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Erste Heilige Woche mit Bischof Jung

Kar- und Ostertage im Kiliansdom – Besinnungstag im Neumünster für Priester und Diakone – Fußwaschung an Gründonnerstag mit Frauen und Männern

Würzburg (POW) Für die Christen ist die Heilige Woche von Palmsonntag bis zum Osterfest der Höhepunkt des Kirchenjahrs. Bischof Dr. Franz Jung, der zum ersten Mal diese besonderen Tage im Bistum Würzburg feiert, lädt alle Gläubigen im Bistum Würzburg ein, besonders intensiv die Liturgie mit zu vollziehen. „In einer auch für die Kirche schwierigen Zeit geben wir unsere Sorgen und das Leid dieser Welt hinein in die Feier der Kar- und Ostertage. Wir dürfen gewiss sein: Am Ende steht nicht der Karfreitag, sondern der Ostermorgen; nicht der Tod, sondern das Leben; nicht die Grablegung, sondern die Auferstehung“, sagt Bischof Jung. Er wäscht am Gründonnerstag Vertretern des Diözesanrats, der Dompfarrei, Flüchtlingen, Firmlingen, Menschen mit einer Behinderung und Ordensleuten – sowohl Männern als auch Frauen – die Füße. Ein festliches musikalisches Programm bietet die Dommusik bei den Gottesdiensten der Kar- und Ostertage im Kiliansdom.

Palmsonntag

Die Karwoche in der Bischofsstadt Würzburg beginnt mit der feierlichen Prozession am Palmsonntag, 14. April. Nach der Palmweihe um 9.30 Uhr in der Marienkapelle zieht Bischof Jung mit Weihbischof Ulrich Boom, den Mitgliedern des Domkapitels und den Gläubigen zum Kiliansdom. Dort zelebriert er um 10 Uhr das Pontifikalamt. Vorgetragen wird in diesem Jahr das Leiden Jesu, wie es der Evangelist Lukas berichtet. Die Domsingknaben unter der Leitung von Domkapellmeister Professor Christian Schmid gestalten die Feier mit Franz Schuberts Gesängen zum Palmsonntag sowie „Ruhm und Preis und Ehre sei Gott“ von Rolf Rudin. Die Liturgie des Tages erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. Zum Zeichen seines Königtums streute ihm das Volk Palmzweige und jubelte. Mit gesegneten Palmkätzchenzweigen ziehen heute die Gläubigen zum Gotteshaus. Die Kollekte am Palmsonntag ist für die Unterstützung der Christen im Heiligen Land bestimmt. Bischof Jung bittet in seinem Aufruf um eine großherzige Spende und um die Solidarität mit den Christen im Heiligen Land. Viele arabische Christen in Israel und Palästina sähen ihre einzige Zukunftsperspektive in der Auswanderung. „Schon jetzt ist ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung auf weniger als zwei Prozent gesunken.“ Ohne die „lebendigen Steine“ der christlichen Gemeinde hätte laut Bischof Jung das Christentum im Heiligen Land nur musealen Charakter.

Diözesanes Treffen zum Weltjugendtag in der Jugendkirche

Am Palmsonntag, 14. April, feiert Bischof Jung mit Jugendlichen ab 14 Jahren in der Jugendkirche im Würzburger Kilianeum-Haus der Jugend das diözesane Treffen zum Weltjugendtag. Das Treffen steht in diesem Jahr unter dem Motto „Warum nicht? Auf dich kommt es an!". Bischof Jung erläutert diesen Satz den Teilnehmern und feiert anschließend mit ihnen einen Gottesdienst. Darüber hinaus gibt es viele Angebote, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung startet um 14 Uhr. Um 15 Uhr gibt es ein Glaubensgespräch mit dem Bischof. Der gemeinsame Gottesdienst beginnt um 17.30 Uhr, ein Abendessen und eine Begegnung schließen sich an.

Besinnungstag für Priester und Diakone mit Bischof Jung und Chrisammesse

Bischof Jung spricht beim Besinnungstag für Priester, Diakone und Priesteramtskandidaten am Montag der Karwoche, 15. April. „Am Beginn der Heiligen Woche lade ich Sie herzlich ein zu einem Tag der Besinnung. Er soll uns zusammenführen, auch zur Feier der Chrisammesse mit der Erneuerung unserer Weiheversprechen, und uns einstimmen auf die Liturgien der Heiligen Woche und des Osterfests“, schreibt der Bischof in seiner Einladung. Der geistliche Tag der Begegnung beginnt um 14 Uhr mit dem Vortrag des Bischofs im Neumünster. Daran schließt sich eine eucharistische Andacht mit stiller Anbetung an. Zeitgleich besteht Beichtgelegenheit im Kiliansdom und in der Franziskanerkirche. Um 17.30 Uhr feiert Bischof Jung im Kiliansdom zusammen mit Weihbischof Boom und Bischof em. Dr. Friedhelm Hofmann und zehn Dekanen die „Missa chrismatis“, die Weihe der heiligen Öle. Zwölf Diakone bringen dabei die Öle zur Weihe. Vertreter der Dekanate erhalten anschließend im südlichen Querhaus die Öle, die in den Gemeinden der Diözese gebraucht werden. Zur Chrisammesse im Dom sind alle Gläubigen eingeladen. Die Schola Cantorum singt die Choralmesse VIII De Angelis.

In der „Missa chrismatis“ weiht der Bischof die drei heiligen Öle. Grundstoff ist Olivenöl, das mit wohlriechenden Duftstoffen versehen wird. Mit dem Chrisamöl werden Neugetaufte und Firmlinge gesalbt, ebenso wird es bei der Priester- sowie der Altarweihe verwendet. Mit dem Katechumenenöl werden die Taufbewerber, mit dem Öl für die Krankensalbung Kranke und Sterbende gesalbt. Die Salbung ist ein symbolischer Hinweis auf die Kraft und Gnade, die der Gesalbte empfängt. Im Alten Testament gilt sie als Zeichen der Anerkennung durch Gott und Auszeichnung vor den Menschen. Im Neuen Testament wird die Salbung mit Öl zur Gesundung der Kranken beschrieben.

Gründonnerstag mit Fußwaschung

Mit der Messe vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag, 18. April, beginnen die „drei österlichen Tage vom Leiden und Sterben, von der Grabesruhe und der Auferstehung des Herrn“. Bischof Jung feiert um 19.30 Uhr zusammen mit Mitgliedern des Domkapitels das Pontifikalamt mit Fußwaschung im Kiliansdom. Der Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Schmid singt Werke von Heinrich Schütz, Anton Bruckner, Johannes Brahms und Pablo Casals. In Erinnerung an die Fußwaschung im Abendmahlssaal wäscht der Bischof Vertretern von Diözesanrat, Dompfarrei, Flüchtlingen, Firmlingen, Menschen mit einer Behinderung und Ordensleuten – sowohl Männern als auch Frauen – die Füße. Bis 24 Uhr ist die Anbetung des Allerheiligsten in der Schönbornkapelle möglich. Bereits am Morgen des Gründonnerstags wird um 8 Uhr im Dom eine Trauermette gefeiert.

Karfreitag

Am Vormittag des Karfreitags, 19. April, gibt es im Dom um 8 Uhr eine Trauermette. Im Neumünster gestaltet die Kreuzbruderschaft Würzburg um 9.30 Uhr die Kreuzwegandacht mit. Zur traditionellen Karfreitagsprozession werden in Lohr am Main um 10.30 Uhr wieder tausende Menschen erwartet. Die Karfreitagsliturgie vom Leiden und Sterben Christi feiert Bischof Jung mit Weihbischof Boom am Karfreitag im Kiliansdom zur Todesstunde Jesu um 15 Uhr. Die Karfreitagsliturgie sieht neben Lesungen, der Leidensgeschichte und den Großen Fürbitten eine Kreuzverehrung und eine Kommunionfeier vor. Die Domsingknaben unter der Leitung von Domkapellmeister Schmid präsentieren die „Johannespassion, op. 18“ von Alois M. Müller, „Also hat Gott die Welt geliebt“ von Heinrich Schütz, „Eli, Eli!” von Georgius Bardos, „Popule meus” von Tomás Luis de Victoria sowie einen gregorianischen Choral. Am Karfreitag wird des Kreuzestodes Jesu gedacht. Er ist gebotener Fasten- und Abstinenztag sowie „stiller Tag“. An diesem Tag wie auch am Karsamstag findet keine Eucharistiefeier statt. Am Karsamstag, 20. April, wird um 8 Uhr im Dom eine Trauermette gefeiert.

Ostern

Die Osternacht ist der Höhepunkt der Feier der drei österlichen Tage und des gesamten Kirchenjahrs. Bischof Jung feiert sie am Samstag, 20. April, um 21.30 Uhr im Kiliansdom. Den musikalischen Rahmen gestaltet der Konzertchor der Mädchenkantorei unter der Leitung von Domkantor Alexander Rüth mit „Antwortpsalmen zur Osternacht“ von Otmar Faulstich und Alexander Rüth, „Surrexit pastor bonus” von Felix Mendelssohn Bartholdy und „O filii et filiae“ aus dem Oratorium Christus von Franz Liszt. Nach der Feuerweihe und dem Entzünden der Osterkerze am Feuer ziehen Bischof Jung und die Mitglieder des Domkapitels mit der brennenden Osterkerze in den dunklen Dom. Die Kerzen der Gottesdienstteilnehmer werden dann an der Osterkerze entzündet. Danach singt der Diakon das sogenannte Exsultet, das Lob auf die Osterkerze. Bei den Lesungen wird an die Heilstaten Gottes seit Erschaffung der Welt erinnert. Im Zentrum der alttestamentlichen Texte steht der Durchzug durch das Rote Meer. Beim Gloria erklingen wieder die Glocken, und Orgelmusik setzt ein. Die neutestamentliche Lesung aus dem Römerbrief weist auf das neue Leben der Getauften durch die Auferstehung Jesu hin. Im Evangelium mit Halleluja-Ruf wird die Botschaft vom leeren Grab verkündet – in diesem Jahr, wie sie der Evangelist Lukas berichtet. Tauf- und Eucharistiefeier sind weitere Teile dieser Nachtfeier, der „Mutter aller Vigilien“.

Mit der „Missa solemnis in C, KV 317 (Krönungsmesse)“ von Wolfgang Amadeus Mozart und Georg Friedrich Händels „Hallelujah“ aus dem Messiah begleiten unter der Leitung von Domkapellmeister Schmid der Domchor, Solisten sowie das Philharmonische Orchester Würzburg das Pontifikalamt mit Bischof Jung am Ostersonntag, 21. April, um 10 Uhr im Dom. Zur Pontifikalvesper mit Bischof Jung und Weihbischof Boom um 17 Uhr singt die Schola Cantorum. Beim Gottesdienst am Ostermontag, 22. April, um 10 Uhr präsentiert die Frauenschola „Vox anima“ die Choralmesse „Lux et origo“.

An Ostern feiern die Christen das Hochfest der Auferstehung Jesu Christi. Es ist das höchste Fest der Christenheit. Seine Wurzeln liegen im jüdischen Passah-(Pessach-)Fest. Ostern wird am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. In der frühchristlichen Zeit war die Osternacht die große Taufnacht der Kirche. In der katholischen Kirche segnet der Priester in der Osternacht das Taufwasser für das Jahr. Die Gläubigen nehmen das Wasser mit nach Hause, es soll sie und ihre Häuser vor Unheil schützen. Weiter werden vielerorts Speisen wie Ostergebäcke, Schinken und Eier gesegnet. Mit dem Osterfest beginnt die 50-tägige Osterzeit, die am Pfingstfest endet.

(1619/0406; E-Mail voraus)

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