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Den Wohlstand hinterfragen

Bundesweites Netzwerktreffen der kirchlichen Klimaschutzmanager in Himmelspforten – Fachvorträge werfen kritischen Blick auf den heutigen Lebensstil – Würzburger Klimaschutzmanager erstmals dabei

Würzburg (POW) Mehr als 60 Klimaschutzverantwortliche aus Bistümern und Landeskirchen, die ein Klimaschutzkonzept in Planung, Vorbereitung oder Umsetzung haben, haben sich am Dienstag und Mittwoch, 19. und 20. November, im Würzburger Exerzitienhaus Himmelspforten zur jährlichen Tagung getroffen. Auf dem Programm standen Fachvorträge zu gelingenden Projekten und Strategien, Neuigkeiten aus der Förderlandschaft und Austausch. Neben dem Dauerbrennerthema Gebäude und Bauen waren die Neuerungen in der Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz Schwerpunkt. Diese sei für die meisten Bistümer und Landeskirchen, die ein Klimaschutzkonzept haben, der bestimmende Rahmen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Organisiert wird die Fachtagung auf Initiative der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft und dem dort angesiedelten Projektbüro Klimaschutz der EKD in Kooperation mit dem Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen, dem Erzbistum Berlin und dem Bistum Würzburg. Mit der zunehmenden Zahl von Klimaschutzkonzepten oder Vergleichbarem sei der Vernetzungsbedarf wie auch die Teilnehmerzahl gestiegen. Klimaschutzkonzepte oder Ähnliches gebe es mittlerweile in 17 von 20 Landeskirchen sowie 14 von 27 Diözesen. Sieben weitere Diözesen befänden sich derzeit in der Erarbeitungsphase.

Im Eröffnungsvortrag widmete sich Michael Buschka vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie dem Thema Suffizienz. Allein mit Effizienzmaßnahmen werde es nicht möglich sein, die notwendigen Ziele zu erreichen. Vielmehr seien Teile des Wohlstands zu hinterfragen – etwa der stetige Anstieg der Wohnfläche pro Person. Ein Phänomen, das auch auf kirchlich genutzte Gebäude zutreffe, deren Nutzfläche pro Kirchenmitglied ebenfalls seit Jahrzehnten ansteige. Anna-Lena Guske von der Diakonie Deutschland stellte diese Überlegungen in den Zusammenhang der Generationengerechtigkeit und wie der heutige Lebensstil die Gestaltungsmöglichkeiten künftiger Generationen einschränke.

Die weiteren Vorträge beschäftigten sich mit der Umsetzung und den Rahmenbedingungen für aktiven Klimaschutz im Bereich der Kirchen. Frederik Lottje vom Projektträger Zukunft-Umwelt-Gesellschaft stellte die Neuerungen bei den staatlichen Fördermöglichkeiten durch die Nationale Klimaschutzinitiative und die derzeitigen Schwierigkeiten bei der Antragsbearbeitung dar. Hannes Vetter von der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft gab einen Einblick in den kürzlich verabschiedeten Klimaschutzbericht der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Der zweite Tag widmete sich konkreten Themen der Energie- und Wärmewende. Klaus-Jürgen Edelhäuser vom Architektur- und Ingenieurbüro Konopatzki & Edelhäuser referierte über bauphysikalisch und denkmalpflegerisch machbare Effizienzmaßnahmen an geschützten Gebäuden. Hans Reichert, Architekt bei der Evangelischen Landeskirche in Baden, und Armin Wiesinger, Klimaschutzmanager der Diözese Rottenburg-Stuttgart, zeigten mehr und weniger gelungene Beispiele von Photovoltaik-Anlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden in Baden-Württemberg. Das eine wie das andere sei in der Regel aus der Spannung zwischen der dort geltenden Photovoltaik-Pflicht im Zusammenhang mit Dachsanierungen und den Vorgaben der Denkmalbehörden entstanden. Die Auswirkungen, Handlungsoptionen und Beteiligungsmöglichkeiten für Kirchen bei den anstehenden Planungen von Wärmenetzen in Kommunen stellte Dr. Volker Stelzer vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse in Karlsruhe vor.

Ein konkretes Beispiel aus Würzburg war Inhalt des Vortrags von Sandra Räder von der Kongregation der Schwestern des Erlösers. Das Mutterhaus des Ordens wurde energetisch saniert und mit einem Dach aus Photovoltaik-Ziegeln versehen. Diese PV-Anlage gilt als die erste auf einem Großdenkmal in Bayern.

Neben dem Umweltbeauftragten des Bistums Würzburg, Christof Gawronski, der zum Vorbereitungsteam gehört, nahmen erstmals Maximilian Braun und Eva-Maria Weimann teil, die sich im Bistum die Projektstelle für Klimaschutzmanagement teilen. „Ein außerordentlich gelungenes und aufschlussreiches Format für Vernetzung, Austausch und Wissensgewinn“, nannte Weimann die Klimaschutztagung. „Die spannenden Referate und das fantastische Ambiente haben die beiden Tage für mich zu einem großen Gewinn werden lassen. Lehrreich, informativ und mit zahlreichen Synergieeffekten für unsere zukünftige Arbeit im Bereich Klimaschutzmanagement in der Diözese Würzburg.“ Braun stellte fest: „Es war für mich sehr interessant, zum ersten Mal an der Klimaschutztagung im Tagungshaus Himmelspforten teilzunehmen. Die Veranstaltung hat mir nicht nur fachlich weitergeholfen, sondern auch gezeigt, wie wichtig der Austausch mit Kollegen aus anderen Bistümern ist. Ich freue mich darauf, die gewonnenen Impulse in meine Arbeit als Klimaschutzmanager für das Bistum Würzburg einzubringen.“

(4924/1262; E-Mail voraus)

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