Würzburg (POW) Für 45, 40, 35, 30, 25, 20 und zehn Jahre im Dienst als Seelsorger des Bistums Würzburg sind am Samstag, 17. Oktober, 29 Ständige Diakone geehrt worden. Domvikar Dr. Christian Lutz, Bischöflich Beauftragter für den Ständigen Diakonat, feierte mit ihnen in der Kapelle des Priesterseminars und Ausbildungszentrums in Würzburg einen Gottesdienst. Dabei wurde auch der Verstorbenen aus den Jubiläums-Weihejahrgängen gedacht. Diakon Karl Pöppel, geistlicher Begleiter für die Ständigen Diakone, begrüßte die Jubilare und ihre Ehefrauen: „Legen wir unseren Dank in diesen besonderen Tag hinein und feiern wir ihn miteinander.“ Domvikar Lutz wünschte ihnen „alles Gute und Gottes reichen Segen. Jesus hat uns ein Leben in Fülle ans Herz gelegt. Das heißt, dass wir schon in unserer Zeit die Gegenwart Gottes zu den Menschen tragen dürfen.“
Insgesamt können 38 Männer in diesem Jahr auf ihr Weihejubiläum blicken. Vor 45 Jahren empfing Rudolf Haas die Diakonenweihe. Auf 40 Jahre Dienst als Diakon blickten Bernhard Fenn, Wolfgang Ley, Juan-Antonio Puerto y Pintado und Josef Seufert. Vor 35 Jahren empfingen Michael Balbach, Gerhard Gabel, Walter Konrad, Hans-Georg Mager, Franz Mahlmeister und Walter Servatius die Weihe. Vor 30 Jahren wurden Josef Eberhorn, Karl-Heinz Fromkorth, Manfred Griebel, Gregor Groß, Hartwig Koch, Jose-Pierre Mambu Mbuku, Heribert Ranff, Ludwig Stauner und Arno Wehner zum Diakon geweiht. Das Silberne Jubiläum ihrer Diakonenweihe begingen Michael Bäuerlein, Artur Eisenacher, Franz Gentil, Markus Giese, Peter Hartlaub, Martin Hünnerkopf, Alois Kern und Michael Prokschi. Im Jahr 2006 empfingen Raban Hirschmann, Martin Höfer, Dr. Norbert Kandler, Jörg Kornacker, Günter Scheurich, Andreas Wohlfahrt und Walter Ziegler die Diakonenweihe. Seit zehn Jahren sind Thomas Braun, Franz Huth und Michael Staskiewitz Diakone.
Im Tagesevangelium sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Macht euch keine Sorgen, wie ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt!“ Diesen Satz stellte Domvikar Lutz an den Beginn seiner Predigt. „Wie oft steckten Sie in all den Jahrzehnten in Situationen, in denen Sie eben nicht vorher wussten, was Sie sagen sollten?“, wandte er sich an die Jubilare. Der Diakon stehe an den Bruchstellen des Lebens – am Krankenbett, in der Trauerbegleitung, in der Obdachlosen- und Caritasarbeit, oder auch im Gespräch mit Menschen, die mit der Kirche längst gebrochen haben. In solchen Momenten helfe kein theologisches Lehrbuch, sondern nur Präsenz.
Der heilige Ignatius von Antiochien, dessen Gedenktag an diesem Tag begangen wurde, habe im Angesicht seines Märtyrertodes in seinen Briefen das „tiefe Vertrauen“ ausgedrückt, dass der Geist Gott gerade im Aufbruch und in der Bedrängnis wirke. Als einer der ersten großen Denker der Kirche habe er das diakonische Amt und die Verbindung von Liturgie und Leben beschrieben, sagte Lutz. „Für ihn war die Einheit der Kirche um den Altar herum niemals Selbstzweck. Sie diente dazu, dass die Liebe Christi untereinander sichtbar wird.“
Die heute versammelten Diakone hätten das Erbe des Ignatius in den vergangenen Jahrzehnten auf „ganz persönliche Weise“ fortgeschrieben. Die Weihe zum Diakon sei kein Ehrenamt mit Stola, sondern eine existenzielle Prägung: „Der Diakon steht mitten in der Spannung zwischen Altar und Welt.“ Ihr Dienst sei geprägt gewesen vom täglichen Spagat zwischen Familie, Zivilberuf und dem Dienst am Altar. Er dankte ihnen für ihr „jahrzehntelanges, mutiges, treues und oft so herrlich unaufgeregtes Zeugnis“. Auch im Auftrag von Bischof Dr. Franz Jung dankte und gratulierte er den Männern zu ihrem Jubiläum.
Im Namen der Diözesanleitung überbrachte Ordinariatsrat Robert Hambitzer, Leiter der Hauptabteilung Personal, den Ständigen Diakonen den Dank für ihren langjährigen Einsatz und überreichte jedem Einzelnen ein Dankesschreiben des Bischofs sowie eine Engelsfigur. „Heute ist ein Tag, um innezuhalten und sich bewusst zu machen, was in den vergangenen Jahrzehnten gewachsen ist, was Sie bewirkt haben und wie viele Menschen Sie auf ihrem Lebens- und Glaubensweg begleitet haben. Sie haben dazu beigetragen, dass Kirche konkret erfahrbar wird.“ Kirche werde durch Menschen lebendig, die den Glauben im Alltag sichtbar machen und Menschen begleiten, wenn es schwierig wird. Er wünschte den Jubilaren weiterhin Freude am Dienst, Kraft für die anstehenden Aufgaben, Gesundheit und viele bereichernde Begegnungen.
Der Dienst als Diakon habe bis in das Familienleben, die Freizeit und die Gestaltung des Alltags hineingewirkt. Deshalb dankte Hambitzer auch den Ehefrauen der Diakone, die oft zurückgesteckt und auf vieles verzichtet hätten. Sie bekamen jeweils eine weiße Rose überreicht.
An den Gottesdienst schloss sich eine Begegnung an.
sti (POW)
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