Würzburg (POW) Am Mittwoch, 13. Mai, beginnt in Würzburg der 104. Deutsche Katholikentag. Im Folgenden beantwortet Dominik Großmann, Referent für die Ausrichtung des Katholikentags, wichtige Fragen rund um die Großveranstaltung (www.katholikentag.de).
Was ist ein Katholikentag überhaupt?
Ein Katholikentag ist ein fünftägiges Festival für Kultur, Politik und Gesellschaft – und natürlich Glaube und Spiritualität.
Muss ich katholisch sein, um teilzunehmen?
Nein, man muss nicht katholisch sein. Jeder und jede ist willkommen, egal ob zweifelnd oder suchend, andere Konfession oder andere Religion.
Was wird geboten?
Es gibt ein buntes Programm mit über 900 Veranstaltungen. Ein Drittel davon ist aus dem Kulturbereich. Dann natürlich Gottesdienste, Bibelwerkstätten, Gebete, aber auch Podiumsdiskussionen zum Thema Politik oder Angebote zu den Lebenswelten Familie, Jugend, Kinder und Senioren.
Wie familienfreundlich ist der Katholikentag?
Der Blick für Familien ist an vielen verschiedenen Stellen da. In der App sind beispielsweise explizit alle Spielplätze in der Stadt ausgewiesen. Der Katholikentag greift auf die Wickelmöglichkeiten zurück, die in der Stadt schon vorhanden sind, beispielsweise im Matthias-Ehrenfried-Haus in der Bahnhofstraße. Es wird eine Kinderbetreuung geben, bei der man für bis zu zweieinhalb Stunden seine Kinder abgeben und dann andere Veranstaltungen besuchen kann. In einer Schule wird zudem eine eigene Familienübernachtung im Gemeinschaftsquartier eingerichtet.
Wurde an Menschen mit Behinderung gedacht?
Es gibt einen Fahrdienst, den man als Mensch mit Behinderung anfragen kann. Das braucht allerdings ein bisschen Vorlauf. Am besten melden sich die Personen bereits im Vorfeld bei der Katholikentags-Geschäftsstelle. Zudem wurde versucht, so viele Veranstaltungsorte wie möglich barrierefrei auszuwählen. Bei allen, bei denen das nicht der Fall ist, ist es in der Katholikentags-App vermerkt. Bei ausgewählten Veranstaltungen sind Gebärdendolmetscher dabei.
Welche Veranstaltungen sind kostenpflichtig und in welche können Interessierte ohne ein Katholikentagsticket gehen?
Vereinfacht gesagt: Alles, was open air an öffentlichen Plätzen in der Stadt stattfindet, ist ohne Ticket zugänglich. Auch alle Gottesdienste – auch in Kirchen – sind ohne Ticket zugänglich. Eine Besonderheit: Die Demokratiekirche in der Marienkapelle am Markt ist indoor und kein Gottesdienst. Dennoch ist sie auch ohne Ticket zugänglich.
Wo komme ich noch kurzfristig an ein Ticket?
Online lässt sich bis zum Samstag, 16. Mai, ein Ticket erwerben. Wer ein analoges Ticket kaufen will, kommt einfach in die Stadt. Es gibt drei Servicepunkte, an denen man Tickets kaufen kann: Einer steht direkt am Hauptbahnhof, einer wird am Oberen Markt und einer wird an der Kirchenmeile an den Mainwiesen stehen. Es gibt auch eine spezielle Abendkarte. Wer sich genau informieren will: katholikentag.de/Karten.
Gibt es zusätzliche Fahrten im Öffentlichen Nahverkehr, um dem erwarteten Besucherandrang gerecht zu werden?
Die Veranstaltungsorte wurden sehr zentral ausgewählt und befinden sich nahezu vollständig innerhalb des „Bischofshuts“, also im Wesentlichen im Innenstadtbereich. Daher ist fast alles zu Fuß gut erreichbar. Trotzdem kann man natürlich auch die Straßenbahn nutzen. Die Straßenbahn wird an allen Tagen im Werktagstakt fahren, das heißt ab 6 Uhr morgens im Zehn-Minuten-Takt beziehungsweise am Samstag ab 9 Uhr. Zudem fahren Sonderzüge aus Kitzingen, Nürnberg, Schweinfurt und Gemünden. Diese werden am Donnerstag und am Sonntag vor allem zu den Großgottesdiensten fahren. Im Katholikentagsticket ist auch ein ÖPNV-Ticket mit eingeschlossen. Dieses gilt an den Veranstaltungstagen für das gesamte NVM-Gebiet (Nahverkehr Mainfranken).
Wer kümmert sich um die medizinische Betreuung?
Beim Katholikentag sind die Malteser aus ganz Deutschland immer stark präsent. Sie stellen Notärzte, Sanitäter, Rettungswägen, Krankenwägen. Es gibt verschiedene Unfallhilfsstellen, die in der Stadt auch sichtbar und erkennbar sind. Zusätzlich laufen die Malteser mit Notfallrucksäcken Streife, und in großen Veranstaltungshallen wird auch immer Sanitätsdienst vor Ort sein
Wie stelle ich mir aus den 900 Veranstaltungen mein Programm zusammen?
Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder man kauft das Programmheft als gedrucktes Exemplar und schmökert es durch. Oder aber man nimmt die digitale Version, entweder auf der Website oder in der App. Darin kann man beispielsweise nach Schlagworten filtern. Man kann tageweise suchen und das Programm auch nach Themen aufgliedern. Wer sich vor allem für die Kulturveranstaltungen interessiert, sucht nach der Kultur und kann dann noch einmal unterteilen, beispielsweise in Musik, Theater, Kabarett, und dann seine Favoriten zusammenstellen. Im digitalen Bereich kann ich diese auch mit einem Sternchen markieren und habe dann quasi automatisch chronologisch sortiert in der App mein persönliches Programm. Gegebenenfalls kann ich noch einmal ausfiltern, wenn ich etwa zwei zeitgleiche Veranstaltungen ausgewählt habe. Darüber hinaus gibt es auch Angebote, die nicht terminlich gebunden sind, zum Beispiel die Kirchenmeile.
Lohnt es, während des Katholikentags auch einfach mal nur durch die Stadt zu laufen?
Auf jeden Fall. Es gibt verschiedene Kulturbühnen, wo einfach Leben sein wird, wo man auch mal stehenbleiben kann. Weniger ist hier sicher mehr. Lieber ganz bewusst auswählen. Eine, zwei, vielleicht drei Alternativen – und dann einfach mal gucken, was rund um einen herum noch so passiert.
Die Fragen stellte Anna-Lena Ils (Radioredaktion des Bistums Würzburg)
(1926/0439; E-Mail voraus)
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