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Eine Heimat für viele

Bischof Dr. Franz Jung besucht den Heimathof Simonshof der Caritas – Schutz und Betreuung für Wohnsitzlose

Bastheim (POW) Playmobil, Mundart und ein Glaubenszeugnis: Vielfältige Eindrücke vom Leben und Arbeiten der Menschen auf dem Heimathof Simonshof bei Bastheim im Landkreis Rhön-Grabfeld hat Bischof Dr. Franz Jung bei seinem Besuch am Donnerstag, 20. Dezember, gesammelt. Wenige Tage vor Weihnachten besuchte er einen Vormittag lang die Einrichtung des Diözesan-Caritasverbands Würzburg und suchte die Begegnung mit den Menschen, die dort leben und arbeiten.

Als Einrichtung für Wohnsitzlose in Trägerschaft der katholischen Kirche ist der Simonshof deutschlandweit einzigartig, erklärte Stefan Gerhard, Leiter des Fachbereichs Wohnsitzlosenhilfe, bei einer kurzen Vorstellung. Seit 1951 ist das frühere landwirtschaftliche Anwesen mit Mühle in Händen der Caritas, seit 1959 Anlaufstelle für Obdachlose. 1970/1971 wurde das integrierte Camillushaus als erstes Altenheim für Wohnungslose in Bayern anerkannt. Heute gibt es auf dem Simonshof zirka 180 Bewohner. Von diesen leben etwa 95 in einer Gruppe der Wohnsitzlosenhilfe und rund 85 im Pflegeheim, das 22 Plätze im „Beschützenden Bereich“ für Patienten mit dementiellen Erkrankungen bietet.

Bei einem Rundgang bekam Bischof Jung einen Einblick in die verschiedenen Bereiche des Simonshofs. In den Werkstätten schaute er den Männern über die Schultern, die unter anderem Wanduhren, Wäscheklammern und Fahrradklingeln montieren. Überrascht war er, als er in einer der Hallen Arbeiter beim Zusammenbauen von Autos des Spielzeugherstellers Playmobil sah. Mit sichtlichem Interesse ließ er sich die Arbeitsschritte erklären und erkundigte sich nach dem Betriebsklima. Viele freuten sich über die Gelegenheit für ein Foto mit dem Bischof.

Im Pflegeheim war zeitgleich die Musik-AG der Grundschule Besengau-Bastheim unterwegs, um die Patientinnen und Patienten mit adventlichen und weihnachtlichen Weisen zu unterhalten. Die Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Jahrgangsstufe spielten Klassiker wie „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ auf ihren Flöten und brachten mit ihrem von Musiklehrerin Ines Senf begleiteten Gesang „Alle Jahre wieder“ viele zum Mitsingen. Mit ihrem auf drei Rollen verteilt vorgetragenen Mundartgedicht über den trotzigen „Herschekloos“ (Knecht Rupprecht) sorgten sie für allgemeinen Frohsinn.

Wie die Zimmer der Bewohner außerhalb des Pflegebereichs aussehen, sah Bischof Jung in einer Wohngruppe des Vinzenz-Hauses. Dort lernte er Andreas Steuer kennen, der schon länger eine Heimat auf dem Simonshof gefunden hat. Dieser sei immer fröhlich, attestierte ihm Albrecht Euring, der Leiter der Einrichtung. „Wir Sachsen sind halt so“, lautete die lapidare Begründung des gebürtigen Dresdners. In der Hauskapelle eine Etage höher lud der Bischof alle, die ihn beim Rundgang begleiteten, zu einem kurzen Gebet ein. Er empfahl alle, die am Simonshof Schutz und Betreuung suchen, und alle, die sich für diese Menschen einsetzen, Gottes besonderem Schutz.

Bevor der Besuch mit einem gemeinsamen Mittagessen im Speisesaal der Einrichtung ausklang, hatten alle Bewohner Gelegenheit, den Bischof im großen Gemeinschaftsraum, dem ehemaligen Rinderstall, zu treffen. „Der Simonshof ist meine Heimat. Es gefällt mir hier“, sagte Helmuth Schlereth. Als Jugendlicher hat er ab 1950 hier erst Ausbildungen zum Zimmermann und zum Schreiner absolviert. Später heiratete er und gründete eine Familie. Als diese zerbrach, landete er schließlich vor 23 Jahren wieder auf dem Simonshof und ist aktuell der Bewohner, der am längsten dort lebt.

Seit anderthalb Jahren ist Thomas Bieger dort zu Hause. „Über dem Ort liegt ein besonderer Segen“, erklärte er dem Bischof. Dieser werde an der herzlichen Betreuung, den schönen Zimmern, den gut eingerichteten Werkstätten und dem guten Essen deutlich. „Das Herz und Zentrum ist die Hauskapelle mit dem Tabernakel. Das macht deutlich: Hier ist der lebendige Gott mitten unter uns“, sagte Bieger.

mh (POW)

(0119/0016; E-Mail voraus)

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