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Die Freude an der Berufung leben

Zweites gemeinsames „Mattenkapitel“ der franziskanischen Männerorden in Deutschland – „Lebendigkeit und Mut der ersten Brüder sind heute noch Vorbild“

Würzburg (POW) „Wie wollen wir heute und in Zukunft das franziskanische Charisma in Deutschland leben?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt beim zweiten gemeinsamen „Mattenkapitel“ der Provinz der Franziskaner-Minoriten in Deutschland, der Deutschen Franziskanerprovinz und der Deutschen Kapuzinerprovinz. Rund 70 Ordensleute im Alter von 22 bis 85 Jahren tauschten sich von Donnerstag bis Samstag, 14. bis 16. Oktober, im Würzburger Franziskaner-Minoriten-Kloster über die Geschichte und aktuelle Herausforderungen ihrer Gemeinschaften aus. Das „Mattenkapitel“ sei eine sehr alte Tradition, die auf die Anfänge der franziskanischen Bruderschaft und Franz von Assisi selbst zurückgeht, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Immer zu Pfingsten reisten die Brüder nach Assisi. Da dort nicht genügend Platz war, schliefen sie auf Strohmatten – daher der Name.

Anlass für das Treffen war das Jubiläum „800 Jahre Franziskaner in Deutschland“. Damals machten sich franziskanische Brüder von Italien über die Alpen auf nach Deutschland. Bernd Schmies, Leiter der Fachstelle Franziskanische Forschung in Münster, berichtete über die ersten Jahre in Deutschland: „Das erste Kapitel fand Mitte Oktober 1221 in Augsburg statt.“ Dort hätten sich die Brüder dieselben Fragen gestellt wie die Ordensleute heute: „Haben wir in Deutschland eine Zukunft? Findet unser franziskanisches Leben bei den Menschen Resonanz?“

„Das sind Fragen, die herausfordern, heute wie im Mittelalter“, sagte Schmies. Der Wissenschaftler erläuterte, dass die Aufbrüche vor 800 Jahren vor dem Hintergrund des Wandels in Gesellschaft und Natur stattfanden – etwa der Urbanisierung und einem Klimawandel, schon damals. „Am Aufstieg der Städte hatten die Franziskaner einen wichtigen Anteil. Zum nachhaltigen Erfolg des Franziskanerordens in Deutschland haben also immer sowohl ordenseigene als auch ordensfremde Faktoren beigetragen.“

Im Fokus der Gespräche stand die Frage: „Wie können wir Franziskaner heute und in Zukunft unser franziskanisches Charisma leben?“ Für viele Franziskaner-Minoriten, Franziskaner und Kapuziner stehe fest: Das franziskanische Feuer muss in Arbeit und Gebet brennen – bei jedem individuell, aber auch in der Gemeinschaft. Leben und Wirken der Minderbrüder sollten von Einfachheit und Freude geprägt sein. „Die franziskanische Flamme brennt überall da, wo wir uns wie Franziskus fragen: Was willst Du Herr, was soll ich tun?“, formulierte es ein Teilnehmer. Um das franziskanische Charisma zu entfalten, sei die Begegnung mit Gott ebenso wichtig wie die Begegnung mit der Welt und den Menschen – offen, authentisch und achtsam.

„Wir als Franziskaner sollten auf unsere Spiritualität gucken“, empfahl der in Deutschland geborene Franziskaner-Bischof Bernardo Johannes Bahlmann aus dem Würzburger Partnerbistum Óbidos (Brasilien). Es gelte, auf das vorhandene Vertrauen in den Orden, das in Deutschland noch sehr hoch sei, aufzubauen und vertrauensvoll loszulegen. „Avanti“, zitierte er aus einem Gespräch mit Papst Franziskus: „Auf geht‘s! Macht weiter!“

Bruder Andreas Murk, Provinzialminister der Franziskaner-Minoriten, sagte nach der Veranstaltung: „Das interfranziskanische Mattenkapitel war sehr gelungen, die Chemie in den Begegnungen stimmte. Die Lebendigkeit und das offene Miteinander, das alles hat mich beeindruckt.“ Der Gastgeber im Würzburger Franziskaner-Minoriten-Kloster nimmt konkrete Ideen für eine weitere Zusammenarbeit mit, aber vor allem „die Inspiration des Aufbruchs der ersten Brüder von vor 800 Jahren, deren Lebendigkeit und Mut uns heute noch Vorbild sind“.

Ein positives Fazit zog auch Bruder Cornelius Bohl, Provinzial der Franziskaner. „Wenn wir Franziskaner uns gegenseitig bestärken, vor allem in der Freude an unserer Berufung, dann ist mir vor der Zukunft nicht bange.“ 800 Jahre franziskanisches Leben in Deutschland sieht er als einen Auftrag für die Zukunft. „Wir sollten uns an die Aufgaben machen, die heute dran sind. Legen wir los!“

Bruder Helmut Rakowski, stellvertretender Provinzial der Kapuziner, macht die Geschichte der ersten Brüder in Deutschland Mut. „Franziskaner sehen die Welt mit den Augen Gottes und denken die Dinge vom Rand der Gesellschaft her. Das ist unser Charisma. Es wird in Zukunft immer Menschen geben, die das Ideal des heiligen Franz leben werden.“

(4321/1028; E-Mail voraus)

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