Würzburg (POW) Fünf Frauen und drei Männern hat Weihbischof Paul Reder am Freitagnachmittag, 30. Januar, bei einem Gottesdienst in der Hauskapelle des Würzburger Priesterseminars im Auftrag von Bischof Dr. Franz Jung die Missio canonica für das Lehramt an Gymnasien verliehen. Die kirchliche Erlaubnis, katholischen Religionsunterricht zu erteilen, erhielten die Referendarinnen Corinna Heil, Anna Kopfmüller und Mareike Ziener vom Würzburger Wirsberg-Gymnasium sowie die Referendare beziehungsweise Referendarinnen Chris Brams, Katharina Budjak, Ronja Netsch, Raphael Redolfi und Franz Strauß vom Würzburger Matthias-Grünewald-Gymnasium. Mit der Bevollmächtigung gehe ein sichtbares Zeichen der Aussendung einher: „Die Kirche sendet Sie aus“, sagte Weihbischof Reder. Die Missio sei somit „kein bloßer Verwaltungsakt, sondern Teilhabe an der apostolischen Sendung selbst“.
An dem Gottesdienst nahmen neben Jürgen Engel, Leitender Schulamtsdirektor im Kirchendienst, auch die Seminarlehrer Studiendirektor Peter Herrmann (Matthias-Grünewald-Gymnasium) und Studiendirektorin Elke Obermeier (Wirsberg-Gymnasium), Mentor Dr. Johannes Pfeiff vom Religionspädagogischen Institut der Diözese Würzburg, Dr. Robert Christoph, Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in Unterfranken, Pfarrerin Susanne Wildfeuer, Leiterin des Schulreferates im evangelisch-lutherischen Dekanat Würzburg, sowie Eltern und Freunde der Beauftragten teil.
Weihbischof Reder rief in seiner Predigt die neuen Lehrkräfte auf, ihr Wirken mit Mut und Geduld anzugehen. Im Hinblick auf das Jahresmotto des Bistums und des kommenden Katholikentags in Würzburg – „Hab Mut, steh auf!“ – sagte er: „Gehen Sie mit Mut in den Schulalltag hinaus. Vertrauen Sie geduldig auf die Kraft des Wachstums und der Entwicklung, die Sie fördern und begleiten, aber nicht bewirken oder machen können.“ Ihr Dienst stehe unter dem Segen Gottes, „und indem Sie freudig geben, wächst das Reich Gottes auf geheimnisvolle Weise unter uns“.
Der Weihbischof griff die Worte des Apostels Paulus auf, der im zweiten Brief an die Gemeinde in Korinth schreibt: „Wer kärglich sät, wird auch kärglich ernten; wer mit Segen sät, wird mit Segen ernten.“ Er ermutigte die jungen Lehrkräfte, ihren Glauben im Schulalltag freigebig und mit Freude einzubringen. In Klassenzimmern, in denen zum Teil die Jugendlichen abtauchten oder den Unterricht störten, werde die Fröhlichkeit des Gebens mitunter auf eine harte Probe gestellt. Das Bild von der Saat sei befreiend. Es nehme Lehrenden den Anspruch, alles selbst erreichen zu müssen. „Gott gibt das Saatgut und lässt es wachsen“, erklärte Reder. Die Missio canonica sei deshalb ein Zeichen des Vertrauens, „dass Gott Sie und Ihren Glauben begründet und stärkt, damit Ihr Dienst Frucht bringt – nicht durch eigene Kraft, sondern durch seine Gnade“.
Mit Blick auf das Tagesevangelium vom Wachsen des Reiches Gottes verglich der Weihbischof den pädagogischen Auftrag mit dem Gleichnis vom Senfkorn: unscheinbar, aber voller Wachstumskraft. „Unser Glaube wächst nicht durch laute Propaganda, oder Manipulation, sondern durch unser Vertrauen, dass Gott im Verborgenen und beständig Entscheidendes wirkt, ohne dass wir im Einzelnen sagen können, wie“, betonte der Weihbischof. Religionslehrkräfte streuten Samen des Glaubens in die Herzen der Schülerinnen und Schüler – ohne ihre Entwicklung kontrollieren zu können. Mitunter zeige sich die Wirkung erst Jahre später.
Die Kollekte des Gottesdiensts ging an das Schulprojekt „École de solidarité“ des Matthias-Grünewald-Gymnasiums in Guinea.
mh (POW)
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