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Dokumentation

„Gott ist mehr als Buchstaben und Gebote“

Predigt von Dompropst Weihbischof Ulrich Boom beim Gottesdienst zur Einführung von Domkapitular Albin Krämer am Dienstag, 12. Januar 2021

Es trifft sich in diesem Jahr, wenn wir an den Sonntagen das Markus-Evangelium lesen, dass die Lectio continua in den ersten Wochen des neuen Jahreskreis mit den markinischen Texten fortgesetzt wird. So hören wir heute und an den folgenden Tagen nach den Jüngerberufungen gestern, von den ersten Wundern, besser Heilstaten Jesu. Am Anfang des Wirkens Jesu steht bei Markus keine programmatische Rede, sondern es wird von seinem Handeln gesprochen und damit wie in Jesus Gott den Menschen nahe ist. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe“ (Mk 1,15). Mit ihm ist Gottes Herrschaft angebrochen und um dies sichtbar zu machen, geht es in der Nachfolge Jesu damals und heute.

Es lässt aufmerksam werden, wenn wir Lesen, dass der von dem unreinen Geist Besessene weiß, wer dieser Jesus von Nazareth ist: „Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes“ (Mk 1,24). Jesus Glaubensgeschwister staunen nur über seine Lehre. Die Schriftgelehrten und Pharisäer sind ja keine schlechten Menschen. Sie kennen die Schrift bis zum kleinsten Jota und wissen Vor-schriften und Gesetze zu formulieren, um vor Gott und den Menschen ein wohlgefälliges Leben zu führen. Aber Gott ist mehr als Buchstaben und Gebote. Gottes Herrschaft befreit von allen Zwängen und Kräften, die uns bisweilen beherrschen und von denen wir besessen sein können. Macht und Ansehen oder das Vermögen, das wir im Kopf und in der Tasche haben, können solche unreinen Geister sein, die unser Herz besetzen und unser Leben bestimmen. Sie können Menschen beeinflussen, Menschen fesseln und Leben zerstören.

Diese Geister gibt es nicht nur außerhalb von Synagoge oder Kirche. Mitten im Raum des Glaubens tauchen sie auf, sind sie da. Wir spüren bisweilen selbst, dass diese Geister nicht gut sind für uns persönlich und unser Miteinander. Wir sind oft wie Schriftgelehrte und Pharisäer, wie sie keine schlechten Menschen, aber wir vergessen oft wie sie, dass Gott und seine Herrschaft unser Denken und Handeln übersteigt. Wen wundert‘s, dass die Menschen nicht zum Glauben finden.

Jesus möchte uns von diesen Fesseln und Zwängen befreien, damit wir von seinem Geist erfüllt Zeuginnen und Zeugen sind von Gottes Herrschaft, von seiner Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. Damit uns dies immer mehr gelingt, versammelt er uns zum Gebet und zu Feier der Gemeinschaft mit ihm und untereinander. In diesem Sinn wollen wir um die Heilige Messe feiern und Gottes Herrschaft anbrechen lassen. Amen.

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