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Das Museum als Mitmachort

Präsentation des Projekts „,Social Inclusion‘ in der Museumspraxis“ – Kooperationsseminar von Universität Würzburg und Museum am Dom – Ideen reichen von der „mobilen Themenstation“ bis zum Abreißtext zum Mitnehmen

Würzburg (POW) Eine mobile Themenstation, ein tragbarer Museums-Guide, „Goodies“ zum Mitnehmen für die Besucher: Beim Kooperationsseminar „,Social Inclusion‘ in der Museumspraxis“ haben insgesamt 16 Studenten der Museumswissenschaften der Universität Würzburg in Zusammenarbeit mit dem Museum am Dom in Würzburg Vorschläge erarbeitet, wie man Museumsbesucher zur aktiven Teilhabe motivieren kann. „Besucher werden oft als passive Konsumenten wahrgenommen. Es wäre schön, wenn man auch ins Gespräch kommt, und zwar nicht nur über das Gästebuch“, sagte Professor Dr. Guido Fackler bei der Präsentation der Ergebnisse am Dienstag, 29. Januar, im Museum am Dom. Fackler leitete das Projekt zusammen mit Michael Koller, kommissarischer Leiter der Museen der Diözese Würzburg. „Ich sehe viele Möglichkeiten, die Besucher einzubeziehen und aktiv werden zu lassen“, sagte Koller über die Präsentationen.

„Es ging darum, den Begriff Inklusion nicht nur mit Blick auf das Thema Behinderung zu betrachten, sondern basierend auf dem umfassenderen angloamerikanischen Ansatz“, erklärte Koller den Hintergrund des Seminars. Bei „Social Inclusion“ gehe es um den Zugang für alle sozialen Gruppen, deren Beteiligung an den Museumsinhalten und eine kritische Selbstreflexion der Museumsarbeit, heißt es in der Projektbeschreibung der Universität. Bei einer Besichtigung lernten die Studenten zunächst das Museum am Dom kennen, inklusive der Kellerräume und des Depots auf dem Heuchelhof. „Sie haben eine Vorstellung von den Sammlungsbeständen bekommen und gesehen, wie groß die Bandbreite an Kunstwerken ist, die wir zu betreuen haben“, sagte Koller. In Arbeitsgruppen befassten sie sich anschließend mit einzelnen Aspekten der Museumsarbeit. So entwickelte eine Gruppe beispielsweise „Ideen für partizipative Angebote“, während eine andere Möglichkeiten für Mitmach-, Diskussions- und Kommunikationsorte in der Ausstellung vorstellte.

So war beispielsweise einer Gruppe aufgefallen, dass Informationen über die ausgestellten Werke nur über Objekttexte vermittelt werden. Die Studentinnen schlugen einen multimedialen, tragbaren Museums-Guide vor, von dem der Besucher die gewünschten Informationen „häppchenweise“ abrufen könne. Das könnten zum Beispiel kunsthistorische Erklärungen sein, aber auch ein Interview mit dem Künstler, passende Bibelstellen oder Gedanken zur farblichen Gestaltung. „Die Besucher haben die Wahlfreiheit, was sie interessiert und was nicht.“

Eine Plattform zum Austausch unter den Museumsbesuchern hatte eine andere Gruppe entworfen. Ihre „mobile Themenstation“ war vom Design her an die vorhandenen Ausstellungsvitrinen angelehnt. Die vier Seitenwände hatten sie unterschiedlich gestaltet. So könnten auf einer Seite Besucher ihre Gedanken zur Ausstellung auf eine Magnetwand heften, oder auf Fragen antworten wie etwa „Die beste Entscheidung meines Lebens war…“. Eine Aussparung auf einer anderen Seite hatten die Studentinnen für Objekte reserviert, welche die Besucher passend zur Ausstellung selbst mitbringen könnten, beispielsweise eine Waage zum Thema „Entscheidungen“. Das Museum würde die mitgebrachten Objekte sichten und eine Auswahl treffen, erklärten sie. Solche Aktionen, bei denen die Besucher beteiligt werden, könnten in den sozialen Medien beworben und auch begleitet werden.

Interessant waren für Koller auch die „Goodies“: kleine Dinge, welche die Besucher als Andenken mitnehmen können. Vorgestellt wurden unter anderem Abreißtexte mit Gedanken zu einem Kunstwerk, aber auch schön gestaltete Eintrittskarten würden gerne aufgehoben. Manche Museen würden ihre Eintrittskarten so spannend gestalten, dass sie mittlerweile zu Sammelobjekten geworden seien, ergänzte Fackler.

„Wichtig ist, dass wir mehr vom Besucher aus denken und seine Bedürfnisse berücksichtigen. Jeder, der in unser Haus kommt, muss einen Zugang zu den Kunstwerken finden“, fasste Koller seine Erkenntnisse aus dem Seminar zusammen. Dabei sei auch die Rückbindung vom Kunstwerk an das eigene Leben wichtig. Sehr gut gefallen habe ihm deshalb beispielsweise die Idee der „Themenstation“. Auch die Sprache, die im Museum verwendet werde, müsse überdacht werden. „Wir dürfen nicht zu abstrakt sein. Wir müssen auf verständliche Art und Weise Informationen vermitteln und die Besucher dazu einladen, sich selbst Gedanken zu machen und die Objekte auf sich wirken zu lassen.“

„Sie machen schon viel richtig“, sagte Fackler über die Angebote des Museums und hob unter anderem die „Kunstkantine“ als innovatives Konzept hervor: „Das Museum am Dom ist ein tolles Haus.“

sti (POW)

(0619/0161; E-Mail voraus)

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