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„Gestiefelter Kater“ freut sich auf Besucher

Rund 130 Jahre alter Tanz- und Musikautomat aus Aschach bis 7. November zu Gast im Museum am Dom – Tauschaktion „Kunst geht fremd… und ist verspielt“ verbindet 18 Museen in ganz Unterfranken

Würzburg (POW) Der fremde Gast ist plüschig, trägt einen schicken roten Frack und den Hut verwegen über die spitzen Ohren gezogen: Der „Gestiefelte Kater“ ist im Rahmen der Tauschaktion „Kunst geht fremd… und ist verspielt“ ab Dienstag, 27. Juli, bis 7. November im Museum am Dom (MAD) in Würzburg zu sehen. Der gerade mal 50 Zentimeter hohe Tanz- und Musikautomat, der vermutlich um 1895 in Frankreich gebaut wurde, ist eine Leihgabe aus den Museen Schloss Aschach (Landkreis Bad Kissingen). Insgesamt 18 Museen aus ganz Unterfranken beteiligen sich an der mittlerweile elften Tauschaktion. Seit 2011 werden ausgewählte Kunstwerke als „Fremdgänger“ auf Reisen geschickt, damit sie im ungewohnten Umfeld anderer Häuser überraschende Kontexte erschließen und den Gesichtskreis der Besucher erweitern. Das Museum am Dom ist erstmals mit dabei und schickt seinerseits das Bild „Hampelmann + etwas Organisches“ des Künstlers KRAM (Karl-Heinz Kramhöller) in das Knauf-Museum in Iphofen (Landkreis Kitzingen).

„Es war schon eine Überraschung“, sagt Museumskurator Michael Koller. Im Vorfeld habe man auf einer Liste mit den verfügbaren Kunstwerken drei Favoriten angeben können. Der „Gestiefelte Kater“ sei eines der Wunsch-Kunstwerke gewesen – und kommt nun tatsächlich für rund drei Monate nach Würzburg. „Es ist ein außergewöhnliches Objekt.“ Die Figur wurde vermutlich in der französischen Spielzeugmanufaktur Roullet & Decamps hergestellt. In der einen Pfote hält sie einen Degen und in der anderen eine Maus – den verwandelten Zauberer, der im Märchen vom Kater gefressen wird. Nach dem Aufziehen mit einem Schlüssel drehte sich die Figur einst zur Musik und führte die Maus zum Maul. Der Kater werde einen Ehrenplatz in einer Vitrine im Mittelbereich des Obergeschosses bekommen, erklärt Koller. Hier sind unter anderem die Werke „Mahnung“ von Werner Tübke, „Ikarus“ von Bernhard Heisig, „Nur ein Mensch“ von Willi Sitte, „Aufbahrung“ von Hubertus Giebe sowie der „Zinsgroschen“ von Otto van Veen zu sehen. Allen gemeinsam sei das Thema „Lebenswege“, erklärt Koller: „Es geht darum, welchen Lebensweg man wählt.“ Das seien Bezüge, die sich auch gut auf die Märchenfigur übertragen ließen.

Das MAD gibt im Gegenzug das 1971 entstandene Bild „Hampelmann + etwas Organisches“ des Künstlers KRAM (1940-1984) an das Knauf-Museum in Iphofen. Dort wird es in der Antikensammlung zu sehen sein. „Krams humorvolle Kunst schien uns wie gemacht für das diesjährige Motto. Er hat einen gewissen Humor und geht spielerisch mit Formen und Farben um“, erklärt Koller. Zudem sei das Werk von KRAM ein „unentdeckter Schatz“, der noch gehoben werden müsse. Die Mutter des jung verstorbenen Künstlers habe den künstlerischen Nachlass vor einigen Jahren dem Museum am Dom geschenkt. Der Künstler bringe in seinen Arbeiten „fantastische, traumhafte und spielerisch verwandelte, skurrile und symbolträchtige Wesen hervor“, heißt es in der Broschüre zur diesjährigen Tauschaktion. „Wir denken, das Blatt passt wunderbar ins Thema“, sagt Koller.

Noch mehr Kunst aus dem Bistum Würzburg

Im Museum Johanniskapelle in Gerolzhofen (Landkreis Schweinfurt) mit dem Schwerpunkt „Kunst und Geist der Gotik“ wird im Rahmen von „Kunst geht fremd“ in diesem Jahr ein moderner Druck zu sehen sein: „Figur in Drehung“ aus dem Jahr 2010 von Roland Schaller (Lohr am Main). Aus lebhaften, dynamischen Linien entstehe eine Figur, die sich um die eigene Achse dreht – mehr energisch als elegant, als drehe sie sich nur zum eigenen Vergnügen. Das Museum Johanniskapelle wiederum schickt ein Kapitell und eine Fiale aus der Würzburger Marienkapelle als Beispiele für gotische Architektur zu den Arbeiten zeitgenössischer Bildhauerinnen und Bildhauer in der Kreisgalerie in Mellrichstadt. Das Museum Johanniskapelle ist bereits zum dritten Mal bei der Aktion „Kunst geht fremd…“ dabei.

Geplantes Begleitprogramm

Sofern die Coronaschutzmaßnahmen es zulassen, wird es ein Begleitprogramm geben. Das Museum am Dom plant zwei Führungen: Im Rahmen der „KunstKantine" findet am 14. September um 12.30 Uhr eine Führung mit dem Titel „Es war einmal... Märchenhaftes im MAD“ statt. Unter dem Motto „Von Täuschung und List. Der gestiefelte Kater und der Zinsgroschen im MAD“ wird am 24. Oktober um 15 Uhr eine Führung mit Josefine Glöckner, Leiterin der Museen Schloss Aschach, und Sammlungskurator Christoph Deuter angeboten.

Mehr Informationen sowie eine Broschüre mit allen „Fremdgängern“ gibt es im Internet unter https://kunst-geht-fremd.de/.

sti (POW)

(3021/0722; E-Mail voraus)

Hinweis für Redaktionen: Fotos abrufbar im Internet

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