Würzburg (POW) Das Bistum Würzburg setzt ein starkes Zeichen für die Zukunft der schulischen Bildung und Betreuung in der Region: Auf dem Areal des Kilianeums in der Würzburger Ottostraße wird ein moderner Neubau für die katholische Grundschule „Elisabethenheim“ realisiert. Mit dem geplanten Einzug zum Schuljahr 2029/2030 sichert die Diözese den Fortbestand der traditionsreichen Bildungseinrichtung langfristig. Das gaben die Verantwortlichen am Montag, 12. Oktober, bei einer Pressekonferenz im Medienhaus des Bistums Würzburg bekannt.
Auslöser für das Bauprojekt ist das auslaufende Mietverhältnis des bisherigen Schulgebäudes in der Würzburger Bohnesmühlgasse. Das aus dem Jahr 1958 stammende Bestandsobjekt des Vereins Elisabethenheim ist marode und lässt sich wirtschaftlich nicht mehr nachhaltig sanieren. Nach intensiver Vorprüfung von acht potenziellen Alternativstandorten in der Würzburger Innenstadt erwies sich das Gelände des Kilianeums als die mit Abstand beste Lösung.
„Weil Kinder unsere Zukunft sind, schaffen wir Räume und Möglichkeiten, in denen sie sich entwickeln und die Gesellschaft von morgen mitgestalten können“, betonte Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran. „Wir nutzen das auslaufende Mietverhältnis nicht als Vorwand zum Sparen, sondern investieren gezielt in die Weiterführung der christlichen Schultradition.“
Das neue Schulgebäude wird zweizügig für rund 190 Schülerinnen und Schüler konzipiert. Es führt das bewährte pädagogische Profil fort. Dieses legt neben einer verlässlichen Ganztagsbetreuung im Hort von 6.30 bis 18 Uhr einen besonderen Schwerpunkt auf eine christlich-soziale Erziehung und eine enge musikpädagogische Kooperation mit der Würzburger Dommusik.
Der Entscheidung ging ein breiter synodaler Beratungsprozess voraus, wie Ordinariatsrätin Dr. Christine Schrappe, Leiterin der Hauptabteilung Bildung und Kultur, betonte. Über 300 Delegierte im Diözesanrat, Priesterrat, Caritasverband sowie im Diözesanpastoralrat hätten intensiv über die Zukunft der diözesanen Schullandschaft beraten. Im April 2026 stimmte der Diözesanpastoralrat einmütig für den Erhalt und Weiterbetrieb der drei bistumseigenen Schulen. Bischof Dr. Franz Jung schloss sich diesem Votum ausdrücklich an.
Die Baumaßnahme wird von der Diözese Würzburg als Bauherrin in Eigenregie durchgeführt. Ordinariatsrat Gerald Düchs, Leiter der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien, erklärte: „Die Finanzierung des Neubaus ist durch entsprechende Rücklagen im Vermögenshaushalt gesichert. Wir rechnen mit einer Bausumme im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.“ Gemäß dem Bayerischen Schulfinanzierungsgesetz wird das Projekt durch den Staat mit rund 50 Prozent gefördert. Die UNESCO-Weltkulturerbe-Kommission hat der Maßnahme aufgrund der Nachbarschaft zur Würzburger Residenz bereits zugestimmt.
Der Neubau macht den Abriss eines über 50 Jahre alten, sanierungsbedürftigen Beton-Anbaus (des sogenannten „E-Baus“) im hinteren Teil des Kilianeum-Geländes erforderlich. In diesem Trakt ist auch die bisherige Jugendkirche untergebracht. Als Ersatz wird im bisherigen „Café Domain“ ein neuer Multifunktionsraum für spirituelle und liturgische Feiern entstehen. Parallel zum Schulneubau führt das Bistum energetische Sanierungen an Fenstern, Fassade und Dach des Kilianeum-Hauptgebäudes durch Besonders im Blick ist dabei auch der Schallschutz.
Mit der Realisierung knüpfe das Kilianeum an seine historische Tradition an, hieß es bei der Vorstellung des Projekts: Über Jahrzehnte hinweg diente das Gelände als Internat und schaffte Lern- und Lebensraum für junge Menschen. Projektleiter Jürgen Engel, langjähriger Leiter der Abteilung Schule und Hochschule, blickte positiv auf die Planungen: „Die hohe Nachfrage seitens der Eltern und die doppelt so hohe Zahl an Anmeldungen wie verfügbaren Plätzen bestärken uns in diesem Schritt. Wir schaffen hier einen zukunftsfähigen Lernort mitten in Würzburg.“
Auch Domkapellmeister Alexander Rüth erklärte, der Schulneubau sei ein wichtiges Signal: „Eine intensivierte Kooperation zwischen Dommusik als außerschulische Bildungsträgerin und der Grundschule ‚Elisabethenheim‘ mit musikpädagogischem Schwerpunkt ist sowohl eine Bereicherung für das Schulprofil als auch für die Nachwuchsgewinnung von Sängerinnen und Sängern für die Dommusik von immenser Bedeutung für die Zukunftssicherung.“
mh (POW)
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