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Themenpaket „Konfessionsverbindende Ehe“

Eine Liebe – zwei Konfessionen

Anzahl der kirchlichen Trauungen wird insgesamt weniger – Konfessionsverbindende Ehe gelingt mit Gesprächen über Glaubensfragen – Seminar bereitet auf katholisch-evangelische Hochzeit vor

Würzburg (POW) „Die Ehen zwischen Katholiken und anderen Getauften weisen jedoch, wenn auch in ihrer besonderen Eigenart, zahlreiche Elemente auf, die es zu schätzen und zu entfalten gilt, sei es wegen ihres inneren Wertes, sei es wegen des Beitrags, den sie in die ökumenische Bewegung einbringen können.“ So hat sich Papst Johannes Paul II. schon 1981 in seinem apostolischen Schreiben „Familiaris Consortio“ über konfessionsverbindende Paare geäußert. Seine Worte haben nach wie vor Bestand. Gerade in einer Zeit, in der die Kirchenbänke immer leerer werden, sei es umso erfreulicher, wenn ein junges Paar noch an eine kirchliche Trauung denkt, findet Klaus Schmalzl, Diözesanrichter im Bistum Würzburg.

Schmalzl sieht einen Trend, den die Zahlen der zentralen Informationsstelle des Bistums Würzburg belegen können. Waren es in den 1980er Jahren noch über 4000 katholische Trauungen im Bistum, bei denen beide Partner katholisch waren, lag die Anzahl in den vergangenen Jahren nur noch bei knapp über 1000. Auch die Anzahl der katholischen Trauungen, bei denen ein Partner evangelisch ist, folgt diesem Abwärtstrend. Doch der Diözesanrichter konzentriert sich auf das Wesentliche: „Es ist schön, dass man mehr und mehr von konfessionsverbindenden Eheschließungen spricht. Denn im Letzten ist es ja eine Verbindung von Menschen aus diesen beiden Konfessionen.“ Er erklärt, dass sich seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil die katholische und evangelische Kirche auf ein bis heute gültiges Verfahren verständigt haben, damit ein Paar mit unterschiedlichen Konfessionen einen gültigen Bund der Ehe schließen kann. Egal ob die Trauung nach evangelischem oder katholischem Ritus stattfindet, sie ist nach dem Kirchenrecht beider Konfessionen gültig. Zwar gäbe es einige Formalien zu erfüllen, die in seinen Augen aber kein Hindernis für eine konfessionsverbindende Ehe sind. So braucht zum Beispiel der katholische Partner bei einer Trauung nach evangelischem Ritus eine Dispens von der kanonischen Eheschließungsform. Um rechtzeitig alle Formsachen zu klären, empfiehlt er, mindestens ein halbes Jahr vor dem geplanten Trauungstermin ein Gespräch mit dem Geistlichen zu führen, der das Paar trauen soll.

Das Ehepaar Jochen Scheidemantel und Gertrud Krenzer-Scheidemantel entschied sich 1983 für eine Hochzeit nach katholischem Ritus. Dass er evangelisch und sie katholisch ist, war für beide nie ein Problem. Dennoch ist Krenzer-Scheidemantel in der Zeit vor und nach der Trauung aufgefallen, dass man viel über seine eigene Kirche und Riten wissen müsse, da sich nach abwechselnden Kirchenbesuchen oft die Frage ergäbe: „Warum macht ihr das so?“ Sich über die eigenen Glaubensgrundlagen auszutauschen, hält Scheidemantel für den „Glücksweg bei konfessionsverbindenden Ehen“. Den Austausch treibt das Ehepaar auch in der Gemeinde vor Ort voran. Im Ökumenischen Zentrum im Würzburger Stadtteil Lengfeld engagieren sie sich im katholischen Pfarrgemeinderat und im evangelischen Kirchenvorstand für die Ökumene.

„Ich finde es spannend, dass Menschen, die aus verschiedenen Traditionen kommen, eher über ihren Glauben ins Gespräch kommen und ihn reflektieren, als Menschen der gleichen Konfession“, sagt Diözesan-Ehe- und Familienseelsorgerin Lucia Lang-Rachor. Sie wünscht nicht nur konfessionsverbindenden jungen Paaren, dass sie einmal über Glaubensdinge reden und sich überlegen, was ihnen wichtig ist. Für die Entscheidung, ob sich das Paar katholisch oder evangelisch trauen lassen soll und wie die Kinder später getauft werden sollen, empfiehlt sie, dort hinzugehen, wohin das Paar einen Bezug zu Menschen oder zur Kirche hat. „Für mich hat Religion und Seelsorge ganz viel mit Beziehungen zu Menschen und zu Orten zu tun.“

Zu einem Austausch über ihre verschiedenen Erfahrungen im Glauben regen Frank Hofmann-Kasang und Melanie Jörg-Kluger im Ehevorbereitungsseminar „Zu dir oder zu mir?“ an. Das Seminar wird jährlich von der Domschule Würzburg angeboten. Der evangelisch-lutherische Pfarrer und die katholische Diözesanrichterin bereiten Paare auf ihre konfessionsverbindende Hochzeit vor. Dabei klären sie nicht nur über das unterschiedliche Eheverständnis auf, sondern schauen mit den Paaren auch auf deren gemeinsame Lebensgeschichte zurück. „Schreibt eure Lebensgeschichte als Thema über eure Hochzeit und zeigt euren Familien und Freunden, was euch verbindet“, rät Hofmann-Kasang.

Rebecca Hornung (POW)

(3319/0869; E-Mail voraus)

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