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Einsatz für Frieden als Christenpflicht

Landesbischof Gerhard Ulrich: Der Gerechtigkeit nachjagen, aber vorher auf Gottes Wort hören – Gemeinschaft Sant’Egidio lud zu ökumenischem Gebet im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen

Würzburg (POW) Bei allem, was die verschiedenen christlichen Konfessionen unterscheidet: Christen sind den Menschen den gemeinsamen Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit schuldig. Das hat Gerhard Ulrich, Landesbischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Norddeutschland und leitender Bischof der Vereinigten evangelisch-lutherischen Kirche Deutschlands, in Würzburg betont. Er predigte auf Einladung der Gemeinschaft Sant’Egidio am Montag, 21. Januar, bei einem ökumenischen Gebet im Rahmen der ökumenischen Gebetswoche für die Einheit der Christen in der Marienkapelle. Vertreter zahlreicher verschiedener Kirchen nahmen an der Feier teil.

Das alttestamentliche Buch Deuteronomium rufe dazu auf, der Gerechtigkeit nachzujagen. Grundlage allen Lebens seien Recht und Gerechtigkeit, sagte Ulrich. Nicht neue Mauern sicherten diese. „Im Epheserbrief beschreibt der Apostel Paulus, wie Jesus der Gemeinschaft in Frieden und Freiheit den Boden bereitet: Der, der unser Friede ist, reißt Zäune nieder, die zwischen den Nahen und den Fernen sind.“ Ulrich kritisierte den „tiefen und breiten Graben“ zwischen den wenigen, die mehr als genug haben, und denen, die nicht wissen, wie sie ihr Leben gestalten sollen. „Wir erleben, wie in den sozialen Medien und durch sie der Respekt vor den Menschen verlorengeht, wie der hassgesteuerten Kommunikation Tür und Tor geöffnet werden.“

Gerechtigkeit sei nicht zuerst eine globale Angelegenheit. „Sie beginnt in jedem einzelnen Menschen. Sie beginnt, indem wir einander anschauen, indem wir neugierig sind aufeinander, indem wir einander unser Leben öffnen.“ In jedem Einzelnen begegneten die Menschen Gott selbst, der den Mensch als sein Ebenbild geschaffen habe. „In jedem Leidenden, in jedem Schwachen, in jedem Armen begegnen wir dem Gekreuzigten selbst.“ Bischof Ulrich lobte den Einsatz der Gemeinschaft Sant’Egidio. Diese gehe dahin, wo es wehtue und die Not am größten sei. Sie gebe den Menschen ihre Würde zurück und lebe vor, dass diese Menschenliebe in der Gottesliebe wurzele, nicht ärmer mache und keine rechtsfreien Räume schaffe. Vielmehr werde ins Recht gesetzt, wonach Menschen sich sehnten: „Sicherheit, wirtschaftliches Wohlergehen, Brot, Frieden und Liebe.“ Der Mensch als Gottes Geschöpf mit seiner unantastbaren Würde sei das Maß aller Gottesdinge, betonte der Bischof weiter. „Der Gott der Befreiung aus der Sklaverei ist nicht ein Gott der Transitzentren und Abschottung.“

Für die Zukunft entscheidend seien nicht zuerst Zahlen und mediale Aufmerksamkeit. „Sie entscheidet sich daran, dass Menschen, die erfasst sind von Gottes Wort, den Mund auftun für die Schwachen und Elenden. Gott will uns brauchen für sein Reich. Er will uns leiten auf unserem Weg in dieses verheißene Land, in dem Recht und Gerechtigkeit fließen wie Bäche.“

Das „Nachjagen“, von dem im Buch Deuteronomium die Rede sei, wurzele aber nicht im Tun. Immer wieder werde das wandernde Gottesvolk daran erinnert, dass es Gottes Wort ist, das alles ins Leben gerufen hat, und dass es Gott selbst ist, der orientiert. „Seinem Wort folgt das Volk, als es durch den Jordan geht, bevor es das verheißene Land erreicht. Da wird dem Volk ein Moment der Stille verordnet. Immer ist das nötig, bevor wir losjagen. Dass wir innehalten, hinhören, uns orientieren lassen.“ Gott sei kraftvoll in seiner Liebe und Gewaltlosigkeit, stark in seiner Schwachheit, hob Ulrich hervor. „So stark, dass er mächtiger ist als die, die ihn später ans Kreuz nageln werden, und im Tod nicht festgehalten werden kann.“

mh (POW)

(0519/0110; E-Mail voraus)

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