Würzburg (POW) Auf großes Interesse ist beim 104. Deutschen Katholikentag die Moscheeführung bei der ältesten islamischen Gemeinde Würzburgs in der Erthalstraße gestoßen. Gut 70 Interessierte kamen am Samstag, 16. Mai, in die Moschee und wollten mehr wissen über diese Religion und das Leben der Muslime in Deutschland. Die Gemeinde dort gehört dem Verband Islamischer Kulturzentren an (VKIZ).
Nachdem die Besucher am Eingang ihre Schuhe ausgezogen hatten, nahmen sie auf dem weichen Teppich des Gebetsraumes Platz. Emre Kaya, stellvertretender Vorsitzender des Integrations-, Kultur- und Bildungsvereins in Würzburg und zugleich stellvertretender Sprecher des Würzburger Moscheen-Bündnisses, gab einen kurzen Einblick in die wichtigsten Eigenheiten des muslimischen Glaubens. So ging er beispielsweise kurz auf die Entstehungsgeschichte des Islam ein, erklärte die fünf Säulen des Islam vom Glaubensbekenntnis bis zur Pilgerfahrt nach Mekka und Elemente der Glaubenspraxis wie die rituellen Waschungen vor dem Gebet oder das Fasten.
„Die Vernetzung mit den anderen Religionsgemeinschaften hier in der Stadt ist wunderbar“, antwortete Kaya auf die Frage nach der interreligiösen Zusammenarbeit. Es gebe in enger Abstimmung mit der Stadt Würzburg regelmäßige Treffen zum Austausch und gegenseitiger Information. „Wir Muslime werden in Würzburg tatsächlich gesehen und anerkannt und versuchen auch, einiges zurückzugeben“, sagte Kaya. Würzburg sei bislang in Deutschland auch die einzige Stadt, in der es gelungen sei, mit den fünf ansässigen Islamgemeinden ein gemeinsames Gremium zu entwickeln, das im Namen aller Muslime sprechen kann. Was sich noch verbessern könnte? Kaya erklärte, dass auch seine Glaubensgeschwister ihren Teil leisten müssten, damit das Zusammenleben der Religionen gelinge. „Wir können nicht immer nur Toleranz erwarten und selber keine geben“, sagte Kaya. Dazu gehöre auch, sich selbst auf den Weg zu machen, um die anderen Religionsgemeinschaften kennenzulernen. Das habe auch das Würzburger Moscheenbündnis im Blick.
Für die Gäste waren die eineinhalb Stunden in der Moschee auf jeden Fall erhellend. Die Offenheit, mit der Kaya den vielen Fragen begegnete, die im Anschluss an den Vortrag noch gestellt wurden, kam sehr gut an. „Es ist wichtig, dass man sich über das, was man nicht kennt, informiert und dadurch Vorurteile abgebaut werden“, zog einer der Teilnehmer für sich das Fazit. Und eine Würzburgerin erklärte: „Ich wusste bis heute Morgen nicht, dass hier eine Moschee ist, obwohl ich an der Straße immer vorbeigehe.“
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(2126/0514; E-Mail voraus)
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