalische Können habe dieser sich ganz wesentlich am Kiliansdom erworben.

Rüth war von den Rückmeldungen sichtlich ergriffen. „Die Intensität des Moments zeigt mir, wie reich die zehn Jahre in Würzburg waren.“ Er dankte Bischof Jung und dem Domkapitel für das in ihn gesetzte Vertrauen und die Freiräume. Domkapellmeister Schmid habe ihn stets freundschaftlich unterstützt, Domorganist Professor Stefan Schmidt sei eine wichtige Konstante in seiner Würzburger Zeit gewesen. Allen, die mit ihrem Gesang oder im Hintergrund für die Dommusik aktiv sind, zollte Rüth seinen Dank und bat sie, diesen Einsatz weiter zu pflegen. An alle Entscheidungsträger des Bistums appellierte er, die Jugendarbeit der Dommusik allgemein als großen Schatz und insbesondere auch die Mädchenkantorei, für die er selbst besonders verantwortlich war, weiter zu fördern. „Ich werde immer Euer größter Fan bleiben“, sagte er zu den jugendlichen Sängerinnen.

Stichwort: Evensong

Der Evensong ist ein abendliches Stundengebet, das ursprünglich in der anglikanischen Kirche beheimatet ist. Wichtigstes Element ist der gemeinsame Psalmengesang, weitere Bestandteile sind Chorlieder, Gemeindelieder sowie zwei Lobgesänge aus dem Neuen Testament und das Magnificat (Lobgesang Mariens). Eine Lesung, Fürbitten und Momente der Stille gehören ebenfalls dazu.

mh (POW)

(3021/0735; E-Mail voraus)

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