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Diözesanrat begrüßt Papst-Ankündigung

Stellungnahme des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Würzburg zum von Papst Franziskus angekündigten weltkirchlichen Beratungsprozess „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Partizipation und Mission“ – „Der Erfolg des weltweiten Dialogprozesses wird davon abhängen, ob echte demokratische Beteiligungsformen gefunden werden“

Würzburg (POW) Der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Würzburg freut sich darüber, dass Papst Franziskus die für Oktober 2022 geplante Bischofssynode unter ausdrücklicher Beteiligung der Ortskirchen und der Laien zu einem zweijährigen Prozess ausbauen möchte. „Als Vorstand des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Würzburg begrüßen wir es ausdrücklich, dass Papst Franziskus einen Zukunftsplan für die Kirche entwickeln will und dabei nicht nur die Bischöfe, sondern explizit Laien und die Kirchen vor Ort einbeziehen will“, heißt es in einer am Sonntag, 23. Mai, veröffentlichten Stellungnahme von Diözesanratsvorsitzendem Dr. Michael Wolf und seinen beiden Stellvertretern Lucia Stamm und Ralf Sauer.

In dem angekündigten Beratungsprozess „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Partizipation und Mission“ sehe der Diözesanrat eine Aufforderung an alle Getauften zur Mitwirkung an der Entwicklung der Weltkirche. Papst Franziskus will diesen Prozess bereits im Oktober eröffnen. Direkt im Anschluss soll weltweit in allen Diözesen in einen Dialogprozess eingetreten werden.

„Auch wenn uns als Diözesanratsvorstand ein deutschlandweit koordiniertes Vorgehen wichtig und sinnvoll erscheint, so ist zunächst jede Diözese selbst gefragt und gefordert. Wir werden versuchen, hierzu baldmöglichst mit Bischof Dr. Franz Jung, dem Diözesanpastoralrat und dem Priesterrat ins Gespräch zu kommen. Der Erfolg des neuen weltweiten Dialogprozesses wird in starkem Maße davon abhängen, ob echte demokratische Beteiligungsformen gefunden werden. Es darf nicht zu einer Placebo-Beteiligung kommen“, betont der Diözesanrat.

Eine Herausforderung werde die Integration laufender Prozesse mit diesem neuen Dialogprozess sein. „Er muss mit dem vor 1,5 Jahren in Deutschland begonnenen ‚Synodalen Weg‘ und unserem eigenen Würzburger Zukunftsprozess ‚Gemeinsam Kirche sein – Pastoral der Zukunft‘ in ein fruchtbares Miteinander verzahnt werden“, erklärt der Diözesanrat.

Wie auch der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, sehe es der Würzburger Diözesanrat als ein bestätigendes Zeichen, dass Papst Franziskus den Titel des deutschen Reformprozesses verwendet. „Gelegentlich geäußerte Befürchtungen, wir würden in Deutschland eine Spaltung vorbereiten oder ständen nicht in Übereinstimmung mit der Weltkirche, erweisen sich spätestens jetzt als gegenstandslos.“

Der im Dezember 2019 begonnene deutschlandweite Diskussionsprozess basiere auf Grundsätzen, die Papst Franziskus nun auch für die Weltkirche definiere, wie beispielsweise die Diskussion von Klerikern und Laien auf Augenhöhe, die Dezentralität und die Offenheit der besprochenen Themen. „Uns ist es wichtig, dass dieser Prozess, der ja durch die Missbrauchsvorfälle in Deutschland initiiert wurde, wie geplant weitergeführt wird.“

Weiter begrüßt es der Diözesanrat, dass Papst Franziskus keine inhaltlichen Vorgaben mache und die Themen „auf dem Weg“ gefunden werden sollen. Das ermögliche dem Gesamtprozess, die weltkirchlichen, aber doch auch immer lokalen Aufgabenstellungen zu erkennen und Lösungen zu erarbeiten. „Uns ist eine umfassende Beteiligung aller Getauften und Interessierten unseres Bistums wichtig. Neben gemeinsamem Gebet müssen Versammlungen und Diskussionen, bei denen alle Beteiligten gleichberechtigt und ohne inhaltliche Beschränkung zu Wort kommen, zentrale Elemente sein. Es muss ein synodaler Weg aller werden“, fordert der Diözesanrat. Durch diesen könnten die Menschen lernen, zeitgemäß über Gott und den Glauben zu sprechen. „Für uns ist es dabei unabdingbar, die Relevanz unseres Glaubens für unsere Gesellschaft zur Sprache zu bringen und auch in gesellschaftlichen Debatten wie beispielsweise um Gerechtigkeit, Klimaschutz, Frieden, Migration, Ehe und Familie, Sterbehilfe oder die Auswirkungen der Coronapandemie unsere Sichtweise zu vertreten.“

Damit sich alle Beteiligten ernst genommen fühlten und der neue weltweite Prozess erfolgreich sei, werde es neben der inhaltlichen Breite Schritte kirchlicher Demokratisierung geben müssen, die sich mittelfristig auch kirchenrechtlich niederschlagen, betont der Diözesanrat. „Wir hoffen, dass im Vorfeld der für 2023 angekündigten Weltbischofssynode die Synodenordnung zu mehr demokratisch strukturierten Prozessen hin geändert wird. Es braucht Formen der Beschlussfassung, die die breite Partizipation des Gesamtprozesses spiegeln.“

Weitere Informationen zum Diözesanrat der Katholiken im Internet.

(2121/0506; E-Mail voraus)

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