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„Es herrscht momentan nur Angst und Hoffnungslosigkeit“

Coronakrise auch in den Würzburger Partnerbistümern Mbinga und Óbidos – Father Raphael Ndunguru und Bischof Bernardo Johannes Bahlmann berichten

Würzburg/Óbidos/Mbinga (POW) Die Coronakrise hat massive Auswirkungen auf das Leben in Deutschland. Wie aber ist die Situation derzeit in den Würzburger Partnerbistümern in Mbinga (Tansania) und Óbidos (Brasilien)?

„Wir sind hier im Süden Tansanias noch von der Coronakrise verschont“, sagt Father Raphael Ndunguru, Direktor des diözesanen Krankenhauses von Litembo im Bistum Mbinga. Bislang seien acht Coronafälle in Tansania bestätigt. „Auch bei uns im Land wird sich wegen der Coronakrise in den nächsten Wochen sicher eine schwierige Situation im Gesundheitswesen entwickeln. Wir haben ja längst nicht so gute Versorgungsmöglichkeiten für die Menschen wie Sie in Europa. Es herrscht momentan nur Angst und Hoffnungslosigkeit“, erklärt Ndunguru. „Bleiben Sie gesund! Wir denken an Sie und beten für uns alle!“

„Mit den öffentlichen Behörden und der Stadtverwaltung bereiten wir uns auf jegliche Eventualität vor und werden einen Plan erarbeiten für den Fall, dass sich der Virus hier ausbreitet“, erzählt Bernardo Johannes Bahlmann, Bischof von Óbidos. Die Situation in Brasilien ähnle aktuell der in anderen Ländern der Erde, nur dass die Viruswelle „langsam und mit Verspätung“ im Norden Brasiliens ankomme. Es gebe bislang 34 Todesfälle und fast 2000 Infizierte in Brasilien. „Die Zahlen steigen täglich. Es gibt Infizierte in Belém, der Hauptstadt unseres Bundesstaates Pará, ebenso in Manaus (Bundesstaat Amazonas). Aber auch  in unserem Nachbarbistum Parintins, das sehr enge Verbindungen zu unserer Pfarrei Juruti Velho hat, und auch in Nhamundá, auf der andere Seite des gleichnamigen Flusses bei Faro.“ Juruti Velho und Faro gehören beide zum Bistum Óbidos.

Die Zahlen sind laut Bischof Bahlmann bisher gering, jedoch könne man mit einer größeren Viruswelle rechnen. „Leider ist bei vielen Menschen, einschließlich zahlreicher Politiker, die Gefahr noch gar nicht in den Köpfen angekommen. Unser Präsident tut dieses Virus als ‚kleine Grippe‘ ab. Gott sei Dank setzen sich die Gouverneure (Ministerpräsidenten) durch und ergreifen striktere Maßnahmen ein, um die Bevölkerung auf die Gefahr des Virus hinzuweisen und eine Ausbreitung einzudämmen.“

In der Region des Bistums, also im Westen des Bundesstaates Pará, habe es bisher noch keine bestätigten Fälle einer Coronainfektion gegeben. „Jedoch reisten die Menschen viel zu viel umher. Täglich kamen Schiffe aus Manaus, die Passagiere in Óbidos aussteigen ließen.“ Die Gesundheitsbehörden führten zwar Kontrollen durch. Diese sind aus Sicht des Bischofs aber unzureichend, zumal keine konkreten Schutzmaßnahmen durchgeführt würden. „Seit heute ist der Schiffsverkehr für Passagiere eingestellt und die Grenzen zum Bundesstaat Amazonas wurden geschlossen.“

„Das Problem ist nicht nur die Eindämmung des Virus. Wenn die Infektion ausbrechen und sich ausweiten sollte, haben wir kein ausreichendes Gesundheitssystem, um der Situation dementsprechend entgegenzutreten. Schon jetzt ist die medizinische und gesundheitliche Versorgung dramatisch. Das Ärzteteam ist eigentlich zu klein. Außerdem gibt es nur ein Beatmungsgerät im Hospital und zwei auf dem Krankenhausschiff Papa Francisco. Es fehlt an allem! Wir sind in diesem Fall aufgeschmissen“, erklärt Bischof Bahlmann. Die Bevölkerung sei bereits aufgerufen, zuhause zu bleiben. „Das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben ist reduziert, auch in unserem Bistum. Wer nicht unbedingt hier bleiben muss, den haben wir nach Hause geschickt. Die Büros sind alle geschlossen. Es finden auch keine kirchliche Treffen, Seminare, Kurse und Sonstiges statt. Alles ist abgesagt.“

Auch die Priester des Bistums Óbidos seien angewiesen, zuhause zu bleiben und nur in besonderen Fällen der Seelsorge Besuche abzustatten. „Die Pastoralbesuche in den Basisgemeinden im Hinterland sind unterbunden, da wir als Priester ja auch ein höheres Ausbreitungspotenzial haben“, sagt Bischof Bahlmann. Die heiligen Messen würden nur noch in den Pfarrkirchen oder Hauskapellen für das Volk Gottes gefeiert, aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Es gibt viele Messen und Andachten, die per Facebook, Radio und Fernsehen in den katholischen Sendern national übertragen werden. Für die Diözese haben wir seit Montag, 23. März, zwei Messen, eine morgens um 7 Uhr und eine abends um 19 Uhr, die aus unserer Kapelle Bom Jesus per Facebook übertragen werden.“ Darüber hinaus werde in der Kathedrale Sankt Anna tagsüber Anbetung gehalten, einzeln von den Priestern, den Ordensleuten, zwei Laien und den Seminaristen, die in Óbidos bei ihren Familien sind. Außerdem seien alle Priester und Ordensleute der Diözese aufgerufen, die Anbetung in ihren Häusern zu halten. Die Seminaristen der Diözese, die in Belém (2), Santarém(4) und Óbidos (5) studieren, seien alle nach Hause zu ihren Familien geschickt worden. „Die zwei aus Belém befinden sich momentan aber noch in Quarantäne im Seminar in Santarém – zusammen mit den fünf Seminaristen aus Santarém.“

mh (POW)

(1320/0360; E-Mail voraus)

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