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Domkapitel erstellt eine Kandidatenliste

Gespräch mit Dompropst Weihbischof Ulrich Boom zum Vorgehen nach der Emeritierung des Bischofs und zur Bestellung eines Nachfolgers

Würzburg (POW) Papst Franziskus hat am Montag, 18. September, um 12 Uhr das Rücktrittsgesuch von Bischof Dr. Friedhelm Hofmann angenommen. Dieser hatte den Rücktritt gemäß den Vorgaben des Kirchenrechts vor seinem 75. Geburtstag eingereicht. Wie es im Bistum Würzburg jetzt weitergeht und welche Aufgaben dem Domkapitel in der Vakanzzeit zukommen, beschreibt Dompropst Weihbischof Ulrich Boom im folgenden POW-Interview.

POW: Wie wird die Nachfolge von Bischof Dr. Friedhelm Hofmann geregelt?

Weihbischof Ulrich Boom: Das kirchliche Gesetzbuch Codex Iuris Canonici (CIC) legt fest, dass bei Vakanz des Bischofsstuhls die Leitung des Bistums bis zur Bestellung des Diözesanadministrators auf den dienstältesten aktiven Weihbischof übergeht. Innerhalb von acht Tagen nach der Kenntnisnahme von der Vakanz des Bischöflichen Stuhles hat das Konsultorenkollegium, das ist in Deutschland das Domkapitel, einen Administrator zu wählen. Dieser hat die Diözese bis zur Amtseinführung des neuen Bischofs zu leiten.

POW: Welche weiteren Aufgaben hat das Würzburger Domkapitel?

Weihbischof Boom: In den Statuten des Domkapitels Würzburg ist bezüglich der Vakanz des Bischöflichen Stuhles vorgeschrieben: Bei Erledigung des Bischöflichen Stuhles von Würzburg unterbreitet das Domkapitel gemäß dem Bayerischen Konkordat dem Heiligen Stuhl in Rom – das erfolgt konkret über den Apostolischen Nuntius – unverzüglich eine Liste von Geistlichen, die für das Bischöfliche Amt würdig und für die Leitung der Diözese geeignet sind. Das Domkapitel übernimmt in der Zeit der Vakanz des Bischöflichen Stuhles die Aufgaben des Priesterrates.

POW: Wer macht weitere Vorschläge für die Bestellung eines Bischofs?

Weihbischof Boom: Das Domkapitel ist ebenso wie die Bischöfe der Freisinger Bischofskonferenz verpflichtet, dem Apostolischen Stuhl alle drei Jahre geeignete Priester für das Bischofsamt zu benennen. Auch aus diesen so genannten Triennallisten kann der Papst einen neuen Bischof ernennen. Die Vorschläge auf der frisch erstellten Vakanzliste wird der Heilige Stuhl aber besonders berücksichtigen.

POW: Haben nur ein paar wenige „Auserwählte“ die Möglichkeit, Vorschläge einzureichen?

Weihbischof Boom: Keineswegs ist es nur ein Kreis von ausgewählten Klerikern, der ein Mitspracherecht hat. Wenn ein Bischof zu ernennen ist, können dem Nuntius immer auch Namen von Priestern und Laien, Männern und Frauen mitgeteilt werden, die die nötige Kenntnis und ein gutes Urteil haben, um sie zu befragen. Ich halte allerdings nichts davon, über eine Bischofsernennung in einem Gremium abzustimmen. Es zeigt sich, dass durch das aktuell gültige Verfahren ganz unterschiedliche Persönlichkeiten zum Zug kommen. Diese Vielfalt ist ein Segen für die Kirche.

POW: Wie sehen Sie als Dompropst die Möglichkeit, dass viele beteiligt werden?

Weihbischof Boom: Es ist ein langwieriger Prozess, die derzeitige Regelung zu ändern. Etwas Derartiges kann nicht für die aktuelle Vakanz eigenmächtig von einer Diözese vorgenommen werden – auch schon aufgrund des Bayerischen Konkordats nicht. Dennoch wird kein Mitglied des Domkapitels es zurückweisen, wenn bei der Kandidatenfindung für das Bischofsamt Anregungen von Priestern und Laien mitgeteilt werden. Es gab und gibt unterschiedliche Regelungen in der Weltkirche. Gegenseitiges Vertrauen ist für eine gute Leitung unabdingbar. Das Miteinander und das Vertrauen sind zu fördern.

POW: Das Interesse an der Bestellung des neuen Bischofs ist groß.

Weihbischof Boom: Die Mitbrüder im Domkapitel sind sich bewusst, dass sie das Ganze der Diözese im Auge haben müssen, wenn sie die wichtige Vorschlagsliste für einen neuen Bischof erstellen und dem Apostolischen Stuhl unterbreiten. Ich bitte um das Gebet der Mitbrüder und der Gläubigen im gesamten Bistum bei diesem Dienst des Domkapitels an der Kirche von Würzburg.

POW: Wie stehen Sie zu Spekulationen im Vorfeld der Ernennung?

Weihbischof Boom: Von Spekulationen halte ich gar nichts. Diskretion ist in diesem Zusammenhang Hilfe und Schutz. Durch Gerede entstehen oft Verletzungen, wenn wir Kandidaten für das Bischofsamt oberflächlich ins Gespräch bringen. Entscheidend ist, dass wir in der Vakanz für einen guten Bischof beten.

  Interview: Markus Hauck (POW)

(3817/1000; E-Mail voraus)                                                   

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