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Drei Veränderungen im Domkapitel

Domvikare Dr. Matthias Leineweber und Dr. Christian Lutz ab 9. Dezember Domkapitulare – Bischof ernennt Hochschulpfarrer Burkhard Hose zum Domvikar

Würzburg (POW) Die Domvikare Dr. Matthias Leineweber (64) und Dr. Christian Lutz (51) sind ab dem 9. Dezember neue Domkapitulare an der Kathedralkirche zu Würzburg. Das gab Bischof Dr. Franz Jung am Donnerstag, 29. Oktober, in Würzburg bekannt. Zudem ernannte er nach Anhörung des Domkapitels mit Wirkung vom 9. Dezember Hochschulpfarrer Burkhard Hose (59), Hochschulreferent und Co-Leiter des Sachgebiets Hochschulseelsorge, zum Domvikar.

Domvikar Lutz, Subregens des Priesterseminars Würzburg, Mitarbeitender Priester in der Arbeitsgemeinschaft Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung sowie Bischöflicher Beauftragter für die Ständigen Diakone, wurde am 27. Oktober zum Domkapitular gewählt. Bischof Jung bestätigte daraufhin die Wahl des Domkapitels. Gleichzeitig ernannte er nach Anhörung des Domkapitels Domvikar Leineweber, Ordensreferent, Rektor der Marienkapelle, Priester in der Schulpastoral an der Sankt-Ursula-Schule Würzburg und Geistlicher Begleiter der Gemeinschaft Sant’Egidio, zum Domkapitular. Die Einführung der drei Priester in ihre neuen Aufgaben erfolgt am Mittwoch, 9. Dezember. Dompropst Weihbischof Paul Reder steht dem Gottesdienst im Kiliansdom um 9 Uhr vor.

Die Neubesetzungen waren nötig geworden, nachdem die Domkapitulare Dr. Helmut Gabel und Thomas Keßler gemäß den Statuten des Domkapitels altersbedingt den Verzicht auf ihre Stelle angeboten hatten und Bischof Jung die Resignationen zum 30. Juni 2025 beziehungsweise zum 31. August 2025 annahm. Gabel gehörte dem Domkapitel seit 2001 an, Keßler seit 2015. Domvikar Paul Weismantel, seit 1992 Domvikar, war 2026 altersbedingt ausgeschieden.

Dr. Christian Lutz ist Subregens des Priesterseminars Würzburg, Mitarbeitender Priester in der Arbeitsgemeinschaft Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung sowie Bischöflicher Beauftragter für die Ständigen Diakone. Lutz wurde 1975 in Würzburg geboren und stammt aus Gerbrunn. Nach dem Abitur am Würzburger Riemenschneider-Gymnasium trat er 1997 in das Würzburger Priesterseminar ein. Im Anschluss an das Theologie-Vordiplom im Jahr 1999 schickte Bischof Dr. Paul-Werner Scheele ihn nach Rom ans Germanicum und zum Studium an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Sein Pastoralpraktikum absolvierte Lutz 2002 in Werneck. Am 20. September 2003 empfing er durch Weihbischof Helmut Bauer die Diakonenweihe in Würzburg. Im gleichen Jahr nahm er in Rom das Spezialstudium in Dogmatik an der Gregoriana auf. Der Erfurter Bischof Dr. Joachim Wanke weihte Lutz am 10. Oktober 2004 in der römischen Kirche Sant’Ignazio zum Priester. Danach schrieb Lutz seine Lizentiatsarbeit, die sich mit der Wissenschaftstheorie des US-amerikanischen Theologen Avery Dulles beschäftigt. 2005 kehrte er in das Bistum Würzburg zurück und war bis 2007 Kaplan in der Pfarreiengemeinschaft Traustadt, Bischwind, Donnersdorf und Pusselsheim. Im September 2007 wechselte er wieder nach Rom, wo er am 20. November 2009 den Doktortitel der Theologie mit der Arbeit „Theologie in der Kirche. Eine Untersuchung der methodologischen Grundlagen der Theologie und des Verständnisses der Katholizität der Kirche bei Avery Kardinal Dulles und bei Leo Kardinal Scheffczyk“ erwarb. Von Dezember 2009 bis Februar 2010 nahm Lutz vorübergehend einen Seelsorgsauftrag in Fladungen wahr. 2010 wurde er Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft „Sankt Martin Miltenberg-Bürgstadt“. In seiner Freizeit habilitierte Lutz sich ab 2012 bei Jesuitenpater Professor Dr. Michael Sievernich an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main im Fach Pastoraltheologie. Seine 2018 erschienene Habilitationsschrift trägt den Titel „Firmung Jugendlicher im interdisziplinären Diskurs. Theologie – Ritual – Empirie“. 2014 wurde Lutz Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Theres. Ab 2021 war er auch Dekan des Dekanats Haßberge. Ab 2022 war er Teampfarrer im Pastoralen Raum Haßberge West, ab 2024 auch Moderator. 2025 wurde er Subregens und Bischöflicher Beauftragter für den Ständigen Diakonat sowie Mitarbeitender Priester in der AG Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung. Seit 2025 ist er zudem Domvikar.

Dr. Matthias Leineweber ist Ordensreferent des Bistums, Rektor der Marienkapelle, Priester in der Schulpastoral an der Sankt-Ursula-Schule Würzburg und Geistlicher Begleiter der Gemeinschaft Sant’Egidio. Leineweber wurde 1962 in Nesselröden bei Göttingen geboren. Nach dem Theologiestudium in Würzburg und Rom weihte ihn Bischof Dr. Paul-Werner Scheele am 27. Februar 1993 in Würzburg zum Priester. Anschließend war Leineweber Kaplan in Würzburg-Versbach. Im September 1993 wurde er Kaplan in Würzburg-Heiligkreuz und 1998 dort Pfarrer. Ab 1996 übernahm er zudem die Aufgabe des Geistlichen Begleiters der Gemeinschaft Sant’Egidio, von 1998 bis 2010 war er außerdem Caritaspfarrer im Dekanat Würzburg-Stadt. Im Jahr 2000 wurde er auch zum Pfarrer von Würzburg-Sankt Elisabeth ernannt. Die Pfarreien Heiligkreuz und Sankt Elisabeth bilden seit 2007 die Pfarreiengemeinschaft „Heiligkreuz und Sankt Elisabeth, Würzburg“. 2000 wurde er zudem Mitglied im Caritasrat des Diözesan-Caritasverbands Würzburg. 2008 gab er die Leitung der Pfarreiengemeinschaft ab und wurde teilweise zur Fertigstellung seiner Dissertation freigestellt. Ab dem Schuljahr 2009/2010 war Leineweber als Religionslehrer und Schulseelsorger an der Sankt-Ursula-Schule in Würzburg tätig. 2010 wurde er auch zum Leiter der Gefängnisseelsorge in der Justizvollzugsanstalt Würzburg und Schweinfurt ernannt. Von der Aufgabe als Leiter der Gefängnisseelsorge wurde er 2014 entpflichtet. Leineweber war Synodale beim Synodalen Weg, dem gemeinsamen Gesprächsprozess von Deutscher Bischofskonferenz und Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Seit 2021 ist er Rektor der Würzburger Marienkapelle. Im gleichen Jahr wurde er zum stellvertretenden Dekan des Dekanats Würzburg gewählt. Von 2022 bis 2023 war er vorübergehend auch Pfarradministrator der Pfarreiengemeinschaft „Sankt Sebastian, Heuchelhof und Sankt Josef, Rottenbauer“ sowie in 2025 der Pfarreiengemeinschaft „Heidingsfeld und Sankt Bruno“ im Pastoralen Raum Würzburg Süd-West. Seit Juli 2025 ist Leineweber Domvikar. Im gleichen Jahr wurde er als Religionslehrer an der Sankt-Ursula-Schule entpflichtet. Seine Beauftragung zur Mitarbeit im Urbanen Raum Würzburg endete mit der Übernahme der Aufgabe als Ordensreferent im Jahr 2026. Leineweber ist  eines von 27 durch das ZdK benannten Mitglieder für eine künftige Synodalkonferenz.

Burkhard Hose ist Pfarrer der Katholischen Hochschulgemeinde Würzburg und Hochschulreferent des Bistums Würzburg. Hose wurde 1967 in Hammelburg geboren. Nach dem Abitur studierte er Theologie in Würzburg und Luzern. Bischof Dr. Paul-Werner Scheele weihte ihn am 29. Januar 1994 im Würzburger Kiliansdom zum Priester. Als Kaplan wirkte Hose in Kirchlauter und Kitzingen-Sankt Johannes. Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Biblische Einleitungswissenschaft an der Universität Würzburg war er von 1998 bis 2004. Zusätzlich übernahm er 2003 die Aufgabe des Diözesanleiters des Katholischen Bibelwerks Würzburg. 2004 wurde er zum Geistlichen Religionslehrer an der Sankt-Ursula-Schule Würzburg und zum Akademikerseelsorger in der Diözese Würzburg ernannt, 2008 wechselte er als Hochschulpfarrer in die Katholische Hochschulgemeinde. 2014 wurde Hose für sein zivilgesellschaftliches Engagement mit dem Würzburger Friedenspreis ausgezeichnet. Er ist Sprecher im Ombudsrat, der unabhängigen Antidiskriminierungsstelle in Würzburg, und beratendes Mitglied im Ausländer- und Integrationsbeirat der Stadt Würzburg. Seit 2008 ist Hose katholischer Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, seit 2023 außerdem Bischöflicher Beauftragter für den jüdisch-christlichen Dialog. 2025 ernannte ihn der Bischof zum Hochschulreferenten.

Stichwort: Domkapitel

Die Besetzung der Kanonikate, der Sitze im Domkapitel, an der Würzburger Kathedralkirche geschieht im Wechsel mittels freier Übertragung durch den Bischof von Würzburg nach Anhörung des Domkapitels oder durch Wahl des Domkapitels mit Bestätigung des Bischofs. Bei den jüngsten Neubesetzungen im Würzburger Domkapitel wählte zunächst das Domkapitel und der Bischof bestätigte diese Wahl. Im Anschluss ernannte der Bischof nach Anhörung des Domkapitels. Für die Aufgabe eines Domkapitulars geeignet ist nach dem Kirchenrecht nur ein Priester, der sich durch Rechtgläubigkeit und unbescholtenen Lebenswandel auszeichnet und seinen Dienst in lobenswerter Weise ausgeübt hat. Das Domkapitel hat die Aufgabe, an den feierlichen Gottesdiensten im Dom zu Würzburg mitzuwirken sowie nach Maßgabe des Rechts in der Verwaltung der Diözese Würzburg Leitungsaufgaben zu übernehmen. Vorsitzender des Domkapitels ist der Dompropst. Nachdem der Bischof den neuen Domkapitular ernannt oder seine Wahl bestätigt und ihn in die Kapitelsstelle eingewiesen hat, nimmt ihn der Dompropst in das Domkapitel auf. Danach erhält der neue Domkapitular seinen Platz im Chorgestühl des Kiliansdoms.

Jeder Domkapitular fungiert als Rat des Bischofs und hat Sitz und Stimme in der Ordinariatssitzung, im Allgemeinen Geistlichen Rat. Weiterhin ist das Domkapitel das Konsultorenkollegium der Diözese und deshalb insbesondere an der Verwaltung des Diözesanvermögens beteiligt. Bei Erledigung des Bischöflichen Stuhls übermitteln die Mitglieder des Domkapitels dem Heiligen Stuhl unmittelbar eine Liste von Priestern, die für das bischöfliche Amt würdig und für die Leitung der Diözese geeignet sind, und wählen einen Diözesanadministrator. In ihrer Kleidung heben sich Domkapitulare von anderen Priestern ab. Die Domherrenkleidung besteht aus Talar und Zingulum, Rochett, Mozetta und Birett sowie dem Domkapitelszeichen. Dieses ist ein goldenes Kreuz, das auf der einen Seite das Bildnis des heiligen Kilian, auf der anderen Seite das Bildnis des heiligen Andreas zeigt. Es bleibt Eigentum des Domkapitels und geht nach dem Tod des Domkapitulars wieder an das Domkapitel zurück.

In Würzburg besteht das Domkapitel aus Dompropst, Domdekan und acht Kanonikern. Dompropst ist Weihbischof Paul Reder und Domdekan Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran. Domkapitulare sind nach der Einweisung der neuen Mitglieder am 9. Dezember Domkapitular Monsignore Dr. Stefan Rambacher, Domkapitular Christoph Warmuth, Domkapitular Monsignore Clemens Bieber, Domkapitular Albin Krämer, Domkapitular Dekan Stefan Gessner, Domkapitular Armin Haas, Domkapitular Dr. Christian Lutz und Domkapitular Dr. Matthias Leineweber. Domvikare sind Priester, die an einer Kathedrale tätig sind. Sie übernehmen Aufgaben in der Seelsorge, der Liturgie und der Verwaltung und unterstützen das Domkapitel bei seiner Arbeit. Zusammen mit dem neu ernannten Domvikar Burkhard Hose sind das zurzeit Domvikar Ökumenereferent Professor Dr. Petro Müller, Domvikar Vizeoffizial Thomas Drexler und Domvikar Manuel Thomas.

(4526/1233; E-Mail voraus)

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