Kloster Oberzell (POW) Wie erleben Mädchen und Frauen Armut? Welche Erfahrungen prägen ihren Alltag? Eine Ausstellung in der Klosterkirche der Oberzeller Franziskanerinnen gibt ihren Sichtweisen Raum. Ab Montag, 9. November, sind dort Gemälde, persönliche Texte sowie Fotografien aus dem Projekt „Mit anderen Augen“ über wohnungslose Menschen in Würzburg zu sehen. „Die bewusst schlicht gestaltete Ausstellung lädt dazu ein, genauer hinzusehen und den eigenen Blick auf Armut zu hinterfragen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Anlass für diese Ausstellung ist die weltweite franziskanische Woche der Armen. Offiziell eröffnet wird sie mit einem Gottesdienst am Welttag der Armen am Sonntag, 15. November, um 9 Uhr in der Klosterkirche. Das Antonia-Werr-Zentrum und der Fachbereich Frauen gestalten die Feier mit. Anschließend sind alle eingeladen, bei Tee miteinander ins Gespräch zu kommen.
Anlässlich des 800. Todestages des heiligen Franziskus hätten die Verantwortlichen der franziskanischen Ordensfamilie weltweit dazu aufgerufen, ab dem 9. November Menschen in Armut besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Im Mittelpunkt stehe das Anliegen, Menschen zuzuhören und sie selbst von ihrem Leben, ihren Hoffnungen und Schwierigkeiten erzählen zu lassen. Zugleich solle die Initiative für sichtbare und verborgene Formen von Armut sensibilisieren.
Die Jugendhilfeeinrichtung Antonia-Werr-Zentrum im Kloster Sankt Ludwig und der Fachbereich Frauen der Oberzeller Franziskanerinnen gestalten die Ausstellung mit. Beide Einrichtungen begleiten Mädchen und Frauen in schwierigen Lebenssituationen. Die Ausstellung biete ihnen Raum, eigene Erfahrungen und Gedanken auszudrücken und mit anderen zu teilen. Mädchen aus dem Antonia-Werr-Zentrum schrieben persönliche Texte zu den Themen „Heimkind sein“ und „Armut“. Dazu sei ein berührender Kurzfilm mit dem Titel „Armut und die Suche nach einem Zuhause“ entstanden. Dieser kann im Internet oder über einen QR-Code aufgerufen werden.
Der Fachbereich Frauen zeigt fünf großformatige Gemälde, die bei einem Kunstprojekt mit dem Würzburger Künstler Álvaro Fernandez Saez entstanden. Unter dem Titel „Mit der Angst tanzen“ setzten sich die beteiligten Frauen mit Ängsten, Erfahrungen und persönlichen Gedanken auseinander. Einige der Frauen haben aufgeschrieben, was sie mit ihren Bildern verbinden. Ihre Texte ergänzen die Werke und eröffnen persönliche Zugänge.
Hinzu kommt die Fotoausstellung „Mit anderen Augen“, die im September bereits im Würzburger Rathaus zu sehen war. Die Fotografin Sabine Hartl hat dafür über drei Monate hinweg wohnungslose Menschen in Würzburg getroffen und ihre Lebenssituationen in großformatigen Bildern sichtbar gemacht. Das Projekt entstand in einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Caritas, Streetwork, Bahnhofsmission, Christophorus Gesellschaft, Oberzeller Franziskanerinnen und dem Sozialreferat der Stadt Würzburg.
Die Ausstellung ist bis Montag, 23. November, täglich von 8 bis 17 Uhr in der Klosterkirche in Oberzell zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Anja Mayer (Kloster Oberzell)
(4526/1028; E-Mail voraus)
Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet


