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Buch-Tipp

Einblicke in ein theologisches Programm

Buch mit Aufsätzen und Beiträgen aus 30 Jahren akademischer Tätigkeit des verstorbenen Kirchenhistorikers Franz Dünzl

Würzburg (POW) Anlässlich des 60. Geburtstags des vor zwei Jahren verstorbenen Kirchenhistorikers Professor Dr. Franz Dünzl (1960-2018) haben Dr. Johannes Pfeiff, Dr. Daniel Greb und Michael Bußer ein Buch mit Aufsätzen und Beiträgen aus den 30 Jahren akademischer Tätigkeit Dünzls herausgegeben. Sie zeichnen ein Bild davon, wie Dünzl, langjähriger Inhaber des Würzburger Lehrstuhls für Kirchengeschichte des Altertums, christliche Archäologie und Patrologie, Theologie verstanden, gelehrt und gelebt hat. Der Band aus der Reihe „Würzburger Theologie“ (WTh) ist im Echter-Verlag Würzburg erschienen und Franz Dünzl als Gedenkschrift gewidmet.

Für den aus Regensburg stammenden Kirchenhistoriker war es ein wesentliches Ziel, die Geschichtlichkeit des christlichen Glaubens verstehbar zu machen. „Diese Geschichtlichkeit prägt alle Lebensäußerungen des Christentums, sei es Glaube und Ethik, Verfassung und Recht oder Liturgie und Pastoral. Dabei war der Blick auf das Vergangene zugleich auch ein Blick nach vorne, ins Jetzt“, schreiben die Herausgeber. Bei der Wahrnehmung der geschichtlichen Ereignisse aus ihren jeweiligen Bezügen heraus gehe es immer auch darum, sie zu den Fragen, Träumen und Sehnsüchten der Gegenwart in Beziehung zu setzen.

Das Verständnis von Alter Kirchengeschichte, das Dünzl in seiner bisher unveröffentlichten Antrittsvorlesung beschreibt, diene als Fundament und Ausgangspunkt des vorliegenden Sammelbandes. In dieser Vorlesung wird die Historische Theologie zwischen Geschichtswissenschaft und Theologie verortet, woran sich die ersten beiden Bereiche dieses Buches orientieren.

Zunächst werden unter dem Gesichtspunkt der „Geschichtswissenschaft“ vor allem diejenigen Aufsätze geführt, die sich „klassisch“ historischen Themen widmen, wie der Entstehung des kirchlichen Bußverfahrens, Kaiser Konstantin oder der Geschichte als Gegenstand der Theologie. Im Abschnitt „Theologie“ finden sich neben zwei Schriften zu Dünzls Forschungsschwerpunkt Gregor von Nyssa auch ein Aufsatz zu Spuren theologischer „Aufklärung“ bei Irenäus von Lyon und ein Beitrag zum frühchristlichen Anachoretentum und seiner Spiritualität. Im abschließenden Kapitel „Impulse für heute“ zeigt sich das Postulat Dünzls, die Fragen der Gegenwart zu den Erkenntnissen aus der Vergangenheit in Beziehung zu setzen.

„Geschichte wird dann lebendig und erfahrbar, wenn dem eigenen Geschichtsbild Tiefenschärfe verliehen wird, historische Entwicklungen aus ihren jeweiligen Bedingungen verstanden und die so gewonnenen Erkenntnisse mit der Gegenwart in Beziehung gesetzt werden – das ist das Erbe des ‚theologischen Programms‘ von Franz Dünzl“, betonen die Herausgeber.

Michael Bußer, Daniel Greb, Johannes Pfeiff (Hg.): Geschichtlichkeit als religiöses Existenzial. Gedenkschrift für Franz Dünzl (1960-2018). Reihe: Würzburger Theologie, Band 17. Echter-Verlag, Würzburg 2020, 460 Seiten, 29 Euro, ISBN 978-3-429-05534-9.

(3820/0926; E-Mail voraus)

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