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Eine rekordverdächtige Amtszeit

Dr. Adolf Bauer seit 30 Jahren im Amt des Bischöflichen Finanzdirektors

Würzburg (POW) Er ist der dienstälteste Bischöfliche Finanzdirektor in Deutschland – und wohl weit darüber hinaus. Die Reihe der Finanzchefs der deutschen Diözesen in den vergangenen drei Jahrzehnten kann er aus dem Stehgreif aufzählen, gewürzt mit manch heiterer Anekdote. Im Allgemeinen Geistlichen Rat der Diözese Würzburg, dem engsten Beratergremium des Bischofs, hat er als Chef der Bischöflichen Finanzkammer am längsten Sitz und Stimme. 30 Jahre steht der 64-jährige Dr. Adolf Bauer Anfang Juli 2009 im Amt des Bischöflichen Finanzdirektors. Voller Dankbarkeit, aber auch mit Stolz auf das Erreichte blickt der Finanzchef des Bistums Würzburg auf eine rekordverdächtige Amtszeit zurück.

Kurz vor der Resignation im Januar 1979 ernennt Bischof Dr. Josef Stangl Adolf Bauer zum 1. Juli 1979 zum Bischöflichen Finanzdirektor. Der aus Thüngersheim stammende 34-jährige Diplom-Volkswirt und Doktor der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften wird jüngster Finanzchef einer deutschen Diözese. Seit 1973 ist Bauer bereits im Bischöflichen Ordinariat Würzburg für Sonderaufgaben wie den Aufbau der EDV oder die Planung des Haushalts verantwortlich. Durch sein Elternhaus im Winzerort Thüngersheim ist der junge Finanzchef durch und durch katholisch geprägt. Das Vertrauen des Bischofs und der Diözesanleitung erarbeitet er sich in kurzer Zeit. Für Bauer bedeutet der Dienst in der Kirche eine große Erfüllung, die ihn zeit seines beruflichen Wirkens Angebote von weltlichen Firmen und Einrichtungen ablehnen lässt. Über dreieinhalb Jahrzehnte hält er der Kirche von Würzburg die Treue: „Meine Aufgabe als Bischöflicher Finanzdirektor ist mehr als ein Job. Ich kann für eine gute Sache vieles mitgestalten und verantworten – und vor Arbeit und Verantwortung habe ich mich noch nie gescheut.“

Bauer startet als Finanzchef mit einem Haushaltsvolumen von rund 52 Millionen Euro, 30 Jahre später umfasst der Haushalt des Bistums 152 Millionen Euro. Die Persönlichkeiten an der Spitze der Diözese wechseln, der Haushalt verdreifacht sich, doch die Probleme bleiben gleich: „Das Geld hat nie ausgereicht, um alle Wünsche und Anregungen zu erfüllen“, sagt Bauer. Prioritätensetzung und eine genaue Festlegung der Reihenfolge der angestrebten Ziele seien deshalb stets nötig, um die Anliegen der Diözese Würzburg und ihrer vielen Kirchenstiftungen umsetzen und finanzieren zu können. In einer ländlich geprägten Diözese wie Würzburg habe er immer auch die kleinste Kirchenstiftung im Blick und versuche, den ortskirchlichen Anliegen nachzukommen. Familien ergänzende Einrichtungen genießen bei Bauers Finanzierungsplänen besondere Beachtung: Kindertageseinrichtungen, Schulen, Studentenheime, Seniorenzentren.

Bauers Augen leuchten, wenn er an umgesetzte Ideen denkt, die ihm in den 30 Jahren besonders am Herzen lagen: zum Beispiel die Gewinnung und der Ausbau des Guts Heuchelhof und des Markushofs in Gadheim. Sehr zufrieden blickt er auch auf die große Zahl von katholischen Stiftungen, die unter seiner Aufsicht stehen oder durch seine Mithilfe entstanden: 1809 originäre katholische Kirchen- und Pfründestiftungen gibt es in den Pfarreien der Diözese Würzburg, weitere 30 kirchliche Stiftungen mit besonderem Stiftungszweck. Unter Bauers Mitwirkung werden elf dieser Stiftungen gegründet. Der Finanzchef nennt sie, ohne lange nachdenken zu müssen: Caritas-Stiftung Würzburg, Stiftung Kunstsammlung, Franz-Oberthür-Schulstiftung, Abbé-Vogler-Musikstiftung, Maria-Ward-Stiftung und viele mehr. Mit Fleiß und Kompetenz, aber auch mit Teamarbeit in der Finanzkammer und enger Zusammenarbeit im Bischöflichen Ordinariat konnte nach den Worten des Finanzdirektors vieles erreicht werden.

Geht die Kirche anders mit Geld um als die Welt? Bauer, der stets mit beiden Beinen in der Welt steht und „draußen“ auch zahlreiche Ehrenämter wie das des Bürgermeisters in Würzburg wahrnimmt, sieht zunächst keinen großen Unterschied. Auch die Kirche sei Teil der Volkswirtschaft und von Inflation und Arbeitslosigkeit ebenso abhängig wie säkulare Einrichtungen. Doch – etwas anders gehe sie schon mit Geld um: Die Kirche arbeite finanziell auf lange Sicht. Schnelle und übermäßige Renditen mit hohem Risiko seien nicht Sache der Kirche, die von der finanziellen Hauptquelle, der Kirchensteuer, abhängig ist. „Spenden bewirken viel. Aber die Kirche in Deutschland mit ihren vielfältigen Einrichtungen und öffentlichen Aufgaben bedarf langfristig kalkulierbarer Einnahmen“, sagt Bauer, der über viele Jahre auch Ämter im Verband der Diözesen Deutschlands wahrnimmt.

Die kommenden Monate dürften für den Finanzdirektor die finanziell schwierigste Zeit werden. Schon manche Klippen hat er mit dem Finanzschiff der Kirche bei Steuerreformen umschifft. Doch eine Zeit wie die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise habe es in seiner Amtszeit noch nicht gegeben. „Wir rechnen mit einem Rückgang der Einnahmen um rund zehn Prozent. Der wirtschaftliche Tiefpunkt müsste jetzt zwar erreicht sein, doch wirkt sich die Krise zeitlich verzögert auf die Situation der Beschäftigten und damit auch auf die Kirchensteuer aus. 2010 wird finanziell ein sehr schwieriges Jahr“ – und für den Finanzdirektor eine sehr große Herausforderung. Für Bauer wird auch in dieser Zeit die Devise gelten, mit der er 30 Jahre lang für eine solide Finanzplanung der Diözese Würzburg gesorgt hat: Nicht mehr ausgeben, als man einnimmt; bestehende Arbeitsplätze sichern; begonnene Maßnahmen beenden, bevor neue Projekte angegangen werden; mit langem Atem gesteckte Ziele verfolgen, die als richtig erkannt wurden. Beharrlichkeit, Zielstrebigkeit und Ausdauer werden Bauer auch diese Etappe seiner rekordverdächtigen Amtszeit meistern lassen.

bs (POW)

(2709/0769; E-Mail voraus)

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